Prozess-Ontologie

Aspekte metaphysischer Systementwürfe und der Ontologie als einer Grunddisziplin der theoretischen Philosophie können hier diskutiert werden.
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Do 4. Jun 2026, 00:58

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 10:04
Ist die Alternative Dinge vs. Prozesse nicht etwas kurzgegriffen? Ich plädiere auch hier für Pluralität. Ja, es gibt Dinge, allerdings basierend auf Prozessen. Es gibt also Zeit. Wir müssen als grundlegende Kategorien aber mindestens noch Tatsachen und Strukturen/Relationen in Betracht ziehen, wobei beide jeweils feldrelativ sind. Darüber hinaus gibt es ewige Objekte (Whitehead), wie etwa Zahlen, geometrische Gesetze und Qualitäten (Bewusstsein, Farben als Abstrakta verstanden). Es gibt Werte und Normen. Es gibt Informationen. Es gibt Möglichkeiten. … Wer bietet mehr?
Nun sind wir bei der Frage nach dem bevorzugten ontologischen Kategoriensystem, wobei es sowohl monokategoriale Ontologien (mit einer einzigen fundamentalen, irreduziblen Kategorie) als auch polykategoriale Ontologien (mit mehreren fundamentalen, irreduziblen Kategorien) gibt: https://plato.stanford.edu/entries/categories/



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Do 4. Jun 2026, 01:38

Timberlake hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 23:36
Übersicht mit KI
Als kleinstes unteilbares Teilchen gilt heute das Elementarteilchen. Nach dem Standardmodell der Teilchenphysik sind diese Bausteine nicht weiter aus kleineren Einheiten zusammengesetzt und haben keine räumliche Ausdehnung.

Die fundamentalen Bausteine der Materie
Unsere gesamte bekannte Materie besteht im Wesentlichen aus nur drei dieser unteilbaren Teilchen
  • Quarks: Sie bilden die Bausteine für Protonen und Neutronen im Atomkern. Es gibt sechs verschiedene Arten (unter anderem Up-Quark und Down-Quark)
  • Elektronen: Sie umkreisen den Atomkern und sind maßgeblich für chemische Verbindungen und elektrischen Strom verantwortlich. Sie gehören zur Familie der Leptonen

Was zumindest nach dem derzeitigen Standardmodell der Teilchenphysik, wonach es kleinste unteilbare Teilchen gibt, allerdings ausgeschlossen werden kann. Wie denn auch, wenn diese Teilchen keine räumliche Ausdehnung haben. Womit sich allerdings für mich, der kein Teilchenphysiker ist, die Frage stellt, wie daraus etwas unselbstständig Seiendes werden kann, das eine räumliche Ausdehnung hat.
Durch die Addition von Punkten (als 0D-Objekten) kann man unmöglich eine kontinuierliche Linie (als 1D-Objekt), eine kontinuierliche Fläche (als 2D-Objekt) oder einen kontinuierlichen Raum (als 3D-Objekt) erhalten.
Ein aus Punkten bestehendes nichtkontinuierliches Gebilde kann nur dadurch eine räumliche Ausdehnung haben, dass zwischen den Punkten räumliche Abstände >0m bestehen.

Unteilbarkeit im Sinn von Unzusammengesetztheit aus kleineren diskreten Dingen bedeutet nicht notwendigerweise räumliche Unausgedehntheit = Nulldimensionalität.
Es ist keine empirische Tatsache, dass Quarks und Leptonen nulldimensional sind, sondern wohl nur eine mathematische Idealisierung; und es sprechen auch theoretische Gründe dagegen, u.a.:

"Unendliche Energie (Selbstenergie): Nach dem Coulomb-Gesetz steigt die elektrische Feldenergie eines geladenen Teilchens (wie dem Elektron) im Zentrum exponentiell an. Wenn der Radius exakt null ist, wird die Energie und damit die Masse des Teilchens rechnerisch unendlich." (Google KI)

Wenn Quarks und Leptonen in Wahrheit dreidimensional sind, dann stellt sich die Frage nach ihrer Größe und Gestalt; doch darauf habe ich bisher in Lehrbüchern keine Antwort gefunden. Diese Frage stellt sich natürlich nicht für all diejenigen Physiker, die einfach davon ausgehen, dass jene Teilchen nulldimensional sind.



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Do 4. Jun 2026, 05:17

C3PO hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 09:07
Die Dynamik des Seins: Eine Antwort auf die Kritik der Prozess-Ontologie
…Während der Rückgriff auf Kotarbiński oder Heil die logische Konsistenz der Substanzlehre unterstreicht, scheitert dieser Rahmen an der Erklärung der Emergenz. Wie Charles Birch und Ross Stein treffend bemerken: „Nuts and bolts cannot evolve!“ Sie können lediglich neu angeordnet werden. Eine statische Ontologie kann den Übergang von anorganischer Materie zu selbsttranszendierendem Leben (Abiogenese) nicht ohne externe, mechanistische Eingriffe erklären.
Eine Neuanordnung ist auch etwas Dynamisches.
Eine Substanz-Attribut-Ontologie kann durchaus ontisch emergente Attribute anerkennen.
C3PO hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 09:07
Kernthese: esse sequitur operari
Das Sein folgt dem Handeln.

*Funktionale Einheit: Operateur und Operation sind analytisch, nicht ontologisch trennbar.
Die klassische Trennung von „Träger“ und „Tätigkeit“ verliert damit ihren ontologischen Primat.
Ein Substanzontologe muss nicht behaupten, dass es Substanzen gibt, die keine aktiv-operativen Substanzen sind.

Mit dem eliminativen/reduktiven Prozessismus erhalten wir hingegen widersinnige Sätze wie "Das Fließen fließt" (statt "Das Fließende fließt"), "Das Schwimmen schwimmt" (statt "Das Schwimmende/Der Schwimmer schwimmt") und "Das Arbeiten arbeitet" (statt "Das Arbeitende/Der Arbeiter arbeitet").
C3PO hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 09:07
3. Physik jenseits der „Bauklötze“: Felder als fundamentale Realität
Der Einwand, ein Wirbel setze ein Substrat voraus, beruht auf einer intuitiven Korpuskelontologie. Moderne physikalische Interpretationen (Quantenfeldtheorie) verschieben diese Perspektive.
Substanzontologie ≠ Korpuskelontologie!
C3PO hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 09:07
Statt Objekten sind Felder und ihre Stabilitätsmuster fundamental.
Felder sind keine selbstständig-selbsttragenden Wesen. Ohne mindestens eine sie tragende materielle Ursubstanz oder Urmaterie kann es keine Felder geben. – Es gibt keine Kraft ohne Stoff! Es gibt wohl auch keinen Stoff ohne Kraft, und es mag einen allgegenwärtigen kosmischen Urkraftstoff geben; doch das ist ein Stoff mit innewohnender Kraft, der sich ontologisch nicht auf seine Kraft reduzieren lässt.
C3PO hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 09:07
Zentrale Punkte:
  • Energie als Grundstruktur: Materie erscheint als kondensierte Form von Energieprozessen.
  • Topologische Stabilität: „Dinge“ sind metastabile Konfigurationen in Feldstrukturen.
  • Relationale Primatstellung: Nicht Objekte erzeugen Relationen, sondern Relationen stabilisieren Objekterscheinungen.
Damit entfällt die Notwendigkeit eines Substrats im klassischen Sinn.
Es mag sein, dass die antisubstanzistische Sichtweise auf scheinbare Dinge oder Substanzen wie Organismen, Moleküle, Atome und Partikel zutrifft; aber selbst dann bestünde weiterhin die ontologische Notwendigkeit eines dinglich-stofflichen Prozesssubstrats, welches die Raumzeit selbst sein könnte.
Ein ontologisch konsistenter reduktiver Prozessismus muss zumindest vor einer fundamentalen Substanz, einer Ursubstanz oder Urmaterie Halt machen und diese als ontologisch irreduzibel anerkennen.

