Kaffeestübchen

Philosophie Chat: Hier wird geplaudert über Gott und die Welt.
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Stefanie
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Di 11. Jun 2024, 15:30

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Stefanie
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Di 11. Jun 2024, 15:48

Das ist die Wettervorhersage für den Ort, in dem ich ab dem Wochenende 7 Tage sein werde. Am Meer, Deutschland so viel sei verraten. Seit Tagen immer diese Vorhersage, mal etwas mehr 18 Grad, mal etwas weniger oder mehr Regen. Im Grund tut sich da nichts. Es ist auch egal, ob ich die holländische Küste nehme, oder die Ostsee, oder bei hier zu Hause, dort allerdings zwei Grad mehr und mehr Regen.
Ich gebe zu, das ist schon frustrierend und ich weigere mich, die Herbstjacke mit zu nehmen. So weit kommt es noch. Und die Sätze "man muss da Wetter so nehmen wie es ist" bla bla bal kann ich nicht mehr hören.
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Jörn Budesheim
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Di 11. Jun 2024, 16:00

Burkart hat geschrieben :
Mo 10. Jun 2024, 22:34
Aber mal ehrlich, haben faktisch nicht schon einige Menschen viel mehr (insbesondere Geld-)Macht als im übertragenen Sinne 2 oder auch 10 Stimmen?
Sicherlich gibt es Menschen, die mehr Einfluss auf den Ausgang von Wahlen haben als andere. Daraus folgt aber nicht, dass man Wahlen fälschen sollte, indem man die einen Stimmen höher und die anderen niedriger bewertet.

Besser ist es, für mehr Gerechtigkeit und die Durchsetzung der Menschenrechte zu sorgen, national und international. Dazu gehören materielle und geistige Aspekte gleichermaßen. Während wir hier im Großen und Ganzen zu den reichsten Ländern der Welt gehören, sieht es in vielen Teilen der Welt leider ganz anders aus. Aber auch bei uns gilt natürlich, dass Armut die Demokratie gefährden kann. Damit verbunden ist hier wie dort die Frage nach dem Zugang zu Bildung. Das ist nach meinem Gefühl zentral.

Zwar haben auch diesmal wieder Menschen mit hoher Bildung AfD gewählt, aber mehr als doppelt so viele mit mittlerer und einfacher Bildung haben ihr Kreuz bei den Rechtsextremen gemacht. Ähnlich verhält es sich mit der finanziellen Lage: Menschen mit schlechter finanzieller Lage wählten deutlich mehr als doppelt so häufig AfD wie Menschen mit guter finanzieller Lage.

Bildung und finanzielle Lage hängen natürlich in aller Regel eng zusammen, wir müssen viel mehr in unser Bildungssystem investieren und es reformieren und nicht Stimmen umgewichten.




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Jörn Budesheim
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Di 11. Jun 2024, 17:39

„Sie wollen nicht einfach Vergangenheit zurück. Es geht darum, die jüngere Geschichte zu revidieren – unter anderem die Emanzipations- und Liberalisierungsgewinne der vergangenen Jahrzehnte. Diese Leute wollen einen Untergang als Bedingung für eine Neuordnung“.

Philipp Rhein, Wissenschaftler im Böckler-Promotionskolleg Rechtspopulismus




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Stefanie
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Di 11. Jun 2024, 17:54

