Nur aus was kann dieses "Vergangene" schon bestehen, wenn man von Geburt an Blind und Taub ist. Das man daraus, aus seiner Erinnerung heraus, ein Gedicht, wie den Osterspaziergang von Johann Wolfgang Goethe zu Papier bringt, doch wohl sicherlich nicht.Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 19:17Alles was wir mit den Sinnesorganen wahrnehmen erleben wir bewusst im Hier und Jetzt. Bewusstes Erleben ist ein ständiges Fliesen in Hier und Jetzt, auch Vergangenes kann nur durch Erinnerung in einem bewussten Hier und Jetzt erlebt werden, und Zukünftiges kann auch nur im Hier und Jetzt vorgestellt werden. Unbestritten ist, dass uns die Sinnesorgane besonders bedeutende Eindrücke vermitteln, die aber immer nur im Hier und Jetzt erlebt werden können.Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 18:56Eine "erste Person Sichtweise" kann doch sicherlich nur dadurch zustande kommen, wenn diese Person das, was im Hier und Jetzt stattfindet, auch mit seinen Sinnesorganen wahrnimmt.
Prozess-Ontologie
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Timberlake
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Rudolf Pirnbacher
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Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 18:56Somit ich übrigens damit darauf hinaus wollte, dass man sich das eben nicht vorstellen kann.Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 18:23Um mich an dieser Stelle einzumischen. So möge man sich die Dichtung eines Dichters vorstellen, der von Geburt an blind und taub ist.
Es ist tatsächlich schwer vorstellbar, aber trotzdem muss ich dich korrigieren. Ein gutes Beispiel, wie eine taubblinde Person, die mit bereits 36 Monate durch eine Krankheit sowohl taub wurde als auch erblindete, war Helen Keller. Durch die besonders gute Betreuung konnte sie nicht nur eine Sprache erlernen, sondern wurde auch als Dichterin bekannt. Die mentalen Fähigkeiten eines Menschen sind unglaublich bewundernswert.Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 19:27Nur aus was kann dieses "Vergangene" schon bestehen, wenn man von Geburt an Blind und Taub ist. Das man daraus, aus seiner Erinnerung heraus, ein Gedicht, wie den Osterspaziergang von Johann Wolfgang Goethe zu Papier bringt, doch wohl sicherlich nicht.
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Rudolf Pirnbacher
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Das muss ich natürlich richtig stellen, klarerweise ist ein Gedicht das Produkt eines Künstlers und so betrachtet nichts Natürliches was einfach nur so auf dem Baum wächst. Ich wollte vielleicht mit der Natürlichkeit nur ausdrücken, dass ein Gedicht nichts Irrationales ist. Es hat doch in irgendeiner Form immer einen Bezug zu unser Leben. Tut mir leid, dass wir uns da vielfach aneinander vorbei reden, aber das geht mir auch manchmal so mit meiner Lebensgefährtin die Kunst studiert hat.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 19:02Die Aussage auf die ich mich aber bezogen habe, war diese:Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 17:01Selbstverständlich wachsen Gedichte nicht aus Bäumen, aber meine Aussage war doch ursprünglich: ...Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 15:19Ein Gedicht ist selbstverständlich etwas natürliches!
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Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
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Nun, ich wusste nicht, dass du das bereits auf das Arbeitspapiere Seminar: Mentale Kausalität https://www.researchgate.net/publicatio ... erden_kann bezogen hast.Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 18:56Somit ich übrigens damit darauf hinaus wollte, dass man sich das eben nicht vorstellen kann. Sozusagen aus einer PRAGMATISCHE NULLEBENE heraus ..
In diesem Fall wäre die pragmatische Nullebene ganz oben anzusetzen, nur so kann ein Gedicht verstanden werden.
P.S. die Texte wurden öfters ergänzt, das hat mich etwas verwirrt.
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Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 19:42Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 18:56Somit ich übrigens damit darauf hinaus wollte, dass man sich das eben nicht vorstellen kann.Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 18:23Um mich an dieser Stelle einzumischen. So möge man sich die Dichtung eines Dichters vorstellen, der von Geburt an blind und taub ist.Es ist tatsächlich schwer vorstellbar, aber trotzdem muss ich dich korrigieren. Ein gutes Beispiel, wie eine taubblinde Person, die mit bereits 36 Monate durch eine Krankheit sowohl taub wurde als auch erblindete, war Helen Keller. Durch die besonders gute Betreuung konnte sie nicht nur eine Sprache erlernen, sondern wurde auch als Dichterin bekannt. Die mentalen Fähigkeiten eines Menschen sind unglaublich bewundernswert.Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 19:27Nur aus was kann dieses "Vergangene" schon bestehen, wenn man von Geburt an Blind und Taub ist. Das man daraus, aus seiner Erinnerung heraus, ein Gedicht, wie den Osterspaziergang von Johann Wolfgang Goethe zu Papier bringt, doch wohl sicherlich nicht.
Nach dem ich insbesondere das hier recherchiert habe, muss ich mich wohl tatsächlich korrigieren. Irgendwie war mir dazu noch ein Bericht über einen Taubblinden im Fernsehen in Erinnerung, bei dem man sich das jedenfalls nicht vorstellen konnte.
Vor 50 Jahren starb Helen Keller
Helen war sieben Jahre alt gewesen, als ihr unter einer Pumpe im Garten kaltes Wasser über die Hände lief und ihre Hauslehrerin ihr dazu die Zeichen für „Wasser“ in die Hand buchstabierte. Da begriff das Mädchen, dass sie sich trotz aller Behinderung mit Hilfe der Sprache die Welt erschließen konnte.
„Ich wusste jetzt, dass ‚Wasser‘ jenes wundervolle, kühle Etwas bedeutete, das über meine Hand strömte. Dieses lebendige Wort erweckte meine Seele zum Leben, spendete Licht, Hoffnung, Freude, befreite sie von ihren Fesseln. Jedes Ding hatte einen Namen, und jeder Name weckte einen neuen Gedanken. Als wir ins Haus zurückkehrten, schien mir jeder Gegenstand von verhaltenem Leben zu zittern.“
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Was ist denn pragmatisch?Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 20:40Nun, ich wusste nicht, dass du das bereits auf das Arbeitspapiere Seminar: Mentale Kausalität https://www.researchgate.net/publicatio ... erden_kann bezogen hast.Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 18:56Somit ich übrigens damit darauf hinaus wollte, dass man sich das eben nicht vorstellen kann. Sozusagen aus einer PRAGMATISCHE NULLEBENE heraus ..
In diesem Fall wäre die pragmatische Nullebene ganz oben anzusetzen, nur so kann ein Gedicht verstanden werden.
Gedichte, die " über mehrere Stufen hinab" ggf. des Interpretierens bedürfen oder Texte, die in ihrer Direktheit eine " reduktive Erklärung bestmöglich veranschaulichen"?Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität
PRAGMATISCHE NULLEBENE: Man wählt eine Ebene aus, auf welcher die
Wechselwirkungen stattfinden. Um nicht zu viele Details einzubeziehen, soll die
universale Systemebene so hoch möglich, und um die reduktive Erklärung bestmöglich
zu veranschaulichen, so tief wie notwendig gewählt werden. Bei einer Reduktion über
mehrere Stufen hinab geht der Erklärungswert verloren.
Wo wir schon mal dabei sind!
Hätte man nicht mit dieser Substanz-Annahme jene Ebene ausgewählt, auf welcher Wechselwirkungen stattfinden, die eine reduktive Erklärung, von was auch immer, bestmöglich veranschaulichen ? Eine universale Systemebene, die tatsächlich nicht zu viele Details einbezieht? Um an dieser Stelle einmal die universale Systemebene der PRAGMATISCHEN NULLEBENE so tief wie möglich und so hoch wie notwendig zu wählen.C3PO hat geschrieben : ↑Do 28. Mai 2026, 11:54
2. Der Fehler der „LEGO-Welt“: Warum Atome nicht alles sind
Schon vor über 2.000 Jahren glaubte Demokrit, die Welt bestünde aus winzigen, unveränderlichen Teilchen – den Atomen. Diese Idee ist so intuitiv wie ein LEGO-Baukasten: Man hat feste Steine, die man neu sortieren kann, aber die Steine selbst bleiben immer gleich. Mark Bickhard nennt das die Substanz-Annahme.
