Corona

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Jörn Budesheim
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Mo 23. Nov 2020, 07:45

Ich bin Jener aus Kassel,
der für sowas kein Verständnis hat.

#janaauskassel



"Nichts ist menschlicher als der Wunsch, kein Mensch zu sein!" (Stanley Cavell)

"Die meisten Menschen würden leichter dahin zu bringen seyn, sich für ein Stück Lava im Monde, als für ein Ich zu halten." (Fichte)

sokrates_is_alive
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Mo 23. Nov 2020, 11:25

Friederike hat geschrieben :
Fr 20. Nov 2020, 17:52
Sorry, Deinen link auf die Studie hatte ich nicht mitgekriegt. Ansonsten, nee, irgendwie ist mir heute so, als säßen wir -also ich, die Regierung, das RKI, die öffentlich-rechtlichen Nachrichten und vielleicht noch einige Bürger*innen- in einem Schmortopf, wo man auf andere mögliche Denkarten, Herangehensweisen, Lösungsansätze gar nicht mehr kommt.
Ich sehe schon noch alternative Vorschläge ( z.B. Streeck mit seiner Überzeugung "Gebote funktionieren besser als Verbote"), aber ich habe auch den Eindruck, dass 2000 Corona-Gegner medial mehr Schlagzeilen verursachen wie 20000 Menschen, die sich an die Regeln halten und eben keine Schlagzeile in den großen Medien generieren. Das ist die eine Krux.

Aktuelles Problem, dass die Zahlen nicht im erwarteten Maß trotz der Einschränkungen zurückgehen. Dafür sind grundsätzlich zwei Erklärungen vorstellbar:
1. Die Einhaltung der Regeln erfolgt nicht in dem vorgeschriebenen Maß;
2. Die Verbreitung des Virus hat ein derartiges Maß erreicht, dass Teil-Lockdown nur dämpft (in einem überschaubaren Zeitraum) statt markant zu senken.
Zur Zeit wundern mich die täglichen Sprünge, eine abschließende Erklärung habe ich auch nicht.

Das Phänomen, dass Friederike beschreibt ist - glaube ich - kein Einzelfall. Durch die täglichen Nachrichten zu Corona - und zwar mindestens im Stundentakt - tritt eine Art "Ermüdungserscheinung" auf und dabei gehen auf Dauer relevante Informationen in dem "Rauschen" der anderen Informationen unter. Das lässt sich allerdings angesichts der Medienpraxis kaum unterbinden (die ganz überwiegende Zahl der Meldung nimmt eben die Nachrichten und Bilder aus den gleichen Quellen - welche Redaktion kann sich auch schon eigene Journalisten mit Fachexpertise leisten); die Fachmedien sind einem breiten Publikum weder zugänglich noch verständlich und können damit auch keine "informierte Öffentlichkeit" generieren.

Damit bleibt dem Einzelnen entweder der "resignative" Ansatz (sitze im Schmortopf und kann eh nichts ändern) oder die bekannten psychologischenAbwehrmechanismen ("alles Lüge", "geheime Mächte" etc.); ein rationales Abwägen mit fundierten Argumentationen und Abwägungen dürfte den Meisten wohl eher verschlossen bleiben, zumal neben den medizinischen Aspekten eine Vielzahl an wirtschaftlichen, kulturellen, politischen und psycho-soziologischen Aspekten zu berücksichtigen wäre und das alles unter akutem Handlungsdruck.



"Der Teufel ist ein Optimist. Er glaubt, er könnte die Menschen schlechter machen." (nach Karl Kraus) :roll:

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Jörn Budesheim
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Mo 23. Nov 2020, 12:10

sokrates_is_alive hat geschrieben :
Mo 23. Nov 2020, 11:25
die bekannten psychologischenAbwehrmechanismen
Könnte es nicht auch (zumindest theoretisch) andere "psychologische Mechanismen" geben, positive nämlich? Zum Beispiel: Wir halten zusammen, ziehen an einem Strang, der Impfstoff wird bald kommen und ähnliches :-))



