Kaffeestübchen

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AndreaH
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Mi 5. Mai 2021, 16:36

Ich hatte gestern meine 1. Pfizer Impfung beim Hausarzt.
Bei uns in Österreich, meldet man sich über das Rote Kreuz an. Auf der homepage kann man entscheiden, ob man lieber in einer Teststraße oder bei einem Arzt (der beim Roten Kreuz eingetragen ist) geimpft werden möchte.
Das Rote Kreuz benachrichtigt dann den Arzt, wenn der Impfstoff für die jeweilige Person da ist. Mein Hausarzt hat mir dann den Termin gegeben.
Fühle mich gut, etwas müde und ganz leichte Kopfschmerzen. Könnte aber auch am Wetter liegen.

Habe auch vor, soweit es geht den grünen Pass zu vermeiden. Werde auf die Vorteile des grünen Passes verzichten, da ich es nicht fair finde gegenüber denjenigen, die sich nicht impfen lassen wollen.
Für den wirtschaftlichen Start, finde ich es ok. Nicht aber als Dauerlösung.



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Jörn Budesheim
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Mi 5. Mai 2021, 16:59

AndreaH hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 16:36
Werde auf die Vorteile des grünen Passes verzichten, da ich es nicht fair finde gegenüber denjenigen, die sich nicht impfen lassen wollen
Findest du es denn fair gegenüber den anderen, sich nicht impfen zu lassen?



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Stefanie
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Mi 5. Mai 2021, 17:37

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transfinitum
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Mi 5. Mai 2021, 19:05

Bei uns wurden Cafes umfunktioniert zu Testcentren, da kann man sich auch dann direkt ein Zertifikat ausstellen lassen, vor dem Supermarkt habe ich es hier noch nicht gesehen.
Einige meiner Kollegen haben sich auch impfen lassen, da sie "privilegiert" sind, also weil sie im Familienkreis einen Krankenfall oder einen Risikopatient haben. Hier weiß ich auch nicht wie gerecht oder fair das einzustufen ist....



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AndreaH
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Mi 5. Mai 2021, 21:52

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 16:59
AndreaH hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 16:36
Werde auf die Vorteile des grünen Passes verzichten, da ich es nicht fair finde gegenüber denjenigen, die sich nicht impfen lassen wollen
Findest du es denn fair gegenüber den anderen, sich nicht impfen zu lassen?
Ich hoffe auf eine große Impfbeteiligung in der Bevölkerung. Denn wie man z.B. an der Pockenimpfung sieht, ist viel durch eine Impfung möglich.
Ich habe größten Respekt für die Medizin, in so kurzer Zeit verschiedene Corona Impfungen zu entwickeln.
Bei mir ist es jetzt überraschend schnell gegangen mit der Impfung, daher denke ich, wird es auch für alle anderen die vorangemeldet sind zügig voran gehen.
Ich war bereits in Impfkategorie 3 in Österreich.

Wenn ich urteile, dann eher über mein eigenes Verhalten. Daher ist mein empfinden das es unfair wäre, ein sehr persönliches.
Ich akzeptiere die Meinung und die Haltung anderer, aus dem Grund würde ich es nicht für unfair gegenüber der  Bevölkerung empfinden, wenn ein Teil sich nicht impfen lässt.
Jeder Einzelne sollte für sich entscheiden können, ob er das möchte oder nicht,
ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.
Wir haben ja bereits in der Pandemie gesehen dass Meinungen und Wahrnehmung von Menschen sehr unterschiedlich sein können. Daher geht es vielleicht eher darum, mit dieser bunten Vielfalt umzugehen.
Es spricht ja für uns, wir leben in einem demokratischen Staat, bei denen Freiheitsrechte einen großen Stellenwert haben. Ich schätze diese Freiheit sehr. Diese fordern und geben den Menschen eine große Verantwortung gegenüber sich und anderen.
Das dies nicht nur Vorteile mit sich bringt ist nicht zu übersehen.
Trotzdem würde ich es nicht fair finden, wenn ein Teil der Bevölkerung in bestimmten Bereichen  ausgeschlossen wird. Irgendwann hatten wir geschichtlich schon einmal soetwas. Ich denke, es sollte klar sein, dass niemand aus irgendwelchen Gründen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden sollte.



