Frauen

Dieser Teil des Forums befaßt sich mit politischen, sozialen und historischen Aspekten der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten.
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Stefanie
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Sa 11. Mär 2023, 20:51

Mikaela Shiffrin, geboren 1995 in Vail, Colorado, USA
Alpine Skirennläuferin

Seit heute die erfolgreichste Skirennläuferin im seit 1967 existierenden Weltcup und zwar geschlechter übergreifend. 87 Weltcupsiege. Sie überholte damit den großen Ingemar Stenmark, der 86 mal ein Weltcup Rennen gewann und man dachte, dieser Rekord hält ewig.
Kurzer Hinweis, Stenmark fuhr Slalom und Riesenslalom und später auch mal SuperSki, letzteren gewann er nie. Shiffrin gewann auch im SuperSki, Abfahrt und Parallelslalom.
Sie hält zudem den Rekord in einer Disziplin, im Slalom, 53 Siege.
Jüngste Weltmeisterin im Slalom, jüngste Olympiasiegerin im Slalom. 4 mal hintereinander wurde sie Weltmeisterin im Slalom. Weltmeisterschaften sind alle 2 Jahre. Sie hält den Rekord für die meisten Siege in einer Saison. Sie gewann 5 mal den Gesamtweltcup, auch in der aktuellen Saison, uneinholbar vor den letzten Rennen. Die Wertung nur im Slalom hat sie 7 mal gewonnen.
Es hätten noch mehr Siege werden können. Aber im Februar 2020 starb unerwartet ihr Vater. Das führte zu einem Bruch. Sie brach die laufende Saison ab, startet verspätet in die Saison 2020/2021, fuhr aber nur Slalom und Riesenslalom. Auch die Saison 2021/2022 verlief verkorst. Bei den olympischen Spielen 2022 schied sie mehrmals aus und gewann kein Rennen und keine Medaille.
Erst in der Saison 2022/2023 war und ist sie sportlich wieder wie vor 2020. Ich habe heute den 2. Durchgang im Slalom gesehen (im Fernsehen) und selbst eine Laiin wie ich kann erkennen, warum sie heute erneut überragend gewonnen hat.
Sie erst 28 Jahre alt und wenn sie sich nicht verletzt und sie weiter fahren will...dann wird sie die Marke von 100 Weltcup Siegen knacken.

Auf Platz drei der Bestenliste mit den meisten Weltcupsiegen, Männer und Frauen zusammen, liegt ebenfalls eine Frau, Lindsay Vonn.



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Timberlake
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Sa 11. Mär 2023, 22:30

Frauen der NS-Zeit Frankreich 2020 | arte


In der Geschichte des Zweiten Weltkriegs wurde die Rolle von Frauen häufig nur am Rande wahrgenommen. Dabei waren rund 500.000 von ihnen ab 1939 in den von der Wehrmacht besetzen Gebieten aktiv - dort, wo der Holocaust in die Tat umgesetzt wurde.

Sie waren nicht etwa passive Zeuginnen eines von Männern verübten Völkermords, sondern unentbehrliche Mittäterinnen. Das Engagement und die Brutalität der Sekretärinnen, Krankenschwestern, KZ-Wächterinnen und Ehefrauen von SS-Männern wirft Frauen auf: Wie sind sie zu Komplizinnen, mitunter zu Mörderinnen geworden? Warum hat die deutsche Nachkriegsjustiz in Teilen die Augen vor ihren Verbrechen mindestens genauso verschlossen wie vor denen ihrer männlichen Mitstreiter? Welche Tabus führen auch heute noch dazu, ihre Taten nicht zu benennen?

Die Dokumentation geht beispielhaft den Geschichten einiger dieser Frauen nach: von ihrer Indoktrination - vor allem innerhalb des Bunds Deutscher Mädel (BDM) - bis in die Nachkriegszeit, in der nur wenige von ihnen von ihrer Vergangenheit eingeholt wurden.
Persönliche Dokumente der Frauen und Berichte von Angehörigen verbinden sich mit Archivaufnahmen aus der damaligen Zeit. Interviews mit Historikerinnen und Historikern sowie KZ-Überlebenden veranschaulichen, wie hoch die Gewaltbereitschaft in der gesamten Gesellschaft war.