"Und gleichwie eine einzige Stadt / wann sie aus verschiedenen Gegenden angesehen wird / ganz anders erscheinet / und gleichsam auf perspectivische Art verändert und vervielfältiget wird; so geschiehet es auch / daß durch die unendliche Menge der einfachen Substanzen gleichsam eben so viele verschiedene Welt-Gebäude zu sein scheinen / welche doch nur so viele perspectivische Abrisse einer einzigen Welt sind / wornach sie von einer jedweden Monade aus verschiedenen Ständen und Gegenden betrachtet und abgeschildert wird"
Gottfried Wilhelm Leibniz: Monadologie
In etwa so, wie diese vielen "hohen" perspectivische Abrisse , die Abrisse einer einzigen "tiefen" Welt sind und man sich demzufolge vielmehr Letzerem zuwenden sollte
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Die Systemtheorie ist bestimmt nicht die beste Methode um ein Gedicht zu interpretieren. Zumal es ja vielfach gar nicht darum geht ein Gedicht zu interpretieren, man will sich vielleicht nur über ein Gedicht erfreuen.Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 22:45Gedichte, die " über mehrere Stufen hinab" ggf. des Interpretierens bedürfen oder Texte, die in ihrer Direktheit eine " reduktive Erklärung bestmöglich veranschaulichen"?
Die Systemtheorie ist eher dazu geeignet, sehr komplexe Systeme über einen Stufenbau zu verstehen, oder zum Beispiel um das Durchwirken von Elementarteilchen bis hinauf zur Gesellschaft zu veranschaulichen, und umgekehrt die Trainage von den oberen Ebenen zu den Unteren zu verstehen. Durch die Begrenztheit des menschlichen Verstehens ist es hilfreich, komplexe Systeme, insbesondere auch Systeme des Lebendigen, in einen Stufenbau zu denken. Dazu gibt es unterschiedliche Modelle, z.B. das von Oppenheim: Teilchen – Atome – Moleküle – Zellen – Organismen – Gesellschaft. Auch das Recht kann über ein eigenes Modell veranschaulicht werden. Oder eben mit einem eigenen Modell, wie ganz überschlägig im Arbeitspapier angedeutet, um die Entstehung des Mentalen von den Neuronen hinauf bis zum Bewusstsein zu erklären, und umgekehrt das Verständlich machen des Durchwirkens des Mentalen bis zu den Teilchen zu veranschaulichen.
Dieses Modell wurde von dem Zellforscher Bernd Lindemann entwickelt. In der medizinischen Universität in Saarbrücken, wo er auch unterrichtet hat, wurde z.B. in dem eigenen Campus in Homburg/Saar der Corona mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer entwickelt.
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Muss mich insofern korrigieren, als Helen Keller bereits mit 19 Monaten durch eine Krankheit sowohl taub wurde als auch erblindete.Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 19:42Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 18:56Somit ich übrigens damit darauf hinaus wollte, dass man sich das eben nicht vorstellen kann.Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 18:23Um mich an dieser Stelle einzumischen. So möge man sich die Dichtung eines Dichters vorstellen, der von Geburt an blind und taub ist.Es ist tatsächlich schwer vorstellbar, aber trotzdem muss ich dich korrigieren. Ein gutes Beispiel, wie eine taubblinde Person, die mit bereits 36 Monate durch eine Krankheit sowohl taub wurde als auch erblindete, war Helen Keller. Durch die besonders gute Betreuung konnte sie nicht nur eine Sprache erlernen, sondern wurde auch als Dichterin bekannt. Die mentalen Fähigkeiten eines Menschen sind unglaublich bewundernswert.Timberlake hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 19:27Nur aus was kann dieses "Vergangene" schon bestehen, wenn man von Geburt an Blind und Taub ist. Das man daraus, aus seiner Erinnerung heraus, ein Gedicht, wie den Osterspaziergang von Johann Wolfgang Goethe zu Papier bringt, doch wohl sicherlich nicht.
Es ist ein Irrtum, den Substanzontologen zu unterstellen, dass sie Substanzen als statische Dinge betrachten. Das trifft selbst auf Kotarbińskis radikalen Reismus nicht zu, dem nach alle Entitäten Dinge = Körper = materielle Substanzen sind. Und für Leibniz gehört Aktivität zum Wesen von Substanzen.C3PO hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 10:19Lieber Burkart, du sprichst damit genau das klassische Verständnis an, das unser Denken seit Jahrhunderten prägt: die Substanzontologie. Aus Sicht der Prozessphilosophie ist deine Beobachtung jedoch kein Widerspruch zum Prozess-Modell, sondern führt zu einer radikalen Neubewertung dessen, was wir „Materie“ nennen.
Hier sind die entscheidenden Punkte, wie man auf diesen Einwand antworten kann:
* Materie als „langsamer Prozess“: Die Prozessphilosophie leugnet nicht die Existenz von Materie oder stabilen Elementen. Sie behauptet jedoch, dass das, was wir als statische „Dinge“ wahrnehmen, in Wahrheit zeitweilige Stabilisierungen innerhalb eines tieferliegenden prozessualen Flusses sind. In diesem Sinne sind Strukturen lediglich relativ langsame Prozesse, während Funktionen schnelle Prozesse darstellen. Ein Gebirge wirkt wie ein Ding, ist aber auf geologischen Zeitskalen ein dynamischer Prozess des Auffaltens und Erodierens.
"For the reist, reality is a fabric composed of changing things."
———
"Für den Reisten ist die Wirklichkeit ein Gewebe aus sich wandelnden Dingen." [übersetzt von Consul]
(Kotarbiński, Tadeusz. Gnosiology: The Scientific Approach to the Theory of Knowledge. [Elementy teorii poznania, logiki formalnej i metodologii nauki. 2nd ed. 1961.] Translated by Olgierd Wojtasiewicz. Oxford: Pergamon Press, 1966. p. 426)
Ohne substanzielle Operateure gibt es keine Operationen. Wo Arbeit oder ein Arbeiten ist, dort muss es etwas Arbeitendes geben—etwas Seiendes, mit Arbeitskraft Ausgestattetes, das arbeitet. Die Arbeit kann nicht den Arbeiter erschaffen, weil der Arbeiter derjenige ist, der die Arbeit verrichtet.
* Die Rede von den Aggregatszuständen fest, flüssig, gasig lässt sich nur auf Stoffmassen (= Aggregate von Molekülen/Atomen/Partikeln) anwenden, die aus vielen einfachen Elementarteilchen bestehen, und nicht auf einzelne einfache Elementarteilchen, weil der Zustand der Festigkeit, Flüssigkeit oder Gasigkeit eine Sache der Molekularstruktur ist, und ein einfaches Elementarteilchen keine solche Struktur besitzt.C3PO hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 10:19*Physik: Felder statt Bauklötze: Selbst auf der fundamentalsten Ebene der Physik weicht das Bild der festen „Bauklötze“ (Atome) einem prozessualen Modell. Nach der Quantenfeldtheorie sind die Grundbausteine der Welt keine Teilchen, sondern dynamische Quantenfelder. Das, was uns wie ein materielles Teilchen vorkommt, ist lediglich eine lokale Anregung oder Quantisierung dieser wellenartigen Feldprozesse.
Locke bezeichnet (materielle) Substanzen als "solid"; aber er meint damit nicht den Aggregatszustand der Festigkeit, sondern die Eigenschaft der Undurchdringlichkeit (impenetrabililty), welche es unmöglich macht, dass zwei Substanzen zur selben Zeit denselben Raum besetzen.
* Physikalisch-chemische Atome sind keine mereologischen Atome, d.h. sie sind keine einfachen Dinge, die nicht aus kleineren Dingen zusammengesetzt sind. Es wird gemeinhin angenommen, dass es Elementarteilchen gibt, die mereologische Atome sind.
Es gibt Substanzontologen wie Leibniz und John Heil, für die Substanzen per definitionem einfache Dinge = mereologische Atome sind. Diese Auffassung wird allerdings nicht von allen Substanzontologen geteilt (z.B. nicht von Aristoteles und Brentano).
Wie viele (≠ 0) einfache Substanzen es gibt, muss ein Substanzontologe wie Heil nicht a priori beantworten.
Fußnote:
Einfache Substanzen (Objekte) müssen nicht absolut einfach sein, d.h. sie müssen nicht nulldimensional sein wie mathematische Punkte.
Ein einfaches Ding muss nicht absolut teillos sein, weil es sowohl räumliche Teile (Regionen) als auch zeitliche Teile (Stadien/Perioden/Phasen) haben kann, wobei diese ein Kontinuum bilden.
