Frauen

Dieser Teil des Forums befaßt sich mit politischen, sozialen und historischen Aspekten der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten.
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Stefanie
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So 20. Nov 2022, 16:20

Apropos Voltaire. Kurzer Exkurs.
Voltaire war reich. Aus Erbschaften und den Einnahmen seiner Publikationen, aber auch weil er den Staat austrickse.
Dieses Vermögen verdankte Voltaire übrigens einem Denkfehler des stellvertretenden französischen Finanzministers Michel Robert Le Pelletier-Desforts, der um 1728 die Idee hatte, das Interesse an Staatsanleihen dadurch zu erhöhen, dass jeder neue Zeichner einer solchen Anleihe preiswert ein Lotterielos kaufen konnte. Ein Bekannter von Voltaire, der Mathematiker Charles Marie de la Condamine hatte überlegt, dass man durch den Kauf von vielen kleinen Anleihen auch viele Lose erwerben könnte, die – wenn der Plan funktionierte – die Gewinnchancen erhöhten. Der redegewandte Voltaire organisierte den systematischen Ankauf der Anleihen, und das Vermögen der beiden wuchs, bis Voltaire selbst durch öffentliche spöttische Kommentare über den Minister der Aktion ein Ende setzte. Den vom Minister angestrengten Prozess gewann Voltaire, weil er nichts Ungesetzliches getan hatte. De la Condamine wird 1736 mit der Leitung der Meridien-Expedition nach Südamerika beauftragt.



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Stefanie
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Sa 26. Nov 2022, 22:32

Jacqueline du Pré, geboren 1945, gestorben 1987
Cellistin
Ehemann: Daniel Barenboim, Pianist und Dirigent

Ihn kenne ich. Weltberühmt.
Sie kannte ich nicht.
Wunderkind, musikalisches Ausnahmetalent, Genie. Sie wurde in den 60 er Jahren zu einem Star mit einem Instrument, was lange als unschicklich für Frauen galt. Selbst in den schwarz weiß Videos, die auf Youtube zu finden sind, ist ihre Ausstrahlung zu merken.
Leider dauerte ihre Karriere nicht lange. Anfang der 70ziger Jahre wurde bei ihr MS diagnostiert. Sie musste ihre Karriere beenden und selbst das Unterrichten war bald nicht mehr möglich. Ihr letztes Konzert dirigierte ihr Mann. Sie starb 1987 mit 42 Jahren an den Folgen ihrer Krankheit. In vielen Artikel steht, man hat sie vergessen. Schaut man sich die Anzahl der Aufrufe auf Youtube an und liest etwas in den Kommentaren scheint es doch noch viele Menschen geben, die von ihr begeistert und fasziniert sind.

Ihr Aufführungen des Komponisten Elgar sollen in ihrer Interpretation einzigartig gewesen sein. Hier eine kurze Fassung, Dirigent ihr Mann. Es gibt auch eine lange Version.




Mit ihrem Mann.



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Jörn Budesheim
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Mi 30. Nov 2022, 06:15

Spiegel hat geschrieben : Erste Schiedsrichterin bei Männer-WM

Stéphanie Frappart leitet Deutschland gegen Costa Rica
Drei Schiedsrichterinnen sind für die WM in Katar nominiert worden, zu einem Einsatz als Spielleiterin kam noch keine. Nun schreibt Stéphanie Frappart Geschichte.

https://www.spiegel.de/sport/fussball/f ... 9NcCvtlFcJ




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Stefanie
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Do 1. Dez 2022, 16:07

In Deutschland war Bibiana Steinhaus-Webb die erste Frau, die in der Bundesliga der Männer ein Spiel pfiff.
2007 in der 2. Bundesliga und es dauerte dann bis 2017 bis sie in der 1. Bundesliga als Schiedsrichtern eingesetzt wurde.



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Stefanie
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Do 1. Dez 2022, 16:30

Monika Hauser, geboren 1959 in der Schweiz. Lebt heute in Brühl bei Köln.
Fachärztin für Gynäkologie

Gründerin von medica mondiale.
Zahlreiche Auszeichnungen u.a. 2008 den Right Livelihood Award, bekannt als Alternativer Nobelpreis.

