Von der Pflicht (Richard Precht)

Gemeinsame Lektüre und Besprechung philosophischer und anderer Literatur.
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AufDerSonne
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Mi 16. Aug 2023, 17:57

Wer hat das Buch, von der Pflicht, schon gelesen? Wer hätte Interesse daran, es zu diskutieren?
Es ist von Richard David Precht. Es ist gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen, trotz der schwierigen Gedanken, die behandelt werden.

Die zentrale Frage des Buchs ist: Wie können wir unser Pflichtbewusstsein und unser Verantwortungsgefühl stärken?

Ein Vorschlag von Precht ist es, zwei soziale Pflichtjahre einzuführen. Eines für junge Menschen nach dem Schulabgang und eines für Menschen im Renteneintrittsalter.
Der Sinn dieser Pflichtjahre besteht in der Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Es ist ausdrücklich ein Vorschlag und keine Forderung von Precht.

Ich finde diesen Vorschlag sehr interessant. Es geht auch darum den Bürger- und Gemeinsinn zu stärken. Ist das Solidaritätsgefühl bei den Menschen in Europa wirklich am Leiden? Also das frage ich mich jetzt.
Oder wissen die Menschen nur nicht, wie man es umsetzen soll? Wie kann man anderen sinnvoll helfen?
Die Bürger haben Pflichten gegenüber dem Staat, der Staat gegenüber den Bürgern. Kennen wir diese Pflichten?



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Jörn Budesheim
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Mi 16. Aug 2023, 18:31

Die Idee, einen Leser Thread einzurichten, ist ganz hervorragend. Danke! Aber ein Buch von Richard David Precht werde ich ganz sicher nicht lesen :)




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AufDerSonne
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Mi 16. Aug 2023, 18:38

Ja gut, ich weiss jetzt nicht so recht, was ich darauf erwidern soll.
Man kann auch über Pflicht diskutieren, ohne das Buch zu lesen. Ich denke, das Thema ist ja klar genug.
Also du bist herzlich eingeladen, trotzdem mit zu diskutieren und sonst hat es vielleicht andere, die es interessiert?



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Jörn Budesheim
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Do 17. Aug 2023, 07:39

AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 16. Aug 2023, 18:38
Ich denke, das Thema ist ja klar genug.
Was ist Pflicht? Pflicht ist das, was man als Mensch tun sollte. Zum Beispiel: Menschen in Not helfen. Man hat Pflichten gegenüber anderen Menschen, sich selbst, aber auch anderen Lebewesen.




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Quk
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Fr 18. Aug 2023, 22:30

Auch ich habe von Precht noch kein Buch gelesen, aber sein Vorschlag mit den Pflichtjahren ist mir bekannt; den bringt er in den Medien seit Jahren. Zwei Gedanken dazu:


1. Wieviel Pflicht generiert wieviel Selbstwirksamkeits-Erfahrung?

Ich muss schon sagen, dass ich während meines 16-monatigen Zivildienstes tatsächlich vieles gelernt und erfahren habe hinsichtlich hilfsbedürftigen Senioren, Kindern mit Behinderung, oder auch sogenannten "schwer erziehbaren" aller Art. Um jetzt nur ein Beispiel zu nennen: Das Down-Syndrom, sofern nicht von einer Herzschwäche begleitet, schien mir meist so, als würde es zugleich ein Menschenliebe-Syndrom sein, ein Up-Syndrom; diese Kinder waren dermaßen offenherzig und begeisterungsfähig -- diese emotionale Erfahrung hätte ich aus Büchern nicht gewonnen. Oder: Ich werde nie vergessen, wie dieser "schwer erziehbare" Knirps zwar den ganzen Tag hoch angespannt und gewalttätig war, aber auch, wie er seine rationalen, ruhigen Momente hatte und seine respektvolle, soziale Intelligenz zum Vorschein kam. Unfassbar. Man lernte auch demente Damen und Herren kennen, elegante Leute, auch heitere. Und dann gabs auch nichtdemente Leute, nicht so würdevolle, eher schäbige, die Zivis als bestellbare, staatlich bezuschusste Haussklaven betrachteten und einem irrwitzige Arbeiten befahlen. Um es kurzzufassen: Ich muss mich auch fragen, waren für diese ganze Erfahrung wirklich 16 Monate nötig? Gereicht hätten vielleicht auch 16 Wochen? Am Ende des Tages fühlte ich mich jedenfalls wie das, was ich tatsächlich war: Eine billige Arbeitskraft, 40 Stunden die Woche, für 500 Mark monatlich. Selbstwirksamkeit habe ich da nicht gelernt. Die erfuhr ich davor und danach. Ich bin mir nicht sicher, aber könnte Prechts Idee von der Selbstwirksamkeit mittels Pflichtsystem nicht auch nur eine romantische Übertreibung sein?


