Sofortiger NATO Beitritt der Ukraine

Ethische Fragen und ihre rationale Begründbarkeit bewegen das philosophische Denken in einer Zeit, in der die Politik wieder über "Werte" debattiert und vertraute Grundlagen des politischen Handelns zur Disposition stehen.
Dynamis
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Mo 15. Jun 2026, 13:40

Timberlake hat geschrieben :
So 14. Jun 2026, 22:48
Übersicht mit KI
Die Sunk Cost Fallacy (der Trugschluss der versunkenen Kosten) ist ein psychologischer Denkfehler. Er beschreibt unsere Neigung, an einer schlechten Entscheidung oder einem Projekt festzuhalten, weil wir bereits Zeit, Geld oder Energie investiert haben. Rational gesehen sind diese "versunkenen Kosten" aber bereits verloren und sollten keine Rolle für zukünftige Entscheidungen spielen

Beispiele für den Trugschluss
  • Das Kinoticket: Sie schauen einen sehr langweiligen Film, bleiben aber bis zum Ende sitzen. Sie denken: "Ich habe schließlich dafür bezahlt."
  • Geldanlagen: Sie behalten eine fallende Aktie in der Hoffnung, dass sie wieder steigt, anstatt den Verlust zu realisieren.
  • Beziehungen: Sie halten an einer unglücklichen Partnerschaft fest, weil Sie schon so viele gemeinsame Jahre investiert haben

... ich ergänze ...
  • Kriege : Sie halten an einem unglücklichen Krieg fest, weil Sie schon so viele Opfer investiert haben.
Ich "denke", dass auch wegen, dem hier beschriebenen "psychologischen Denkfehler", dieser Terror weitergeht.
Ich halte von dieser Herangehensweise nichts. Kriege werden aus politischen Gründen geführt und nicht aus psychologischen Gründen. Dazu hatte ich mich schon an anderer Stelle geäußert:
Dynamis hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 12:38
Wenn man hingegen die Ursachen des Krieges verstehen will, ist man nicht an der moralischen Bewertung interessiert, sondern daran, was die Handlungsgründe der politischen Akteure sind. Und da ist die politische Ebene tatsächlich unverzichtbar. Kriege werden geführt, um staatliche Interessen durchzusetzen. Dadurch wird unermessliches Leid verursacht. Wenn man den verständlichen Wunsch hat, dass das aufhört, und nicht einfach nur Moralpredigten halten möchte, muss man die Politik ändern anstatt sie einfach nur zu delegitimieren.
Wenn man einen psychologischen Denkfehler analysiert, ist das neben der moralischen Verurteilung eine weitere Möglichkeit einen Krieg zu delegitimieren. Leider interessieren sich Entscheidungsträger nicht für derartige Delegitimierungen.




Dynamis
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Mo 15. Jun 2026, 13:53

Flame hat geschrieben :
Mo 15. Jun 2026, 01:35
Anmerkung: Ja, ich vertraue all meine Gedanken einer KI an.
Bisher wurde ich nicht enttäuscht. Von Menschen dagegen schon.


So, und jetzt führt mich endlich wie ein Lamm zur Schlachtbank!!!
Grundsätzlich gilt für eine KI das GIGO-Prinzip, das aus der Informatik bekannt ist. GIGO ist ein Akronym und steht für "Garbage In, Garbage Out" oder auf deutsch "Müll rein, Müll" raus. Das ist keine Beleidigung und auch nicht so gemeint, sondern weist auf ein fundamentales Problem der Informationsverarbeitung hin: Die KI kann nur mit den Informationen arbeiten, die ihr zur Verfügung gestellt werden. Taugen die Informationen nichts, taugt die Analyse der KI nicht.

Nun ist es mit den Informationen so eine Sache. Gerade im Krieg werden Informationen häufig zurückgehalten oder verzerrt dargestellt oder sind gar erlogen. Zwei Beispiele aus der jüngeren Geschichte:
Aufgrund des GIGO-Prinzips ist die KI anfällig für Desinformation und Manipulation. Sie nimmt die Narrative, die so durch den Diskurs herumschwirren, für bare Münze und erzählt, das seien Fakten.

