Die Urminus-These (zur Frage nach der Entstehung der Polarität/Gegensätzlichkeit)

Aspekte metaphysischer Systementwürfe und der Ontologie als einer Grunddisziplin der theoretischen Philosophie können hier diskutiert werden.
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Quasarkarotte
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Di 21. Nov 2023, 11:45

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Wie bereits an anderer Stelle kurz angeschnitten, handelt es sich für mich bei der Frage nach der Entstehung der Polarität um eine Schlüsselfrage ohnegleichen. An dem losen Ende lege ich diesen Faden an, um die bereits erwähnte Urminus-These samt Untermauerung einmal niederzuschreiben. Falls gewollt, können wir uns hierzu sehr gerne austauschen, der besseren Übersicht halber würde ich für den Diskurs die Anlage eines gesonderten Fadens vorschlagen.

Ist von der Polarität die Rede, dann oftmals in Verbindung mit Plus und Minus – es sind die beiden Pole schlechthin. Nach der Urminus-These wurzelt die Plusminus-Polarität in keiner Neutralität, sondern im Minus. Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist der Minuspol der Urpol. Demnach verbirgt sich hinter Plus ursprünglich ein umgekehrtes Minus.

>> Die Null ist weder plus noch minus. <<
(Mein Mathelehrer damals)

Eins vorab: Die tiefere Auseinandersetzung mit dieser Thematik führt unweigerlich zu einer Lücke auf Begriffsebene, denn in der deutschen Sprache fehlt eine wichtige Unterscheidung zwischen zwei Arten der Neutralität. Die erste Form kommt zustande, wenn zwei Pole oder Gegensatzpaare involviert sind, welche sich gegenseitig neutralisieren. Bei der zweiten Form hingegen, ich nenne sie mal die Null-Neutralität, fehlt jegliche Polarität. Gehe ich der Frage nach der Entstehung der Gegensätzlichkeit nach, ist für mich selbstredend nur die Null-Neutralität von Interesse, denn bei der anderen Art der Neutralität ist die Polarität ja bereits existent.

Ausgangs-Prämissen:

1) Alles im Universum Existente ist in seiner Entstehung – unabhängig vom jeweiligen Entstehungszeitpunkt – nach dem Kausalitätsprinzip auf den Ursprung* des Universums zurückzuführen.

* Was den Ursprung des Universums betrifft, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder hat es einmal einen Anfang von allem gegeben (wie auch immer dieser im Detail ausgesehen hat) oder es hat keinen Anfang von allem gegeben. Im ersten Fall dürfte es vor diesem Uranfang logischerweise nichts/Nichts gegeben haben, im zweiten Fall müsste irgendetwas schon seit jeher existiert haben, aus dem das Universum hervorgegangen ist. Der Ursprung des Universums meint hier also den Uranfang oder das Urexistente.

2) Das Universum expandiert und beinhaltet Gegensätzlichkeit/Gegensatzpaare/Polarität, wie z.B. positiv und negativ, männlich und weiblich, Anziehung und Abstoßung.

Fragestellung:

Wie kann es ohne Anfang etwas geben (das Urexistente) oder wie kann etwas aus dem Nichts anfangen (der Uranfang)? Neben diesen Fragen zum Ursprung von allem, die uns in beiden Denkrichtungen auf direktem Wege an unsere Grenzen des Begreifbaren führen, drängt sich bezogen auf die obenstehenden beiden Prämissen noch eine andere Frage auf: Wie kann Gegensätzliches in seiner Entstehung auf ein und denselben Ursprung zurückgeführt werden?

Aus meiner Sicht gibt es nicht nur um uns herum, sondern auch in uns klare Hinweise, die auf eine rundum plausible Erklärung hindeuten, wie es – ausgehend von einem gemeinsamen Ursprung – zur Gegensätzlichkeit kommen konnte. Um diese Hinweise als solche erkennen zu können, bedarf es lediglich eines simplen Zwischenschritts.




Quasarkarotte
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Di 21. Nov 2023, 11:56

Die Minus- und Plus-Subsumtion

Die Wörter minus/negativ sowie plus/positiv sind bekanntlich mehrdeutig. Auf Basis ihrer jeweiligen Bedeutungen wird im Folgenden eine Erweiterung auf Bedeutungsebene herbeigeführt. Dies erfolgt durch die Sortierung einiger bestimmter Gegensatzpaare (z.B. Zusammenziehung & Ausdehnung, Anziehung & Abstoßung), indem die einzelnen Gegenteile jeweils einer Plus- oder Minus-Seite zugeordnet werden.

Plus-Subsumtion:

1. Plus oder positiv steht bekanntlich für eine elektrische Ladung, für zutreffend oder ja, für gut und für das Addieren/die (Hin)Zugabe.
2. Eine Addition oder positive Tendenz führt zu einer Vergrößerung/Steigerung/einem Wachstum, also können auch diese Begriffe der Plus-Seite zugeordnet werden.
3. Eine Vergrößerung/ein Wachstum ist vergleichbar mit einer Ausdehnung/Entfaltung/ Expansion, somit zeigen auch diese Begriffe auf die Plus-Seite.
4. Eine Ausdehnung/Entfaltung/Expansion ist nach außen gerichtet, somit ist das nach außen Gerichtete oder Zeigende und das Äußere der Plus-Seite zugehörig.
5. Da das Materielle Masse besitzt und physischen Platz einnimmt, also eine Ausdehnung hat, ist das Materielle auch der Plus-Seite zuzuordnen.
6. Hat man das nach außen Gerichtete und das Äußere erst einmal der Plus-Seite zugeschrieben, dann können infolgedessen auch weitere Begriffe ergänzt werden, die diese Richtung beinhalten, wie z.B. Explosion, Abstoßung, extern, extro…
7. Da eine Verbindung nach außen gerichtet ist, weil es hierfür mindestens einen zusätzlichen Punkt/Wert o.Ä. bedarf und es in der Regel zu einer Vergrößerung des Ausgangswertes führt, zeigen die Begriffe Verbindung/Multiplikation auf die Plus-Seite.
8. Da das männliche Geschlechtsteil nach außen gerichtet ist (gebend), ist das männliche Geschlecht der Plus-Seite zuzuschreiben.

Minus-Subsumtion:

1. Minus oder negativ steht bekanntlich für eine elektrische Ladung, aber auch für unzutreffend oder nein, für schlecht und für das Subtrahieren/die Abnahme.
2. Eine Subtraktion oder negative Tendenz führt zu einer Verkleinerung/Minderung/ Senkung/Schrumpfung, also können auch diese Begriffe der Minus-Seite zugeordnet werden.
3. Eine Minderung/Schrumpfung ist vergleichbar mit einer Zusammenziehung/Faltung/ Kontraktion, somit gehören auch diese Begriffe auf die Minus-Seite.
4. Eine Zusammenziehung/Faltung/Kontraktion ist nach innen gerichtet, sodass das nach innen Gerichtete oder Zeigende und das Innen/Innere zur Minus-Seite zählt.
5. Da das Immaterielle im Gegensatz zum Materiellen keine physische Ausdehnung hat, ist das Immaterielle der Minus-Seite zuzuordnen.
6. Hat man das nach innen Gerichtete und das Innen/Innere erst einmal der Minus-Seite zugeschrieben, dann kann diese folglich auch durch weitere Begriffe ergänzt werden, die diese Richtung beinhalten, wie z.B. Implosion, Anziehung/Gravitation, intern, intro…
7. Da eine Teilung ein interner Vorgang ist und sie in der Regel zu einer Verkleinerung des Ausgangswertes führt, zeigen die Begriffe Teilung/Trennung/Division auf die Minus-Seite.
8. Da das weibliche Geschlechtsteil nach innen gerichtet ist (empfangend/nehmend), wird das weibliche Geschlecht der Minus-Seite zugeordnet.


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Es können noch weitere Zuordnungen ergänzt werden, für die Untermauerung der Urminus-These reichen die obenstehenden aber aus. Dass man alle bekannten Gegenteile einem dieser Pole Minus oder Plus zuordnen kann, ist aus dieser Sortierung aber nicht zu schließen, ebenso wenig, dass für einen einzelnen Gegensatz auch alle anderen zuvor aufgeführten Eigenschaften zutreffen, die unter dem jeweiligen Metapunkt aufgeführt sind. Beispiel: Weder ist das männliche Geschlecht positiv im Sinne von gut, weil es der Plus-Seite zugeordnet ist, noch ist das weibliche Geschlecht negativ im Sinne von schlecht, weil es der Minus-Seite zugeordnet ist.




Quasarkarotte
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Di 21. Nov 2023, 12:06

Die Hinweise

Übertragen wir nun die Ergebnisse aus der Minus- und Plus-Subsumtion auf die Ausgangsprämisse 2.

2) Das Universum expandiert – somit zeigt es ins Plus – und beinhaltet Gegensätzlichkeit/Gegensatzpaare/Polarität, wie z.B. positiv und negativ, männlich und weiblich, Anziehung und Abstoßung – es umfasst also Plus und Minus.

Eine Konstellation vergleichbar mit einem Plus-Oberpunkt, der Plus- und Minus-Unterpunkte umfasst. Wie ist das möglich? Ein Oberpunkt kann doch nicht weniger Eigenschaften aufweisen, als seine Unterpunkte – ein Oberpunkt, der Plus und Minus beinhaltet, müsste doch eigentlich ein Plusminus-Punkt sein.

Bei dieser Konstellation handelt es sich um den ersten wichtigen Hinweis auf den Ursprung der Polarität. Wenn es keinen Urpol gäbe, dann wäre diese Anordnung unlogisch und unmöglich. Gehen wir aber davon aus, dass Plus ursprünglich im Minus wurzelt, dann gibt es in Wirklichkeit nur Minus, also Minus und umgekehrtes Minus. Aus dieser Perspektive ist die Konstellation also im Bereich des Möglichen.

Gibt es weitere Hinweise, und warum kommt nur der Minuspol als Urpol infrage?

Nach innen versus nach außen:

Die Ausdehnung des Universums wird zur Veranschaulichung häufig durch das Aufblasen eines Luftballons dargestellt. Inwieweit es sich hierbei um einen treffenden Vergleich handelt, sei mal dahingestellt, dennoch greife ich dieses Beispiel auf, weil es diese beiden Richtungen beinhaltet – nach innen und nach außen. Was machen wir, um möglichst viel und lange pusten zu können? Wir atmen vorher tief ein. Unsere Atmung verläuft zyklisch, Ein- und Ausatmung wechseln sich ab, doch es beginnt – wenn man sich ein Neugeborenes vorstellt – mit dem ersten Einatmen (nach innen = Minus), welches das erste Ausatmen (nach außen = Plus) erst ermöglicht. Dies ist vergleichbar mit dem Spannen eines Bogens in Richtung des Schützen, bevor dieser einen Pfeil abschießt. Diese Vorgänge weisen für mich darauf hin: Das nach innen Zeigende, also Minus, steht in der Reihenfolge vor dem nach außen Zeigenden, also Plus. Und das nach außen Zeigende, also Plus, geht aus dem nach innen Zeigenden, also Minus, hervor.