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AndreaH
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Mi 5. Mai 2021, 22:09

Stefanie hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 17:37
Es ist nicht übertrieben, in meinem Alter kann das ganz leicht schlimm werden.
Ich finde es auch nicht übertrieben.

Bis nicht klare, erforschte Ergebnisse vorliegen, die bestätigen dass man als Geimpfter den Virus nicht weitergeben kann. Gehe ich davon aus, dass ich andere anstecken kann. Daher verhalte ich mich genauso wie ohne Impfung.



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NaWennDuMeinst
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Mi 5. Mai 2021, 22:19

AndreaH hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 21:52
Ich denke, es sollte klar sein, dass niemand aus irgendwelchen Gründen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden sollte.
Grundsätzlich sehe ich das auch so. Aber wenn Menschen durch ihr Verhalten die Schädigung anderer Menschen (und damit der Gesellschaft) billigend in Kauf nehmen, dann stößt die Freiheit da auch an Grenzen.
Solidarität ist ein Wechselspiel. Nur in eine Richtung funktioniert das nicht.



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NaWennDuMeinst
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Mi 5. Mai 2021, 22:27

AndreaH hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 22:09
Bis nicht klare, erforschte Ergebnisse vorliegen
Diese Ergebnisse gibt es schon, und sie lauten ganz klar, dass von Geimpften eine deutlich (bis zu 90%) reduzierte Gefahr der Ansteckung ausgeht.
Mehr werdet ihr auch nicht bekommen, weil mehr nicht drin ist. Ein Restrisiko wird immer bleiben (kein Impfstoff bietet einen 100%igen Schutz vor der Verbreitung des Virus).

Die COVID-19-Impfstoffe, die derzeit in Deutschland verimpft werden, verhindern in einem erheblichen Maß Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, mit und ohne Krankheitssymptome. Das haben die Studien zur Zulassung der Impfstoffe als auch aus Untersuchungen während derer breiten Anwendung gezeigt.
Dennoch kann sich ein vollständig Geimpfter mit dem Coronavirus infizieren. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zwar niedrig, aber nicht gleich Null. Das RKI geht aber davon aus, dass Menschen, die sich trotz Impfung mit SARS-CoV-2 infizieren, deutlich weniger Viren ausscheiden und dies über einen kürzeren Zeitraum. Geimpfte haben also ein deutlich geringeres Risiko, ihre Mitmenschen anzustecken.
Das Risiko lässt sich aber weiter reduzieren, wenn sich auch Geimpfte weiterhin an die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Alltagsmasken, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) halten, wie es die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt.


https://www.br.de/nachrichten/wissen/co ... ie,SHveinw

Siehe auch hier:
Britische Studie: Bereits nur einmal Geimpfte sind deutlich weniger ansteckend
https://www.stern.de/news/britische-stu ... 02200.html
Gehe ich davon aus, dass ich andere anstecken kann. Daher verhalte ich mich genauso wie ohne Impfung.
Dann wirst Du das bis zum Ende Deines Lebens machen müssen, denn es wird nie so sein, dass Du 100% sicher sein kannst andere nicht anzustecken.
Besonders diejenigen nicht, für die Du Dich hier einsetzt: Die Impfverweigerer (also diejenigen, die auch nach der Pandemie ohne Impfschutz rumrennen werden).

