Probleme oder nicht?

Mit Beginn der 1920er Jahre bilden sich in der deutschen Philosophie die Disziplinen der Philosophischen Anthropologie und der Lebensphilosophie aus, deren Grundfragen in den 1990er Jahren eine Renaissance erleben.
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AufDerSonne
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Mi 24. Mai 2023, 21:15

Wieso kann ein Mensch, der sich im klaren ist über seine Probleme, nicht augenblicklich sein Leben zum Guten ändern?



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AufDerSonne
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Do 25. Mai 2023, 08:07

Ich denke, das Problem mit den Problemen ist, dass man das Problem wirklich erkannt hat.

Oft ist es ja so, dass man ein Problem gar nicht richtig versteht. Sobald man ein Problem versteht, hat man oft schon die Lösung.
Wenigstens ist es in der Mathematik so. Wenn man das Problem verstanden hat, ist die Lösung eigentlich schon da.

Aber ich meine hier mehr Lebensprobleme. Ich kenne drum jemanden, der im Moment ziemlich viele Probleme hat.
Wieso kann sie die Probleme nicht lösen? Übrigens zähle ich mich selbst auch dazu. Ich habe auch viele Probleme und kann sie nicht lösen (zur Zeit).

Hast du Probleme, musst du sie lösen. :D Das so ein lapidarer Spruch, den ich noch witzig finde.
Gibt es Menschen, die keine Probleme haben? Also problemlos glücklich? Wäre das normal?
Schaltet das Gehirn, wenn jemand sagt, er habe Probleme, nicht automatisch in den Verteidigungsmodus? Mit dem will ich nichts zu tun haben?



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Jörn Budesheim
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AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 24. Mai 2023, 21:15
Wieso kann ein Mensch, der sich im klaren ist über seine Probleme, nicht augenblicklich sein Leben zum Guten ändern?
Ich meine, das wird in der Philosophie unter dem Begriff "Willensschwäche" (akrasia) behandelt. Hier ein Lexikonartikel dazu: https://www.spektrum.de/lexikon/philoso ... aeche/2235




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AufDerSonne
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Do 25. Mai 2023, 09:00

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Do 25. Mai 2023, 08:32
Ich meine, das wird in der Philosophie unter dem Begriff "Willensschwäche" (akrasia) behandelt.
Ein interessanter Begriff. Er hilft mir, mein Problem besser einzuordnen.
Und ich habe gerade wieder einmal in, die Welt als Wille und Vorstellung, gelesen.
Aber! Der Wille hat ein Ziel. Ich denke, willensschwache Personen sind sich über ihr Ziel nicht gut bewusst.



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Jörn Budesheim
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AufDerSonne hat geschrieben :
Do 25. Mai 2023, 09:00
Ich denke, willensschwache Personen sind sich über ihr Ziel nicht gut bewusst.
Dann meinst du wahrscheinlich etwas anderes als ich dachte. Unter Willensschwäche würde ich verstehen, dass jemand eigentlich weiß, was zu tun ist, es aber unterlässt oder etwas anderes vorzieht.




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AufDerSonne
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Do 25. Mai 2023, 14:41

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Do 25. Mai 2023, 11:10
Dann meinst du wahrscheinlich etwas anderes als ich dachte. Unter Willensschwäche würde ich verstehen, dass jemand eigentlich weiß, was zu tun ist, es aber unterlässt oder etwas anderes vorzieht.
Das ist die Definition von Willensschwäche. Das ist richtig.
Ich habe eigentlich schon auf die Frage geantwortet, was der Grund sein könnte für Willensschwäche.
Ein möglicher Grund wäre doch, dass man sich über das Ziel der Handlungen zu wenig bewusst ist.

Der Wille ist der Weg zum Ziel.



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Jörn Budesheim
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Deswegen denke ich ja, dass du ein anderes Thema hast als Willensschwäche :-)




Timberlake
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Do 25. Mai 2023, 23:08

AufDerSonne hat geschrieben :
Do 25. Mai 2023, 14:41

Der Wille ist der Weg zum Ziel.
.. wenn es denn nur so einfach wäre.

Beispiel

Das Problem Alterschwäche , also der Abbau körperlicher Funktionen mit zunehmendem Alter .

