Warum zählen Deutsche verkehrt rum?

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Stefanie
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Sa 23. Jul 2022, 20:00

....




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Burkart
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Sa 23. Jul 2022, 20:40

Tja, vieles ist historisch bedingt und nicht unbedingt sinnvoll und/oder logisch.
Zur Vereinfachung der Sprache würde ich erstmal der/die/das abschaffen zu "the" o.ä.

Was die Franzosen und Zahlen betritt, ist 99 = 4*20+19 (quatre-vingt-dix-neuf) auch nicht gerade sehr hilfreich ;)



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Erasmus
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Sa 23. Jul 2022, 20:47

Burkart hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 20:40
Tja, vieles ist historisch bedingt und nicht unbedingt sinnvoll und/oder logisch.
Zur Vereinfachung der Sprache würde ich erstmal der/die/das abschaffen zu "the" o.ä.
Ja, gute Idee. Sprache wird ja neuerdings ohnehin von oben dekretiert.
Wir könnten auch Sprache abschaffen und zur Gestik und Mimik und zur Bildersprache übergehen.
Magst du mal angeben, WIE diese Vereinfachung aussähe? Praktische Beispiele wären hilfreich.




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Jörn Budesheim
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Sa 23. Jul 2022, 20:55

Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 20:47
Sprache wird ja neuerdings ohnehin von oben dekretiert.
Echt?




Erasmus
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Sa 23. Jul 2022, 22:03

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 20:55
Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 20:47
Sprache wird ja neuerdings ohnehin von oben dekretiert.
Echt?
Alle Änderungen gehen von der Bürokratie und von den Medien aus.
Normalerweise, siehe den Genitiv oder die indirekte Rede, ändert sich das von der Masse der Sprecher aus.
Oder glaubst du, die Schnapsidee „Der Niemand von der Narcissus“ sei ein von unten stammender Sprachgebrauch? Oder die „Gästin“?




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NaWennDuMeinst
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Sa 23. Jul 2022, 22:18

Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 22:03
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 20:55
Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 20:47
Sprache wird ja neuerdings ohnehin von oben dekretiert.
Echt?
Alle Änderungen gehen von der Bürokratie und von den Medien aus.
Quatsch. Alle sicher nicht. Die jedes Jahr zum Jugendwort des Jahres gekürten sprachlichen Neukreationen kommen sicher nicht "von oben".
Oder glaubst du, die Schnapsidee „Der Niemand von der Narcissus“ sei ein von unten stammender Sprachgebrauch? Oder die „Gästin“?
Und glaubst Du, dass Wörter wie "cringe" "von oben" kommen?



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Burkart
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Sa 23. Jul 2022, 22:28

Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 20:47
Burkart hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 20:40
Zur Vereinfachung der Sprache würde ich erstmal der/die/das abschaffen zu "the" o.ä.
Magst du mal angeben, WIE diese Vereinfachung aussähe? Praktische Beispiele wären hilfreich.
You see? :)

Tja, einige Sprache wird leider von Gender-Menschen diktiert, im Fernsehen o.ä.; da graut manchmal echt davor... Was ist z.B. aus uns alten Studenten geworden... nur noch Studierende u.ä. Wenigstens ist die Studentenbewegung nicht schon quasi verboten worden wie Neger u.ä.
Zuletzt geändert von Burkart am Sa 23. Jul 2022, 22:36, insgesamt 1-mal geändert.



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Stefanie
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Sa 23. Jul 2022, 22:34

Überrascht mich der bisherige Verlauf des Diskussion?
Nein..
Ich kann hellsehen.



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Burkart
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Sa 23. Jul 2022, 22:37

Stefanie hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 22:34
Überrascht mich der bisherige Verlauf des Diskussion?
Nein..
Ich kann hellsehen.
Wenn du sie anders hättest, steuere sie doch entsprechend; Zahlen sind mir auch recht.