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Stefanie
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So 12. Mär 2023, 00:01

Also das ist ja nun keine neue Erkenntnis.

...
So richtig verstehen willst Du das Thema dieses Thread immer noch nicht.



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Timberlake
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Mo 13. Mär 2023, 01:42

Stefanie hat geschrieben :
So 12. Mär 2023, 00:01
Also das ist ja nun keine neue Erkenntnis.

...
So richtig verstehen willst Du das Thema dieses Thread immer noch nicht.
Dazu nur mal zur Erinnerung ...
Stefanie hat geschrieben :
Sa 30. Jul 2022, 21:21
In loser Reihenfolge, nicht chronologisch und ohne Anspruch auf Vollständigkeit stelle ich und gerne auch andere, hier Frauen vor, die Geschichte schrieben oder noch schreiben, in ihrem Bereich Die Erste waren, oder Veränderungen bewirkten, oder zu Vorbildern wurden, oder eine herausragende Leistung zeigten, berühmte aber auch weniger berühmte Frauen aus allen Bereichen.
Geschichte schreiben , die Erste sein , Veränderungen bewirkten oder auch herausragende Leistung zeigen, kann man im positiven aber auch im negativen Sinn. Auch was die Vorbildwirkung betrifft , so kann das, was heute dazu ganz sicher nicht geeignet scheint, zu einer anderen Zeit und einem anderen Ort sehr wohl dafür gehalten werden.
  • Mit einiger Freiheit des Bildes gesprochen: der Baum fühlt seine Wurzeln mehr, als daß er sie sehen könnte; dies Gefühl aber mißt ihre Größe nach der Größe und Kraft seiner sichtbaren Äste. Mag der Baum schon darin irren: wie wird er erst über den ganzen Wald um sich herum im Irrtum sein! von dem er nur so weit etwas weiß und fühlt, als dieser ihn selbst hemmt oder selbst fördert – aber nichts außerdem. Der antiquarische Sinn eines Menschen, einer Stadtgemeinde, eines ganzen Volkes hat immer ein höchst beschränktes Gesichtsfeld; das allermeiste nimmt er gar nicht wahr, und das Wenige, was er sieht, sieht er viel zu nahe und isoliert; er kann es nicht messen und nimmt deshalb alles als gleich wichtig und deshalb jedes einzelne als zu wichtig. Dann gibt es für die Dinge der Vergangenheit keine Wertverschiedenheiten und Proportionen, die den Dingen untereinander wahrhaft gerecht würden; sondern immer nur Maße und Proportionen der Dinge zu dem antiquarisch rückwärts blickenden einzelnen oder Volke.
    Friedrich Nietzsche .. Unzeitgemäße Betrachtungen
Das gilt um so mehr , wenn man , so wie von Nietzsche hier, an Hand einer Metapher beschrieben , bezüglich der Vergangenheit möglicherweise ein höchst beschränktes Gesichtsfeld hat.




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Jörn Budesheim
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Di 14. Mär 2023, 08:43

Die Künstlerin Marie Ellenrieder (1791–1863) war vor über 200 Jahren die erste Frau, die einen Studienplatz an einer deutschen Kunstakademie erhielt. Ellenrieder lebte ganz für ihre Arbeit, verzichtete bewusst auf Ehe und Kinder und wurde als Pionierin und begnadete Künstlerin gefeiert. Obwohl sie die weibliche Kunstszene ihrer Zeit revolutionierte, dauerte es noch lange, bis Frauen an den Kunstakademien "gleichberechtigt" waren und es gab natürlich Rückschläge:

"Dass sie als Frauen von den Aktkursen ausgeschlossen waren, störte die Damen wenig. Sie organisierten sich kurzerhand auf eigene Faust Nacktmodelle. Doch der durch Ellenrieder ausgelöste Aufbruch in der weiblichen Kunstszene währte nicht lange. 47 Frauen können in den folgenden Jahrzehnten noch an der Akademie studieren. «Doch im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts machten die Männer wieder dicht», berichtet Engelsing. Erst mit der Weimarer Reichsverfassung von 1919 erlangen Frauen wieder die gleichen Zugangsberechtigungen zur Kunstakademie."