Sicherlich kann man mit einem starken Willen diesen Prozess hinauszögern. Beispielweise in dem man sich .. "von daher" .. zu einer gesunden Ernährung und körperlichen Ativitäten zwingt . Gleichwohl letzendlich lösen lässt sich das Problem nicht.

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Do 25. Mai 2023, 08:32
AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 24. Mai 2023, 21:15
Wieso kann ein Mensch, der sich im klaren ist über seine Probleme, nicht augenblicklich sein Leben zum Guten ändern?
Ich meine, das wird in der Philosophie unter dem Begriff "Willensschwäche" (akrasia) behandelt. Hier ein Lexikonartikel dazu: https://www.spektrum.de/lexikon/philoso ... aeche/2235
  • "Inwiefern akratische Handlungen erklärungsbedürftig sind, verdeutlicht Davidson mit folgenden drei Prinzipien: P1: ˲Wenn ein Handelnder x in höherem Maße wünscht als y und er glaubt frei zu sein, entweder x oder y zu tun, dann wird er x absichtlich vollziehen, wenn er entweder x oder y absichtlich tut˱. P2: ˲Wenn ein Handelnder urteilt, dass es besser wäre, x zu tun als y, dann will er x in höherem Maße tun als y.˱ Beide Prinzipien zusammen sagen aus, dass rationale Personen mit ihren Handlungen genau das anstreben, was sie für gut halten. Dies führt jedoch mit P3: ˲Es gibt willensschwache Handlungen˱ zumindest prima facie zu einem Widerspruch, weil akratische Handlungen unter der Voraussetzung, dass die obigen rationalen Handlungsprinzipien gültig sind, direkt ausgeschlossen zu sein scheinen"
In diesem Zusammenhang trage ich einmal für x und y ein ...

P1: ˲Wenn ein Handelnder eine gesundere Ernährung und körperlichen Ativitäten in einem höherem Maße wünscht als dessen Gegenteil und er glaubt frei zu sein , entweder das Eine oder das Andere zu tun, dann wird er eine gesundere Ernährung und körperlichen Ativitäten absichtlich vollziehen, wenn er entweder das Eine oder das Andere absichtlich tut.
P2: ˲Wenn ein Handelnder urteilt, dass es besser wäre eine gesundere Ernährung und körperlichen Ativitäten zu tun , als dessen Gegenteil , dann will er eine gesundere Ernährung und körperlichen Ativitäten in höherem Maße tun , als dessen Gegenteil
P3: ˲Es gibt willensschwache Handlungen˱ zumindest prima facie zu einem Widerspruch, weil akratische Handlungen unter der Voraussetzung, dass die obigen rationalen Handlungsprinzipien gültig sind, direkt ausgeschlossen zu sein scheinen"

Frage : Warum gibt es dann y, also das Gegenteil von einer gesunden Ernährung und körperlichen Ativitäten? Oder anders gefragt , wieso kann ein Mensch, der sich im klaren über seine problematische Lebensweise ist , dem nicht augenblicklich mit einer gesunden Ernährung und körperlichen Ativitäten begegnen und damit augenblicklich sein Leben zum Guten ändern ?




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AufDerSonne
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Fr 26. Mai 2023, 08:51

AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 24. Mai 2023, 21:15
Wieso kann ein Mensch, der sich im klaren ist über seine Probleme, nicht augenblicklich sein Leben zum Guten ändern?
Ich denke auch, Willensschwäche ist nur eine mögliche Antwort auf meine Frage.
Das Problem geht tiefer. Es hat zum Beispiel auch mit Aktivität zu tun. Eine aktive Person wird wahrscheinlich ihre Lebensumstände schneller ändern können als eine passive.
Es hat auch mit Charakter zu tun und wie gut man sich kennt. Dass man weiss an welcher Schraube man drehen muss usw.



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infinitum
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Fr 26. Mai 2023, 21:35

AufDerSonne hat geschrieben :
Fr 26. Mai 2023, 08:51
AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 24. Mai 2023, 21:15
Wieso kann ein Mensch, der sich im klaren ist über seine Probleme, nicht augenblicklich sein Leben zum Guten ändern?
Ich denke auch, Willensschwäche ist nur eine mögliche Antwort auf meine Frage.
Das Problem geht tiefer. Es hat zum Beispiel auch mit Aktivität zu tun. Eine aktive Person wird wahrscheinlich ihre Lebensumstände schneller ändern können als eine passive.
Es hat auch mit Charakter zu tun und wie gut man sich kennt. Dass man weiss an welcher Schraube man drehen muss usw.
Vielleicht ist es auch einfach Angst vor Veränderung.