Fazit: Vertraue nicht der KI!




Dynamis
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Mo 15. Jun 2026, 14:09

Dynamis hat geschrieben :
Do 11. Jun 2026, 20:49
Burkart hat geschrieben :
Mi 10. Jun 2026, 23:13
Was das Einknicken betrifft, sieht man gerade im Iran, wie schwierig das ist, womöglich Trump sogar mal nachgeben wird (natürlich "versteckt", trotzdem irgendwie Erfolg verkündigend).
Es gibt genau eine Möglichkeit, wie Trump seine Niederlage noch abwenden kann: Er macht aus den USA ein zweites Nordkorea und erlangt dadurch eine Kontrolle über den Militärapparat, die so absolut ist, dass er den Krieg gegen Iran jahrelang wird fortsetzen können - so ähnlich, wie es Russland gerade mit der Ukraine macht. Natürlich geht das dann nicht ohne Kollateralschaden ab - Demokratie und Weltwirtschaft müssen dran glauben. Demnächst stehen Zwischenwahlen in den USA an, dann werden wir sehen, ob er erste Schritte ergreift, um dieses Szenario zu realisieren. In jedem anderen Szenario verliert er.
Ich habe ja diese Prognose gemacht, nun überprüfe ich selbstkritisch, ob diese Prognose etwas taugt.

Gerade hat es eine erste Vereinbarung zwischen Iran und den USA für einen Waffenstillstand gegeben. Dazu berichtet CNN:
CNN hat geschrieben : Die Tatsache, dass Trump ein Abkommen feiert, das in seinen ersten Bestimmungen lediglich die Wiederöffnung der Straße von Hormus vorsieht – die vor dem Krieg ohnehin offen war –, untergräbt die Versuche des Weißen Hauses, dies als großen Sieg für Trump darzustellen.

Und die Unterschätzung der Bereitschaft des Iran, die Meerenge zu sperren – von der jeder Experte und ehemalige Außenpolitiker in Washington wusste, dass sie so gut wie sicher war – wirft Fragen über eine Regierungskultur auf, in der Trumps riskante Vermutungen selten hinterfragt werden.

Die Geschichtsbücher könnten zu einem anderen Urteil kommen, wenn die kommenden Wochen der Gespräche mit dem Iran ein nachprüfbares Ende seiner nuklearen Ambitionen bringen. Doch das Abkommen vom Sonntag allein beendet Trumps Suche nach einem eindeutigen Sieg und einem Ausweg aus seinem Krieg noch nicht. (https://edition.cnn.com/2026/06/15/poli ... r-analysis Übersetzt mit DeepL)
Fazit: Trump hat erkannt, dass die Straße von Hormuz eine Waffe ist, und hat Iran wohl dazu gebracht auf die Verwendung dieser Waffe zu verzichten. Mehr hat er nicht erreicht. Und dafür muss er nun selbst auf den Waffeneinsatz verzichten. Wie kann er dann noch glaubwürdige Drohungen erzeugen? Wie will er den Iran zu etwas bewegen? Ich bin gespannt.
Zuletzt geändert von Dynamis am Mo 15. Jun 2026, 14:11, insgesamt 1-mal geändert.