Weiblich versus männlich:

Ein weiterer Hinweis ist erneut bei uns selbst zu finden. Was schreibe ich da? Nicht nur beim Menschen, fast ausschließlich bei allen höher entwickelten Lebewesen auf diesem Planeten ist es dem weiblichen Geschlecht vorbehalten, neues Leben hervorzubringen. Hierbei handelt es sich um die Eigenschaft, welche das Weibliche auch als solches definiert. Es gibt bekanntlich auch andere Arten der Fortpflanzung, doch bei dieser zweigeschlechtlichen Reproduktionsform, bei der die Polarität männlich und weiblich involviert ist, bringt in der Regel das weibliche Geschlecht, welches eindeutig der Minus-Seite zugeordnet wurde, nicht nur weibliches, sondern auch männliches Leben zur Welt, und das männliche Geschlecht wurde eindeutig der Plus-Seite zugeordnet. Somit zeigt auch dieser Vorgang für mich: Minus steht in der Reihenfolge vor Plus, und Plus geht aus Minus hervor.

Subtraktion und Division versus Addition und Multiplikation:

Bereits in der Schule lernen wir: Man erhält Plus, wenn man Minus mit Minus multipliziert, aber andersherum kommt kein Minus heraus, wenn man Plus mit Plus multipliziert. Anders als viele glauben, handelt es sich hierbei um kein mathematisches Gesetz, sondern lediglich um eine Definition. Somit ist dies nicht als ein Anhaltspunkt dafür zu werten, dass Minus vor Plus kommt und Plus ursprünglich aus Minus entstanden ist. Doch auch in der Mathematik wird man auf der Suche nach Hinweisen fündig. Wie bereits begründet, ist die Division und Subtraktion der Minus-Seite zugeordnet und die Multiplikation und Addition der Plus-Seite. Ausgehend von nur einem Anfangswert – wie wir auch von nur einem Ursprung des Universums ausgehen – kann (egal wie hoch der Anfangswert auch sein mag) zu Beginn noch keine Multiplikation oder Addition durchgeführt werden, da es keinen weiteren Wert gibt, den man zur Multiplikation oder Addition heranziehen könnte. Hat man nur einen Anfangswert, bedarf es zunächst einmal einer Division oder Subtraktion, um einen weiteren Wert aus dem Ausgangswert zu erhalten. Division und Subtraktion sind im Gegensatz zur Multiplikation und Addition interne Vorgänge, die keinen weiteren, externen Wert benötigen – kurzum: Minus kommt vor Plus.

Adenin und Guanin versus Thymin und Cytosin:

Da alles im Universum Existente (also auch die Polarität) in der Entstehung auf ein und denselben Ursprung des Universums zurückzuführen ist, brauchte es – wie oben im Beispiel aus der Mathematik beschrieben – ebenfalls Teilungen oder Trennungen (= Minus), denn ohne Teilungen oder Trennungen gäbe es weder Teile noch Verbindungen (= Plus), und ohne Teile und Verbindungen gäbe es auch keine Gegenteile, Gegenstücke oder Gegensatzpaare.
Diese Abfolge – Teilung vor Verbindung – ist sogar bei uns im Rahmen der Zellteilung zu beobachten. Hierbei werden im Zuge der Replikation aus einer DNS-Doppelhelix bekanntlich zwei hergestellt. Dafür werden die beiden Stränge der DNS-Doppelhelix, die Träger unserer Erbinformationen, zunächst voneinander getrennt, bevor für jeden Einzelstrang wieder ein zweiter Strang ergänzt und über Wasserstoffbrücken zu einer Doppelhelix verbunden wird – aus 1 wird 2. Um dies zu erreichen, wird der Einzelstrang kopiert, aber nicht 1:1, sondern komplementär. Das erste Paar bilden die Basen Adenin und Thymin und das zweite Paar die Basen Guanin und Cytosin. Befindet sich auf der Seite des Einzelstrangs, der als Vorlage dient, beispielsweise die Base Adenin, dann wird auf der gegenüberliegenden Seite, also für den Partnerstrang, das passende Pendant von Adenin, nämlich die Base Thymin ergänzt.
Somit ist die Zellteilung nicht nur ein weiterer Hinweis darauf, dass Teilung vor Verbindung, also Minus in der Reihenfolge vor Plus einzuordnen ist. Die DNA-Verdopplung ist zudem der Beweis dafür, dass die Natur tatsächlich in der Lage ist – hier durch komplementäres Kopieren – aus einem Ausgangsstück, in diesem Fall den Einzelstrang, das passende Gegenstück, den Partnerstrang herzustellen, und dies findet allein auf unserer Erde mit unzähligen Wiederholungen statt.




Timberlake
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Di 21. Nov 2023, 12:18

Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 11:45

Ausgangs-Prämissen:

1) Alles im Universum Existente ist in seiner Entstehung – unabhängig vom jeweiligen Entstehungszeitpunkt – nach dem Kausalitätsprinzip auf den Ursprung* des Universums zurückzuführen.