(Ich denke so kann man das nicht betrachten. Irgendwann müssen wir dann auch wieder zur Normalität zurück. Das Restrisiko wird dann einfach als ein normales Lebensrisiko zu bewerten sein, wie alle anderen Lebensrisiken auch)



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NaWennDuMeinst
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Mi 5. Mai 2021, 23:11

Stefanie hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 17:37
Es ist nicht übertrieben, in meinem Alter kann das ganz leicht schlimm werden.
Aber das wird doch immer so sein. Auch wenn Du selbst geimpft wirst, kannst Du ja nie 100% sicher sein, dass Du nicht doch am Virus erkrankst und stirbst, weil wie Du ja selbst sagst auch die Impfung keinen 100%igen Schutz vor Ansteckung bietet.
Es wird auch dann noch passieren können. Es ist dann nur sehr unwahrscheinlich. Und mehr geht nicht.
Und natürlich wirst Du dann sagen: Ach, die 5% die da jetzt noch übrig sind, mit denen muss ich leben.
Wieso sagst Du das aber nicht jetzt schon bei den Geimpften? Denn bei denen ist es ja mindestens genauso unwahrscheinlich, dass sie das Virus weitergeben.

Die Frage ist doch letztlich wie viel Sicherheit Du haben willst.
Ab wann ist es Dir denn sicher genug? Bei 85%? Bei 95%?
Aber selbst wenn wir 99% erreichen, wird es ja nie so sein, dass Du und deine Mitmenschen zu 100% sicher seid.
Weil es das nicht gibt.
Und wir können nicht wegen eines immer bleibenden, niedrigen Restrisikos die Menschen auf ewig dazu verdammen Impfnachweise vorzuzeigen, Tests zu machen, Abstand zu halten und Masken zu tragen (jedenfalls nicht im Alltag, an Pflegeeinrichtungen mag das vielleicht nochmal anders zu bewerten sein).

Ich denke die Schutzwirkung die von den Impfstoffen momentan ausgeht ist ausreichend genug.
Und deshalb denke ich auch sobald die Inzidenz weit genug abgesunken ist, gibt es keinen Grund mehr den geimpften Personen ihre Rechte vorzuenthalten.
Und auch die Masken müssen wir irgendwann wieder beiseite legen dürfen. Restrisiko hin oder her.

Und es kommt ja noch was anderes hinzu: Es gibt keine Impfpflicht. Das heißt es wird immer so sein, dass draussen Menschen ohne Impfschutz unterwegs sind.
Was willst Du denn da machen? Bis zu Deinem Lebensende von Jedem der sich mit Dir trifft einen Impfnachweis oder Test verlangen, oder ihm die Maske aufzwingen, weil es für Dich als Geimpfte keine 100%ige Sicherheit gibt nicht angesteckt zu werden? Wohl kaum.
Ein gewisses Risiko bleibt immer und das kann auf lange Sicht kein Grund sein den Leuten auf ewig ihre Rechte zu nehmen. Ein um bis zu 90% niedrigeres Risiko einer Übertragung bei einer Begegnung zwischen einem Geimpften und einem Ungeimpften ist sehr viel.
Ich denke das ist genug um gewisse Freiheiten zurückzugeben. Denn mehr ist sowieso nicht drin. Also jedenfalls nicht, wenn wir irgendwann auch wieder normal leben wollen.



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AndreaH
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Mi 5. Mai 2021, 23:53

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 22:27
AndreaH hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 22:09
Bis nicht klare, erforschte Ergebnisse vorliegen
Diese Ergebnisse gibt es schon, und sie lauten ganz klar, dass von Geimpften eine deutlich (bis zu 90%) reduzierte Gefahr der Ansteckung ausgeht.
Mehr werdet ihr auch nicht bekommen, weil mehr nicht drin ist. Ein Restrisiko wird immer bleiben (kein Impfstoff bietet einen 100%igen Schutz vor der Verbreitung des Virus).

