Fortsetzung "Corona"

Dieser Teil des Forums befaßt sich mit politischen, sozialen und historischen Aspekten der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten.
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Jörn Budesheim
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Fr 3. Sep 2021, 12:46

FAZ hat geschrieben : Das Sozialministerium weist fortan mehrere Inzidenz-Zahlen für Hessen aus. Anlass ist der große Unterschied zwischen den Kennziffern in der Gruppe der gegen das Coronavirus Geimpften und den Ungeimpften. „Bezogen auf die Altersgruppe ab zwölf Jahren liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in der Gruppe der Ungeimpften heute bei 262,3 pro 100.000 Einwohner, während die Inzidenz der vollständig Geimpften 12,7 pro 100.000 Einwohner beträgt“, wird Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) in einer Mitteilung zitiert. Die getrennten Zahlen sollen erstmals am Montag im Corona-Bulletin des Landes erscheinen.




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Stefanie
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Di 14. Sep 2021, 22:58

Manche kommen auf Ideen...

https://www.ksta.de/koeln/impfwilligkei ... n-39029972

Impfwilligkeit steigern Kölner Hausarzt baut Dom aus 220 leeren Impffläschchen
E-7lxXMWYBU6Rx3.jpeg
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Diese 220 impffläschen waren 1500 Impfdosen.



Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
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Nauplios
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So 19. Sep 2021, 13:56

"Der Leiter der Bezirksstelle Münster der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe rechnet damit, dass Münster 'in sechs bis acht Wochen' eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus entwickelt." (Westfälische Nachrichten; 26. Juni)

Knapp drei Monate später:

"Mit (...) einer Quote der vollständig Immunisierten von (..) rund 77 Prozent nach den Daten des Robert-Koch-Institutes (RKI) liegt Münster deutlich über dem NRW-Durchschnitt. (...) Ab über zwölf Jahre sind in Münster sogar 86,5 Prozent geimpft."

Münstersche Zeitung vom 15. September

Ergebnis des gestern veröffentlichten "Münster-Barometers":

"Nach der Befragung haben aktuell 92,9 Prozent der erwachsenen Münsteraner die vollständige Impfung erhalten, weitere 3,6 Prozent wollen sich sicher noch impfen lassen. 'Auf keinen Fall' sagen zur Impfung derzeit nur 1,3 Prozent."

Fast alle Erwachsenen in Münster geimpft

Na also! ;)




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Friederike
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So 19. Sep 2021, 19:07

Nauplios hat geschrieben :
So 19. Sep 2021, 13:56
[...] "Nach der Befragung haben aktuell 92,9 Prozent der erwachsenen Münsteraner die vollständige Impfung erhalten, weitere 3,6 Prozent wollen sich sicher noch impfen lassen. 'Auf keinen Fall' sagen zur Impfung derzeit nur 1,3 Prozent."
Es könnten einige der Münsteraner*innen geschummelt haben. :lol:

Bei uns hier oben, ich hab's eben nachgesehen, sind 66 Prozent vollständig geimpft. Betitelt war die Meldung mit "derzeit stockende" Impfquote. Obwohl doch die Spritzen inzwischen wie "Sauerbier" angeboten werden. Eine Befragung hinsichtlich der Absichten für die Zukunft gab es bisher nicht.

Wenn es bei Euch dann 98,7 Prozent sein werden, kann es ja bilderbuchmäßig mit den Drittimpfungen so weitergehen. Ein kluges Städtchen.




Nauplios
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So 19. Sep 2021, 23:26

Die Münsteraner - die Münsteranerinnen nichts weniger - sind in allem gut. Im Schummeln auch. Ein "kluges Städtchen", was 85 junge Teilnehmer einer Party in einem Münsteraner Club nicht davor bewahrt hat, sich - trotz 2G - mit Corona zu infizieren:

Nach 2G-Party viele Infizierte, aber keine schwer Erkrankten




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NaWennDuMeinst
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Mo 20. Sep 2021, 22:27

Beschäftigt ihr Euch immer noch mit dem Thema?
Ich muss sagen, seitdem meine Liebsten und ich auch geimpft sind, ist mir das alles schnurzegal.