Medica mondiale ist eine Frauenrechts- und Hilfsorganisation mit Sitz in Köln. Es fing im Balkankrieg an, in dem Vergewaltigungen als Mittel der Kriegsführung angewandt wurden und Frauen danach keine Hilfe erhielten. Mittlerweile unterstützt der Verein weltweit Hilfsprojekte für Frauen und Mädchen, die von sexualisierter Kriegsgewalt betroffen sind. Darüber hinaus leistet die Organisation politische Aufklärungsarbeit über die Lage von Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten.

Zu Monika Hauser:
https://www.fembio.org/biographie.php/f ... ka-hauser/

https://medicamondiale.org/ueber-uns/wer-wir-sind



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Stefanie
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Fr 2. Dez 2022, 18:21

Nasrin Sotoudeh, geboren 1963 in Teheran, Iran
Rechtsanwältin, Journalistin, Menschenrechtsaktivistin

Ab 2003 arbeitete Sotudeh als Rechtsanwältin und verteidigte Frauen, die gegen das Kopftuch protestierten, Dissidenten und religiöse Minderheiten. Sotudeh war auch als Anwältin für die von der iranischen Justiz verfolgte und inzwischen exilierte iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi tätig.
Insgesamt wurde Nasrin Sotoudeh wurde in zwei Gerichtsverfahren zu insgesamt 38 Jahren Gefängnis – von denen sie 17 Jahre verbüßen muss – und 148 Peitschenhieben verurteilt.
2010 wurde sie das erstemal verhaftet. 2013 wurde sie freigelassen und 2018 erneut verhaftet. Seit dem ist sie inhaftiert, mit kurzen Unterbrechungen aufgrund ihres gesundlichen Zustands. Seit 2020 ununterbrochen im Gefängnis.

https://www.amnesty.de/mitmachen/petiti ... n-sotoudeh
https://de.wikipedia.org/wiki/Nasrin_Sotudeh



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Stefanie
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Sa 3. Dez 2022, 19:00

Madres de Plaza de Mayo, Argentinien, 1977 bis heute

Die Madres de Plaza de Mayo („Mütter des Platzes der Mairevolution“) ist eine Organisation argentinischer Frauen, deren Kinder unter der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 unter zunächst ungeklärten Umständen „verschwanden“ (Desaparecidos). Sie ist eine der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen Argentiniens. Während der Militärdiktatur konzentrierte sich ihr Protest zunächst darauf, die Freilassung von Verhafteten oder Informationen über deren Verbleib einzufordern. Danach setzten sich die Madres de Plaza de Mayo für eine strafrechtliche Aufarbeitung der in der Diktatur begangenen Menschenrechtsverletzungen ein und engagierten sich zudem für ein Gedenken an die Opfer.
Am 30. April 1977 begannen 14 Frauen auf dem Platz vor dem Präsidentenpalast auf ihre "verschwunden" Kinder aufmerksam zu machen. Sie gingen im Kreis, denn stehen war verboten. Sie trugen weiße Kopftücher, die Form erinnerte an Windeln, aufgestickt waren die Namen der Kinder.
Drei der Gründerinnen, Azucena Villaflor (die erste Sprecherin der Gruppe), Esther Ballestrino und María Ponce wurden ebenfalls verschleppt und getötet. Die sterblichen Überreste der drei Frauen wurden Jahre später (Villaflor 2005) in einem Massengrab gefunden. Nachfolgerin und langjährige Sprecherin war bis zu ihrem Tod Hebe de Bonafini, eine nationale Ikone. Sie starb vor kurzem im Alter von 93 Jahren. Sie konnte das Schicksal ihrer Kinder herausfinden.
Die Madres gehen weiterhin jeden Donnerstag auf den Plaza de Mayo. Die letzte Demo war am 01.12.2022. Noch immer sind nicht alle Schicksale geklärt, ebenso ist die juristische Aufarbeitung nicht abgeschlossen.
Die Organisation hat einen eigenen youtube Kanal, aber leider alles auf spanisch, wie nahezu alle Videos zu den Madres.
Ein Video mit englischen Untertiteln aus dem Jahr 1978 habe ich gefunden. Entstanden wohl anläßlich der Fussball WM 1978 in Argentinien, gedreht wohl durch einen holländischen Sender.




abuelas-de-plaza-de-mayo-1220895.jpg
abuelas-de-plaza-de-mayo-1220895.jpg (141.36 KiB) 1118 mal betrachtet
[attachment=0]abuelas-de-plaza-de-mayo-1220895.jpg[/attachment