Die COVID-19-Impfstoffe, die derzeit in Deutschland verimpft werden, verhindern in einem erheblichen Maß Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, mit und ohne Krankheitssymptome. Das haben die Studien zur Zulassung der Impfstoffe als auch aus Untersuchungen während derer breiten Anwendung gezeigt.
Dennoch kann sich ein vollständig Geimpfter mit dem Coronavirus infizieren. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist zwar niedrig, aber nicht gleich Null. Das RKI geht aber davon aus, dass Menschen, die sich trotz Impfung mit SARS-CoV-2 infizieren, deutlich weniger Viren ausscheiden und dies über einen kürzeren Zeitraum. Geimpfte haben also ein deutlich geringeres Risiko, ihre Mitmenschen anzustecken.
Das Risiko lässt sich aber weiter reduzieren, wenn sich auch Geimpfte weiterhin an die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Alltagsmasken, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) halten, wie es die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt.


https://www.br.de/nachrichten/wissen/co ... ie,SHveinw

Siehe auch hier:
Britische Studie: Bereits nur einmal Geimpfte sind deutlich weniger ansteckend
https://www.stern.de/news/britische-stu ... 02200.html
Gehe ich davon aus, dass ich andere anstecken kann. Daher verhalte ich mich genauso wie ohne Impfung.
Dann wirst Du das bis zum Ende Deines Lebens machen müssen, denn es wird nie so sein, dass Du 100% sicher sein kannst andere nicht anzustecken.
Besonders diejenigen nicht, für die Du Dich hier einsetzt: Die Impfverweigerer (also diejenigen, die auch nach der Pandemie ohne Impfschutz rumrennen werden).

(Ich denke so kann man das nicht betrachten. Irgendwann müssen wir dann auch wieder zur Normalität zurück. Das Restrisiko wird dann einfach als ein normales Lebensrisiko zu bewerten sein, wie alle anderen Lebensrisiken auch)

Danke, habe schon länger nicht mehr beim RKI meine Informationen geholt. Früher war ich da ständig drin. Du hast mich daran wieder erinnert.
Ja, ich denke es wird schon noch etwas dauern bis alles wieder zum normal Zustand zurückkehren wird.
Bis dahin fällt es mir wirklich nicht schwer mich an all die Maßnahmen zu halten.
...Aber bis zum Ende meines Lebens :shock:
... darauf bin ich jetzt auch nicht so scharf. :D

Entscheidend finde ich, dass solange durchgehalten wird, damit keine Überlastungen der Gesundheitssysteme entstehen können. Da ist ja der Weg mit den Impfungen jetzt sehr vielversprechend.



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Do 6. Mai 2021, 00:27

AndreaH hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 23:53
Danke, habe schon länger nicht mehr beim RKI meine Informationen geholt. Früher war ich da ständig drin. Du hast mich daran wieder erinnert.
Ach, ich schlage auch nur noch bei Bedarf nach. Ich habe es auch aufgegeben ständig aktuell zu sein. Man wird da ja nur kirre bei.
Vieles schnappe ich nur beiläufig auf.
Ja, ich denke es wird schon noch etwas dauern bis alles wieder zum normal Zustand zurückkehren wird.
Bis dahin fällt es mir wirklich nicht schwer mich an all die Maßnahmen zu halten.
...Aber bis zum Ende meines Lebens :shock:
... darauf bin ich jetzt auch nicht so scharf. :D
Das wird ja auch nicht so sein. Wir werden nie sagen können, dass das Risiko komplett beseitigt ist (dass wir den Erreger komplett ausrotten halte ich für sehr unwahrscheinlich), aber irgendwann werden wir sagen können, dass es wieder sicher genug ist um zur Normalität zurückzukehren.
Und wir sind ja auf einem guten Weg. Wenn es so weiter geht und nichts Unvorhergesehenes passiert (zum Beispiel dass das Virus derart mutiert, dass unsere jetzigen Impfstoffe wirkungslos werden) dann ist das Thema bald gegessen.
Entscheidend finde ich, dass solange durchgehalten wird, damit keine Überlastungen der Gesundheitssysteme entstehen können.
Ja, natürlich. Durchhalten. Aber ich finde halt Geimpfte müssen nicht mehr "durchhalten". Die Risikogruppen sind - glaube ich - so gut wie durchgeimpft. Und diejenigen die jetzt als nächste Gruppen Impfungen erhalten werden, machen das vor allem (aber nicht nur) um ihre Mitmenschen zu schützen und dafür zu sorgen, dass ein möglichst flächendeckender Schutz in der Bevölkerung entsteht. Irgendwo (in irgendwelchen Nischen) wird das Virus wohl auch danach noch weiter zirkulieren. Aber es wird nicht mehr so großen Schaden an so vielen Menschen anrichten können.



