Alles, was existiert, ist "materiell energetisch", aber "existieren" bedeutet nicht, "materiell energetisch" sein. Hmmm, das leuchtet mir nicht wirklich ein.
Der Materialismus/Physikalismus
- Jörn P Budesheim
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Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
Wenn "existieren" "materiell-energetisch/physisch sein" bedeutete, dann wäre der Materialismus per definitionem wahr – was er aber nicht ist und auch nicht sein soll.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Sa 27. Sep 2025, 09:37Alles, was existiert, ist "materiell energetisch", aber "existieren" bedeutet nicht, "materiell energetisch" sein. Hmmm, das leuchtet mir nicht wirklich ein.
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
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Philosophische Antworten auf die Frage, was "existieren" bedeutet sind doch keine verbindlichen Definitionen.
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Unterschiedliche Stärkegrade (Intensitäten) von Gefühlen oder Empfindungen lassen sich quantitativ erfassen.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Fr 3. Okt 2025, 15:59Viele Gedanken haben es an sich, dass sie wahr oder falsch sein können. Ich wüsste aber nicht, wie ein physikalisch/chemisch/biologischer Vorgang wahr oder falsch sein könnte. Zudem hängen verschiedene Gedanken logisch und inferenziell zusammen und beziehen sich auf die Wirklichkeit. Gedanken haben also eine intrinsisch normative Dimension: Sie können nicht nur wahr oder falsch sein, sonder auch rational oder irrational sein. Physikalische Prozesse hingegen sind kausal – sie folgen Naturgesetzen, aber sie sind nicht „wahr“ oder „falsch“. Wie kann etwas, das nur kausal oder als physikalisch/chemisch/biologischer Vorgang beschrieben wird, normative Eigenschaften besitzen und sich angemessen oder unangemessen auf etwas beziehen?
Wenn Gedanken Hirnvorgänge wären, dann müsste man ihr Gewicht, ihren Ort und ihre Ausdehnung angeben können. Das sind jedoch absurde Forderungen.
Und welchen "Ort" sollte der Gedanke, der Eiffelturm ist 300 m hoch haben, wenn ihn 100.000 Menschen an den verschiedensten Orten der Welt in ganz verschiedenen Sprachen erfasst haben? Aber egal, wie viele Menschen diesen Gedanken erfassen, es ist ein und derselbe Gedanke mit ein und denselben Wahrheitsbedingungen.
Außerdem gehen Gedanken in der Regel mit Gefühlen einher, manchmal mit sehr starken Gefühlen, die – neben vielem anderen – etwas Qualitatives aufweisen, das sich mit den quantitativen Methoden der Naturwissenschaft überhaupt nicht erfassen lässt.
Fregesche Gedanken können als abstrakte Objekte nichts verursachen oder bewirken, und somit auch keine Gefühle auslösen.
Ein Gedanke als eine Denkung findet im Gehirn statt. Sprachliches Denken ist inneres Sprechen; und wenn es um das Denken eines Aussagesatzes geht, dann kann dem gedachten Aussagesatz ein Wahrheitswert zugeschrieben werden oder/und dem Denken desselben. Wenn der gedachte Aussagesatz wahr ist, dann ist das Denken des Aussagesatzes wahr – und umgekehrt. Im psychologischen Sinn ist ein wahrer Gedanke eine wahre Denkung, die im inneren Aussprechen eines wahren Aussagesatzes besteht.
Aus der Sicht des psychologischen Materialismus sind subjektiv erlebte (wahre/falsche) Denkungen an sich hochkomplizierte Nervenvorgänge, die auf der elementarphysikalischen Ebene – wie Smart es (in Bezug auf Empfindungen) ausdrückt – in einem vierdimensionalen (raumzeitlichen) Geflecht aus den Weltlinien unzähliger Elementarteilchen bestehen [*, welche zu den physikalischen Elementen von Zentralnervensystemen gehören. Denkungen sind ebenso wie Empfindungen (und alle anderen Arten subjektiver Erfahrungen) irgendwo in Gehirnen verortete und darin räumlich-zeitlich ausgedehnte Vorgänge.
[* Wenn Elementarteilchen nicht nulldimensional, sondern dreidimensional sind, dann sind ihre Weltlinien keine eindimensionalen Linien im streng geometrischen Sinn.]
Wenn wahre/falsche Denkungen (als gedankliche Sagungen wahrer/falscher Aussagesätze) eine Art von Nervenvorgängen sind, dann gibt es logischerweise bestimmte Nervenvorgänge mit einem Wahrheitswert – so komisch es auch klingen mag.
"Wenn ich sage, dass eine Empfindung ein Gehirnprozess ist, möchte ich sagen, dass eine Empfindung eine Art vierdimensionale Entität ist. Als ersten Versuch (...) möchte ich mir einen Gehirnprozess als ein vierdimensionales Fadenspiel aus Weltlinien vorstellen – den Weltlinien der Partikel, aus denen der Prozess besteht.