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Erasmus
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Sa 23. Jul 2022, 23:56

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 22:18
Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 22:03
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 20:55


Echt?
Alle Änderungen gehen von der Bürokratie und von den Medien aus.
Quatsch. Alle sicher nicht. Die jedes Jahr zum Jugendwort des Jahres gekürten sprachlichen Neukreationen kommen sicher nicht "von oben".
Oder glaubst du, die Schnapsidee „Der Niemand von der Narcissus“ sei ein von unten stammender Sprachgebrauch? Oder die „Gästin“?
Und glaubst Du, dass Wörter wie "cringe" "von oben" kommen?
Ideologen und Bürokraten haben keine Phantasie.
Der Soziolekt, wie er sich in „cringe“ ausdrückt, bleibt natürlich außen vor. Aber sein Kennzeichen ist ja, dass er es nicht in den offiziellen Sprachgebrauch schafft.
Die Gästin dagegen schon. Obwohl keiner so spricht. Nur sprechen SOLL.




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NaWennDuMeinst
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So 24. Jul 2022, 00:06

Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 23:56
Der Soziolekt, wie er sich in „cringe“ ausdrückt, bleibt natürlich außen vor. Aber sein Kennzeichen ist ja, dass er es nicht in den offiziellen Sprachgebrauch schafft.
Was ist denn mit "offizieller Sprachgebrauch" gemeint?
Ich kenne nur einen allgemeinen Sprachgebrauch.
Und da gibt es hunderte oder sogar tausende Beispiele für Neologismen die nicht "von oben" kommen (sprich: nicht diktiert werden), aber Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs geworden sind.



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Erasmus
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So 24. Jul 2022, 00:43

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
So 24. Jul 2022, 00:06
Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 23:56
Der Soziolekt, wie er sich in „cringe“ ausdrückt, bleibt natürlich außen vor. Aber sein Kennzeichen ist ja, dass er es nicht in den offiziellen Sprachgebrauch schafft.
Was ist denn mit "offizieller Sprachgebrauch" gemeint?
Ich kenne nur einen allgemeinen Sprachgebrauch.
Und da gibt es hunderte oder sogar tausende Beispiele für Neologismen die nicht "von oben" kommen (sprich: nicht diktiert werden), aber Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs geworden sind.
Ersetze „offiziell“ durch „allgemein“.




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Jörn Budesheim
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So 24. Jul 2022, 08:11

Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 23:56
Die Gästin dagegen schon. Obwohl keiner so spricht. Nur sprechen SOLL.
Den Ausdruck kannten bereits die Brüder Grimm, wie man leicht ergoolen kann. Er wurde allerdings bereits im 19 Jahrhundert - wenn auch selten - gebraucht.

Der entscheidende Ausdruck in deinem Text ist nach meiner Ansicht allerdings der Begriff "soll". Der Ausdruck ist notorisch mehrdeutig, wie man auch hier im Forum in vielen, vielen Diskussionen sehen kann.

Wenn ich den Begriff "soll" im vorliegenden Zusammenhang verwenden würde, dann würde ich damit meinen, es sei ein Gebot der Gerechtigkeit und Achtung. Andere verstehen den Begriff "soll", als sei er ein Gebot der "Sprachpolizei". Was genau mit Sprachpolizei gemeint ist, wird in der Regel nicht erläutert. Manche Leute fühlen sich erstaunlicherweise schon dadurch gegängelt, dass andere die infrage stehenden Begriffe überhaupt verwenden.

Wenn man das tut, dann sieht man sich gelegentlich auch Polemiken und Angriffen ausgesetzt. Einfach nur, weil man es tut und aus sonst keinem einzigen Grund. Ich habe so etwas wiederholt in den sozialen Medien erlebt. In solchen Fällen könnte man gut und gerne von "Sprachpolizei" sprechen, das liefe dann auf die Konklusion heraus, dass eigentlich nur diese Sprachpolizei von Sprachpolizei spricht :)




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Stefanie
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So 24. Jul 2022, 08:23

Wir sagen einundzwanzig.

Umgekehrt sagt man es dann wie?

Zweiundeins?
Zwanzigundeins?
?



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Jörn Budesheim
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So 24. Jul 2022, 08:40

Zweiundeinzig?
Zweieins?




