Kaffeestübchen

Philosophie Chat: Hier wird geplaudert über Gott und die Welt.
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Stefanie
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Mo 29. Jan 2024, 14:49

Kinder fragen, Erwachsene antworteten ... hier die TAZ.
https://taz.de/Kinder-fragen-die-taz-antwortet/!5982730
Wieso wollen Trecker keine Ampeln?
Diese Frage kommt von Fridolin 5 Jahre

Zum Glück haben die meisten Bauern gar nichts gegen Ampeln auf der Straße, sie halten bei Rot auch an. Wenn jemand sagt, dass die Treckerfahrer die Ampel nicht mögen, ist eigentlich etwas anderes gemeint, nämlich die Bundesregierung. Die Regierung, das sind die Bestimmerinnen und Bestimmer von Deutschland. Deren Plakate sind oft in den Farben Rot, Gelb und Grün, also genau in den Farben einer Ampel, deshalb wird die Regierung auch „Ampel“ genannt. Es ist diese Ampel-Regierung, auf die die Bauern sauer sind.
Dafür gibt es auch einen Grund. Weil die Regierung zu wenig Geld hat, hat sie beschlossen, dass die Bauern etwas mehr für das Benzin ihrer Trecker zahlen sollen. Das wollen die Bauern aber nicht. Manche sind deshalb so wütend, dass man nicht mehr richtig mit ihnen reden kann, sie wollen die Ampel-Regierung einfach nur noch weg haben.
Das geht aber nicht. Denn es gibt nicht nur Regeln für den Verkehr auf der Straße. Es gibt auch Regeln dafür, wer in Deutschland bestimmen darf. Das beschließen alle Bürgerinnen und Bürger zusammen bei einer Wahl. Alle vier Jahre findet so etwas statt. Jeder bekommt einen Zettel und macht ein Kreuz bei denen, die bestimmen sollen. Wer die meisten Kreuze hat, darf dann für vier Jahre Chefin oder Chef sein. Dann wird neu gewählt.
Deshalb darf die Ampel-Regierung zurzeit bestimmen, was passiert. Sie darf auch mehr Geld für Benzin verlangen, wenn sie das für richtig hält. Natürlich können die Bauern sagen, dass sie das doof finden. Sie dürfen auch mit ihren Treckern in die Städte fahren, damit alle merken, wie wütend sie sind. Aber die Regierung einfach weghauen, das dürfen sie nicht, das könnte ja sonst jeder versuchen, das ist gegen die Regeln. Und bei roten Ampeln müssen sie auch anhalten, das sowieso!
/
Wie erklärt man Kinder generell Politik und das was gerade so passiert. Damit meine ich noch nicht mal die ganz "schlimmen" Sachen wie Krieg und Terror.
Oder was gerade diskutiert wird:
Dürfen oder sollen Kinder mit auf Demos, wie die gegen die AfD? Ja oder Nein? Bildung, Aufklärung, Instrumentalisierung der Kinder, unangemessen Bevormundung, Überforderung?
Es waren sehr viele Kinder mit auf den Kundgegeben gegen die AfD, im Kinderwagen oder in den Buggys, Kindergartenkinder und Kinder im Grundschulalter. Auf Pappas und Opas Schultern, mit Plakaten mal ohne Schilder. Je voller es wurde, sind allerdings viele Eltern mit ihren Kindern aus dem Getümmel gegangen, zumindest in Bonn.



Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter.
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Jörn Budesheim
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Mo 29. Jan 2024, 18:22

In einer aktuellen Forschungsarbeit haben amerikanische Linguisten den Ursprung der Sprache entschlüsselt. Sie fanden heraus, dass die Menschen zunächst eine beeindruckende Anzahl von Wörtern erfanden, insgesamt 76.103.

Anschließend wurde der neue Wortschatz von diesen Menschen geprüft und einige als ungeeignet eingestufte Begriffe aussortiert. Dann wurde erstmals eine Kommission eingesetzt, die später vorschlug, bestimmte Wörter zur Bezeichnung von Gegenständen und andere zur Beschreibung von Eigenschaften zu verwenden.

Auch wenn nach dieser Einteilung noch viele der erfundenen Wörter ohne Funktion blieben, war ein wichtiger Anfang bei der Erfindung der Sprache gemacht. Der nächste und letzte Schritt war das Auswendiglernen der erfundenen Wörter. Dann kam der Buchdruck.




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Stefanie
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Fr 2. Feb 2024, 21:31

Heute habe ich wieder etwas über menschliche Kreativität im negativen Sinne gelernt.
Kurz entschlossen bin ich heute in den Lidl, um Zutaten zum Backen zu kaufen. Zu Sicherheit nahm ich noch ein 6 er Paket Bioland Eier mit. Erst an der Kasse schaute ich rein und ups, es waren nur 4 Eier drin. Ich sagte dann zur Kassiererin, da ist wohl ein Fehler beim packen passiert. Nöö, sagte sie dann, dazu passiert das viel zu oft. Die werden geklaut. Ernsthaft, es werden einzelne Eier geklaut. Tagtäglich werden Packungen gefunden/entdeckt, in denen Eier fehlen. Frau lernt nie aus.



