Leben wir in einer Matrix?

Aspekte metaphysischer Systementwürfe und der Ontologie als einer Grunddisziplin der theoretischen Philosophie können hier diskutiert werden.
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Schimmermatt
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Di 11. Sep 2018, 22:11

Leben wir in einer Matrix?

Ja. Alles ist Mathematik, wir sind Programme.

Leben wir in einer Matrix?

Nein. Alles ist Mathematik, wir sind Programme.


Eine Metaphysik, die zu viel erklärt, erklärt nichts?



"Manche Leute werden heutzutage langsam wahnsinnig. Ich schnell." C. Schlingensief

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Jörn Budesheim
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Mi 12. Sep 2018, 19:03

Vielleicht sind alle Metaphysiken, die mit "alles ist x" arbeiten, einfach nur "Entlastungsphantasien"? Immerhin wird man die unüberschaubare Vielfalt der Phänomene los und muss sich nicht mit beängstigenden Unendlichkeiten herumschlagen. Wenn in Wahrheit alles X ist, dann alles ja vielleicht alles viel einfacher, als es einem jeder Alltag zeigt. Sorgen? ... sind doch nur Mathematik. :-)




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Schimmermatt
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Mi 12. Sep 2018, 21:43

Die Schnittmenge Deiner Metaphysiken der Art "Alles ist x" und meiner der Art, die "alles erklären", dürfte RIESIG sein...

Ansonsten ist das schon ein echt erbarmungswürdiges Schauspiel, welches die einstmals stolze "Königin der Wissenschaften" (Kant) da mittlerweile zu fechten gedenkt. Nicht aufgrund der mangelhaften philosophischen Expertise ihrer Proponenten, sondern eher ob einer offenkundigen Tendenz der Metaphysik, alle hoffnungsvollen Optimismen langsam durch immer nüchternere Voraussagen oder Modelle zu ersetzen. Frühere Heilsversprechen sind lange als so naiv entlarvt, dass das "Heil" sogar schon in der immerhin psychologisch entlastenden Abscheidung von Verantwortung gesucht wird, ein Minimalkonsens des Heils, damit und so das irgendwann "endlich Ruhe ist". Von Himmel redet keiner mehr. Das ist Pyrrhons (und Pyrrhus') Sieg in der späten Nachspielzeit der Verlängerung der Metaphysik (und eigentlich der mit Kant gegründeten Erkenntnistheorie en passant).

Ich schätze, Buddha und Schopenhauer hätten ihren Spaß, was immer das bei ihnen heißen mag...



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Schimmermatt
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Do 13. Sep 2018, 17:28

Tommy hat geschrieben :
Mi 12. Sep 2018, 21:59
Es geht wahrscheinlich gar nicht anders. Ist ja auch unangenehm zugeben zu müssen, dass man im Grunde nichts versteht.
Angesichts dieser Situation sucht dann der Eine Trost in der Religion, der Nächste in der Mathematik und wieder Einer in der Philosophie.
Tja. Das Dilemma ist bloß, dass die Unruhe für gewöhnlich irgendwann zu kartesischen "ersten Philosophien" verleitet. Entweder lässt man dann die Unruhe über die Präzision siegen und fundiert ein schon nicht mehr unzweifelhaftes Cogito nebst noch abenteuerlicher zusammengereimten Folgebehauptungen, deren störende Implikationen man ignoriert oder weginterpretiert, oder man hat nur "Etwas ist" (eventuell kann man auch das noch, allerdings recht theoretisch-sophistisch, bezweifeln...).



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Jörn Budesheim
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Do 13. Sep 2018, 17:34

Schimmermatt hat geschrieben :
Do 13. Sep 2018, 17:28
Etwas ist
:-) das erinnert mich wirklich ein ganz, ganz alte Zeiten!




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Schimmermatt
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Do 13. Sep 2018, 18:04

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Do 13. Sep 2018, 17:34

:-) das erinnert mich wirklich ein ganz, ganz alte Zeiten!

Bin, wie wohl zu erwarten war, bereit, dies zu verteidigen. :-)



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Jörn Budesheim
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Do 13. Sep 2018, 18:10

Ich hab mich allerdings sehr weit von meiner damaligen Position entfernt. Ich vertrete heute einen direkten Realismus :-)




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Jörn Budesheim
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Ich lese und denke nach ... manchmal. :-)




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Schimmermatt
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Sa 15. Sep 2018, 15:27

Interessant ist die Tendenz der Konstruktivisten, sich selber nicht ernst zu nehmen. Konsequent durchgehalten müssten ihre erkenntnistheoretisch skeptischen Prämissen zur Kapitulation vor dem kartesischen Täuschergott führen, statt zum selber dogmatisch auftretenden und nur symbolisch eingehegten Gegenpol zum Empirismus, dem Rationalismus, zu führen. Die Kompetenzorientierung der heutigen Pädagogik ist z.B. so ein Kind davon, eine dogmatische, inkonsequente Skepsis, so paradox das auch ist.