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Burkart
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So 24. Jul 2022, 09:11

100.200.300 =
(Ein)Hundert-Million-Zweihundert-Tausend-(und-)Dreihundert wird in 3-Dezimalzahlenblöcken aneinander gereiht.
Insofern wäre es für mich konsequent fortgesetzt mit:
21:
Zwanzig-ein(s)
oder
Zwanzig-und-ein(s)

Auch schreiben wir "dreißig" anders als "zwanzig" und "vierzig" o.ä. durch das "ß".

Englisch wie im Deutschen bis zwölf/twelve eigenes Wort, danach drei-zehn bzw. thir-teen, im Französischen dagegen bis 16 (seize), dann erst 17 (dix-sept).

Die Amis machen aus unserer Milliarde gleich eine billion usw.
...und von den anderen Maßen wie die mile, foot, Inch, gallon mal gar nicht erst zu sprechen...

Apropos Zahlen:
Bei sehr kleinen oder großen Zahlen nutzt man ja die Potenzschreibweise a la 3 * 10^12 oder 2 * 10^(-13)
Wenn man nun eine große Zahl mit vielen Ziffern hätte, sagen wir 1.099.511.627.776 (=2^40), könnte man unser Sprechweise angemessener auf die Idee kommen sie 1*10^12 + 99*10^9 usw. zu schreiben, damit sofort beim ersten Lesen klar wird, dass es sich um rund eine Billion handelt und man nicht erst die Ziffern(blöcke) genau abzählen muss, und die Zahl aussprechen zu können... aber das nur so nebenbei ;)
Zuletzt geändert von Burkart am So 24. Jul 2022, 09:29, insgesamt 1-mal geändert.



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Burkart
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So 24. Jul 2022, 09:18

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 24. Jul 2022, 08:11
Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 23:56
Die Gästin dagegen schon. Obwohl keiner so spricht. Nur sprechen SOLL.
Wenn man das tut, dann sieht man sich gelegentlich auch Polemiken und Angriffen ausgesetzt. Einfach nur, weil man es tut und aus sonst keinem einzigen Grund.
Ist das so? Wollen nicht z.B. nicht die Gender-Menschen mit der anderen Sprache ihren Willen durchsetzen und bewusst den traditionellen, klassischen Sprachgebrauch kaputt machen? Für mich klingt es oft genug einfach falsch, und absichtlich viele falsche Wörter zu vernehmen, nervt einfach.
Z.B. Verb: lehren, Substantiv: Lehrer, oder malen/Maler... heißt das heißt wirklich so umständlich "Malende" oder wie nennen Gender-Menschen eigentlich nun den Beruf bzw. die Menschen, die ihn ausführen?



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So 24. Jul 2022, 09:25

Stefanie hat geschrieben :
So 24. Jul 2022, 08:23
Wir sagen einundzwanzig.

Umgekehrt sagt man es dann wie?
Na wie die Engländer ... twenty-one.
Keine Ahnung... im Deutschen wäre das dann Zwanzig-Eins.... Zwanzigundeins oder so.



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Erasmus
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So 24. Jul 2022, 09:42

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 24. Jul 2022, 08:11
Erasmus hat geschrieben :
Sa 23. Jul 2022, 23:56
Die Gästin dagegen schon. Obwohl keiner so spricht. Nur sprechen SOLL.
Den Ausdruck kannten bereits die Brüder Grimm, wie man leicht ergoolen kann. Er wurde allerdings bereits im 19 Jahrhundert - wenn auch selten - gebraucht.

Der entscheidende Ausdruck in deinem Text ist nach meiner Ansicht allerdings der Begriff "soll". Der Ausdruck ist notorisch mehrdeutig, wie man auch hier im Forum in vielen, vielen Diskussionen sehen kann.

Wenn ich den Begriff "soll" im vorliegenden Zusammenhang verwenden würde, dann würde ich damit meinen, es sei ein Gebot der Gerechtigkeit und Achtung. Andere verstehen den Begriff "soll", als sei er ein Gebot der "Sprachpolizei". Was genau mit Sprachpolizei gemeint ist, wird in der Regel nicht erläutert. Manche Leute fühlen sich erstaunlicherweise schon dadurch gegängelt, dass andere die infrage stehenden Begriffe überhaupt verwenden.