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AufDerSonne
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So 4. Feb 2024, 11:28

Veränderung und Beständigkeit

Gerade in den letzten zwanzig Jahren hat sich mit dem Aufkommen des Internets viel verändert. Und wenn wir zum Beispiel an eine Stadt denken und einen Zeitraum von etwa 50 Jahren betrachten, dann ist die Veränderung doch auch beträchtlich, die so eine Stadt durchmacht. Neubauten kommen, alte Häuser werden abgerissen usw. Könnte man nicht fast sagen, alles ändert sich? Ändert sich für einen Einwohner einer Stadt über die Jahre hinweg nicht sogar die Realität? Ich frage mich das, weil wir unter Realität doch eigentlich etwas verstehen, das sich nicht ändert.
Bei den Veränderungen gibt es zwei Typen: Langsame und schnelle Veränderungen. Ein Haus verändert sich eher langsam, eine Bratwurst in der Pfanne recht schnell. Immer wenn sich etwas bewegt, verändert es seine Position. Überhaupt spüren wir Veränderung stark, wenn sich ein Objekt bewegt. Bewegung ist eine sehr offensichtliche Art der Veränderung.
Wie wichtig ist es für uns Menschen, dass es Dinge gibt, die sich nur langsam ändern? Es scheint wir streben danach Dinge zu finden, die sich nur langsam ändern. Gelten eigentlich Naturgesetze ewig? Ich denke, ja. Auch die Zahl Pi ist schon eine Weile lang dieselbe. Wahrscheinlich brauchen wir Menschen Dinge, die sich nur langsam ändern auch, weil wir uns an gewisse Sachen gewöhnen. Ein Leben ganz ohne Gewohnheit ist schwer vorstellbar. Es wäre wahrscheinlich ein ziemlicher Stress. Lebewesen und das Leben selbst scheinen in die Kategorie schnelle Veränderungen zu fallen. Denn Lebewesen bewegen sich und ändern sich von Tag zu Tag.



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Quk
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So 4. Feb 2024, 13:32

Apropos Veränderung. Neulich auf dem Weg zum Edeka veränderte sich ein Teil meines üblichen Denkmusters.

Aus irgendeinem Grund hatte ich im Kopf ein Bild eines numerischen Ziffernblocks auf einem PC-Keyboard. Dieser Block ist bekanntlich so angeordnet:

789
456
123

Dieses Bild hatte ich seit Minuten im Kopf. Dann, aus irgendeinem anderem Grund, dachte ich an meine PIN, die ich später an der Edeka-Kasse eintippen würde. Reine Routine. Ich kenne die Zahl im Schlaf, ebenso die Fingerbewegung beim Eintippen. Eigentlich muss ich mir die PIN gar nicht merken, weil meine reflexartige Fingerbewegung die Zahlen automatisch eintippt.

Und dann merkte ich, irgendetwas stimmte nicht mehr. Ich war mir meiner PIN nicht mehr sicher! -- Gedächtnisschwund? -- Ich dachte an die PIN und an die Fingerbewegung -- bildhaft, im Kopf. Es passte nicht mehr zusammen. Entweder war die Fingerbewegung falsch oder die PIN. Da ich nicht an der Kasse dastehen wollte mit falsch eingetippter PIN, entschied ich mich, umzukehren und zuhause meine PIN nochmal nachzulesen! :-)

Schließlich wurde mir auch die Ursache des Problems bewusst: Wegen dieses blöden Bilds einer PC-Tastatur im Kopf vergaß ich, dass PIN-Geräte ein anderes Ziffern-Layout haben, nämlich dieses:

123
456
789

Damit löste sich mein Kopfknoten wieder. Die besten Gags schreibt das wahre Leben.




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Stefanie
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So 4. Feb 2024, 14:51

Du bist echt zurückgefahren? Keine Eselsbrücke im Kopf?
Mein Vater hat sich die PIN als Berechnung gemerkt, ausgehend von der ersten Ziffer.

Meine allererste PIN weiß ich noch. Die erhielt ich noch kurz bevor die Postleitzahlen auf 5 stellig geändert wurden. Die PiN war die PLZ des Ortes, in dem ich aufgewachsen bin. Das war cool. Und die letzte PIN von meiner alten Bank weiß ich auch noch, die war ein Witz, nach dem Motto, als Passwortanteil völlig ungeeignet.



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AufDerSonne
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Di 6. Feb 2024, 10:05

Hallo Leute

Nichts Wichtiges. Nur ein bisschen quatschen. Die Sonne es scheint, es ist ein schöner Tag.
Hat die Philosophie verlässliche Grundlagen? Ich habe noch keine gefunden. Leider. Aber ich denke, das kommt schon noch mit der Zeit.
Ist halt bei der Philosophie ein bisschen komplizierter als bei der Mathematik. Oder nicht?