(Quelle: https://www.monopol-magazin.de/vor-200- ... stakademie)

"Gleichberechtigt" heißt zunächst nur: Zulassung von Frauen zum Studium. Als vor zwei Jahren der 100. Geburtstag von Joseph Beuys gefeiert wurde, hörte ich einmal einen Podcast über die Akademie, an der Beuys unterrichtete, und wie es dort jungen Kunststudentinnen erging - da konnte ich wirklich nur mit den Ohren schlackern.

Inzwischen hat sich einiges geändert, aber nicht alles: An den Kunsthochschulen studieren heute sogar mehr Frauen als Männer. Das ändert aber noch nichts daran, dass die Kunst von Künstlerinnen immer noch weit weniger wahrgenommen (und gekauft) wird als die von Künstlern. Das belegt fast jeder Gang durch ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst. Aber es gibt etwas Bewegung: dazu im nächsten Beitrag mehr.

Hier ein weiteres leider negatives Beispiel: Heute morgen habe ich auf Instagram eine kurze Rezension über ein Kunstbuch gelesen, "Zeit für Kunst", 356 Tage und ebenso viele Bilder und Zitate enthält dieses Buch. Obwohl dem Autor das Buch eigentlich gefällt, stört er sich zu Recht daran, dass es nur 2 (in Worten: zwei) Werke von Künstlerinnen enthält. Dasselbe gilt für die Zitate. Das Buch stammt nicht aus den 60er Jahren, sondern ist im September 2022 erschienen! Eine Kunsthistorikerin, der ich den Link zur Rezension geschickt hatte, meinte: "Ja, das ist traurig, aber in den meisten Bänden die Realität".




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Jörn Budesheim
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Di 14. Mär 2023, 16:20

Lee Krasner (* 27. Oktober 1908 in Brooklyn, New York; † 19. Juni 1984 in New York; eigentlich Lena Krasner)

Wer sich ein wenig für Kunst interessiert, kennt wahrscheinlich den Maler Jackson Pollock. Er ist neben Mark Rothko, Willem de Kooning, Franz Kline, Barnett Newman und Clyfford Still einer der bekanntesten Vertreter des Abstrakten Expressionismus. Ich kenne das Narrativ genau so seit meinem Studium. Frauen kommen darin kaum vor - und wenn, dann zum Beispiel als "die Frau von ...". Lee Krasner war tatsächlich Pollocks Frau. Ein bekanntes Foto der beiden zeigt ihn beim "Dripping", also seiner ganz speziellen Art zu malen, während sie wie eine Werbefigur brav im Hintergrund sitzt. Dabei war sie selbst eine großartige Künstlerin.

Aber worin war sie nun die Erste? Vielleicht in folgendem, ganz sicher ist es nicht: Hans Hofmann, der in Deutschland geboren wurde und später in die USA emigrierte, gilt als wichtiger Vertreter des Abstrakten Expressionismus und beeinflusste zahlreiche Künstler seiner Zeit. Berühmt war die "Hans Hofmann School of Fine Arts in New York". Lee Krasner ist eine der ersten Frauen, die dort ausgebildet wurden, vielleicht die Erste.

Kommen wir in die Gegenwart: Die Kunsthalle Schirn versucht seit einiger Zeit, Kunstgeschichte besser bzw. neu zu erzählen. Es werden Ausstellungen gezeigt, die die Kunstgeschichte ein wenig gerade rücken und die Rolle der Frauen neu beleuchten. Die Ausstellung mit dem schönen Titel "Fantastische Frauen" zeigt zum Beispiel die wichtige Rolle von 34 internationalen Künstlerinnen für den Surrealismus. Auch Lee Krasner war dort eine Ausstellung gewidmet. Sie ist möglicherweise die erste abstrakte Expressionistin, der in der Schirn eine solche bedeutende Ausstellung gewidmet wurde. Ganz sicher bin ich auch da nicht. Hier könnt ihr euch über sie informieren:

https://schirn.de/leekrasner/digitorial/

Die Website stellt in einem sogenannten Digitorial verschiedene Aspekte ihres künstlerischen Schaffens vor. Sie gibt einen Überblick über ihr Leben und Werk, ihre Arbeitsweise und ihr Spätwerk. Krasners Inspiration durch natürliche Formen und ihre Fähigkeit, sich selbst herauszufordern, sich stetig zu verbessern, werden betont. Das Digitorial unterstreicht auch ihre Bedeutung als eine der wenigen Frauen in dieser Kunstrichtung.