…
Jeder tatsächliche Gehirnprozess, an dem vielleicht Tausende von Millionen von Neuronen beteiligt sind und jedes Neuron aus einer immensen Anzahl von Protonen, Elektronen, Neutronen usw. besteht, würde durch ein kolossal komplexes und ineinander verschlungenes Geflecht von Weltlinien von Teilchen dargestellt werden. (Ich sage hier ‚dargestellt durch‘, weil der Prozess selbst aus dem Aggregat von Teilchen selbst besteht, vierdimensional gedacht, und diese sind, obgleich wurmartig, keine geometrischen Linien.)" [Google Translate]
(Smart, J. J. C. "Further Thoughts on the Identity Theory." The Monist 56/2 (1972): 149–162. pp. 153-4)
"Eine Weltlinie ist der Pfad eines Objekts in der vierdimensionalen Raumzeit, also der Weg, den ein Objekt durch Raum und Zeit zurücklegt, dargestellt als Linie in einem Minkowski-Diagramm. Sie ist ein Konzept der Relativitätstheorie, das die Bewegung von Teilchen oder Objekten veranschaulicht und die Grundlage für die Visualisierung der Effekte der speziellen Relativitätstheorie bildet.
Schlüsselkonzepte:
Raumzeit: Die Weltlinie beschreibt eine Bewegung in der vierdimensionalen Raumzeit, einer Kombination aus den drei Raumdimensionen und der Zeit.
Minkowski-Diagramm: Ein Minkowski-Diagramm ist ein grafisches Werkzeug, das zur Darstellung von Weltlinien verwendet wird. In diesem Diagramm wird die Zeit oft auf der vertikalen Achse und der Raum auf der horizontalen Achse dargestellt.
Pfad der Bewegung: Die Weltlinie ist im Grunde die "Geschichte" eines Objekts in der Raumzeit und zeigt, wie sich sein Ort im Laufe der Zeit verändert.
Veranschaulichung der Relativität: Das Konzept der Weltlinie ist entscheidend, um die Auswirkungen der speziellen Relativitätstheorie, wie z. B. die Relativität der Gleichzeitigkeit, zu visualisieren.
Anwendung und Beispiele:
Elementarteilchen: Weltlinien sind besonders nützlich, um die Wechselwirkungen und Bewegungen von Elementarteilchen darzustellen."
Quelle: Google Suche KI
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Auch über Definitionen lässt sich streiten (z.B. über Gabriels Existenzdefinition).Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑So 28. Sep 2025, 07:02Philosophische Antworten auf die Frage, was "existieren" bedeutet sind doch keine verbindlichen Definitionen.
Es ist jedenfalls völlig unangemessen und unangebracht, den Existenzbegriff definitorisch so einzuengen, dass er sich nur auf konkrete oder gar nur auf materielle Entitäten anwenden lässt.
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mein gott, wie langatmig können solche diskurse werden? "ich bin wer ich bin, weil ich bin wer ich bin"! wo ist da die frage nach dem warum und wo ist der diskutionsansatz? philosophisches denken bringt uns nur wirklich weiter, wenn es grundsätzlich klar ist das wir "sind"! was wäre wenn, ist völlig irrelevant im realen leben! und dieses führen wir nun mal und kein abstraktes konstrukt!
Richtig. Eine zentrale Frage betrifft das Verhältnis des ontologischen Reduktionismus zu nichtontologischen Arten von Reduktionismus.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mo 8. Jun 2026, 14:28In der Physik und ihrem Gegenstandsbereich (der sich auf das Quantitative beschränkt) mag sich das leidlich bewähren. Aber worin liegt die Bewährung, wenn selbst ein alltägliches Gespräch offenbar zu einem Wunder wird? Warum sollte man annehmen, dass Gedichte in dieses Bild passen? Bewusstsein ist nach wie vor ein Rätsel. Wo liegt hier die Bewährung?Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑Mo 8. Jun 2026, 13:59Die grundsätzliche Position eines physikalischen Reduktionismus ist, so wie ich es verstehe, eine weltanschauliche Position, die sich in der Praxis sehr gut bewährt.
Wichtig: Der Physikalismus ist keine physikalische Theorie!
Ich empfehle diese Buchbesprechung:
Jerry Fodor: Look!
Jerry Fodor: Seht! (Deutsch)
"Der entscheidende Punkt ist folgender: Wenn die Physik [bzw. die physikalischen Fakten—hinzugef.] alle existierenden Fakten festlegt, folgt daraus, dass auch alle existierenden Erklärungen physikalische Erklärungen sind? Würde die physikalistische Einheit des Seins die physikalistische Einheit des Wissens nach sich ziehen?
…
Konsilienz ist eine erkenntnistheoretische These: Vereinfacht gesagt besagt sie, dass sich alles Wissen auf die Grundwissenschaft zurückführen lässt. Dies unterscheidet sich offenbar erheblich von der metaphysischen These, dass alle Tatsachen auf den Tatsachen der Grundwissenschaft supervenieren. Insbesondere ist es keineswegs offensichtlich, dass der epistemologische Physikalismus aus dem metaphysischen Physikalismus folgt.
…
Wenn das Argument für den metaphysischen Physikalismus auf der Induktion aus dessen bisherigen Erfolgen beruht, so stützt sich das Argument gegen die Konsilienz auf die Induktion aus deren Ausbleiben. Tatsächlich gibt es bislang nur sehr wenige Beispiele, bei denen sich gezeigt hat, dass sich der Erklärungsapparat einer Wissenschaft höherer Ebene in das Vokabular einer Wissenschaft niedrigerer Ebene übertragen lässt.