Es war ja von Freiheit und Willen die Rede. Und vom Können. Freiheit ist für mich, wenn ich mich frei entscheiden kann, was ich tun will. Wenn mir niemand dreinredet, zum Beispiel.
Ich wache des Morgens voller Tatendrang auf und kann tun, was ich will. Das ist schön. Ich rechne gerne, mache gerne Mathematik. Heute habe ich allerdings zwei Intergrale nicht lösen können. :(
Da war ich frustriert und zweifelte an meiner Intelligenz.

Also, noch einen schönen Tag wünsche ich. Und stellt keinen Blödsinn an. Alter schützt vor Torheit nicht.



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Jörn Budesheim
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Mi 7. Feb 2024, 07:11

Michael7Nigl, AufDerSonne:

Ich habe eure Beiträge in einen neuen Faden kopiert/verschoben: https://www.dialogos-philosophie.de/vie ... 445#p73767





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Jörn Budesheim
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Mi 7. Feb 2024, 18:38

Daniel Kehlmann und Omri Boehm
Der bestirnte Himmel über mir
Ein Gespräch über Kant

Sehr empfehlenswert für alle, die glauben, dass es Menschen gibt.




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AufDerSonne
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Mi 7. Feb 2024, 18:47

"Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum." (F. Nietzsche)



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Stefanie
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Mi 7. Feb 2024, 22:54

Das Wildlife Photographer of The Year" des Londoner Naturkundemuseums.
https://www.tagesschau.de/ausland/europ ... r-100.html
Notes_240207_225307_b23.jpg
Notes_240207_225307_b23.jpg (123.11 KiB) 496 mal betrachtet



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Quk
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So 11. Feb 2024, 12:19

Schönes Foto.

Andere Frage: Bilde ich mir das ein oder war es in diesem Forum einst möglich, dass man seine Beiträge jederzeit ohne Zeitlimit editieren kann?

Ich wollte gerade meinen Tippfehler in "Jörg Nöller" korrigieren ...




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Jörn Budesheim
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So 11. Feb 2024, 12:23

Es gab eigentlich immer ein Zeitlimit, wenn ich mich nicht irre, beträgt es eine halbe Stunde. Wenn Du möchtest, kann ich den Tippfehler für dich korrigieren wenn du mir sagst worum es geht.




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Stefanie
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So 11. Feb 2024, 12:39

Das Zeitlimit zum bearbeiten beträgt 60 Minuten. Ich habe nachgeschaut.



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Quk
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So 11. Feb 2024, 12:55

Ah, OK, dann war ich mit dem Editieren bisher einfach nur schnell genug und habs nicht gemerkt :-)

Hier ...

https://www.dialogos-philosophie.de/vie ... 988#p73988

... wollte ich Nöller in Noller umwandeln. Nicht so wichtig. Suchmaschinen finden das trotzdem, weil darin auch Noller vorkommt.




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Jörn Budesheim
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So 11. Feb 2024, 12:57

Erledigt




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Quk
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So 11. Feb 2024, 13:45

Schönen Dank. Du bist eine gute Seele :-)




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Quk
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Mo 12. Feb 2024, 13:25

Während der Verdauung meines Mittagessens dachte ich gerade nach: Über das Wort "Mitte". Ich will jetzt nicht in Dokumenten nachschlagen. Nur selber denken ... beim Schreiben ...

Mitte mag man als Synonym zu Zentrum verstehen. Ich vermute, so war der Begriff Mitte ursprünglich nicht gemeint. Es gibt noch die Wörter Mittel, mittelbar, unmittelbar, vermittelt, unvermittelt etc. -- Ich denke, da ist die Rede von mindestens zwei auseinander stehenden Sachen, und dazwischen ist ein Mittel, welches als Verbindung dieser separaten Sachen dient. Das Mittel, oder die Mitte, ist also dasjenige, was sich zwischen den Sachen befindet; das muss nicht notwendig im Zentrum stehen, nur irgendwo dazwischen. "Irgendwo in der Mitte" ist ein halbwegs sinnvoller Satz, während der Satz "irgendwo im Zentrum" weniger sinnvoll ist, da das Zentrum eher ein Punkt als eine Fläche darstellt. Die Mitte ist demnach ein Feld der Vermittlung von einer Sache zur anderen; man könnte dieses Sachen auch "Ziele" oder "Zwecke" nennen. Die Mitte ist das Feld des Mittels zum Ziel; sie vermittelt, sie ist mittelbar, mittig, mittäglich zwischen Morgen und Abend, sie ist das Mittagsessen zwischen Frühstück und Dinner, sie ist der Heiratsvermittler eines Paares, die statistische Mitte der Extremen ...

Gab es mal eine Zentrumspartei? Die muss die Größe eines Punktes gehabt haben ...




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Quk
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Mo 12. Feb 2024, 16:09

Bei den Karnevalsumzügen sind einige nette Mottowägen dabei, finde ich:

https://www.zeit.de/kultur/2024-02/rose ... ottowaegen




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