Dynamis hat geschrieben : ↑ Do 2. Jul 2026, 11:14
Timberlake hat geschrieben : ↑ Mi 1. Jul 2026, 15:05
Wenn nicht, hätte Consul recht. Dann wäre das Denken tatsächlich auf seinen mechanischen Aspekt reduziert. Also das man nichts weiter tut, als auf seiner Tastatur herumzutippen.
Das ist natürlich ein Fehlschluss. Nehmen wir an, du liest meinen Diskussionsbeitrag jetzt nicht, weil du keinen Bock mehr darauf hast ständig meine nörgelnden Anmerkungen über dich ergehen zu lassen. Dann stimmt meine Aussage, dass dir ein Fehlschluss unterlaufen ist, trotzdem und ist nicht bloß auf "seinen mechanischen Aspekt reduziert".
Um das einmal dementsprechend zu übersetzen ..
spektrum.de hat geschrieben :
Metzler Lexikon Philosophie
Fehlschluss
Ein deduktiver F. ist ein Argument, das nicht wahrheitserhaltend ist, bei dem also der Fall eintreten kann, dass die Prämissen wahr sind, die Konklusion jedoch falsch ist. z.B. ist folgender Schluss nicht gültig:
Bsp.: 1. wenn Johannes Malaria hat, dann hat er Fieber; 2. Johannes hat Fieber; 3. also hat er Malaria; die Wenn-dann-Aussage der ersten Prämisse ist gültig, ebenso (möglicherweise) die Feststellung der 2. Prämisse, ohne dass die Konklusion richtig sein muss, denn Johannes könnte ebensogut eine Lungenentzündung haben, die das Fieber hervorruft
1. Ich habe keinen Bock mehr darauf, ständig deine nörgelnden Anmerkungen über mich ergehen zu lassen.Deshalb lese ich deinen Beitrag nicht.
2. Ich lese deinen Beitrag nicht
3,. Also habe ich keinen Bock mehr darauf, ständig deine nörgelnden Anmerkungen über mich ergehen zu lassen.
Das hätte ich übrigens tatsächlich nur dann, wenn deine nörgelnden Anmerkungen über mich unbegründet sind. Was zumindest diesbezüglich, also diesem Fehschluss, tatsächlich nicht zutrifft. Vorausgesetzt natürlich, dass du dich so verstanden wissen willst.
1. Ich lese deinen Beitrag nicht , deshalb ist das Eintippen deines Beitrages auf "seinen mechanischen Aspekt reduziert".
2.dein Beitrag ist auf "einen mechanischen Aspekt reduziert".
3. also habe ich deinen Beitrag nicht gelesen
Und richtig, auch das würde demzufolge auf einen Fehschluss hinauslaufen. Denn wenn ein Beitrag auf "einen mechanischen Aspekt reduziert" ist , so könnte auch noch was anderes richtig sein, als das ich ihn nicht gelesen habe.
Timberlake hat geschrieben : ↑ Mi 1. Jul 2026, 15:05
Wenn man allerdings dieses Denken, wie und wo auch immer aufschreibt, dann sollte man das Aufgeschriebene allerdings dazu schon lesen ...
- "Eine Kommunikation kommt nur dann zustande, wenn jemand sieht, hört, liest – und so weit versteht, dass eine weitere Kommunikation anschließen könnte.“
Niklas Luhmann (1996, 14): Die Realität der Massenmedien.
.. und nicht zu vergessen , auch verstehen. Wenn nicht, hätte Consul recht. Dann wäre das Denken tatsächlich auf seinen mechanischen Aspekt reduziert. Also das man nichts weiter tut, als auf seiner Tastatur herumzutippen.
Spannend, im Hinblick der Frage Wer oder was ist "Ich"? , wäre alledings, welche weitere Kommunikation sich daran tatsächlich anschließen könnte. Sie wie sie u.U. dazu führen könnte, dass sich im Verlauf dessen, dieses "Ich" verändert.
Sei es nun zum Guten oder Schlechten.
Zum Beispiel wenn man diesen Beitrag zwar gelesen aber nicht verstanden hat. Allerdings würde Consul auch dann recht haben, dass das Denken desjenigen, dessen Beitrag nicht verstande wurde , dieses Denken auf einen eben solchen mechanischen Aspekt reduziert. Oder auch nicht. So wie sich infolge dieses Nichtverstehens, im Verlauf, einer sich daran anschließenden Kommunikation, das "Ich" verändert könnte.
Sei es jetzt zum Guten oder Schlechten.
Dann hätte das Denken desjenigen, der den Beitrag dazu auf seiner Tastatur eingetippt hat, lediglich nicht das bewirkt, was beabsichtigt war, möglicherweise sogar das ganze Gegenteil ..
Beispiel
welt.de hat geschrieben :
Wissenschafts-Podcast
Backfire-Effekt – Warum Argumente nicht immer überzeugen
Wenn Fakten das Weltbild bedrohen
Der Backfire-Effekt hängt eng mit dem Konzept der kognitiven Dissonanz zusammen. Diese entsteht, wenn neue Informationen nicht mit dem bestehenden Weltbild vereinbar sind. Da Menschen nach innerer Stimmigkeit streben, werden widersprechende Fakten oft nicht neutral geprüft, sondern als Angriff wahrgenommen. Die Folge kann sein, dass Korrekturen abgelehnt werden – besonders dann, wenn es um Themen geht, die emotional besetzt sind oder Teil der eigenen Identität geworden sind.
Übrigens!
Weil mit dem bestehenden Weltbild dieses Ichs unvereinbar, so kommt es mir mitunter tatsächlich so vor, als würde ich mit meinen Beiträgen einen solchen Backfire-Effekt auslösen.
Was allerdings mich so wahrnehmen lässt, wie von Consul beschrieben - als jemand der nichts weiter getan hat, als auf seiner Tastatur herumzutippen.