2. Schulpflicht und vielleicht Kriegs- und Zivildienstpflicht für junge Menschen, warum dann nicht auch Sozialdienstpflicht für Alte?

Als Precht vor Jahren in den Talkshows mit der Werbung für jene Sozialdienstpflicht begann, blies auch gleich der Gegenwind. Daraufhin schwächte Precht die Sache mit der Pflicht etwas ab. Er schlug vor, dass man jenen Sozialdienst auch verweigern könne; kinderhassende Onkels wolle man schließlich eh nicht in den Schulen sehen. Mit dieser Pseudo-Pflicht wuchs die Zustimmung jedoch auch nicht. Im Lauf der Jahre schwächte Precht den Vorschlag noch weiter ab. Man müsse nicht ganztags und nicht täglich arbeiten, sondern nur wenige Stunden im Monat. -- Ich denke, nach all dieser Abschwächung stellt Precht jetzt nichts neues mehr auf den Tisch, denn das gibt es schon lange: Ehrenamtliche Tätigkeiten, ausgeführt von Alten. Einst wollte Precht die Dienst-Pflicht vorschlagen, jetzt will er den Dienst-Vorschlag vorschlagen. -- Nun, da wir dies schon haben, und wenn wir diese soziale Idee beliebter machen wollen, sollten wir, so meine ich, die noch zu sehr versteckten Angebote sichtbarer machen, die "selbstwirksamen" Möglichkeiten öffentlich zeigen, anstatt den Leuten per Pflichtbegriff etwas Abstraktes aufzwingen.

Aber nehmen wir einmal an, die Pflicht, wie sie Precht ursprünglich vorschlug, wäre nun tatsächlich im Bundestag zu debattieren, und die nächste Frage wäre dann, ob denn mit Blick auf die Pflicht ethisch ein Unterschied zu machen sei zwischen Jungen und Alten. -- Ich sage, ja, es gibt einen deutlichen Unterschied.

Keinen Unterschied gibt es beispielsweise hinsichtlich der Steuerpflicht oder den Verkehrsregeln; Menschen jeden Alters haben da dieselben Pflichten. Aber es gibt einen Unterschied hinsichtlich des Lebenswerks: Zum Beispiel des Lebenswerks der Ex-Supermarktregaleinräumerin. Sie hat jahrzehntelang der Gesellschaft gedient. Das meine ich ernst. Keine Ironie, keine Rhetorik-Trickserei. Sie hat unermüdlich ihren Mitmenschen geholfen beim Zugang zu Lebensmitteln. Das ist ebenso eine Lebensarbeit wie die von 65-jährigen Ex-Ärztinnen, Ex-Straßenfegern, Ex-Briefträgerinnen ... -- Junge Menschen sind noch keine Ex. Also die Notwendigkeit der Schulpflicht sieht wohl jeder ein. Die jungen haben noch keine Lebenserfahrung. Sie müssen für ihr Überleben mindestens Lesen, Schreiben, Rechnen lernen. Das heißt, mit derartigem Pflichtbegriff auf Junge zuzugehen ist in meinen Augen etwas ganz anderes als damit auf Alte zuzugehen. Es wirkt auf mich fast so, als würde man aus einer erzieherischen Höhe herab die Alten verkindlichen wollen.




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Jörn Budesheim
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Sa 19. Aug 2023, 07:04

Quk hat geschrieben :
Fr 18. Aug 2023, 22:30
Auch ich habe von Precht noch kein Buch gelesen
Ich habe schon mal was von ihm gelesen, "wer bin ich und wenn ja wie viele", zumindest in großen Teilen, aber die Figur, die Precht in den letzten Jahren in den Medien abgegeben hat, macht ihn für mich indiskutabel.

Aber zum Thema Pflichtjahr, ich hoffe ich schaffe es am Wochenende deinen Beitrag genauer zu lesen und etwas dazu zu schreiben. Heute und morgen werde ich allerdings die meiste Zeit im Garten sitzen und mit Künstlerkolleginnen zeichnen :)




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AufDerSonne
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Sa 19. Aug 2023, 13:02

Quk hat geschrieben :
Fr 18. Aug 2023, 22:30
Ich bin mir nicht sicher, aber könnte Prechts Idee von der Selbstwirksamkeit mittels Pflichtsystem nicht auch nur eine romantische Übertreibung sein?
Was meinst du denn zu einem mangelndem Solidaritätsgefühl in der Gesellschaft? Gibt es das? Ist die soziale Bindung der Menschen zu schwach hier in Europa?
Ich denke, es kocht schon stark jeder sein eigenes Süppchen. Man ist froh, wenn man von den anderen in Ruhe gelassen wird.
Besteht so nicht die Gefahr, dass man die sozialen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft nicht mehr wahrnimmt?

