Dynamis hat geschrieben : ↑ So 5. Apr 2026, 10:05
Der Fehler, den Berkeley dann macht, ist der, dass er folgende Schlussfolgerung zieht: Es sei ein Selbstwiderspruch, wenn wir uns vorstellen, dass manche Gegenstände unabhängig von uns existieren.
Ich beschreibe dir mal, wie ich das sehe.
Dynamis hat geschrieben : ↑ So 5. Apr 2026, 10:05
Wenn wir uns vorstellen, wie manche Gegenstände außerhalb unseres Bewusstseins existieren, ist das auch eine Vorstellung. Da hat Berkeley völlig recht.
Wenn man sich, vor dem Bildschirm eines Computers sitzend, mit der Frage beschäftigt "Sind Blätter grün? , dann existieren diese Blätter und dessen grüne Farbe zunächst einmal nur in unserer Vorstellung. Damit sie allerdings als solches in unserer Vorstellung existieren können, müssen wir zuvor beides gesehen haben. Ein Sehen, dass uns durch eine Lichtquelle, wie der Sonne, wie auch durch unsere Augen und nicht zu vergessen durch unser Gehirn ermöglicht wurde.
Berkeley in "Die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis" hat geschrieben :
XXIII.Aber es ist doch, sagt ihr, gewiss nichts leichter, als sich vorzustellen, dass z.B. Bäume in einem Parke oder Bücher in einem Cabinet existiren, ohne dass Jemand sie wahrnimmt. Ich antworte: es ist freilich nicht schwer, dies vorzustellen, aber was, ich bitte euch, heisst dies alles anders, als in eurem Geiste gewisse Ideen bilden,
.. und weil wir die Blätter, als auch deren grüne Farbe gesehen haben, meinen wir, dass es gewiss nichts leichter ist, als sich vorzustellen, dass dergleichen existiert, ohne dass jemand sowohl das Eine, als auch das Andere wahrgenommen hat. Berkeley antwortet: es ist freilich nicht schwer, dies vorzustellen, aber was, ich bitte euch, heisst dies alles anders, als das ihr in eurem Geiste eine gewisse Idee davon gebildet habt.
Berkeley in "Die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis" hat geschrieben :
.. es zeigt nur, dass ihr die Macht habt, zu erdenken oder Vorstellungen in eurem Geiste zu bilden; aber es zeigt nicht, dass ihr es als möglich begreifen könnt, dass die Objecte eures Denkens ausserhalb des Geistes existiren; um dies zu erweisen, müsstet ihr vorstellen, dass sie existiren, ohne dass sie vorgestellt werden oder an sie gedacht werde, was ein offenbarer Widerspruch ist.
Das zeigt nur, dass wir die Macht haben, aus dem, was gesehen wurde, in diesem Fall die Blätter und dessen grüne Farbe, eine Idee davon zu erdenken oder eine Vorstellung im Geiste daraus zu bilden. Aber es zeigt nicht, dass wir es als möglich begreifen können, dass diese Idee von grünen Blättern und somit die Objekte unseres Denkens auch außerhalb des Geistes existieren können.
Wir haben es also bei dem, was wir sehen, mit Objekten zu tun, die .. NUR ! .. außerhalb von uns existieren. Objekte, weil als solches weder Blatt noch grün im ..WIDERSPRUCH! .. zu den Ideen stehen, die wir erdenken, oder von denen wir eine Vorstellung in unserem Geist bilden.
UND!
Wir haben es bei Ideen, die wir erdenken, oder bei Vorstellungen, die wir in unserem Geist bilden, mit Objekten zu tun, die .. NUR ! .. innerhalb von uns existieren. Objekte, die, weil als solches sowohl Blatt als auch grün im ..WIDERSPRUCH! .. zu den Objekten stehen, die wir sehen.
So einfach ist das.
Wenn hier also die Frage gestellt wird "Sind Blätter grün", so lässt sich daraus ableiten,dass außerhalb von uns weder das Eine noch das Andere existiert. Ja noch nicht einmal die Worte und die Frage selbst. Weil sich das alles, jeweils als Ideen und Vorstellungen, nur in uns abspielen kann, können demzufolge grüne Blätter und dessen grüne Farbe auch nur in uns existieren. Das gilt umso mehr, wie das man, in dem man z.B die Frage in seinen
Gedanken verneint, sich der Frage in
Gedanken selbst zuwendet. So wie z.B grüne Blätter bei Mondlicht (oder in der Dämmerung) tatsächlich schwarz oder dunkelgrau erscheinen.
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