Dynamis hat geschrieben : ↑ Mo 1. Jun 2026, 21:25
Consul hat geschrieben : Die Lektüre fiktionaler Literatur kann uns beeinflussen, und Gedanken oder Gespräche über fiktive Personen können uns beeinflussen; aber fiktive Personen selbst können dies nicht tun, weil sie nicht existieren.
Mag sein. Es bleibt eben nur die Möglichkeit, zu argumentieren. Hier ein Beispiel:
- „Die Lektüre fiktionaler Literatur kann uns beeinflussen, und Gedanken oder Gespräche über fiktive Personen können uns beeinflussen; aber fiktive Personen selbst können dies nicht tun, weil sie nicht existieren.“
Das ist meines Erachtens eben ein klares Fehlargument, da es keine fiktionale Literatur gibt, wenn es nicht auch die Dinge in den Texten gibt. Dann hätten wir nur leere Seiten … oder was auch immer. Wenn es Hänsel und Gretel nicht gibt, gibt es auch die Geschichte von Hänsel und Gretel nicht. Wenn die Figuren in der Geschichte nicht existieren, dann existiert logischerweise auch die Geschichte nicht. Die Figuren machen ja die Geschichte aus, das ist untrennbar. Existieren die Figuren, existiert die Geschichte. Existiert die Geschichte, existieren die Figuren. Und wenn uns die Geschichte beeinflusst, dann ineins die Figuren, weil der Umstand, dass uns die Geschichte beeinflusst, ja bedeutet, dass uns die Figuren in der Geschichte beeinflussen. Dass wir uns das ausgedacht haben, ändert nichts daran. Solche Geschichten sind genau auf diese Weise eben Teil unserer gemeinsamen Freiheit und Selbstbestimmung.
Ich weiß nicht, ob das Problem „der Empirismus” ist, ich schätze eher, das Problem ist, dass für viele gilt, dass die wirkliche Wirklichkeit die bewusstseinsunabhängige Wirklichkeit ist. Und Hänsel und Gretel sind eben (neben anderem auch) bewusstseinsabhängig.
Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“