* Was den Ursprung des Universums betrifft, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder hat es einmal einen Anfang von allem gegeben (wie auch immer dieser im Detail ausgesehen hat) oder es hat keinen Anfang von allem gegeben. Im ersten Fall dürfte es vor diesem Uranfang logischerweise nichts/Nichts gegeben haben, im zweiten Fall müsste irgendetwas schon seit jeher existiert haben, aus dem das Universum hervorgegangen ist. Der Ursprung des Universums meint hier also den Uranfang oder das Urexistente.


Was den Ursprung des Universums betrifft , haben wir es mit Quanteneffekten zu tun und die setzen bekanntlich das Kausalitätsprinzip außer kraft. Übrigens sehr schön von Harald Lesch in der Sendereihe alpha -Centauri in der Sendung "Welche Bedeutung hat die Unschärferelation?" ab der Stelle 7:30 Min erklärt. Auch zum "nichts/Nichts" wird sich darin erklärt.
Zuletzt geändert von Timberlake am Di 21. Nov 2023, 12:28, insgesamt 3-mal geändert.




Quasarkarotte
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Di 21. Nov 2023, 12:20

Folgerung

Minus steht in der Reihenfolge vor Plus, und Plus ist ursprünglich aus Minus entstanden. Da Plus im Minus wurzelt, ist das expandierende Universum aus dem Gegenteil einer Ausdehnung hervorgegangen, einer Zusammenziehung – dem Urminus. Das Urminus bildet die Grundlage für das gesamte expandierende Universum, inklusive Polarität und Neutralität. Somit ist das, was wir auch Urknall nennen, der Wendepunkt, der die Entfaltung des Urminus-Potenzials markiert.

Erweiterte Folgerung:

Wie bereits geschrieben, ist die DNS-Replikation nicht nur ein weiterer Hinweis darauf, dass die Gegensätzlichkeit in einem Urminus wurzelt, dieser im Rahmen der Zellteilung stattfindende Prozess ist darüber hinaus auch der Beleg dafür, dass die Natur tatsächlich in der Lage ist, zu einem Ausgangsstück das passende Gegenstück herzustellen. Doch das ist in meinen Augen noch nicht das Entscheidende: Zwar gibt es einiges in der Welt, das nahezu symmetrisch angeordnet ist, doch der Vorgang bestehend aus Teilung, Kopieren/Umkehren und Verbinden ist ausschließlich in Verbindung mit Leben zu beobachten. Es handelt sich hierbei um eine Eigenschaft desselben. Ob bei uns, beim Insekt, ja sogar bei den Blättern eines Baumes ist diese Mittellinie zwischen der linken und der rechten Hälfte, welche die jeweils einander entgegengesetzten Seiten sowohl teilt als auch verbindet, unverkennbar vorhanden. Dies lässt für mich nur einen Schluss zu: Wenn Plus also ursprünglich aus Minus entstanden ist – wie zuvor bereits untermauert – dann ist dem Urminus in seinen Eigenschaften auch das Leben zuzuschreiben.

Doch bei der Verwendung des Begriffs Leben ist es wichtig, genauer zu werden: Im Sprachgebrauch steht das Leben in Verbindung mit einem Körper (Materie, Körper = Plus). Da das Körperliche aber erst im Universum entstanden ist, gab es ursprünglich noch keinen lebenden Körper. Wie nennt man körperloses Leben? Manche verwenden hierfür das Wort Energie, andere bezeichnen es als auch als Seele. Ich möchte gerne das Wort Geist benutzen, um damit das körperlose Leben auszudrücken.

Da dem Urminus also Geist zuzuordnen ist, ist das Universum also nicht nur durch, sondern auch aus Geist entstanden. Demzufolge zeigt Geist nicht nur ins Minus, das Urminus ist der Inbegriff von Geist – der Urgeist. Da das Universum nicht nur durch, sondern auch aus Geist entstanden ist, ist alles im Universum Existente, die gesamte Vielfalt, als Bestandteil der Entfaltung unweigerlich auch Bestandteil des Urgeistes. Demzufolge ist die Potenzial-Entfaltung, das expandierende Universum – obwohl es auch Materie beinhaltet – in erster Linie als eine geistige Entfaltung anzusehen.

Bezugnehmend auf das Leib-Seele-Problem handelt es sich bei der Substanz Materie um eine Form, die (Ur)Geist mitunter auf Grundlage der Polarität annehmen kann und angenommen hat. Aus dieser Perspektive ist die Behauptung, dass alles Existierende Geist ist, zulässig. Materie ist somit – verglichen mit Geist – keine eigenständige, alleinstehende Substanz, sie baut auf Geist auf, ist aus Geist gemacht. Dies erklärt, warum zwei auf den ersten Blick so unterschiedliche Substanzen wie Materie und Geist überhaupt miteinander interagieren können.




Quasarkarotte
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Di 21. Nov 2023, 12:22

Antithese

Gibt es konkrete Hinweise, die darauf hindeuten, dass die Plusminus-Polarität in keinem Urpol wurzelt, sondern aus einer Null-Neutralität entstanden sein könnte?