Vielleicht hat Samuel Alexander (1859–1938) mit seinem Weltbild recht:
"Another hypothesis as to the connection between things or events and the Space and Time they occupy places in is that Space and Time are not merely the order of their coexistence or succession, but are, as it were, the stuff or matrix (or matrices) out of which things or events are made, the medium in which they are precipitated and crystallised; that the finites are in some sense complexes of space and time. In the language familiar from the seventeenth-century philosophy, things and events are 'modes' of these 'substances', extension and duration." (p. 38)
————————————
"Eine weitere Hypothese hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Dingen oder Ereignissen und dem Raum und der Zeit, die sie einnehmen, besagt, dass Raum und Zeit nicht bloß die Ordnung ihres Nebeneinanders oder ihrer Aufeinanderfolge darstellen, sondern gewissermaßen der Stoff oder die Matrix (bzw. die Matrizen) sind, aus denen Dinge oder Ereignisse gebildet sind – jenes Medium, in dem sie sich niederschlagen und kristallisieren; dass die endlichen Dinge in gewissem Sinne Komplexe aus Raum und Zeit sind. In der aus der Philosophie des 17. Jahrhunderts vertrauten Terminologie sind Dinge und Ereignisse „Modi“ jener „Substanzen“: Ausdehnung und Dauer." [übersetzt von Google]

"The hypothesis is that the simplest being is Space-Time itself, and that material things are but modes of this one simple being, finite complexes of Space-Time or motion, dowered with the qualities which are familiar to us in sensible experience." (p. 172)
————————————
"Die Hypothese lautet, dass das einfachste Wesen die Raumzeit selbst ist und dass materielle Dinge lediglich Modi dieses einen einfachen Wesens sind – endliche Komplexe aus Raumzeit oder Bewegung, ausgestattet mit jenen Qualitäten, die uns aus der sinnlichen Erfahrung vertraut sind." [übersetzt von Google]

"A thing or complex substance is then a contour of space (i.e. a volume with a contour) within which take place the motions correlated to the qualities of the thing; and the complex substance or thing is the persistence in time of this spatial contour with its defining motions." (p. 270)
————————————
"Ein Ding oder eine komplexe Substanz ist demnach eine Kontur des Raumes (d. h. ein Volumen mit einer Kontur), innerhalb deren jene Bewegungen stattfinden, die mit den Qualitäten des Dinges korreliert sind; und die komplexe Substanz oder das Ding ist das zeitliche Fortbestehen dieser räumlichen Kontur mitsamt ihren definierenden Bewegungen." [übersetzt von Google]

"[A] substance in respect of its qualities may be described as a space of a certain contour stippled over with qualities. There is no pretence of any mysterious support of qualities, such as Berkeley shrunk from and thought to be a 'brute senseless somewhat'. The support of qualities is nothing more or less than the space-time within whose spatial contour they are united, they themselves being parts of the space, whose contour their configuration defines. For though we have spoken mainly for convenience of the space-contour, yet remembering that substance is persistence of this spatial contour through time, each moment of the substance being a particular of which the law of configuration is the universal (the singular universal), we must think of substance as a specially defined volume of space-time. The substance may be material or mental or living. But ultimately the substantiality of it is its defined volume of space-time." (p. 276)
————————————
"Eine Substanz lässt sich – hinsichtlich ihrer Qualitäten betrachtet – als ein Raum von bestimmter Kontur beschreiben, der mit Qualitäten durchsetzt ist. Es wird hierbei nicht die Existenz eines mysteriösen Trägers der Qualitäten postuliert – eines solchen, vor dem Berkeley zurückschreckte und den er als ein „rohes, besinnungsloses Etwas“ bezeichnete. Der Träger der Qualitäten ist nichts anderes als die Raumzeit, innerhalb deren räumlicher Kontur sie vereint sind; sie selbst sind Teile jenes Raumes, dessen Kontur durch ihre Konfiguration bestimmt wird. Denn wenngleich wir – vornehmlich der Einfachheit halber – zumeist von der „Raumkontur“ gesprochen haben, so müssen wir doch, eingedenk der Tatsache, dass Substanz in der zeitlichen Beständigkeit eben dieser Raumkontur besteht – wobei jeder Augenblick der Substanz ein Einzelnes darstellt, dessen Konfigurationsgesetz das Allgemeine (das singuläre Allgemeine) bildet –, die Substanz als ein spezifisch definiertes Volumen der Raumzeit begreifen. Diese Substanz mag materieller, geistiger oder belebter Natur sein; doch letztlich besteht ihre Substantialität in eben diesem definierten Volumen der Raumzeit." [übersetzt von Google]

"Space-Time is the one stuff of which all things are made." (p. 320)
————————————
"Die Raumzeit ist der eine Stoff, aus dem alle Dinge bestehen." [übersetzt von Google]

"In truth, infinite Space-Time is not the substance of substances, but it is the stuff of substances. No word is more appropriate to it than the ancient one of hyle. Just as a roll of cloth is the stuff of which coats are made but is not itself a coat, so Space-Time is the stuff of which all things, whether as substances or under any category, are made. If I call it the stuff and not the material, it is to avoid confusion with the very much more specific idea of matter, as matter is commonly understood. Matter is a finite complex of space-time with the material quality." (p. 341)
————————————
"In Wahrheit ist die unendliche Raumzeit nicht die Substanz der Substanzen, sondern sie ist der Stoff der Substanzen. Kein Wort ist für sie treffender als das alte [griechische] Wort hyle. So wie eine Stoffbahn der Stoff ist, aus dem Mäntel gefertigt werden – selbst aber kein Mantel ist –, so ist die Raumzeit der Stoff, aus dem alle Dinge bestehen, sei es als Substanzen oder unter irgendeiner anderen Kategorie. Wenn ich sie den Stoff und nicht die Materie nenne, so geschieht dies, um eine Verwechslung mit dem weitaus spezifischeren Begriff der Materie zu vermeiden – so, wie Materie gemeinhin verstanden wird. Materie ist ein endlicher Komplex aus Raumzeit, der die materielle Qualität besitzt." [übersetzt von Google]

(Alexander, Samuel. Space, Time, and Deity: The Gifford Lectures at Glasgow 1916-1918. Vol. 1. London: Macmillan & Co., 1920.)

"Finite things are substances, and as such are volumes of space-time with a determinate contour and internal configuration. That is to say, they are determinate volumes of space-time which are the scene of movements possessing their appropriate qualities, and they persist throughout the succession and interplay of these movements through a finite time, and have a beginning, a history, and a death. The spatio-temporal volume or contour is that which unifies all its qualities into a connected whole. There are therefore three constituent 'elements' to be distinguished within a thing. First, its space and time. Second, the processes with their qualities which take place within it. Third, its permanent plan of construction or configuration."
————————————
"Endliche Dinge sind Substanzen, und als solche sind sie Raum-Zeit-Volumina mit einer bestimmten Kontur und inneren Konfiguration. Das heißt: Es sind bestimmte Raum-Zeit-Volumina, die Schauplatz von Bewegungen sind, welche ihre jeweils eigenen Qualitäten besitzen; sie bestehen fort inmitten der Abfolge und des Wechselspiels dieser Bewegungen über eine endliche Zeit hinweg und haben einen Anfang, eine Geschichte und ein Ende. Das raumzeitliche Volumen oder die Kontur ist jenes Element, das all seine Qualitäten zu einem zusammenhängenden Ganzen vereint. Innerhalb eines Dinges sind daher drei konstituierende „Elemente“ zu unterscheiden: erstens sein Raum und seine Zeit; zweitens die Prozesse samt ihren Qualitäten, die sich in seinem Inneren vollziehen; drittens sein dauerhafter Konstruktions- oder Konfigurationsplan." [übersetzt von Google]

(Alexander, Samuel. Space, Time, and Deity: The Gifford Lectures at Glasgow 1916-1918. Vol. 2. London: Macmillan & Co., 1920. pp. 75-6)



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Timberlake
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Do 4. Jun 2026, 15:10

Consul hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 01:38
Unteilbarkeit im Sinn von Unzusammengesetztheit aus kleineren diskreten Dingen bedeutet nicht notwendigerweise räumliche Unausgedehntheit = Nulldimensionalität.
Es ist keine empirische Tatsache, dass Quarks und Leptonen nulldimensional sind, sondern wohl nur eine mathematische Idealisierung;
Wohlgemerkt eine mathematische Idealisierung im aristotelischen Sinn ...