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Friederike
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Mo 23. Nov 2020, 12:13

sokrates_is_alive hat geschrieben :
Mo 23. Nov 2020, 11:25
Aktuelles Problem, dass die Zahlen nicht im erwarteten Maß trotz der Einschränkungen zurückgehen. Dafür sind grundsätzlich zwei Erklärungen vorstellbar:
1. Die Einhaltung der Regeln erfolgt nicht in dem vorgeschriebenen Maß;
2. Die Verbreitung des Virus hat ein derartiges Maß erreicht, dass Teil-Lockdown nur dämpft (in einem überschaubaren Zeitraum) statt markant zu senken.
Zur Zeit wundern mich die täglichen Sprünge, eine abschließende Erklärung habe ich auch nicht.
Sagst Du kurz, was das "erwartete Maß" ist bzw. ob es eine Quelle gibt, die dieses Maß bestimmt hat? Die Berechnung gehört in den mathematischen Bereich, nehme ich an. Mein Hausverstand findet die Entwicklung der Zahlen nämlich nicht bemerkenswert. Ich würde sagen, sie stagnieren ungefähr, d.h. sie steigen nicht kontinuierlich weiter an, und sie fallen aber auch nicht stetig. Bei ca. 20.000 Neuinfektionen am Tag, einer Dunkelziffer von vielleicht nochmals 20.000?, da scheint mir das Gleichbleiben der Zahlen ein Anzeichen für die Wirkung der getroffenen Maßnahmen.

Hm, und "Sprünge"? Wie gesagt, fachlich kann ich es nicht beurteilen, aber als Laiin würde ich ein Hin und Her um ca. 2000 Neuinfektionen täglich nicht als sprunghaft bezeichnen.




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NaWennDuMeinst
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Mo 23. Nov 2020, 12:32

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Mo 23. Nov 2020, 12:10
sokrates_is_alive hat geschrieben :
Mo 23. Nov 2020, 11:25
die bekannten psychologischenAbwehrmechanismen
Könnte es nicht auch (zumindest theoretisch) andere "psychologische Mechanismen" geben, positive nämlich? Zum Beispiel: Wir halten zusammen, ziehen an einem Strang, der Impfstoff wird bald kommen und ähnliches :-))
Bist Du verrückt? Bloß nicht.
;-)



But I, being poor, have only my dreams; I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams.
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Friederike
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Mo 23. Nov 2020, 15:36

sokrates_is_alive hat geschrieben :
Mo 23. Nov 2020, 11:25
Damit bleibt dem Einzelnen entweder der "resignative" Ansatz (sitze im Schmortopf und kann eh nichts ändern) oder die bekannten psychologischenAbwehrmechanismen ("alles Lüge", "geheime Mächte" etc.); ein rationales Abwägen mit fundierten Argumentationen und Abwägungen dürfte den Meisten wohl eher verschlossen bleiben, zumal neben den medizinischen Aspekten eine Vielzahl an wirtschaftlichen, kulturellen, politischen und psycho-soziologischen Aspekten zu berücksichtigen wäre und das alles unter akutem Handlungsdruck.
Der Ausdruck, den ich gerne benutze, ist der der "Bewältigungs"- oder "Verarbeitungsstrategie". Das umfaßt also sowohl Abwehr- und Vermeidungsmuster als auch positive Muster, die zu kreativen, originellen Lösungen führen und von Handlungsmächtigkeit ausgehen. Das rationale Abwägen usw. ist natürlich auch ein Muster der Bewältigung, eines, das Distanz und Überblick schafft.




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Stefanie
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Mo 23. Nov 2020, 17:31

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Mo 23. Nov 2020, 07:45
Ich bin Jener aus Kassel,
der für sowas kein Verständnis hat.

#janaauskassel
Ich habe überlegt, ob ich es zitiere, es ist ein Fernsehbericht.



Auf einer anderen Demo hat eine 11 jährige sich mit Anne Frank verglichen, weil sie ihren Geburtstag auch heimlich feiern musste. Hier dürften die Eltern im Hintergrund eingewirkt haben.



Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
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NaWennDuMeinst
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Mo 23. Nov 2020, 18:29

Stefanie hat geschrieben :
Mo 23. Nov 2020, 17:31
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Mo 23. Nov 2020, 07:45
Ich bin Jener aus Kassel,
der für sowas kein Verständnis hat.

#janaauskassel
Ich habe überlegt, ob ich es zitiere
Willste 'nen Stück Lebkuchen abhaben? Ich habe noch welchen übrig. ;-)



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Stefanie
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Mo 23. Nov 2020, 20:06

Danke : - )
Ich bin ja ein Süßigkeiten Junkie, aber bei Weihnachtssüssigkeiten bin ich stur, nicht vor dem ersten Advent. Virtuell wird der Lebkuchen bis dahin nicht austrocknen.

