Corona

Philosophie Chat: Hier wird geplaudert über Gott und die Welt.
herbert clemens
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Di 10. Nov 2020, 08:52

Ich will auf die Antwort ovn NWDM auf den taz-Artikel antworten, und habe die letzten Beiträge nicht wahrgenommen.
Vielleicht also überflüssig.
Ich kopiere meine Überlegungen von heute ein und schaue morgen weiter:

“10.11.20

ich bin voller Gedanken, um den „Dialog“ fortzusetzen.

Noch einmal inne zu halten, fällt mir schwer.

Es drängt mich, meine Position zu verteidigen

und nicht so herabgewürdigt zu werden.

Ich habe nicht viel Zeit …

Auf jeden Fall will ich mit gelassener Selbstachtung

und liebevoller Gesinnung den Dialog ein wenig fortsetzen.”

(Wenn ich morgens Zeit habe, überhaupt an den PC zu gehen, führe ich ein “meditatives” Tagebuch.)

Damit ich sicher bin, dass der Inhalt des Links wahrgenommen wird, habe ich tatsächlich den ganzen Artikel zitiert.

Die emotionale Wucht der Antwort von NWDM ist so stark, dass ich wohl wenig ausrichten kann.

Ich fahre also gleich zu Karibu, dem fairen Weltladen, bei dem ich wenigstens einmal die Woche ehrenamtlich Ladendienst mache.

Natürlich wird es unter abgesprochenen Hygiene-Bedingungen Kontakte geben. Ein absolutes Kontaktverbot ist nicht realisierbar.

Es geht als darum, dass einerseits die demokratisch gewählten Organe Leitlinien und jeder persönlich gefragt ist, wie er für die Gesundheit von anderen sorgen kann.

Offiziell bin ich mit fast 70 Risiko-Gruppe. Ich halte aufgrund meines gesunden Lebenswandels (vermutetes Lachen der Gegenseite) das Risiko für mich für gering und aufgrund der eingehaltenen Hygiene-Maßnahmen auch die Übertragbarkeit für unwahrscheinlich.

Andererseits mache ich z.B. ein wenig gegen die Pandemie der Tuberkulose, die viel mehr Opfer als Covid-19 weltweit fordert. Auf den Link zu Entwicklungsminister Müller gehst Du bisher nicht ein. (Vielleicht gibt es ja irgendwelche Kasseler, die Nervennahrung wie faire Schokolade, Kräutertees, Weihnachtssüßigkeiten für die Enkel, ... brauchen. Ich liefere gern frei Haus aus.

Bisher ist nur unser zwischendurch erlaubter Kaffeeausschank verboten.

Mir leuchtet nicht ein, warum Kulturinstitutionen und Hotels und Restaurants (das war der kurze empörte You-Tube-Link) mit ausgewiesenen Hygiene-Konzept jetzt geschlossen werden. Es gibt keine Hinweise, dass sie die Quelle von Infektionen sind. Man wird dies nicht überprüfen können. Man wird diese Maßnahme nicht auswerten können. Wie gesagt, ich halte mich daran.

Ob Streeck (ein anderer Link, auf dem nicht argumentativ eingegangen wird), mit seiner Gebotsstrategie oder dieser Maßnahmenkatalog sinnvoller ist, ... . Die Entscheidung für diesen Monat ist gefallen.

“Meine” Altenvormittage, die nach ausgewiesenen Hygiene-Konzept Freude und Gesundheit den 80-jährigen (+) brachten, sind abgesagt. Wöchentliche Briefe und Telefonate können diese Not nur mindern.

Yoga-Kurs abgesagt: nur für die eigene Gesundweit wichtig, nicht so schlimm.

Ich komme in Zeitnot. Eine große Bitte an NWDM. Kannst du den folgenden Link meiner ehemaligen langjährigen Meditationslehrerin, die ich für integer halte, wahrnehmen und kritisch behandeln?