…
Gegenwärtig besteht die größte Herausforderung darin, eine physikalistische Ontologie mit der scheinbar unaufhebbaren Vielfalt an Diskursen in Einklang zu bringen, deren wir bedürfen, wenn wir zu beschreiben versuchen, wie es sich mit den Dingen verhält. Wilson hält diesen Anschein eines Spannungsverhältnisses für illusorisch. Er vermutet, dass unser Widerstand gegen die Konsilienz – das Streben nach einer Einheit des Wissens – auf ein Leiden an Pluralismus, Nihilismus, Solipsismus, Relativismus, Idealismus, Dekonstruktivismus und anderen Symptomen der „französischen Krankheit“ zurückzuführen sei. Nun, mag sein; ich für meinen Teil jedoch plädiere auf „nicht schuldig“. Mir scheint, dass der wissenschaftliche Realismus durchaus mit der Auffassung vereinbar ist, wonach Ereignisse nicht nur auf der Ebene der Mikrostruktur, sondern auch auf vielen verschiedenen Aggregationsebenen der Materie aufschlussreiche und verlässliche Muster bilden. Die Heterogenität unserer Diskurse entspräche dann der Heterogenität jener Ebenen, auf denen die Welt organisiert ist, und beide könnten sich womöglich als irreduzibel erweisen.
Es mag sein, dass alles physisch ist – doch gewiss gibt es viele verschiedene Arten physischer Dinge. Manche sind Protonen, andere Sternbilder, wieder andere Bäume oder Katzen, und manche sind Metzger, Bäcker oder Kerzenmacher. Für jede Art von Ding gibt es die spezifischen Verallgemeinerungen, unter die es fällt und anhand deren sein Verhalten erklärt werden muss. Zu jeder solchen Verallgemeinerung gehört das spezifische Vokabular, das erforderlich ist, um sie in unserem Diskurs auszudrücken. Natürlich kann nichts geschehen, was nicht durch die Gesetze der Physik zugelassen ist; doch es geschieht vieles, worüber die physikalischen Gesetze keine Auskunft geben. Es wäre nicht weiter überraschend, wenn der Erklärungsapparat, den unsere Theorien höherer Ebenen benötigen, um Dinge zu formulieren, welche von der Physik nicht erfasst werden, die Taxonomie physikalischer Erklärungen auf eine Weise klassifikatorisch durchkreuzt, die damit nicht übereinstimmt. Vielleicht ist diese Sichtweise eine tragfähige Alternative zur Konsilienz. Oder vielleicht auch nicht. Oder vielleicht sind beide falsch. Oder vielleicht ist es noch zu früh, das zu beurteilen." [übersetzt von Google]
(Fodor, Jerry. "Look! – Review of Consilience: The Unity of Knowledge, by Edward O. Wilson." London Review of Books 20/21(1998): 3–6.)
Ein Selbstzitat:"Die Varianten von Reduktion
Die Grundidee der Reduktion wird durch die Formel „nichts weiter als ...“ veranschaulicht. Wenn sich Xe auf Ye reduzieren lassen, scheint es gerechtfertigt, Aussagen zu treffen oder Überzeugungen zu hegen wie: „Xe sind nichts anderes (oder mehr) als Ye“, „Xe sind lediglich spezielle Arten, Kombinationen oder Komplexe von Yen“ oder „Xe sind nichts, was über Ye hinausgeht“. Sobald man jedoch über solche Schlagworte hinausblickt, erweist sich der Begriff der Reduktion als mehrdeutig hinsichtlich zweier Hauptdimensionen: der Art der reduktiv miteinander verknüpften Entitäten und der Natur der jeweiligen Verknüpfung. Um also einen spezifischen Reduktionsbegriff zu definieren, müssen wir zwei Fragen beantworten:
* Frage nach den Relata: Reduktion ist eine Relation – doch welche Arten von Dingen verknüpft sie?
* Frage nach der Verknüpfung: Auf welche Weise(n) müssen die Entitäten miteinander verbunden sein, damit man von einer Reduktion sprechen kann?
Betrachten wir zunächst die Frage nach den Relata. Zwischen welchen Arten von Dingen kann die Reduktionsrelation bestehen? Der Begriff wird auf zwei verschiedene Weisen interpretiert, die jeweils ganz unterschiedliche Arten von Relata involvieren. Man kann ihn entweder auffassen als
* eine Relation zwischen Entitäten der realen Welt – Objekten, Ereignissen oder Eigenschaften –, was wir als ontologische Reduktion (ONT-Reduktion) bezeichnen könnten;
oder als
* eine Relation zwischen repräsentationalen Entitäten – Theorien, Begriffen oder Modellen –, was wir als repräsentationale Reduktion (REP-Reduktion) bezeichnen können.
Zwischen diesen beiden Gruppen bestehen offensichtlich wichtige Verbindungen. Dennoch handelt es sich um unterschiedliche Arten von Relata, und man darf sie nicht – wie es allzu oft geschieht – miteinander vermengen. Teilnehmer der Reduktionsdebatte reden häufig aneinander vorbei, weil sie nicht zwischen ontologischen und repräsentationalen Begriffen unterscheiden; dies gilt insbesondere für interdisziplinäre Kontexte, in denen Wissenschaftler und Philosophen aufeinandertreffen.