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Stefanie
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Mi 27. Okt 2021, 19:14

Es kann einem mittlerweile nicht mehr schnurzegal sein.
Hohe infektionszahlen, bei Kinder und Jugendlichen und bei erneut älteren Menschen, in Pflegeheimen weil letztere Gruppe noch nicht die dritte Impfung hat, und noch zu wenige Geimpfte sind. Weltweit auch.
Gibt es viele Infektionen, kann sich das Virus schön weiter verbreiten, mutieren und es kann dann eine Variante geben, bei der die Impfungen nicht mehr wirken. Und dann?
Wenn ich höre was NRW vorhat, die neue Bundesregierung vorhat, frage ich mich, haben die nichts dazu gelernt? Jetzt in der Situation auf Masken in Schulen zu verzichten, die pandemische Lage zu beenden, und allen ernstes zu denken, wir haben es geschafft, spinnt, sorry.



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NaWennDuMeinst
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Mi 27. Okt 2021, 22:10

Stefanie hat geschrieben :
Mi 27. Okt 2021, 19:14
Es kann einem mittlerweile nicht mehr schnurzegal sein.
Es ist mir sogar schnurzegal was einem schnurzegal sein kann.
Ich bin's einfach leid mich über die Unvernunft anderer Menschen aufzuregen.
Du sagst wer jetzt meint wir haben es geschafft der spinnt. Die anderen sagen das Gleiche von dir.
Was solls. Im schlimmsten Falle gehen wir einfach alle drauf und dann herrscht endlich Ruhe.



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NaWennDuMeinst
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Mi 27. Okt 2021, 23:22

Es ist einfach noch nicht schlimm genug, Stefanie. Denn wäre es schlimm genug dann würden wir zum Beispiel die Diskussion, ob man Impfverweigerer gegen ihren Willen zur Impfung zwingen oder sie aus dem gesellschaftlichen Leben ausschließen kann, gar nicht führen.
Wir würden - wäre es schlimm genug - es dann einfach machen. Ich warte deshalb einfach darauf dass es "schlimm genug" wird.

Es gibt - das habe inzwischen lernen müssen - Menschen die sich als Rebellen gegen den verhassten Staat begreifen. Denen gehts bei ihrer Impfverweigerung gar nicht um Corona, sondern darum sich dem Staat (und seinen Anordnungen) zu widersetzen. 5 Millionen Tote weltweit nehmen diese Leute als Preis für ihre Rebellion billigend in Kauf. Es ist ihnen schlichtweg egal.
Das klingt zwar jetzt makaber, aber ich kann nur hoffen dass sich möglichst viele dieser Menschen infizieren und krepieren... also Opfer ihrer eigenen Rebellion werden.
Um diejenigen die dabei unschuldig zu Tode kommen tuts mir leid... aber das müssen wir uns sowieso allesamt anlasten. Immerhin erlauben wir diesen Leuten ja im Namen der Freiheit das zu tun, was sie tun.
Freiheit hat halt auch ihren Preis. Ob das jetzt 2 Millionen tote alliierte Soldaten sind, oder 5 Millionen Covid-Tote. Die starben und sterben alle für die Freiheit.
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Unsere Helden!



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Stefanie
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Do 28. Okt 2021, 05:56

28.037 neue Infektionen und 126 Tote. Das sind die Zahlen von heute Morgen.
Die Zahl der Infektionen ist so hoch wie letztes Jahr im Dezember. Die Anzahl der Toten erneut über 100.
Im Nachbarkreis waren letzte Woche 50 % der infizierten Menschen vollständig Geimpft, ein Ausbruch in einem Pflegeheim. Diese Ausbrüche nehmen wieder zu, da die Organisation der 3. Impfungen schleppend läuft.
Zu den Schulen steht jede Tag was in der Zeitung.
Die Kontrollen der 3 Regel läuft oft schlampig. Selbst in Krankenhäusern und Pflegeheimen.
Die Situation betrifft nicht nur ungeimpfte Menschen. Ein Virus das sich verbreiten kann, ist auch gefährlich für geimpfte Menschen.
Die Maske ist das harmloseste Mittel... und die wollen viele weg haben.
Wie viele vermeidbare Tote und Menschen mit long covid wollen wir uns "leisten"?