Ich persönlich bin von dieser Entwicklung begeistert. Ich habe das Gefühl, live dabei zu sein, wie Kunstgeschichte gerade neu erzählt wird. Das ist aufregend und wichtig, damit Bücher wie das, das ich heute Morgen vorgestellt habe, in Zukunft der Vergangenheit angehören.




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Stefanie
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Mi 15. Mär 2023, 21:20

Elfriede Maria Scholz, geb. Remark, geboren 1903 in Osnabrück, ermordet 1943 in Berlin-Plötzensee
Damenschneiderin mit eigenem Salon
Bruder: Erich Maria Remarque

Sie war die jüngere Schwester von Remarque. Nach dem ersten Weltkrieg bis etwa 1929 gab es einen engen Kontakt zwischen den Geschwistern. Danach brach der Kontakt ab.
Elfriede Scholz eröffnete nach einigen Stationen und Umzügen letztendlich 1929 eine Schneiderei in Dresden.
Sie hatte wie ihr Bruder eine starke Abneigung gegenüber den Nazis und Hitler. Dies äußerte sie auch deutlich. Das wurde ihr zum Verhängnis.
"Zu einer Bekannten und Kundin ihrer Schneiderei sagt sie, dass sie nicht an die Propaganda von einem deutschen „Endsieg” glaube und die deutschen Soldaten an der Front nur „Schlachtvieh” seien. Außerdem erklärt sie, dass sie Adolf Hitler töten würde, wenn ihr die Gelegenheit geboten würde. Ähnlich äußert sie sich auch gegenüber ihrer Vermieterin. Im Spätsommer 1943 wird Elfriede Scholz denunziert und aufgrund der Aussagen der beiden Frauen angeklagt. Der „Volksgerichtshof” unter dem Vorsitz von Roland Freisler verurteilt sie am 29. Oktober 1943 wegen „Zersetzung der Wehrkraft” sowie „Feindbegünstigung” zum Tode verurteilt."
https://www.gdw-berlin.de/vertiefung/bi ... no_cache=1

Freisler soll folgendes gesagt haben: Ihr Bruder ist uns leider entwischt, Sie aber werden uns nicht entwischen.
https://stolpersteine-guide.de/map/biog ... ria-scholz

Remarque erfuhr erst 1946 von dem Tod seiner Schwester. Er widmete ihr den Roman der "Funke Leben ".
In der Bundesrepublik bemühte sich der Anwalt Robert W. Kempner im Auftrag von Remarque bei der Westberliner Staatsanwaltschaft um eine strafrechtliche Verfolgung der noch lebenden Prozessbeteiligten. Am Todestag Remarques, am 25. September 1970, erhielt Kempner den Einstellungsbeschluss des Kammergerichts Berlin. Laut Kempner hatte die Staatsanwaltschaft nicht einmal den seinerzeitigen Beisitzer Kurt Lasch vernommen. Somit galt Elfriede Scholz weiterhin als rechtskräftig verurteilt. Das Todesurteil wurde erst 1998 durch das Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege aufgehoben. Aus Wikipedia
1950 fand in Dresden ein Prozess gegen die ehemalige Vermieterin von Elfriede Scholz statt – die eigentliche Denunziantin war bei den Bombenangriffen auf die Stadt im Februar 1945 ums Leben gekommen. Die Vermieterin, die die Aussagen der Denunziantin bestätigt und damit zum Todesurteil beigetragen hatte, wurde zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. https://stolpersteine-guide.de/map/biog ... ria-scholz


Warum hier Elfriede Scholz? Sie wurde jahrzentelang einfach vergessen. Wie so viele. Ich wusste nicht, dass Remarque eine Schwester hatte, die ermordet wurde.
Vorgestern unterhielten wir uns in der Mittagspause über "Im Westen nicht Neues". Zu Hause habe ich mal noch kurz durch Buch geblättert und nochmal etwas über Remarque gelesen, dabei fand ich ihren Namen und ihre Geschichte.



