Prozess-Ontologie

Aspekte metaphysischer Systementwürfe und der Ontologie als einer Grunddisziplin der theoretischen Philosophie können hier diskutiert werden.
Timberlake
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Sa 6. Jun 2026, 14:27

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 08:56
Genau das ist es, was uns Bernd Lindemann in seiner Systemtheorie nahe bringen will, dass wir zwar aus Verständnisgründen komplexe Modelle im Stufenbau benötigen, um Erklärungsmodell liefern zu können, aber tatsächlich finden alle Vorkommnisse in der aller untersten Schicht, der ultimativen Nullebene statt. So kann auch eine der am meisten diskutierten Fragen der Physik, wie etwas Mentales auf etwas Körperliches wirken kann, gelöst werden. Mentales findet tatsächlich statt, aber eben auf der ultimativen Nullebene.
Du willst uns doch damit wohl sicherlich nicht andeuten, dass in Umkehrung dessen, damit zugleich die am meisten diskutierte Frage der Philosophie gelöst werden kann, wie etwas Mentales aus etwas Körperliches entsteht?

Wo wir schon mal dabei sind also, so "Rudolf Pirnbacher", das Mentales tatsächlich stattfindet, aber eben auf der ultimativen Nullebene, dazu nur mal zur Erinnerung, was sich meiner Meinung nach dafür anbietet .. .
Timberlake hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 23:36
Substanz in diesem Sinne, also das der Begriff Substanz – grob gesagt – das selbstständig Seiende, also das, was z.b. nicht bloß die Eigenschaft von etwas anderem ist, gibt es allerdings nur dann nicht, wenn sich Dinge jeweils unendlich aus Eigenschaften von etwas anders ableiten lassen.

Übersicht mit KI
Als kleinstes unteilbares Teilchen gilt heute das Elementarteilchen. Nach dem Standardmodell der Teilchenphysik sind diese Bausteine nicht weiter aus kleineren Einheiten zusammengesetzt und haben keine räumliche Ausdehnung.

Die fundamentalen Bausteine der Materie
Unsere gesamte bekannte Materie besteht im Wesentlichen aus nur drei dieser unteilbaren Teilchen
  • Quarks: Sie bilden die Bausteine für Protonen und Neutronen im Atomkern. Es gibt sechs verschiedene Arten (unter anderem Up-Quark und Down-Quark)
  • Elektronen: Sie umkreisen den Atomkern und sind maßgeblich für chemische Verbindungen und elektrischen Strom verantwortlich. Sie gehören zur Familie der Leptonen


Was zumindest nach dem derzeitigen Standardmodell der Teilchenphysik, wonach es kleinste unteilbare Teilchen gibt, allerdings ausgeschlossen werden kann. Wie denn auch, wenn diese Teilchen keine räumliche Ausdehnung haben. Womit sich allerdings für mich, der kein Teilchenphysiker ist, die Frage stellt, wie daraus etwas unselbstständig Seiendes werden kann, das eine räumliche Ausdehnung hat.
Um an dieser Stelle zugleich auf Aristoteles aufmerksam zu machen ...
Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 07:55
Timberlake hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 15:10
So einfach lassen sich Prozess-Ontologie und Substanz-Ontologie unter einem Hut bringen. Wenn man den Substanz- und den Prozessbegriff, im aristotelischen Sinn und nicht zu vergessen (wie ich einmal annehme) im Sinn von Rudolf Pirnbacher interpretiert.
"In der Ontologie des Aristoteles sind Prozesse keine fundamentalen Entitäten, sondern vielmehr Modifikationen, Tätigkeiten oder Übergänge von Primärsubstanzen. Im Gegensatz zur modernen Prozessphilosophie – die postuliert, dass die Welt aus fließenden Ereignissen besteht – basiert das System des Aristoteles fest auf dem Substanzbegriff. Für ihn sind stabile Dinge (wie ein Mensch, ein Pferd oder ein Baum) die primären Realitäten, und „Prozesse“ sind schlicht das, was diese Substanzen tun oder was ihnen widerfährt.

Quelle: Google KI [übersetzt aus dem Englischen von Google]
So wie demzufolge diese kleinsten unteilbaren Teilchen, meiner Meinung nach, exemplarisch für das stehen, was nach Ansicht von Aristoteles Primärsubstanzen sind ...
Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 13:52
Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 08:18
Jawohl, wobei ich als ontologischer Reduktionist denke, dass es keine Ebenen oder Schichten des Seins/der Wirklichkeit im Sinn des ontologischen Emergentismus gibt, sondern nur semiologische (auf Zeichen oder Repräsentationen bezogene) Ebenen oder Schichten der "Begreifung" (Begriffsbildung), Beschreibung und Erklärung des Seins/der Wirklichkeit. Das heißt, Systeme und Mechanismen als Ganzheiten befinden sich und operieren auf derselben Seinsebene—welche die einzige Seinsebene ist—wie ihre fundamentalen Teile (Elemente/Komponenten).
Aus der Sicht des ontologischen Reduktionismus ist das vertikale Basis-Überbau-Modell des ontologischen Emergentismus falsch, weil es keine Überbauten oberhalb der Grundebene gibt.
Nur eben mit dem Unterschied, dass für Aristoteles Substanzen die Basis der Prozesse und deshalb die Prozesse nur der Überbau der Substanzen sind.
... und zwar die Basis der "darüber" hinaus stattfindenden Prozesse.




Rudolf Pirnbacher
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Sa 6. Jun 2026, 21:23

Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 14:27
Du willst uns doch damit wohl sicherlich nicht andeuten, dass in Umkehrung dessen, damit zugleich die am meisten diskutierte Frage der Philosophie gelöst werden kann, wie etwas Mentales aus etwas Körperliches entsteht?
Nein, das ist damit nicht gesagt, es ist eine Frage an der noch immer geforscht wird. Wenn auch zum „wie“ keine gesicherten Aussagen existieren, so gibt es doch zur Frage der Voraussetzungen schon recht gute Aussagen. Z.B. hat der Neurowissenschaftler Stanislas Dehaene mit den Signatur des Bewusstseins einen bewährten Ansatz gefunden.




Rudolf Pirnbacher
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Sa 6. Jun 2026, 21:43

Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 14:27
Wo wir schon mal dabei sind also, so "Rudolf Pirnbacher", das Mentales tatsächlich stattfindet, aber eben auf der ultimativen Nullebene, dazu nur mal zur Erinnerung, was sich meiner Meinung nach dafür anbietet .. .
Was auf der untersten Ebene stattfindet, also auf der ultimativen Nullebene, dazu kann ich wenig sagen. Meines Wissens wird weiterhin geforscht, wie Quarks und Elektronen genau zu verstehen sind. Für praxisnahe Anwendungen der Systemtheorie ist es allerdings nicht von besonderer Bedeutung wie die Komponenten der ultimativen Nullebene aussehen, zum Verständnis der weiter oben angesiedelten Ebenen können sie nur wenig bis gar nichts beitragen.