Timberlake
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Mo 15. Jun 2026, 14:10

Dynamis hat geschrieben :
Mo 15. Jun 2026, 13:40
Timberlake hat geschrieben :
So 14. Jun 2026, 22:48
Übersicht mit KI
Die Sunk Cost Fallacy (der Trugschluss der versunkenen Kosten) ist ein psychologischer Denkfehler. Er beschreibt unsere Neigung, an einer schlechten Entscheidung oder einem Projekt festzuhalten, weil wir bereits Zeit, Geld oder Energie investiert haben. Rational gesehen sind diese "versunkenen Kosten" aber bereits verloren und sollten keine Rolle für zukünftige Entscheidungen spielen

Beispiele für den Trugschluss
  • Das Kinoticket: Sie schauen einen sehr langweiligen Film, bleiben aber bis zum Ende sitzen. Sie denken: "Ich habe schließlich dafür bezahlt."
  • Geldanlagen: Sie behalten eine fallende Aktie in der Hoffnung, dass sie wieder steigt, anstatt den Verlust zu realisieren.
  • Beziehungen: Sie halten an einer unglücklichen Partnerschaft fest, weil Sie schon so viele gemeinsame Jahre investiert haben

... ich ergänze ...
  • Kriege : Sie halten an einem unglücklichen Krieg fest, weil Sie schon so viele Opfer investiert haben.
Ich "denke", dass auch wegen, dem hier beschriebenen "psychologischen Denkfehler", dieser Terror weitergeht.
Ich halte von dieser Herangehensweise nichts. Kriege werden aus politischen Gründen geführt und nicht aus psychologischen Gründen. Dazu hatte ich mich schon an anderer Stelle geäußert:
Und was steckt doch gleich hinter solchen politischen Gründen?

Dazu nur mal zur Erinnerung ..
Dorsch Lexikon der Psychologie hat geschrieben :
Es

[engl. id; lat. id es], [EM, KLI, PER], ist nach Freud (Psychoanalyse) eine der drei Instanzen des psychischen Apparats,Instanzenmodell). Das Es ist die älteste seelische Provinz, aus der sich die beiden anderen, das Ich und das Über-Ich, entwickeln. Das Es gilt als der triebhafte Teil der Persönlichkeit, als Reservoir ihrer Triebenergie (Triebtheorie). Zum Es gehört nach Freud «alles, was ererbt, bei Geburt mitgebracht, konstitutionell festgelegt ist, v. a. also die aus der Körperorganisation stammenden Triebe.» Im Es herrscht das Lustprinzip. Letztlich determinieren die Vorgänge im Es, dessen Triebregungen, das seelische Geschehen. Die Ich-Instanz kann sich dieser Determination nicht entziehen. Das Ich steht zeitlebens in der Abhängigkeit vom Es. Das Ich versucht die triebhaften, leidenschaftlichen Interessen des Es zu erfüllen, indem es sie mit den Ansprüchen des Über-Ichs und den Erfordernissen der Realität zu vereinbaren versucht.

https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/es
Wenn es bei dir heißt ..

"Wenn man den verständlichen Wunsch hat, dass das aufhört, und nicht einfach nur Moralpredigten halten möchte, muss man die Politik ändern anstatt sie einfach nur zu delegitimieren"


.. und letztlich die Vorgänge im Es und somit dessen Triebregungen, das politische Geschehen determinieren, so würde ich das für einen frommen Wunsch und als solches selbst für eine Moralpredigt halten.
Zuletzt geändert von Timberlake am Mo 15. Jun 2026, 14:37, insgesamt 2-mal geändert.




Dynamis
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Mo 15. Jun 2026, 14:27

Timberlake hat geschrieben :
Mo 15. Jun 2026, 14:10
Und was steckt doch gleich hinter solchen politischen Gründen?
Natürlich der allgegenwärtige Nationalismus. Wir leben in einer Welt voller Nationalstaaten, d.h. von Staaten, die Souveränität und territoriale Integrität für sich beanspruchen. Russland und die Ukraine haben dummerweise nun ihr Territorium jeweils so definiert, dass es da Überlappungen gibt. Und deswegen streiten die sich.