Was hältst du vom bedingungslosen Grundeinkommen?



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Timberlake
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Sa 19. Aug 2023, 14:24

AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 16. Aug 2023, 17:57


Die zentrale Frage des Buchs ist: Wie können wir unser Pflichtbewusstsein und unser Verantwortungsgefühl stärken?

Ein Vorschlag von Precht ist es, zwei soziale Pflichtjahre einzuführen. Eines für junge Menschen nach dem Schulabgang und eines für Menschen im Renteneintrittsalter.
Der Sinn dieser Pflichtjahre besteht in der Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Es ist ausdrücklich ein Vorschlag und keine Forderung von Precht.

Ich finde diesen Vorschlag sehr interessant. Es geht auch darum den Bürger- und Gemeinsinn zu stärken. Ist das Solidaritätsgefühl bei den Menschen in Europa wirklich am Leiden? Also das frage ich mich jetzt.
Oder wissen die Menschen nur nicht, wie man es umsetzen soll? Wie kann man anderen sinnvoll helfen?
Die Bürger haben Pflichten gegenüber dem Staat, der Staat gegenüber den Bürgern. Kennen wir diese Pflichten?
Um dazu , und zwar der Einführung von zwei sozialen Pflichtjahre , einmal Nietzsche zu Wort kommen zu lassen ..
  • Ein Wort noch gegen Kant als Moralist. Eine Tugend muß unsre Erfindung sein, unsre persönlichste Notwehr und Notdurft: in jedem andern Sinne ist sie bloß eine Gefahr. Was nicht unser Leben bedingt, schadet ihm: eine Tugend bloß aus einem Respekts-Gefühle vor dem Begriff »Tugend«, wie Kant es wollte, ist schädlich. Die »Tugend«, die »Pflicht«, das »Gute an sich«, das Gute mit dem Charakter der Unpersönlichkeit und Allgemeingültigkeit – Hirngespinste, in denen sich der Niedergang, die letzte Entkräftigung des Lebens, das Königsberger Chinesentum ausdrückt.
    Friedrich Nietzsche ... Der Antchrist
Wie Nietzsche bin ich der Meinung , dass nur wenn diese zwei sozialen Pflichtjahren eine persönlichste Notwehr und Notdurft ist , unser Leben bedingt , nur dann besteht der Sinn dieser Pflichtjahrein in der Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Wenn man die Menschen dazu par ordre du mufti verdonnert , dann könnte etwas "selbstwirksam" werden, dass so ganz und gar nicht geeignet ist , den Bürger- und Gemeinsinn zu stärken. Möglicherweise wird man dagegen so gar rebellieren. Als solches ich vielmehr ... weil von daher ehrlich gemacht ! .. für mehr ... freiwillige! .. soziale Pflichtjahre plädieren wüde.
Quk hat geschrieben :
Fr 18. Aug 2023, 22:30
Ich bin mir nicht sicher, aber könnte Prechts Idee von der Selbstwirksamkeit mittels Pflichtsystem nicht auch nur eine romantische Übertreibung sein?
Apropos "romantische Übertreibung" . Ich denke mal , was seine Idee von der Selbstwirksamkeit mittels Pflichtsystem betrifft , so macht es Precht tatsächlich wie die Weiblein ...
  • Ich nehme ein paar Skeptiker beiseite, den anständigen Typus in der Geschichte der Philosophie: aber der Rest kennt die ersten Forderungen der intellektuellen Rechtschaffenheit nicht. Sie machen es allesamt wie die Weiblein, alle diese großen Schwärmer und Wundertiere – sie halten die »schönen Gefühle« bereits für Argumente, den »gehobenen Busen« für einen Blasebalg der Gottheit, die Überzeugung für ein Kriterium der Wahrheit. Zuletzt hat noch Kant, in »deutscher« Unschuld, diese Form der Korruption, diesen Mangel an intellektuellem Gewissen unter dem Begriff »praktische Vernunft« zu verwissenschaftlichen versucht: er erfand eigens eine Vernunft dafür, in welchem Falle man sich nicht um die Vernunft zu kümmern habe, nämlich wenn die Moral, wenn die erhabne Forderung »du sollst« laut wird.
    Friedrich Nietzsche ... Der Antchrist
Gleichsam Kant ist offenbar auch er der Meinung, dass man ... "sich nicht um die Vernunft zu kümmern habe, nämlich wenn die Moral, wenn die erhabne Forderung »du sollst« ( und damit die Pflicht !) laut wird."
Zuletzt geändert von Timberlake am Sa 19. Aug 2023, 14:47, insgesamt 2-mal geändert.