Ein hierzu passendes Beispiel ist der sogenannte Beta-Minus-Zerfall, im Rahmen dessen sich ein Neutron in ein Elektron, ein Proton und ein Neutrino umwandelt. Zwar ist das Neutron nach außen hin ein Teilchen ohne elektrische Ladung, doch es enthält sowohl positiv als auch negativ geladene Quarks. Da das Neutron also Polarität beinhaltet, ist dieser Prozess in meinen Augen nicht als Hinweis darauf zu werten, dass die Plusminus-Polarität ursprünglich aus einer Null-Neutralität hervorgegangen ist.

Wenn mir ein Vorgang o. Ä. bekannt wäre, der für die Antithese spricht, dann würde ich dies hier schreiben, aber Fehlanzeige.




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Quk
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Di 21. Nov 2023, 12:31

Eine kurze Lernfrage vorweg: Verstehst Du unter den Symbolen Plus und Minus etwas in Bezug auf Vermehrung und Verminderung? -- Ich denke, ich kann diese Symbole an sich im Prinzip beliebig vertauschen: In der Physik ist sowohl das eine wie auch das andere eine Kraft; so könnte ich statt Plus und Minus auch "hüben & drüben" dazu sagen oder "oller & doller". Und in der Mathematik könnte ich positive und negative Zahlen auch schwarze und rote Zahlen nennen. Egal, wie ich sie nenne, es sind Beträge. Auch negative Beträge sind nicht nichts. Daher möchte ich Dich fragen, ob Du das Symbol Plus eher mit "Sein" gleichsetzt oder eher mit dem physikalischen und mathematischen Plus.


Edit: Pardon, als ich diesen Kommentar schrieb, war erst ein Beitrag in diesem Faden.




Quasarkarotte
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Di 21. Nov 2023, 12:58

Timberlake hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 12:18
Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 11:45

Ausgangs-Prämissen:

1) Alles im Universum Existente ist in seiner Entstehung – unabhängig vom jeweiligen Entstehungszeitpunkt – nach dem Kausalitätsprinzip auf den Ursprung* des Universums zurückzuführen.

* Was den Ursprung des Universums betrifft, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder hat es einmal einen Anfang von allem gegeben (wie auch immer dieser im Detail ausgesehen hat) oder es hat keinen Anfang von allem gegeben. Im ersten Fall dürfte es vor diesem Uranfang logischerweise nichts/Nichts gegeben haben, im zweiten Fall müsste irgendetwas schon seit jeher existiert haben, aus dem das Universum hervorgegangen ist. Der Ursprung des Universums meint hier also den Uranfang oder das Urexistente.


Was den Ursprung des Universums betrifft , haben wir es mit Quanteneffekten zu tun und die setzen bekanntlich das Kausalitätsprinzip außer kraft. Übrigens sehr schön von Harald Lesch in der Sendereihe alpha -Centauri in der Sendung "Welche Bedeutung hat die Unschärferelation?" ab der Stelle 7:30 Min erklärt. Auch zum "nichts/Nichts" wird sich darin erklärt.
Danke für Deinen Hinweis. Das erwähnte Kausalitätsprinzip bezieht sich hier auf die Entstehung des im Universum Existenten - kurzum: ohne Ursprung kein Du und ich.




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Quk
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Di 21. Nov 2023, 13:16

Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 12:06
... fast ausschließlich bei allen höher entwickelten Lebewesen auf diesem Planeten ist es dem weiblichen Geschlecht vorbehalten, neues Leben hervorzubringen. Hierbei handelt es sich um die Eigenschaft, welche das Weibliche auch als solches definiert. Es gibt bekanntlich auch andere Arten der Fortpflanzung, doch bei dieser zweigeschlechtlichen Reproduktionsform, bei der die Polarität männlich und weiblich involviert ist, bringt in der Regel das weibliche Geschlecht, welches eindeutig der Minus-Seite zugeordnet wurde, nicht nur weibliches, sondern auch männliches Leben zur Welt, und das männliche Geschlecht wurde eindeutig der Plus-Seite zugeordnet. Somit zeigt auch dieser Vorgang für mich: Minus steht in der Reihenfolge vor Plus, und Plus geht aus Minus hervor.
Diese These erscheint mir ein bisschen konstruiert. Wie Du schon schriebst, es sind beide Eltern-Geschlechter involviert. Beide erzeugen den Ursprung des gemeinsamen Kindes. Hat die schwangere Mutter die Möglichkeit, das Geschlecht ihres Kindes festzulegen? Mir ist dazu nichts bekannt. Des Weiteren erscheint es mir konstruiert, das Männliche deswegen als positiv zu beschreiben, weil des Mannes Glied vom Hauptkörper nach draußen ragt. Ich könnte auch sagen, die Brüste der Dame oder ihr Hintern ragen mehr nach draußen als jene des Herrn.

Deine anderen Beispiele klingen plausibler, in meinen Ohren. Die konstruierte Sache mit den Geschlechtern macht das Gesamtbild Deiner Präsentation ein bisschen zweifelhafter als nötig, meiner spontanen Meinung nach.

Nachdem ich Deinen zweiten Beitrag gelesen habe, sehe ich jetzt, dass Du das "Sein"-Plus vermischst mit dem physikalischen und mathematischen Plus. Mir scheint das nicht sinnvoll, denn sowohl negative als auch positive Sachen sind seiende Sachen, denke ich.