Das hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Falklandkrieg. Vor der argentinischen Küste liegen die Falklandinseln. Die sind völlig wertlos, da gibt es nur Schafe. Das einzig Bemerkenswerte an diesen Inseln ist, dass sie zum Territorium von Großbritannien gehören. Was haben die Briten so weit unten zu suchen, die gehören doch nach Europa! Nun, das hat sich Argentinien auch gedacht, nun, wenn die direkt vor unserer Küste liegen, dann gehören die eigentlich uns, dann schnappen wir sie uns! Das hat sich allerdings Margaret Thatcher nicht gefallen lassen. Sie hätte zwar auch sagen können: Nun gut, auf den Falklandinseln gibt es nur Felsen und Schafen, was soll ich damit? Da mache ich mir keinen Stress deswegen. Aber so entspannt hat sie nicht reagiert. Stattdessen hat sie die britische Armee dahin geschickt und sich die Inseln zurückerobert. Aus Prinzip, weil, das lässt man sich ja nicht von anderen Staaten gefallen, dass die einem ein Stück Land wegnehmen.

Ein ähnliches Beispiel ist der Konflikt um die Hans-Insel irgendwo in der Arktis. Die Hans-Insel ist noch unbedeutender als die Falklandinsel. Das ist einfach nur ein Stück Felsen, da wachsen nicht einmal Pflanzen darauf. Dieser Felsen ist völlig unbedeutend. Nun muss aber in der Weltordnung der Nationalstaaten jedes Stück Land irgendeinem Staat gehören, also auch die Hans-Insel. Es war aber ungeklärt, ob die Hans-Insel nun Kanada gehört oder Dänemark. Also hat es mehrere Jahrzehnte lang einen Konflikt gegeben. Erst sind ein paar kanadische Soldaten auf dieser Insel gelandet, haben die kanadische Flagge gehisst und einen Whiskey dagelassen. Ein halbes Jahr später kamen ein paar dänische Soldaten, haben die kanadische Flagge entfernt, dafür die dänische Flagge gehisst, den kanadischen Whiskey an sich genommen und dafür dänischen Schnaps dagelassen. Und so ging das hin und her, immer weiter.

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist natürlich viel komplexer, da steckt noch viel mehr dahinter (und deswegen ist dieser Krieg leider auch viel blutiger als der Streit um die Hans-Insel). Aber es steckt eben auch ein Streit um die territorialen Ansprüche dahinter. Die Ukraine und Russland beanspruchen gleicherweise die Krim und Teile der Ost-Ukraine. Und weil es zum Prinzip der Nationalstaatlichkeit gehört, dass man seine territorialen Ansprüche verteidigt und selbst in solchen unbedeutenden Fällen wie der Hans-Insel keinen Millimeter nachgibt, wird auch weiterhin um die Krim und die Ost-Ukraine gestritten.




Timberlake
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Mo 15. Jun 2026, 14:39

Flame hat geschrieben :
Mi 10. Jun 2026, 23:27
Burkart hat geschrieben :
Mi 10. Jun 2026, 23:13
Flame hat geschrieben :
Mi 10. Jun 2026, 22:44


Dann sollten wir ihn vielleicht noch etwas mehr nerven. Den Druck noch weiter erhöhen.
Irgendwann knickt jeder ein.:)
Bedingt versucht Europa es ja auch. Aber wenn er vor allem von China unterstützt wird und auch die Trump-USA ihn nicht unter Druck setzt, ist es nicht einfach. Wenigstens gut, dass die Ukraine selbst mit ihren Drohnen in Russland selbst etwas zurückschlagen kann und so z.B. den Russen dort zeigt, was Krieg auch wie sie bedeutet, und so das Volk nicht mehr so stark hinter Putin steht.

Was das Einknicken betrifft, sieht man gerade im Iran, wie schwierig das ist, womöglich Trump sogar mal nachgeben wird (natürlich "versteckt", trotzdem irgendwie Erfolg verkündigend).
Oh Gott, hör mir auf mit Trump. :) Wie konnte so ein egomanischer Vollidiot Präsident werden?
Alles, aber auch wirklich alles was aus seinem Mund kommt, ist widersinnig und extrem lächerlich!
Wie eine Satire, nur leider real! :)
Eine jämmerliche Schande für die USA!!!
Aber die Könige werden fallen, einer nach dem anderen!!!
Nun ja ...
Timberlake hat geschrieben :
So 14. Jun 2026, 22:48


Was kann man dagegen tun? ...