IM Oktober 1977 gründete sich die Initiative Abuelas de Plaza de Mayo, die Großmütter der de Plaza. Sie gingen mit den Madres gemeinsam auf der Plaza demonstrieren. Ihnen ging und geht es auch um die Kinder der "Verschwundenen"' , ihren Enkelkindern. Es wird geschätzt, dass etwa 500 Babys und Kleinkinder verschleppt wurden. Die langjährige Präsidentin Enriqueta Estela Barnes de Carlotto fand nach 36 Jahren den Sohn ihrer getöteten Tochter. Das Kind wurde in Gefangenschaft geboren. Bis heute konnte ca. 115 Kinder gefunden werden.



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Stefanie
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Sa 3. Dez 2022, 20:46

Nicht nur in Argentinien stellten sich Frauen, Ehefrauen und Mütter, gegen die Diktatur, um Auskunft über ihre "verschwundenen" Angehörigen zu erhalten,
So wie auch in Chile unter Pinochet.
Entweder waren meine Suchbegriffe falsch, oder es gibt tatsächlich wenig zu einzelnen Frauen bzw. Gruppen, in Deutsch.
Spanisch wohl. Wie diese hier "Agrupación de Familiares de Detenidos Desaparecidos". Ich war etwas überrascht, so wenig in Deutsch zu finden. Nun gut, dann ohne Namen.

Nach der Machtergreifung von Pinochet wurden auch in Chile Menschen verschleppt, gefoltert, getötet, ins Gefängnis geworfen. Die Angehörigen wussten und viele wissen es immer noch nicht, was mit ihren Angehörigen passierte.
Der Cueca ist ein sehr bekannter chilenischen Volkstanz. Er wird zu zweit getanzt, Mann und Frau. Die Frauen halten dabei ein kleines Tuch in der Hand. Pinochet machte diesen Tanz zu einem Nationaltanz.
Da auch in Chile Demonstrationen verboten waren, gingen Frauen und Mütter wie folgt vor:
Sie tanzten den Cueca alleine. Cueca sola. Meistens in schwarz und weiß gekleidet, mit einem Bild ihres Angehörigen auf dem Oberteil befestigt, oder ein Bild wie eine Kette umgehängt. Von Gala Torres wurde ein spezieller Text geschrieben, der so wie ich es verstanden habe, auf ein Lied komponiert von dem chilenischen Star Victor Jara, passte. Dieser wurde auch vom Pinochet Regime getötet. Gala Torres ist mit einem Bild hier zu sehen:
https://www.antiwarsongs.org/canzone.ph ... 52&lang=en

Der Cueca Sola wurde so zu einem Widerstandtanz.
Chile tut sich nach wie vor schwer mit der Aufbereitung der Diktatur. Der Cueca Sola wurde seit den Protesten in 2019 wieder populär, und wird wieder in der Soloform getanzt. In der Regel von Frauen.

Sting hat 1987 ein Lied veröffentlicht mit dem Titel: "They dance alone - Cueca sola". Es galt den Frauen in Argentinien und Chile.

Hier ein Liveauftritt 1988 in Argentinien mit den Madres:
https://youtu.be/-P9m-3mrflo

Dieser Auftritt konnte in Chile erst 1990 erfolgen, mit den Frauen, die den Tanz während der Diktatur tanzten.
https://youtu.be/1oaDCbNRkAs

Die Konzerte erfolgten im Rahmen einer Tournee, organisiert von Amnesty International, in Chile erst 1990 möglich.



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Jörn Budesheim
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Sa 3. Dez 2022, 20:57



"Sie tanzten den Cueca alleine." Sehr berührend, finde ich.




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Stefanie
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Sa 3. Dez 2022, 21:24

Ja, wie auch die anderen Videos. Es gibt auch einen Spielfilm, eine Doku. Bei dem Video von Dir habe ich nicht herausgefunden, von wann es ist, ich tippe es ist aus der Doku.