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Sa 6. Jun 2026, 23:06

Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 14:27
So wie demzufolge diese kleinsten unteilbaren Teilchen, meiner Meinung nach, exemplarisch für das stehen, was nach Ansicht von Aristoteles Primärsubstanzen sind ...
Primäre Substanzen sind Partikularien (Einzelwesen), wohingegen sekundäre Substanzen Universalien (Art-Universalien, Spezies, Genera) sind. Nach Aristoteles exemplifizieren/instanziieren alle Pferde als Partikularien die Art-Universalie Pferdheit.
Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 14:27
Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 13:52
Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 08:18
…Aus der Sicht des ontologischen Reduktionismus ist das vertikale Basis-Überbau-Modell des ontologischen Emergentismus falsch, weil es keine Überbauten oberhalb der Grundebene gibt.
Nur eben mit dem Unterschied, dass für Aristoteles Substanzen die Basis der Prozesse und deshalb die Prozesse nur der Überbau der Substanzen sind.
... und zwar die Basis der "darüber" hinaus stattfindenden Prozesse.
"Basis" im allgemeinen ontologischen Sinn von "Substrat" ("Unterlage", "Grundlage"): Substanzen sind die Substrate ihrer (dynamischen oder statischen) Attribute, was an sich (noch) nichts mit dem Emergentismus zu tun hat. Wenn eine komplexe Substanz emergente Attribute hat, dann ist sie deren Substrat.



"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding

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Sa 6. Jun 2026, 23:25

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 21:43
Was auf der untersten Ebene stattfindet, also auf der ultimativen Nullebene, dazu kann ich wenig sagen. Meines Wissens wird weiterhin geforscht, wie Quarks und Elektronen genau zu verstehen sind. Für praxisnahe Anwendungen der Systemtheorie ist es allerdings nicht von besonderer Bedeutung wie die Komponenten der ultimativen Nullebene aussehen, zum Verständnis der weiter oben angesiedelten Ebenen können sie nur wenig bis gar nichts beitragen.
Dem ontologischen Fundamentalismus, wonach es eine fundamentale Seinsebene mit mereologischen Atomen gibt, steht der ontologische Infinitismus gegenüber, wonach es eine solche Seinsebene nicht gibt, sondern stattdessen eine unendliche abwärtsgerichtete Komplexität. (Siehe: Fundamentality)
Die Materie könnte in mereologischer Hinsicht "atomless gunk" (David Lewis) sein; das heißt, jeder Teil davon könnte selbst aus mindestens zwei Teilen bestehen, sodass man nie auf eine Grundebene unteilbarer null- oder dreidimensionaler Elemente stößt.



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So 7. Jun 2026, 02:54

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 21:43
Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 14:27
Wo wir schon mal dabei sind also, so "Rudolf Pirnbacher", das Mentales tatsächlich stattfindet, aber eben auf der ultimativen Nullebene, dazu nur mal zur Erinnerung, was sich meiner Meinung nach dafür anbietet .. .
Was auf der untersten Ebene stattfindet, also auf der ultimativen Nullebene, dazu kann ich wenig sagen. Meines Wissens wird weiterhin geforscht, wie Quarks und Elektronen genau zu verstehen sind. Für praxisnahe Anwendungen der Systemtheorie ist es allerdings nicht von besonderer Bedeutung wie die Komponenten der ultimativen Nullebene aussehen, zum Verständnis der weiter oben angesiedelten Ebenen können sie nur wenig bis gar nichts beitragen.
Genau!
Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität

PRAGMATISCHE NULLEBENE: Man wählt eine Ebene aus, auf welcher die
Wechselwirkungen stattfinden. Um nicht zu viele Details einzubeziehen, soll die
universale Systemebene so hoch möglich, und um die reduktive Erklärung bestmöglich
zu veranschaulichen, so tief wie notwendig gewählt werden. Bei einer Reduktion über
mehrere Stufen hinab geht der Erklärungswert verloren.
und weil sie zum Verständnis der weiter oben angesiedelten Ebenen nur wenig bis gar nichts beitragen können, geht bei einer Reduktion einer PRAGMATISCHE NULLEBENE über mehrere Stufen hinab, bis zu dieser ULTIMATIVEN NULLEBENE der Erklärungswert verloren.

Und wo wir schon mal dabei sind!
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 23:51
Timberlake hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 15:10
Oder auch, als ein TEIL einer EINFACHEN GANZHEIT, so wie ein Pferd, das Einzelwesen einer Herde , ein Sandkorn, das ein Einzelwesen in einem Sandhaufen bzw. ein Wassertropfen, das Einzelwesen in einer Wolke ist . Weil leider ein Beispiel zur NICHT TRIVIALEN GANZHEIT fehlt, so mache ich einmal das, also den Substanzbegriff im aristotelischen Sinn, bei einem Pferd an den Eigenschaften der DNA, beim Sandkorn an den Eigenschaften von Quarz (Siliziumdioxid, SiO2))und bei einem Wassertropfen an den Eigenschaften eines Wassermoleküls fest.
Bei den Nicht trivialen Ganzheiten geht es einerseits um Mechanismen, wie zum Beispiel die Umwandlung der DNA in die Messenger RNA, die wieder über mehrere Schritte Zellen produziert, die wiederum Organe produzieren, die zusammen mit den Lernprozessen in einer bestimmten Umwelt erst das Pferd ausmachen. Als Folge diese Mechanismen kommen über mehrere Ebenen neue Ganzheiten zustande, die völlig neue Eigenschaften haben als die Komponenten der darunterliegenden Ebene.
So würde ich meinen, so wie du hier die PRAGMATISCHE NULLEBENE "Perd" über mehre Stufen hinab, als da wären
  • den Lernprozessen in einer bestimmten Umwelt
  • Zellen, die wiederum Organe produzieren
  • RNA, die wieder über mehrere Schritte Zellen produziert
.. bis zur Stufe "DNA" reduziert hast, auch dabei der Erklärungswert verloren geht. Gleichwohl diese PRAGMATISCHE NULLEBENE "DNA" zugleich die PRAGMATISCHE NULLEBENE "Perd" bestmöglich veranschaulicht. Jedenfalls, meiner Ansicht nach, sehr viel besser, als die Stufen dazwischen
Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität
PRINZIP DES ENTHALTEN SEINS:
(a) Konstitution: Die Komponenten (K) sind in ihrer konstitutiven Ganzheit (kG)
enthalten.
(b) Konstitutive Änderungen von kG und K sind synchron (gleichzeitig). Formulierungen
wie „Das Ganze beeinflusst seine Teile“ sind irreführend. Nicht ganz treffend sind auch
Formulierungen wie „die Teile ändern das Ganze“.
(c) Abhängigkeit: Die kG hat von K abhängige Eigenschaften und eine von K abhängige
Existenz. Denn Komponenten existieren als Objekte weiter, wenn die Ganzheit aufgelöst
wird, aber die kG existiert nicht weiter. Die Abhängigkeit ist einseitig, permanent,
synchron, vollständig und exklusiv. Ausschließlich die Komponenten konstituieren die
Ganzheit. Jede Änderung einer kG erfordert also die Änderung einer K.