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Stefanie
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Sa 1. Apr 2023, 23:12

Dora Richter, genannt „Dorchen“, geboren 1891, ihr Todesdatum ist nicht bekannt, nach 1933
Geboren als Mann.

Sie war die erste namentlich bekannte Person, die sich einer kompletten Geschlechtsangleichung (von Mann zu Frau) unterzog . Sie war eine von mehreren transsexuellen bzw. Transgender-Personen in der Obhut von Magnus Hirschfeld am Berliner Institut für Sexualwissenschaft in den 1920er und frühen 1930er Jahren. Nach 1933 ist leider nicht bekannt, was mit ihr geschah.

Wesentlich bekannter ist
Lili Elbe, geboren 1882 in Dänemark, gestorben 1931 in Dresden.
Geboren wurde sie Mann, als Einar Mogens Andreas Wegener.
Malerin und Transgender-Pionierin.

Sie wurde das 1. Mal 1930 in Berlin operiert. Weitere geschlechtsangleichende Operationen wurden in Dresden durchgeführt. 1931 starb sie nach ihrer 4. Operation in Dresden.
Es ist nicht geklärt, ob sie intersexuell war und was genau bei bei der letzten Operation gemacht wurde. Aufgrund der Bombardierung von Dresden wurden alle medizinischen Unterlagen vernichtet.

Ihr Geschichte wurden von Niels Hoyer geschrieben, zusammen mit lilli Elbe schon 1931 in dänischer Sprache, dann 1932 ins Deutsche übersetzt und dann in englischer Sprache. Das Buch war ein Bestseller, sogar in den USA.
2000 erschien ein Roman über sie, The Danish Girl. Der Roman wurde verfilmt und auch Oscar prämiert. Durch den Roman und den Film wurde ihre Lebensgeschichte noch mehr Menschen weltweit bekannt.



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Sa 8. Apr 2023, 18:13

Aus aktuellem Anlaß ...

Wikipedia hat geschrieben :
Bini Adamczak (* 21. Dezember 1979) ist eine politische Autorin zu den Themen Kommunismus und queere Sexualität.

2004 erschien Adamczaks Buch Kommunismus: Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird, in welchem sie im Stil eines Kinderbuchs den Kapitalismus und verschiedene, meist gescheiterte Versuche des Kommunismus erklärt. In einem Epilog verlässt der Text den Kinderbuch-Stil und liefert den theoretischen Hintergrund.[4] Ihr Vortrag zum Buch vom 25. April 2015 bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin ist als Videomitschnitt auf YouTube vorhanden. Der Band wurde im März 2017 von der MIT Press auf Englisch veröffentlicht, was zu einem Shitstorm von Seiten der US-amerikanischen Rechten und konservativer Kreise führte.




Im 2007 erschienenen Essay Gestern Morgen geht es Adamczak um die Geschichte der kommunistischen Revolution seit der Oktoberrevolution. Im Zentrum steht die – ihrer Ansicht nach – von kommunistischer Seite oft abgewehrte notwendige Trauer um die Toten der Revolution. Adamczak sieht diese als gescheitert an, nicht erst mit dem Ende der UdSSR, sondern bereits zuvor mit der Auslieferung von Antifaschisten an die deutschen Nationalsozialisten, dem Hitler-Stalin-Pakt 1939, dem Großen Terror 1937, der Phase des Stalinismus und bereits an ihrem Beginn 1917:




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Stefanie
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Do 18. Mai 2023, 21:17

Anna Sorokin war nicht die erste Frau, die sich Geld ergaunert hat.