Mir war die Organisation der Madres bekannt. Auch die Situation in Chile. Das Video von Sting ebenso. Es gibt eine Doku über die WM 1978, die ist sehenswert. Wer das Geisterhaus und den Nachfolger von Liebe und Schatten von Isabell Allende gelesen hat, konnte ja schon erahnen, wie es in Chile war.
Als ich jetzt aber weitere Quellen im Internet las, musste ich öfters mal schlucken. Über die angewandten Methoden und auch über das Verhalten westlicher Staaten.

Die nächsten Beiträge werden keinen brutalen Hintergrund haben. Erstmal kurze Pause von Frauen, die für Menschenrechte eintreten.



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Stefanie
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Sa 10. Dez 2022, 21:21

Gertrude Stein, geboren 1874 in den USA, gestorben 1946 in Paris
Schriftstellerin, Kunstsammlerin und Salonnière
Lebensgefährtin: Alice B. Toklas

Ihr Leben hier darzustellen, entpuppte sich als unmöglich und ich habe aufgegeben, also hier nur einige Punkte. Ich empfehle bei Wiki anzufangen, dann weitere Quellen zu lesen, usw. Es ist faszinierend.
Verdutzt war ich als ich hier sah https://www.fembio.org/biographie.php/f ... ude-stein/, dass die Hinweise und die Links zu ihr wesentlich länger sind, als der eigentliche Text. Denen ging es wohl wie mir.

In Paris eröffnete sie 1903 mit ihrem Bruder Leo Stein einen Salon, der zum Treffpunkt der damaligen literarischen und künstlerischen Avantgarde wurde. Nach dem Zerwürfnis mit ihrem Bruder führte sie den Salon mit ihrer Lebensgefährtin weiter.
Es trafen sich dort u.a. Picasso, Matisse, , T. S. Eliot, Gide, Hemingway, Ezra Pound, Thornton Wilder, Fitzgerald usw.
Ihre Gemädesammlung, erst zusammen mit ihrem Bruder und dann alleine, umfasste Matisse, Cézanne, Monet, Renoir, Daumier, gries , Gauguin und Picasso.
Das berühmteste Bild ist das von Picasso gemalte Portrait von ihr. Dieses vermachte sie nach ihrem Tod dem Metropolitan Museum. Die sind wohl ziemlich streng mit dem Urheberrecht, selbst wiki verlinkt nur.
https://www.metmuseum.org/art/collection/search/488221
Sie kauft Gemälde mit Herz, weil sie ihr gefielen. Die Bildersuche ergibt etliche Bilder über ihre Wohnung, mit vollgehängten Wänden. Ihr Bruder Leo und ihr Bruder Michael und dessen Frau sammelten ebenfalls Kunstwerke.

Rose is a rose is a rose is a rose.
Diese Zeile ist aus dem Gedicht Sacred Emily von 1913, veröffentlicht 1922.
Hier ist das Gedicht in seine vollen Länge, in englisch. https://www.vallejoandcompany.com/sacre ... ude-stein/ Viel Spaß beim Finden dieser berühmte Zeile.

Gertrude Stein zählt zu den ersten Frauen der klassischen literarischen Moderne. Sie schrieb experimentelle Romane, Novellen, Essays, Gedichte, literarische Porträts und Bühnenwerke, in denen sie sich über sprachliche und literarische Konventionen hinwegsetzte. U.a. Hemingway wurde durch sie beeinflusst. Sie verlegte zunächst ihre Werke selber.
1933 hatte sie zum ersten Mal Erfolg, bezeichnenderweise mit einem eher konventionell geschriebenen Text, der Autobiographie von Alice B. Toklas, ihrer Lebensgefährtin über 40 Jahre. Darin schildert sie ihr eigenes Leben jenseits jeder Konvention. Mit diesem Buch wurde sie in den USA ein Star. Ihre Reise in die USA wurde fast ein Triumphzug.

In einigen deutschsprachigen Seiten las ich, dass ihr Einfluß auf die moderne Literatur sehr groß war, nur gelesen würden ihre Werke selten. Es gibt viele Bücher über sie. Mein Eindruck ist, in den USA ist sie berühmter, als im deutschsprachigen Raum.



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Stefanie
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Mo 12. Dez 2022, 19:49

Anna Luise Karsch, geboren 1722, gestorben 1791, Deutschland
Dichterin
Ihren zweiter Vorname wird oft unterschiedlich geschrieben.