So wie das Pferd, als konstitutiven Ganzheit (kG) einseitig, permanent, synchron, vollständig und exklusiv von seiner DNA , als Komponente (K) abhängig ist. Wie auch die DNA als Objekt weiter existiert, wenn sich die Ganzheit "Pferd", wie übrigens auch die von dir benannten Stufen dazwischen, längst aufgelöst haben. So das es mir, zumindest in diesem Fall, sinnvoll erscheint, diese Stufen, als da wären ..

  • den Lernprozessen in einer bestimmten Umwelt
  • Zellen, die wiederum Organe produzieren
  • RNA, die wieder über mehrere Schritte Zellen produziert
... auszublenden. Womit wir wieder beim Pferd gekoppelt an den Eigenschaften der DNA als NICHT TRIVIALEN GANZHEIT angekommen wären. Für den Prozess-Ontologen das Pferd gekoppelt mit der DNA, über einen Prozess. Für den Substanz-Ontologen gekoppelt über eine Substanz.




Timberlake
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So 7. Jun 2026, 03:25

Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 23:06
Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 14:27
So wie demzufolge diese kleinsten unteilbaren Teilchen, meiner Meinung nach, exemplarisch für das stehen, was nach Ansicht von Aristoteles Primärsubstanzen sind ...
Primäre Substanzen sind Partikularien (Einzelwesen), wohingegen sekundäre Substanzen Universalien (Art-Universalien, Spezies, Genera) sind. Nach Aristoteles exemplifizieren/instanziieren alle Pferde als Partikularien die Art-Universalie Pferdheit.
.. nun ja .. dann würden wohl nach Aristoteles alle "kleinsten unteilbaren Teilchen", die Art-Universalie "kleinste unteilbare Teilchenheit" exemplifizieren/instanziieren. Wie dem auch sei, wenn es bei mir hieß, das meiner Meinung nach diese kleinsten unteilbaren Teilchen, exemplarisch für das stehen, was nach Ansicht von Aristoteles Primärsubstanzen sind .. da lag ich demnach damit tatsächlich falsch.
Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 14:27

Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 13:52
Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 08:18
Jawohl, wobei ich als ontologischer Reduktionist denke, dass es keine Ebenen oder Schichten des Seins/der Wirklichkeit im Sinn des ontologischen Emergentismus gibt, sondern nur semiologische (auf Zeichen oder Repräsentationen bezogene) Ebenen oder Schichten der "Begreifung" (Begriffsbildung), Beschreibung und Erklärung des Seins/der Wirklichkeit. Das heißt, Systeme und Mechanismen als Ganzheiten befinden sich und operieren auf derselben Seinsebene—welche die einzige Seinsebene ist—wie ihre fundamentalen Teile (Elemente/Komponenten).
Aus der Sicht des ontologischen Reduktionismus ist das vertikale Basis-Überbau-Modell des ontologischen Emergentismus falsch, weil es keine Überbauten oberhalb der Grundebene gibt.
Nur eben mit dem Unterschied, dass für Aristoteles Substanzen die Basis der Prozesse und deshalb die Prozesse nur der Überbau der Substanzen sind.
... und zwar die Basis der "darüber" hinaus stattfindenden Prozesse.
... und zwar das diese Aristoteles Primärsubstanzen für die Basis der "darüber" hinaus stattfindenden Prozesse stehen.
Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 23:06
Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 14:27
Timberlake hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 13:52

Nur eben mit dem Unterschied, dass für Aristoteles Substanzen die Basis der Prozesse und deshalb die Prozesse nur der Überbau der Substanzen sind.
... und zwar die Basis der "darüber" hinaus stattfindenden Prozesse.
"Basis" im allgemeinen ontologischen Sinn von "Substrat" ("Unterlage", "Grundlage"): Substanzen sind die Substrate ihrer (dynamischen oder statischen) Attribute, was an sich (noch) nichts mit dem Emergentismus zu tun hat. Wenn eine komplexe Substanz emergente Attribute hat, dann ist sie deren Substrat.
Hier wiederum scheint mir, dass ich damit durchaus richtig lag. Bezog ich mich doch dabei auf ...
Timberlake hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 23:36
Substanz in diesem Sinne, also das der Begriff Substanz – grob gesagt – das selbstständig Seiende, also das, was z.b. nicht bloß die Eigenschaft von etwas anderem ist, gibt es allerdings nur dann nicht, wenn sich Dinge jeweils unendlich aus Eigenschaften von etwas anders ableiten lassen.

Übersicht mit KI
Als kleinstes unteilbares Teilchen gilt heute das Elementarteilchen. Nach dem Standardmodell der Teilchenphysik sind diese Bausteine nicht weiter aus kleineren Einheiten zusammengesetzt und haben keine räumliche Ausdehnung.

Die fundamentalen Bausteine der Materie
Unsere gesamte bekannte Materie besteht im Wesentlichen aus nur drei dieser unteilbaren Teilchen
  • Quarks: Sie bilden die Bausteine für Protonen und Neutronen im Atomkern. Es gibt sechs verschiedene Arten (unter anderem Up-Quark und Down-Quark)
  • Elektronen: Sie umkreisen den Atomkern und sind maßgeblich für chemische Verbindungen und elektrischen Strom verantwortlich. Sie gehören zur Familie der Leptonen


Was zumindest nach dem derzeitigen Standardmodell der Teilchenphysik, wonach es kleinste unteilbare Teilchen gibt, allerdings ausgeschlossen werden kann. Wie denn auch, wenn diese Teilchen keine räumliche Ausdehnung haben. Womit sich allerdings für mich, der kein Teilchenphysiker ist, die Frage stellt, wie daraus etwas unselbstständig Seiendes werden kann, das eine räumliche Ausdehnung hat.
Würde ich doch meinen, dass das durchaus, was mit Emergentismus zu tun hat.
Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 08:18
Jawohl, wobei ich als ontologischer Reduktionist denke, dass es keine Ebenen oder Schichten des Seins/der Wirklichkeit im Sinn des ontologischen Emergentismus gibt, sondern nur semiologische (auf Zeichen oder Repräsentationen bezogene) Ebenen oder Schichten der "Begreifung" (Begriffsbildung), Beschreibung und Erklärung des Seins/der Wirklichkeit. Das heißt, Systeme und Mechanismen als Ganzheiten befinden sich und operieren auf derselben Seinsebene—welche die einzige Seinsebene ist—wie ihre fundamentalen Teile (Elemente/Komponenten).
Aus der Sicht des ontologischen Reduktionismus ist das vertikale Basis-Überbau-Modell des ontologischen Emergentismus falsch, weil es keine Überbauten oberhalb der Grundebene gibt.
Übersicht mit KI
Der Emergentismus ist ein philosophisches Paradigma, das besagt, dass komplexe Systeme völlig neue Eigenschaften ausbilden, die sich nicht allein aus der Summe ihrer Einzelteile erklären lassen.