Dem 11 jährigen Mädchen kann man nicht wirklich einen Vorwurf machen.
Der 22 jährigen Frau schon.
Ich frage mich, ob einige wirklich nicht mitbekommen, wie es in bestimmten sozialen und medizinischen Einrichtungen gerade so läuft und wie corona alles durcheinander bringt, und das ist noch harmlos bezeichnet.

Meine Mutter hatte es geschafft mit einer orthopädischen Knie Sache für 5 Tage im Krankenhaus zu landen. Sie konnte nicht mehr laufen. Nix schlimmes, aber sie bekam mit, wie die Situation im Krankenhaus ist. Sie kennt dieses, und die haben wegen corona alles umsortieren müssen. Die normalen Stationen, wie die Orthopädie, waren fast leer, die Notaufnahme wurde verlegt, die Intensivstation auf Anschlag, dass zu wenige Personal noch mehr gestresst als sonst, was dazu führte, dass meine Mutter bei ihrem Entlassung auf Krücken mit Taschen alleine zum verlegten Ausgang laufen musste. Wir durften ja nicht rein zum abholen.
Bei der Terminvergabe für einen Besuch zwei Tage vorher, kam meine Schwester schneller durch, mit dem Ergebnis, ich stand auf den Parkplatz und habe in den dritten Stock hoch gewunken.
Das war jetzt keine lebensbedrohende Situation, aber sich vorzustellen, wie es denen geht, die schwererkankt sind, nur 1 Person pro Tag für eine Stunde empfangen dürfen, wobei die Termine über alle vergeben werden, also nicht alle, die wollen, konnen auch rein, und wie es den Angehörigen geht, die nicht rein dürfen, wie es denen geht, wurde die Situation auf dem Parkplatz ziemlich beklemmend.

Diese Jana soll man eine Woche bei uns im Unternehmen in den gefährdeten Bereichen mitlaufen, mal sehen was sie dann denkt.



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Stefanie
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Mo 23. Nov 2020, 22:12

Unsere Sippschaft ist um 1 Person zu groß. Plus drei Kinder unter 8 Jahren. Welchen Lebenspartner lassen wir denn nicht rein?
Aufgrund der Grösse der Räumlichkeiten kommt nur diesmal das Wohnzimmer meiner Cousine oder meiner Mutter in Betracht.
Meine Mutter wird streiken.
Oder es wird wieder frühlingshaft warm, dann ab in den Garten, alle offenen Grills und Öfchen raus, Decken, dann geht das.

Oder wir alle reißen uns zusammen, und die Infektionen sind richtig gesunken.



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sokrates_is_alive
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Di 24. Nov 2020, 09:44

Friederike hat geschrieben :
Mo 23. Nov 2020, 12:13
sokrates_is_alive hat geschrieben :
Mo 23. Nov 2020, 11:25
Aktuelles Problem, dass die Zahlen nicht im erwarteten Maß trotz der Einschränkungen zurückgehen. Dafür sind grundsätzlich zwei Erklärungen vorstellbar:
1. Die Einhaltung der Regeln erfolgt nicht in dem vorgeschriebenen Maß;
2. Die Verbreitung des Virus hat ein derartiges Maß erreicht, dass Teil-Lockdown nur dämpft (in einem überschaubaren Zeitraum) statt markant zu senken.
Zur Zeit wundern mich die täglichen Sprünge, eine abschließende Erklärung habe ich auch nicht.
Sagst Du kurz, was das "erwartete Maß" ist bzw. ob es eine Quelle gibt, die dieses Maß bestimmt hat? Die Berechnung gehört in den mathematischen Bereich, nehme ich an. Mein Hausverstand findet die Entwicklung der Zahlen nämlich nicht bemerkenswert. Ich würde sagen, sie stagnieren ungefähr, d.h. sie steigen nicht kontinuierlich weiter an, und sie fallen aber auch nicht stetig. Bei ca. 20.000 Neuinfektionen am Tag, einer Dunkelziffer von vielleicht nochmals 20.000?, da scheint mir das Gleichbleiben der Zahlen ein Anzeichen für die Wirkung der getroffenen Maßnahmen.