Was einer einfachen Substanz notwendigerweise fehlt, sind diskrete Teile, die selbstständige, vom Ganzen unabhängige Substanzen sind.
* Ein Substanzontologe, der an einfache Substanzen glaubt, muss kein Korpuskularist sein, der glaubt, dass die physische Welt grundlegend aus winzigen unteilbaren "Körperchen" = Elementarteilchen besteht. Denn womöglich gibt es nur eine einzige physische Substanz, eine Weltsubstanz in Spinozas Sinn; und die winzigen Korpuskel oder Partikel sind vielleicht in Wahrheit gar keine Substanzen, sondern bloß Attributskomplexe, die verschiedenen Regionen der einen materiellen Weltsubstanz "inhärieren".
Anmerkung:"Diese Auffassung von Substanzen und Eigenschaften ist mit dem Korpuskularismus – der Lehre, dass das Universum nach dem Urknall aus Anordnungen von Teilchen besteht – vereinbar, impliziert ihn aber nicht. Sie ist vereinbar mit der Möglichkeit, dass die fundamentalen Substanzen, die Träger fundamentaler Eigenschaften, Felder sind, und mit der Möglichkeit, dass es nur eine einzige Substanz gibt: den Raum oder die Raumzeit, das Eine, das Universum als Ganzes. Diese Fragen müssen von der fundamentalen Physik geklärt werden.
An dieser Stelle möchte ich kurz anmerken, dass ich den Atomismus vom Korpuskularismus, einer Form des Atomismus, unterscheide. Der Atomismus ist die Ansicht, dass das Universum aus einfachen Substanzen besteht. Dies ist vereinbar mit der Möglichkeit, dass das Universum aus einer sehr großen Anzahl einfacher Substanzen, den Korpuskeln, besteht, aber auch mit der Möglichkeit, dass das Universum eine einzige einfache Substanz ist, und mit der Möglichkeit, dass es eine kleine Anzahl einfacher Substanzen, die Felder, gibt." [übersetzt von Google]
(Heil, John. The Universe As We Find It. Oxford: Oxford University Press, 2012. p. 46)
Ich betrachte physikalische Felder nicht als Substanzen, sondern als räumlich ausgedehnte Attributskomplexe, als Kollektionen/Distributionen physikalischer Quantitäten im Raum, sodass es zu jedem Feld ein substanzielles Substrat geben muss; denn Quantitäten und Komplexe davon sind selbst keine Substanzen.
* Was Quantenfelder betrifft, so unterscheiden sie sich dadurch wesentlich von klassischen Feldern, dass gar keine Zuordnung bestimmter physikalischer Quantitäten zu Raumzeitpunkten oder -regionen gegeben ist—was die ontologische Frage aufwirft, ob es sich bei Quantenfeldern als "Wahrscheinlichkeitsfeldern" überhaupt um reale physikalische Felder handelt oder nur um mathematische Konstrukte bzw. Fiktionen.
"[Paul] Teller argues that the expression quantum field is only justified on a “perverse reading” of the notion of a field, since no definite physical values whatsoever are assigned to space-time points. Instead, quantum field operators represent the whole spectrum of possible values so that they rather have the status of observables (Teller: “determinables”) or general solutions. Only a specific configuration, i.e., an ascription of definite values to the field observables at all points in space, can count as a proper physical field."
——————
"[Paul] Teller argumentiert, dass der Ausdruck Quantenfeld nur bei einer „perversen Lesart“ des Feldbegriffs gerechtfertigt ist, da Raum-Zeit-Punkten keinerlei bestimmte physikalische Werte zugeordnet werden. Vielmehr repräsentieren Quantenfeldoperatoren das gesamte Spektrum möglicher Werte, so dass sie eher den Status von Observablen (Teller: „Determinablen“) oder allgemeinen Lösungen haben. Nur eine bestimmte Konfiguration, d. h. eine Zuordnung bestimmter Werte zu den Feldobservablen an allen Punkten im Raum, kann als echtes physikalisches Feld gelten." [Übersetzt von Google Translate]
Quantum Field Theory: https://plato.stanford.edu/entries/quan ... ld-theory/
Ohne wirbelndes Wasser gäbe es keine Wirbel! Wirbel sind also keine substratlosen Prozesse.C3PO hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 10:19* Die Wirbel-Analogie: Ein hilfreiches Bild ist der Wirbel in einem Fluss. Ein Wirbel ist ein erkennbares, stabiles „Element“ der Welt. Er besteht jedoch zu 100 % aus fließendem Wasser. Der Wirbel braucht kein zusätzliches Material, auf dem er aufbaut; er ist die spezifische Form des Fließens. Ohne den Fluss (den Prozess) gäbe es den Wirbel (das Ding) nicht.
Ein Substanzontologe kann die ganze raumzeitliche Welt als eine und die einzige einfache, aber ausgedehnte materielle Substanz betrachten, welche der Urstoff/die Urmaterie ("Äther", "Quintessenz") und der Urträger/das Urmedium aller physikalischen Vorgänge ist. Damit ist wohlgemerkt nicht die Materie als Gesamtheit der (massetragenden) Elementarteilchen gemeint, welche in einer Welt mit nur einer Substanz ja selbst keine Substanzen wären.C3PO hat geschrieben : ↑So 31. Mai 2026, 10:19Zusammenfassend: Die Welt besteht für Prozessphilosophen nicht aus Prozessen plus Materie, sondern aus Prozessen, deren Wechselwirkungen so stabil sind, dass sie uns als Materie erscheinen. Stabilität ist kein Standardzustand, sondern das Resultat unaufhörlicher, koordinierter Arbeit.
Die Moral der Geschichte ist, dass alle Okkurrenzen (Vorgänge, Ereignisse, Zustände) von mindestens einer Substanz, einem substanziellen Substrat seinsabhängig sind.
"Die Materie mit allen Kräften und Gründen oder, anders ausgedrückt, das Weltmedium ist in vollster Unmittelbarkeit gegenwärtig, und wir können sagen, dass wir das Unbedingte oder das Fundament alles Seins unter den Füßen haben."
(Dühring, Eugen. Logik und Wissenschaftstheorie. Leipzig: Fues, 1878. S. 223)
(Hylotheismus = die Gleichsetzung von Gott mit dem Urstoff/der Urmaterie. Dieses Wort ist natürlich wie "Pantheismus" bloß ein Euphemismus für "Atheismus".)"Die Materie, welche die unmittelbare Position Gottes ist, welche das ganze Universum ausfüllt, welche der geformte Raum, die gespannte und bewegte Zeit, das schwere Urwesen ist, nenne ich Urmaterie, Weltmaterie, kosmische Materie, Äther.
Der Äther ist die erste Realwerdung Gottes, die ewige Position desselben. Gott und Äther sind identisch. Der Äther ist die erste Materie der Schöpfung, alles ist mithin aus ihm entstanden, er ist das höchste, göttliche Element, der göttliche Leib, die Ousia oder die Substanz."
(Oken, Lorenz. Lehrbuch der Naturphilosophie. 1. u. 2. Teil. Jena: Frommann, 1809. S. 44)
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
Perspektivwechsel: Eine prozessphilosophische Replik auf die Substanzontologie
1. Einleitung: Die ontologische Weggabelung
Die Auseinandersetzung zwischen Substanzontologie und Prozessphilosophie markiert die fundamentale strategische Weggabelung der zeitgenössischen Metaphysik. Es handelt sich hierbei nicht um eine semantische Marginalie, sondern um die Entscheidung darüber, wie wir die Konstitution von Materie, die Emergenz des Lebens und die Struktur der physikalischen Gesetze begreifen. Während die klassische Sichtweise die Welt als eine Ansammlung von beharrenden Objekten interpretiert, die lediglich akzidentiellen Wandlungen unterworfen sind, schlägt die Prozessphilosophie einen radikalen Perspektivwechsel vor: Die Realität ist kein Zustand, sondern ein Geschehen.
In der vorliegenden Debatte vertritt „Consul“ die Position einer Substrat-Notwendigkeit. Sein reistisches Argument postuliert, dass jede Operation zwingend einen substanziellen „Operateur“ benötige, womit er die prozessuale Maxime esse sequitur operari (das Sein folgt dem Wirken) als metaphysisch unmöglich zurückweist. Er stützt sich dabei auf die Intuition, dass Arbeit ohne einen Arbeiter undenkbar sei.
