Wahnsinn und Vernunft – Gegensätze oder Geschwister?

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Timberlake
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Sa 20. Jun 2026, 16:44

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 15:49

Nebenbei: Die biologische und kulturelle Evolution haben sich wahnsinnig (oops!) viel Mühe gegeben, uns so zu schaffen, dass wir uns erstaunlich gut in andere hineinversetzen können. Sie haben uns so gebaut, dass auch unsere Gefühle im Großen und Ganzen etwas „strukturell expressives und sozial lesbares“ sind und für andere erkennbar bleiben – und dass sie zudem ansteckend sein können. Mit anderen Worten: unsere Gefühle sind im Großen und Ganzen auch etwas Öffentliches. Aus diesem und vielen anderen Gründen leben wir in einem gemeinsamen Raum des öffentlichen und objektiven Sinns. Wenn jemand nachts x-mal aufsteht, um Blumenampeln zu richten, dann wissen wir einfach, dass hier etwas nicht stimmt. Und die Leute, die das tun, wissen es auch.
Nebenbei, vielleicht können wir uns, was die Grautöne zwischen Wahnsinn und Vernunft betrifft, auf einer Ebene einigen, mit der du dich sehr viel besser auskennst, als ich, und zwar der Kunst, wie der von ..

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Salvador Dalí (1904–1989) war der absolute Meister des Surrealismus und ein brillanter Exzentriker. Er wandelte geschickt auf dem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn, was sich in seinen Traumwelten, schmelzenden Uhren und provokanten Auftritten bis heute in der Kunstgeschichte widerspiegelt

Übersicht mit KI
Das Zusammenspiel aus Genie und Wahnsinn prägte Vincent van Goghs Leben und Schaffen. Seine psychischen Krisen, die sich in extremen Stimmungsschwankungen, epileptischen Anfällen und Halluzinationen äußerten, trieben ihn an, spiegeln sich aber auch in der expressiven Farbintensität und dem einzigartigen Malstil seiner Meisterwerke wider.
Zuletzt geändert von Timberlake am Sa 20. Jun 2026, 17:26, insgesamt 4-mal geändert.




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Jörn P Budesheim
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Sa 20. Jun 2026, 16:46

Gibt es Grautöne zwischen der Zahl 17 und dem Duft einer Rose?



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Timberlake
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Sa 20. Jun 2026, 16:51

Ich würde sagen, die gibt es tatsächlich, und zwar zwischen den Duft einer Rose und den von 17 Rosen - an der "Zahl".

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Ein Synästhetiker ist ein Mensch, bei dem zwei oder mehr Sinne gleichzeitig und untrennbar miteinander verschmolzen sind. Ein Sinneseindruck löst dabei völlig automatisch und unwillkürlich einen weiteren, zusätzlichen Eindruck aus (etwa das Sehen von Farben beim Hören von Musik)


Gleichwohl ich bei Synästhetiker nicht ausschließen würde, dass die das können, also Grautöne zwischen der Zahl 17 und dem Duft einer Rose wahrzunehmen.
Flame hat geschrieben :
Fr 19. Jun 2026, 07:29
Wahnsinn und Vernunft – Gegensätze oder Geschwister?



Deshalb lautet die entscheidende Frage für mich nicht:

„Wie besiege ich den Wahnsinn?“

Sondern:

„Wie finde ich ein Gleichgewicht zwischen Wahnsinn und Vernunft?“

Denn vielleicht beginnt echte Freiheit genau dort – nicht in der grenzenlosen Entgrenzung, sondern in der Fähigkeit, beides in sich zu tragen.