Wenn man für diese "Einzelteile" die "kleinsten unteilbaren Teilchen" einsetzt und dem diese komplexen Systeme gegenüberstellt, die sich aus deren Summe gebildet haben - also das sich diese Systeme daraus erklären lassen, würde zumindest ich tatsächlich bezweifeln wollen. Wenn es denn tatsächlich stimmt, dass diese Teilchen keine räumliche Ausdehnung haben und eben das auf solche komplexen Systeme zutrifft. Wie sollte sich auch Räumliches, "allein" aus einer Summe von Einzelteilen erklären lassen, dass selbst keine räumliche Ausdehnung hat?




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Jörn P Budesheim
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So 7. Jun 2026, 07:25

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : Nullebene
Wie erklärt man mit Hilfe des physikalischen Reduktionismus, also der Idee der Null-Ebene, die Möglichkeit folgender einfachen Situation: Peter fragt auf der Straße einen Passanten nach dem Weg zum Kino. Der antwortet: „vorne rechts". Wie ist es möglich, dass der Passant Peter und Peter den Passanten versteht?

Wo genau ist diese Null-Ebene, die die Bedeutung des Satz „vorne rechts" erklärt? Und wie genau kann Peter diesen Satz überhaupt verstehen, da er ja offensichtlich keinerlei Zugang zu der Null-Ebene hat. Wenn alles, was es wirklich gibt, sich auf der Null-Ebene abspielt, wie kann es sein, dass Dinge wie dieses Gespräch überhaupt funktionieren?

Wo ist die Intentionalität – die „Wegbeschreibung", das „Ziel", die „Intention"? Wo ist die Normativität – Antwort kann richtig oder falsch sein – ? Wie ist gemeinsame Bedeutung möglich, wenn jeder neuronale Zustand individuell auf der Null-Ebene ist? Peter hat keinen Zugang zu der Null-Ebene (des Passanten oder wo müsste er suchen?), trotzdem funktioniert das Gespräch.

Das gleiche wiederholt sich auf der Theorie-Ebene. Wenn wir uns Modelle machen, um diese angebliche Null-Ebene zu verstehen, wie genau funktioniert dann ein Modell, was es ja gemäß der Theorie in Wahrheit eigentlich gar nicht gibt, und wie funktioniert Verstehen? Wenn Ebenen nicht ontologisch sind, sondern bloß epistemisch, wie ist dann das Epistemische überhaupt möglich?

Ein weiterer Punkt: Zu sagen, dass es eine Null-Ebene gibt, erhebt ein Wahrheitsanspruch. Welche Vorstellung sollte man sich von der Wahrheit machen, wenn es in Wahrheit nur Physikalisches gibt? Und wie sieht es dann aus mit den Gesetzen der Wahrheit: der Logik?

Zugespitzt: Warum sollte ich einer Theorie Glauben schenken, die impliziert, dass es Theorien gar nicht gibt? Warum sollte ich einer Theorie Glauben schenken, die impliziert, dass es keinen Unterschied zwischen richtig und falsch gibt?



Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“

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So 7. Jun 2026, 10:17

Wenn ein Architekt einen Plan zeichnet, also das Modell eines Hauses entwirft, und dieses Haus wird nach diesem Modell gebaut, dann haben wir es in diesem Fall meines Erachtens ohne jede Frage auch mit einer Top-Down-Kausalität zu tun.



Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“

Rudolf Pirnbacher
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So 7. Jun 2026, 12:22

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 07:25
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : Nullebene
Wie erklärt man mit Hilfe des physikalischen Reduktionismus, also der Idee der Null-Ebene, die Möglichkeit folgender einfachen Situation: Peter fragt auf der Straße einen Passanten nach dem Weg zum Kino. Der antwortet: „vorne rechts". Wie ist es möglich, dass der Passant Peter und Peter den Passanten versteht?
Bezüglich dem Nutzen von systemtheoretischen Modellen:
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
So 31. Mai 2026, 16:21
Dass letztlich alle Konkreta, also alles was konkret in Raum und Zeit verortet ist, von den kleinsten Elementarteilchen abhängig ist, kann zum Beispiel recht gut an systemtheoretischen Modellen dargestellt werden. Da kann man gut von einem reduktiven Materialismus sprechen. Allerdings wie zum Beispiel etwas riecht, etwa der Duft einer Rose, oder wie etwa die Farbe rot erlebt wird, kann nicht reduktiv mit dem Vokabular der Physik allein vermittelt werden, es bedarf dazu dass man es selbst schon gerochen oder erlebt hat. Besonders bei allem Lebendige, oder was einen Bezug zu etwas Lebendigen hat, gilt: je komplexer und vernetzter die Strukturen und Zusammenhänge werden, desto weniger kann man durch kausale Ursachen etwas verständlich machen, man wird in immer höherem Ausmaß auch Zweck und Sinn heranziehen müssen.
Systemtheoretische Modelle sind dann wertvoll, wenn über mehreren Ebenen das strukturierte Zusammenwirken von Teilen zu einem Ganzen dargestellt werden soll.
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 21:43
PRAGMATISCHE NULLEBENE: Man wählt eine Ebene aus, auf welcher die
Wechselwirkungen stattfinden. Um nicht zu viele Details einzubeziehen, soll die
universale Systemebene so hoch möglich, und um die reduktive Erklärung bestmöglich
zu veranschaulichen, so tief wie notwendig gewählt werden. Bei einer Reduktion über
mehrere Stufen hinab geht der Erklärungswert verloren.
Im Bereich des Lebendigen und insbesondere im Bereich des Bewusstseins sind es fast ausschließlich Sinn und Zweck, die einen Erklärungswert leisten können. Also wird es von den untersten Ebenen, wo es um Atome, Moleküle, oder sogar um Teilchenphysik handelt praktisch gar keinen Erklärungswert mehr dafür geben, was auf den obersten Ebenen stattfindet.
Zuletzt geändert von Rudolf Pirnbacher am So 7. Jun 2026, 12:45, insgesamt 1-mal geändert.