Die zentralen Streitpunkte dieser Replik umfassen:
2. Die Illusion des Statischen: Stabilität als dynamische Leistung
In der traditionellen „Folk-Ontologie“ (deskriptive Ontologie nach Kanzian) erscheinen uns Dinge als zeitlich persistente Träger von Eigenschaften. Die Prozessphilosophie hingegen fungiert als „Revisionary Ontology“, die unter die Oberfläche dieser Intuition blickt. Aus Sicht eines Whitehead’schen „Relationalen Realismus“ sind „Dinge“ lediglich „langsame Prozesse“. Stabilität ist hier keine ontologische Gegebenheit, sondern das Resultat einer kontinuierlichen, internen Dynamik.
Consul wendet zu Recht ein, dass namhafte Substanzontologen wie Leibniz die Aktivität bereits in das Wesen der Substanz integriert haben oder dass John Heil den Universums-Atomismus (die Welt als eine einzige Substanz) vertritt. Doch auch hier bleibt die Substanz ein logisches Substrat, dem Eigenschaften lediglich „inhärieren“. Die Prozessmetaphysik geht weiter: Whiteheads „actual entities“ begreifen das Einzelwesen nicht als Träger des Wandels, sondern als den Wandel selbst. Was wir als „einfache Substanz“ (Heil) oder „mereologisches Atom“ wahrnehmen, kann aus prozessphilosophischer Sicht als ein stabiles energetisches Muster verstanden werden, das sich in jedem Moment neu konstituiert.
Substanz-Modell (Substrat-Ontologie)
3. Arbeiter vs. Arbeit: Das Primat des Werdens
Consuls Einwand, dass es ohne einen „Arbeiter“ keine „Arbeit“ geben könne, ist ein klassisches Beispiel für die Verdinglichung unserer Sprache. Die metaphysische Herausforderung besteht darin, den „Operator“ nicht als vor-existentes Substrat zu denken, sondern als ein funktionales Muster.
Mithilfe von Mark Bickhards „Interaktivismus“ lässt sich argumentieren, dass der vermeintliche „Arbeiter“ selbst ein hochkomplexes, stabiles Geflecht von Prozessen ist, die sich durch ihre Tätigkeit selbst erhalten. Es gibt keinen Arbeiter hinter der Arbeit; der Arbeiter ist die organisierte Arbeit. Whiteheads Konzept des „Werdens“ (Becoming) radikalisiert dies: Jede Entität ist eine „Concrescence“ – ein Zusammenwachsen von Relationen.
Die strategische Konsequenz: Wenn wir die Dualität von Sein und Tun aufgeben, verschwindet das Problem der „leeren Substanz“. Ein System existiert nur so lange, wie es interagiert. Diese Sichtweise befreit uns von der Suche nach einem unteilbaren Kern und erlaubt es uns, Identität als die fortwährende Selbst-Reproduktion eines Musters zu begreifen. Dies weist bemerkenswerte Berührungspunkte mit Entwicklungen der modernen Physik auf.
4. Physik der Felder: Materie ohne Materialismus
Das klassische „Bauklötzchen-Modell“ erscheint aus Sicht vieler moderner physikalischer Ansätze als unzureichend. Die Physik hat sich in weiten Bereichen von der Vorstellung isolierter Objekte hin zu Beschreibungen bewegt, in denen Felder, Wechselwirkungen und Relationen eine zentrale Rolle spielen. Wie Hans-Peter Dürr prägnant formulierte: „Materie ist nicht aus Materie aufgebaut.“
Die prozessphilosophische Kritik am substanziellen Substrat stützt sich insbesondere auf drei Beobachtungen:
5. Die Wirbel-Analogie: Substrat oder Struktur?
Consuls Analogie des Wirbels im Wasser – „Ohne Wasser kein Wirbel“ – scheint intuitiv bestechend, erweist sich jedoch bei genauerer Analyse als mehrdeutig. In einer Holoarchy (nach Stein/Wilber) ist das „Wasser“ selbst kein statisches Substrat, sondern ein geschachteltes System von Prozessen (Moleküle, Atome, Quantenfelder). Der Wirbel ist ein Prozess innerhalb eines Prozesses, ein „Holon“ in einem dynamischen Gefüge.
Ross Stein erweitert diesen Gedanken für die Biologie: Moleküle sind keine unveränderlichen Objekte, sondern Prozesse mit der Kapazität für subjektive Erfahrung. Die Entstehung des Lebens (Abiogenese) erscheint dann nicht als Übergang von völlig toter Materie zu etwas grundlegend Anderem, sondern als Emergenz neuer Organisationsformen innerhalb eines bereits dynamischen Naturgeschehens.
Hier greift der „Causal Joint“ (das kausale Gelenk): Gott wird im prozessphilosophischen Sinne als diejenige Entität begriffen, die einen „Initial Aim“ (ein Zielangebot) bereitstellt. Er wirkt nicht durch mechanischen Zwang, sondern als ein energetischer „Lure“ (Lockmittel), der die Energieverteilung im System so beeinflusst, dass komplexere, wertvollere Strukturen – wie selbstreplizierende katalytische Moleküle (SRCMs) – entstehen können, ohne physikalische Gesetze zu verletzen.
Die strategische Konsequenz: Materie erscheint nicht als bloß passiv-träge, sondern als Träger von Selbstorganisationspotenzialen. Der Übergang von der Chemie zur Biologie kann dann als Fortsetzung zunehmender organisatorischer Komplexität verstanden werden.
6. Synthese: Warum Prozessdenken die Antwort ist
Die Prozessphilosophie beansprucht, eine kohärente Erklärung für Evolution, Geist und Leben bereitzustellen, ohne auf dualistische Hilfskonstrukte zurückgreifen zu müssen. Während die Substanzontologie vielfach von beständigen Trägern ausgeht, interpretiert das Prozessdenken die Welt von vornherein als ein Geflecht aus energetischer Vitalität und relationaler Erfahrung.
Die Replik an Consul lautet daher: Die Stabilität der Welt muss nicht als Eigenschaft unveränderlicher Dinge verstanden werden, sondern kann als Resultat unaufhörlicher, koordinierter Prozesse aufgefasst werden. Die Wirklichkeit erscheint dann weniger als ein Bestand von Seiendem denn als ein fortlaufendes Geschehen.
„Die Realität besteht nicht aus statischen Substanzen, die in Beziehungen treten, sondern aus dynamischen Relationen, die in ihrer Verschränkung die Erfahrung von Beständigkeit hervorbringen. Wir bewohnen kein Universum der Bauklötze, sondern eine schöpferische Holoarchie, in der Materie kondensierte Energie und das Sein der flüchtige Schatten des Wirkens ist. In dieser prozessualen Wirklichkeit ist Gott der energetische Lockruf zur Komplexität, und das Leben die Antwort der Materie auf diesen Ruf.“
1. Einleitung: Die ontologische Weggabelung
Die Auseinandersetzung zwischen Substanzontologie und Prozessphilosophie markiert die fundamentale strategische Weggabelung der zeitgenössischen Metaphysik. Es handelt sich hierbei nicht um eine semantische Marginalie, sondern um die Entscheidung darüber, wie wir die Konstitution von Materie, die Emergenz des Lebens und die Struktur der physikalischen Gesetze begreifen. Während die klassische Sichtweise die Welt als eine Ansammlung von beharrenden Objekten interpretiert, die lediglich akzidentiellen Wandlungen unterworfen sind, schlägt die Prozessphilosophie einen radikalen Perspektivwechsel vor: Die Realität ist kein Zustand, sondern ein Geschehen.
In der vorliegenden Debatte vertritt „Consul“ die Position einer Substrat-Notwendigkeit. Sein reistisches Argument postuliert, dass jede Operation zwingend einen substanziellen „Operateur“ benötige, womit er die prozessuale Maxime esse sequitur operari (das Sein folgt dem Wirken) als metaphysisch unmöglich zurückweist. Er stützt sich dabei auf die Intuition, dass Arbeit ohne einen Arbeiter undenkbar sei.
Die zentralen Streitpunkte dieser Replik umfassen:
- Die Dekonstruktion der statischen Substanz zugunsten einer dynamischen Stabilitätsleistung.
- Das Primat des Werdens gegenüber dem reistischen Postulat des „Operateurs“.
- Die Revision der klassischen Materialität durch die Erkenntnisse der Quantenfeldtheorie.