Übersicht mit KI

Was man dagegen tun kann

  • ...
  • ..
  • Fremde Meinung einholen: Bitten Sie eine unbeteiligte Person um Rat. Ein Außenstehender ist emotional nicht gebunden und sieht die Situation objektiver
. nun ja .. die EU kommt dafür schon mal nicht infrage. Dann doch schon wohl eher, weil weit weniger emotional eingebunden, tatsächlich Trump
Wie dem auch sei, Trump wurde dennoch sowohl von Putin, als auch von Selenskyj zu seinem 80. Geburtstag gratuliert. Was ich für Putin, bei etwaigen Geburtstage von Angehörigen der EU, auf einen solchen Posten, ausschließen würde. Somit man wohl tatsächlich nicht umhinkommt einer jämmerlichen Schande für die USA und nicht zu vergessen einem egomanischer Vollidioten , die Rolle eines Vermittlers im Krieg Russland gegen die Ukraine zukommen zu lassen. So wie diese Schande und dieser Vollidiot diese beiden Gratulanten in seiner Person quasi vereinigen konnte. Keine Frage, auch von daher .. Wie eine Satire, nur leider real! :)

Übrigens
Flame hat geschrieben :
Mi 10. Jun 2026, 11:00
Ich bin für einen sofortigen NATO-Beitritt der Ukraine und ein klares Ultimatum an Russland.

Für einen sofortigen NATO-Beitritt der Ukraine und ein klares Ultimatum an Russland ist Trump wohl eher nicht zu haben. Aber auch nicht die EU.




Burkart
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Mo 15. Jun 2026, 22:40

Dynamis hat geschrieben :
Mo 15. Jun 2026, 13:30
Burkart hat geschrieben :
So 14. Jun 2026, 21:42
Flame hat geschrieben :
So 14. Jun 2026, 16:21
Korruption in höchsten Kreisen... sind natürlich auch Dinge, die aufgearbeitet werden müssen!
Da sollen sie bei der FIFA mal anfangen, es gibt das schöne Dokumentationen drüber, über Infantino, seine Vorgänger, überhaupt die korrupten WM-Vergaben usw.

Klar, die Ukraine wird damit auch Probleme haben, aber derzeit haben sie seit Jahren mit Russland größere Probleme...
Die Forderungen hier zu stellen wird nichts bringen. An die Herren Infantino, Putin, Selenskij müsste man sie richten. Nun, leider (oder glücklicherweise) bin ich nicht Gerhard Schröder. Ich habe leider (oder glücklicherweise) weder persönlichen Kontakt zu Infantino noch zu Selenskij noch zu Putin. Also bin ich auch nicht dazu in der Lage diese Forderungen zu überbringen. Aber vielleicht kennt ja einer von euch zufällig jemanden, der persönliche Kontakte zu den besagten Herren hat und ihnen diese Forderungen überbringen kann? Vielleicht haben diese Herren dann auch ein Einsehen und räumen endlich einmal mit der Korruption auf!
Zumindest bei Infantino und Putin kann ich mir solch Einsehen nicht vorstellen, wo sie doch gut davon leben und mehr oder weniger autokratische Macht haben.



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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Jörn P Budesheim
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Putin könnte sicher viel besser leben, wenn er keinen Krieg führen würde.



Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“

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Burkart hat geschrieben :
Mo 15. Jun 2026, 22:40
Zumindest bei Infantino und Putin kann ich mir solch Einsehen nicht vorstellen, wo sie doch gut davon leben und mehr oder weniger autokratische Macht haben.
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 16. Jun 2026, 08:09
Putin könnte sicher viel besser leben, wenn er keinen Krieg führen würde.
Es ist von außen schwer Einblicke zu erhalten, wie gut oder schlecht Putin und Infantino leben. Aus meiner Sicht jedoch ist diese Perspektive irrelevant, wenn wir über Krieg sprechen. Ich hatte dies bereits in einer anderen Diskussion mit einer terminologischen Unterscheidung zwischen "Krieg" und "Mord" begründet. Putin ist sowohl ein Mörder als auch jemand, der einen Krieg führt. Beide Dinge sind gleichzeitig wahr. Wenn wir ihn jedoch als jemanden betrachten, der Krieg führt, dann geht es nicht um seine persönlichen Interessen wie z.B. Habgier und Machterhalt, sondern um seine Zwecke, die er als Politiker verfolgt.

Hier habe ich die Unterscheidung zwischen "Krieg" und "Mord" und die damit verbundene Verschiebung der Perspektive erläutert:
Dynamis hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 11:54
Wenn von "Krieg" gesprochen wird, dann denkt man an staatliche Interessen, sodass die Soldaten im Wesentlichen ausführende Befehlsempfänger sind, welche der Durchsetzung dieser Interessen dienen. Bei "Mord" denkt man hingegen an Fälle wie Hans und assoziiert damit Beweggründe wie Habgier, wo es also um persönliche Bereicherung geht. Wenn Tucholsky mit seiner Aussage "Soldaten sind Mörder" rhetorisch provoziert, dann spielt er damit darauf an, dass es diese gängige Unterscheidung gibt und hinterfragt sie. Das ist natürlich eine schwache Analyse von ihm, weil gerade die politische Dimension essentiell ist, um das Zustandekommen von Kriegen zu verstehen.




Timberlake
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Di 16. Jun 2026, 13:33

Dynamis hat geschrieben :
Di 16. Jun 2026, 12:31
.

Hier habe ich die Unterscheidung zwischen "Krieg" und "Mord" und die damit verbundene Verschiebung der Perspektive erläutert:
Dynamis hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 11:54
Wenn von "Krieg" gesprochen wird, dann denkt man an staatliche Interessen, sodass die Soldaten im Wesentlichen ausführende Befehlsempfänger sind, welche der Durchsetzung dieser Interessen dienen. Bei "Mord" denkt man hingegen an Fälle wie Hans und assoziiert damit Beweggründe wie Habgier, wo es also um persönliche Bereicherung geht. Wenn Tucholsky mit seiner Aussage "Soldaten sind Mörder" rhetorisch provoziert, dann spielt er damit darauf an, dass es diese gängige Unterscheidung gibt und hinterfragt sie. Das ist natürlich eine schwache Analyse von ihm, weil gerade die politische Dimension essentiell ist, um das Zustandekommen von Kriegen zu verstehen.
Apropos schwache Analyse ...
Dynamis hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 11:52


[*]Interesse des Staates:
Natürlich hat auch der deutsche Staat ein Interesse daran, dass die Leute der Kriegstreiberei nicht völlig abgeneigt sind. Irgendwer muss ja bei der Aufrüstung mitmachen. Sonst tritt die Situation ein, die in dem Satz "Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin" ausgedrückt wird. Deswegen kann der deutsche Staat Kriegsdienstverweigerung nicht grundsätzlich billigen. Wenn russische Soldaten also nicht aus den "richtigen" Gründen verfolgt werden - also, weil sie sich für Freiheit und Demokratie und gegen den bösen Putin einsetzen - sondern einfach nur deswegen, weil sie ihr Leben nicht verlieren wollen, dann kann der deutsche Staat deren Gründe nicht gutheißen. Denn schließlich braucht er ja für die Aufrüstung selbst viele junge deutsche Menschen, die prinzipiell nichts dagegen haben sich von Drohnen in die Luft sprengen zu lassen. Deswegen hat er wenig Verständnis für junge russische Männer, die keine Lust darauf haben sich von Drohnen in die Luft sprengen zu lassen.
Wenn die politische Dimension essentiell ist, sollte der Deutsche Staat nicht eben deshalb die Kriegsdienstverweigerung von russischen Männern billigen? Auch wenn der wahre Hintergrund des Asylantrags lediglich darin besteht, am Leben zu bleiben? Weist du, an was mich das erinnert ..
zeitgeschichte-online.de hat geschrieben : .
Zum Umgang mit Deserteuren

