Re: Rechtspopulismus: Eine Bewegung von Narzissten
Verfasst: Mo 22. Jun 2026, 13:57
In dem ich darauf aufmerksam machen wollte , dass mir Jörn darin zuvorgekommen ist, wollte ich dich zunächst auch darauf aufmerksam machen, dass auch ich deshalb darin keinen Widerspruch sehe. Nur fiel mir aufgrund deines Beitrages, dann doch auf, dass wenn bei Jörn von „unser Land, unser Blut, unsere Sprache, unsere Frauen, unsere Vormachtstellung (als Weiße), unsere Schnitzel, unsere Autos, unsere Sichtweisen …“ die Rede ist, sich dies nur als ein ideelles Eigentum vorstellen lässt. So ,wie wenn man von Unterschied dazu von „meinen Land, meinem Blut, meiner Sprache, meiner Frauen, meiner Vormachtstellung (als Weißer), meinem Schnitzel, meinem Auto, meiner Sichtweise …“ spricht, tatsächlich über eine Sache verfügt.Dynamis hat geschrieben : ↑Mo 22. Jun 2026, 10:25Es geht hier ja nicht um tatsächlichen Besitz. Frau von Redecker spricht davon, dass im Faschismus "Regieren und auch menschliche Beziehungen durch Verfügen ersetzt werden sollen." Da wird also ein normativer Sollens-Anspruch formuliert. Es ist ein Unterschied, ob ich tatsächlich über etwas verfüge oder ob ich mir ein ideelles Eigentum vorstelle und mir einbilde, dass ich über diese Sache verfügen sollte, obwohl ich faktisch nicht darüber verfüge.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mo 22. Jun 2026, 08:15Ich sehe hier keinen Widerspruch, sondern eher das Gegenteil. Das Recht des Stärkeren gilt, weil menschliche Beziehungen durch Verfügen ersetzt werden. Gewalt ist die Methode der Selbstjustiz gegen vermeintliche „Diebe“, die diesen Besitz bedrohen, also zum Beispiel: „unser Land, unser Blut, unsere Sprache, unsere Frauen, unsere Vormachtstellung (als Weiße), unsere Schnitzel, unsere Autos, unsere Sichtweisen …“ Wer etwas davon angreift oder „stehlen“ will, muss nach faschistischer Logik mit Gewalt daran gehindert werden – gewissermaßen in Notwehr. Es zählt allein das Recht des Stärkeren. Die Härte, von der von Redecker spricht, ist die Reaktion des Faschisten auf den eingebildeten Verlust dieser (Phantom-)Besitztümer.
Da gibt es nur ein Problem!RosiG2 hat geschrieben : ↑Fr 5. Jun 2026, 14:48Rechtspopulismus: Eine Bewegung von Narzissten
von Andreas Püttmann
Kurze Zusammenfassung des Artikels
Der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann vertritt die These, dass der Erfolg des Rechtspopulismus nicht allein durch politische Fehler der etablierten Parteien erklärt werden kann. Stattdessen sieht er eine tiefere kulturelle Entwicklung: einen zunehmenden gesellschaftlichen Narzissmus, bei dem individuelle Ansprüche, Selbstbezogenheit und das Gefühl, zu kurz zu kommen, stärker werden als Gemeinsinn, Verantwortung und demokratische Solidarität.
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Wenn man das berühmte Bild von Sigmar Polke aus dem Jahr 1969 eher darunter handelt. Also als ein Bid, bei dem die weiße Fläche des Bildes z.B. unser Land darsellt , und mein Land als die rechte obere Ecke schwarz gemalt, frage ich mich allerdings schon, ob sich zumindest diesbezüglich zwischen tatsächliches und ideelles Eigentum eine klare Trennlinie ziehen lässt.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Sa 20. Jun 2026, 11:55Man denke an das berühmte Bild von Sigmar Polke aus dem Jahr 1969: „Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!“ Polke mag das vielleicht ironisch gemeint haben; ich neige dazu, es eher „wörtlich“ zu verstehen, wenn auch ohne höhere Wesen, Götter, Wahn oder Tollheit. Ich würde es eher unter dem Titel der Autonomie der Kunst verhandeln. Und wer weiß, vielleicht ist das keine Anrufung der Götter, sondern eine Anrufung der ästhetischen Vernunft.
So das "mein" höheres Wesen, dass mir anstatt dessen befahl, die Fläche dazwischen, in Abstufung dessen grau zu malen, möglicherweise sehr viel mehr der Realität entspricht.Timberlake hat geschrieben : ↑Sa 20. Jun 2026, 14:21Mich befahlen übrigens höhere Wesen "grau" zu malen, und zwar ausgehend von der rechte oberen Ecke "schwarz", hin zu der unteren Ecke "weiß", die Fläche dazwischen, in Abstufung dessen.
Ein höheres Wesen, dass somit der Meinung war, auch im Hinblick des "Rechtspopulismus: Eine Bewegung von Narzissten" die Fuzzy-Logik anzuwenden. Demzufolge, wenn wir von einer Bewegung von Narzissten reden, wir es mir einer grauen Gemengelage zwischen mein und unser Land und somit einer grauen Gemengelage zwischen tatsächlichen und ideellen Eigentum zu tun haben. Wie dem auch sei, das Eine ist ohne das Andere wohl kaum vorstellbar. Zumindest für mich, dem von diesen höheren Wesen anscheinend auch die Hinwendung zum dialektischen Materialismus befohlen wurde ..Warum Fuzzy-Logik? Eine kurze Geschichte
Die Ursprünge der Fuzzy-Logik reichen zurück bis in die 1960er Jahre. Entwickelt wurde sie von Lotfi Zadeh, einem Informatikprofessor an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Zadeh erkannte, dass die Welt nicht ausschließlich in Schwarz und Weiß, in wahr und falsch unterteilt ist. Es gibt eine riesige Grauzone dazwischen, die mit der traditionellen binären Logik nicht effektiv behandelt werden konnte.
Seine Idee war es, eine Art von Logik zu entwickeln, die diese Grauzonen akzeptiert und in der Lage ist, mit ihnen zu arbeiten. Das Ergebnis war die Fuzzy-Logik, die heute in vielen technischen Systemen wie Waschmaschinen, Kameras und sogar in der Finanzwelt Anwendung findet, um nur einige zu nennen. Die Fuzzy-Logik hilft, Entscheidungsfindungen unter Unsicherheit zu verbessern und komplexere Probleme zu lösen, als es mit traditioneller Logik möglich wäre.
Gabler Wirtschaftslexikon
dialektischer Materialismus
Aus der Spannung der Gegensätze und ihrer gegenseitigen Durchdringung wird die Entwicklung zu Neuem und Höherem abgeleitet („Einheit und Kampf der Gegensätze”). Sie wachsen so lange sukzessive an, bis sich die materielle Realität an einem bestimmten Punkt abrupt und radikal verändert („Übergang der Quantität in Qualität”). Die neue Qualität ruft jedoch entsprechend der dialektischen Grundthese ihren eigenen Widerspruch hervor („Negation der Negation”).