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So 7. Jun 2026, 12:40

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 10:17
Wenn ein Architekt einen Plan zeichnet, also das Modell eines Hauses entwirft, und dieses Haus wird nach diesem Modell gebaut, dann haben wir es in diesem Fall meines Erachtens ohne jede Frage auch mit einer Top-Down-Kausalität zu tun.
Der Erklärungswert für den Hausbau erfolgt nach Sinn und Zweck und nicht nach Kausalität. Bei der Entstehung eines neuen Lebens mittels Umwandlung des Erbmaterials von DNA zu einem neuen Leben kann man als Erklärungswert Kausalitäten heranziehen. Bei einem Hausbau finden zwar auch durchgehend Kausalitäten statt, aber Erklärungswert liefern nur die sinnhaften und zweckmäßigen Handlungen der Akteure, die auch einen Plan (Abstrakta) zur Hilfe nehmen. Nur Sinn und Zweck können als System von oben nach unten „wirken“ (Lindemann nennt es Drainage nach unten); Kausalität kann im Sinne dieses Erklärungsmodell nur Bottom-Up wirken.




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Jörn P Budesheim
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So 7. Jun 2026, 13:43

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 12:40
Nur Sinn und Zweck können als System von oben nach unten „wirken“ (Lindemann nennt es Drainage nach unten); Kausalität kann im Sinne dieses Erklärungsmodell nur Bottom-Up wirken.
Warum genau ist das kein direkter innerer Widerspruch? Wenn etwas von oben nach unten wirkt, dann haben wir es schließlich mit top-down Kausalität zu tun.



Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“

Rudolf Pirnbacher
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So 7. Jun 2026, 15:22

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 13:43
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 12:40
Nur Sinn und Zweck können als System von oben nach unten „wirken“ (Lindemann nennt es Drainage nach unten); Kausalität kann im Sinne dieses Erklärungsmodell nur Bottom-Up wirken.
Warum genau ist das kein direkter innerer Widerspruch? Wenn etwas von oben nach unten wirkt, dann haben wir es schließlich mit top-down Kausalität zu tun.
Tatsächlich finden alle Abläufe in der ultimativen Nullebene statt, da gibt es weder ein darunter noch ein darüber. Bottom-Up und Top-Down Wirkungen finden nur modellhaft in der Erklärung statt.

Im Bereich der Lebewesen findet das Wirkprinzip Mutation und Auslese statt. Eine bessere Anpassung an die Umwelt findet aber nicht unmittelbar durch Kausalität, sondern über viele Lebenszyklen hinweg über mehrere Generationen statt. Dabei kann eine bessere Tarnfarbe oder ein wirkungsvollerer Flügel usw. eine bessere Anpassung bewirken. Dies aber nicht unmittelbar kausal, sondern weil sich durch eine zyklische Entwicklung das Zweckmäßigere durchsetzt. Daher sind es im Bereich des Lebendigen eher, und im Bereich des Bewussten fast ausschließlich Sinn und Zweck die als Erklärung dienen, während kausal nur wenig bis gar nichts erklärt werden kann.




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So 7. Jun 2026, 15:23

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 07:25
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : Nullebene
Wie erklärt man mit Hilfe des physikalischen Reduktionismus, also der Idee der Null-Ebene, die Möglichkeit folgender einfachen Situation: Peter fragt auf der Straße einen Passanten nach dem Weg zum Kino. Der antwortet: „vorne rechts". Wie ist es möglich, dass der Passant Peter und Peter den Passanten versteht?

Weil anscheinend nur ich , als einziger hier Forum, sich mit Zitaten, aus den Publikationen von Rudolf Pirnbacher , bezieht, erlaube ich mir mal , darauf demgemäß zu antworten ..


Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität

PRAGMATISCHE NULLEBENE: Man wählt eine Ebene aus, auf welcher die
Wechselwirkungen stattfinden. Um nicht zu viele Details einzubeziehen, soll die
universale Systemebene so hoch möglich, und um die reduktive Erklärung bestmöglich
zu veranschaulichen, so tief wie notwendig gewählt werden. Bei einer Reduktion über
mehrere Stufen hinab geht der Erklärungswert verloren.
Weil die PRAGMATISCHE NULLEBENE eine "universale Systemebene" ist, deshalb ist es möglich, dass der Passant Peter und Peter den Passanten versteht.

So einfach ist das.

Wobei allerdings dazu anzumerken ist, dass sowohl Peter, als auch der Passant dabei nicht zu viele Details einbeziehen. Weil bei einer Reduktion dieser Details, über mehrere Stufen hinab, der Erklärungswert verloren geht.


Übrigens finde ich es an dieser Stelle schon bemerkenswert, dass von Jörn, dass, was in den Publikationen von Rudolf Pirnbacher zu dieser Nullebene ausgeführt wurde, weggelassen wurde. Dafür kann es eigentlich nur zwei Gründe. Entweder es war ihm nicht bekannt, was ich allerdings abschließen würde, so oft wie ich dies hier, in diesem Thread, mittlerweile zitiert, habe oder .. . Das lasse ich einmal offen, weil letztendlich nur Jörn selbst Kenntnis über diese Unterlassung hat. Übrigens auch Rudolf Pirnbacher! Wo doch auch er sich nicht eines solchen Zitats zur Nullebene, aus seiner Publikation bedient hat bzw. nicht so wie ich es von ihm z.B zur Nullebene erwartet hätte. Dazu nur mal zum Vergleich ..
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 12:22
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 07:25
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : Nullebene
Wie erklärt man mit Hilfe des physikalischen Reduktionismus, also der Idee der Null-Ebene, die Möglichkeit folgender einfachen Situation: Peter fragt auf der Straße einen Passanten nach dem Weg zum Kino. Der antwortet: „vorne rechts". Wie ist es möglich, dass der Passant Peter und Peter den Passanten versteht?
Systemtheoretische Modelle sind dann wertvoll, wenn über mehreren Ebenen das strukturierte Zusammenwirken von Teilen zu einem Ganzen dargestellt werden soll.
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 21:43
PRAGMATISCHE NULLEBENE: Man wählt eine Ebene aus, auf welcher die
Wechselwirkungen stattfinden. Um nicht zu viele Details einzubeziehen, soll die
universale Systemebene so hoch möglich, und um die reduktive Erklärung bestmöglich
zu veranschaulichen, so tief wie notwendig gewählt werden. Bei einer Reduktion über
mehrere Stufen hinab geht der Erklärungswert verloren.
Im Bereich des Lebendigen und insbesondere im Bereich des Bewusstseins sind es fast ausschließlich Sinn und Zweck, die einen Erklärungswert leisten können. Also wird es von den untersten Ebenen, wo es um Atome, Moleküle, oder sogar um Teilchenphysik handelt praktisch gar keinen Erklärungswert mehr dafür geben, was auf den obersten Ebenen stattfindet.