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Do 6. Mai 2021, 00:44

Übrigens. Haltet doch mal kurz inne und macht Euch klar, was hier überhaupt passiert ist (oder immer noch passiert).
Wir (Menschen) haben in wirklich atemberaubender Geschwindigkeit den Erreger der Seuche identifiziert und dann genauso schnell Gegenmaßnahmen eingeleitet.
Und zwar global koordiniert. Noch vor ein paar hundert Jahren wäre das überhaupt nicht möglich gewesen.
Es stimmt, dass sich durch die Globalisierung Krankheiten schneller verbreiten. Aber genauso richtig ist, dass sich Informationen über die Bekämpfung von Krankheiten noch viel schneller verbreiten.
Wir haben Systeme entwickelt die es uns erlauben in Sekundenschnelle Forschungdurchbrüche mit allen Menschen auf der Welt zu teilen.
Das macht man sich nicht klar, weil uns das so selbstverständlich erscheint, aber es ist einfach fantastisch. Nahzu unglaublich.
Wir haben - wenn auch nicht perfekt - in der Sache wie eine Menschheit agiert, Forschung und Kenntnisse geteilt, weltweite Produktionen aufgebaut und ziehen - bis auf einige Ausnahmen - in der Sache alle am selben Strang. Wenn uns etwas bedroht, dann stehen wir zusammen.
Ich finde das ganz beachtlich. Das freut mich. Und macht mich gleichzeitig auch traurig.
Müssen wir denn erst auf eine Bedrohung stossen um zu erkennen, dass es nur zusammen geht?



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Stefanie
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Do 6. Mai 2021, 06:07

Jetzt schreibe ich es um dritten Mal:
Das Risiko unter vollständig Geimpften schwer zu erkranken ist im Grunde nicht mehr vorhanden.
Die Kombination von geimpften und nicht geimpften Personen ist das Problem.
Brauchen vollständig geimpfte Personen die normalen Regeln nicht mehr einzuhalten, verschiebt sich das Risiko ausschließlich auf die nicht geimpften Personen.
Es sind noch keine 10 % zweimal geimpft. Über 70 % sind überhaupt noch nicht geimpft. In dieser Situation bei vollständig Geimpften auf die einfachsten Schutzmaßnahmen zu verzichten ist gefährlich.
Wenn der Anteil der vollständig geimpften Personen steigt, wird sich das ändern.
Jetzt wäre es eine einseitige Risikoverteilung zu Lasten von noch nicht geimpften Personen.



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Jörn Budesheim
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Do 6. Mai 2021, 06:16

AndreaH hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 21:52
Jeder Einzelne sollte für sich entscheiden können
Leider ist es aber nicht möglich, für sich zu entscheiden, denn die Entscheidungen, die wir in der Pandemie treffen, sind immer Entscheidungen für alle. Wie ich mich entscheide, hat immer auch Einfluss auf die anderen. Der Virus ist schließlich ein Gemeinschafts-Problem.