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Ge0rgo
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Sa 4. Jul 2020, 12:04

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 22. Okt 2017, 11:54

Gibt es nichts als eine mathematische Struktur wie Marcus Müller meint?
Alles im Universum gehorcht mathematischen Gesetzen, so sehr, dass Mathematik eine universelle Sprache genannt wird.




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Jörn Budesheim
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Ge0rgo hat geschrieben :
Sa 4. Jul 2020, 12:04
Alles im Universum gehorcht mathematischen Gesetzen, so sehr, dass Mathematik eine universelle Sprache genannt wird.
Willkommen im Forum!

Wenn alles im Universum mathematischen Gesetzen gehorcht, dann auch der Satz von dir, den ich gerade zitiert habe. Nur fehlt mir die Vorstellung, was das bedeuten könnte für den fraglichen Satz?!




Ge0rgo
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Wenn wir immer noch über die Matrix sprechen, die ein Programm ist und daher mathematisch korrekt ist, wird es nicht möglich sein, die Gesetze der Mathematik zu verletzen. In unserer Welt müssen wir diese Wissenschaft jedoch regelmäßig überprüfen, da es ... Ausnahmen gibt. Also ich gebe zu, dass wir immer noch nicht in der Matrix sind :)




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Saphirblau
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So 25. Dez 2022, 17:56

Die deterministische Problematik der Programmierung durch Gene hat in Bezug zum Bewusstsein des Menschen eine Limitierung der Zugänge, zu additionaler Wirklichkeit, zur Folge und das ist der genetisch somatische Determinismus der menschlichen Realität.

Ich möchte euch alle einmal darauf hinweisen dass dieses pejorativ etikettierte soziale Fehlkonstrukt, welches ihr als Welt des Menschen bezeichnet, deshalb aus Lüge und Betrug besteht, weil ihr alle solche Angst vor der Wahrheit habt und damit ihr eure bescheidene geistige Evolution in einem molekularen Gefängnis (Körper) erleben könnt.

Damit aber das Drama der Materie leichter regiert werden kann von euren Führern, wurde alles so arrangiert, dass ihr sogar gesagt bekommt wie ihr denken sollt und es wurden Richtlinien für richtiges und unerwünschtes Denken aufgestellt, besonders in den letzten Jahren. Damit ist die Frage dieser Thematik beantwortet.

Vermutlich seid ihr aber alle bereits so sehr programmiert dass ihr die Wahrheit nicht mehr akzeptiert, sondern mit Widerstand reagiert und damit die Wahrheit noch mehr bestätigt. Euer Bewusstsein erinnert auf lächerliche Weise an einen multidimensionalen Bahnhof der verschiedene Züge auf einem Schachbrett wie Ideen in einer Matrix aus Mathematik, für die Seele dahinter, organisiert.




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AndreaH
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Mo 26. Dez 2022, 02:33

Saphirblau hat geschrieben :
So 25. Dez 2022, 17:56


Damit aber das Drama der Materie leichter regiert werden kann von euren Führern, wurde alles so arrangiert, dass ihr sogar gesagt bekommt wie ihr denken sollt und es wurden Richtlinien für richtiges und unerwünschtes Denken aufgestellt, besonders in den letzten Jahren. Damit ist die Frage dieser Thematik beantwortet.
Meinst du damit die politischen Führer?




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Saphirblau
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Di 24. Jan 2023, 23:30

AndreaH hat geschrieben :
Mo 26. Dez 2022, 02:33
Saphirblau hat geschrieben :
So 25. Dez 2022, 17:56


Damit aber das Drama der Materie leichter regiert werden kann von euren Führern, wurde alles so arrangiert, dass ihr sogar gesagt bekommt wie ihr denken sollt und es wurden Richtlinien für richtiges und unerwünschtes Denken aufgestellt, besonders in den letzten Jahren. Damit ist die Frage dieser Thematik beantwortet.
Meinst du damit die politischen Führer?
Ich weigere mich, verstehen zu wollen, was politische Führer sein sollen, weil der Akt des Verstehens in diesem Fall eine unterbewusste Zusage für eine aufgedrängte Interpretation sein könnte.




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AndreaH
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Saphirblau hat geschrieben :
Di 24. Jan 2023, 23:30

Ich weigere mich, verstehen zu wollen, ....
Alles gut,... ich fand irgendetwas interessant an deinem Text, sogar auf den Punkt gebracht. Kann aber jetzt nicht mehr darlegen was es war?! ;)




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