Diese Unterscheidung ist auch entscheidend, um den nichtreduktiven Physikalismus im logischen Raum der Optionen zu verorten. Typischerweise verbindet er die Ablehnung bestimmter Formen der repräsentationalen Reduktion mit der Anerkennung einer Art ontologischer Reduktion, die ausreicht, um den physikalistischen Anspruch zu wahren. Er erhebt den Anspruch, repräsentationale Nichtreduktion kohärent mit einer ontologischen Verknüpfung zu verbinden, die stark genug ist, um den Anforderungen des Physikalismus zu genügen. Kritiker bestreiten zwar die Durchführbarkeit dieses Unterfangens, doch verortet der Anspruch die Position zumindest im logischen Raum.
[Wir vollziehen] den ersten Schritt unserer Taxonomie, indem wir die Arten der Reduktion in zwei Familien unterteilen, basierend auf ihrer Antwort auf unsere erste diagnostische Frage.
F1: Welche Arten von Relata verknüpft die Reduktionsrelation?
Jede Familie unterteilt sich weiter entsprechend den spezifischen Arten der beteiligten Relata. So können ontologische Reduktionen Beziehungen zwischen Dingen verschiedener Art umfassen:
* Objekte in zwei Bereichen (z. B. Geist und Gehirn oder Schmerzempfindungen und das Feuern von Neuronen),
* Eigenschaften (z. B. das Empfinden von Schmerz und das Vorliegen einer neuronalen Aktivierung vom Typ Np, oder das Wünschen einer Tasse Kaffee und das Befinden in einem neurofunktionalen Zustand vom Typ Nf_d),
* Ereignisse (z. B. Bills visuelles Rot-Erlebnis und eine globale Aktivität in Bills Gehirn, die neuronale Aktivitäten vom Typ Nrve im visuellen Kortex als Teil ihres globalen Fokus einschließt),
* Prozesse (z. B. meine Erinnerung an den Auftritt des Cellisten und eine Abfolge reziproker neuronaler Interaktionen RNIc zwischen mehreren limbischen und kortikalen Arealen).
Auch die REP-Reduktion unterteilt sich in spezifischere Subtypen, abhängig von den jeweiligen Relata; dazu können gehören:
* Begriffe (z. B. Verbindungen zwischen unserem erstpersönlichem Begriff von phänomenalem Rot und Begriffen der Neurowissenschaft),
* Theorien (z. B. Verbindungen zwischen Theorien bewusster Erfahrung und Theorien der globalen Gehirnfunktion),
* Modelle (z. B. Verbindungen zwischen Modellen des Bewusstseins und Modellen reziproker Gehirnaktivität),
* Repräsentationsrahmen (z. B. Verbindungen zwischen dem erstpersönlichen phänomenalen Beschreibungs- und Erklärungsrahmen und dem drittpersönlichen neurowissenschaftlichen Rahmen).
Wenden wir uns nun unserer zweiten diagnostischen Untersuchung zu, der Frage nach der Verknüpfung: Auf welche Weise(n) müssen die Elemente miteinander verknüpft sein, damit sie als Fall einer Reduktion gelten? Auch hier gibt es eine Vielzahl von Antworten, sowohl auf der ontologischen als auch auf der repräsentationalen Ebene. Im Hinblick auf die ONT-Reduktion lautet die Frage:
Frage nach der ontologischen Verknüpfung: In welcher Beziehung müssen Dinge zueinander stehen, damit das eine ontologisch auf das andere reduziert werden kann?
In der Literatur werden vor allem fünf Antworten vertreten:
* Elimination
* Identität
* Komposition
* Supervenienz
* Realisierung
Die relativen Vorzüge und Mängel der konkurrierenden Vorschläge sind [von Philosophen & Wissenschaftlern—hinzugef.] ausführlich und differenziert debattiert worden." [übersetzt von Google & Consul]
(Van Gulick, Robert. "Reduction, Emergence and Other Recent Options on the Mind/Body Problem: A Philosophic Overview." Journal of Consciousness Studies 8/9-10 (2001): 1–34. pp. 2-4) [PDF-Version]
"Es gibt unterschiedliche Arten von Reduktionismus, sodass leicht Missverständnisse entstehen. Wenn von Reduktion die Rede ist, dann stellt sich die Frage, was genau worauf reduziert wird (bzw. werden soll). So besteht ein Unterschied zwischen einem repräsentationalen/semiotischen Reduktionismus und einem existenziellen/ontologischen Reduktionismus.
1. repräsentationaler/semiotischer Reduktionismus:
Hier geht es um die Übersetzung bzw. die semantische (definitorische) Gleichsetzung von Zeichen der Sprache einer "höherstufigen" Wissenschaft (z.B. Psychologie) in/mit andere(n) Zeichen der Sprache einer "niederstufigen" Wissenschaft (z.B. Physik).
Unter Zeichen sind Wörter (Begriffe), Sätze (Aussagen), Texte (Theorien) oder nichtsprachliche Symbole (Formeln) zu verstehen.