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Quk
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Sa 19. Aug 2023, 14:39

Aufdersonne schrieb: "Ist die soziale Bindung der Menschen zu schwach hier in Europa?"

Du meinst, zu schwach, um materiellen Wohlstand für alle zu erzielen?

Oder meinst Du, zu schwach, um die Nächstenliebe zu verstärken, durch die auch unsere geistige Gesundheit verstärkt wird?

Vielleicht meinst Du beides?

Manche Umfragen haben anscheinend ergeben, dass in Bhutan, durchschnittlich betrachtet, die zufriedensten Menschen der Welt leben. (Ich sage absichtlich "Zufriedenheit" statt "Glück", weil manche Übersetzungen aus "Happiness" das "Glück" machen -- fälschlicherweise, meines Erachtens. "Glück" verstehe ich wie "Luck". "Happiness" kann ein angenehm mittiger Dauerzustand sein, "Luck" hingegen nur ein sehr intensiver Augenblick.) Also wenn man das kleine Bhutan ausnimmt, kann man die Frage wahrscheinlich weltweit stellen, nicht nur in Europa, denke ich.

Und ja, da hat man wohl immer einen Anlass zu dem allgemeinen Wunsch nach besseren sozialen Bindungen.


"Ich denke, es kocht schon stark jeder sein eigenes Süppchen. Man ist froh, wenn man von den anderen in Ruhe gelassen wird.
Besteht so nicht die Gefahr, dass man die sozialen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft nicht mehr wahrnimmt?"


Zu dieser Frage gehört vielleicht auch die Zusatzfrage: Will jeder wirklich jede Ungerechtigkeit überhaupt wahrnehmen? Ich denke, verschiedene Individuen haben verschiedene Wahrnehmungs-Filter. Die einen filtern viel, die anderen weniger. Wenn der Filter total fehlt, ensteht wohl Autismus oder der totale Wahnsinn.


"Was hältst du vom bedingungslosen Grundeinkommen?"

Als diese Idee vor 20 Jahren populärer wurde, war ich skeptisch. Im Verlauf des Fortschritts der maschinellen Arbeit in den letzen Jahren habe ich meine Skepsis aufgegeben und mich den Argumenten von Katja Kipping angeschlossen. Seit einigen Monaten wächst meine Skepsis wieder hinsichtlich der totalen Bedingungslosigkeit. Ich vermute, es wird irgendwann mit einem Kompromiss eingeführt, und mit der Zeit werden vielleicht die Bedingungen reduziert. Aber die totale Bedingungslosigkeit scheint mir eher unrealistisch in den nächsten 20 Jahren.


Timberlake, das sind wirklich thematisch passende Zitate vom Fritze, finde ich.




Timberlake
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Sa 19. Aug 2023, 15:04

Quk hat geschrieben :
Sa 19. Aug 2023, 14:39


"Ich denke, es kocht schon stark jeder sein eigenes Süppchen. Man ist froh, wenn man von den anderen in Ruhe gelassen wird.
Besteht so nicht die Gefahr, dass man die sozialen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft nicht mehr wahrnimmt?"


Zu dieser Frage gehört vielleicht auch die Zusatzfrage: Will jeder wirklich jede Ungerechtigkeit überhaupt wahrnehmen? Ich denke, verschiedene Individuen haben verschiedene Wahrnehmungs-Filter. Die einen filtern viel, die anderen weniger. Wenn der Filter total fehlt, ensteht wohl Autismus oder der totale Wahnsinn.

Verschiedene Wahrnehmungs-Filter , in dem sich .. so Precht .. der Charakter zeigt ..