Die Notwendigkeit in Kinder und deren Betreuung und in die Bildung zu investieren wird aber nicht gesehen. Alles, was in dieser Zeit bei Kindern versäumt wird, rächt sich nachher. Herr Lindner hält von der Kindergrundsicherung nichts, und in der CDU wollen etliche soziale Leistungen kürzen.
Das Problem ist aber meiner Meinung auch folgendes:
Das was Burkart schreibt ist nur ein Teil dessen, was viele Menschen meinen, das es tatsächlich immer so ist. Die Abgeordneten erhalten zu viel Geld, die Reichen haben zu viel Macht, zu viel Geld, manipulieren alle, auch die wenig Gebildeten, Die da oben interessieren sich nicht für mich und für uns, wobei Die da oben mal die Politik, mal die Wirtschaftsbosse sind oder beide, dann sind es wieder die Banken, es wird zu viel Geld für andere ausgegeben, nicht für Deutschland, aber für Flüchtlinge, diese und Bürgergeldempfänger erhalten zu viele Geld und wir müssen schuften, die bekommen eine Wohnung, Lufthansa und TUI werden staatliche Gelder hintergeschmissen, wir müssen die Schäden durch Hochwasser selber zahlen usw.usw ganz zu schweigen von den Klimawandelmaßnahmen.
Die AfD und die BSW bestärken diese dahinter stehenden Ängste und Emotionen, anstatt Lösungen zu präsentieren.
In die Bildung zu investieren interessiert dann nicht. Diese Parteien bedienen sich dieser Pauschalierungen und präsentieren sich als Zuhörer und als diejenigen, die auch so denken. Mehr brauchen sie nicht zu tun. Außer das Wahlrech ändern zu wollen und eine Stimmgewichtung einzuführen, die dann Die da oben in Schranken weist.
Die anderen Parteien schaffen es dagegen nicht, die Ängste zu nehmen, die Notwendigkeit von bestimmten Maßnahmen zu erklären. Wenn auf der emotionalen Ebene diskutiert wird, ist das auch schwer.
Das schadet der Demokratie.



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Jörn Budesheim
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Di 11. Jun 2024, 18:12

Wochentaz: Sie haben detailliert die Zukunftsvorstellungen von AfD-WählerInnen analysiert.

Philipp Rhein: Die Zukunftsvorstellungen meiner InterviewpartnerInnen umfassen keine konkreten politischen Visionen oder Utopien, sondern sind äußerst bilderarm. Sie sind eigentlich nur definiert durch eine sehr abstrakte Negation des Status quo. Die Jetzt-Zeit wird durchweg als Katastrophe wahrgenommen. Für meine InterviewpartnerInnen ist die „Normalität“, die meist auf die Lebensform einer heterosexuellen Kleinfamilie bezogen ist und auf weißen, deutschen Identitätsprivilegien beruht, abhandengekommen...
Ähnliche Analysen habe ich wiederholt gelesen; der Verlust dieser "Normalität", nehmen viele Rechte als Bedrohung wahr. Das was ich als große Fortschritte erlebe, ist für sie eine Katastrophe.




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Jörn Budesheim
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Di 11. Jun 2024, 18:58

Deshalb - Überraschung! - glaube ich auch, dass künstlerische Bildung so wichtig ist, weil künstlerische Bildung bedeutet, ein Gefühl dafür zu entwickeln, dass alles auch anders sein könnte und dass das keine Bedrohung ist, sondern einen Raum der Freiheit und der Buntheit eröffnet!




Burkart
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Di 11. Jun 2024, 19:22

Ja, bessere Bildung wäre sinnvoll, aber auch die Annahme der aktuellen.
Am Wochenende hat mir eine Lehrerin einer 5. Klasse erzählt, dass sie einigen Schülern erst einmal die Mathematik der 3. Klasse vermitteln müsse; sie sei wohl von den Schülern als nicht so wichtig oder ernst genommen worden zu sein.
Hm, warum ist das nur so? Zu viel Ablenkungen a la TikTok & Co? Zu wenig elterliche Unterstützungen? Natürlich sind es wie immer unterschiedliche Aspekte...