2. existenzieller/ontologischer Reduktionismus:
Hier geht es um die ontologische Gleichsetzung "höherstufiger" außersymbolischer Entitäten (die zur Ontologie einer "höherstufigen" Wissenschaft gehören, z.B. zur Ontologie der Psychologie) mit (Komplexen/Systemen von) "niederstufigen" außersymbolischen Entitäten (die zur Ontologie einer "niederstufigen" Wissenschaft gehören, z.B. zur Ontologie der Physik).
Zu den außersymbolischen Entitäten zählen Dinge (Objekte/Substanzen), Eigenschaften, Beziehungen, Sachverhalte, Tatsachen, Zustände, Ereignisse und Vorgänge.
Wichtig ist nun der Punkt, dass man als reduktiver Materialist/Physikalist ohne Selbstwiderspruch 2 annehmen und 1 ablehnen kann. Das heißt, der Glaube an die ontologische Selbigkeit (Identität) aller nichtphysikalischen Entitäten mit (Komplexen von) physikalischen Entitäten erfordert nicht unbedingt den Glauben an die semiotische (linguistische) Übersetzbarkeit aller nichtphysikalischen Wissenschaftssprachen in die Sprache der Physik.
Die frühen reduktiven Physikalisten des 20. Jh.s aus dem logisch-positivistischen Kreis der Wiener Schule wie Rudolf Carnap befürworteten den repräsentationalen Reduktionismus in Bezug auf Begriffe und Aussagen nichtphysikalischer Wissenschaftssprachen, hatten damit jedoch in der Praxis kaum Erfolg. Der Versuch, alle psychologischen oder soziologischen Begriffe (mikro-)physikalisch zu definieren, oder alle psychologischen oder soziologischen Aussagen in (mikro-)physikalische Aussagen (oder gar entsprechende mathematische Formeln) zu übersetzen, erscheint in der Tat aussichtslos.
Daraus haben spätere reduktive Physikalisten wie Jack Smart (& David Armstrong) ihre Lehre gezogen und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der von ihnen vertretene materialistische Reduktionismus "ein ontologischer, kein translatorischer Physikalismus ist". Sie sind also keineswegs Wissenschaftsreduktionisten, die alle nichtphysikalischen Wissenschaften und deren jeweilige Wissenschaftssprachen auf die Physik und deren Wissenschaftssprache reduzieren wollen."
Consul: viewtopic.php?p=77401#p77401
"Die auf einer gierigen Grundannahme beruhende These des semantischen Reduktionismus besagt, dass höherstufige Wissenschaften letztlich durch niederstufige Wissenschaften ersetzt werden können, denen man implizit eine uneingeschränkte Erklärungskraft zuschreibt. Solche Behauptungen über höher- oder niederstufige Wissenschaften sind jedoch höchst unglaubwürdig, wenn man die tatsächliche wissenschaftliche Praxis betrachtet – etwa die Tatsache, dass sich über verschiedene Wissenschaftsdisziplinen hinweg kompositionelle Erklärungen finden lassen und dass höherstufige Wissenschaften keineswegs verschwunden sind, sondern weiterhin florieren und sich vermehren. Es überrascht daher nicht, dass viele Philosophen den „Reduktionismus“ als eine überholte Position betrachten.
Solche philosophischen Urteile stoßen bei Wissenschaftlern wie Weinberg, die kaum einen Zusammenhang zwischen einer derartigen semantischen Reduktion und ihren eigenen Ansichten sehen, naturgemäß auf Unverständnis. Sowohl Weinberg als auch Philosophen wie Kim sehen – unabhängig voneinander – eine Schwachstelle in der philosophischen Kritik, da sie die tragfähigen Formen des wissenschaftlichen Reduktionismus eher als ontologischer denn als semantischer Natur begreifen.
…
Bei der Rekonstruktion der Grundannahmen des wissenschaftlichen Reduktionismus beziehe ich mich eingehend auf Weinbergs Thesen, um zu zeigen, dass sich seine Position plausiblerweise als eine solch differenzierte Auffassung deuten lässt; aber Ähnliches gilt auch für andere Vertreter des wissenschaftlichen Reduktionismus. Meine wichtigste Schlussfolgerung in diesem Kapitel lautet, dass der so verstandene wissenschaftliche Reduktionismus am besten als das begriffen wird, was Weinberg treffend als „kompromisshaften“ Reduktionismus bezeichnet – nämlich als eine Kombination aus ontologischem Reduktionismus und semantischem bzw. theoretischem Anti-Reduktionismus. Warum haben Wissenschaftsphilosophen eine solche Sichtweise übersehen? Meine Diagnose lautet: Die langjährige Prägung der Wissenschaftsphilosophen, Fragen durch die Brille semantischer Reduktionsmodelle zu betrachten, hat dazu geführt, dass sie implizit eine falsche Dichotomie akzeptiert und dabei eine vermittelnde Position wie den wissenschaftlichen Reduktionismus übersehen haben." [übersetzt von Google]
(Gillett, Carl. Reduction and Emergence in Science and Philosophy. Cambridge: Cambridge University Press, 2017. pp. 140-1)
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
Der von mir vertretene ontisch-reduktive Materialismus verknüpft Identität und Komposition kraft der These, dass Ganzheiten mit der Gesamtsumme ihrer Teile identisch sind. Mein reduktiver Materialismus ist also ein äquativ-kompositiver Materialismus: Alles Existente/Reale ist eine physikalische Entität oder aus nichts weiter als physikalischen Entitäten zusammengesetzt/gebildet.Consul hat geschrieben : ↑Mi 10. Jun 2026, 00:24…Frage nach der ontologischen Verknüpfung: In welcher Beziehung müssen Dinge zueinander stehen, damit das eine ontologisch auf das andere reduziert werden kann?