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Stefanie
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So 31. Okt 2021, 19:27

Hmm...
Precht steht zudem weiteren staatlichen Maßnahmen gegen das Coronavirus kritisch gegenüber. „Es ist nicht die Aufgabe des Staates, jedermanns Krankheitsrisiko auszuschließen.“ Vor vier Jahren seien im Winter 25.000 Menschen an Grippe gestorben. „Wenn wir das bisher bei Influenza zugelassen haben, warum lassen wir das bei Covid nicht zu?“, fragt er.

Wir reden über Gentechnik“, sagt Precht in Hinblick auf die Impfstoffe. Und dazu gebe es noch keine Langzeitstudie. „Das können wir nicht vergleichen mit einer Masernimpfung.“ Precht erzählte, dass er andere Impfungen zum Beispiel für Reisen immer „spielend“ vertragen habe, aber die zweite Corona-Impfung ihn „komplett umgehauen“ habe.

Der Staat sei nicht zuständig, die Leute zu schützen, die sich nicht impfen ließen. Precht forderte, die Maßnahmen der Politik zu beenden und empfahl den vulnerablen Gruppen, gefährliche Bereiche wie ein volles Fußballstadion zu meiden.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... mpfen.html
Precht bist ja nun kein ungebildeter Mensch und von daher kann ich nicht nachvollziehen, wieso auch er hinsichtlich von Langzeitfolgen bei impfungen nicht so wirklich auf dem neusten Stand ist.
Und mittlerweile sind wir bei um die 95.000 Toten.



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NaWennDuMeinst
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So 31. Okt 2021, 19:52

Stefanie hat geschrieben :
Do 28. Okt 2021, 05:56
Wie viele vermeidbare Tote und Menschen mit long covid wollen wir uns "leisten"?
So viele bis es reicht.



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Stefanie
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Mo 1. Nov 2021, 19:04

In mehreren Pflegeheimen Bundesweit kam es in den letzten Tagen zu Corona Infektionen mit mehreren Toten.
Einige hatten schon die dritte Impfung, aber es war noch zu kurz nach der Impfung und einige hattem die dritte Impfung noch nicht.
In einem Pflegeheim in Brandenburg mit bis gestern 11 Toten sind gerade mal die Hälfte der Mitarbeiter geimpft.
Diese können sich jetzt wahlweise auf Herrn Precht, Frau Wagenknecht oder auf Herrn Kimmich berufen. Und wenn sie amerikanischen Rapper lieben, auf Ice Cube.



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Jörn Budesheim
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Mi 10. Nov 2021, 08:55

"In den letzten drei Wochen waren laut RKI 88 Prozent der erwachsenen Covid-Patienten unter 60 Jahren auf den Intensivstationen nicht geimpft. Auf das gesamte Jahr 2021 bezogen sind es sogar stolze 96,5 Prozent. Dass die persönliche Ablehnung einer Impfung das Klinikpersonal an und über seine Belastungsgrenzen treibt, ist hinlänglich bekannt ..."

(Quelle: heise.de)




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Stefanie
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Mi 10. Nov 2021, 17:45

Es gibt auch Menschen, die bezweifeln mittlerweile die Wirksamkeit von Impfungen, wegen der Impfdurchbrüche.
Vor zwei Wochen kam eine Bewohnerin einer Wohnstätte in ein Krankenhaus, wegen Problemen mit ihrer Vorerkrankung. Im Krankenhaus wurde sie positiv getestet, die Lunge war schon betroffen. Vollständig geimpft vor fast 6 Monaten. Unter 50 Jahre alt.
Es gibt bislang keine weiteren Fälle in der Wohnstätte, weder bei Beschäftigten noch Bewohnenden.
Die Bewohnerin wird nicht beatmet und die Lunge beginnt sich zu erholen. Wenn es keinen Rückfall gibt, sieht es gut aus.
Um es auf den Punkt zu bringen, aufgrund ihrer Vorerkrankung wäre sie ohne Impfung mit hoher Wahrscheinlichkeit schwerst erkrankt, wenn nicht sogar verstorben.