Wenn man das tut, dann sieht man sich gelegentlich auch Polemiken und Angriffen ausgesetzt. Einfach nur, weil man es tut und aus sonst keinem einzigen Grund. Ich habe so etwas wiederholt in den sozialen Medien erlebt. In solchen Fällen könnte man gut und gerne von "Sprachpolizei" sprechen, das liefe dann auf die Konklusion heraus, dass eigentlich nur diese Sprachpolizei von Sprachpolizei spricht :)
Ich habe das Wort Sprachpolizei nicht verwendet, es ist jetzt eher ein Strohmann.. Die Polizei wäre ja nicht für das Erschaffen zuständig, sondern nur für die Durchsetzung dessen, was irgendeine „Sprachregierung“ dekretiert hätte.

Als Améry im Zusammenhang mit seinen Überlegungen zum kulturellen Altern davon sprach, dass zu den Merkmalen des „die Welt nicht mehr verstehen“ gehöre, dass man den Jargon der Zeit nicht mehr spreche, war noch keine Rede davon, dass der Alternde im Rahmen irgendeines Sollens sich plötzlich einen neuen Jargon aneignen solle, um auf der Empfängerseite respektfähig zu bleiben.

Der Begriff, hab ich mal irgendwo bei Blumenberg gelesen, sei der Triumph der Vernunft. Heute würde man wohl eher zum Ergebnis kommen, dass der Begriff auf den Triumph der besten Moral abzielt. Aber gut, was zählt hier, ist ja eher, warum die Deutschen falsch herum zählen. Glücklicherweise funktioniert es.




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NaWennDuMeinst
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So 24. Jul 2022, 10:18

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 24. Jul 2022, 08:11
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Sa 23. Jul 2022, 23:56
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Den Ausdruck kannten bereits die Brüder Grimm, wie man leicht ergoolen kann. Er wurde allerdings bereits im 19 Jahrhundert - wenn auch selten - gebraucht.

Der entscheidende Ausdruck in deinem Text ist nach meiner Ansicht allerdings der Begriff "soll". Der Ausdruck ist notorisch mehrdeutig, wie man auch hier im Forum in vielen, vielen Diskussionen sehen kann.

Wenn ich den Begriff "soll" im vorliegenden Zusammenhang verwenden würde, dann würde ich damit meinen, es sei ein Gebot der Gerechtigkeit und Achtung. Andere verstehen den Begriff "soll", als sei er ein Gebot der "Sprachpolizei". Was genau mit Sprachpolizei gemeint ist, wird in der Regel nicht erläutert. Manche Leute fühlen sich erstaunlicherweise schon dadurch gegängelt, dass andere die infrage stehenden Begriffe überhaupt verwenden.

Wenn man das tut, dann sieht man sich gelegentlich auch Polemiken und Angriffen ausgesetzt. Einfach nur, weil man es tut und aus sonst keinem einzigen Grund. Ich habe so etwas wiederholt in den sozialen Medien erlebt. In solchen Fällen könnte man gut und gerne von "Sprachpolizei" sprechen, das liefe dann auf die Konklusion heraus, dass eigentlich nur diese Sprachpolizei von Sprachpolizei spricht :)
Ich finde Deine Darstellung hier etwas ... unvollständig. Denn natürlich sind viele Sprachänderungen die - zum Beispiel von der Genderbewegung - ins Leben gerufen wurden keine "unverbindlichen Empfehlungen".
Das kommt schon in der Form einer Forderung daher bestimmte Begriffe durch andere dauerhaft zu ersetzen, bzw zu ergänzen. Das wäre sonst ja auch sinnlos. Der Zweck dieser Änderungen ist ja ein gesellschaftliches Umdenken zu erreichen.
Ob man das dann Sprachpolizei nennen muss weiß ich nicht, aber ich finde den Begriff interessant. Sprachpolizei. Kommt der eigentlich "von oben"?



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