- Die Auflösung der Substrat-Notwendigkeit innerhalb prozessualer Holoarchien.
2. Die Illusion des Statischen: Stabilität als dynamische Leistung
In der traditionellen „Folk-Ontologie“ (deskriptive Ontologie nach Kanzian) erscheinen uns Dinge als zeitlich persistente Träger von Eigenschaften. Die Prozessphilosophie hingegen fungiert als „Revisionary Ontology“, die unter die Oberfläche dieser Intuition blickt. Aus Sicht eines Whitehead’schen „Relationalen Realismus“ sind „Dinge“ lediglich „langsame Prozesse“. Stabilität ist hier keine ontologische Gegebenheit, sondern das Resultat einer kontinuierlichen, internen Dynamik.
Consul wendet zu Recht ein, dass namhafte Substanzontologen wie Leibniz die Aktivität bereits in das Wesen der Substanz integriert haben oder dass John Heil den Universums-Atomismus (die Welt als eine einzige Substanz) vertritt. Doch auch hier bleibt die Substanz ein logisches Substrat, dem Eigenschaften lediglich „inhärieren“. Die Prozessmetaphysik geht weiter: Whiteheads „actual entities“ begreifen das Einzelwesen nicht als Träger des Wandels, sondern als den Wandel selbst. Was wir als „einfache Substanz“ (Heil) oder „mereologisches Atom“ wahrnehmen, kann aus prozessphilosophischer Sicht als ein stabiles energetisches Muster verstanden werden, das sich in jedem Moment neu konstituiert.
Substanz-Modell (Substrat-Ontologie)
- Eigenschaftstragende Substanzen
- Der Akteur ist Voraussetzung der Handlung.
- Stabilität als passives Beharren (Statik)
- Metrische Struktur von Objekten
- Ereignisse (actual entities) in Relation
- Sein entsteht aus prozessualer Wirksamkeit.
- Stabilität als dynamische, energetische Leistung
- Topologische Struktur von Relationen
3. Arbeiter vs. Arbeit: Das Primat des Werdens
Consuls Einwand, dass es ohne einen „Arbeiter“ keine „Arbeit“ geben könne, ist ein klassisches Beispiel für die Verdinglichung unserer Sprache. Die metaphysische Herausforderung besteht darin, den „Operator“ nicht als vor-existentes Substrat zu denken, sondern als ein funktionales Muster.
Mithilfe von Mark Bickhards „Interaktivismus“ lässt sich argumentieren, dass der vermeintliche „Arbeiter“ selbst ein hochkomplexes, stabiles Geflecht von Prozessen ist, die sich durch ihre Tätigkeit selbst erhalten. Es gibt keinen Arbeiter hinter der Arbeit; der Arbeiter ist die organisierte Arbeit. Whiteheads Konzept des „Werdens“ (Becoming) radikalisiert dies: Jede Entität ist eine „Concrescence“ – ein Zusammenwachsen von Relationen.
Die strategische Konsequenz: Wenn wir die Dualität von Sein und Tun aufgeben, verschwindet das Problem der „leeren Substanz“. Ein System existiert nur so lange, wie es interagiert. Diese Sichtweise befreit uns von der Suche nach einem unteilbaren Kern und erlaubt es uns, Identität als die fortwährende Selbst-Reproduktion eines Musters zu begreifen. Dies weist bemerkenswerte Berührungspunkte mit Entwicklungen der modernen Physik auf.
4. Physik der Felder: Materie ohne Materialismus
Das klassische „Bauklötzchen-Modell“ erscheint aus Sicht vieler moderner physikalischer Ansätze als unzureichend. Die Physik hat sich in weiten Bereichen von der Vorstellung isolierter Objekte hin zu Beschreibungen bewegt, in denen Felder, Wechselwirkungen und Relationen eine zentrale Rolle spielen. Wie Hans-Peter Dürr prägnant formulierte: „Materie ist nicht aus Materie aufgebaut.“
Die prozessphilosophische Kritik am substanziellen Substrat stützt sich insbesondere auf drei Beobachtungen:
- Welle-Teilchen-Dualismus: Elementarteilchen (selbst komplexe Buckyballs) zeigen Welleneigenschaften und Interferenzmuster. Sie sind nicht einfach als lokal begrenzte Objekte beschreibbar, sondern weisen Eigenschaften auf, die sich nur im Rahmen quantenphysikalischer Wahrscheinlichkeitsstrukturen verstehen lassen.
- Quantenfeldtheorie: In der Quantenfeldtheorie gelten Felder als grundlegende Bestandteile der physikalischen Beschreibung. Materielle Teilchen erscheinen als lokale Anregungen dieser Felder. Für Prozessphilosophen legt dies eine Ontologie nahe, in der Relationen und Dynamiken grundlegender sind als isolierte Dinge.
- Energie-Zeit-Äquivalenz: Materie und Energie sind ineinander überführbar. Dürr definiert die Wirklichkeit über das „Wirk“, wobei die physikalische Wirkung der Formel Wirkung = Energie × Zeit folgt. Aus prozessphilosophischer Sicht spricht dies gegen das Bild einer vollständig passiven, trägen Materie.
5. Die Wirbel-Analogie: Substrat oder Struktur?
Consuls Analogie des Wirbels im Wasser – „Ohne Wasser kein Wirbel“ – scheint intuitiv bestechend, erweist sich jedoch bei genauerer Analyse als mehrdeutig. In einer Holoarchy (nach Stein/Wilber) ist das „Wasser“ selbst kein statisches Substrat, sondern ein geschachteltes System von Prozessen (Moleküle, Atome, Quantenfelder). Der Wirbel ist ein Prozess innerhalb eines Prozesses, ein „Holon“ in einem dynamischen Gefüge.
Ross Stein erweitert diesen Gedanken für die Biologie: Moleküle sind keine unveränderlichen Objekte, sondern Prozesse mit der Kapazität für subjektive Erfahrung. Die Entstehung des Lebens (Abiogenese) erscheint dann nicht als Übergang von völlig toter Materie zu etwas grundlegend Anderem, sondern als Emergenz neuer Organisationsformen innerhalb eines bereits dynamischen Naturgeschehens.
Hier greift der „Causal Joint“ (das kausale Gelenk): Gott wird im prozessphilosophischen Sinne als diejenige Entität begriffen, die einen „Initial Aim“ (ein Zielangebot) bereitstellt. Er wirkt nicht durch mechanischen Zwang, sondern als ein energetischer „Lure“ (Lockmittel), der die Energieverteilung im System so beeinflusst, dass komplexere, wertvollere Strukturen – wie selbstreplizierende katalytische Moleküle (SRCMs) – entstehen können, ohne physikalische Gesetze zu verletzen.
Die strategische Konsequenz: Materie erscheint nicht als bloß passiv-träge, sondern als Träger von Selbstorganisationspotenzialen. Der Übergang von der Chemie zur Biologie kann dann als Fortsetzung zunehmender organisatorischer Komplexität verstanden werden.
6. Synthese: Warum Prozessdenken die Antwort ist
Die Prozessphilosophie beansprucht, eine kohärente Erklärung für Evolution, Geist und Leben bereitzustellen, ohne auf dualistische Hilfskonstrukte zurückgreifen zu müssen. Während die Substanzontologie vielfach von beständigen Trägern ausgeht, interpretiert das Prozessdenken die Welt von vornherein als ein Geflecht aus energetischer Vitalität und relationaler Erfahrung.
Die Replik an Consul lautet daher: Die Stabilität der Welt muss nicht als Eigenschaft unveränderlicher Dinge verstanden werden, sondern kann als Resultat unaufhörlicher, koordinierter Prozesse aufgefasst werden. Die Wirklichkeit erscheint dann weniger als ein Bestand von Seiendem denn als ein fortlaufendes Geschehen.
„Die Realität besteht nicht aus statischen Substanzen, die in Beziehungen treten, sondern aus dynamischen Relationen, die in ihrer Verschränkung die Erfahrung von Beständigkeit hervorbringen. Wir bewohnen kein Universum der Bauklötze, sondern eine schöpferische Holoarchie, in der Materie kondensierte Energie und das Sein der flüchtige Schatten des Wirkens ist. In dieser prozessualen Wirklichkeit ist Gott der energetische Lockruf zur Komplexität, und das Leben die Antwort der Materie auf diesen Ruf.“
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Timberlake
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" .. aus dynamischen Relationen" - doch gleich von was?