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AndreaH
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Fr 12. Nov 2021, 22:11

Mein Schokoladenkonsum ist in dieser Woche so rapide gestiegen, dass ich morgen mit einer kleinen Radtour gegensteuern möchte, um meinen Kopf frei zu bekommen. :roll:
Grund ist unter anderem die in Kraft getretene 2 G Reglung in Österreich.
Somit sind Ungeimpfte nun vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Es betrifft nicht nur Erwachsene. Kinder ab dem 15 Lebensjahr sind davon auch betroffen. Dies ist etwas was an meine persönlichen Grenzen stößt. Kinder vom sozialen Leben ausschließen geht für mich gar nicht.
Meine eigenen Kinder sind davon nicht betroffen, da sie geimpft sind, jedoch fühlt man als Mutter als wären die ungeimpften Kinder auch die eigenen.
Mein Sohn hat am Mittwoch einen früheren Schulfreund getroffen, der jetzt zum Geburtstag nicht mal Pizzaessen gehen kann. Bei einer Klassenfahrt die nächste Woche stattfindet, dürfen nur noch Genesene oder Geimpfte mitfahren.

https://www.sozialministerium.at/Inform ... ember-2021

Eins kann ich sicher sagen, 2 G fühlt sich gar nicht gut an.



"Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr fühle ich, dass es nichts gibt, was wahrhaft künstlerischer wäre,
als die Menschheit zu lieben. -Vincent van Gogh-"

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Stefanie
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Fr 12. Nov 2021, 22:53

Es fühlt sich im Moment vieles nicht gut an; es ist im Moment nämlich nichts gut.
Meine Stimmungslage hatte ich heute Morgen schon deutlich zum Ausdruck gebracht, als ich die urplötzlich geänderte Verfügung in NRW für Pflegeheime und Behindertenwonheime gelesen hatte. Kopfschütteln war das Harmloseste, weil stumm.

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, irgendeinen Arzt zu finden, der zeitnah Termine für die 3. Impfung meiner Mutter hat. Deren Hausärztin ist nur am vertrösten. Eine Möglichkeit habe ich gefunden, wenn der Arzt Anfang Dezember es immer noch so macht, wie er es jetzt macht.

Andrea, ihr in Österreich habt wenigstens handelnden Politiker und Verwaltung, bei uns scheinen die gerade alle am schlafen zu sein.



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NaWennDuMeinst
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Fr 12. Nov 2021, 23:35

AndreaH hat geschrieben :
Fr 12. Nov 2021, 22:11
Eins kann ich sicher sagen, 2 G fühlt sich gar nicht gut an.
Eins kann ich sagen: Ich empfinde keinerlei Mitleid mit den Ungeimpften, ausgenommen jene, die sich aus Gründen die sie nicht kontrollieren können nicht impfen lassen können. Alle Anderen hatten ihre Chance (und haben sie immer noch).
Wer sich bewusst gegen die Impfung entscheidet, der muss dann auch damit leben, dass diejenigen die geimpft sind nicht wegen ihnen in einen weiteren Lockdown gehen wollen.
Ich finde das gut wie Österreich das handhabt.
Hier in Deutschland ist mir das aber inzwischen alles nur noch egal.
Sollten wir in Deutschland wieder in einen vollen Lockdown müssen, der einzig und allein von Menschen verursacht wird, die das verhindern könnten, aber sich einfach weigern das zu tun, und die Regierung das zulässt, dann ist für mich der letzte Respekt gegenüber der Regierung verloren.
Das sind dann für mich nur noch lächerliche Hanswurste denen jeder auf der Nase rumtanzen kann wie es ihm beliebt.



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Stefanie
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Registriert: Mi 19. Jul 2017, 20:09