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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Stefanie
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Di 11. Jun 2024, 19:28

Ich weiß ich mehr, ob ich mal vom Cousin meiner Mutter erzählt habe. Einge Jahre jünger als meine Mutter. Sein Teil der Familie ist nach der Flucht auf Rügen und in Mecklenburg-Vorpommern hängen geblieben. Der andere Teil ist in NRW gelandet. Er ist also in der DDR aufgewachsen. Nach der Wiedervereinigung kam man dann wieder zusammen. Dieser Cousin ist ein wirklich herzensguter Mensch. Wirklich, Er hatte so seine Probleme, vergöttert seine Enkeltochter, hat Kontakt zur Familie, und meine Mutter kommt mit Abstand direkt hinter seiner Enkeltochter. Rügen und Rheinland ist doch etwas weit entfernt. Der andere Teil der Familie ist in Rügen und Mecklenburg-Vorpommern verstreut. Er ist mittlerweile glühender AFD Anhänger.
Als er in Rente ging, kümmerte er sich um seine Enkeltochter, die Mutter arbeitete Vollzeit und alles drehte sich um die Enkelin. Nur die Kleine wurde dann größer, und ging dann ihren eigenen Weg. Die zwei vergötterten sich immer noch, aber ihm viel der Lebensmittelpunkt weg. Er war einsam. Dann sagte ihm ein Bekannter, du da gibt es einen Treff für Menschen wie Du, geh doch mal dahin. Tja, ein Angebot der AfD. Verkauft als Treff und Freizeitaktivitäten für Alleinstehende. Seit dem ist er AFD Anhänger. Er wird wieder gebraucht, für die Organisation von Aktivitäten etc. Keine Chance mit ihm darüber zu diskutieren. Dann werden schon mal sowohl in NRW wie auch von den anderen der Sippschaft auf Rügen beidseitig die Telefonhörer mit Knall aufgelegt. Trotzdem ist er dann immer dabei, Besuche, Feiern usw. Er bekommt dort bei diesen Treffen außerhalb der Familie wohl Anerkennung, seine DDR Biographie wird anerkannt, es wird versprochen, es ändert sich nichts usw. Er sagt selber, es liegt nicht an seiner finanziellen Situation, ihm reicht das, was er hat, und genug, um der Enkelin was zu finanzieren. Er musste die Veränderungen durch die Wiedervereinigung erleben, dann die laufenden Veränderungen mit Beginn des 21. Jh. Und alles in dem Gefühl, er als Normalo zählt nicht mehr, und das wird verstärkt. Früher kümmerte man sich um Menschen wie ihn, jetzt wird sich um alle anderen gekümmert, nur nicht mehr um die normalen Deutschen. So die Aussagen.
Tja...



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Lucian Wing
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Di 11. Jun 2024, 23:22

Fürs Protokoll "Demokratie" zwei Anmerkungen aus dem Grundkurs Philosophie - Politische Philosophie (bei Reclam erschienen):

In einer Demokratie sind alle Bürgerinnen und Bürger als gleichermaßen kompetent zu erachten, wenn es um die Entscheidung grundlegender politischer Fragen geht; die Inanspruchnahme einer privilegierten Einsicht ist mit ihrem Anspruch als Freie und Gleiche nicht vereinbar (das sog. "Sartori-Kriterium).

Noch grundlegender:

In der Demokratie wird private Ungleichheit zur öffentlichen Gleichheit.
Einer der zentralen Demokratiesätze.
Kognitionsasymmetrie führt also nicht dazu, eine privilegierte Einsicht zu reklamieren und womöglich irgendwie umzusetzen in Recht, mit dem dem Elektorat so viel wie möglich Mitwirkungsrechte entzogen werden. Mag unbefriedigend sein, ist jedoch konstitutiv für den Demokratiebegriff.

Aber wie gesagt: nur fürs Protokoll. Der Reclamband sei empfohlen, fürs Weiterlesen Veith Selks "Demokratiedämmerung" oder Philip Manows "Unter Beobachtung", eine ausgearbeitete Version dieses Aufsatzes aus dem Merkur:

https://www.merkur-zeitschrift.de/artik ... mr-77-8-5/

Unabdingbar für demokratische (Weiter)Bildung und gegen andere Bildungen. ;)



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Jörn Budesheim
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Mi 12. Jun 2024, 07:19

Du meinst, man sollte antidemokratische Bewegungen fördern, indem man auf Bildung verzichtet? Und ebenso sollte man alle Versuche, gerechtere Verhältnisse zu schaffen, einstellen, nicht wahr?