Consul hat geschrieben :
Di 18. Nov 2025, 22:53

Man muss absolute Unabhängigkeit oder Selbstständigkeit aber gar nicht als Wesensmerkmal des Substanzbegriffs betrachten. Eine Substanz kann (im aristotelischen Sinn) einfach ein Einzelwesen sein wie ein Pferd.
.. so wie das ein Pferd ein Einzelwesen ist.


Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität

TEILE – GANZES BEZIEHUNG, NÄHERE BESTIMMUNG:
1. EINFACHE GANZHEIT: Sandhaufen, Wolke. Konzertierte Aktion fehlt oder ist sehr
einfach.
2. NICHT TRIVIALE GANZHEIT: Konstitutive Ganzheiten, die für einen Mechanismus
(oder Teilsystem) stehen und dessen Komponenten enthalten. Diese stehen in Relationen, welche das Durchlaufen einer bestimmten Kausalkette sicherstellen.
Dadurch wird das Konstruktionsziel des Mechanismus erreicht.
Oder auch, als ein TEIL einer EINFACHEN GANZHEIT, so wie ein Pferd, das Einzelwesen einer Herde , ein Sandkorn, das ein Einzelwesen in einem Sandhaufen bzw. ein Wassertropfen, das Einzelwesen in einer Wolke ist . Weil leider ein Beispiel zur NICHT TRIVIALEN GANZHEIT fehlt, so mache ich einmal das, also den Substanzbegriff im aristotelischen Sinn, bei einem Pferd an den Eigenschaften der DNA, beim Sandkorn an den Eigenschaften von Quarz (Siliziumdioxid, SiO2))und bei einem Wassertropfen an den Eigenschaften eines Wassermoleküls fest.

und um das "GANZE" im Sinne (wie ich einmal annehme) von Rudolf Pirnbacher und nicht zu vergessen der Prozess-Ontologie abzurunden ..
Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität

PRAGMATISCHE NULLEBENE: Man wählt eine Ebene aus, auf welcher die
Wechselwirkungen stattfinden. Um nicht zu viele Details einzubeziehen, soll die
universale Systemebene so hoch möglich, und um die reduktive Erklärung bestmöglich
zu veranschaulichen, so tief wie notwendig gewählt werden. Bei einer Reduktion über
mehrere Stufen hinab geht der Erklärungswert verloren.
Entsprechend der Prozess-Ontologie ist demgemäß jene PRAGMATISCHE NULLEBENE auszuwählen , auf der die Wechselwirkungen (im aristotelischen Sinn ) stattfinden ..

... bei einem Sandkorn die PRAGMATISCHE NULLEBENE eines Sandhaufens
... bei einem Pferd die PRAGMATISCHE NULLEBENE einer Herde
... bei einem Wassertropfen die PRAGMATISCHE NULLEBENE einer Wolke

EINFACHE GANZHEITEN betreffend!

... bei der DNA die PRAGMATISCHE NULLEBENE eines Pferdes
... beim Quarz (Siliziumdioxid, SiO2) die PRAGMATISCHE NULLEBENE eines Sandkorns
... beim Wassermolekül die PRAGMATISCHE NULLEBENE eines Wassertropfen

NICHT TRIVIALE GANZHEITEN betreffend!

So einfach lassen sich Prozess-Ontologie und Substanz-Ontologie unter einem Hut bringen. Wenn man den Substanz- und den Prozessbegriff, im aristotelischen Sinn und nicht zu vergessen (wie ich einmal annehme) im Sinn von Rudolf Pirnbacher interpretiert.
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 08:23
Prozesse sind nur ein Teilaspekt von Geschehnissen, Teile - Ganzheitsbeziehungen, Supervenienz und Emergenz sind darüberhinausgehende hilfreiche Erklärungsmodelle.




Rudolf Pirnbacher
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Fr 5. Jun 2026, 13:45

Timberlake hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 15:10
Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität
TEILE – GANZES BEZIEHUNG, NÄHERE BESTIMMUNG:
1. EINFACHE GANZHEIT: Sandhaufen, Wolke. Konzertierte Aktion fehlt oder ist sehr
einfach.
2. NICHT TRIVIALE GANZHEIT: Konstitutive Ganzheiten, die für einen Mechanismus
(oder Teilsystem) stehen und dessen Komponenten enthalten. Diese stehen in Relationen, welche das Durchlaufen einer bestimmten Kausalkette sicherstellen.
Dadurch wird das Konstruktionsziel des Mechanismus erreicht.

Oder auch, als ein TEIL einer EINFACHEN GANZHEIT, so wie ein Pferd, das Einzelwesen einer Herde , ein Sandkorn, das ein Einzelwesen in einem Sandhaufen bzw. ein Wassertropfen, das Einzelwesen in einer Wolke ist . Weil leider ein Beispiel zur NICHT TRIVIALEN GANZHEIT fehlt, so mache ich einmal das, also den Substanzbegriff im aristotelischen Sinn, bei einem Pferd an den Eigenschaften der DNA, beim Sandkorn an den Eigenschaften von Quarz (Siliziumdioxid, SiO2))und bei einem Wassertropfen an den Eigenschaften eines Wassermoleküls fest.
Beispiele für nicht-triviale Ganzheiten.
Die zweite Art zusammengesetzter Dinge sind die nicht-trivialen Ganzheiten. Es sind konstitutive Ganzheiten, die für einen Mechanismus (oder Teilsystem) stehen und dessen Komponenten enthalten. Diese stehen in Relationen, welche das Durchlaufen einer bestimmten Kausalkette sicherstellen. Dadurch wird das Konstruktionsziel des Mechanismus erreicht.
Die Eigenschaften der Ganzheit sind abhängig: Form, Farbe, Gewicht usw., dazu kommt eine Emergenz, die dem Konstruktionsziel des Mechanismus entspricht. Sie kommt durch die konzertierte Aktion der Komponenten zustande, ist als neue Eigenschaft oder neues Verhalten beschreibbar und im Besitz der Ganzheit.

An einem Mechanismus sind 2 Arten von Relationen beteiligt: 1) Kausalrelationen regeln den Ablauf der Kausalkette bis zum Erreichen des Konstruktionszieles. Kausalrelationen sind, von Spezialfällen abgesehen, nicht umkehrbar. 2) Eine konstitutive Relation beschreibt die Beziehung der Komponenten zu ihrer Ganzheit.