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transfinitum
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Do 6. Mai 2021, 08:25

Stefanie hat geschrieben :
Do 6. Mai 2021, 06:07

Brauchen vollständig geimpfte Personen die normalen Regeln nicht mehr einzuhalten, verschiebt sich das Risiko ausschließlich auf die nicht geimpften Personen.
ja, sie haben dann zwar weniger das Risiko sich selbst anzustecken, aber ich denke schon, dass auch bereits Geimpfte sich weiterhin an die Hygienekonzepte, also Regeln in dem Sinne..., halten sollen "müssen". Denn anstecken können sie auch noch die Nicht-Geimpften. Es wäre rücksichtlos gegenüber den anderen, wenn man weiß, man kann selbst sich nicht mehr anstecken aber es egal ist, was mit den anderen ist. Irgendwie befremdlich, denn ich vermute, dass es diese Ansicht geben wird, dass es zu einem Gefälle führen könnte. (also das meine ich so: es erinnert mich an einen Film, den ich mal als KInd über einen HIV-Infizierten gesehen hatte, dieser war durch seine Diagnose so geschockt, dass er soviele Menschen wie möglich anstecken wollte, damit sie an seinem Leid teilhaben und das Schicksal des Todes und der Krankheit mit ihm teilen werden)



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transfinitum hat geschrieben :
Do 6. Mai 2021, 08:25
aber ich denke schon, dass auch bereits Geimpfte sich weiterhin an die Hygienekonzepte, also Regeln in dem Sinne..., halten sollen "müssen".
Das sehe ich genau so.

Aber man kann sich "Sicherheitszonen" schaffen. Bei uns im Kunstbalkon sind viele in meinem Alter und wurden bereits geimpft. Das heißt für mich, dass wir in Zukunft überlegen können, wie wir einigermaßen "sichere" Treffen organisieren können. Also je nach Umständen zusätzlich mit Maske und zum Beispiel einem aktuellen Test. Ich finde, das kann man verantworten.



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Stefanie
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Do 6. Mai 2021, 09:43

Das kann man verantworten.

Meine Wenigkeit ist ja mittlerweile von 1.Geimpften und 2.Geimpften quasi umzingelt.
Es ist erstaunlich zu sehen, wie die Mehrheit der Geimpften damit umgeht.
Zum Teil mit erstaunlicher Arroganz, mit "ach da wird schon nichts passieren", gerade bei den 1.Geimpften ist eine Leichtsinnigkeit vorhanden, die sprachlos macht und bei den 2. Geimpften ist mehrheitlich kein Verständnis und Einsehen vorhanden, dass es da noch Leute rumlaufen, die noch nicht geimpft sind, und von etlichen gibt es vorwurfsvolle Blicke, dass man als Nichtgeimpfter ihnen ihr Leben einschränkt, und überhaupt wie kann man noch nicht geimpft sein. Bis hin dazu, dass es den Vorwurf gibt, sich an die Regeln gehalten zu haben.

Soweit dazu.



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NaWennDuMeinst
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Do 6. Mai 2021, 10:19

Stefanie hat geschrieben :
Do 6. Mai 2021, 06:07
Die Kombination von geimpften und nicht geimpften Personen ist das Problem.
Diese mögliche Kombination wirst Du aber immer haben, weil es keine Impfpflicht gibt.
Wir können deshalb aber nicht auf ewig alle Masken tragen.
Das Einzige was noch fehlt ist halt das Impfangebot für alle. Bei uns in Berlin zum Beispiel gibt es das aber schon.
Es sind noch keine 10 % zweimal geimpft. Über 70 % sind überhaupt noch nicht geimpft. In dieser Situation bei vollständig Geimpften auf die einfachsten Schutzmaßnahmen zu verzichten ist gefährlich.
Aber darum geht's ja auch gar nicht. Die Debatte dreht sich doch darum, ob Geimpfte wieder alltägliche Dinge machen können sollen ohne sich deshalb zum Beispiel testen lassen zu müssen.
Und ich finde es gibt keinen Grund das abzulehnen. Denn da Tests nicht sicherer sind als die Impfungen entsteht durch sie keine zusätzliche Sicherheit.