Adele Spitzeder, geboren 1832 in Berlin, gestorben 1885 in München
Die Erste, die das Schneeballsystem so richtig groß gemacht hat. Wobei Schneeballsystem nicht ganz richtig ist. Es war das Ponzi System, das wohl weltweit Erste. Benannt aber nach einem Herren Ponzi, der nach Adele Spitzeder damit einen noch größerer Schaden anrichtete.
Beiden Systemen ist gemeinsam, dass sie eine exponentiell steigende Anzahl an Teilnehmern benötigen, um nicht zu kollabieren, und dass mit den Beiträgen neuer Teilnehmer die Gewinnausschüttungen der bestehenden Teilnehmer gedeckt werden. Hauptsächlicher Unterschied ist, dass beim Schneeballsystem dem „Kunden“ die Quelle der Gewinnausschüttung bekannt ist (er wirbt sie selbst an), die Urheber des Systems sind ihm aber unbekannt. Hingegen ist beim Ponzi-Schema der Urheber des Systems jedem „Kunden“ bekannt, während ihm die Quelle der Gewinnausschüttungen verschleiert wird. https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_P ... nzi_scheme

Das lief bei Frau Spitzeder so ab:
Begonnen hat alles so. Sie trifft eine Zimmermannsfrau, gewinnt ihr Vertrauen und verspricht ihr 30 % Zinsen. Spitzeder wohnte noch in einfachen Hotel. Gemeinsam gehen sie in Adeles Hotel. Die Zimmermannsfrau gibt ihr 100 Gulden, Adele verspricht ihr 30 Prozent Zinsen in drei Monaten. Die ersten 20 Prozent könne sie gleich mitnehmen. Adele geht auf ihr Zimmer, kommt zurück und gibt der Frau 20 Gulden - von den 100 Gulden, die sie gerade erhalten hat. In drei Monaten erhalte sie dann den Rest, 110 Gulden.
Das sprach sich schnell herum, und es kamen immer mehr Leute, meistens Menschen mit niedrigem Einkommen. Nach wenigen Wochen stehen sich die Leute in Adeles Hotel schon auf den Füßen, sie nimmt das Ersparte der Kunden an und stellt dafür Wechsel aus. Sie zieht von Hotel zu Hotel, später in ein Haus in der Schönfeldstraße nahe dem Englischen Garten. Draußen auf einem Schild steht "Adele Spitzeder, Privatière, Sprechstunden von 1-2 Uhr". Das ist weit untertrieben, denn bald muss sie viel länger aufmachen, weil die Kunden aus ganz Bayern kommen. Die Züge nach München sind voll mit Leuten, die Adele Spitzeder Geld bringen wollen. Sie kauft sich dann ein Haus in München Schönfeldstr. Auf dem Höhepunkt öffnet sie früh am Morgen, bis ein Uhr Nachmittag können die Leute einzahlen, danach bedient sie Kunden, die Geld ausleihen wollen. Denn irgendwann fängt sie auch an, Kredite zu vergeben. Sie hat 83 Angestellte, darunter viele Kreditvermittler, die für jeden Neukunden fünf Prozent Provision erhalten.Die Leute bringen täglich 100 000 Gulden und mehr. Sie nimmt anderen Banken das Geschäft weg, die Münchner Sparkasse macht in einem Jahr 50 000 Gulden Verlust, nur wegen Spitzeder.
Aus https://www.sueddeutsche.de/muenchen/sc ... -1.3743735

Als das Ganze aufflog, weil nicht mehr ausreichend Neukunden kamen, wurde sie verhaftet und zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie hat nämlich nichts versprochen, sonst wäre die Strafe höher gewesen.
Zitat von ihr
Kalbsköpfe, ich sage euch rundheraus, dass ich keine Sicherheit für euer altes Geld gebe!
https://forummuenchen.org/projekte/stec ... spitzeder/

Eine spezielle Dame.



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Stefanie
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Mi 7. Jun 2023, 18:55

Marie Françoise Gilot, geboren 1921 nahe Paris, gestorben am 06.06.2023 in New York.
Künstlerin
Und die einzige Frau, die Nein zu Picasso sagte.

Sie lernte Picasso 1943 kennen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie schon eigene Ausstellungen organisiert. Gilot und Picasso waren von 1943 bis 1953 zusammen und hatten zwei Kinder. Während der Zeit mit Picasso arbeitete sie auch als Künstlerin weiter.
Sie war, wie man das so schön nennt, die Muse von Picasso. Es gibt etliche Gemälde, die sie zeigten, übrigens auch die zwei Kinder. Über Picasso und sein schlimmes Verhalten gegenüber Frauen weiß man heute mehr. 1953 reichte es Gilot, sie packte ihre Sachen, nahm die Kinder und verließ Picasso. Die einzige Frau, die das getan hat. Das war Picasso nicht gewohnt.
1964 veröffentlichte Gilot ein Buch über ihre Zeit mit Picasso. Dieser versuchte die Veröffentlichung zu verhindern, ohne Erfolg. Während man(n) sich auf die Seite von Picasso stellte, wurde sie ignoriert, Ausstellungen verhindert usw.
Sie zog in die USA und wurde erfolgreiche Künstlerin, mit einem eigenen Werk. Bis ins hohe Alter stellte sie ihre Werke noch aus.