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Timberlake
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Sa 27. Mai 2023, 01:21

transfinitum hat geschrieben :
Fr 26. Mai 2023, 21:35
AufDerSonne hat geschrieben :
Fr 26. Mai 2023, 08:51
AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 24. Mai 2023, 21:15
Wieso kann ein Mensch, der sich im klaren ist über seine Probleme, nicht augenblicklich sein Leben zum Guten ändern?
Ich denke auch, Willensschwäche ist nur eine mögliche Antwort auf meine Frage.
Das Problem geht tiefer. Es hat zum Beispiel auch mit Aktivität zu tun. Eine aktive Person wird wahrscheinlich ihre Lebensumstände schneller ändern können als eine passive.
Es hat auch mit Charakter zu tun und wie gut man sich kennt. Dass man weiss an welcher Schraube man drehen muss usw.
Vielleicht ist es auch einfach Angst vor Veränderung.
Um dazu auf mein Beispiel im Beitrag 64979 zurück zu kommen und zwar ein Problem durch eine gesunde Lebensweise und durch körperlichen Aktivitäten zu lösen , würde ich diese Angst vor Veränderung ausschließen. Ganz anders, wenn durch das Drehen an der Schraube , gutes und alt bewährtes in Frage gestellt wird , wie beispielsweise das , womit man bisher seine Brötchen verdient hat . Wer würde auf Grund einer Insolvenz , mit dem Problem einer Kündigung konfrontiert, nicht Angst vor Veränderung haben? Insbesondere wenn man ein Alter erreicht hat, wo das besagte Drehen an der Schraube zumindest diesbezüglich doch schon sehr eingeschränkt ist. Eine "jüngere" Person wird wahrscheinlich ihre Lebensumstände schneller ändern können als eine "ältere" .




Burkart
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Sa 27. Mai 2023, 10:16

transfinitum hat geschrieben :
Fr 26. Mai 2023, 21:35
AufDerSonne hat geschrieben :
Fr 26. Mai 2023, 08:51
AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 24. Mai 2023, 21:15
Wieso kann ein Mensch, der sich im klaren ist über seine Probleme, nicht augenblicklich sein Leben zum Guten ändern?
Ich denke auch, Willensschwäche ist nur eine mögliche Antwort auf meine Frage.
Das Problem geht tiefer. Es hat zum Beispiel auch mit Aktivität zu tun. Eine aktive Person wird wahrscheinlich ihre Lebensumstände schneller ändern können als eine passive.
Es hat auch mit Charakter zu tun und wie gut man sich kennt. Dass man weiss an welcher Schraube man drehen muss usw.
Vielleicht ist es auch einfach Angst vor Veränderung.
Oder auch der Wunsch danach, z.B. auch z.T. bei mir; wie Timberlake schon meinte, mögen Ältere es tendenziell weniger als Jüngere.
Bzw. wünscht man sich eine Änderung zum Besseren, nur leider ist das "Bessere" oft nicht das, wie ich es mir vorstelle, sondern wie es sich Andere vorstellen und versuchen durchzusetzen aufgrund ihrer anderen Werte u.ä.



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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AufDerSonne
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Sa 27. Mai 2023, 11:09

Burkart hat geschrieben :
Sa 27. Mai 2023, 10:16
Oder auch der Wunsch danach, z.B. auch z.T. bei mir; wie Timberlake schon meinte, mögen Ältere es tendenziell weniger als Jüngere.
Bzw. wünscht man sich eine Änderung zum Besseren, nur leider ist das "Bessere" oft nicht das, wie ich es mir vorstelle, sondern wie es sich Andere vorstellen und versuchen durchzusetzen aufgrund ihrer anderen Werte u.ä.
Kann es sein, dass ältere Menschen die Veränderungen im Leben manchmal gar nicht mehr richtig wahrnehmen, da sie so viel Lebenserfahrung haben?
Man ändert sich, aber ist es sich so stark gewohnt sich zu ändern, dass man es gar nicht merkt?