1.Beispiel, eine Zellmembran:
Eine Zellmembran verstehen wir in funktioneller Hinsicht als einen Mechanismus, der sich aus flächenhaft angeordneten, parallel wirksamen Funktionseinheiten konstituiert, u.a. aus molekularen Ionenpumpen und Ionenkanälen. Wir betrachten nun eine Zellmembran, die Millionen von Ionenkanälen enthält und durch sie die Eigenschaft der elektrischen Erregbarkeit besitzt, also Aktionspotentiale generiert. Die Ionenkanäle mit ihren Relationen sind die Komponenten, ihre Anordnung ist parallel. Die Ionenströme der einzelnen Kanäle sind voneinander unabhängig bis auf den Umstand, dass sie alle von dem gemeinsamen Membranpotential V angetrieben werden.
Die konstitutive Ganzheit ist die Zellmembran als Mechanismus, ihre emergente Eigenschaft ist die Erregbarkeit, ablesbar an dem pulsierenden Zeitverlauf des Membranpotentials V(t).
Kann nun die Zellmembran ihre Komponenten, die Ionenkanäle beeinflussen? Tut sie dies, indem sie über ihr Membranpotential die Ionenströme verändert? Rein umgangssprachlich bekommt man diesen Eindruck. Jedoch gehört es zu den Kausalrelationen der Komponenten, dass die Variable 'Membranpotential' nach dem Ohmschen Gesetz aus der Variablen 'Summe der Ionenströme' resultiert. Das Membranpotential resultiert also aus der konzertierten Aktion der Komponenten, deren Ströme umgekehrt vom Membranpotential beeinflusst werden. Die Ganzheit des Mechanismus der Erregbarkeit kommt in diesem Formalismus nicht vor. Die Ganzheit ist eine abhängige Entität ohne funktionelle Aufgaben in dem Mechanismus, den sie repräsentiert. Sie wirkt nicht auf ihre Komponenten.

2.Beispiel, eine Katze:
Wenn eine Katze sich putzt, ist das nicht eine Wirkung der Ganzheit 'Katze' auf ihre Teile? Es ist bequem, das so auszudrücken, aber eigentlich handelt es sich um eine Interaktion von Teilen: die Pfote interagiert mit der Zunge und dem Fell. Das Gehirn steuert diesen Vorgang. Die Ganzheit Katze ist nicht kausal beteiligt. Sie kann ihren Teilen nicht begegnen, deshalb nicht kausal abwärts wirken.
Zuletzt geändert von Rudolf Pirnbacher am Fr 5. Jun 2026, 14:34, insgesamt 1-mal geändert.




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Fr 5. Jun 2026, 14:16

Zum Verhältnis Prozess- und Substanzontologie findet ihr meine Meinung hier:

https://gedankenueberdiewelt.jimdofree. ... amentaler/

Der Beitrag stellt zwei grundlegende ontologische Perspektiven gegenüber: die Vorstellung einer Welt aus Zuständen und die Vorstellung einer Welt im Werden. Während die Zustandsontologie Prozesse als Folgen von Zuständen versteht, betrachtet die Prozessontologie Zustände als Momentaufnahmen fortlaufender Entwicklungen. Beide Sichtweisen besitzen eigene Stärken und Schwierigkeiten. Der Text untersucht ihre jeweiligen Erklärungspotenziale und zeigt, weshalb die Fragen nach Stabilität und Veränderung untrennbar miteinander verbunden sind.




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Fr 5. Jun 2026, 15:06

Consul hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 05:17
C3PO hat geschrieben :
Mi 3. Jun 2026, 09:07

Statt Objekten sind Felder und ihre Stabilitätsmuster fundamental.
Felder sind keine selbstständig-selbsttragenden Wesen. Ohne mindestens eine sie tragende materielle Ursubstanz oder Urmaterie kann es keine Felder geben. – Es gibt keine Kraft ohne Stoff! Es gibt wohl auch keinen Stoff ohne Kraft, und es mag einen allgegenwärtigen kosmischen Urkraftstoff geben; doch das ist ein Stoff mit innewohnender Kraft, der sich ontologisch nicht auf seine Kraft reduzieren lässt.
Licht breitet sich in Form von Lichtquanten selbständig im leeren Raum aus, und hat die Ruhemasse 0. Obwohl masselos, trägt Licht Energie und Impuls. Das führt dazu, dass Licht auf Gegenstände einen messbaren Druck ausüben kann (Strahlungsdruck).
Ein Körper, zum Beispiel ein Stein, besteht nicht nur aus seiner raumzeitlichen Masse, dem Koordinaten zugeordnet werden können, sondern aus auch aus seinem umgebenden Gravitationsfeld, welches in den unendlichen Raum hinaus wirkt.
Der Schluss ist daher gerechtfertigt, dass sowohl Massen als auch Felder in sehr vielfältiger Weise miteinander verwoben sind. Im Alltagsverständnis ist es sicher gerechtfertigt zu sagen, dass der Stein für sich allein existiert. Betrachtet man aber alle Wirkungparameter, so stellt man fest, das Masse und Felder immer irgendwie zusammen gehören und sich gegenseitig bedingen.




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Fr 5. Jun 2026, 21:28

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 15:06
im leeren Raum
Aber der leere Raum ist nicht wirklich leer, das muss man wohl noch dazu sagen. Denn das gesamte Universum ist ja erfüllt von Feldern ...



In diesem Video gibt es ungefähr ab Minute 21:45 eine Computersimulation von leerem Raum. Und man muss sagen: da ist ganz schön was los im leeren Raum!



Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“

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Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 13:45
Das Gehirn steuert diesen Vorgang.
Hattest du dich nicht an anderer Stelle für "embodied Kognition" ausgesprochen? Aber jetzt behauptest du das glatte Gegenteil, oder?



Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“

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Fr 5. Jun 2026, 21:50

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 13:45
Timberlake hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 15:10
Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität
TEILE – GANZES BEZIEHUNG, NÄHERE BESTIMMUNG:
1. EINFACHE GANZHEIT: Sandhaufen, Wolke. Konzertierte Aktion fehlt oder ist sehr
einfach.
2. NICHT TRIVIALE GANZHEIT: Konstitutive Ganzheiten, die für einen Mechanismus
(oder Teilsystem) stehen und dessen Komponenten enthalten. Diese stehen in Relationen, welche das Durchlaufen einer bestimmten Kausalkette sicherstellen.
Dadurch wird das Konstruktionsziel des Mechanismus erreicht.

Oder auch, als ein TEIL einer EINFACHEN GANZHEIT, so wie ein Pferd, das Einzelwesen einer Herde , ein Sandkorn, das ein Einzelwesen in einem Sandhaufen bzw. ein Wassertropfen, das Einzelwesen in einer Wolke ist . Weil leider ein Beispiel zur NICHT TRIVIALEN GANZHEIT fehlt, so mache ich einmal das, also den Substanzbegriff im aristotelischen Sinn, bei einem Pferd an den Eigenschaften der DNA, beim Sandkorn an den Eigenschaften von Quarz (Siliziumdioxid, SiO2))und bei einem Wassertropfen an den Eigenschaften eines Wassermoleküls fest.
Beispiele für nicht-triviale Ganzheiten.
Die zweite Art zusammengesetzter Dinge sind die nicht-trivialen Ganzheiten. Es sind konstitutive Ganzheiten, die für einen Mechanismus (oder Teilsystem) stehen und dessen Komponenten enthalten. Diese stehen in Relationen, welche das Durchlaufen einer bestimmten Kausalkette sicherstellen. Dadurch wird das Konstruktionsziel des Mechanismus erreicht.
Die Eigenschaften der Ganzheit sind abhängig: Form, Farbe, Gewicht usw., dazu kommt eine Emergenz, die dem Konstruktionsziel des Mechanismus entspricht. Sie kommt durch die konzertierte Aktion der Komponenten zustande, ist als neue Eigenschaft oder neues Verhalten beschreibbar und im Besitz der Ganzheit.