Wie dem auch sei, für Synästhetiker stellt sich die Frage „Wie finde ich ein Gleichgewicht zwischen Wahnsinn und Vernunft?“ sicherlich auch. Nur halt "anders".
12 Vorteile der Synästhesie
Synästhetiker zu sein hat wie fast alles im Leben seine Vorteile und Nachteile. In diesem Beitrag habe ich zum einen einige Vorteile zusammengetragen, die in Fachkreisen besprochen und auch veröffentlicht wurden.
  1. Besseres Erinnerungsvermögen
  2. Stabilere Psyche
  3. Das Gehirn kommuniziert schneller
  4. Emotionale Kompetenz
  5. Erhöhte Kreativität
  6. Intensiveres Sexerlebnis
  7. Starke Intuition
  8. Häufigere Klarträume
  9. Gute Diktatschreiber & Korrekturleser
  10. Oft keine Kalender nötig
  11. Herausfinden von Zutaten, Inhaltstoffen oder Tonarten
  12. Hilfe bei der Konzentration
Allgemeine Nachteile
  1. Ein starker synästhetischer Eindruck kann überwältigend sein
  2. Allgemeine Überreizung
  3. Es herrscht Erklärungsbedarf
  4. Einsamkeit und Fremdheitsgefühl
  5. Irritationen, wenn Farben nicht passen
  6. Unangenehme Synästhesien
  7. Beim Lernen: Wenn Aussprache nicht zur Schreibweise passt
Gleichwohl so anders wiederum nicht. Wenn man sich denn auch hier in einer "Grauzone" zwischen den "Geschwistern" Vor- und Nachteilen und deren "Eltern" Vernunft und Wahnsinn bewegt.
Zuletzt geändert von Timberlake am Sa 20. Jun 2026, 17:31, insgesamt 1-mal geändert.




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Jörn P Budesheim
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Sa 20. Jun 2026, 17:30

Timberlake hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 16:44
Übersicht mit KI
Das Zusammenspiel aus Genie und Wahnsinn prägte Vincent van Goghs Leben und Schaffen. Seine psychischen Krisen, die sich in extremen Stimmungsschwankungen, epileptischen Anfällen und Halluzinationen äußerten, trieben ihn an, spiegeln sich aber auch in der expressiven Farbintensität und dem einzigartigen Malstil seiner Meisterwerke wider.
Wie auch immer diese KI-Zusammenfassung entstanden ist, sie gibt nur ein billiges und völlig falsches Klischee wieder. Van Goghs starke Farben stammen nicht aus dem hollywoodesken Zusammenspiel von Genie und Wahnsinn. Sie waren (sicher nicht nur, aber auch) das Ergebnis von viel Arbeit und intensiven Studien der Farbtheorie. Hinzu kam der große Einfluss der japanischen Kunst sowie die Auseinandersetzung mit der Arbeit der Impressionisten und und sicher anderem mehr.

Wenn man diese Zusammenhänge zumindest in ihren groben Zügen kennt, dann kann man auch zielgerichtete Aufträge an die KI senden. Also habe ich mal eine sogenannte Deep-Dive-Recherche bei Google in Auftrag gegeben. Nach ungefähr 5 bis 10 Minuten Recherchearbeit kommt ein ziemlich langer Text heraus, von dem ich hier nur die Schlusszusammenfassung wiedergebe:
  • Schlussfolgerungen

    Die wissenschaftliche Rekonstruktion von Vincent van Goghs Werk räumt mit dem pathologisierenden Geniekult auf, der den Maler bis heute umgibt. Seine unverwechselbare Ästhetik war kein unkontrolliertes Nebenprodukt psychischer Instabilität, sondern das Resultat einer harten, intellektuellen Arbeitsleistung.

    Van Gogh eignete sich die physikalischen Gesetzmäßigkeiten der zeitgenössischen Farbtheorie nach Chevreul und Blanc an, testete chromatische Harmonien methodisch mit Hilfe seiner Wollknäuelschatulle und integrierte die radikalen Gestaltungsprinzipien des japanischen Holzschnitts in ein völlig neues, post-impressionistisches Bildkonzept.