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Stefanie
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Mi 12. Jun 2024, 07:34

Gibt es den zitierten Artikel auch in Deutsch?



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Lucian Wing
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Mi 12. Jun 2024, 08:39

Stefanie hat geschrieben :
Mi 12. Jun 2024, 07:34
Gibt es den zitierten Artikel auch in Deutsch?
Du meinst den verlinkten aus dem Merkur?

https://www.merkur-zeitschrift.de/artik ... mr-77-8-5/

Der ist doch deutsch.



Als ich vierzehn war, war mein Vater so unwissend. Ich konnte den alten Mann kaum in meiner Nähe ertragen. Aber mit einundzwanzig war ich verblüfft, wieviel er in sieben Jahren dazu gelernt hatte. (Mark Twain)

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Stefanie
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Mi 12. Jun 2024, 08:43

Mit ganz viel Text in Englisch und zwar die Zitate.



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Quk
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Mi 12. Jun 2024, 18:37

Gehste nächste Woche Wattwandern, Stefanie?




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Stefanie
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Mi 12. Jun 2024, 18:46

Nee. Wattwandern mit 100% Sicherheit nicht. Boot, Schiff, Schwimmen, aber Watt, nöö.



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Quk
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Fr 14. Jun 2024, 08:36

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... g-100.html
SWR hat geschrieben : Größter Gewinner: Die UEFA als Veranstalter

Die UEFA, die Union Of European Football Associations, also der europäische Fußballverband, hat hohe Erwartungen, sie hat einen Rekordumsatz von 2,4 Milliarden Euro oder mehr in Aussicht gestellt. Möglicher Gewinn: 1,75 Milliarden Euro. Das setzt sich unter anderem zusammen aus den Preisen für die Tickets, Fernsehrechten für die Übertragung von Spielen, oder das Sponsoring oder auch Lizenzgebühren, die zum Beispiel auch Public Viewing Veranstalter zahlen müssen.

Wie viel Geld für die Ausrichter, unser Land, die Städte und damit die Allgemeinheit, also uns alle, bleibt, ist schwer zu sagen. Die UEFA beispielsweise erklärt, dass sie geschätzt 65 Millionen Euro an Steuern bezahlen wird für die EM. Das würde, umgerechnet auf den gesamten Gewinn, einem Steuersatz von nur 3,8 Prozent entsprechen.
Warum wird das von den Regierungen akzeptiert?




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Stefanie
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Fr 14. Jun 2024, 12:01

Die UEFA, hat wie die FIFA und das IOC ihren Sitz in der Schweiz.
In der Schweiz gilt die UEFA als gemeinnützig, und ist im Rahmen der Gemeinnützigkeit von der Steuer befreit. Da die UEFA die Haupteinnahmen - Fernsehrechte, Lizenzierung, Sponsoring- an ihrem Standort in der Schweiz erzielt, wird der größte Anteil der Gesamteinnahmen nicht versteuert.
Ob und in welchem Umfang Deutschland für Geschäfte in Deutschland Steuer erlassen hat, gibt es keine Informationen.
Die erwähnte Steuerzahlung von 65 Mio. ergibt sich im wesentlichen aus den Gewinnen der Ticketverkäufe und der Körperschaftssteuer. Das läuft nach deutschem Recht.
Dieses Prinzip gilt übrigens auch im wesentlichen für die FIFA und dem IOC.

Dieser Satz aus dem Artikel "Das würde, umgerechnet auf den gesamten Gewinn, einem Steuersatz von nur 3,8 Prozent entsprechen." ist doch etwas ungenau. Der größte Teil muss eben nicht versteuert werden, weil er in der Schweiz erzielt wird.