Weil man so ganz und gar nicht dazu geneigt scheint, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, dass man mir verbietet, aus den Publikationen von Rudolf Pirnbacher zu zitieren. Weil man möglicherweise ein Problem damit, wie ich das interpretiere, und zwar , wie auch in diesen Fall; in wortwörtlicher Rede. Das mal nur so neben oder auch nicht.
C3PO hat geschrieben :
Do 28. Mai 2026, 11:54
Von Bauklötzen und Wirbelstürmen: Wie die Welt wirklich passiert

6. Fazit: Warum das für dich wichtig ist (Der „So-Was?“-Faktor)

Die Welt ist kein starrer Kasten voller Zeug – sie ist ein Tanz, und du bist nicht nur ein Zuschauer, sondern ein aktiver Teil der Choreografie.
So wie ich einmal davon ausgehe, dass wenn man sich als "aktiver Teil einer Choreografie", wie der von Rudolf Pirnbacher in seinem Seminar: Mentale Kausalität versteht, man dessen "Tanzschritte" in in "wortwörtlicher Rede" schon kennen sollte.




Timberlake
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So 7. Jun 2026, 16:24

Timberlake hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 15:23

Weil man so ganz und gar nicht dazu geneigt scheint, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, dass man mir verbietet, aus den Publikationen von Rudolf Pirnbacher zu zitieren. Weil man möglicherweise ein Problem damit, wie ich das interpretiere, und zwar , wie auch in diesen Fall; in wortwörtlicher Rede.


Dazu, und zwar einer Interpretation in "wortwörtlicher Rede" nur mal zur Erinnerung ...

Timberlake hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 02:54

Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität
PRINZIP DES ENTHALTEN SEINS:
(a) Konstitution: Die Komponenten (K) sind in ihrer konstitutiven Ganzheit (kG)
enthalten.
(b) Konstitutive Änderungen von kG und K sind synchron (gleichzeitig). Formulierungen
wie „Das Ganze beeinflusst seine Teile“ sind irreführend. Nicht ganz treffend sind auch
Formulierungen wie „die Teile ändern das Ganze“.
(c) Abhängigkeit: Die kG hat von K abhängige Eigenschaften und eine von K abhängige
Existenz. Denn Komponenten existieren als Objekte weiter, wenn die Ganzheit aufgelöst
wird, aber die kG existiert nicht weiter.
Die Abhängigkeit ist einseitig, permanent,
synchron, vollständig und exklusiv
. Ausschließlich die Komponenten konstituieren die
Ganzheit. Jede Änderung einer kG erfordert also die Änderung einer K.

So wie das Pferd, als konstitutiven Ganzheit (kG) einseitig, permanent, synchron, vollständig und exklusiv von seiner DNA , als Komponente (K) abhängig ist. Wie auch die DNA als Objekt weiter existiert, wenn sich die Ganzheit "Pferd", wie übrigens auch die von dir benannten Stufen dazwischen, längst aufgelöst haben.
Von daher es übrigens nur folgerichtig ist , dass man dazu nichts zu entgegnen weis. Wovon ich einmal deshalb bei diesem Beitrag ausgehe.
C3PO hat geschrieben :
Do 28. Mai 2026, 11:54
Von Bauklötzen und Wirbelstürmen: Wie die Welt wirklich passiert

6. Fazit: Warum das für dich wichtig ist (Der „So-Was?“-Faktor)

Die Welt ist kein starrer Kasten voller Zeug – sie ist ein Tanz, und du bist nicht nur ein Zuschauer, sondern ein aktiver Teil der Choreografie.
So wie das man zu einem „So-Was?“-Faktor nur solange tanzt, weil noch "offen" , dazu auch eine Veranlassung besteht.
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 07:25
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : Nullebene
Wie erklärt man mit Hilfe des physikalischen Reduktionismus, also der Idee der Null-Ebene, die Möglichkeit folgender einfachen Situation: Peter fragt auf der Straße einen Passanten nach dem Weg zum Kino. Der antwortet: „vorne rechts". Wie ist es möglich, dass der Passant Peter und Peter den Passanten versteht?

. und weil als „So-Was“ noch völlig offen, ein Tanz um diese "Nullebene" wiederum nur folgerichtig ist. Möglicherweise sogar, sich zum Wirbelsturm auftürmend.

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 12:22
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 07:25

Wie erklärt man mit Hilfe des physikalischen Reduktionismus, also der Idee der Null-Ebene, die Möglichkeit folgender einfachen Situation: Peter fragt auf der Straße einen Passanten nach dem Weg zum Kino. Der antwortet: „vorne rechts". Wie ist es möglich, dass der Passant Peter und Peter den Passanten versteht?
Systemtheoretische Modelle sind dann wertvoll, wenn über mehreren Ebenen das strukturierte Zusammenwirken von Teilen zu einem Ganzen dargestellt werden soll.
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 21:43
PRAGMATISCHE NULLEBENE: Man wählt eine Ebene aus, auf welcher die
Wechselwirkungen stattfinden. Um nicht zu viele Details einzubeziehen, soll die
universale Systemebene so hoch möglich, und um die reduktive Erklärung bestmöglich
zu veranschaulichen, so tief wie notwendig gewählt werden. Bei einer Reduktion über
mehrere Stufen hinab geht der Erklärungswert verloren.
Im Bereich des Lebendigen und insbesondere im Bereich des Bewusstseins sind es fast ausschließlich Sinn und Zweck, die einen Erklärungswert leisten können. Also wird es von den untersten Ebenen, wo es um Atome, Moleküle, oder sogar um Teilchenphysik handelt praktisch gar keinen Erklärungswert mehr dafür geben, was auf den obersten Ebenen stattfindet.
und wenn ich mir dazu diesen Beitrag von "Rudolf Pirnbacher" vergegenwärtige, so scheint von ihm darin tatsächlich ein Keim , zu diesem Wirbelsturm gelegt. Weil diesbezüglich vielmehr für Windstille sorgend, wie ich meine, dazu wiederum nur mal zum Vergleich ..
Timberlake hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 15:23



Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität

PRAGMATISCHE NULLEBENE: Man wählt eine Ebene aus, auf welcher die
Wechselwirkungen stattfinden. Um nicht zu viele Details einzubeziehen, soll die
universale Systemebene so hoch möglich, und um die reduktive Erklärung bestmöglich
zu veranschaulichen, so tief wie notwendig gewählt werden. Bei einer Reduktion über
mehrere Stufen hinab geht der Erklärungswert verloren.
Weil die PRAGMATISCHE NULLEBENE eine "universale Systemebene" ist, deshalb ist es möglich, dass der Passant Peter und Peter den Passanten versteht.