Hm, und "Sprünge"? Wie gesagt, fachlich kann ich es nicht beurteilen, aber als Laiin würde ich ein Hin und Her um ca. 2000 Neuinfektionen täglich nicht als sprunghaft bezeichnen.
Also das erwartete Maß war ja das Erreichen eines Reproduktionswertes von unter 1. Zu den Sprüngen: https://experience.arcgis.com/experienc ... 327b2bf1d4. Hier sind zwar die Schwankungen auch immer wieder auf Meldeverzögerungen zurückzuführen, aber ich bin mir nicht im
Klaren, ob dies die einzige Ursache ist, da in der Graphik selbst nach Berücksichtigung der "Neu-/Nachmeldungen" immer noch diese "Sprünge" erkennbar sind.
Hoffe ich habe jetzt nicht die Verwirrung vergrößert.



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Friederike
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Di 24. Nov 2020, 12:12

sokrates_is_alive hat geschrieben :
Di 24. Nov 2020, 09:44
Hoffe ich habe jetzt nicht die Verwirrung vergrößert.
Nein, das hast Du nicht, denn jetzt ist mir klar, daß Du Dich auf den Reproduktionswert beziehst und die Neu- und Nachmeldungen bei den Sprüngen berücksichtigt hattest.




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NaWennDuMeinst
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Di 24. Nov 2020, 12:23

Die Corona-App habe ich jetzt wieder deinstalliert.
Warum? Weil sie sinnlos ist.
Den Zweck dieser App habe ich immer darin gesehen, die Menschen, die die App benutzen zu warnen wenn sie längeren Kontakt mit einem Infizierten hatten. So können dann auch Menschen isoliert werden, die sich viellieicht angesteckt haben (und ansteckend für andere sind) aber selbst keine Symptome haben, von ihrer Ansteckung und Kontagiosität also nichts wissen.
Nun ist es aber so, dass mich die App neulich gewarnt hatte (ich hatte das hier gepostet) und das Gesundheitsamt dann aber auf Nachfrage sagte ich könne das komplett ignorieren (Keine Symptome - keine Quarantäne).
Wenn ich aber die Meldungen der App nicht für voll nehmen soll, wozu brauche ich sie dann?
Wenn ich mich erst bei Symptomen isolieren soll, dann kann ich mich auch ganz einfach nach den Symptomen richten und nicht nach einer App.
Diese App hat für mich also überhaupt keinen Zweck.
Stattdessen funkt sie die ganze Zeit in der Gegend rum und saugt meinen Akku leer. Ich brauche aber keine App die mir dabei hilft meinen Akku zu entladen.

Das braucht keiner. Und erst recht braucht es keiner, wenn das Ding dann auch noch anfängt persönliche Daten zu sammeln und an "was weiß ich wen" zu senden.
Damit wäre ich vielleicht einverstanden, wenn für mich irgend ein Nutzen erkennbar wäre.
Ich sehe aber keinen. Deshalb: Weg damit.



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Friederike
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Di 24. Nov 2020, 14:45

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Di 24. Nov 2020, 12:23
Wenn ich mich erst bei Symptomen isolieren soll, dann kann ich mich auch ganz einfach nach den Symptomen richten und nicht nach einer App.
Die Risikowarnung könnte Dir behilflich sein, indem Du verstärkt Deinen Körper auf Symptome hin beobachtest - so lange und so genau, bis Du was findest. :mrgreen:




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Friederike
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Di 24. Nov 2020, 16:21

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Di 24. Nov 2020, 12:23
Nun ist es aber so, dass mich die App neulich gewarnt hatte (ich hatte das hier gepostet) und das Gesundheitsamt dann aber auf Nachfrage sagte ich könne das komplett ignorieren (Keine Symptome - keine Quarantäne). [...]
Mir fällt noch ein, daß Du Dich in eigenverantwortlicher Weise frei-willig in Quarantäne hättest begeben können, wenn Du es für richtig hältst. Immerhin scheint es wohl eine der besonderen Eigenarten dieses Virus zu sein, daß man Träger*in sein kann ohne es zu wissen. Genau diese Eigenart macht die Sache ja so verzwickt.
Versteh' das bloß nicht als Ermahnung oder Aufforderung o.ä. - ich selber habe die App nicht installiert und könnte mich vorsorglich, nach jedem Einkauf oder jeder Busfahrt, in Isolation begeben.