    Seine physische Erkrankung wirkte dabei nicht als schöpferischer Motor, sondern als brutale Blockade, die er in den Phasen der Genesung durch eine rigoros strukturierte, fast wissenschaftliche Malpraxis als therapeutischen Selbstschutz mühsam zu überwinden suchte. Die expressive Farbigkeit seiner Meisterwerke war somit das Produkt eines hochentwickelten Intellekts und systematischer Arbeit.



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Timberlake
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Sa 20. Jun 2026, 17:37

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 17:30
Timberlake hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 16:44
Übersicht mit KI
Das Zusammenspiel aus Genie und Wahnsinn prägte Vincent van Goghs Leben und Schaffen. Seine psychischen Krisen, die sich in extremen Stimmungsschwankungen, epileptischen Anfällen und Halluzinationen äußerten, trieben ihn an, spiegeln sich aber auch in der expressiven Farbintensität und dem einzigartigen Malstil seiner Meisterwerke wider.
Den Prompt möchte ich sehen. Wie auch immer die KI Zusammenfassung entstanden ist, sie gibt nur ein billiges und falsches Klischee wider. Van Goghs starken Farben stammen nicht dem hollywoodliken Zusammenspiel von Genie und Wahnsinn, sie waren (sicher nicht nur, aber auch) das Ergebnis von viel Arbeit, und auch intensiver Studien der Farbtheorie, des großen Einflusses der japanischer Kunst und der Auseinandersetzung mit der Arbeit der Impressionisten und sicher anderen mehr.

Ganz meiner Meinung ... "sie waren (sicher nicht nur, aber auch) das" ..
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 11:55


Der Gedanke ist (zurecht) erstaunlich langlebig. Man denke an das berühmte Bild von Sigmar Polke aus dem Jahr 1969: „Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!“ Polke mag das vielleicht ironisch gemeint haben; ich neige dazu, es eher „wörtlich“ zu verstehen, wenn auch ohne höhere Wesen, Götter, Wahn oder Tollheit. Ich würde es eher unter dem Titel der Autonomie der Kunst verhandeln. Und wer weiß, vielleicht ist das keine Anrufung der Götter, sondern eine Anrufung der ästhetischen Vernunft.

Demzufolge würde ich diese Anrufung zur ästhetischen Vernunft, eben nicht in einem Bild verorten wollen, wo zwischen schwarz und weiß eine klare Trennlinie besteht. So wie ich einmal davon ausgehe, dass noch nicht einmal Van Gogh selbst in der Lage war, in diesem Sinne sauber zu trennen. Also zu wissen, was in seinen Bildern das Resultat von Genie und Wahnsinn und was das Resultat von viel Arbeit, und auch intensiver Studien der Farbtheorie ... war.




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Jörn P Budesheim
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Sa 20. Jun 2026, 17:55

Timberlake hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 17:37
Ganz meiner Meinung
Keineswegs "ganz deine Meinung", denn die aktuellen Ergebnisse der Forschung zeigen schlicht das Gegenteil von dem, was du gepostet hast.



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Timberlake
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Sa 20. Jun 2026, 18:00

Das mag ja tatsächlich so sein, dass die aktuellen Ergebnisse der Forschung schlicht das Gegenteil von dem zeigen, was ich gepostet habe.
Timberlake hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 17:37

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 11:55


Der Gedanke ist (zurecht) erstaunlich langlebig. Man denke an das berühmte Bild von Sigmar Polke aus dem Jahr 1969: „Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!“ Polke mag das vielleicht ironisch gemeint haben; ich neige dazu, es eher „wörtlich“ zu verstehen, wenn auch ohne höhere Wesen, Götter, Wahn oder Tollheit. Ich würde es eher unter dem Titel der Autonomie der Kunst verhandeln. Und wer weiß, vielleicht ist das keine Anrufung der Götter, sondern eine Anrufung der ästhetischen Vernunft.