Anna Louise Karsch war die erste Frau in Deutschland, die sich ihren Lebensunterhalt mit Schreiben verdiente, und zu ihrer Zeit wohl die berühmteste Dichterin.
Sie stammt aus einfachen Verhältnissen, zwei mal war sie verheiratet, beide Ehemänner waren entweder betrunken oder gewalttätig. Mit Gedichten zu Taufen, Hochzeiten etc. fing alles an. Und daraus wurde eine Karriere als seriöse Dichterin. Diese wurden veröffentlicht, was ihr ein kleines Einkommen sicherte. In finanziellen Nöten war sie immer, auch weil Friedrich der Große sein Versprechen nicht einlöste, ihr eine Pension zu zahlen. Das versprochen Haus gab es erstmal auch nicht. Erst Friedrich II schenkte ihr ein Haus.
Ihre Bücher sind immer noch zu kaufen. Bei thalia online habe ich gerade gesehen, dass sogar gerade ein weiterer Band veröffentlicht wurde.


Sophie von La Roche, geboren 1730, gestorben 1807
Schriftstellerin

Sie gilt neben Anna Louisa Karsch als erste finanziell unabhängige Berufsschriftstellerin in Deutschland. Sie war auch Herausgeberin und Autorin der ersten deutschen Frauenzeitschrift "Pomona für Teutschlands Töchter"
Ihr Roman "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" war ein großer Erfolg, und machte sie finanziell unabhängig. Über ihre Reisen in die Schweiz, nach Frankreich, Holland und England veröffentlichte La Roche erfolgreiche Reisetagebücher. Sie war eine der ersten deutschen Frauen, die selbständig reisten.
Ihre Frauenzeitschrift, 1783 gegründet, unterschied sich von damaligen Zeitschriften für Frauen erheblich. Sie hatte einen philosophischen Ansatz und nicht Mode etc. 2 Jahre hielt sich die Zeitschrift. Katharina die Große soll 500 Exemplare gekauft haben.
Zwei der Kinder ihrer Tochter wurden ebenfalls berühmt.
Sophie von La Roche ist die Großmutter von Bettina von Armin und Clemens Brentano.



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Jörn Budesheim
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Di 13. Dez 2022, 17:59

"Karl Valentin gilt als einer der erfolgreichsten Komiker in der deutschen Geschichte. Was weniger bekannt ist: Viele seiner Pointen und Texte stammen von seiner Duo-Partnerin und Geliebten Liesl Karlstadt. Sie war weltweit die erste Frau, die in einem Komik-Duo gleichberechtigt auf der Bühne stand. [Am 12. Dezember 1892, also vor] vor 130 Jahren wurde sie geboren." (rbb.kultur)




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Jörn Budesheim
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Di 13. Dez 2022, 18:12

Das Folgende ist wohl eher für Comicfans wie mich interessant: "Wonder Woman, ist die erste weibliche Superheldin, die man als Hauptrolle im Kino sehen konnte und die erfolgreich war. Die Figur an sich gibt es schon seit 1941, 2017 kam sie dann in die Kinos. Vor Wonder Woman wurde schon Catwoman (2004) und Electra (2005) verfilmt – die Produktionen floppten allerdings. Außerdem ist es mitunter umstritten, ob die beiden überhaupt als klassische Superheldinnen gelten." (SWR3)




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Jörn Budesheim
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Di 13. Dez 2022, 18:29

Judit Polgar ist erste und die einzige Frau, die es in die Top Ten der Schach-Weltrangliste schaffte.




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Burkart
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Di 13. Dez 2022, 21:17

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 13. Dez 2022, 18:12
Das Folgende ist wohl eher für Comicfans wie mich interessant: "Wonder Woman, ist die erste weibliche Superheldin, die man als Hauptrolle im Kino sehen konnte und die erfolgreich war. Die Figur an sich gibt es schon seit 1941, 2017 kam sie dann in die Kinos. Vor Wonder Woman wurde schon Catwoman (2004) und Electra (2005) verfilmt – die Produktionen floppten allerdings. Außerdem ist es mitunter umstritten, ob die beiden überhaupt als klassische Superheldinnen gelten." (SWR3)
Also ich mag Catwoman, der Film lief auch gerade mal wieder im Fernsehen.



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.

[Allgemeine, starke KI wird kommen - die Frage ist nur, wann... und was man darunter genau versteht...]