Falls es Dich interessiert und Dir das Thema Corona nicht schon zum Hals heraushängt: es gibt einen sehr vernünftigen und sachlichen Beitrag von Dr. Paul Brandenburg: https://youtu.be/9J5yRz08r88



Ich denke, dieser Lockdown wird nichts bringen außer stärkere Isolation. Das dauernd angeführte Argument mit den fehlenden Intensivbetten und fehlendem Krankenhauspersonal kommt sehr spät, das ist ein Problem seit Jahren und Jahrzehnten. Wer Medizin studieren möchte, sollte nicht aufgrund eines Abiturs von 1,0 zugelassen werden, denn das Entscheidende bei Medizinern ist neben einer gewissen Intelligenz vor allem Intuition und Empathie. Da muss man ansetzen! Vielleicht kommt man allmählich dahinter anstatt aus Hilflosigkeit in Aktionismus zu verfallen, nach dem Motto: Hauptsache man tut irgendetwas.




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Jörn Budesheim
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Di 10. Nov 2020, 10:17

herbert clemens hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 08:52
Yoga-Kurs abgesagt: nur für die eigene Gesundweit wichtig, nicht so schlimm.
Wie steht es eigentlich um das gesellschaftliche Klima? Ist das auch von Belang für die Abwehrkräfte etc.? Könnte es nicht von enormem Vorteil sein, wenn alle das Gefühl haben, solidarisch zu sein und an einem Strang zu ziehen? (Ich frage für einen Freund.)



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Friederike
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Di 10. Nov 2020, 12:27

herbert clemens hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 08:52
Ich denke, dieser Lockdown wird nichts bringen außer stärkere Isolation. [...]
Wenn nun aber die Zahl der infizierten Menschen immer weiter in die Höhe klettert, dann, so geht meine Phantasie, werde ich mich in absehbarer Zeit in meine Wohnung in Isolier"haft" retten müssen, um dem Virus zu entgehen. Da ich nicht weiß, wie das Tierchen in meinem Körper wirken wird, geht meine Phantasie zum ärgsten Fall, dem der schwersten Erkrankung. Vor diesem Hintergrund beruhigen mich die neuen Maßnahmen, von denen ich mir immerhin eine leichte Abflachung der Kurven verspreche. Und sei es nur wegen der Signalwirkung, die von den Regelungen ausgeht. Die Hoffnung stärken kann ich immer noch, nämlich dann, wenn sich die Erwartung als nicht hinreichend, also als trügerisch, erweist.

Was die Signalwirkung auf alte Menschen angeht, so habe ich inzwischen von manchen "Fällen" erfahren, die sich tatsächlich (jetzt schon) nicht mehr trauen ihre Wohnung zu verlassen. Da würd' ich auch gerne, unduldsam wie ich bin, auf die Lebensfreude in der Gegenwart verweisen.




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Di 10. Nov 2020, 12:44

Apropos Signalwirkung.

Verwaltungsgericht bestätigt Lockdown für Berliner Gastronomie

Einen Eilantrag von 22 Gastronomen lehnte die 4. Kammer des Berliner Verwaltungsgerichts am Dienstag ab. Das teilte das Verwaltungsgericht in einer Pressemitteilung mit.

Die Richter wiesen in ihrer Begründung darauf hin, dass sich der Großteil der Infektionen nicht mehr zurückverfolgen lasse. Somit sei die Aussage, dass die Gaststätten kein wesentlicher "Treiber der Pandemie" seien, nicht haltbar. Als eine Maßnahme eines Gesamtpakets zur Bekämpfung der Pandemie sei das Verbot daher geeignet.

Weiter hieß es in der Mitteilung des Gerichts: "Es sei auch erforderlich, weil allein die Einhaltung der für Gaststätten bislang geltenden Hygienekonzepte nicht ausreiche. Die Gastronomie sei davon geprägt, dass Menschen nicht nur zur bloßen Nahrungsaufnahme zusammenkämen, sondern typischerweise auch, um Geselligkeit zu pflegen, zu kommunizieren und neue Kontakte zu knüpfen."


https://www.tagesspiegel.de/berlin/eila ... 07960.html



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Friederike
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Di 10. Nov 2020, 13:27

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 10:17
Wie steht es eigentlich um das gesellschaftliche Klima? Ist das auch von Belang für die Abwehrkräfte etc.? Könnte es nicht von enormem Vorteil sein, wenn alle das Gefühl haben, solidarisch zu sein und an einem Strang zu ziehen? (Ich frage für einen Freund.)
Chinesische Verhältnisse, allerdings aus freiem Willen? Sicher, wenn alle sich im Einklang miteinander fühlen, dann ist das wohl ein gutes "feeling", aber es setzt doch voraus, die Situation würde von allen Menschen (hier die dt. Gesellschaft) gleich eingeschätzt.