Demzufolge würde ich diese Anrufung zur ästhetischen Vernunft, eben nicht in einem Bild verorten wollen, wo zwischen schwarz und weiß eine klare Trennlinie besteht. So wie ich einmal davon ausgehe, dass noch nicht einmal Van Gogh selbst in der Lage war, in diesem Sinne sauber zu trennen. Also zu wissen, was in seinen Bildern das Resultat von Genie und Wahnsinn und was das Resultat von viel Arbeit, und auch intensiver Studien der Farbtheorie ... war.
Also das die Forschung sehr wohl eine klare Trennlinie zu ziehen weiß, was in Van Gogh Bildern, das Resultat von Genie und Wahnsinn und was das Resultat von viel Arbeit, und auch intensiver Studien der Farbtheorie ... war.

Warum auch nicht!

Psychischer Apparat Freud: Es, Ich und Über-Ich einfach erklärt
Freuds psychischer Apparat besteht aus drei Instanzen: Es, Ich und Über-Ich. Diese Strukturen interagieren und beeinflussen unser Verhalten und unsere Persönlichkeit.
So wie auch die Forschung von Freud eine klare Trennlinie zwischen dem Es, Ich und Über-Ich ziehen konnte. Woraufhin man übrigens geneigt ist, das Es dem Wahnsinn und das Über-Ich der Vernunft zuzuordnen. Gleichwohl ich auc bei Van Goghs Bildern davon ausgehen würde, dass bei deren Entstehung "Strukturen interagiert" haben. Eine Interaktion, von der Van Gogh meiner Meinung nach eben nicht wusste, welche dieser Strukturen an dem Pinselstrich beteiligt waren.

Wie ich übrigens auch ich nicht weiß, welche dieser drei Instanzen, an den Worten dieses Satzes beteiligt waren.

Wenngleich ich tatsächlich nicht die geringsten Zweifel habe, dass die Forschung das kann. Vielleicht geht aus ihrer Forschung tatsächlich hervor, was du mir diesbezüglich gelegentlich nachsagst. Ich kann dir jedenfalls versichern, ich selbst habe davon keinerlei Ahnung, welcher dieser Worte in diesem Satz das Resultat des ES und somit möglicherweise des Wahnsinns oder des ICH und somit möglicherweise das Resultat der Vernunft ist. In etwa so wenig bzw. viel, wie das Van Gogh Kenntnis über seinem Pinselstrich diebezüglich hatte.

Der einsame Verkauf eines Genies


Vincent van Gogh gilt heute als einer der einflussreichsten Künstler aller Zeiten, doch während seines kurzen und turbulenten Lebens blieb ihm die Anerkennung verwehrt. Zwischen 1880 und 1890 schuf er über 900 Gemälde und über tausend Zeichnungen – ein erstaunliches Werk, das in nur einem Jahrzehnt entstand.

Trotz dieser immensen Produktion verkaufte er zu Lebzeiten nur ein einziges Gemälde: „Der rote Weinberg bei Arles“. Die belgische Malerin Anna Boch erwarb es 1890, nur wenige Monate vor van Goghs Tod. Sie zahlte 400 Francs – heute etwa 2.000 Dollar – für das Werk und wurde so, ohne es zu wissen, zur einzigen lebenden Sammlerin eines van Gogh.
Wie dem auch sei, anscheinend ist es auch mir nicht vergönnt meine Beiträge noch zu Lebzeiten zu "verkaufen".

"Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, daß sie in Stücke sprang und erlosch. »Ich komme zu früh«, sagte er dann, »ich bin noch nicht an der Zeit. Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert – es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen. Blitz und Donner brauchen Zeit, das Licht der Gestirne braucht Zeit, Taten brauchen Zeit, auch nachdem sie getan sind, um gesehn und gehört zu werden."
Nietzsche .. Die fröhliche Wissenschaft


Ob ich dazu ebenfalls noch zu früh komme, sei allerdings dahin gestellt.




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RosiG2
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So 21. Jun 2026, 01:00

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 15:49
....