So einfach ist das.

Wobei allerdings dazu anzumerken ist, dass sowohl Peter, als auch der Passant dabei nicht zu viele Details einbeziehen. Weil bei einer Reduktion dieser Details, über mehrere Stufen hinab, der Erklärungswert verloren geht.

Insofern ich übrigens nicht wirklich einen "Tanz" um diesem Beitrag erwarte und all den anderen Beiträgen erwartet habe, in denen ich mich in wortwörtlicher Rede auf Rudolf Pirnbachers
Seminar: Mentale Kausalität bezog.




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So 7. Jun 2026, 23:40

Timberlake hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 03:25
Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 23:06
Primäre Substanzen sind Partikularien (Einzelwesen), wohingegen sekundäre Substanzen Universalien (Art-Universalien, Spezies, Genera) sind. Nach Aristoteles exemplifizieren/instanziieren alle Pferde als Partikularien die Art-Universalie Pferdheit.
.. nun ja .. dann würden wohl nach Aristoteles alle "kleinsten unteilbaren Teilchen", die Art-Universalie "kleinste unteilbare Teilchenheit" exemplifizieren/instanziieren. Wie dem auch sei, wenn es bei mir hieß, das meiner Meinung nach diese kleinsten unteilbaren Teilchen, exemplarisch für das stehen, was nach Ansicht von Aristoteles Primärsubstanzen sind .. da lag ich demnach damit tatsächlich falsch.
Ja, weil: primäre Substanz ≠ fundamentale Substanz
Ein Pferd ist (laut Aristoteles) eine primäre, aber keine fundamentale Substanz.

Wenn man hingegen wie Leibniz davon ausgeht, dass (primäre) Substanzen mereologisch simpel sind, dann sind Pferde überhaupt keine (primären) Substanzen, weil sie komplexe Objekte sind, welche bloß Aggregate simpler Substanzen sind. Leibniz nennt Substanzaggregate substantiata und nicht substantiae.



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Mo 8. Jun 2026, 00:18

Timberlake hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 03:25
Wie sollte sich auch Räumliches, "allein" aus einer Summe von Einzelteilen erklären lassen, dass selbst keine räumliche Ausdehnung hat?
Ein aus 0D-Objekten (Punkten) bestehendes Objekt kann nur in dem Sinn räumlich ausgedehnt sein, dass zwischen seinen 0D-Teilen räumliche Abstände >0m bestehen.
Hier siehst du ein 2D-Gebilde, das seine flächige Ausgedehntheit den Abständen zwischen seinen unausgedehnten Teilen verdankt ("*" steht für einen 0D-Punkt):

* * *
* * *
* * *

Es wird zwischen kontinuierlichen 3D-Objekten und diskontinuierlichen 3D-Objekten unterschieden. Letztere werden auch als räumlich "ver-/zerstreute" Objekte bezeichnet:
"Sagen wir, ein materielles Objekt sei genau dann ver-/zerstreut [scattered], wenn der von ihm eingenommene Raumbereich unzusammenhängend ist." [übersetzt von Google & Consul]

(Cartwright, Richard. "Scattered Objects." In Analysis and Metaphysics: Essays in Honor of R. M. Chisholm, edited by Keith Lehrer, 153-171. Dordrecht: Reidel, 1975. p. 157)
"x ist ein ver-/zerstreutes Objekt [scattered object] = Df es gibt ein y und ein z, sodass (a) x aus y und z zusammengesetzt ist und (b) kein Teil von y in direktem räumlichen Kontakt mit irgendeinem Teil von z steht." [übersetzt von Google]

(Chisholm, Roderick M. On Metaphysics. Minneapolis, MN: University of Minnesota Press, 1989. p. 91)

"x ist ein kontinuierliches räumliches Objekt [continuous spatial object] =Df (1) x ist ein räumliches Objekt; (2) x besitzt Bestandteile; und (3) jeder Bestandteil von x steht in räumlichem Kontakt mit einem anderen Bestandteil von x.
Ein kontiniuerliches räumliches Individuum ist ein Objekt, das nicht ver-/zerstreut ist. Es ist jedoch mit unserer Definition vereinbar, zu sagen, dass ein zusammenhängendes räumliches Individuum Löcher aufweist – genau wie ein Stück Schweizer Käse Löcher hat." [übersetzt von Google]

(Chisholm, Roderick M. A Realistic Theory of Categories: An Essay in Ontology. Cambridge: Cambridge University Press, 1996. pp. 93-4)



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Mo 8. Jun 2026, 00:37

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 13:43
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 12:40
Nur Sinn und Zweck können als System von oben nach unten „wirken“ (Lindemann nennt es Drainage nach unten); Kausalität kann im Sinne dieses Erklärungsmodell nur Bottom-Up wirken.
Warum genau ist das kein direkter innerer Widerspruch? Wenn etwas von oben nach unten wirkt, dann haben wir es schließlich mit top-down Kausalität zu tun.
Wenn der ontologische Emergentismus falsch ist, und es nur eine einzige Seinsebene oder "Seinsbühne" gibt, dann kann es nur "horizontale" Kausalität und keine "vertikale" (Aufwärts- oder Abwärts-)Kausalität geben.



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Mo 8. Jun 2026, 01:32

Consul hat geschrieben :
Mo 8. Jun 2026, 00:18
Timberlake hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 03:25
Wie sollte sich auch Räumliches, "allein" aus einer Summe von Einzelteilen erklären lassen, dass selbst keine räumliche Ausdehnung hat?
Ein aus 0D-Objekten (Punkten) bestehendes Objekt kann nur in dem Sinn räumlich ausgedehnt sein, dass zwischen seinen 0D-Teilen räumliche Abstände >0m bestehen.
Hier siehst du ein 2D-Gebilde, das seine flächige Ausgedehntheit den Abständen zwischen seinen unausgedehnten Teilen verdankt ("*" steht für einen 0D-Punkt):

* * *
* * *
* * *

Es wird zwischen kontinuierlichen 3D-Objekten und diskontinuierlichen 3D-Objekten unterschieden. Letztere werden auch als räumlich "ver-/zerstreute" Objekte bezeichnet:
"Sagen wir, ein materielles Objekt sei genau dann ver-/zerstreut [scattered], wenn der von ihm eingenommene Raumbereich unzusammenhängend ist." [übersetzt von Google & Consul]