https://kurier.at/kultur/die-frau-die-p ... /402476897

Was mich in der Berichterstattung zu ihrem Tod ärgert, ist ihre Bezeichnung und Stellung zuerst als Geliebte von Picasso. In jeder naheu jeder Titelzeile. Das ist abwertend. Als ob sie nur dies gewesen wäre.

Es gibt einen sehenswerten Film, den ich zufällig mal bei Arte gesehen habe.
https://www.arte.tv/de/videos/095167-00 ... ise-gilot/



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Eiwa
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So 9. Jul 2023, 14:20

https://www.spektrum.de/news/forensik-d ... ar/2157387

In dem lesenswerten Artikel handelt es sich um das 5000 Jahre alte Grab der "Ivory Lady". Sie war wohl eine mächtige Frau, die sich ihre Position "durch Verdienst und persönliche Leistung" erarbeitet hat.




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Jörn Budesheim
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Sa 5. Aug 2023, 11:52

Um María Zambrano Idee der dichterschen Vernunft ging es in dem gleichnamigen Faden. Aber auch hierher passt sie: "Nach 45 Jahren Exil kehrte Zambrano nach Spanien zurück, wo man sie 1988 mit dem renommierten Premio Cervantes ehrte – als erste Frau überhaupt.“

https://www.philomag.de/artikel/maria-zambrano




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Stefanie
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Sa 5. Aug 2023, 22:12

Eiwa hat geschrieben :
So 9. Jul 2023, 14:20
https://www.spektrum.de/news/forensik-d ... ar/2157387

In dem lesenswerten Artikel handelt es sich um das 5000 Jahre alte Grab der "Ivory Lady". Sie war wohl eine mächtige Frau, die sich ihre Position "durch Verdienst und persönliche Leistung" erarbeitet hat.
Aus dem Artikel:
Denn das Ergebnis fällt bei Zähnen von Männern anders aus als bei denen von Frauen. Der Grund: Die Gensequenzen, die das Protein Amelogenin kodieren, unterscheiden sich je nach Geschlecht in der Länge. Auf dem X-Chromosom ist der Genabschnitt um sechs Basenpaare kürzer als auf dem Y-Chromosom. Taucht bei der Analyse also kein Nachweis für das Peptid des Y-Chromosoms auf, war der Mensch eine Frau. Gehen sowohl »Amel X«- als auch »Amel Y«-Peptide ins Netz der Chemiker, handelt es sich um einen Mann.

Wieder was gelernt.



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Stefanie
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Sa 5. Aug 2023, 23:42

Maria Sibylla Merian, geboren 1647 in Frankfurt , gestorben 1717 in Amsterdam
Naturforscherin, Künstlerin u.a. Kupferstich
Vater: Matthäus Merian, einer der berühmtesten Kupferstecher seiner Zeit und heute noch, Verleger. Das Reisemaganzin Merian wurde nach ihm benannt.

Insektenforscherin, Raupen und Schmetterlinge waren ihr Thema.
1699 unternahm sie im Alter von 52 Jahren nur zusammen mit ihrer Tochter eine Forschungsreise nach Surinam, Südamerika, etwa 100 Jahre vor Alexander von Humboldt.
Das Ergebnis war die Publikation Metamorphosis insectorum surinamensium.
Vorher hatte sie schon in Eigenregie Publikationen über Raupen etc. herausgebracht. Alles detaillverliebt gemalt und in Kupferstichen.
Es wurden Pflanzen und Insekten nach ihr benannt.
Im 18. Jahrhundert war sie hoch angesehen. Selbst der damalige Zar erwarb Aquarelle von ihr.
Danach vergessen und dann wiederentdeckt.