In der Literatur werden vor allem fünf Antworten vertreten:
* Elimination
* Identität
* Komposition
* Supervenienz
* Realisierung
…" [übersetzt von Google & Consul]
(Van Gulick, Robert. "Reduction, Emergence and Other Recent Options on the Mind/Body Problem: A Philosophic Overview." Journal of Consciousness Studies 8/9-10 (2001): 1–34. pp. 2-4) [PDF-Version]
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Carl Gillett (Gillett, Carl) liegt falsch, da John Searle das bereits gesehen hat.
Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
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Rudolf Pirnbacher
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Searles biologischer Naturalismus lässt sich nicht mit seinem (ontologischen) Antireduktionismus kohärent zusammenbringen. Wenn Bewusstsein – wie Searle behauptet – ein unproblematisches biologisches Phänomen ist, dann ist unverständlich, wie das Bewusstsein eine subjektive Komponente haben kann, die durch die Biologie nicht realisierbar ist.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 10. Jun 2026, 07:59Carl Gillett (Gillett, Carl) liegt falsch, da John Searle das bereits gesehen hat.
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Timberlake
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Um dazu auf das Beispiel von Rudolf Pirnbacher bzw. mein Beispiel zurückzukommen!Consul hat geschrieben : ↑Mi 10. Jun 2026, 00:24"Die Varianten von Reduktion
Die Grundidee der Reduktion wird durch die Formel „nichts weiter als ...“ veranschaulicht. Wenn sich Xe auf Ye reduzieren lassen, scheint es gerechtfertigt, Aussagen zu treffen oder Überzeugungen zu hegen wie: „Xe sind nichts anderes (oder mehr) als Ye“, „Xe sind lediglich spezielle Arten, Kombinationen oder Komplexe von Yen“ oder „Xe sind nichts, was über Ye hinausgeht“.
Dann dürfte doch schon mal für ein Tier "als" Xe und der DNA des Tieres , "als" Ye , nach dieser Formel „nichts weiter als ...“ nicht infrage kommen. Womit ich mal die Frage an die Runde stelle: "Gibt es denn überhaupt etwas, was man für Xe auf Ye einsetzen könnte?"Timberlake hat geschrieben : ↑Di 9. Jun 2026, 22:11"... über viele Mutationen und Generationen zweckmäßig und sinnvoll hinweg" doch wohl sicherlich, von außen , im Wettbewerb um Nahrung und Fortpflanzung, auf die konstitutiven Ganzheit (kG) Top-Down innen einwirkend. So das nun mehr diese konstitutiven Ganzheit (kG) wiederum Top-Down dessen Komponenten (K), in diesem Fall die DNA, dementsprechend verändert. So das nun mehr die veränderte Komponente (K) und somit die DNA Bottom-up die konstitutive Ganzheit (kG) so beeinflusst, dass Bottom-up von innen diese Ganzheit nach außen hin im Wettbewerb um Nahrung und Fortpflanzung im Vorteil ist. So das ein Flügelschlag, der früher nur zum Kühlen gebraucht wurde, sich Stufe für Stufe zu etwas entwickelt hat, dass dem Tier das Fliegen ermöglicht.Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑Di 9. Jun 2026, 16:35![]()
Bernd Lindemann in:
Seminar: Mentale Kausalität
PRINZIP DES ENTHALTEN SEINS:
(a) Konstitution: Die Komponenten (K) sind in ihrer konstitutiven Ganzheit (kG)
enthalten.
(b) Konstitutive Änderungen von kG und K sind synchron (gleichzeitig). Formulierungen
wie „Das Ganze beeinflusst seine Teile“ sind irreführend. Nicht ganz treffend sind auch
Formulierungen wie „die Teile ändern das Ganze“.
Lindemann hat in seinen Forschungen herausgefunden dass es keine unmittelbare Top-Down Kausalität geben kann.
Das Durchdringen von Zweckmäßigen bezeichnet er als „Dränage nach unten“. Kim bezeichnet diesen Wirkunsmechanismus als „bottom-out argument“. Wie kann man sich dies vorstellen? Als Beispiel kann der Wirkungmechanismus in der Evolution dienen:
.. oder, weil dort als einzige Beispiele aufgeführt. Sieht sich denn hier auch nur irgendjemand dazu in der Lage, z. B. bei "Geist und Gehirn oder Schmerzempfindungen und das Feuern von Neuronen" Xe und Ye zu benennen?Consul hat geschrieben : ↑Mi 10. Jun 2026, 00:24"Die Varianten von Reduktion
* Objekte in zwei Bereichen (z. B. Geist und Gehirn oder Schmerzempfindungen und das Feuern von Neuronen),
* Eigenschaften (z. B. das Empfinden von Schmerz und das Vorliegen einer neuronalen Aktivierung vom Typ Np, oder das Wünschen einer Tasse Kaffee und das Befinden in einem neurofunktionalen Zustand vom Typ Nf_d),
* Ereignisse (z. B. Bills visuelles Rot-Erlebnis und eine globale Aktivität in Bills Gehirn, die neuronale Aktivitäten vom Typ Nrve im visuellen Kortex als Teil ihres globalen Fokus einschließt),
* Prozesse (z. B. meine Erinnerung an den Auftritt des Cellisten und eine Abfolge reziproker neuronaler Interaktionen RNIc zwischen mehreren limbischen und kortikalen Arealen).