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Nauplios
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herbert clemens hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 08:52

Es drängt mich, meine Position zu verteidigen

und nicht so herabgewürdigt zu werden.

Ich denke, dieser Lockdown wird nichts bringen außer stärkere Isolation.
Zu Deinem Eindruck, Herbert, daß Du herabgewürdigt wirst und Deine Position in der Corona-Diskussion verteidigen willst: Ich teile einiges von dem, was Du schreibst, insbesondere den Artikel von Antje Lang-Lendorff aus der TAZ.

Mit Paul Brandenburg hast Du Dir einen Kronzeugen ausgesucht, den wir beide wohl aus dem österreichischen Servus-TV kennen. In der dortigen Corona-Runde ist auch Sucharit Bhakdi ein gern gesehener Gast. Beide sind mir auch nur aus dem österreichischen Fernsehen bekannt; in deutschen Talkshows dürften sie wohl kaum zu Wort kommen; jedenfalls kann ich mich an keinen Auftritt erinnern. Die österreichische Debattenlandschaft ist wie erwähnt eine sehr spezifische. - Die Position Brandenburgs ist mir geläufig; allerdings teile ich sie nicht in allem.

Was den derzeitigen Lockdown betrifft, bin ich doch zuversichtlich, daß er uns - zunächst - von den hohen Infektionszahlen herunterbringt. Ob es mit dem November dann getan ist, bleibt abzuwarten; womöglich muß er um eine oder zwei Wochen verlängert werden. - Immerhin scheint sich allmählich die Einsicht durchzusetzen, daß die Parlamente eingebunden werden müssen. - In NRW mußten am vergangenen Montag die Musikschulen schließen. Nachdem ein Musiklehrer aus Münster in einer Radiosendung mit dem Ministerpräsidenten Laschet "intensiv" über den Gewinn und den Sinn dieser Maßnahme diskutiert hatte, durften sie am Donnerstag wieder öffnen. ;)

Ich denke, daß man mit den Impfungen im ersten Quartal 2021 beginnen wird. Das wird die AHA+L-Regel nicht überflüssig machen, aber es wird die Situation im Laufe des nächsten Jahres entspannen und einen Lockdown im November 2021 hoffentlich überflüssig machen. Bis dahin, Herbert, nimm' Dir die Debatte nicht allzu sehr zu Herzen. ;)
Zuletzt geändert von Nauplios am Di 10. Nov 2020, 13:34, insgesamt 1-mal geändert.




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Jörn Budesheim
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Di 10. Nov 2020, 13:31

herbert clemens hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 08:52
Das dauernd angeführte Argument mit den fehlenden Intensivbetten und fehlendem Krankenhauspersonal kommt sehr spät, das ist ein Problem seit Jahren und Jahrzehnten.
Falls das, wirklich seit Jahren ein Problem ist, wie du sagst, folgt daraus ja nicht, dass man es jetzt auf den "Kollaps" des Gesundheitssystems ankommen lassen sollte. Dass ein Argument "spät" kommt, bedeutet doch nicht, dass es nicht richtig ist.



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Di 10. Nov 2020, 13:35

Friederike hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:27
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 10:17
Wie steht es eigentlich um das gesellschaftliche Klima? Ist das auch von Belang für die Abwehrkräfte etc.? Könnte es nicht von enormem Vorteil sein, wenn alle das Gefühl haben, solidarisch zu sein und an einem Strang zu ziehen? (Ich frage für einen Freund.)
Chinesische Verhältnisse, allerdings aus freiem Willen? Sicher, wenn alle sich im Einklang miteinander fühlen, dann ist das wohl ein gutes "feeling", aber es setzt doch voraus, die Situation würde von allen Menschen (hier die dt. Gesellschaft) gleich eingeschätzt.
Es setzt voraus, dass man willens ist, die eigene Sicht zugunsten des "Gemeinwohls" für einen kurzen Augenblick etwas zurückzustellen. Ich muss nicht vor Gericht ziehen, um unsere Galerie wieder zu öffnen, auch wenn uns das alle im Herz trifft.