Nebenbei: Die biologische und kulturelle Evolution haben sich wahnsinnig (oops!) viel Mühe gegeben, uns so zu schaffen, dass wir uns erstaunlich gut in andere hineinversetzen können. Sie haben uns so gebaut, dass beispielweise unsere Gefühle im Großen und Ganzen etwas „strukturell expressives und sozial lesbares“ sind und für andere erkennbar bleiben – und dass sie zudem ansteckend sein können. Mit anderen Worten: unsere Gefühle sind im Großen und Ganzen auch etwas Öffentliches. Aus diesem und vielen anderen Gründen leben wir in einem gemeinsamen Raum des öffentlichen und objektiven Sinns. Wenn jemand nachts x-mal aufsteht, um Blumenampeln zu richten, dann wissen wir einfach sofort, dass hier etwas nicht stimmt. Und die Leute, die das tun, wissen es auch.
Mit solch zwanghaften "Aufgaben" ist vermutlich nicht möglich, sich anders als über die Erklärung "Zwang" zu nähern, wenn der betreffende Mensch es selbst noch als Zwang erlebt.

Ich schätze auch, dass sich jeder täglich mehrfach gegen solche Zwangsvorstellungen erwehrt, indem er dann jeweils "Vernunft" benutzt. Wenn man die Dinge aber plötzlich auf ein ganz anderes Fundament stellt, verändert sich sehr viel Beziehungsgewerk und die Erscheinungen bekommen andere Bedeutungen.



Ich bin zwar weich, aber darin bin ich knallhart!

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Flame
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So 21. Jun 2026, 02:56

Alles kommt mir oft so unwirklich vor.
Deshalb versuche ich, es in die Welt hinauszuschreien!
Irgendeiner muss es doch hören!!!!
Irgendeiner muss doch genauso fühlen!!!
Oder bin ich wirklich allein auf dieser Welt?

Typische Merkmale einer Derealisation

Gefühl, dass die Umgebung unwirklich, fremd oder künstlich wirkt
Eindruck, als würde man die Welt durch eine Glasscheibe, einen Schleier oder Nebel wahrnehmen
Gefühl, als wäre man in einem Traum, Film oder Computerspiel
Vertraute Orte, Menschen oder Gegenstände wirken seltsam oder unbekannt
Farben erscheinen blasser oder unnatürlich intensiv
Geräusche wirken gedämpft, entfernt oder verzerrt
Das Zeitempfinden kann verändert sein – die Zeit vergeht ungewöhnlich schnell oder langsam
Schwierigkeiten, sich emotional mit der Umgebung verbunden zu fühlen
Gefühl von innerer Distanz oder Entfremdung zur Außenwelt
Wahrnehmung der Umgebung kann zweidimensional, flach oder „unecht“ erscheinen
Häufig begleitet von Angst, Verunsicherung oder dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren
Betroffene fragen sich oft: „Bin ich verrückt?“ oder „Verliere ich den Verstand?"

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Flame
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So 21. Jun 2026, 06:47

Ich hatte einmal das Gefühl, in das absolute Chaos geblickt zu haben.

Nicht in ein Chaos aus Lärm oder Zerstörung – sondern in die Erkenntnis, dass nichts Bestand hat.

Keine Gewissheit. Keine Sicherheit. Keine feste Identität. Keine Ordnung, die für immer bleibt.

Für einen Moment fühlte es sich an, als würde sich die gesamte Wirklichkeit auflösen. Als würden selbst Raum, Zeit und das eigene Ich ihren Halt verlieren.

Das war die größte Angst, die ich je erlebt habe.

Vielleicht ist das die wahre Hölle: nicht Schmerz oder Strafe, sondern die ständige Erfahrung radikaler Unbeständigkeit.

Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr erkannte ich ein Paradox:

Vielleicht wäre auch das Gegenteil die Hölle.

Stell dir eine Wirklichkeit vor, in der alles vollkommen geordnet ist.

Jeder Gedanke steht fest. Jede Entscheidung ist vorbestimmt. Jede Begegnung unveränderlich. Keine Überraschungen. Keine Entwicklung. Keine Freiheit.