(Cartwright, Richard. "Scattered Objects." In Analysis and Metaphysics: Essays in Honor of R. M. Chisholm, edited by Keith Lehrer, 153-171. Dordrecht: Reidel, 1975. p. 157)
"x ist ein ver-/zerstreutes Objekt [scattered object] = Df es gibt ein y und ein z, sodass (a) x aus y und z zusammengesetzt ist und (b) kein Teil von y in direktem räumlichen Kontakt mit irgendeinem Teil von z steht." [übersetzt von Google]

(Chisholm, Roderick M. On Metaphysics. Minneapolis, MN: University of Minnesota Press, 1989. p. 91)

"x ist ein kontinuierliches räumliches Objekt [continuous spatial object] =Df (1) x ist ein räumliches Objekt; (2) x besitzt Bestandteile; und (3) jeder Bestandteil von x steht in räumlichem Kontakt mit einem anderen Bestandteil von x.
Ein kontiniuerliches räumliches Individuum ist ein Objekt, das nicht ver-/zerstreut ist. Es ist jedoch mit unserer Definition vereinbar, zu sagen, dass ein zusammenhängendes räumliches Individuum Löcher aufweist – genau wie ein Stück Schweizer Käse Löcher hat." [übersetzt von Google]

(Chisholm, Roderick M. A Realistic Theory of Categories: An Essay in Ontology. Cambridge: Cambridge University Press, 1996. pp. 93-4)
Dazu vielleicht ergänzend ..
Größe

Damit kommen wir zu der Frage wie groß ein Teilchen wie ein Elektron oder auch ein Photon denn eigentlich ist. Beim Elektron könnte man versucht sein, es als verschwindend klein, also punktförmig zu definieren. Diese Definition von Größe ist aber nicht immer zweckmäßig, denn das Elektron nimmt ja den ganzen Raum des Orbitals ein, indem es z.B. das Eindringen anderer Elektronen in diesen Raum verhindert (siehe Pauliprinzip). Man kann also eben so gut die Größe der Orbitals als Teilchengröße definieren.
Übersicht mit KI
Der Emergentismus ist ein philosophisches Paradigma, das besagt, dass komplexe Systeme völlig neue Eigenschaften ausbilden, die sich nicht allein aus der Summe ihrer Einzelteile erklären lassen.



Die Frage ist doch und darum ging es dabei , ob nun mehr von daher sich diese komplexen Systeme, allein aus der Summe ihrer Einzelteile erklären lassen.
Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 08:18
Jawohl, wobei ich als ontologischer Reduktionist denke, dass es keine Ebenen oder Schichten des Seins/der Wirklichkeit im Sinn des ontologischen Emergentismus gibt ..
So das es tatsächlich keine Ebenen oder Schichten des Seins/der Wirklichkeit im Sinn des ontologischen Emergentismus gibt. Ich meine, wenn man versucht sein kann, ein Elektron als verschwindend klein, also punktförmig zu definieren, aber auch so groß wie das Orbital um den Atomkern, dann würde zumindest ich davon ausgehen, dass sich dergleichen auch weiterhin nicht allein aus der Summe dieser Einzelteile erklären lassen. So wie diese Einzelteile danach "ver-/zerstreut Objekte" wären.
Übrigens würde ich meinen, dass die Elemtarteilchen durchaus eine räumliche Ausdehnung haben. Nur , weil "ver-/zerstreut" , lässt sich dessen räumliche Ausdehnung nicht bestimmen. Bei den komplexen Systemen , mit ihren völlig neuen Eigenschaften, die sich aus deren Summe ergeben, allerdings schon. Deren räumliche Ausdehnung ist bestimmbar. Auch wenn vielleicht der Vergleich hinkt. Man stelle sich nur vor, dass auch die Planeten, die um Sonne kreisen in gleicher Weise, wie die Elektronen "ver-/zerstreut " wären. Weil es nun mehr keine Ebenen oder Schichten des Seins/der Wirklichkeit im Sinn des ontologischen Emergentismus mehr gibt, für einen ontologischen Reduktionisten, der das denkt, sicherlich wünschenswert. Nur würde es ihn dann aber auch nicht geben.




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Mo 8. Jun 2026, 07:54

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 12:22
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
So 7. Jun 2026, 07:25
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben : Nullebene
Wie erklärt man mit Hilfe des physikalischen Reduktionismus, also der Idee der Null-Ebene, die Möglichkeit folgender einfachen Situation: Peter fragt auf der Straße einen Passanten nach dem Weg zum Kino. Der antwortet: „vorne rechts". Wie ist es möglich, dass der Passant Peter und Peter den Passanten versteht?
Bezüglich dem Nutzen von systemtheoretischen Modellen:
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
So 31. Mai 2026, 16:21
Dass letztlich alle Konkreta, also alles was konkret in Raum und Zeit verortet ist, von den kleinsten Elementarteilchen abhängig ist, kann zum Beispiel recht gut an systemtheoretischen Modellen dargestellt werden. Da kann man gut von einem reduktiven Materialismus sprechen. Allerdings wie zum Beispiel etwas riecht, etwa der Duft einer Rose, oder wie etwa die Farbe rot erlebt wird, kann nicht reduktiv mit dem Vokabular der Physik allein vermittelt werden, es bedarf dazu dass man es selbst schon gerochen oder erlebt hat. Besonders bei allem Lebendige, oder was einen Bezug zu etwas Lebendigen hat, gilt: je komplexer und vernetzter die Strukturen und Zusammenhänge werden, desto weniger kann man durch kausale Ursachen etwas verständlich machen, man wird in immer höherem Ausmaß auch Zweck und Sinn heranziehen müssen.
Systemtheoretische Modelle sind dann wertvoll, wenn über mehreren Ebenen das strukturierte Zusammenwirken von Teilen zu einem Ganzen dargestellt werden soll.
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 21:43
PRAGMATISCHE NULLEBENE: Man wählt eine Ebene aus, auf welcher die
Wechselwirkungen stattfinden. Um nicht zu viele Details einzubeziehen, soll die
universale Systemebene so hoch möglich, und um die reduktive Erklärung bestmöglich
zu veranschaulichen, so tief wie notwendig gewählt werden. Bei einer Reduktion über
mehrere Stufen hinab geht der Erklärungswert verloren.
Im Bereich des Lebendigen und insbesondere im Bereich des Bewusstseins sind es fast ausschließlich Sinn und Zweck, die einen Erklärungswert leisten können. Also wird es von den untersten Ebenen, wo es um Atome, Moleküle, oder sogar um Teilchenphysik handelt praktisch gar keinen Erklärungswert mehr dafür geben, was auf den obersten Ebenen stattfindet.
Die Antwort auf die Frage(n), wie es faktisch möglich ist, dass sich zwei Menschen unterhalten, wenn alles grundsätzlich reduktiv erklärbar ist, ist für mich noch offen.



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