Nach dem Zweiten Weltkrieg begegnete den Deserteuren Ablehnung und Hass; sie galten als jene, die ihre Kameraden im Stich gelassen hatten. Zudem blieben sie von jeder „Wiedergutmachung“ ausgeschlossen und galten weiterhin als vorbestraft. Die Überlebenden und Angehörigen der Verurteilten kämpften lange vergebens für die Aufhebung der Urteile und für Entschädigungen. Hingegen wurden die für die Urteile verantwortlichen Militärjuristen nicht belangt und setzten ihre Karrieren nach Kriegsende in der Regel fort. Auch die politischen Eliten der Bundesrepublik Deutschland verwehrten jahrzehntelang die Anerkennung des an Deserteuren und anderen Opfern der NS-Militärjustiz begangenen Unrechts: Erst zwischen 1998 und 2009 erkannte der Deutsche Bundestag Deserteure, sogenannte „Wehrkraftzersetzer“ und „Kriegsverräter“ als Opfer nationalsozialistischer Unrechtsjustiz an. Die entsprechenden Urteile der Wehrmachtjustiz wurden zunächst nach Einzelfallprüfungen, dann pauschal aufgehoben.
Nur das wir uns da nicht missverstehen. Dafür, dass du uns auf diese Schizophrenie aufmerksam gemacht hat und das ist es wohl, wenn man Kriegsdienstverweigerung im " Interesse des Staates" nicht grundsätzlich billigen will, bin ich dir überaus dankbar.




Timberlake
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Di 16. Jun 2026, 14:07

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 16. Jun 2026, 08:09
Putin könnte sicher viel besser leben, wenn er keinen Krieg führen würde.
Ich ergänze
Übersicht mit KI
Die Sunk Cost Fallacy (der Trugschluss der versunkenen Kosten) ist ein psychologischer Denkfehler. Er beschreibt unsere Neigung, an einer schlechten Entscheidung oder einem Projekt festzuhalten, weil wir bereits Zeit, Geld oder Energie investiert haben. Rational gesehen sind diese "versunkenen Kosten" aber bereits verloren und sollten keine Rolle für zukünftige Entscheidungen spielen

Beispiele für den Trugschluss
  • Das Kinoticket: Sie schauen einen sehr langweiligen Film, bleiben aber bis zum Ende sitzen. Sie denken: "Ich habe schließlich dafür bezahlt."
  • Geldanlagen: Sie behalten eine fallende Aktie in der Hoffnung, dass sie wieder steigt, anstatt den Verlust zu realisieren.
  • Beziehungen: Sie halten an einer unglücklichen Partnerschaft fest, weil Sie schon so viele gemeinsame Jahre investiert haben

Putin könnte sicher viel besser leben, wenn er nicht diesen psychologischen Denkfehler begeht. Nur frage ich mich schon, wenn er infolgedessen den Krieg mit der Ukraine beendet, kann er denn das auch seinem Volk verkaufen? So viel, wie an Blutzoll von diesem Volk bisher in diesem Krieg eingezahlt wurde! So das, weil nun mehr gegen Putin rebellierend, es möglicherweise schon sehr bald mit seinem viel besseren Leben Essig sein dürfte, wenn er deshalb kein Krieg mehr führen würde.
Übersicht mit KI

Was man dagegen tun kann

  • Vergangenes ausblenden: Ignorieren Sie, was Sie bereits investiert haben. Es kommt nur auf den zukünftigen Nutzen an.
  • Den Nullpunkt betrachten: Fragen Sie sich: "Würde ich genau dieses Projekt heute noch einmal starten, wenn ich bei null beginnen müsste?"
  • Fremde Meinung einholen: Bitten Sie eine unbeteiligte Person um Rat. Ein Außenstehender ist emotional nicht gebunden und sieht die Situation objektiver
Also wenn er dazu, um diesen Denkfehler nicht zu begehen, dagegen das tut.