Worin liegt Gillett falsch?Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 10. Jun 2026, 07:59Carl Gillett (Gillett, Carl) liegt falsch, da John Searle das bereits gesehen hat.
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
Da sind wir bei der wissenschaftlichen Suche nach den neuronalen Korrelaten bzw. Mechanismen des Bewusstseins.Timberlake hat geschrieben : ↑Mi 10. Jun 2026, 17:00.. oder, weil dort als einzige Beispiele aufgeführt. Sieht sich denn hier auch nur irgendjemand dazu in der Lage, z. B. bei "Geist und Gehirn oder Schmerzempfindungen und das Feuern von Neuronen" Xe und Ye zu benennen?
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
- Jörn P Budesheim
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Searle hat die verschiedenen Verständnisse von Reduktion(ismus) in "die Wiederentdeckung des Geistes" bereits durchdacht.
Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
Ja, aber inwiefern liegt Gillett dadurch falsch?Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Do 11. Jun 2026, 08:31Searle hat die verschiedenen Verständnisse von Reduktion(ismus) in "die Wiederentdeckung des Geistes" bereits durchdacht.
Anmerkung:"Reduktionismus
Die meisten Diskussionen über Reduktionismus sind äußerst verwirrend. Der Reduktionismus als Ideal scheint ein Merkmal der positivistischen Wissenschaftsphilosophie gewesen zu sein – einer Philosophie, die heute in vielerlei Hinsicht diskreditiert ist. Dennoch halten sich die Diskussionen über Reduktionismus hartnäckig, und die dem Konzept zugrundeliegende Intuition scheint die Idee zu sein, dass sich bestimmte Dinge als nichts anderes als bestimmte andere Arten von Dingen erweisen lassen. Reduktionismus führt somit zu einer eigenartigen Form der Identitätsrelation, die man ebenso gut als „Nichts-anderes-als“-Relation bezeichnen könnte: Im Allgemeinen lassen sich As auf Bs reduzieren, genau dann, wenn As nichts anderes als Bs sind.
Doch selbst im Rahmen dieser „Nichts-anderes-als“-Relation verbinden Menschen so viele unterschiedliche Vorstellungen mit dem Begriff der „Reduktion“, dass wir zunächst einige Unterscheidungen treffen müssen. Gleich zu Beginn ist es wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was die Relata dieser Relation sind. Was soll ihren Gegenstandsbereich bilden: Objekte, Eigenschaften, Theorien oder etwas anderes? In der theoretischen Literatur lassen sich mindestens fünf verschiedene Bedeutungen von „Reduktion“ – oder vielleicht sollte man eher von fünf verschiedenen Arten der Reduktion sprechen – ausmachen; ich möchte sie alle anführen, um zu sehen, welche davon für unsere Diskussion des Leib-Seele-Problems relevant sind.
1. Ontologische Reduktion
Die wichtigste Form der Reduktion ist die ontologische Reduktion. Dabei handelt es sich um jene Form, bei der gezeigt werden kann, dass Objekte bestimmter Art aus nichts anderem bestehen als aus Objekten anderer Art. So lässt sich beispielsweise zeigen, dass Stühle nichts anderes sind als Ansammlungen von Molekülen. Diese Form ist in der Wissenschaftsgeschichte von offensichtlicher Bedeutung. So lässt sich etwa zeigen, dass materielle Objekte im Allgemeinen nichts anderes sind als Ansammlungen von Molekülen, oder dass Gene aus nichts anderem bestehen als aus DNA-Molekülen. Mir scheint, dass diese Form der Reduktion das Ziel ist, auf das auch die anderen Formen hinarbeiten.
2. Ontologische Eigenschaftsreduktion
Hierbei handelt es sich um eine Form der ontologischen Reduktion, die sich jedoch auf Eigenschaften bezieht. So ist beispielsweise Wärme (bei einem Gas) nichts anderes als die mittlere kinetische Energie der Molekülbewegungen. Eigenschaftsreduktionen für Eigenschaften, die theoretischen Begriffen wie „Wärme“, „Licht“ usw. entsprechen, sind häufig das Ergebnis theoretischer Reduktionen.
3. Theoretische Reduktion
Theoretische Reduktionen erfreuen sich in der Fachliteratur bei Theoretikern großer Beliebtheit, scheinen mir jedoch in der tatsächlichen wissenschaftlichen Praxis eher selten zu sein; es überrascht daher kaum, dass in den Standardlehrbüchern stets dieselben sechs Beispiele angeführt werden. Unter dem Gesichtspunkt der wissenschaftlichen Erklärung sind theoretische Reduktionen vor allem dann von Interesse, wenn sie uns die Durchführung ontologischer Reduktionen ermöglichen. Jedenfalls ist die theoretische Reduktion primär eine Beziehung zwischen Theorien, bei der sich die Gesetze der reduzierten Theorie (mehr oder weniger) aus den Gesetzen der reduzierenden Theorie ableiten lassen. Dies zeigt, dass die reduzierte Theorie nichts anderes als ein Spezialfall der reduzierenden Theorie ist. Das klassische, in Lehrbüchern üblicherweise angeführte Beispiel ist die Reduktion der Gasgesetze auf die Gesetze der statistischen Thermodynamik.