An einem Mechanismus sind 2 Arten von Relationen beteiligt: 1) Kausalrelationen regeln den Ablauf der Kausalkette bis zum Erreichen des Konstruktionszieles. Kausalrelationen sind, von Spezialfällen abgesehen, nicht umkehrbar. 2) Eine konstitutive Relation beschreibt die Beziehung der Komponenten zu ihrer Ganzheit.
Und was würde demnach gegen oder für das sprechen, was ich dazu im o.g. Zitat als Beispiele aufgeführt habe? Also bei einem Pferd, die Eigenschaften der DNA, beim Sandkorn, die Eigenschaften von Quarz (Siliziumdioxid, SiO2))und bei einem Wassertropfen , die Eigenschaften eines Wassermoleküls. Wohlgemerkt im Gegensatz zu dem, was ich als Beispiel als TEil zu einer EINFACHEN GANZHEIT aufgeführt habe, und zwar ein Pferd als Einzelwesen einer Herde, ein Sandkorn als Einzelwesen in einem Sandhaufen und ein Wassertropfen, das Einzelwesen in einer Wolke.
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 13:45

1.Beispiel, eine Zellmembran:
Eine Zellmembran verstehen wir in funktioneller Hinsicht als einen Mechanismus, der sich aus flächenhaft angeordneten, parallel wirksamen Funktionseinheiten konstituiert, u.a. aus molekularen Ionenpumpen und Ionenkanälen. Wir betrachten nun eine Zellmembran, die Millionen von Ionenkanälen enthält und durch sie die Eigenschaft der elektrischen Erregbarkeit besitzt, also Aktionspotentiale generiert. Die Ionenkanäle mit ihren Relationen sind die Komponenten, ihre Anordnung ist parallel. Die Ionenströme der einzelnen Kanäle sind voneinander unabhängig bis auf den Umstand, dass sie alle von dem gemeinsamen Membranpotential V angetrieben werden.
Die konstitutive Ganzheit ist die Zellmembran als Mechanismus, ihre emergente Eigenschaft ist die Erregbarkeit, ablesbar an dem pulsierenden Zeitverlauf des Membranpotentials V(t).
Kann nun die Zellmembran ihre Komponenten, die Ionenkanäle beeinflussen? Tut sie dies, indem sie über ihr Membranpotential die Ionenströme verändert? Rein umgangssprachlich bekommt man diesen Eindruck. Jedoch gehört es zu den Kausalrelationen der Komponenten, dass die Variable 'Membranpotential' nach dem Ohmschen Gesetz aus der Variablen 'Summe der Ionenströme' resultiert. Das Membranpotential resultiert also aus der konzertierten Aktion der Komponenten, deren Ströme umgekehrt vom Membranpotential beeinflusst werden. Die Ganzheit des Mechanismus der Erregbarkeit kommt in diesem Formalismus nicht vor. Die Ganzheit ist eine abhängige Entität ohne funktionelle Aufgaben in dem Mechanismus, den sie repräsentiert. Sie wirkt nicht auf ihre Komponenten.

2.Beispiel, eine Katze:
Wenn eine Katze sich putzt, ist das nicht eine Wirkung der Ganzheit 'Katze' auf ihre Teile? Es ist bequem, das so auszudrücken, aber eigentlich handelt es sich um eine Interaktion von Teilen: die Pfote interagiert mit der Zunge und dem Fell. Das Gehirn steuert diesen Vorgang. Die Ganzheit Katze ist nicht kausal beteiligt. Sie kann ihren Teilen nicht begegnen, deshalb nicht kausal abwärts wirken.
Zumal im Vergleich dazu deine Beispiele zur NICHT TRIVIALE GANZHEIT eher dazu geeignet sind, zu verwirren, als das sie erklären. So zumindest mein Eindruck, so wie ich jetzt nicht sehe, wie sich daraus, wie bei meinen Beispielen auch Rückschlüsse auf eine EINFACHE GANZHEIT ergeben, als da wären ..
  • die Eigenschaften der DNA bei einem Pferd ( Teil einer NICHTTRIVIALEN GANZHEIT) auf das Pferd als Einzelwesen einer Herde (Teil einer EINFACHEN GANZHEIT)
  • die Eigenschaften von Quarz (Siliziumdioxid, SiO2)beim Sandkorn ( Teil einer NICHTTRIVIALEN GANZHEIT) auf das Sandkorn als Einzelwesen in einem Sandhaufen(Teil einer EINFACHEN GANZHEIT)
  • die Eigenschaften eines Wassermoleküls beim Wassertropfen ( Teil einer NICHTTRIVIALEN GANZHEIT) auf den Wassertropfen als Einzelwesen in einer Wolke (Teil einer EINFACHEN GANZHEIT)
Auch gehe einmal davon aus, dass meine Beispiele, weil in Form von
  • Pferd/ Herde/ DNA
  • Sandkorn/ Sandhaufen/ Quarz (Siliziumdioxid, SiO2)
  • Wassertropfen/Wolke/ Wassermolekül
.. in wortwörtlicher Rede generalisierend, sehr viel verständlicher rüber kommen. So das es meiner Meinung nach demzufolge nur folgerichtig ist, wenn ich behauptet habe ..
Timberlake hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 15:10

So einfach lassen sich Prozess-Ontologie und Substanz-Ontologie unter einem Hut bringen. Wenn man den Substanz- und den Prozessbegriff, im aristotelischen Sinn und nicht zu vergessen (wie ich einmal annehme) im Sinn von Rudolf Pirnbacher interpretiert.
Übrigens
Das dazu von dir, wie auch von niemand anderen hier, nicht eingegangen wurde, finde ich doch schon sehr merkwürdig.
Zuletzt geändert von Timberlake am Fr 5. Jun 2026, 22:48, insgesamt 2-mal geändert.




Rudolf Pirnbacher
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Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 21:28
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 15:06
im leeren Raum
Aber der leere Raum ist nicht wirklich leer, das muss man wohl noch dazu sagen. Denn das gesamte Universum ist ja erfüllt von Feldern ...



In diesem Video gibt es ungefähr ab Minute 21:45 eine Computersimulation von leerem Raum. Und man muss sagen: da ist ganz schön was los im leeren Raum!
„Licht breitet sich in Form von Lichtquanten selbständig im leeren Raum aus, und hat die Ruhemasse 0.“
Da tut sich tatsächlich einiges im Vakuum, also im masseleeren Raum, es breiten sich alle Arten von elektromagnetische Wellen aus. Dazu gehören Radiowellen, Mikrowellen, Infrarotstrahlen Licht, Ultraviolette Strahlen, Röntgenstrahlen, Gammastrahlen.




Rudolf Pirnbacher
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Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 21:44
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 13:45
Das Gehirn steuert diesen Vorgang.
Hattest du dich nicht an anderer Stelle für "embodied Kognition" ausgesprochen? Aber jetzt behauptest du das glatte Gegenteil, oder?
„Wenn eine Katze sich putzt, ist das nicht eine Wirkung der Ganzheit 'Katze' auf ihre Teile? Es ist bequem, das so auszudrücken, aber eigentlich handelt es sich um eine Interaktion von Teilen: die Pfote interagiert mit der Zunge und dem Fell. Das Gehirn steuert diesen Vorgang. Die Ganzheit Katze ist nicht kausal beteiligt. Sie kann ihren Teilen nicht begegnen, deshalb nicht kausal abwärts wirken.“

Exakt ausgedrückt, die Katzenkomponente Gehirn steuert die Katzenkomponente Pfote mit der Katzenkomponente Zunge die Katzenkomponente Fell. Die Ganzheit Katze, also das was die Katze tatsächlich ausmacht ist jedoch sehr viel mehr als die sehr wenigen vorgenannten Katzenkomponenten. Die Katze als ein Ganzes hat eine andere Qualität, als es nur all die physiologischen Komponenten haben. kG ist sehr viel mehr als die Summe aller K.




Timberlake
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Fr 5. Jun 2026, 23:10

@Rudolf Pirnbacher
Also spätesten jetzt frage ich mich ernsthaft, was in dir vorgeht. Wo du nun mehr, nach Kenntnisname des Beitrag102543, weiter an deinen Beispielen festhältst.

Weil mein System, mit meinen Beispielen, meiner Meinung nach, quasi ein Abziehbild davon ist, also diesen UNIVERSALEN SYSTEMEBENEN, dazu nur mal zur Erinnerung ...

Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität

8. UNIVERSALE SYSTEMEBENEN: Ein neues Konzept, das Konzept der universalen
Systemebenen wurde entwickelt. Die Ebenen enthalten die gleichen grundlegenden
physikalischen Elemente, und jede Ebene ist allumfassend. Daher sind die
grundlegenden Vorgänge alle gleich, und verlaufen synchron auf jeder Ebene. Die
ebenenspezifischen Objekte und Abläufe werden symbolisch dargestellt. Die Ebenen
unterscheiden sich in der Gruppierung der Elemente, die mit ebenenspezifischen
Symbolen dargestellt werden, und ihre Eigenschaften veranschaulichen. Die
grundlegenden Abläufe sind laut Hypothese des reduktiven Physikalismus immer rein
physikalisch, und finden identisch in jeder Ebene statt. Da alle Ebenen durch Identität
verbunden sind, bedarf es keiner weiteren Kopplung der Ebenen.
Wie ich mich übrigens dabei dazu ebenfalls explizit, mit Zitaten, auf deine Publikation bezogen habe. So das, wenn ich nun mehr weiterhin von dir ignoriert werde, ich wohl als einziger verbleiben werde, der sich dessen bedient.




Rudolf Pirnbacher
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Fr 5. Jun 2026, 23:51

Timberlake hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 15:10
Oder auch, als ein TEIL einer EINFACHEN GANZHEIT, so wie ein Pferd, das Einzelwesen einer Herde , ein Sandkorn, das ein Einzelwesen in einem Sandhaufen bzw. ein Wassertropfen, das Einzelwesen in einer Wolke ist . Weil leider ein Beispiel zur NICHT TRIVIALEN GANZHEIT fehlt, so mache ich einmal das, also den Substanzbegriff im aristotelischen Sinn, bei einem Pferd an den Eigenschaften der DNA, beim Sandkorn an den Eigenschaften von Quarz (Siliziumdioxid, SiO2))und bei einem Wassertropfen an den Eigenschaften eines Wassermoleküls fest.
Bei den Nicht trivialen Ganzheiten geht es einerseits um Mechanismen, wie zum Beispiel die Umwandlung der DNA in die Messenger RNA, die wieder über mehrere Schritte Zellen produziert, die wiederum Organe produzieren, die zusammen mit den Lernprozessen in einer bestimmten Umwelt erst das Pferd ausmachen. Als Folge diese Mechanismen kommen über mehrere Ebenen neue Ganzheiten zustande, die völlig neue Eigenschaften haben als die Komponenten der darunterliegenden Ebene.

PRAGMATISCHE NULLEBENE: Man wählt eine Ebene aus, auf welcher die
Wechselwirkungen stattfinden. Um nicht zu viele Details einzubeziehen, soll die
universale Systemebene so hoch möglich, und um die reduktive Erklärung bestmöglich
zu veranschaulichen, so tief wie notwendig gewählt werden. Bei einer Reduktion über
mehrere Stufen hinab geht der Erklärungswert verloren.

Anbei eine weiterführende Ausführung zur pragmatischen Nullebene:
Die Realität, also, die ultimative Nullebene, enthält keine konstitutiven Ganzheiten. Solche Ganzheiten sind nur Vorstellungen.
Die Arbeit mit einer ultimativen Nullebene hat jedoch den Nachteil der Unanschaulichkeit. Die Elementarteilchen folgen ihren physikalischen Gesetzen und der Anschluss höherer Ebenen an dieses Geschehen ist vielleicht denkbar aber keineswegs offensichtlich. So sind wir mit der Frage überfordert, welche Rolle ein Elektron in einem Atom eines Hormonrezeptors spielt, etwa in der Physiologie seines menschlichen Wirtes und damit in dessen Familie und in der menschlichen Gesellschaft überhaupt. Die große Zahl von Mikroobjekten, ihre paradox anmutenden Eigenschaften und das evtl. Fehlen von Schlüsselbegriffen wie Raum und Zeit machen die Bearbeitung vieler Probleme der höheren Systemebenen unmöglich. Deshalb wählen wir den folgenden pragmatischen Ansatz:
Aus dem klassischen Szenario von Systemebenen wählen wir eine Ebene, auf der alle Interaktionen von Objekten stattfinden sollen. Wir tun so, als bestünden die Objekte dieser Ebene nicht aus Komponenten. Diese pragmatische Nullebene vertritt nun die ultimative Nullebene. Zur Vermeidung unnötigen Details wählen wir die Ebene so hoch wie möglich. Im Hinblick auf angestrebte reduktionistische Erklärungen wählen wir sie so tief wie nötig. Wenn wir an biologischen Beschreibungen interessiert sind, könnten wir die Ebene der Atome oder der Moleküle als Interaktionsebene wählen. Alle realen Objekte wären dann Atome oder Moleküle. Über dieser Interaktionsebene erscheinen nun unsere Ganzheiten. Jede vertritt hoheitlich eine Gruppe von Objekten, die auf der Interaktionsebene in einer bestimmten geordneten Relation stehen, etwa ein Molekül bilden oder den Mechanismus Ionenpumpe realisieren. Die Ganzheiten haben konventionelle Namen wie Glutamatrezeptor, Wachstumshormon oder Kalziumpumpe. Nennen wir die Ganzheiten, die aus der Nullebene hervorgehen, konstitutive Ganzheiten erster Ordnung oder kG(1). Sie befinden sich auf der ersten Konstruktionsebene. Sofern nun die kG(1) miteinander in geordneten Relationen stehen und Mechanismen bilden, gehen aus ihnen Ganzheiten zweiter Ordnung hervor, die kG(2). Sie befinden sich auf der zweiten Konstruktionsebene. Hier finden wir etwa die Organellen einer lebenden Zelle. Durch die geordneten Relationen der kG(2) kommen wir zu den kG(3). Dies sind schon ganze lebende Zellen, etwa Neurone, auf der dritten Konstruktionsebene.
Dem pragmatischen Ansatz zufolge finden alle Interaktionen zwischen realen Objekten auf der gewählten Nullebene statt. Der Überbau von Konstruktionsebenen dient nur der mentalen Veranschaulichung, der Vermeidung überflüssigen Details und der Konzentration auf das Wesentliche bzw. auf das, wofür wir uns interessieren.




Rudolf Pirnbacher
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Sa 6. Jun 2026, 00:27

Timberlake hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 23:10
Weil mein System, mit meinen Beispielen, meiner Meinung nach, quasi ein Abziehbild davon ist, also diesen UNIVERSALEN SYSTEMEBENEN, dazu nur mal zur Erinnerung ...
Ich beziehe mich auf das neue Modell der Systemtheorie, das von Bernd Lindemann entwickelt wurde. Bernd Lindemann, der leider 2021 verstorben ist, war Zellmembran Forscher, und hatte sich zeitlebens mit dem komplexen Aufbau der Zelle beschäftigt. Daraus hat er eben oben genanntes Modell entwickelt.
Ich persönlich bin leider nicht in der Lage, alle Modelle der Systemtheorie dahingehend zu beurteilen, ob sie genau der Vorstellung Lindemanns entsprochen hätten. Generell ist auch zu sagen, dass es sich bei diesen Modellen um Hilfsmittel handelt, die sehr komplexe Zusammenhänge zu verdeutlichen versuchen. Je nachdem, was man genauer beschreiben möchte werden auch die Modelle angepasst werden müssen. Also nach meiner Meinung wird alles, was zur möglichst guten Beschreibung von Prozessen und emergenten Eigenschaften beiträgt, ein brauchbares Modelle der Systemtheorie sein.




