Was ist eigentlich ein Gesicht?

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt sich in der Philosophie der Zweig der analytischen Philosophie, deren Grundlagen u.a. auch die Philosophie des Geistes (mind) betreffen
Benutzeravatar
Jörn Budesheim
Beiträge: 12201
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
Wohnort: Kassel
Kontaktdaten:

Mi 25. Dez 2019, 12:07

Ich spüre im Wesentlichen die Lippen, ein leichtes Prickeln.

Dann ist da noch eine Nase bzw zwei Öffnungen durch die ein leichter Hauch geht.

Von den Augen spüre ich nur das Gewicht der Lieder, das auf irgendwas auflegt.

Die Ohren existieren fast gar nicht, aber es gibt eine leichte Erinnerung an einen Kiefer.

Alles ändert sich übrigens, sobald man ein Gesicht zieht, zum Lachen, eine Grimasse oder dergleichen mehr.



Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften!

Benutzeravatar
Alethos
Beiträge: 2616
Registriert: Do 17. Aug 2017, 15:35
Wohnort: Schweiz

Do 26. Dez 2019, 00:23

Bei mir ist es ähnlich, auch ich spüre die Lippen am deutlichsten. Es ist ein warmes Kribbeln. Die Mundecken spüre ich besonders (weil sie angespannt sind.. die Lippen sind leicht zusammengepresst - bin ich wütend?)

Wenn ich lächle und die Lippen in den Ruhezustand gleiten lasse, spüre ich die Wangenhaut über die Wangenknochen 'hangen'. Es fühlt sich wie ein Hangen an, es ist aber vielleicht mehr ein entspannendes Lockerwerden.

Die Backen sind leicht warm (vom Lächeln?).

Die Augenlider empfinde ich nicht als 'schwer', eher als den Augapfel umschliessend. Dann spüre ich auch die Rundung der Augen, wie weiche Kugeln. Aber nur, wenn ich mir die teilweise umschliessenden Lider vorstelle. Wenn ich mich auf das Schwarz konzentriere, dann fühlen sich meine Augen an wie Scheiben. (Kopernikus kommt mir in den Sinn...)

Die Stirn ist steif, aber ich nehme sie fast nicht wahr. Ich stelle mir mein Hirn vor..im Tank (aber das gehört wohl nicht zum Innenblick auf das Gesicht :) ) Wenn ich mich konzentriere, sind da Augenbrauen. Die liegen da einfach so auf einer Schädelkante. Nicht sonderlich beindruckend die Passivität, mit der sie das tun..

Und ja, die Nase ist im Prinzip ein in regelmässigen Abständen sich abkühlendes Loch. Ich empfinde es als ein Loch, nicht zwei Löcher. Die Ohren sind fast nicht da.

Spannend, wie wenig wir uns mit unserem eigenen Gesicht beschäftigen. Und auch seltsam, dass es nur 'schwache Impulse' nach innen gibt.. übermittelt es Gefühle relativ stark. Das Gesicht ist definitiv nicht das Empfindungszentrum, wenn man es von innen betrachtet.

Das Ganze ist übrigens sehr meditativ.



-------------------------------
Freundlichkeit bildet den Zugang zum Anderen, und er besitzt den Schlüssel zum Verstehen.

Benutzeravatar
Jörn Budesheim
Beiträge: 12201
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
Wohnort: Kassel
Kontaktdaten:

Do 26. Dez 2019, 06:05

Sehr schöne Beschreibung, danke!

hangen=hängen?



Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften!

Benutzeravatar
Alethos
Beiträge: 2616
Registriert: Do 17. Aug 2017, 15:35
Wohnort: Schweiz

Do 26. Dez 2019, 10:26

'Hange' isch schwyzerisch für 'hänge'.

Mir rede zwar o vom Cliffhänger, aber är hanget a dr felswand und hänget nid.



-------------------------------
Freundlichkeit bildet den Zugang zum Anderen, und er besitzt den Schlüssel zum Verstehen.

Benutzeravatar
Jörn Budesheim
Beiträge: 12201
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
Wohnort: Kassel
Kontaktdaten:

Do 26. Dez 2019, 16:54

Alethos hat geschrieben :
Do 26. Dez 2019, 00:23
Und ja, die Nase ist im Prinzip ein in regelmässigen Abständen sich abkühlendes Loch. Ich empfinde es als ein Loch, nicht zwei Löcher.
ja, kann ganz gut sein; ist schwierig zu entscheiden, dummerweise weiß ich ja, dass es zwei sind :)



Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften!

Benutzeravatar
Alethos
Beiträge: 2616
Registriert: Do 17. Aug 2017, 15:35
Wohnort: Schweiz

Do 26. Dez 2019, 17:13

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Do 26. Dez 2019, 16:54
Alethos hat geschrieben :
Do 26. Dez 2019, 00:23
Und ja, die Nase ist im Prinzip ein in regelmässigen Abständen sich abkühlendes Loch. Ich empfinde es als ein Loch, nicht zwei Löcher.
ja, kann ganz gut sein; ist schwierig zu entscheiden, dummerweise weiß ich ja, dass es zwei sind :)
Ja, alles Wissen drängt zur Empfindung von zwei Löchern :) Das ist wie mit den Augenbrauen: Man weiss, dass sie da sein müssten.



-------------------------------
Freundlichkeit bildet den Zugang zum Anderen, und er besitzt den Schlüssel zum Verstehen.