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Di 10. Nov 2020, 13:40

Friederike hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:27

Chinesische Verhältnisse, allerdings aus freiem Willen? Sicher, wenn alle sich im Einklang miteinander fühlen, dann ist das wohl ein gutes "feeling", aber es setzt doch voraus, die Situation würde von allen Menschen (hier die dt. Gesellschaft) gleich eingeschätzt.
Musikerohren haben nichts gegen Einklang. Verweigern würde ich allerdings eine Ausbildung zum Regierungssprecher. ;)




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Di 10. Nov 2020, 15:13

Nauplios hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:30
Ich denke, daß man mit den Impfungen im ersten Quartal 2021 beginnen wird. Das wird die AHA+L-Regel nicht überflüssig machen, aber es wird die Situation im Laufe des nächsten Jahres entspannen und einen Lockdown im November 2021 hoffentlich überflüssig machen.
Das wünschen wir uns wohl alle. Nicht nur, weil dann die "Bedrohung" vorüber (oder abgeschwächt) ist, sondern weil mir dieses ständige Meckern über Maßnahmen inzwischen voll auf den Keks geht.

Wenn alle immer nur meckern, dann können wir sowas wie eine Corona-Pandemie eben in Zukunft nicht mehr machen!
:-D



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Di 10. Nov 2020, 15:19

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:35
Friederike hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:27
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 10:17
Wie steht es eigentlich um das gesellschaftliche Klima? Ist das auch von Belang für die Abwehrkräfte etc.? Könnte es nicht von enormem Vorteil sein, wenn alle das Gefühl haben, solidarisch zu sein und an einem Strang zu ziehen? (Ich frage für einen Freund.)
Chinesische Verhältnisse, allerdings aus freiem Willen? Sicher, wenn alle sich im Einklang miteinander fühlen, dann ist das wohl ein gutes "feeling", aber es setzt doch voraus, die Situation würde von allen Menschen (hier die dt. Gesellschaft) gleich eingeschätzt.
Es setzt voraus, dass man willens ist, die eigene Sicht zugunsten des "Gemeinwohls" für einen kurzen Augenblick etwas zurückzustellen.
Man beachte hier die Zeitspanne: Für einen kurzen Augenblick.
Es tun viele so, als ginge es darum jeden eiinzelnen für den Rest seines Lebens seiner Freiheiten (zum Beispiel zum Geldscheffeln) zu berauben.
Wir werden schon wieder Springen und Lachen und Tanzen und Ringelpiezanfassen machen können, wenn der Impfstoff da ist.
Es geht doch nur um einen begrenzten Zeitraum.
Ich muss nicht vor Gericht ziehen, um unsere Galerie wieder zu öffnen, auch wenn uns das alle im Herz trifft.
Traurig und schmerzhaft ist das ganz bestimmt. Das gefällt mir auch nicht, aber Ich hoffe ihr werdet wenigstens finanziell entschädigt.



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Di 10. Nov 2020, 15:26

herbert clemens hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 08:52
Es drängt mich, meine Position zu verteidigen und nicht so herabgewürdigt zu werden.
Wie ist das denn jetzt wieder gemeint? Ist das ein Appell an die Moral? Wurde der nicht schon an anderer Stelle einfach wegewischt?


Ich finde das echt lustig.
Es wird in der Debatte ständig versucht dem anderen irgendwas zu unterstellen, damit er "nachgibt".
Sei es nun, dass er sich angeblich undemokratisch verhält, oder dass er andere angeblich "herabwürdigt".
Alles Mögliche ist der Grund für seine Ablehnung. Nur kein gutes Argument. Daran kann es einfach nicht liegen.
Naja, es wird Zeit, dass dieser Spuk endet.