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Do 15. Dez 2022, 23:59

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 13. Dez 2022, 18:12
Das Folgende ist wohl eher für Comicfans wie mich interessant: "Wonder Woman, ist die erste weibliche Superheldin, die man als Hauptrolle im Kino sehen konnte und die erfolgreich war. Die Figur an sich gibt es schon seit 1941, 2017 kam sie dann in die Kinos. Vor Wonder Woman wurde schon Catwoman (2004) und Electra (2005) verfilmt – die Produktionen floppten allerdings. Außerdem ist es mitunter umstritten, ob die beiden überhaupt als klassische Superheldinnen gelten." (SWR3)
By the way: Ich habe gerade online das Buch "Die geheime Geschichte von Wonder Woman" von Jill Lepore bestellt. Ist aber leider noch nicht angekommen.

https://www.deutschlandfunk.de/eine-com ... g-100.html




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Stefanie
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Fr 16. Dez 2022, 21:55

Wie wird Frau zum Vorbild einer Hauptfigur in einem Roman? Indem Frau Herrn Goethe bezaubert.

Charlotte Kestner, geb. Buff, geboren 1753, gestorben 1828
Hausfrau und Mutter
und
Werthers Lotte

Goethe lernte sie 1772 kennen. Auf einem Ball seiner Großtante. Goethe war sofort hin undnweg von ihr. Sie war allerdings schon verlobt. Das verursachte bei Goethe Liebeskummer. Er setze ihr mit seinem Roman Die Leiden des jungen Werthers ein Denkmal. Dem Ehemann gefiel das nicht so gut.
Charlotte Kestner brachte in 27 Ehejahren acht Söhne und vier Töchter zur Welt, bewältigte den großen Haushalt mit Organisationstalent, und war mit ihrem fröhlichen Naturell, ihrer Hilfsbereitschaft und einem festen Gottvertrauen allseits beliebt.
Kestner starb im Mai 1800 unerwartet auf einer Dienstreise. Charlotte gelang es, die weit verstreute große Familie in ungewöhnlicher Solidarität, besonders der Älteren für die Jüngeren und der Töchter zugunsten der Söhne, zusammenzuhalten und auch die schweren und unsicheren Jahre der französischen Besatzung – mit viel Einquartierung, Kontributionszahlungen, ausbleibender Pension und Gehältern – leidlich zu überstehen. Die Kestnersöhne stiegen ins Großbürgertum auf und heirateten Frauen aus geachteten Familien. Am berühmtesten wurde August (der “römische Kestner”), dessen Sammelleidenschaft später zur Gründung des Kestnermuseums in Hannover führte.
Das Wiedersehen von Charlotte und Johann Wolfgang 1816 in Weimar blieb höflich-kühl, was wiederum Thomas Mann in "Lotte in Weimar" verarbeitete.

Die Lotte im Werther hatte schwarze Augen. Dies waren die Augen von
Maximiliane von La Roche, geboren 1756 ; gestorben 1793
Sie war die Tochter von Sophie von La Roche und damit die Mutter von Bettina von Armin und Clemens Brentano.
Goethe beschrieb sie so: „freilich nicht anders als liebenswürdig war: eher klein als groß von Gestalt, niedlich gebaut; eine freie anmutige Bildung, die schwärzesten Augen und eine Gesichtsfarbe, die nicht reiner und blühender gedacht werden konnte“.
Obwohl sie verheiratet war, umschärmte Goethe sie. Damit war nun der Ehemann nicht einverstanden. Dessen Eifersucht hat Goethe auch im Werther eingebaut.
Sie verstarb mit 37 Jahren bei der Geburt des 12. Kindes.



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So 18. Dez 2022, 17:03

Jetsun Pema, geboren 1940 in Lhasa, Tibet
Tibetische Kinderdörfer (TCV) in Indien
Bruder: der aktuelle 14. Dalai Lama

Sie hat in der Schweiz und in England studiert, war die erste Frau in Tibets Exil-Regierung und baute die tibetischen Kinderdörfer nach dem frühen Tod ihrer Schwester Tsering Dolma Takla auf. Sie war damals 23 Jahre alt. Von 1964 bis 2006 war sie Präsidentin TCV , von 1990 bis 1993 Bildungsministerin der tibetischen Exilregierung. Sie ist in zweiter Ehe verheiratet, Mutter von drei erwachsenen Kindern und lebt in Dharamsala.
Die Kinderdörfer waren und sind für Kinder aus Tibet, die alleine aus Tibet fliehen. Um die 59.000 Kinder wurden bislang aufgenommen. Nach dem Vorbild der SOS Kinderdörfer leben die Kinder in Ersatzfamilien. Es gibt Schulen, Colleges, jedes Kind soll eine Berufsausbildung erhalten.
https://tcv.org.in/