Aber davon angesehen wird es dir auch nachdem für Jeden eine Impfung verfügbar ist passieren, dass du auf Menschen triffst, die nicht geimpft sind (und deshalb theoretisch das Virus in sich tragen).
Das heißt diese Situation (also dass beide geimpft sind,) bei der du dich nur sicher fühlst, die wird auch nach der Durchführung aller Impfungen immer wieder nicht gegeben sein. Es wird auch später so sein, dass oft nur ein einseitiger Schutz besteht und kein doppelter.
Damit (mit diesem Risiko) wirst Du leben müssen, weil es eben keine Impfpflicht gibt und bisher auch Niemand vorhat eine solche einzuführen.
Es sind dann folgende Risiko-Begegnungen denkbar:

1. Zwei vollständig Geimpfte treffen sich: Das Risiko einer Ansteckung und Erkrankung ist dann um (sagen wir mal) zwei Mal 90% reduziert.
2. Du bist geimpft, der andere nicht: Das Risiko einer Ansteckung und Erkrankung ist dann um ein Mal 90% reduziert
3. Der andere ist geimpft, Du nicht: Das Risiko einer Ansteckung und Erkrankung ist dann um ein Mal 90% reduziert

2 und 3 wird es immer geben (weil es keine Impfpflicht gibt). Bei beiden Varianten 2 und 3 liegt das Risiko einer Ansteckung und Erkrankung gleich.
Also wieso ist es risikoreicher und gefährlicher für Dich wenn nur der andere geimpft ist und du nicht, als wenn Du geimpft bist und der andere nicht?
Zuletzt geändert von NaWennDuMeinst am Do 6. Mai 2021, 11:02, insgesamt 6-mal geändert.



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AndreaH
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Do 6. Mai 2021, 10:45

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Do 6. Mai 2021, 06:16
AndreaH hat geschrieben :
Mi 5. Mai 2021, 21:52
Jeder Einzelne sollte für sich entscheiden können
Leider ist es aber nicht möglich, für sich zu entscheiden, denn die Entscheidungen, die wir in der Pandemie treffen, sind immer Entscheidungen für alle. Wie ich mich entscheide, hat immer auch Einfluss auf die anderen. Der Virus ist schließlich ein Gemeinschafts-Problem.

Daher ist es ja gut und richtig, dass hier der Staat in der Pandemie Verantwortung übernommen hat und gemeinschaftliche Richtlinien geschaffen hat. So
wurden/werden auch Menschen geschützt, die sonst durch so manch dominierende Person wortwörtlich überrannt worden wären.
Ich denke, dass sich die meisten Entscheidungen, die wir treffen (auch diese die nicht die Pandemie betreffen) immer Auswirkungen auf andere oder auf die Gemeinschaft haben.

Meine Meinung, dass Entscheidungen allein getragen werden sollten, bezog sich auf die Impfungen. Hier sehe ich schon ein Eingriff in den körperlichen Bereich eines Menschen. Hier sollte die Entscheidung schon jeder Einzelne treffen dürfen.
Derjenige der keine Impfung möchte, muss ja auch mit dem erhöhten Risiko leben.



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NaWennDuMeinst
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Do 6. Mai 2021, 10:50

AndreaH hat geschrieben :
Do 6. Mai 2021, 10:45
Meine Meinung, dass Entscheidungen allein getragen werden sollten, bezog sich auf die Impfungen. Hier sehe ich schon ein Eingriff in den körperlichen Bereich eines Menschen. Hier sollte die Entscheidung schon jeder Einzelne treffen dürfen.
Derjenige der keine Impfung möchte, muss ja auch mit dem erhöhten Risiko leben.
Das ist aber nicht ganz richtig. Derjenige, der die Entscheidung trifft sich nicht impfen zu lassen, trifft sie nicht nur für sich selbst, sondern für alle Menschen innerhalb der Gesellschaft. Das ist ja das worauf Jörn Dich hinweisen will.
Und es kommt ja noch hinzu, dass er (was sein Risiko angeht) davon profitiert dass andere sich impfen lassen. Das heißt er profitiert von der Solidarität der Anderen ohne sich selbst solidarisch mit den Anderen zu zeigen.



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