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Friederike
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Di 10. Nov 2020, 15:33

Nauplios hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:30
Ich denke, daß man mit den Impfungen im ersten Quartal 2021 beginnen wird. Das wird die AHA+L-Regel nicht überflüssig machen, aber es wird die Situation im Laufe des nächsten Jahres entspannen und einen Lockdown im November 2021 hoffentlich überflüssig machen. [...]
Das ist der einzige Punkt, von dem ich meine, daß wir uns Sand in die Augen streuen lassen (von den Medien und den politisch Verantwortlichen), wenn wir binnen des kommenden Jahres mit einem Impfstoff rechnen, ihn erwarten. Es wird ihn so schnell nicht geben, schon gar nicht einen, der die Hürden der Zulassung nehmen kann. Gestern in der "Tagesschau" -meine Informationsquelle :lol: - wie in regelmäßigen Abständen der Bericht über den Impfstoff und anschließend die Pläne der Regierung, welchen Gruppen denn als erstes der Impfstoff zugänglich gemacht werden soll. Da komme ich mir veralbert vor. Über die Verteilungspläne zu beraten und zu berichten, suggeriert, es gäbe demnächst einen nebenwirkungsarmen Impfstoff.




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Friederike
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Di 10. Nov 2020, 15:42

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:35
Es setzt voraus, dass man willens ist, die eigene Sicht zugunsten des "Gemeinwohls" für einen kurzen Augenblick etwas zurückzustellen. Ich muss nicht vor Gericht ziehen, um unsere Galerie wieder zu öffnen, auch wenn uns das alle im Herz trifft.
Naja, wenn man seine finanzielle Existenzgrundlage zum Beispiel verliert und zum Arbeitsamt muß, dann ist es schon verständlich, finde ich, wenn man die eigene Sicht nicht ein zweites Mal zurückstellen möchte.




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Friederike
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Di 10. Nov 2020, 15:50

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 15:26

Naja, es wird Zeit, dass dieser Spuk endet.

Wenn alle immer nur meckern, dann können wir sowas wie eine Corona-Pandemie eben in Zukunft nicht mehr machen!
---
Ich glaube, solche Sprüche laufen unter "Galgenhumor". Mir gefallen sie.

Ganz und gar nicht teilen tue ich Dein "Feind-Bild" der gierigen Barbesitzer etc.




sokrates_is_alive
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Di 10. Nov 2020, 15:57