Sa 13. Nov 2021, 09:48

Diesen offenen Brief haben bekannte MedizinerInnen und PolitikwissenschaftlerInnen, PädagogInnen und Soziologen unterschrieben.
offener-brief-medizin-und-wissenschaft-data.pdf
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1
Gemeinsamer Aufruf
zum Umgang mit der Covid-19-Pandemie:
Beobachtungen und Anregungen
für die verantwortlichen Akteure in Deutschland
Die Situation
Die vierte Welle der Coronapandemie baut sich vor unseren Augen mit voller Kraft auf.
Die Inzidenz erreicht die höchsten Werte seit dem Beginn der Pandemie – Tendenz
steigend. Schon jetzt sterben in unserem Land 700 Menschen pro Woche – Tendenz
steigend. Jeder Tag des Abwartens kostet Menschenleben. Zeit für einen Aufruf.
Wir erinnern die Verantwortungsträgerinnen und Verantwortungsträger unseres Landes
in Bund und Ländern an ihre Verantwortung für das Wohlergehen der Bevölkerung. Als
grundlegende Werte stehen Gesundheit und Freiheit des Menschen miteinander nicht
in Konflikt, sondern bedingen sich gegenseitig. Sie beide zu erhalten und zu fördern ist
Aufgabe der drei demokratischen Gewalten.
Wir blicken in großer Sorge auf die kommenden Wochen und Monate. Die derzeitige
pandemische Situation hat das Potential, die Situation aus dem Frühjahr und
vergangene Wellen in den Schatten zu stellen. Einmal mehr ist der Zeitpunkt für
frühzeitiges Handeln allen Warnungen zum Trotz verstrichen. Das Infektionsgeschehen
breitet sich unkontrolliert aus. Das Gesundheitssystem läuft Gefahr,
zusammenzubrechen. Das Personal in den Krankenhäusern ist müde und quittiert den
Dienst. Auch im ambulanten Bereich steigen die Patientenzahlen; die
Infektionssprechstunden sind überfüllt. Die Arbeitslast liegt auch dort seit Monaten über
100%.
Wir empfinden eine tiefe Enttäuschung über die Gefährdung des gesellschaftlichen
Zusammenhalts und über den wiederholt nachlässigen Umgang mit dem Wohlergehen
der Menschen, die auf den Schutz des Staates angewiesen sind. Es ist für uns
unverständlich, dass die Verantwortungsträger dieses Landes eine solche Situation
zugelassen haben, obwohl wir inzwischen über wichtige und wirksame Instrumente
verfügen, um dem Sars-CoV-2-Virus Einhalt zu gebieten: Es sind zuallererst die
Impfstoffe als effektivste Vorbeugung, die uns im Unterschied zu vielen anderen
Ländern in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Es sind aber auch das Wissen
und die Erfahrung mit diesem Erreger, die eine effizientere Pandemiebekämpfung
hätten ermöglichen können.

Eine Vielzahl von entsprechenden Handlungsempfehlungen wurde von uns und
anderen Wissenschaftler*innen deutlich kommuniziert, aber leider nur zögerlich,
unvollständig oder nicht nachhaltig umgesetzt. Im Gegenteil: für die
Pandemiebekämpfung zentrale und dringend notwendige Infrastrukturen wie z. B. die
Kontaktrückverfolgung oder die Test- und Impfzentren wurden wieder zurückgebaut.
Auch in der vierten Welle gelingt das Pandemiemanagement nicht so, wie man es
angesichts des Wohlstandes und der technologischen und administrativen
Möglichkeiten Deutschlands erwarten sollte. Stattdessen verlagert die Politik durch ihr
passives Abwarten zunehmend die Verantwortung, die vierte Welle zu brechen, ins
Private, das heißt in den Ermessensspielraum jedes einzelnen Menschen. Solch eine
Haltung ist bei nationalen Gesundheitskrisen dieses Ausmaßes nicht angebracht.
Appell und Anregungen
Wir appellieren deshalb eindringlich an die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern
und Kommunen, jetzt ihrer Verantwortung umfassend gerecht zu werden. Das
bedeutet erstens, die Realität anzuerkennen: Dieses Virus wird die Welt noch eine
Weile in Atem halten. Es wird nicht einfach verschwinden. Auch im “endemischen”
Zustand, so es diesen erreicht, wird es wahrscheinlich immer wieder heftige
Infektionswellen verursachen, sofern die Impfraten nicht deutlich gesteigert werden.
Zwischen der Inzidenz und den nachfolgenden Zahlen für Krankenhausaufenthalte,
Intensivpatienten, Verstorbene und Langzeitgeschädigte wird es immer einen klaren
Zusammenhang geben. Er kann sich zwar quantitativ ändern, wird sich aber nie
entkoppeln. Im Sinne eines Frühwarnsystems bleiben Inzidenzwerte – zusammen mit
anderen Parametern – unverzichtbar.
Zweitens bedeutet Verantwortung eine aufrichtige, besonnene und vor allem
kohärente Kommunikation, die den Bürgerinnen und Bürgern vertraut, ihnen aber
auch unangenehme Wahrheiten zumutet sowie klare und konsistente
Verhaltensrichtlinien vorgibt. Dass eine solche Kommunikation sowie einheitliche
verbindliche Regelungen weiterhin fehlen, untergräbt das Vertrauensverhältnis
zwischen Regierung und Bevölkerung, beschädigt somit auch das Vertrauen in die
Maßnahmen – unter anderem in das Impfen – und trägt dadurch erheblich zur
Verlängerung der Pandemie bei.
Drittens bedeutet Verantwortung, sich der deutschen und europäischen Rolle in der
globalen Pandemiebekämpfung bewusst zu werden. Die grundlegende Bedingung
dafür, diese Rolle auszufüllen, ist die Kontrolle der Pandemie in der eigenen Region.
Nicht nur verhindert man dadurch, dass sich Infektionen von Europa aus in andere
Länder ausbreiten. Man schafft auch mehr Kapazitäten, um einen Beitrag dazu zu
leisten, COVID-19 auch auf globaler Ebene effektiv und schnell zu beenden. Dieser
Beitrag muss unter anderem darin bestehen, die globale Impf-Ungleichheit abzubauen,
indem Länder des globalen Südens mit Impfstoffen versorgt und beim Aufbau einer
Impf-Infrastruktur angemessen unterstützt werden.