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Quk hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 13:16
Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 12:06
... fast ausschließlich bei allen höher entwickelten Lebewesen auf diesem Planeten ist es dem weiblichen Geschlecht vorbehalten, neues Leben hervorzubringen. Hierbei handelt es sich um die Eigenschaft, welche das Weibliche auch als solches definiert. Es gibt bekanntlich auch andere Arten der Fortpflanzung, doch bei dieser zweigeschlechtlichen Reproduktionsform, bei der die Polarität männlich und weiblich involviert ist, bringt in der Regel das weibliche Geschlecht, welches eindeutig der Minus-Seite zugeordnet wurde, nicht nur weibliches, sondern auch männliches Leben zur Welt, und das männliche Geschlecht wurde eindeutig der Plus-Seite zugeordnet. Somit zeigt auch dieser Vorgang für mich: Minus steht in der Reihenfolge vor Plus, und Plus geht aus Minus hervor.
Diese These erscheint mir ein bisschen konstruiert. Wie Du schon schriebst, es sind beide Eltern-Geschlechter involviert. Beide erzeugen den Ursprung des gemeinsamen Kindes. Hat die schwangere Mutter die Möglichkeit, das Geschlecht ihres Kindes festzulegen? Mir ist dazu nichts bekannt. Des Weiteren erscheint es mir konstruiert, das Männliche deswegen als positiv zu beschreiben, weil des Mannes Glied vom Hauptkörper nach draußen ragt. Ich könnte auch sagen, die Brüste der Dame oder ihr Hintern ragen mehr nach draußen als jene des Herrn.

Deine anderen Beispiele klingen plausibler, in meinen Ohren. Die konstruierte Sache mit den Geschlechtern macht das Gesamtbild Deiner Präsentation ein bisschen zweifelhafter als nötig, meiner spontanen Meinung nach.

Nachdem ich Deinen zweiten Beitrag gelesen habe, sehe ich jetzt, dass Du das "Sein"-Plus vermischst mit dem physikalischen und mathematischen Plus. Mir scheint das nicht sinnvoll, denn sowohl negative als auch positive Sachen sind seiende Sachen, denke ich.
Das männliche Geschlechtsteil ist gebend (Richtung: von innen nach außen), das weibliche dagegen nehmend (Richtung von außen nach innen). Zuordnung für mich plausibel. Wie Du in diesem Zusammenhang auf eine Möglichkeit kommst, das Geschlecht des Kindes festzulegen, ist mir schleierhaft.




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Di 21. Nov 2023, 13:57

Dieser Satz ...

"... bringt in der Regel das weibliche Geschlecht, welches eindeutig der Minus-Seite zugeordnet wurde, nicht nur weibliches, sondern auch männliches Leben zur Welt"

... erschien mir so, als hätte das weibliche Geschlecht die Entscheidungshoheit über das Geschlecht des Kindes. Gut, das habe ich wohl missverstanden. Du meinst, die Geschlechtsentscheidung im Bauch ist Zufall? Ich denke, ja.

Aber was das Geben und Nehmen betrifft: Das männliche Abspritzen kann man zwar als Geben bezeichnen, aber der weibliche Eierstock gibt halt auch etwas: Ein Ei. Zwar nur monatlich, aber es ist ebenfalls ein Geben. Und das flotteste Spermium darf in das Ei eindringen. Das Ei ist gegeben und zudem viel größer, also ausgedehnter, als das winzige Spermium. Ich meine, man kann es poetisch drehen wie man will und taugt daher nicht als Argument. Außerdem ist dieses biologische Beispiel nur ein Teilbereich und kein All-Bereich der Biologie, zumal das biologische Fachgebiet selbst nur ein verwaltungstechnisches Konstrukt ist und damit nicht allgültig sein kann.




Timberlake
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Di 21. Nov 2023, 14:04

Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 12:58
Das erwähnte Kausalitätsprinzip bezieht sich hier auf die Entstehung des im Universum Existenten - kurzum: ohne Ursprung kein Du und ich.
Wohlgemerk einem Ursprung, ohne dem es kein Du und ich geben würde. Wie übrigens alle existierenden Gegensätze im Universum , mit dem Urknall , ihren Ursprung in einer Quantenwelt haben , in der Gegensätze .. weil Unscharf! .. quasi nicht existieren. Gleichwohl mir deine Urminus These durchaus geeignet scheint , zu erklären , wie es gewissemaßen von einer Welt ohne Gegensätze , zu einer Welt mit Gegensätzen kommen konnte.
Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 11:45

Wie bereits an anderer Stelle kurz angeschnitten, handelt es sich für mich bei der Frage nach der Entstehung der Polarität um eine Schlüsselfrage ohnegleichen. An dem losen Ende lege ich diesen Faden an, um die bereits erwähnte Urminus-These samt Untermauerung einmal niederzuschreiben.

Aus meiner Sicht gibt es nicht nur um uns herum, sondern auch in uns klare Hinweise, die auf eine rundum plausible Erklärung hindeuten, wie es – ausgehend von einem gemeinsamen Ursprung – zur Gegensätzlichkeit kommen konnte. Um diese Hinweise als solche erkennen zu können, bedarf es lediglich eines simplen Zwischenschritts.
Bliebe eigentlich nur noch , diese Urminus-These an Hand eines "simplen Zwischenschritts" tatsächlich rundrum plausibel zu machen.