Nichts geht verloren – aber nichts kann entstehen.

Nichts zerfällt – aber nichts lebt.

Wenn absolutes Chaos die Auflösung aller Strukturen ist, dann ist absolute Ordnung ihre Erstarrung.

Das eine nimmt dem Bewusstsein jeden Halt.

Das andere jede Möglichkeit.

Das eine löst das Ich auf.

Das andere sperrt es ein.

Vielleicht braucht Bewusstsein weder absolute Ordnung noch absolutes Chaos.

Vielleicht entsteht Leben genau dazwischen – dort, wo genug Stabilität vorhanden ist, damit Vertrauen wachsen kann, und genug Offenheit, damit Veränderung möglich bleibt.

Vergänglichkeit bedeutet nicht Bedeutungslosigkeit.

Ein Musikstück endet – und berührt uns trotzdem.

Eine Begegnung vergeht – und verändert unser Leben.

Ein Mensch entwickelt sich weiter – und bleibt dennoch er selbst.

Vielleicht entsteht Sinn nicht trotz der Unbeständigkeit, sondern gerade durch sie.

Und vielleicht entsteht Freiheit nicht durch grenzenlose Möglichkeiten oder völlige Sicherheit, sondern durch das fragile Gleichgewicht zwischen beiden.

Falls du ähnliche Erfahrungen gemacht hast – mit Derealisation, dem Gefühl des Kontrollverlusts oder existenzieller Angst – dann bist du nicht allein.

Manchmal fühlen sich Chaos oder Ordnung absolut an. Doch Gefühle sind nicht immer die ganze Wirklichkeit.

Vielleicht liegt das Menschliche genau in der Mitte: zwischen Auflösung und Erstarrung, zwischen Zufall und Determination, zwischen Angst und Vertrauen.



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Flame
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So 21. Jun 2026, 07:05

Die Matrix ist nicht unser Feind!
Im Gegenteil!!!
Sie schützt uns vor totaler Auflösung und vor totaler Erstarrung!!!
Stellt es euch als eine Art universelles Betriebssystem vor!!!
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RosiG2 hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 01:00
Mit solch zwanghaften "Aufgaben" ist vermutlich nicht möglich, sich anders als über die Erklärung "Zwang" zu nähern, wenn der betreffende Mensch es selbst noch als Zwang erlebt.
Wenn es ein Zwang ist, dann ist es ein Zwang, auch wenn man es nicht als solchen erlebt. Es kann sogar noch viel schlimmer sein, weil ohne den Leidensdruck ggf. die Motivation schwindet, die missliche Situation zu beheben und sich z.b. in eine Behandlung zu begeben.



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So 21. Jun 2026, 08:31

Als Herr K. im Mai im Park vor der Schönheit der Butterblume erschrak, wusste er sich nicht zu helfen. Er nestelte sein Handy aus der Hose, schrieb einen seiner großen Texte über die Unendlichkeit und ihre Gegenspieler und übergab ihn der Welt. Die Farbe der Butterblume hatte er längst vergessen.



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Timberlake
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So 21. Jun 2026, 12:17

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 08:31
Als Herr K. im Mai im Park vor der Schönheit der Butterblume erschrak, wusste er sich nicht zu helfen. Er nestelte sein Handy aus der Hose, schrieb einen seiner großen Texte über die Unendlichkeit und ihre Gegenspieler und übergab ihn der Welt. Die Farbe der Butterblume hatte er längst vergessen.
Als Herr K. im Mai im Park vor der Schönheit der Butterblume erschrak?
Flame hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 06:47
Ich hatte einmal das Gefühl, in das absolute Chaos geblickt zu haben.
Oder auch als Flame, wie ich einmal annehme, über das Gefühl erschrak, in das absolute Chaos geblickt zu haben? So war das doch gleich was? Wahnsinn oder Vernunft?