4. Logische oder definitorische Reduktion
Diese Form der Reduktion erfreute sich bei Philosophen einst großer Beliebtheit, ist jedoch in den letzten Jahrzehnten aus der Mode gekommen. Es handelt sich um eine Beziehung zwischen Wörtern und Sätzen, bei der Wörter und Sätze, die sich auf eine bestimmte Art von Entität beziehen, restlos in solche übersetzt werden können, die sich auf eine andere Art von Entität beziehen. So lassen sich beispielsweise Sätze über den durchschnittlichen Klempner in Berkeley auf Sätze über konkrete einzelne Klempner in Berkeley reduzieren; Sätze über Zahlen können einer Theorie zufolge in Sätze über Mengen übersetzt und somit auf diese reduziert werden. Da die Wörter und Sätze logisch oder definitorisch reduzierbar sind, sind auch die entsprechenden Entitäten, auf die sich diese Wörter und Sätze beziehen, ontologisch reduzierbar. Zahlen sind beispielsweise nichts anderes als Mengen von Mengen.
5. Kausale Reduktion
Hierbei handelt es sich um eine Beziehung zwischen zwei beliebigen Arten von Dingen, die über kausale Kräfte [causal powers] verfügen können; dabei wird gezeigt, dass die Existenz – und erst recht die kausalen Kräfte – der reduzierten Entität vollständig durch die kausalen Kräfte der reduzierenden Phänomene erklärt werden kann. So sind beispielsweise manche Objekte fest, was kausale Konsequenzen hat: Feste Objekte sind für andere Objekte undurchdringlich, sie sind druckresistent usw. Diese kausalen Kräfte lassen sich jedoch kausal durch die Wirkungskräfte der Schwingungsbewegungen von Molekülen in Gitterstrukturen erklären." [übersetzt von Google]
(Searle, John R. The Rediscovery of the Mind. Cambridge, MA: MIT Press, 1992. pp. 112-4)
In 5 vermengt Searle zwei unterschiedliche Thesen:
1. A-Phänomene werden von B-Phänomenen verursacht.
2. Die Kausalkräfte von A-Phänomenen "ergeben sich aus" den Kausalkräften von B-Phänomenen. Dabei stellt sich die Frage, was genau das bedeutet, wenn A-Phänomene nicht epiphänomenal und nicht mit B-Phänomenen identisch sind.
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
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Weil er eben die Dinge, die die Philosophen angeblich nicht gesehen haben, doch gesehen hat.
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Gillett spricht von denjenigen Philosophen, die (irrtümlicherweise) glauben, die Undurchführbarkeit eines semantisch/theoretisch reduktiven Physikalismus belege die Falschheit des ontisch reduktiven Physikalismus.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Do 11. Jun 2026, 19:50Weil er eben die Dinge, die die Philosophen angeblich nicht gesehen haben, doch gesehen hat.
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Timberlake
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Nur wird man denn auf dieser Suche auch fündig werden`?Consul hat geschrieben : ↑Mi 10. Jun 2026, 21:54Da sind wir bei der wissenschaftlichen Suche nach den neuronalen Korrelaten bzw. Mechanismen des Bewusstseins.Timberlake hat geschrieben : ↑Mi 10. Jun 2026, 17:00.. oder, weil dort als einzige Beispiele aufgeführt. Sieht sich denn hier auch nur irgendjemand dazu in der Lage, z. B. bei "Geist und Gehirn oder Schmerzempfindungen und das Feuern von Neuronen" Xe und Ye zu benennen?
und zwar so , weil "gefunden, " es "tatsächlich" nichts Desintegrierenderes gibt, als eine ontologische Aufspaltung der Welt in diese drei irreduzible Paralleluniversen.Consul hat geschrieben : ↑Sa 4. Mai 2024, 23:36Es gibt nichts Desintegrierenderes als eine ontologische Aufspaltung der Welt in drei irreduzible Paralleluniversen: Welt 1 der materiellen Entitäten + Welt 2 der mentalen Entitäten + Welt 3 der abstrakten Entitäten.Jörn Budesheim hat geschrieben : ↑Sa 4. Mai 2024, 07:51Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Versuche einen rationalen Kern haben. Es ist sinnvoll, eine Theorie wie den Materialismus gegen Einwände und störende Phänomene zu verteidigen und zu versuchen, sie in das Bild zu integrieren. Aber ich glaube, das hat Grenzen. Wenn es sich als unmöglich erweist, wichtige Phänomene in die Theorie zu integrieren, dann muss man irgendwann darüber nachdenken, die Theorie aufzugeben. Und ich glaube, an diesem Punkt sind wir längst, und das ist einer der Gründe, warum es so viele verschiedene Ansätze gibt, Bewusstsein anders als materialistisch zu erklären, weil letztlich alle Versuche, es in den Materialismus zu integrieren, bisher gescheitert sind.
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Das ist sicher keine zwingende Konsequenz aus der Aufgabe des Materialismus, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch ist.
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