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NaWennDuMeinst
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Di 24. Nov 2020, 16:43

Friederike hat geschrieben :
Di 24. Nov 2020, 16:21
NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Di 24. Nov 2020, 12:23
Nun ist es aber so, dass mich die App neulich gewarnt hatte (ich hatte das hier gepostet) und das Gesundheitsamt dann aber auf Nachfrage sagte ich könne das komplett ignorieren (Keine Symptome - keine Quarantäne). [...]
Mir fällt noch ein, daß Du Dich in eigenverantwortlicher Weise frei-willig in Quarantäne hättest begeben können, wenn Du es für richtig hältst.
Genau. Und meinem Arbeitgeber sage ich dann was?
Für meinen Arbeitgeber sind das zwei Paar Schuhe, ob das Gesundheitsamt eine Quarantäne anordnet, oder ob ich das selbst entscheide. Letzteres betrachtet der als unerlaubtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz.



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Di 24. Nov 2020, 17:33

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Di 24. Nov 2020, 16:43
Genau. Und meinem Arbeitgeber sage ich dann was? Für meinen Arbeitgeber sind das zwei Paar Schuhe, ob das Gesundheitsamt eine Quarantäne anordnet, oder ob ich das selbst entscheide. Letzteres betrachtet der als unerlaubtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz.
? Sagtest Du nicht, Ihr seid (seiet, wärt) jetzt in Heimarbeit ?




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Di 24. Nov 2020, 18:07

Friederike hat geschrieben :
Di 24. Nov 2020, 17:33
NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Di 24. Nov 2020, 16:43
Genau. Und meinem Arbeitgeber sage ich dann was? Für meinen Arbeitgeber sind das zwei Paar Schuhe, ob das Gesundheitsamt eine Quarantäne anordnet, oder ob ich das selbst entscheide. Letzteres betrachtet der als unerlaubtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz.
? Sagtest Du nicht, Ihr seid (seiet, wärt) jetzt in Heimarbeit ?
1. Die Warnung der App war Tage davor.
2. Mein Arbeitgeber hat sich inzwischen mit dem Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt und von dort kam die Weisung, dass nur die s.g. Erstkontakt-Personen in Quarantäne müssen. Also die Personen die direkten, intensiven Kontakt mit der infizierten Person im Büro hatten. Ich gehöre nicht dazu. Das heißt unser Büro ist wieder am Start mit reduzierter Besetzung. Das ist aber die letzte Entwicklung, das wusste ich neulich noch nicht. Das Büro war insgesamt genau einen Tag lang komplett dicht.



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Friederike
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Do 26. Nov 2020, 12:49

Sagt Ihr doch mal was zu den gestern beschlossenen Maßnahmen -ich verlinke eine Zusammenstellung -.

Mir ist der Ausdruck "Opfer" eingefallen, seltsamerweise. Man opfert die Gastronomie, die Freizeiteinrichtungen, die Kultur, weil öffentliche Verkehrsmittel, Arbeitsstellen und Handel (alle Geschäfte, in denen verkauft und gekauft wird) "systemrelevant" sind. "Seltsam" schreibe ich, weil ich die geopferten Teile (auch) als einen besonderen Luxus ansehe. Ohne Gastronomie und Freizeiteinrichtungen könnten wir gut leben; Kultur? nein, dauerhaft nicht.




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NaWennDuMeinst
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Do 26. Nov 2020, 14:09

Ich denke das Wort "Opfer" ist in dem Zusammenhang nicht richtig.
Diese Bereiche werden nicht "geopfert" damit andere weitermachen können, sondern ich nehme an, man würde einfach alles schliessen.... nur kann man das nicht.
Also wird halt einfach alles das geschlossen, was nicht zwingend benötigt wird (oder wo man glaubt, dass es nicht zwingend benötigt wird), und was jetzt nicht gleich zu einem Zusammenbruch der Wirtschaft führt.
Richtig - und am effektivsten - wäre wieder der totale Lockdown. Weil das die größte Wirkung hat.
Das geht aber nicht. Deshalb eben diese "Auswahl". Alles runterfahren, was nicht zwingend nötig ist.

Das ist wie mit dem Akku auf deinem Handy. Wenn der Akkustand niedrig ist, würde man, um Strom zu sparen das Gerät einfach ausschalten.
Das geht aber nicht, wenn man erreichbar bleiben muss. Also schaltet man das Gerät in den Stromsparmodus. Alles wird abgeschaltet, was nicht nötig ist um erreichbar zu sein.



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