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:35
Friederike hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:27
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 10:17
Wie steht es eigentlich um das gesellschaftliche Klima? Ist das auch von Belang für die Abwehrkräfte etc.? Könnte es nicht von enormem Vorteil sein, wenn alle das Gefühl haben, solidarisch zu sein und an einem Strang zu ziehen? (Ich frage für einen Freund.)
Chinesische Verhältnisse, allerdings aus freiem Willen? Sicher, wenn alle sich im Einklang miteinander fühlen, dann ist das wohl ein gutes "feeling", aber es setzt doch voraus, die Situation würde von allen Menschen (hier die dt. Gesellschaft) gleich eingeschätzt.
"Chinesische Verhältnisse" taugt zu einem neuen "Kampfbegriff", aber mit Bezug zur Volksrepublik China (ebenso wie beim Iran) verkennen wir, dass Kritik seit Jahrhunderten und auch in der Neuzeit in weiten Teilen anders als in Deutschland und vielen "westlichen" Ländern geäußert wird. Auf der Ebene der "Gebildeten" - und derer gibt es entgegen allen landläufigen Bildern im Staats- und Parteiapparat nicht wenige - kritisiert man nicht nur mit Mao und Parteibeschlüssen, sondern sehr häufig auch mit historischen Anekdoten und/ oder Sprichworten. Allerdings ist nach wie vor (und seit 2000 auch durch Partei und Führung wieder verstärkte) Bezug zu konfuzianischen Traditionen und ethischen Grundsätzen von Harmonie in Familie und Staat und angemessenem Verhalten festzustellen. An Universitäten wie der angesehenen Beijing Da Xue gehören Gedichte der Tang-Dynastie und ihre Charakterisierung guter Staatsführer (und damit auch mit "Protestpetenzial") ebenso zum Unterrichtsgeschehen wie Mao und Deng im Fach Politikwissenschaft. Wenn man unter Corona-Aspekten von "chinesischen Verhältnissen" spricht, denkt man häufig natürlich an die Überwachungsapps und Ausgangsbeschränkungen, die unsere Einschränkungen eher als "Liiiiggghhhhttt" erscheinen lassen. Andererseits sind die Bilder, in denen Nachbarschaftshilfe, Lebensmittel- und Wasserlieferungen durch staatliche Stellen in Quarantänestädte/-bezirke gebracht wurden und zahlreiche Helfer (und zwar auch zahlreiche Freiwillige im Rahmen der Nachbarschaftshilfe) eher in unserem Gedächtnis verblasst. Richtig ist, dass in einem solchen politischen System Hilfe und "Manpower" viel schneller und unproblematischer organisiert und staatliche Anordnungen auch mit erheblich mehr Druck umgesetzt werden können. Allerdings denke ich noch an die Berichte aus Wuhan, wo Studierende in ihren Wohnheimen bleiben mußten und die Essenabholung in der Mensa wie folgt ablief: Aufruf einer Person - Gang als Einzelner zur Essenausgabe - davor Erfassung und Temperaturmessung - nur wenn o.K., dann zum Essen holen - dann wieder alleine in die Unterkunft. Man hatte die Kranken direkt vor Augen und in der Familie und Nachbarschaft - das ändert auch die eigene Einstellung. Im Bereich Wirtschaft lohnt sich ein Blick auf https://www.gtai.de/gtai-de/trade/speci ... ung-237890), um einen groben Überblick über die chinesischen Wirtschaftsmaßnahmen zu erhalten. Spannend auch immer wieder die Berichterstattung in deutschen Medien: Wenn Xi eine Stadt mit Maske besucht, sich die Temperatur messen lässt und anschließend mit Bewohnern unter Einhaltung Abstand spricht, dient dies nach Lesart Frankfurter Rundschau vermutlich der Beschwichtigung der Bevölkerung (https://www.fr.de/panorama/coronavirus- ... 51287.html) - deutsche Politiker informieren sich hingegen ausführlich über die Situation vor Ort - so lassen sich halt auch Bilder generieren.



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Di 10. Nov 2020, 16:01

Friederike hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 15:50
Ich glaube, solche Sprüche laufen unter "Galgenhumor". Mir gefallen sie.
Nö, ich bin einfach nur genervt. Ich finde diese ganze Beschwererei über Maßnahmen einfach nur kindisch.
Wie kleine Kinder: "Öh, die nehmen mir meinen Lolli weg":
Manchmal sind Dinge einfach nötig. Manchmal muss man einfach zurückstecken. MAnchmal sind andere Dinger wichtiger als die eigenen Interessen.
Das sollte man als Erwachsener schon gelernt haben.
Ganz und gar nicht teilen tue ich Dein "Feind-Bild" der gierigen Barbesitzer etc.
Musst Du ja nicht. Ich habe vielleicht einfach zu viel unter Menschen gelebt, um noch ganz naiv zu glauben, den Barbesitzern die da geklagt haben ginge es um ihre Freiheit.
Das ist vorgeschoben. Denen gehts einfach um den Gewinnausfall. Nichts weiter. Und: Man stelle sich mal vor, die hätten Erfolg gehabt: Die einzige Bar die im Kiez offen hat. Da rollt der Rubel, was? Die denken wir sind blöd und durchschauen ihre Motive nicht.