Hier ein schöner Artikel
https://www.nzz.ch/wissenschaft/maria-s ... ld.1307085

Und hier mit vielen Bilder https://artinwords.de/maria-sibylla-mer ... r-buecher/



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So 13. Aug 2023, 16:46

Das heutige Google Doodle ist gewidmet:

Hannah Gluck (Gluckstein), geboren 1885 in London, gestorben 1978 in Sussex
Künstlerin, Malerei

Hannah Gluck lehnte ihren Familiennamen Gluckstein ab und nannte sich nur noch Gluck. Aus einem Treuhandfonds der Familie erhielt sich finanzielle Mittel und war daher finanziell unabhängig.
Mit kurzen Haaren und scharf geschnittenen Anzügen machte sie in der Londoner Kunstwelt der 1920er und 30er Jahre unter dem Namen Gluck Furore. Glucks Werke werden den 1920er und 30er Jahren von der Kritik bewundert und sind kommerziell erfolgreich.
1932 entwirft Gluck den beliebten Gluck-Rahmen im Art-Déco-Stil und lässt ihn patentieren – ein dreistufiges Design, das passend zur Wand, an der es aufgehängt wird, gestrichen oder tapeziert wird und die Illusion vermittelt, das Gemälde sei Teil der Architektur des Raumes.

https://www.stern.de/kultur/kunst/hanna ... 22532.html



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Jörn Budesheim
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Mo 14. Aug 2023, 10:24

Passt nur bedingt hierher, scheint mir aber dennoch wichtig zu sein:
https://www.elle.de/female-empowerment-frauen-jaegerin-studie?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE hat geschrieben : Neueste Studienergebnisse verändern unseren Blick auf die Rolle der Frau in der Steinzeit

Forscher haben lange Zeit angenommen, dass Männer für die Jagd verantwortlich waren, während Frauen sich um das Sammeln von Pflanzen und die Versorgung der Gemeinschaft kümmerten. Doch durch archäologische Funde und neue Analysetechniken haben Wissenschaftler begonnen, diese Annahmen zu hinterfragen ...




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Stefanie
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Mo 14. Aug 2023, 17:54

Passt doch.



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Stefanie
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So 20. Aug 2023, 13:26

Elisabeth Treskow, geboren 1898 in Bochum, gestorben 1992 in Brühl Rheinland
Goldschmiedin und Professorin

Sie war einer der ersten Frauen, die den Beruf der Goldschmiede nach dem 1. Weltkrieg professionell ausübten. Nach Abschluss ihrer Gesellenprüfung eröffnete sie ihr erstes Atelier in Essen. Auch die Meisterprüfung legte sie ab. Erfolgreich stellte sie vor allem Schmuck her. Ihre Arbeiten waren begehrt. Auch für etliche kirchliche Aufträge wurde sie ausgesucht.

1948 erhielt sie eine Berufung an die zwei Jahre zuvor wiedereröffneten Kölner Werkschulen als Leiterin der Gold- und Silberschmiedeklasse. Ihre bis dahin erworbene Reputation führte dazu, dass sie im gleichen Jahr mit der vorläufigen Restaurierung des Kölner Dreikönigenschreins betraut wurde. Unter ihrer Leitung wurde der Schrein nach seiner kriegsbedingten Auslagerung notdürftig wieder zusammengesetzt.
1956 wurde sie zur Professorin ernannt. 1961 begann unter ihrer Leitung die Restauration des Dreikönigenschreins.

Ihr bekanntestes Werk kennt in Deutschland nahezu fast jeder bzw. jede. Nämlich das hier
Download (5).jpeg
Download (5).jpeg (17 KiB) 4898 mal betrachtet


Die Meisterschale für den deutschen Meister im Fussball.
Den Auftrag erhielt sie 1949. Sie fertigte die Schale mit ihren Studentinnen an. Die Schale wurde schon dafür konzeptiert, dass sie erweitert werden kann. Das war dann 1981 der Fall, da keinen Namen der Vereine mehr drauf passten.



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Burkart
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So 20. Aug 2023, 14:09

Und nun sind die Frauen aus Spanien verdient neue Fußball-Weltmeisterinnen, Gratulation an sie! (1:0 gegen England)



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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