Benutzeravatar
Stefanie
Beiträge: 4037
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 20:09

Do 26. Dez 2019, 22:30

Ich habe es mehrmals gemacht.
Immer ist die Augenpartie und die rechte Gesichtshälfte dominierend.
Es ist anstrengend die Augen zu schließen, in dieser Situation. Die Augenlider sind genervt, und die Augen sind sich am bewegen. Das ist nicht angenehm.
Die rechte Gesichtshälfte von der Schläfe bis zum Unterkiefer spüre ich deutlich an den Muskelbewegungen.
Die Ohren sind nur im Spiel, wenn ich die Brille trage, ansonsten sind sie nicht da.
Die Nase...Ich spüre zwei Löcher. Entweder waren beide frei, und ich konnte durch beide atmen, was nicht so oft vorkommt, und deshalb positiv wahrgenommen wird, oder eines war mal wieder zu, so dass der Unterschied deutlich zu spüren ist.

Ansonsten empfinde ich das ganze als etwas stressig.



Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
(Unbekannt)


Bild

Benutzeravatar
Jörn Budesheim
Beiträge: 12201
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
Wohnort: Kassel
Kontaktdaten:

Fr 27. Dez 2019, 06:33

Alethos hat geschrieben :
Do 26. Dez 2019, 00:23
Das Ganze ist übrigens sehr meditativ.
Stefanie hat geschrieben :
Do 26. Dez 2019, 22:30
Ansonsten empfinde ich das ganze als etwas stressig.
Erstaunlich, oder?



Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften!

Benutzeravatar
Jörn Budesheim
Beiträge: 12201
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
Wohnort: Kassel
Kontaktdaten:

Fr 27. Dez 2019, 07:30

Ich habe die Übung heute morgen noch einmal gemacht. Nachwievor ist bei mir der Mund dominant und dann folgt die Nase. Ich glaube jetzt aber, dass es eine Art Gesamt-Phänomenologie des Gesichtes gibt, zumindest der Vorderseite. Irgendwie spürt man auch Stirn und Wangen und auch ganz leicht das Kinn.

Alles ändert sich natürlich, wenn man eine Grimasse zieht! und auch wenn man sie wieder loslässt, hat man danach einen ganz anderen Gesamteindruck.

Ein Lächeln aufsetzen, auch das ist sehr erstaunlich! Das Gesamtbefinden ändert sich dadurch sofort.

Interessant sind auch die dauernd changierenden Seh-Erlebnisse, man sieht ja nicht nur ein dunkles Nichts.

Das Hören ist beim Schließen der Augen sowieso intensiver finde ich, aber das hat, wie mir scheint, keinen direkten Zusammenhang mit der Fokussierung auf das Gesicht.



Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften!

Benutzeravatar
Stefanie
Beiträge: 4037
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 20:09

Fr 27. Dez 2019, 23:14

Interessant sind auch die dauernd changierenden Seh-Erlebnisse, man sieht ja nicht nur ein dunkles Nichts.
Oh, wir haben was gemeinsam.
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Fr 27. Dez 2019, 06:33
Alethos hat geschrieben :
Do 26. Dez 2019, 00:23
Das Ganze ist übrigens sehr meditativ.
Stefanie hat geschrieben :
Do 26. Dez 2019, 22:30
Ansonsten empfinde ich das ganze als etwas stressig.
Erstaunlich, oder?
Na ja, ich selber wundere mich nicht so sehr.
Die Augen werden hauptsächlich geschlossen, um zu schlafen, oder um sich auszuruhen. Es ist zum entspannen. Dies wiederum ist dann gelungen, wenn Frau entweder schläft, träumt, oder wenn Frau wach ist, Augen zu hat, an "nichts" denkt, tagträumt, also kein Ziel beim denken hat, so mit den geschlossenen Augen. Nichts tut also.
Hier "soll" Frau aber das Gesicht erspüren und dann es auch noch aufschreiben, weit entfernt von mit geschlossenen Augen sich entspannen und dabei nichts tun. Letzteres führt auch zu entspannten Augen, anstatt rumzuckender Augen, was nicht angenehm ist.



Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
(Unbekannt)


Bild

Benutzeravatar
Jörn Budesheim
Beiträge: 12201
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
Wohnort: Kassel
Kontaktdaten:

Sa 28. Dez 2019, 06:46

Hmmm... Im Prinzip ist das doch kaum anders als ein ganz normaler bodyscan. Der Unterschied besteht doch allein darin, dass man nicht in alle körperteile hinein spürt, sondern beim Gesicht verweilt.

Da es ja tausende von verschiedenen Meditationsübungen gibt, würde es mich nicht wundern, wenn es auch eine Gesichts Meditation gäbe ... Ich glaube, ich schaue gleich mal nach :)



Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften!

Benutzeravatar
Jörn Budesheim
Beiträge: 12201
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
Wohnort: Kassel
Kontaktdaten:

Sa 28. Dez 2019, 07:01

Das hier ist der erste Treffer :)



Ich habe die paar Minuten gleich mitgemacht. Interessanterweise hatte ich diesmal ein klares Gefühl für mein linkes Ohrläppchen :) und dann deutlich besseres Gefühl für die Stirn.



Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften!

Benutzeravatar
Stefanie
Beiträge: 4037
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 20:09

Sa 28. Dez 2019, 22:13

ich mache aber keine bodyscans nnd meditiere nicht, und wie es sich zeigt, aus guten Grund...das ist für mich nicht entspannend.



Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
(Unbekannt)


Bild

Benutzeravatar
Jörn Budesheim
Beiträge: 12201
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
Wohnort: Kassel
Kontaktdaten:

Fr 24. Jan 2020, 21:36

Das"für uns" ist das "ansich" des Gesichts.



Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften!

Antworten