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Di 10. Nov 2020, 16:12

Friederike hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 15:33
Nauplios hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:30
Ich denke, daß man mit den Impfungen im ersten Quartal 2021 beginnen wird. Das wird die AHA+L-Regel nicht überflüssig machen, aber es wird die Situation im Laufe des nächsten Jahres entspannen und einen Lockdown im November 2021 hoffentlich überflüssig machen. [...]
Das ist der einzige Punkt, von dem ich meine, daß wir uns Sand in die Augen streuen lassen (von den Medien und den politisch Verantwortlichen), wenn wir binnen des kommenden Jahres mit einem Impfstoff rechnen, ihn erwarten. Es wird ihn so schnell nicht geben, schon gar nicht einen, der die Hürden der Zulassung nehmen kann. Gestern in der "Tagesschau" -meine Informationsquelle :lol: - wie in regelmäßigen Abständen der Bericht über den Impfstoff und anschließend die Pläne der Regierung, welchen Gruppen denn als erstes der Impfstoff zugänglich gemacht werden soll. Da komme ich mir veralbert vor. Über die Verteilungspläne zu beraten und zu berichten, suggeriert, es gäbe demnächst einen nebenwirkungsarmen Impfstoff.
So viel Mißtrauen gegenüber der "Lügenpresse" war bislang noch nicht. :lol:




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Di 10. Nov 2020, 16:18

Friederike hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 15:42
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:35
Es setzt voraus, dass man willens ist, die eigene Sicht zugunsten des "Gemeinwohls" für einen kurzen Augenblick etwas zurückzustellen. Ich muss nicht vor Gericht ziehen, um unsere Galerie wieder zu öffnen, auch wenn uns das alle im Herz trifft.
Naja, wenn man seine finanzielle Existenzgrundlage zum Beispiel verliert und zum Arbeitsamt muß, dann ist es schon verständlich, finde ich, wenn man die eigene Sicht nicht ein zweites Mal zurückstellen möchte.
Weil Arbeitslos zu sein schlimmer ist als im Leichensack zu liegen, oder wie meinst Du das?

Ausserdem finde ich dieses Argument auch nur halbrichtig. Es gibt ja Entschädigungen, Kurzarbeit usw. Es ist ja nicht so, dass alle die jetzt von dem Maßnahmen betroffen sind ihre Existenz verlieren oder verhungern. Das möchte man natürlich so darstellen, damit das auf die Tränendrüse drückt. Und es ist sicher auch nicht schön. Aber ich denke die Leute die jetzt auf der Intensivstation liegen trifft es härter.



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Jörn Budesheim
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Di 10. Nov 2020, 16:21

Friederike hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 15:42
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 10. Nov 2020, 13:35
Es setzt voraus, dass man willens ist, die eigene Sicht zugunsten des "Gemeinwohls" für einen kurzen Augenblick etwas zurückzustellen. Ich muss nicht vor Gericht ziehen, um unsere Galerie wieder zu öffnen, auch wenn uns das alle im Herz trifft.
Naja, wenn man seine finanzielle Existenzgrundlage zum Beispiel verliert und zum Arbeitsamt muß, dann ist es schon verständlich, finde ich, wenn man die eigene Sicht nicht ein zweites Mal zurückstellen möchte.
https://www.bmwi.de/ hat geschrieben : „Zusammenhalt und gegenseitige Solidarität sind das Gebot der Stunde. Wir lassen in dieser ernsten Lage unsere Unternehmen und ihre Beschäftigten nicht allein, sondern erweitern nochmals unsere Hilfsangebote für die von den Corona-Regeln besonders betroffenen Selbständigen, Unternehmen und Einrichtungen. Die Bedingungen für die Beantragung der Hilfen haben wir jetzt geklärt. Abschlagszahlungen sollen so schnell wie möglich erfolgen, möglichst bis Ende November 2020.“
Die "außerordentliche Wirtschaftshilfe wird ein Finanzvolumen von voraussichtlich ca. 10 Milliarden Euro" haben. Den Schutz des Lebens lassen wir uns zurecht etwas kosten. Es gibt aber auch den einen oder die andere, die finanziell keine Einschränkungen haben, und dennoch keine Lust auf Solidarität. Ich meine beim ersten Lockdown gab es so eine Art Gemeinschaftsgefühl, ich mag mich täuschen. Jetzt plötzlich wird man zum Chinesen, wenn man darauf hinweist. Ich denke dabei eher an die Aufklärung, also Freiheit, Gleichheit und Solidarität.



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