Timberlake
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Sa 6. Jun 2026, 02:51

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 23:51
Timberlake hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 15:10
Oder auch, als ein TEIL einer EINFACHEN GANZHEIT, so wie ein Pferd, das Einzelwesen einer Herde , ein Sandkorn, das ein Einzelwesen in einem Sandhaufen bzw. ein Wassertropfen, das Einzelwesen in einer Wolke ist . Weil leider ein Beispiel zur NICHT TRIVIALEN GANZHEIT fehlt, so mache ich einmal das, also den Substanzbegriff im aristotelischen Sinn, bei einem Pferd an den Eigenschaften der DNA, beim Sandkorn an den Eigenschaften von Quarz (Siliziumdioxid, SiO2))und bei einem Wassertropfen an den Eigenschaften eines Wassermoleküls fest.
Bei den Nicht trivialen Ganzheiten geht es einerseits um Mechanismen, wie zum Beispiel die Umwandlung der DNA in die Messenger RNA, die wieder über mehrere Schritte Zellen produziert, die wiederum Organe produzieren, die zusammen mit den Lernprozessen in einer bestimmten Umwelt erst das Pferd ausmachen.
Wo mir nun mehr endlich klar geworden ist, was deiner Meinung nach die nicht trivialen Ganzheiten, im Zusammenhang mit einem meiner Beispiele ist, so würde ich dir zumindest darin zustimmen, dass es zwischen der Ebene der DNA und der Ebene von einem Pferd tatsächlich sehr viel mehr Ebenen gibt, als wie zwischen Quarz (Siliziumdioxid, SiO2)) und einem Sandkorn oder zwischen dem Wassermolekül und einem Wassertropfen. Um bei dieser Gelegenheit auch noch die anderen beiden Beispiele von mir einzubeziehen. Insofern diese Beispiele in etwa mit der Umwandlung der DNA in die Messenger RNA bei einem Pferd vergleichbar sind. Ist doch so ... oder?

Dazu nur mal zur Info

Übersicht mit KI
Die Funktion: Wie die mRNA arbeitet

Unsere DNA (das Erbgut) liegt sicher im Zellkern und ist der große Bauplan. Da die DNA den Kern nicht verlassen darf, nutzt die Zelle mRNA als Transportmittel:
  • Abschreiben: Ein Gen (ein bestimmter Abschnitt der DNA) wird in eine mRNA umgeschrieben.
  • Transport: Die mRNA wandert aus dem Zellkern zu den Proteinfabriken (Ribosomen) im Zellinneren.
  • Produktion: Anhand dieser Anleitung stellt die Zelle das entsprechende Protein her.
  • Abbau: Ist das Protein fertig, wird die mRNA schnell und rückstandslos abgebaut




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Sa 6. Jun 2026, 07:55

Timberlake hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 15:10
So einfach lassen sich Prozess-Ontologie und Substanz-Ontologie unter einem Hut bringen. Wenn man den Substanz- und den Prozessbegriff, im aristotelischen Sinn und nicht zu vergessen (wie ich einmal annehme) im Sinn von Rudolf Pirnbacher interpretiert.
"In der Ontologie des Aristoteles sind Prozesse keine fundamentalen Entitäten, sondern vielmehr Modifikationen, Tätigkeiten oder Übergänge von Primärsubstanzen. Im Gegensatz zur modernen Prozessphilosophie – die postuliert, dass die Welt aus fließenden Ereignissen besteht – basiert das System des Aristoteles fest auf dem Substanzbegriff. Für ihn sind stabile Dinge (wie ein Mensch, ein Pferd oder ein Baum) die primären Realitäten, und „Prozesse“ sind schlicht das, was diese Substanzen tun oder was ihnen widerfährt.

Aristoteles kategorisiert und erklärt Prozesse systematisch anhand spezifischer metaphysischer Konzepte, die sich durch seine Werke ziehen, insbesondere durch die Physik und die Metaphysik.

1. Aktualität und Potenzialität (Entelecheia und Dynamis)
Um das antike Rätsel zu lösen, wie Veränderung möglich ist, ohne dass etwas aus dem Nichts entsteht, definiert Aristoteles den Prozess über zwei grundlegende Seinszustände:

* Potenzialität (Dynamis): Die einer Substanz innewohnende Fähigkeit, etwas anderes zu werden oder auf eine bestimmte Weise zu handeln (z. B. besitzt eine Eichel das Potenzial, zu einer Eiche zu werden).
* Aktualität (Entelecheia / Energeia): Die Erfüllung oder Verwirklichung dieses Potenzials.
* Die Definition des Prozesses: In Physik III definiert Aristoteles Veränderung oder Prozess bekanntlich als die Aktualität einer Potenzialität, gerade insofern sie Potenzialität ist. Ein Prozess ist der Zwischenbereich – die aktive Verwirklichung einer Fähigkeit, bevor diese ihr endgültiges, statisches Ziel erreicht.

2. Die Unterscheidung zwischen Kinesis und Energeia
Aristoteles unterscheidet zwei grundlegend verschiedene Arten von Prozessen, je nachdem, ob sie ein externes Ziel haben:

* Kinesis (Bewegung / unvollständiger Prozess): Dies sind zielgerichtete Prozesse, die enden, sobald das Ziel erreicht ist (z. B. der Bau eines Hauses, der Weg zum Geschäft oder der Heilungsprozess). Der Prozess selbst ist unvollständig, solange er andauert; man kann nicht gleichzeitig „ein Haus bauen“ und „das Haus gebaut haben“.
* Energeia (Tätigkeit / vollständiger Prozess): Dies sind Prozesse, die ihr Ziel in sich selbst tragen und in jedem Augenblick vollständig sind (z. B. Sehen, Denken oder Leben). In genau dem Moment, in dem man sieht, hat man bereits gesehen. Es handelt sich um fortlaufende, in sich geschlossene Tätigkeiten und nicht um lineare Übergänge.

3. Die vier Arten der Veränderung (Metabole)
Prozesse manifestieren sich in der physischen Realität durch vier verschiedene Arten von Übergängen, die direkt seinem System ontologischer Kategorien entsprechen:

1. Substantielle Veränderung: Entstehung und Vergehen (das Ins-Dasein-Treten oder Aufhören zu existieren, wie etwa Geburt oder Tod). Dies verändert die Primärsubstanz selbst.
2. Qualitative Veränderung: Eine Substanz verändert ihre Eigenschaften, bleibt aber dieselbe Entität (z. B. wenn sich Blätter im Herbst braun färben).
3. Quantitative Veränderung: Wachstum oder Abnahme (z. B. wenn ein Kätzchen zu einer Katze heranwächst).
4. Lokale Bewegung: Orts- oder Lageveränderung im Raum (z. B. ein fallender Stein oder ein fliegender Vogel).

4. Prozesse im Kategoriensystem
In seinem Werk Kategorien führt Aristoteles zehn Seinskategorien auf. Prozesse fallen primär unter zwei spezifische akzidentelle Kategorien, die zu ihrer Existenz stets eine zugrunde liegende Substanz voraussetzen:

* Wirken/Handeln/Aktion (Poiein): Das Einwirken auf etwas anderes (z. B. das Werfen eines Speers, das Erhitzen von Wasser oder das Unterrichten).
* Erleiden/Affektion/Passion (Paschein): Das Einwirken einer äußeren Kraft erfahren (z. B. von einem Speer getroffen werden, heiß werden oder lernen).

Zusammenfassung: Die Abhängigkeit des Prozesses
Für Aristoteles kann ein Prozess nicht losgelöst für sich allein existieren. Es gibt kein „Laufen“ ohne Läufer und kein „Erhitzen“ ohne ein Objekt, das heiß wird. Prozesse sind die dynamischen Bahnen, auf denen zugrunde liegende Substanzen ihre natürlichen Potenziale verwirklichen."

