Was ist Geist?

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt sich in der Philosophie der Zweig der analytischen Philosophie, deren Grundlagen u.a. auch die Philosophie des Geistes (mind) betreffen
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NaWennDuMeinst
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Do 13. Jan 2022, 18:30

1+1=3 hat geschrieben :
Mi 12. Jan 2022, 23:13
Es kann doch intelligentes Verhalten evoziert werden, sofern gewisse Algorithmen dieses ermöglichen. Etwa dass gewisse Sollwerte die Kriterien darstellen, wann welches "Verhaltensregisters gezogen wird", auf dass dadurch gewisse Ziele - eben jene Sollwerte - erreicht werden. Dieses Verhalten ist insofern "intelligent" als dass es eben kein "stumpf vorprogrammiertes" ist, sondern eben bereits relativ plastisch und "selbst(sic!)bestimmt" handelt oder vorgeht. Dass damit noch längst keine menschliche Intelligenz auch nur annähernd erreicht wird, tut der Tatsache keinen Abbruch, dass aber zumindest ansatzweise bereits Prinzipien wie "beginnende" Eigenständigkeit usf. hier eben ihren Anfang finden.
Wie programmiert man "Selbstbestimmtheit"? Das ist ja ein Widerspruch in sich.
Ich kippe oben gemahlenen Kaffee und Wasser rein. Dann drücke ich einen Knopf. Den Rest macht die Maschine "von selbst"?
Aber ist das schon "Selbstbestimmtheit"?

Eine ganz andere große Schwierigkeit sind eben die Kriterien die Du ansprichst. Wie misst man denn den Grad der "Selbstbestimmtheit". Warum ist meine Kaffeemaschine nicht intelligent, der Schachcomputer aber angeblich schon? Nur weil die Kaffemaschine nur 20 Operationen die Sekunde macht und der Schachcomputer 60 Milliarden? Alles eine Frage von Rechenleistung?
Auch schwierig ist der Versuch Intelligenz allein am Verhalten zu messen. Wir sind bereits in der Lage Computer so zu bauen und zu programmieren, dass das was sie tun wie intelligentes Verhalten aussieht. Aber ist es dann auch echte Intelligenz?
Da sind so viele Fragen offen, dass ich gar nicht - vom jetzigen Standpunkt - sehe wie man überhaupt auf die Idee kommen könnte wir wären in der Lage einzuschätzen ob sowas wie künstlich erschaffene Intelligenz möglich ist.
Das was heute unter diesen Begriff fällt hat für mich jedenfalls nichts mit Intelligenz zu tun. Jede Wühlmaus ist intelligenter. Vom Menschen ganz zu schweigen.



But I, being poor, have only my dreams; I have spread my dreams under your feet;
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NaWennDuMeinst
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Do 13. Jan 2022, 19:00

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Do 13. Jan 2022, 12:10
NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Mi 12. Jan 2022, 22:21
Der Mensch, so wie er heute ist (also auch mit seiner Intelligenz), ist das Ergebnis von mehreren Milliarden Jahren Evolution.
Nebenbei: Nachdem, was ich gelesen habe und erinnere, ist Leben auf diesem Planeten nur einmal entstanden. Es hätte ja auch parallel mehrfach entstehen können.
Und auf anderen Planeten haben wir bisher genau nichts gefunden (allerdings: Die Suche hat ja erst begonnen).
Fragt man Astronomen und Biologen nach einer realistischen Einschätzung, so sind viele zumindest bereit die Möglichkeit von primitiven Leben ausserhalb unseres Planeten einzuräumen... aber intelligentes Leben? Das ist nochmal eine ganz andere Nummer.



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Burkart
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Do 13. Jan 2022, 23:27

Wir sind eben in vielen DIngen erst noch recht am Anfang, ob nun bei der Suche nach außerirdischen Intelligenz wie auch bei der Künstlichen Intelligenz.



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.

[Allgemeine, starke KI wird kommen - die Frage ist nur, wann... und was man darunter genau versteht...]

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Jörn Budesheim
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Do 20. Jan 2022, 06:43

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Wolfram Hogrebe hat geschrieben : Geist ist außen, bricht aber innen durch.

Diese Verschränkung ist der Grund dafür, daß wir keine Möglichkeit haben, bloß außen oder bloß innen zu beginnen. Wer eine Kathedrale betritt, gelangt in einen Innenraum, der zugleich ein bleiverglaster Außenraum ist. Wer geboren wird, gelangt in seinen Innenraum, der ineins sein Außenraum ist. Aber dieser ist nicht bleiverglast, sondern leibverglast. Diese Raumverschränkung bekundet sich schon und zuerst in unserem ,Grundgefühl`, vor Ort zu sein. Hier ist noch kein Wissen erforderlich, wo ich bin. Wo immer, jedenfalls hier. Dieses Grundgefühl ,gründet` also schon im Nichtwissen, sichert uns daher einen unvergeßlichen Vorsprung vor Gewißheiten, zu denen wir erst später gelangen.

Mit solchen anfänglichen Befunden tun sich heute insbesondere Theoretiker schwer, die traditionellen Mustern des Denkens verpflichtet sind. Sie bevorzugen die Innenperspektive. Sie stochern im Hirn herum, und sogar die meisten Philosophen sind diesem Stochern zugetan. Merkwürdigerweise findet man auf diese Weise aber in der Regel nicht das, was man sucht. Sinn und Bedeutung, Zahl, Grund, Argument, Recht und Freiheit, um nur weniges zu nennen, sind keine physiologisch, chemisch oder physikalisch interpretierbaren Begriffe.

Was man sucht, wußte man in solchen Fällen schon vorher. Und man wußte es aus der persönlichen Selbsterfahrung. Diese ist also weder von Philosophen noch von Hirnforschern zu suspendieren. Sonst wüßte man eben gar nicht, was man erforschen will, wenn es denn unsere geistige Verfassung sein soll. Wir müssen erst Erfahrungen sammeln und sichten, um uns dann einen erklärenden Reim auf diese machen zu können. ...




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Friederike
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Fr 21. Jan 2022, 17:39

"Verschränkung" ist ein guter Ausdruck, den ich mir merke.




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