Quasarkarotte
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Di 21. Nov 2023, 14:31

Timberlake hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 14:04
Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 12:58
Das erwähnte Kausalitätsprinzip bezieht sich hier auf die Entstehung des im Universum Existenten - kurzum: ohne Ursprung kein Du und ich.
Wohlgemerk einem Ursprung, ohne dem es kein Du und ich geben würde. Wie übrigens alle existierenden Gegensätze im Universum , mit dem Urknall , ihren Ursprung in einer Quantenwelt haben , in der Gegensätze .. weil Unscharf! .. quasi nicht existieren. Gleichwohl mir deine Urminus These durchaus geeignet scheint , zu erklären , wie es gewissemaßen von einer Welt ohne Gegensätze , zu einer Welt mit Gegensätzen kommen konnte.
Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 11:45

Wie bereits an anderer Stelle kurz angeschnitten, handelt es sich für mich bei der Frage nach der Entstehung der Polarität um eine Schlüsselfrage ohnegleichen. An dem losen Ende lege ich diesen Faden an, um die bereits erwähnte Urminus-These samt Untermauerung einmal niederzuschreiben.

Aus meiner Sicht gibt es nicht nur um uns herum, sondern auch in uns klare Hinweise, die auf eine rundum plausible Erklärung hindeuten, wie es – ausgehend von einem gemeinsamen Ursprung – zur Gegensätzlichkeit kommen konnte. Um diese Hinweise als solche erkennen zu können, bedarf es lediglich eines simplen Zwischenschritts.
Bliebe eigentlich nur noch , diese Urminus-These an Hand eines "simplen Zwischenschritts" tatsächlich rundrum plausibel zu machen.
Die Subsumtion ist der Zwischenschritt.




Quasarkarotte
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Quk hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 13:57
Dieser Satz ...

"... bringt in der Regel das weibliche Geschlecht, welches eindeutig der Minus-Seite zugeordnet wurde, nicht nur weibliches, sondern auch männliches Leben zur Welt"

... erschien mir so, als hätte das weibliche Geschlecht die Entscheidungshoheit über das Geschlecht des Kindes. Gut, das habe ich wohl missverstanden. Du meinst, die Geschlechtsentscheidung im Bauch ist Zufall? Ich denke, ja.

Aber was das Geben und Nehmen betrifft: Das männliche Abspritzen kann man zwar als Geben bezeichnen, aber der weibliche Eierstock gibt halt auch etwas: Ein Ei. Zwar nur monatlich, aber es ist ebenfalls ein Geben. Und das flotteste Spermium darf in das Ei eindringen. Das Ei ist gegeben und zudem viel größer, also ausgedehnter, als das winzige Spermium. Ich meine, man kann es poetisch drehen wie man will und taugt daher nicht als Argument. Außerdem ist dieses biologische Beispiel nur ein Teilbereich und kein All-Bereich der Biologie, zumal das biologische Fachgebiet selbst nur ein verwaltungstechnisches Konstrukt ist und damit nicht allgültig sein kann.
Die Eizelle wird nicht (von innen nach außen) gegeben. Doch auch bei der Befruchtung ist die Richtung offensichtlich: Das Spermium dringt von aussen nach innen in die Eizelle ein.




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Quk
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Di 21. Nov 2023, 19:01

Ich finde diese poetischen Fragen nach wie vor mühselig. Ich kann sagen, die vorgespeicherten Spermien sind bereits draußen im kühlen Hodensack außerhalb des männlichen Ranzens. Irgendwann gehen sie rein in den Leib und dann wieder heraus. Ab wo soll ich zählen? Und beim Eierstock: Da geht das Ei aus dem Stock heraus, von innen nach außen. Ab wo soll ich die Grenze zwischen innen und außen messen? Das ist alles beliebig auslegbar in meinen Augen. Und, wie Du selbst schon angedeutet hast, gibt es auch Tiere, die ihre unbefruchteten Eier aus dem Leib lassen, und die Befruchtung erfolgt erst dann, wenn sie draußen sind. Reicht das nicht als Falsifikation dieser vermeintlichen Allgültigkeit eines allein-männlichen "Plus"?




Quasarkarotte
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Di 21. Nov 2023, 19:40

Quk hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 19:01
Ich finde diese poetischen Fragen nach wie vor mühselig. Ich kann sagen, die vorgespeicherten Spermien sind bereits draußen im kühlen Hodensack außerhalb des männlichen Ranzens. Irgendwann gehen sie rein in den Leib und dann wieder heraus. Ab wo soll ich zählen? Und beim Eierstock: Da geht das Ei aus dem Stock heraus, von innen nach außen. Ab wo soll ich die Grenze zwischen innen und außen messen? Das ist alles beliebig auslegbar in meinen Augen. Und, wie Du selbst schon angedeutet hast, gibt es auch Tiere, die ihre unbefruchteten Eier aus dem Leib lassen, und die Befruchtung erfolgt erst dann, wenn sie draußen sind. Reicht das nicht als Falsifikation dieser vermeintlichen Allgültigkeit eines allein-männlichen "Plus"?
Sowohl der anatomische Aufbau der Geschlechtsteile als auch der Akt selber, die Interaktion ist für mich entscheidend. Der Penis ist nach außen gerichtet/Samen gebend und die Scheide ist nach innen gerichtet/Samen empfangend. Und damit es mit der Samen-Übergabe auch klappen kann, wird der Penis in die Scheide eingeführt, also von außen nach innen.