Ich weiss nicht. Ich denke, das hat nicht viel mit dem Alter zu tun. Und oft muss man es schmerzlich erfahren, wenn man sich nicht ändern will. Dann halt unter Schmerzen.

Zum zweiten Satz. Nun, dann setze dich durch! Dazu muss man aber überzeugt sein von seinen Werten.



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Burkart
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Sa 27. Mai 2023, 16:13

AufDerSonne hat geschrieben :
Sa 27. Mai 2023, 11:09
Burkart hat geschrieben :
Sa 27. Mai 2023, 10:16
Oder auch der Wunsch danach, z.B. auch z.T. bei mir; wie Timberlake schon meinte, mögen Ältere es tendenziell weniger als Jüngere.
Bzw. wünscht man sich eine Änderung zum Besseren, nur leider ist das "Bessere" oft nicht das, wie ich es mir vorstelle, sondern wie es sich Andere vorstellen und versuchen durchzusetzen aufgrund ihrer anderen Werte u.ä.
Kann es sein, dass ältere Menschen die Veränderungen im Leben manchmal gar nicht mehr richtig wahrnehmen, da sie so viel Lebenserfahrung haben?
Man ändert sich, aber ist es sich so stark gewohnt sich zu ändern, dass man es gar nicht merkt?
Das kann ich nicht nachvollziehen. Konstante Dinge nimmt man oft bewusst nicht mehr wahr, aber Änderungen? Auch unsere Lebenserfahrung beruht doch auf unzähligen Erfahrungen, quasi unsere persönlichen Weltsicht-Aspekte.
Z.B. bemängelt Ältere gerade, dass sie sich diskrminiert fühlen, weil sie, nicht online seiend, einige Dinge gar nicht mehr (gut) machen können, z.B. (Online-)Banking. Auch dieses Deutschland-Ticket gibt es z.T. nur noch digital, das nervt mich auch schon - was, wenn das Handy gerade kaputt geht, der Akku leer ist o.ä.? Ein Ticket in Zettelform ging jahrzehnte lang gut und (relativ) sicher.
Ich weiss nicht. Ich denke, das hat nicht viel mit dem Alter zu tun. Und oft muss man es schmerzlich erfahren, wenn man sich nicht ändern will. Dann halt unter Schmerzen.
Letzteres sicher. Aber muss man sich wirklich zwingen lassen, so viel Änderungen mitzumachen, die z.T. einfach mehr Umstand bedeuten für viele (ältere) Menschen?
Zum zweiten Satz. Nun, dann setze dich durch! Dazu muss man aber überzeugt sein von seinen Werten.
Wie denn, wenn z.B. in den öffentlichen Medien andere vertreten und so weit verbreitet werden? Z.B. mit dem Gendern...



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Jörn Budesheim
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Sa 27. Mai 2023, 20:37

AufDerSonne hat geschrieben :
Fr 26. Mai 2023, 08:51
Ich denke auch, Willensschwäche ist nur eine mögliche Antwort auf meine Frage.
Der Ausdruck "Willensschwäche" sollte eigentlich keine Antwort auf die Frage sein, sondern ein Hinweis, unter welchem Stichwort man in der Philosophie eventuell Texte dazu findet. Daher auch der Link zu dem Lexikonartikel.




Timberlake
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So 28. Mai 2023, 01:09

AufDerSonne hat geschrieben :
Sa 27. Mai 2023, 11:09
Burkart hat geschrieben :
Sa 27. Mai 2023, 10:16
Oder auch der Wunsch danach, z.B. auch z.T. bei mir; wie Timberlake schon meinte, mögen Ältere es tendenziell weniger als Jüngere.
Bzw. wünscht man sich eine Änderung zum Besseren, nur leider ist das "Bessere" oft nicht das, wie ich es mir vorstelle, sondern wie es sich Andere vorstellen und versuchen durchzusetzen aufgrund ihrer anderen Werte u.ä.
Kann es sein, dass ältere Menschen die Veränderungen im Leben manchmal gar nicht mehr richtig wahrnehmen, da sie so viel Lebenserfahrung haben?
Könnte es vielleicht aber auch sein , dass ältere Menschen die Veränderungen im Leben manchmal gar nicht mehr richtig wahrnehmen, da sie so so viel Lebenserfahrung und in folge dessen Verstand haben?
AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 24. Mai 2023, 21:15
Wieso kann ein Mensch, der sich im klaren ist über seine Probleme, nicht augenblicklich sein Leben zum Guten ändern?
In sofern ich bei der Beantwortung dieser Frage zwischen Menschen mit "Herz" und Menschen mit Lebenserfahrung und "Verstand" unterscheiden würde.