Sie wird "ama la" genannt – angesehene Mutter.
Sie spricht von ihren Bruder immer als Seine Heiligkeit. Auf die Frage in einem Interview, wie sie ihn anspricht, sagte Sie: ich nenne ihn „Kundun“ wie alle Tibeter. Das bedeutet „die Präsenz“. Oder „Yeshe Norbu“ – „wunscherfüllendes Juwel“.

In dem Film "Sieben Jahre in Tibet" spielte sie ihre eigene Mutter, damit auch die Mutter des Dalai Lama.



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Sa 7. Jan 2023, 23:59

Adele Bloch-Bauer, geb. Bauer, geboren 1881 in Wien, gestorben 1925 in Wien
Adele Bauer war die Tochter von Moritz Bauer, Direktor der Großbank Wiener Bankverein. Sie heiratete 1899 den Zuckerfabrikanten Ferdinand Bloch; beide nannten sich von da an Bloch-Bauer.
Adele Bloch-Bauer saß Gustav Klimt für mehrere Werke Modell. U.a. für Adele Bloch- Bauer II und für Adele Bloch-Bauer I, auch genannt "Goldene Adele" aus dem Jahr 1907. Die Gemälde und weitere Werke von Klimt gehörten dem Ehepaar, genauer dem Ehemann Ferdinand Bloch-Bauer.
Dieses:
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20230107_232951.jpg (112.45 KiB) 308 mal betrachtet

Maria Altmann geb. Bloch, geboren 1916 in Wien, gestorben 2011 in Cheviot Hills, Los Angeles
Nichte von Adele Bloch-Bauer.
In der Zeit des Nationalsozialismus als Jüdin verfolgt, emigrierte sie in die USA. Sie war Miterbin des Wiener Industriellen Ferdinand Bloch-Bauer, dem Mann von Adele Bloch-Bauer. Das Ehepaar war kinderlos. Er ist nach Zürich geflohen, und starb 1945 in Zürich. Die Rückgabe der Kunstsammlung einschließlich der Gustav Klimt Gemälde ist einer der bekanntesten Restitutionsfälle, wenn nicht sogar der bekannteste Fall.
Maria Altmann stand für die Erbengemeinschaft, die gegen Österreich die Rückgabe forderte. Die Sache war durchaus rechtlich komplex, allerdings doch eindeutig. Nach jahrelangem Rechtsstreit wurden den Erben Jahr 2006 fünf Gemälde von Gustav Klimt übergeben, die bis dahin in der Österreichischen Galerie im Schloss Belvedere in Wien ausgestellt waren, darunter auch Porträt Adele Bloch-Bauer I, die Goldene Adele. Wenn man jetzt dieses Gemälde sehen will, muss man in die USA.
Was an dem damaligen Verhalten Österreichs lag. Denn Österreich zog sich auf formale Gründe zurück, Man wollte nicht verhandeln und stellte sich stur, und war gegenüber den Erben auch nicht wirklich empathisch. Zumal es zuerst Intention der erben gewesen, die Bilder in der Österreichischen Galerie Belvedere zu belassen, wohin sie, wie Adele Bloch-Bauer in ihrem Testament erbat, nach dem Tod ihres Gatten hätten gelangen sollen. Die hartnäckige Weigerung Österreichs, darüber zu verhandeln, ließ Altmann ihr Ansinnen ändern. Beide Porträts wurden durch die Erben verkauft.

Ferdinand Bloch-Bauers Hochzeitsgeschenk an Maria Altmann, ein Diamantcollier samt Ohrringen aus dem Besitz Adele Blochs, wurde später von den Nationalsozialisten geraubt und gelangte in den Besitz der Familie von Hermann Göring. Das Collier, welches Adele Bloch-Bauer auf dem Gemälde trägt, ist übrigens auch so "verschwunden". Beide Schmuckstücke gelten als verschollen.



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