Ich frage das vor dem Hintergrund, dass es uns und unsere dynamischen Relationen doch sicherlich nur deshalb gibt, weil unser aller Körper aus statischen Substanzen bestehen, wie sie in den Sternen erbrütet wurden.
C3PO hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 07:46Perspektivwechsel: Eine prozessphilosophische Replik auf die Substanzontologie
1. Einleitung: Die ontologische Weggabelung
Die Auseinandersetzung zwischen Substanzontologie und Prozessphilosophie markiert die fundamentale strategische Weggabelung der zeitgenössischen Metaphysik. Es handelt sich hierbei nicht um eine semantische Marginalie, sondern um die Entscheidung darüber, wie wir die Konstitution von Materie, die Emergenz des Lebens und die Struktur der physikalischen Gesetze begreifen. Während die klassische Sichtweise die Welt als eine Ansammlung von beharrenden Objekten interpretiert, die lediglich akzidentiellen Wandlungen unterworfen sind, schlägt die Prozessphilosophie einen radikalen Perspektivwechsel vor: Die Realität ist kein Zustand, sondern ein Geschehen.
In der vorliegenden Debatte vertritt „Consul“ die Position einer Substrat-Notwendigkeit. Sein reistisches Argument postuliert, dass jede Operation zwingend einen substanziellen „Operateur“ benötige, womit er die prozessuale Maxime esse sequitur operari (das Sein folgt dem Wirken) als metaphysisch unmöglich zurückweist. Er stützt sich dabei auf die Intuition, dass Arbeit ohne einen Arbeiter undenkbar sei.
Was stellen denn diese statischen Substanzen dar, wenn nicht genau das, was Consuls reistisches Argument postuliert, dass jede Operation (in unserem Körper) zwingend einen substanziellen „Operateur“ (Elemente, die in Sternen erbrütet wurden) benötigt?
Zuletzt geändert von Timberlake am Di 2. Jun 2026, 13:00, insgesamt 1-mal geändert.
Lieber Timberlake, deine Frage „Relationen von was?“ trifft genau den Kern des Problems, den viele Menschen mit der Prozessmetaphysik haben. Dein Einwand – dass es doch erst einmal „Dinge“ geben muss, damit diese in Beziehung treten können – wird in der Philosophie oft als der „Mythos der Substanz“ oder der „Substanz-Bias“ bezeichnet.
Hier ist die Antwort, wie der Relationale Realismus und die Prozessphilosophie dein Beispiel der „in Sternen erbrüteten Substanzen“ erklären:
1. Relationen von Relationen (Kein „Boden“ aus Bauklötzen)
Die klassische Sichtweise besagt: Erst kommt das Objekt, dann die Relation. Der Relationale Realismus (wie ihn etwa Michael Epperson vertritt) dreht das um: Objekte und Relationen sind gegenseitig implikativ. Das bedeutet, ein Objekt ist nichts anderes als das Netzwerk seiner logisch-physikalischen Relationen.
Auf deine Frage „von was?“ antwortet diese Theorie: Es sind Relationen von Relationen. Wenn wir tief in die Materie schauen, finden wir keine massiven Kügelchen mehr, sondern Quantenfelder. Ein Teilchen ist in diesem Bild lediglich eine lokale Anregung eines Feldes – also ein Prozess. Es gibt keinen „statischen Kern“, der die Relationen trägt; die Stabilität entsteht erst durch die Verschränkung dieser dynamischen Abläufe.
2. Die Sternenmaterie als „stabiler Prozess“
Du hast recht: Unsere Körper bestehen aus Elementen, die in Sternen entstanden sind. Aber aus Sicht der Prozessbiologie (z. B. John Dupré oder Anne Sophie Meincke) sind auch diese Atome keine „statischen Substanzen“, sondern extrem stabile Energie-Muster.
Besonders bei unseren Körpern wird deutlich, warum die Substanz-Idee hinkt:
Die „statischen Substanzen“ aus den Sternen sind in dieser Sichtweise nur die langsamsten und stabilsten Wirbel im Fluss der Welt. Es gibt kein „Etwas“, das unabhängig von seinem Tun existiert. Die Welt ist kein Lagerhaus voller Dinge, sondern ein Geflecht von Geschehnissen.
Hier ist die Antwort, wie der Relationale Realismus und die Prozessphilosophie dein Beispiel der „in Sternen erbrüteten Substanzen“ erklären:
1. Relationen von Relationen (Kein „Boden“ aus Bauklötzen)
Die klassische Sichtweise besagt: Erst kommt das Objekt, dann die Relation. Der Relationale Realismus (wie ihn etwa Michael Epperson vertritt) dreht das um: Objekte und Relationen sind gegenseitig implikativ. Das bedeutet, ein Objekt ist nichts anderes als das Netzwerk seiner logisch-physikalischen Relationen.
Auf deine Frage „von was?“ antwortet diese Theorie: Es sind Relationen von Relationen. Wenn wir tief in die Materie schauen, finden wir keine massiven Kügelchen mehr, sondern Quantenfelder. Ein Teilchen ist in diesem Bild lediglich eine lokale Anregung eines Feldes – also ein Prozess. Es gibt keinen „statischen Kern“, der die Relationen trägt; die Stabilität entsteht erst durch die Verschränkung dieser dynamischen Abläufe.
2. Die Sternenmaterie als „stabiler Prozess“
Du hast recht: Unsere Körper bestehen aus Elementen, die in Sternen entstanden sind. Aber aus Sicht der Prozessbiologie (z. B. John Dupré oder Anne Sophie Meincke) sind auch diese Atome keine „statischen Substanzen“, sondern extrem stabile Energie-Muster.
- Energie-Senken-Stabilität: Ein Atom ist stabil, weil es sich in einem Zustand minimaler Energie befindet (einem „energy well“). Es wirkt auf uns nur deshalb statisch, weil die Prozesse, aus denen es besteht, auf unserer Zeitskala so unglaublich zuverlässig ablaufen.
- Die Wirbel-Analogie: Nicholas Rescher nutzt oft das Bild eines Wirbels in einem Fluss. Der Wirbel ist ein erkennbares „Ding“, aber er besteht zu 100 % aus fließendem Wasser. Die „Substanz“ (das Atom) ist also keine Voraussetzung für den Prozess, sondern selbst ein hochgradig stabilisierter Prozess.
Besonders bei unseren Körpern wird deutlich, warum die Substanz-Idee hinkt:
- Ständiger Austausch: Dein Körper tauscht fortlaufend einen großen Teil seiner Materie aus. Wenn Identität an einer unveränderlichen materiellen Substanz hinge, wäre schwer zu erklären, worin die Kontinuität des Organismus besteht.
- Metabolismus: Ein Organismus ist eine autopoietische Organisation. Er existiert nur deshalb als „beständiges Ding“, weil er ununterbrochen Energie und Materie verarbeitet. In der Prozessphilosophie gilt das Motto „esse sequitur operari“ (das Sein folgt dem Handeln): Wir „sind“ nicht erst und treten dann in Beziehung, sondern wir existieren überhaupt nur durch den fortlaufenden Prozess der Interaktion mit unserer Umwelt.
Die „statischen Substanzen“ aus den Sternen sind in dieser Sichtweise nur die langsamsten und stabilsten Wirbel im Fluss der Welt. Es gibt kein „Etwas“, das unabhängig von seinem Tun existiert. Die Welt ist kein Lagerhaus voller Dinge, sondern ein Geflecht von Geschehnissen.
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Timberlake
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Lieber C3PO, du hast recht: auch diese Atome sind keine „statischen Substanzen“, sondern extrem stabile Energie-Muster. Nur treten sie in den Prozessen so auf, als wären sie statisch. Das müssen sie auch, damit diese Prozesse überhaupt erst zustande kommen können. Ich meine, versuche mal ein Haus zu bauen, bei dem die Bauklötzchen nicht, wie bei Lego aus festen Kunststoff, sondern aus Knetmasse besteht.C3PO hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 13:00
2. Die Sternenmaterie als „stabiler Prozess“
Du hast recht: Unsere Körper bestehen aus Elementen, die in Sternen entstanden sind. Aber aus Sicht der Prozessbiologie (z. B. John Dupré oder Anne Sophie Meincke) sind auch diese Atome keine „statischen Substanzen“, sondern extrem stabile Energie-Muster.