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AufDerSonne
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So 28. Mai 2023, 11:33

Burkart hat geschrieben :
Sa 27. Mai 2023, 16:13
Das kann ich nicht nachvollziehen. Konstante Dinge nimmt man oft bewusst nicht mehr wahr, aber Änderungen? Auch unsere Lebenserfahrung beruht doch auf unzähligen Erfahrungen, quasi unsere persönlichen Weltsicht-Aspekte.
Z.B. bemängelt Ältere gerade, dass sie sich diskrminiert fühlen, weil sie, nicht online seiend, einige Dinge gar nicht mehr (gut) machen können, z.B. (Online-)Banking. Auch dieses Deutschland-Ticket gibt es z.T. nur noch digital, das nervt mich auch schon - was, wenn das Handy gerade kaputt geht, der Akku leer ist o.ä.? Ein Ticket in Zettelform ging jahrzehnte lang gut und (relativ) sicher.
Ich weiss nicht. Ich denke, das hat nicht viel mit dem Alter zu tun. Und oft muss man es schmerzlich erfahren, wenn man sich nicht ändern will. Dann halt unter Schmerzen.
Letzteres sicher. Aber muss man sich wirklich zwingen lassen, so viel Änderungen mitzumachen, die z.T. einfach mehr Umstand bedeuten für viele (ältere) Menschen?
Ich bin froh, dass du konkrete Dinge ins Spiel bringst. Denn meine Fragestellung ist sehr allgemein.
Aber sind diese Online-Sachen nicht einfach auch der Geist des Fortschritts? Gab es solche Änderungen nicht schon immer, im Moment vielleicht etwas mehr als sonst, wegen dem Internet?

Meine Frage zielt mehr darauf ab, wieso man manchmal Handlungsunfähig ist, obschon man wüsste, was man ändern müsste.



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So 28. Mai 2023, 11:36

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 27. Mai 2023, 20:37
Der Ausdruck "Willensschwäche" sollte eigentlich keine Antwort auf die Frage sein, sondern ein Hinweis, unter welchem Stichwort man in der Philosophie eventuell Texte dazu findet. Daher auch der Link zu dem Lexikonartikel.
Ja, aber wenn man sein Leben nicht ändert, obschon man wüsste wie, dann muss das nicht Willensschwäche sein.
Vielleicht wird man zum Beispiel von den anderen daran gehindert?



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AufDerSonne
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So 28. Mai 2023, 11:38

Timberlake hat geschrieben :
So 28. Mai 2023, 01:09
AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 24. Mai 2023, 21:15
Wieso kann ein Mensch, der sich im klaren ist über seine Probleme, nicht augenblicklich sein Leben zum Guten ändern?
In sofern ich bei der Beantwortung dieser Frage zwischen Menschen mit "Herz" und Menschen mit Lebenserfahrung und "Verstand" unterscheiden würde.
Was ist, wenn ich mein Leben aufgrund von einer Überzeugung ändere? Ich bin mir sicher, dass es so sein muss und nicht so, wie es aktuell ist?
Wäre das Herz oder Verstand?



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Mo 29. Mai 2023, 01:40

AufDerSonne hat geschrieben :
So 28. Mai 2023, 11:38
Timberlake hat geschrieben :
So 28. Mai 2023, 01:09
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Mi 24. Mai 2023, 21:15
Wieso kann ein Mensch, der sich im klaren ist über seine Probleme, nicht augenblicklich sein Leben zum Guten ändern?
In sofern ich bei der Beantwortung dieser Frage zwischen Menschen mit "Herz" und Menschen mit Lebenserfahrung und "Verstand" unterscheiden würde.
Was ist, wenn ich mein Leben aufgrund von einer Überzeugung ändere? Ich bin mir sicher, dass es so sein muss und nicht so, wie es aktuell ist?
Wäre das Herz oder Verstand?
Kommt ganz drauf an , von was die Überzeugung ausgeht . Hat sie ihren Ursprung im Herz oder im Verstand. Zielführend ist sicherlich beides.




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