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Stefanie
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Di 21. Nov 2023, 19:45

Leider muss ich zugeben, dass ich im Grunde nichts verstanden habe.
Um was genau geht es? Um den Anfang? Von was? Der Gegensätze oder von der Welt?
Ich habe lediglich eine kurzen Artikel bei Wikipedia gefunden und Deinen eigenen Text.



Der, die, das.
Wer, wie, was?
Wieso, weshalb, warum?
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Timberlake
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Di 21. Nov 2023, 20:01

Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 14:31
Timberlake hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 14:04
Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 12:58
Das erwähnte Kausalitätsprinzip bezieht sich hier auf die Entstehung des im Universum Existenten - kurzum: ohne Ursprung kein Du und ich.
Wohlgemerk einem Ursprung, ohne dem es kein Du und ich geben würde. Wie übrigens alle existierenden Gegensätze im Universum , mit dem Urknall , ihren Ursprung in einer Quantenwelt haben , in der Gegensätze .. weil Unscharf! .. quasi nicht existieren. Gleichwohl mir deine Urminus These durchaus geeignet scheint , zu erklären , wie es gewissemaßen von einer Welt ohne Gegensätze , zu einer Welt mit Gegensätzen kommen konnte.
Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 11:45

Wie bereits an anderer Stelle kurz angeschnitten, handelt es sich für mich bei der Frage nach der Entstehung der Polarität um eine Schlüsselfrage ohnegleichen. An dem losen Ende lege ich diesen Faden an, um die bereits erwähnte Urminus-These samt Untermauerung einmal niederzuschreiben.

Aus meiner Sicht gibt es nicht nur um uns herum, sondern auch in uns klare Hinweise, die auf eine rundum plausible Erklärung hindeuten, wie es – ausgehend von einem gemeinsamen Ursprung – zur Gegensätzlichkeit kommen konnte. Um diese Hinweise als solche erkennen zu können, bedarf es lediglich eines simplen Zwischenschritts.
Bliebe eigentlich nur noch , diese Urminus-These an Hand eines "simplen Zwischenschritts" tatsächlich rundrum plausibel zu machen.
Die Subsumtion ist der Zwischenschritt.
Fragt sich nur die Subsumtion von was .

So hast du . im Beitrag 70760... einiges von dem zusammengefasst, was sich unter unter Plus subsumiert, wie auch einiges von dem , was sich deiner Meinung nach unter Minus subsumiert . Nur wie es – ausgehend von einem gemeinsamen Ursprung – zu diesen Gegensätzlichkeiten kommen konnte , bleibt dabei völlig offen. Jedenfalls kann ich darin nicht jene Hinweise erkennen, wonach es dazu nur noch lediglich eines simplen Zwischenschritts bedarf.
Zuletzt geändert von Timberlake am Di 21. Nov 2023, 20:15, insgesamt 1-mal geändert.




Timberlake
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Di 21. Nov 2023, 20:15

Stefanie hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 19:45
Leider muss ich zugeben, dass ich im Grunde nichts verstanden habe.
Um was genau geht es?
Nach meiner Ansicht geht es ihm um .. ich zitiere .. "wie es – ausgehend von einem gemeinsamen Ursprung – zur Gegensätzlichkeit kommen konnte"


Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 11:45

Ist von der Polarität die Rede, dann oftmals in Verbindung mit Plus und Minus – es sind die beiden Pole schlechthin. Nach der Urminus-These wurzelt die Plusminus-Polarität in keiner Neutralität, sondern im Minus. Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist der Minuspol der Urpol. Demnach verbirgt sich hinter Plus ursprünglich ein umgekehrtes Minus.

Nach seiner Urminus-These war der Gemeinsame Ursprung der Minuspol bzw. all das , was wie im . im Beitrag 70760.. erwähnt unter den Minuspol subsumiert wird. Zumindest wäre das im Sinne seiner Urminus-These nur konsequent.
Quasarkarotte hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 11:56

Minus-Subsumtion:
....

8. Da das weibliche Geschlechtsteil nach innen gerichtet ist (empfangend/nehmend), wird das weibliche Geschlecht der Minus-Seite zugeordnet.
So wäre demnach beispielsweise , weil der Minus-Seite zugeordnet, das weibliche Geschlecht der Urpol. Somit also im übertragenem Sinn nicht etwa Eva aus Adams Rippe , sondern Adam aus Evas Rippe geschnitzt wurde. Wie man sich dann übrigens deshalb Gott nicht als Mann , sondern als Frau vorstelllen muss. Vorausgesetzt natürlich das Gott*in , Eva nach ihrem Ebendbild schuf.

Quasarkarotte darf mich da gerne korrigieren. Schließlich ist die Urminus-These sein Produkt.
Zuletzt geändert von Timberlake am Di 21. Nov 2023, 20:51, insgesamt 15-mal geändert.




Quasarkarotte
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Di 21. Nov 2023, 20:17

Stefanie hat geschrieben :
Di 21. Nov 2023, 19:45
Leider muss ich zugeben, dass ich im Grunde nichts verstanden habe.
Um was genau geht es? Um den Anfang? Von was? Der Gegensätze oder von der Welt?
Ich habe lediglich eine kurzen Artikel bei Wikipedia gefunden und Deinen eigenen Text.
Na, Deine Fragen treffen es doch ganz gut. Es geht darum, wie es zu einer Welt voller Gegensätze kommen konnte. Wenn Du mir sagen möchtest, an welcher Stelle Du ausgestiegen bist oder welchen Wiki-Artikel du meinst, kann ich gerne näher darauf eingehen.




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