Wenn daraufhin Herr K. sein Handy aus der Hose nestelte und einen seiner großen Texte über die Unendlichkeit und ihre Gegenspieler schrieb und nicht zu vegessen ihn der Welt übergab,

Flame hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 06:47

Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr erkannte ich ein Paradox:

Vielleicht wäre auch das Gegenteil die Hölle.
.. oder auch Flame seinen großen Text über ein solches Paradox, sollten wir dann nicht, für den Fall, dass das Wahnsinn war, nicht für diesen Wahnsinn dankbar sein?
Flame hat geschrieben :
Fr 19. Jun 2026, 07:29


Der Wahnsinn öffnet Türen.

Ein Wahnsinn, der tatsächlich Türen für Großes öffnet?




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Das Chaos kann man nicht erblicken.



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Di 23. Jun 2026, 11:44

Timberlake hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 12:17
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 08:31
Als Herr K. im Mai im Park vor der Schönheit der Butterblume erschrak, wusste er sich nicht zu helfen. Er nestelte sein Handy aus der Hose, schrieb einen seiner großen Texte über die Unendlichkeit und ihre Gegenspieler und übergab ihn der Welt. Die Farbe der Butterblume hatte er längst vergessen.
Als Herr K. im Mai im Park vor der Schönheit der Butterblume erschrak?
Flame hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 06:47
Ich hatte einmal das Gefühl, in das absolute Chaos geblickt zu haben.
Oder auch als Flame, wie ich einmal annehme, über das Gefühl erschrak, in das absolute Chaos geblickt zu haben? So war das doch gleich was? Wahnsinn oder Vernunft?


Wenn daraufhin Herr K. sein Handy aus der Hose nestelte und einen seiner großen Texte über die Unendlichkeit und ihre Gegenspieler schrieb und nicht zu vegessen ihn der Welt übergab,

Flame hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 06:47

Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr erkannte ich ein Paradox:

Vielleicht wäre auch das Gegenteil die Hölle.
.. oder auch Flame seinen großen Text über ein solches Paradox, sollten wir dann nicht, für den Fall, dass das Wahnsinn war, nicht für diesen Wahnsinn dankbar sein?
Flame hat geschrieben :
Fr 19. Jun 2026, 07:29


Der Wahnsinn öffnet Türen.

Ein Wahnsinn, der tatsächlich Türen für Großes öffnet?
Nicht jeder Wahnsinn öffnet Türen! Man muss ihn stets auch von Irrsinn und/oder Schwachsinn unterscheiden. Irrsinn und Schwachsinn können auf den ersten Blick vernünftig wirken!



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Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 13:53
Das Chaos kann man nicht erblicken.
Genau, allein der Versuch zerreisst deinen Verstand in Tausend Stücke. :)



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Di 23. Jun 2026, 15:37

Würde gerne wissen, auf welchem Trip Hieronymus Bosch war!!! :)
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Di 23. Jun 2026, 16:23

Flame hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 15:15
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 13:53
Das Chaos kann man nicht erblicken.
Genau, allein der Versuch zerreisst deinen Verstand in Tausend Stücke. :)
"Das Chaos" ist kein empirischer Gegenstand.



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Mi 24. Jun 2026, 03:19

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 16:23
Flame hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 15:15
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 21. Jun 2026, 13:53
Das Chaos kann man nicht erblicken.
Genau, allein der Versuch zerreisst deinen Verstand in Tausend Stücke. :)
"Das Chaos" ist kein empirischer Gegenstand.
Eben, weil jede Empirie versagt.
Es ist absolut nutzlos und ausgeschlossen, dem Chaos einen Sinn zu entlocken!!!
Es ist absolut gottlos und die Negation allen Seins!!!
Kein Verstand, kein Geist, keine Seele übersteht das pure Chaos, egal wie stark man sich fühlt!!!
Totale Auslöschung des Seins!!!
Deshalb haltet Euch irgendwo fest!!!
Gott sieht Euch!!!



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