Der ideelle Wert

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt sich in der Philosophie der Zweig der analytischen Philosophie, deren Grundlagen u.a. auch die Philosophie des Geistes (mind) betreffen
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Jörn Budesheim
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Sa 1. Aug 2020, 14:28

Eine Schulterverletzung, habe ich gerade ergoogelt, geht so ungefähr von 1000 EUR bis 70.000 EUR, je nach Schwere.

Wie kommen solche Zahlen zustande? Man kann schließlich nicht deswegen beim lieben Gott anrufen. Ich schätze solche Zahlen entstehen in langwierigen geschichtlichen Prozessen und werden wieder und wieder verhandelt. Man muss hier das, was eigentlich nicht möglich ist, nämlich das unvergleichliche vergleichen, dennoch tun.



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NaWennDuMeinst
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Sa 1. Aug 2020, 14:31

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 1. Aug 2020, 14:22
Ich glaube das Gegenteil ist der Fall.
Es gibt natürlich allgemeine Gesetze, das ist klar, aber der Richter muss natürlich immer individuell von Fall zu Fall entscheiden und für diesen einen Fall das richtige Maß finden. Deswegen denke ich auch, dass die Richter Ermessensspielräume haben, denn kein konkreter Fall kann von den Regeln eins-zu-eins vorhergesehen werden.
Ja, das stimmt. Kein Fall ist wie der andere. Deshalb werden ja die Strafen in Gesetzen auch immer in Spannen angegeben (Gefängnisstrafe bis zu x Jahren). Das ist dann natürlich der Ermessenspielraum, den man dem Richter zugesteht.
Trotzdem muss dieser Spielraum ja auch Grenzen haben. Es kann ja nicht sein, dass zwei Täter die im Prinzip die selbe Tat (oder den selben Rechtbruch) begangen haben komplett anders bestraft werden.
Obwohl. Doch das kann sein, wenn zum Beispiel der eine Täter noch unter das Jugendstrafrecht fällt. Aber was ich halt meine ist, dass auch das Strafmaß irgendwie noch nachvollziehbar und vergleichbar sein muss, auch wenn der Richter einen Ermessensspielraum hat.




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Jörn Budesheim
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Sa 1. Aug 2020, 15:03

Wenn das Leben das Abarbeiten eines Kriterienkatalogs wäre, dann wäre der Menschheit da, wo sie "angefangen" hat. Und zudem wäre die Angelegenheit eine tröge Sache - und man sollte es besser unterlassen.



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NaWennDuMeinst
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Sa 1. Aug 2020, 15:31

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 1. Aug 2020, 15:03
Wenn das Leben das Abarbeiten eines Kriterienkatalogs wäre, dann wäre der Menschheit da, wo sie "angefangen" hat. Und zudem wäre die Angelegenheit eine tröge Sache - und man sollte es besser unterlassen.
Also alle Kriterien abschaffen, oder was willst Du damit sagen?
Kriterien sind doch für die Wahrheitsfindung wichtig. Ich glaube nicht, dass man Erkenntnis (die den Namen auch verdient) ohne Kriterien, ohne irgendwelche Setzungen und Definition erlangen kann. Leben kann man sicher auch ohne. Aber hier geht es ja dann doch um mehr.




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Jörn Budesheim
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Sa 1. Aug 2020, 16:01

Mehr als Leben? Dann ist das Thema natürlich wichtig. Einstein soll gesagt haben, dass Wissen wichtig ist, Phantasie aber wichtiger. Fantasie, Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen, Intuition, Wagemut, Spontanität, Spiel, Kreativität, Risiko, Glück... Allein damit kann man überhaupt etwas erwirtschaften, natürlich auch in den Wissenschaften. Das Abarbeiten von Kriterien führt dazu, dass man immer da bleibt, wo man schon ist, beim ohnehin schon Bekannten und Gekonnten.



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NaWennDuMeinst
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Sa 1. Aug 2020, 16:34

Ich denke, dass man erst beim Abarbeiten feststellt, dass Kriterien nicht genügen.
Und dann kann man gerne seine Phantasie bemühen, beim Schaffen neuer Kriterien.

:-)




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Alethos
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Sa 1. Aug 2020, 16:36

Das ist zum Glück bei der Schönheit viel einfacher als beim ideellen Wert: Da stehen die objektiven Kriterien schon fest. :)

Ach, Moment: Die stehen ja auch beim ideellen Wert fest, nämlich durch den Wert selbst. Sorry, mein Fehler.



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Stefanie
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Sa 1. Aug 2020, 21:01

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Sa 1. Aug 2020, 13:17
Stefanie hat geschrieben :
Sa 1. Aug 2020, 12:59
Es gibt keinen Schadensersatz bei immateriellen Verlusten. Es gibt Schmerzensgeld bei immateriellen Schäden, bei uns aber nur in bestimmten Fällen, und nicht wenn jemand ein Gegenstand geklaut wird.
Ok. Also bei immateriellen Schäden. Und wenn mir ein Erbstück gestohlen wird liegt, ausser dem Sachschaden, kein anderer Schaden vor.
Und in den Fällen wo Schadensersatz gezahlt wird? Welche immateriellen Schäden liegen da vor?
Also welche Art von immateriellen Schaden muss es sein, damit es einen Anspruch auf Schadensersatz gibt, und wieso diese und keine anderen?
Das Erbstück, sagen wir mal die Taschenuhr des Opas, ist eine Sache. Wird die geklaut oder beschädigt, hast Du Anspruch auf Schadensersatz und zwar den Wert der Uhr. Zeitwert. Das ist ein materieller Schaden. Ersatz für den ideellen Wert gibt es nicht.
Wenn Du bei einem Verkehrsunfall einen Verletzung erlitten hast Du Anspruch auf Schadensersatz und wohl auch auf Schmerzensgeld.
Schadensersatz gibt es für die Schäden, die Du erlitten hast. Das geht über die kaputte Hose, oder Brille hin zu den Behandlungskosten, Verdienstausfall, oder, z.B. Haushaltsführungskosten, Rehakosten usw.
Schmerzensgeld ist für den erlittenen Schmerz, eventuelle Trauma aufgrund des Unfalls. Das ist der immaterielle Schaden.
Das ist die Kurzfassung.
Wir sind hier im Zivilrecht, nicht im Strafrecht.
Les mal die 823 ff BGB, und 253 BGB. Wo zum Kuckuck sind auf der Samsung tabletttastur die Paragraphen Zeichen?



Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
(Unbekannt)


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