Quelle: Google KI [übersetzt aus dem Englischen von Google]



"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding

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Sa 6. Jun 2026, 08:18

Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 23:51
Aus dem klassischen Szenario von Systemebenen wählen wir eine Ebene, auf der alle Interaktionen von Objekten stattfinden sollen. Wir tun so, als bestünden die Objekte dieser Ebene nicht aus Komponenten. Diese pragmatische Nullebene vertritt nun die ultimative Nullebene. Zur Vermeidung unnötigen Details wählen wir die Ebene so hoch wie möglich. Im Hinblick auf angestrebte reduktionistische Erklärungen wählen wir sie so tief wie nötig.
Jawohl, wobei ich als ontologischer Reduktionist denke, dass es keine Ebenen oder Schichten des Seins/der Wirklichkeit im Sinn des ontologischen Emergentismus gibt, sondern nur semiologische (auf Zeichen oder Repräsentationen bezogene) Ebenen oder Schichten der "Begreifung" (Begriffsbildung), Beschreibung und Erklärung des Seins/der Wirklichkeit. Das heißt, Systeme und Mechanismen als Ganzheiten befinden sich und operieren auf derselben Seinsebene—welche die einzige Seinsebene ist—wie ihre fundamentalen Teile (Elemente/Komponenten).
Aus der Sicht des ontologischen Reduktionismus ist das vertikale Basis-Überbau-Modell des ontologischen Emergentismus falsch, weil es keine Überbauten oberhalb der Grundebene gibt.

Nicolai Hartmann (selbst ein ontologischer Emergentist) unterscheidet zwischen ontischen "Überformungen", die mit dem ontologischen Reduktionismus vereinbar sind, und ontischen "Überbauungen", die nur mit dem ontologischen Emergentismus vereinbar sind. Das Chemische und das Biologische sind für ihn ontisch reduzible Überformungen des Physikalischen, wohingegen das Psychologische (als personaler, subjektiver Geist) und das (Kultur-)Soziologische (als "objektiver Geist") ontisch irreduzible Überbauungen des Biologischen/Chemischen/Physikalischen sind.



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Sa 6. Jun 2026, 08:56

Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 08:18
Jawohl, wobei ich als ontologischer Reduktionist denke, dass es keine Ebenen oder Schichten des Seins/der Wirklichkeit im Sinn des ontologischen Emergentismus gibt, sondern nur semiologische (auf Zeichen oder Repräsentationen bezogene) Ebenen oder Schichten der "Begreifung" (Begriffsbildung), Beschreibung und Erklärung des Seins/der Wirklichkeit. Das heißt, Systeme und Mechanismen als Ganzheiten befinden sich und operieren auf derselben Seinsebene—welche die einzige Seinsebene ist—wie ihre fundamentalen Teile (Elemente/Komponenten).
Aus der Sicht des ontologischen Reduktionismus ist das vertikale Basis-Überbau-Modell des ontologischen Emergentismus falsch, weil es keine Überbauten oberhalb der Grundebene gibt.
Genau das ist es, was uns Bernd Lindemann in seiner Systemtheorie nahe bringen will, dass wir zwar aus Verständnisgründen komplexe Modelle im Stufenbau benötigen, um Erklärungsmodell liefern zu können, aber tatsächlich finden alle Vorkommnisse in der aller untersten Schicht, der ultimativen Nullebene statt. So kann auch eine der am meisten diskutierten Fragen der Physik, wie etwas Mentales auf etwas Körperliches wirken kann, gelöst werden. Mentales findet tatsächlich statt, aber eben auf der ultimativen Nullebene.




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Sa 6. Jun 2026, 13:52

Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 07:55
Timberlake hat geschrieben :
Do 4. Jun 2026, 15:10
So einfach lassen sich Prozess-Ontologie und Substanz-Ontologie unter einem Hut bringen. Wenn man den Substanz- und den Prozessbegriff, im aristotelischen Sinn und nicht zu vergessen (wie ich einmal annehme) im Sinn von Rudolf Pirnbacher interpretiert.
"In der Ontologie des Aristoteles sind Prozesse keine fundamentalen Entitäten, sondern vielmehr Modifikationen, Tätigkeiten oder Übergänge von Primärsubstanzen. Im Gegensatz zur modernen Prozessphilosophie – die postuliert, dass die Welt aus fließenden Ereignissen besteht – basiert das System des Aristoteles fest auf dem Substanzbegriff. Für ihn sind stabile Dinge (wie ein Mensch, ein Pferd oder ein Baum) die primären Realitäten, und „Prozesse“ sind schlicht das, was diese Substanzen tun oder was ihnen widerfährt.

Quelle: Google KI [übersetzt aus dem Englischen von Google]
Womit doch Aristoteles doch zugleich was gemacht hat? Prozess-Ontologie und Substanz-Ontologie unter einem Hut gebracht?


Consul hat geschrieben :
Sa 6. Jun 2026, 08:18
Jawohl, wobei ich als ontologischer Reduktionist denke, dass es keine Ebenen oder Schichten des Seins/der Wirklichkeit im Sinn des ontologischen Emergentismus gibt, sondern nur semiologische (auf Zeichen oder Repräsentationen bezogene) Ebenen oder Schichten der "Begreifung" (Begriffsbildung), Beschreibung und Erklärung des Seins/der Wirklichkeit. Das heißt, Systeme und Mechanismen als Ganzheiten befinden sich und operieren auf derselben Seinsebene—welche die einzige Seinsebene ist—wie ihre fundamentalen Teile (Elemente/Komponenten).
Aus der Sicht des ontologischen Reduktionismus ist das vertikale Basis-Überbau-Modell des ontologischen Emergentismus falsch, weil es keine Überbauten oberhalb der Grundebene gibt.
Nur eben mit dem Unterschied, dass für Aristoteles Substanzen die Basis der Prozesse und deshalb die Prozesse nur der Überbau der Substanzen sind.
Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität

8. UNIVERSALE SYSTEMEBENEN: Ein neues Konzept, das Konzept der universalen
Systemebenen wurde entwickelt. Die Ebenen enthalten die gleichen grundlegenden
physikalischen Elemente, und jede Ebene ist allumfassend. Daher sind die
grundlegenden Vorgänge alle gleich, und verlaufen synchron auf jeder Ebene. Die
ebenenspezifischen Objekte und Abläufe werden symbolisch dargestellt. Die Ebenen
unterscheiden sich in der Gruppierung der Elemente, die mit ebenenspezifischen
Symbolen dargestellt werden, und ihre Eigenschaften veranschaulichen. Die
grundlegenden Abläufe sind laut Hypothese des reduktiven Physikalismus immer rein
physikalisch, und finden identisch in jeder Ebene statt. Da alle Ebenen durch Identität
verbunden sind, bedarf es keiner weiteren Kopplung der Ebenen.
Der ontologische Reduktionismus eines horizontalen Basis-Überbau-Modells , weil universal, der wiederum das auf den Punkt bringt, womit Rudolf Pirnbacher vermutlich wiederum ein Problem hat. Dies als Abziehbild dieser UNIVERSALEN SYSTEMEBENEN zur Kenntnis zu nehmen. Wie ich einmal annehme ..
Timberlake hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 23:10
@Rudolf Pirnbacher
Also spätesten jetzt frage ich mich ernsthaft, was in dir vorgeht. Wo du nun mehr, nach Kenntnisname des Beitrag102543, weiter an deinen Beispielen festhältst.

Weil mein System, mit meinen Beispielen, meiner Meinung nach, quasi ein Abziehbild davon ist, also diesen UNIVERSALEN SYSTEMEBENEN, dazu nur mal zur Erinnerung ...

Rudolf Pirnbacher
Seminar: Mentale Kausalität

8. UNIVERSALE SYSTEMEBENEN: Ein neues Konzept, das Konzept der universalen
...
.. so wie ihm, das keinerlei Rede wert war. Also mein System, mit meinen Beispielen, gleichfalls als Abziehbild von diesen UNIVERSALEN SYSTEMEBENEN zu interpretieren.




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