3
Schließlich bedeutet Verantwortung, die Pandemiebekämpfung dauerhaft und
transparent auf die Erkenntnisse und Instrumente zu gründen, die verschiedene
wissenschaftliche Disziplinen in den vergangenen beiden Jahren erarbeitet haben. Sie
ermöglichen eine präventive Pandemiepolitik und verhindern den Kontrollverlust, der
dann reaktive, hektische Maßnahmen nach sich zieht.
Mit geringfügigen Anpassungen an einige aktuelle Entwicklungen sind bisherige
Handlungsempfehlungen weiterhin gültig, weshalb wir an dieser Stelle keine
zusätzlichen detaillierten Vorschläge machen. Vielmehr konzentrieren wir uns im
Folgenden auf generelle Anregungen.
Wir halten es für notwendig, dass die Pandemiebekämpfung eine stärkere
Sachgrundlage erhält. Unbestritten ist, dass die Entscheidungsgewalt über den
grundsätzlichen Kurs in der Pandemiebekämpfung sowie einzelne Maßnahmen viel
stärker als bisher beim Parlament liegen muss. Unbestritten ist jedoch auch, dass die
Entscheidungen viel stärker als bisher an wissenschaftlichen Erkenntnissen
ausgerichtet werden müssen. Es wäre zu überlegen, ob eine solche Sachgrundlage
von einem professionellen Krisenstab erarbeitet, öffentlich kommuniziert und nach
politischer Abstimmung mit entsprechender Management-Kompetenz umgesetzt wird.
Diesem Stab sollten neben Fachexpert*innen aus unterschiedlichen Disziplinen,
darunter die Virologie, die Medizin und die Öffentliche Gesundheit, unbedingt auch
Personen aus der Praxis angehören, die über extensive operative Leitungs- und
Management-Erfahrung – etwa in Kliniken oder in erfolgreichen Unternehmen –
verfügen.
Wir halten es für notwendig, eine professionell gestaltete Kommunikationsoffensive
auf den Weg zu bringen, welche das Vertrauen stärkt, die Bürger*innen sachgerecht
informiert und aufklärt und damit der Desinformation – allzu häufig mit tödlichen Folgen
– etwas entgegensetzt.
Wir halten es für notwendig, nach tragfähigen – gesellschafts- und
gesundheitspolitischen – Lösungen für den Konflikt zu suchen, der sich zwischen der
großen Mehrheit der Menschen, die eine aktive, vorausschauende und nachhaltige
Pandemiepolitik befürworten und einer Minderheit, die die Pandemiebekämpfung als
solche ablehnt, aufgebaut und zugespitzt hat.
Für nicht zielführend halten wir es hingegen, nicht sachlich begründete Zeitpunkte
als Ende der Pandemie zu benennen. Das Ende der Pandemie ist eine faktische
Feststellung, keine politische Festlegung. Niemand kann seriös voraussagen, wann die
Pandemie enden wird. Wohl aber können Sie Einiges tun, um ihr Ende zu
beschleunigen.
Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Antworten und vor allem für Ihr Handeln.
Deutschland, 12. November 2021

