Genauer gesagt: Farbeindrücke/-empfindungen sind subjektive Affektionen oder Passionen, die als nach außen projiziert erfahren werden, ohne dass sich Farben wirklich draußen auf Oberflächen von Körpern oder in Stoffmengen befinden; denn es handelt sich bei dieser Projektion um eine phänomenale Illusion.Dynamis hat geschrieben : ↑Do 2. Apr 2026, 00:37Ich würde einwenden, dass insbesondere die letzte Aussage die Phänomenologie der Farbwahrnehmung nicht adäquat beschreibt. Wenn ich eine Farbe "erlebe", dann "erlebe" ich sie nicht als "Affektion" oder als "Passion", also etwas, was mir widerfährt. Ich "erlebe" ihn dann als eine Eigenschaft, die einem konkreten Gegenstand anhaftet. Das unterscheidet Farben beispielsweise von Emotionen, die ich tatsächlich als Affektionen erlebe, etwa wenn ich mir einen Film angucke und die Handlung so berührend finde, dass ich heulen muss.Consul hat geschrieben : ↑Do 2. Apr 2026, 00:00Philosophisch gesprochen, denke ich, dass nichts grün ist—weder Blätter noch andere Dinge. Es gibt nur "grünlich beeindruckte" oder "sinnlich angegrünte" Wahrnehmer—was nicht bedeutet, dass diese selbst grün sind. Farben wie Grün hat ein Seher nicht, denn er erfährt, erlebt oder "erleidet" sie als visuelle Affektionen oder Passionen.
Terminologische Fußnote:
Ich verwende "Affektion" im alten, weiten Sinn, in dem alle Arten subjektiver Erfahrungen als Affektionen bezeichnet werden können. In diesem Sinn sind sowohl Emotionen ("Affekte" eingeschlossen) als auch Sensationen (Empfindungen) mentale Affektionen.
Ebenso verwende ich "Passion" im alten, weiten Sinn als Antonym zu "Aktion". Jede Art subjektiver Erfahrung kann in diesem Sinn als Passion (als "Erleidung" oder "Leidenschaft") bezeichnet werden, also nicht nur Emotionen.