Burkart
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Di 16. Jun 2026, 20:29

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 16. Jun 2026, 08:09
Putin könnte sicher viel besser leben, wenn er keinen Krieg führen würde.
Aus unserer Perspektive gut möglich, aus seiner anscheinend nicht.



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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Jörn P Budesheim
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Di 16. Jun 2026, 21:08

Nein, ich meinte insbesondere seine eigene Perspektive. Ich glaube, er würde definitiv ohne Krieg viel besser leben. Ich gehe auch davon aus, dass er das selbst weiß. Er macht das nicht um des guten Lebens willen, sondern, weil er glaubt, hätte eine historische Mission.



Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“

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Di 16. Jun 2026, 22:02

Burkart hat geschrieben :
Di 16. Jun 2026, 20:29
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 16. Jun 2026, 08:09
Putin könnte sicher viel besser leben, wenn er keinen Krieg führen würde.
Aus unserer Perspektive gut möglich, aus seiner anscheinend nicht.
Es ist auch gut möglich, dass Putin von fanatischen Nationalisten weggeputscht und wegen Hochverrat hingerichtet wird, wenn er jetzt aufhört Krieg zu führen.




Dynamis
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Di 16. Jun 2026, 22:04

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 16. Jun 2026, 21:08
weil er glaubt, hätte eine historische Mission.
Vielleicht glaubt er das auch gar nicht, sondern erzählt das nur, um damit seine Herrschaft zu legitimieren.




Dynamis
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Di 16. Jun 2026, 22:11

Timberlake hat geschrieben :
Di 16. Jun 2026, 13:33
zeitgeschichte-online.de hat geschrieben : .
Zum Umgang mit Deserteuren

Nach dem Zweiten Weltkrieg begegnete den Deserteuren Ablehnung und Hass; sie galten als jene, die ihre Kameraden im Stich gelassen hatten. Zudem blieben sie von jeder „Wiedergutmachung“ ausgeschlossen und galten weiterhin als vorbestraft. Die Überlebenden und Angehörigen der Verurteilten kämpften lange vergebens für die Aufhebung der Urteile und für Entschädigungen. Hingegen wurden die für die Urteile verantwortlichen Militärjuristen nicht belangt und setzten ihre Karrieren nach Kriegsende in der Regel fort. Auch die politischen Eliten der Bundesrepublik Deutschland verwehrten jahrzehntelang die Anerkennung des an Deserteuren und anderen Opfern der NS-Militärjustiz begangenen Unrechts: Erst zwischen 1998 und 2009 erkannte der Deutsche Bundestag Deserteure, sogenannte „Wehrkraftzersetzer“ und „Kriegsverräter“ als Opfer nationalsozialistischer Unrechtsjustiz an. Die entsprechenden Urteile der Wehrmachtjustiz wurden zunächst nach Einzelfallprüfungen, dann pauschal aufgehoben.
Nur das wir uns da nicht missverstehen. Dafür, dass du uns auf diese Schizophrenie aufmerksam gemacht hat und das ist es wohl, wenn man Kriegsdienstverweigerung im " Interesse des Staates" nicht grundsätzlich billigen will, bin ich dir überaus dankbar.
Gern geschehen.

Ich würde es nicht als "Schizophrenie", sondern als Widerspruch bezeichnen. Wie ich schon vorhin deutlich gemacht habe, halte ich psychologische Kategorien für die Beschreibung politischer Erscheinungen unangemessen. Der Unterschied zwischen einer Schizophrenie und dem von dir herausgestellten Widerspruch ist der, dass dieser Widerspruch seinen Ursprung nicht in der Psyche, sondern in der staatstragenden Ideologie hat.




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