Unterzeichnerinnen und Unterzeichner
Prof. Dr. Ralf Bartenschlager
Virologie, Universitätsklinikum
Heidelberg
Prof. Dr. Menno Baumann
Pädagogik, Fliedner-
Fachhochschule Düsseldorf
Dr. Markus Beier
Allgemeinmedizin, Vorsitzender
Bayerischer Hausärzteverband
Dr. med. Martin Andree
Berghäuser
Pädiatrie, Florence-Nightingale-
Krankenhaus Düsseldorf
Prof. Dr. Melanie Brinkmann
Virologie, Technische Universität
Braunschweig
Prof. Dr. Dirk Brockmann
Physik, Humboldt Universität zu
Berlin
Prof. Dr. Heinz Bude
Soziologie, Universität Kassel
Prof. Dr. Ulf Dittmer
Virologie, Universität Duisburg-
Essen
Prof. Dr. Isabella Eckerle
Virologie, Universität Genf
Prof. Dr. Christine S. Falk
Immunologie, Medizinische
Hochschule Hannover
Prof. Dr. Nicole Fischer
Virologie, Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf
Prof. Dr. Jörg Haier, LL.M.
Onkologische Chirurgie,
Medizinische Hochschule
Hannover
Prof. Dr. Michael Hallek
Innere Medizin, Universität zu
Köln
Prof. Dr. Susanne Herold
Infektiologie, Justus-Liebig-
Universität Gießen
Dr. med. Georg Hillebrand
Pädiatrie, Klinikum Itzehoe
Prof. Dr. med. Uwe Janssens
Internistische Intensivmedizin, St.-
Antonius-Hospital Eschweiler
Prof. Dr. Christian Kähler
Physik, Universität der
Bundeswehr München
Prof. Dr. Thomas Kamradt
Immunologie, Friedrich-Schiller-
Universität Jena
Prof. Dr. med. Christian
Karagiannidis
Intensivmedizin, Universität
Witten/Herdecke
Prof. Dr. Michael M. Kochen
Innere Medizin, Universität
Freiburg
Prof. Dr. Dr. h.c. Ilona Kickbusch
Global Public Health, Graduate
Institute Geneva
Prof. Dr. Thorsten Lehr
Klinische Pharmazie, Universität
des Saarlandes
Prof. Dr. Maximilian Mayer
Politikwissenschaft, CASSIS,
Universität Bonn
Prof. Dr. Thomas Martens
Pädagogische Psychologie,
Medical School Hamburg
Prof. Dr. Armin Nassehi
Soziologie, Ludwig-Maximilians-
Universität München
Prof. Dr. Michael Meyer-Hermann
Physik, Helmholtz Zentrum für
Infektionsforschung Braunschweig
Prof. Dr. Andreas Peichl
Ökonomie, ifo Institut und Ludwig-
Maximilians-Universität München
Martin Pin
Notfallmedizin, Florence-
Nightingale-Krankenhaus
Düsseldorf
Prof. Dr. Elvira Rosert
Politikwissenschaft, Universität
Hamburg und IFSH
Prof. Dr. med. Dominik Schneider
Pädiatrie, Klinikum Dortmund
Prof. Dr. Matthias Schneider
Physik, TU Dortmund
Dr. med. Jana Schroeder
Virologie, Stiftung Mathias-Spital
Rheine
Prof. Dr. Norbert Suttorp
Infektiologie, Charité –
Universitätsmedizin Berlin
Prof. Dr. Carsten Watzl
Immunologie, TU-Dortmund
Prof. Dr. Friedemann Weber
Virologie, Justus-Liebig Universität



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