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑Fr 29. Mai 2026, 07:34Es ist die Frage, ob diese Selbsterhaltung bereits in Teilchen - Atome - Moleküle hervortritt. Diese Eigenschaft der Selbsterhaltung erfordert zusätzlich das besonders strukturierte Zusammenwirkung dieser Teilchen.Timberlake hat geschrieben : ↑Do 28. Mai 2026, 22:39Übrigens in dem das, was Wille heißt, auch in Teilchen – Atome – Moleküle hervortritt, so gehe ich einmal davon, dass die Selbsterhaltung nach Ansicht von Schopenhauer selbst dort anzutreffen ist. Was, wenn man denn keinen Schnitt zwischen "Teilchen – Atome – Moleküle" und "Zellen – Organismen – Gesellschaft" machen will, eigentlich nur folgerichtig wäre.
Auch die Selbsterhaltung dieser Prozesse erfordert übrigens, das strukturierte Zusammenwirkung solcher Teilchen.
Wenn es hier heißt "Die Ebenen enthalten die gleichen grundlegenden physikalischen Elemente .." so würde ich demzufolge das Grundlegende darin festmachen wollen, dass diese Elemente , obgleich sicherlich nicht selbst aus statischen Substanzen bestehen, aber auf diesen Ebenen so funktionieren. Ja mehr noch, so funktienieren müssen. Elemente, die auf ihrer Ebene wiederum aus statischen Substanzen bestehen müssen, damit sie funktionieren. Wie auch diese statischen Substanzen selbst sicherlich nicht aus statischen Substanzen bestehen u.s.w. , u.s.w ....Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität
8. UNIVERSALE SYSTEMEBENEN: Ein neues Konzept, das Konzept der universalen
Systemebenen wurde entwickelt. Die Ebenen enthalten die gleichen grundlegenden
physikalischen Elemente, und jede Ebene ist allumfassend. Daher sind die
grundlegenden Vorgänge alle gleich, und verlaufen synchron auf jeder Ebene. Die
ebenenspezifischen Objekte und Abläufe werden symbolisch dargestellt. Die Ebenen
unterscheiden sich in der Gruppierung der Elemente, die mit ebenenspezifischen
Symbolen dargestellt werden, und ihre Eigenschaften veranschaulichen. Die
grundlegenden Abläufe sind laut Hypothese des reduktiven Physikalismus immer rein
physikalisch, und finden identisch in jeder Ebene statt. Da alle Ebenen durch Identität
verbunden sind, bedarf es keiner weiteren Kopplung der Ebenen.
Zuletzt geändert von Timberlake am Di 2. Jun 2026, 14:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Die Prozess Philosophie sehe ich genauso wie die Substanz Ontologie als Modell an, um die Realität verstehbar zu machen und ein möglichst gutes Abbild von ihr zu erhalten.
Wie die Realität an sich ist, ist nicht erfassbar, aber wir sind in der Lage ausgezeichnete Modelle zu schaffen, die die Realität immer besser abbilden, und sie verhelfen uns dazu, möglichst gut mit der Realität zurecht zu kommen. Die Erfolge in der Technik, in der Medizin beweisen es.
Welches Modell für uns hilfreich ist, hängt davon ab was wir abbilden wollen. Deshalb werden die Methoden in der Physik, Chemie, Biologie, Zoologie, Soziologie, Politik völlig unterschiedlich sein.
Bei jedem neuen Modell ist sicherlich auch Kritik angesagt. So zum Beispiel von:
Dagegen lässt sich für diesen Prozess gut argumentieren:
Wie die Realität an sich ist, ist nicht erfassbar, aber wir sind in der Lage ausgezeichnete Modelle zu schaffen, die die Realität immer besser abbilden, und sie verhelfen uns dazu, möglichst gut mit der Realität zurecht zu kommen. Die Erfolge in der Technik, in der Medizin beweisen es.
Welches Modell für uns hilfreich ist, hängt davon ab was wir abbilden wollen. Deshalb werden die Methoden in der Physik, Chemie, Biologie, Zoologie, Soziologie, Politik völlig unterschiedlich sein.
Bei jedem neuen Modell ist sicherlich auch Kritik angesagt. So zum Beispiel von:
Dieses Verständnis dürfte in Richtung Panpsychismus deuten, wobei es aus meiner Sicht bessere Modelle für das Verständnis des Lebens und des Bewusstseins gibt.C3PO hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 07:46Ross Stein erweitert diesen Gedanken für die Biologie: Moleküle sind keine unveränderlichen Objekte, sondern Prozesse mit der Kapazität für subjektive Erfahrung. Die Entstehung des Lebens (Abiogenese) erscheint dann nicht als Übergang von völlig toter Materie zu etwas grundlegend Anderem, sondern als Emergenz neuer Organisationsformen innerhalb eines bereits dynamischen Naturgeschehens.
Dagegen lässt sich für diesen Prozess gut argumentieren:
Wie erfolgreich ein Modell letztendlich ist werden wir daran sehen, welchen Beitrag es für unser Leben liefern kann. Daran wird jedes Modell und somit auch die Prozessphilosophie gemessen werden.C3PO hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 13:00Besonders bei unseren Körpern wird deutlich, warum die Substanz-Idee hinkt:
- Ständiger Austausch: Dein Körper tauscht fortlaufend einen großen Teil seiner Materie aus. Wenn Identität an einer unveränderlichen materiellen Substanz hinge, wäre schwer zu erklären, worin die Kontinuität des Organismus besteht.
- Metabolismus: Ein Organismus ist eine autopoietische Organisation. Er existiert nur deshalb als „beständiges Ding“, weil er ununterbrochen Energie und Materie verarbeitet. In der Prozessphilosophie gilt das Motto „esse sequitur operari“ (das Sein folgt dem Handeln): Wir „sind“ nicht erst und treten dann in Beziehung, sondern wir existieren überhaupt nur durch den fortlaufenden Prozess der Interaktion mit unserer Umwelt.
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Die Erfolge in der Technik, in der Medizin beweisen nicht, dass die Realität an sich nicht erfassbar ist, oder? (Eher im Gegenteil, oder?)Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 14:04Wie die Realität an sich ist, ist nicht erfassbar, aber wir sind in der Lage ausgezeichnete Modelle zu schaffen, die die Realität immer besser abbilden, und sie verhelfen uns dazu, möglichst gut mit der Realität zurecht zu kommen. Die Erfolge in der Technik, in der Medizin beweisen es.
Die Idee mit den Modellen hat einen Haken. Modelle sind ihrerseits etwas Reales. Wenn wir die Realität an sich nicht erkennen können, dann notwendigerweise auch nicht die Modelle, die wir machen. Dann müssten wir uns Modelle der Modelle machen, woraufhin das gleiche Problem wieder entsteht. Was in einen Regress führt!
Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
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Anbei einige Begriffe, so wie ich sie verwende, und so wie wir sie auch in Zusammenhang mit früheren Diskursen verwendet haben:Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 14:19
Die Erfolge in der Technik, in der Medizin beweisen nicht, dass die Realität an sich nicht erfassbar ist, oder? (Eher im Gegenteil, oder?)
Die Idee mit den Modellen hat einen Haken. Modelle sind ihrerseits etwas Reales. Wenn wir die Realität an sich nicht erkennen können, dann notwendigerweise auch nicht die Modelle, die wir machen. Dann müssten wir uns Modelle der Modelle machen, woraufhin das gleiche Problem wieder entsteht. Was in einen Regress führt!
W(r) = Welt an sich: eine einzige, einheitliche „noumenale Welt“, auf der alles aufbaut
W(i) = phänomänale Welt: eine „phänomenale Welt“, die wir jeder individuell und unmittelbar durch unsere Wahrnehmung von Phänomenen erfahren
W(z)= kollektive Welt: verschiedene Gruppen, auch wissenschaftliche, wie sie die Welt interpretieren, wie die Menschen innerhalb einer bestimmten „sprachbenutzenden Gruppe“ durch das Erlernen, Verwenden und Anpassen der Sprache dieser Gruppe die Welt erfahren
W(r) ist für uns nicht erkennbar. Ein Bezug zum Höhlengleichnis von Platon wäre möglich. Mit unseren Sinnen erfassen wir W(i). Und W(z) ist die Welt so wie wir sie interpretieren, und dies mit den unterschiedlichsten Methoden. Dazu gehören auch Modelle.