Die UEFA muss natürlich entsprechend ihrer Gemeinnützigkeit die Gewinne auch ausgeben. Das Geld geht zu Teilen an die an der EM teilnehmenden Nationalverbände wie den DFB, der das wieder rum im Rahmen seiner Gemeinnützigkeit zu verwenden hat.
Ein anderer Teil geht an alle Mitgliedsstaaten der UEFA, zudem werden Zuschüsse und so was an Mitgliedsländer gezahlt, Zuschüsse für Spielstätten, Fußballschulen, Förderung, Förderung Frauenfußball und sowas.

Dieses System gilt auch für FIFA und das IOC.
Auch diese müssen die Gewinnen an die Mitglieder weitergeben. Und da wird es dann intransparent, da vor allem die FIFA und das IOC ihren Mitgliedsverbänden nicht genug auf die Finger schauen. Man sollte zugute halten, dass damit auch tatsächlich Projekt finanziert werden, die Sinn machen.
Bestimmte Bedingungen Fanmeilen einrichten zu müssen, die nicht von UEFA bezahlt werden, halte ich doch für Knebelverträge.

Warum die Länder7Städt das machen, wird auch in dem Artikel genannt: Image, erhoffte Gewinne, aber vor allem Image.

Ich habe nachgeschaut, Stuttgart hat neben Berlin die bislang teuersten Kosten für die Ausrichtung der EM, weil das Stadion umfang reich umgebaut wurde, und wohl auch musste. Das Stadion gehört zu 60% der Stadt, und zu 40% dem VfB Stuttgart. Jetzt spielt Stuttgart in der Champions Liga, und hat erhält dafür von der UEFA richtig Geld. Ich weiß nicht wie Vereinbarungen zwischen Stadt und VfB sind, aber das Geld könnte dem Stadionumbau gut geschrieben werden.

Die genannten Verbände müssen meiner Meinung nach stärker kontrolliert werden, wie und an wen und für was sie die dort erwirtschafteten Gelder ausgegeben werden, und nicht nru für die Funktionäre.



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Wolfgang Endemann
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Fr 14. Jun 2024, 13:14

Lucian Wing hat geschrieben :
Di 11. Jun 2024, 23:22
"Unter Beobachtung", eine ausgearbeitete Version dieses Aufsatzes aus dem Merkur:

https://www.merkur-zeitschrift.de/artik ... mr-77-8-5/

Unabdingbar für demokratische (Weiter)Bildung und gegen andere Bildungen. ;)
Hervorragender Artikel im Merkur. Ich rede immer vom unauflösbaren Widerspruch von Mehrheit und Wahrheit, das meint jedoch weitgehend dasselbe.
Wenn nicht alles nur eine Frage der Macht ist, dann muß man davon ausgehen, daß es einen Fortschritt der Vernunft gibt. Das wiederum ist allein mit dem Prinzip der Evolution vereinbar, denn die sich entwickelnden Eigenschaften entwickeln sich ja, weil sie Anpassungsfortschritte sind. Der Mensch besitzt Vernunft (wenn er sie besitzt), weil sie fürs Überleben vorteilhaft ist. Dann kann man sagen, die Demokratie ist eine vernünftige Gesellschaftsorganisation, weil mit ihr sich à la longue die wachsende Durchschnittsvernunft der Mehrheit realisiert. Andrerseits jedoch kann eine geistige Elite eine bessere Politik machen. Nachhaltig erfolgreich ist solche Politik allerdings nur, wenn sie allmählich die Mehrheit gewinnt. Eine selbsternannte Elite kann auch eine (entsetzlich) falsche Politik im Eigeninteresse betreiben, dagegen bietet auf lange Sicht nur eine demokratische Mehrheit einen Schutz. Daraus ergibt sich, daß man temporär, bedingt sich von der Demokratie abwenden kann, um die Gesellschaft voranzubringen, aber auf lange Sicht die Demokratie als die Standardform begreifen muß.




Burkart
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Registriert: Sa 11. Jul 2020, 09:59

Fr 14. Jun 2024, 23:23

⚽: 5:1 im EM-Eröffnungsspiel gegen Schottland, so kann es weitergehen :)



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Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.

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