Wir können von W(r) mittels W(i) und vor allem auch mit W(z) hilfreiche und brauchbare Abbilder machen, damit wir uns in W(r) zurechtfinden können.
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Wenn wir die Welt deiner Ansicht nach nicht so erkennen können, wie sie an sich selbst ist, woher weißt du dann, dass es sich so verhält? Damit beanspruchst du schließlich ein Wissen, das du gemäß deiner eigenen Sicht gar nicht haben kannst.
Und woher weißt du von der von dir vorgelegten Aufteilung? W(r), W(i), W(z).
Das (Regress-)Argument mit dem Modell ist damit übrigens auch noch nicht vom Tisch. Ebenso wenig ist der Punkt vom Tisch, dass der Fortschritt, beispielsweise in den Naturwissenschaften, den du erwähnt hast, eher dafür spricht, dass wir die Wirklichkeit durchaus erkennen können.
Wohin gehören eigentlich die ganzen anderen Lebewesen und ihre Verknüpfung mit der Möglichkeit?
Und woher weißt du von der von dir vorgelegten Aufteilung? W(r), W(i), W(z).
Das (Regress-)Argument mit dem Modell ist damit übrigens auch noch nicht vom Tisch. Ebenso wenig ist der Punkt vom Tisch, dass der Fortschritt, beispielsweise in den Naturwissenschaften, den du erwähnt hast, eher dafür spricht, dass wir die Wirklichkeit durchaus erkennen können.
Wohin gehören eigentlich die ganzen anderen Lebewesen und ihre Verknüpfung mit der Möglichkeit?
Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
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Weil wir uns in der Welt zurechtfinden. Auch wenn wir die Welt an sich nicht erkennen, so haben wir doch gute Abbilder von der Welt, mit denen wir uns in der Welt zurechtfinden. Die Fledermaus erlebt phänomenal die Welt so, dass sie sich in der Welt zurechtfindet. Und wieder völlig anders erlebt der Sternmull die Welt. Jede Klasse der Tierwelt und auch wir Menschen erleben die Welt phänomenal anders, und haben eigene Fähigkeiten und Methoden entwickelt, um uns in der Welt zurecht zu finden. Das ist aus meiner Sicht ein klarer Beweis, dass es sich auch tatsächlich so verhält. Aber ich glaube es wäre vermessen, wenn irgendjemand für sich beansprucht, die Welt an sich zu erkennen.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 17:31Wenn wir die Welt deiner Ansicht nach nicht so erkennen können, wie sie an sich selbst ist, woher weißt du dann, dass es sich so verhält? Damit beanspruchst du schließlich ein Wissen, das du gemäß deiner eigenen Sicht gar nicht haben kannst.
Das hab ich aus einem Essay aus Academia.edu und dem daraus folgenden Schriftverkehr.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 17:31Und woher weißt du von der von dir vorgelegten Aufteilung? W(r), W(i), W(z).
Dass wir so gute Fortschritte in der Technik und Medizin haben, habe ich als Argument angeführt, dass wir uns so gut zurechtfinden. Aber wir haben noch lange nicht alles erkannt, und alles werden wir auch nie erkennen. Ich glaube wir haben unterschiedliche Auffassungen von der Wirklichkeit. Dein Begriff erscheint mir zu undifferenziert. Was meinst du wirklich mit Wirklichkeit? Wenn alles Wirklichkeit ist, hilft uns dieser Begriff nicht weiter im Verständnis der Welt. Eine Differenzierung z.B. in W(r), iW(i) und W(z) kann einen Beitrag zum modellhaften Verstehen liefern.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 17:31Ebenso wenig ist der Punkt vom Tisch, dass der Fortschritt, beispielsweise in den Naturwissenschaften, den du erwähnt hast, eher dafür spricht, dass wir die Wirklichkeit durchaus erkennen können.
In der Praxis arbeiten viele Wissenschaftler mit Modellen, und sind damit äußerst erfolgreich. Damit erübrigt sich für mich die Diskussion über die Sinnhaftigkeit von ModellenJörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 17:31Das (Regress-)Argument mit dem Modell ist damit übrigens auch noch nicht vom Tisch.
Ist nach meiner Meinung mit oben beantwortet.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 17:31Wohin gehören eigentlich die ganzen anderen Lebewesen und ihre Verknüpfung mit der Möglichkeit?
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Ganz meiner Meinung.Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : ↑Di 2. Jun 2026, 15:47
Anbei einige Begriffe, so wie ich sie verwende, und so wie wir sie auch in Zusammenhang mit früheren Diskursen verwendet haben:
W(r) = Welt an sich: eine einzige, einheitliche „noumenale Welt“, auf der alles aufbaut
W(i) = phänomänale Welt: eine „phänomenale Welt“, die wir jeder individuell und unmittelbar durch unsere Wahrnehmung von Phänomenen erfahren
W(z)= kollektive Welt: verschiedene Gruppen, auch wissenschaftliche, wie sie die Welt interpretieren, wie die Menschen innerhalb einer bestimmten „sprachbenutzenden Gruppe“ durch das Erlernen, Verwenden und Anpassen der Sprache dieser Gruppe die Welt erfahren
W(r) ist für uns nicht erkennbar. Ein Bezug zum Höhlengleichnis von Platon wäre möglich. Mit unseren Sinnen erfassen wir W(i). Und W(z) ist die Welt so wie wir sie interpretieren, und dies mit den unterschiedlichsten Methoden. Dazu gehören auch Modelle.
Wir können von W(r) mittels W(i) und vor allem auch mit W(z) hilfreiche und brauchbare Abbilder machen, damit wir uns in W(r) zurechtfinden können.
C3PO hat geschrieben : ↑Do 28. Mai 2026, 11:54
5. Der Beziehungs-Realismus: Warum alles mit allem zusammenhängt
Oft denken wir: Erst kommen die Dinge (wie Billardkugeln) und dann stoßen sie zusammen (die Beziehung). Der Relationale Realismus (nach Epperson und Zafiris) dreht das Ganze radikal um: Die Beziehungen sind das Fundament.
Hier hilft uns der Unterschied zwischen Metrik und Topologie.
* Die Metrik (das LEGO-Denken) fragt: „Wie groß ist das Teil? Wie viel wiegt es? Aus wie viel Stoff besteht es?“
* Die Topologie fragt: „Wie ist es vernetzt? Wo liegt es im Geflecht der Beziehungen?“
Stell dir eine Landkarte vor. Die Metrik misst die Kilometer zwischen Städten. Die Topologie aber schaut auf die Linien des U-Bahn-Netzes. Ohne die Verbindungen ergibt die einzelne Station keinen Sinn. In der Quantenphysik ist es genauso: „Teilchen“ sind eigentlich nur Knotenpunkte in einem Netzwerk. Nicht die Objekte bilden die Geschichte, sondern die Geschichte der Ereignisse bringt die „Objekte“ erst hervor.
Altes Denken vs. Relationales Denken
Altes Denken (Metrik/Substanz) | Relationales Denken (Topologie/Prozess)
Altes Denken (Metrik/Substanz) | Relationales Denken (Topologie/Prozess)
Objekte existieren zuerst. | Beziehungen existieren zuerst.
Die Welt ist ein Haufen Teile.| Die Welt ist ein verbundenes Netzwerk.
Veränderung ist eine Ausnahme. | Veränderung ist der Normalzustand.
Fokus auf: „Woraus besteht es?“ | Fokus auf: „Wie ist es verbunden?“
Du bist wer du bist, weil du liebst, handelst und in Beziehung stehst – nicht wegen der Kohlenstoffatome in deinen Knochen.
und damit wir mittels W(i) und vor allem auch mit W(z) uns hilfreiche und brauchbare Abbilder von W(r) machen und vor allem uns auch in W(r) zurechtfinden können, braucht es meiner Meinung nach beides. Die Metrik (das LEGO-Denken), die fragt: „Wie groß ist das Teil? Wie viel wiegt es? Aus wie viel Stoff besteht es?“ und die * Die Topologie, die fragt: „Wie ist es vernetzt? Wo liegt es im Geflecht der Beziehungen?“.
Stell dir eine Landkarte vor. Die Metrik misst die Kilometer zwischen Städten. Die Topologie schaut auf die Linien des U-Bahn-Netzes. Das Eine ohne das Andere ergibt keinen Sinn.
Du bist, wer du bist, weil du liebst, handelst und in Beziehung stehst und das auch wegen der Kohlenstoffatome in deinen Knochen.