  • "In Zeiten der Ausnahme, des Ausfalls gegen die kulturelle Norm, der Synkope in unserem Lebensrhythmus , in dem die alltägliche und automatisierte Geschmeidigkeit , mit der wir uns an unserer Umwelt anpassen , empfindlich gestört ist , zeigt sich der Charakter, Und es fällt ein bezeichnendes Licht auf unsere Einstellung , Haltungen und Befindlichkeiten , die nun schärfer vor Augen treten als in den Routinen."
    Precht ... Von der Pflicht

  • Studie: Deutsche ziehen sich zunehmend ins Private zurück
    Als Reaktion auf Krisen wie Krieg und Klimawandel ziehen sich die Deutschen einer Studie zufolge mehr und mehr ins Private zurück. Die bedrohliche Wirklichkeit klammern sie weitgehend aus und richten den Fokus auf ihre persönliche Lebenswelt.
... und wenn "charakterlose" Deutsche sich , als Reaktion auf Krisen , zumehmend ins ... PRIVATE! .... zurück ziehen, so sicherlich auch irgendwo auf deren Selbstverständnis gegründet, stets selbst zu wissen , was das Richtige ist ....
  • "Verhaltensaufforderungen treiben Widerspruch hervor , schon bei Kindern und noch mehr bei Erwachsenen , deren Selbstverständnis darauf gründet, stets selbst zu wissen was das Richtige ist"
    Precht ... Von der Pflicht
Wie heißt es doch dazu gleich passend bei Adorno ...

"Es gibt kein richtiges Leben im falschen"

"In der ersten, ursprünglichen Textfassung lautete der Satz: „Es läßt sich... PRIVAT! ...nicht mehr richtig leben
"

Zuletzt geändert von Timberlake am Sa 19. Aug 2023, 15:41, insgesamt 11-mal geändert.




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AufDerSonne
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Sa 19. Aug 2023, 15:22

Quk hat geschrieben :
Sa 19. Aug 2023, 14:39
"Ich denke, es kocht schon stark jeder sein eigenes Süppchen. Man ist froh, wenn man von den anderen in Ruhe gelassen wird.
Besteht so nicht die Gefahr, dass man die sozialen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft nicht mehr wahrnimmt?"


Zu dieser Frage gehört vielleicht auch die Zusatzfrage: Will jeder wirklich jede Ungerechtigkeit überhaupt wahrnehmen? Ich denke, verschiedene Individuen haben verschiedene Wahrnehmungs-Filter. Die einen filtern viel, die anderen weniger. Wenn der Filter total fehlt, ensteht wohl Autismus oder der totale Wahnsinn.
Solange man sich auswählen kann, welche sozialen Missstände man ausfiltern kann und welche nicht, ist das ja kein Problem.
Das Problem kommt dann, wenn man handeln muss. Wenn etwa der Nachbar nachts um drei Uhr laute Musik hört und man nicht schlafen kann deswegen.
Vielleicht auch wenn am Bahnhof innerhalb von zehn Minuten schon der dritte Bettler nach Geld fragt oder die Alkoholiker am Bahnhof herumschreien.
Spätestens dann, wenn man bestohlen wird oder Opfer von Gewalt.
Ein extremer Endzustand von sozialer Ungerechtigkeit könnte vielleicht ein Krieg sein?



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Timberlake
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Sa 19. Aug 2023, 18:32

AufDerSonne hat geschrieben :
Sa 19. Aug 2023, 15:22
Quk hat geschrieben :
Sa 19. Aug 2023, 14:39
"Ich denke, es kocht schon stark jeder sein eigenes Süppchen. Man ist froh, wenn man von den anderen in Ruhe gelassen wird.
Besteht so nicht die Gefahr, dass man die sozialen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft nicht mehr wahrnimmt?"


Zu dieser Frage gehört vielleicht auch die Zusatzfrage: Will jeder wirklich jede Ungerechtigkeit überhaupt wahrnehmen? Ich denke, verschiedene Individuen haben verschiedene Wahrnehmungs-Filter. Die einen filtern viel, die anderen weniger. Wenn der Filter total fehlt, ensteht wohl Autismus oder der totale Wahnsinn.
Solange man sich auswählen kann, welche sozialen Missstände man ausfiltern kann und welche nicht, ist das ja kein Problem.
Genau , das Ausfiltern von Misstände setzt eine dazu erforderliche Freiheit vorraus ...
AufDerSonne hat geschrieben :
Sa 19. Aug 2023, 15:22
Wenn etwa der Nachbar nachts um drei Uhr laute Musik hört und man nicht schlafen kann deswegen.
.. wie beispielsweise die Freiheit die laute Musik und damit dessen Misstand ausblenden zu können. Für den Fall , dass dergleichen nicht gelingt , so kommt man wohl nicht umhin den Nachbar in die Pflicht zu nehmen , diesen Missstand ab zu stellen. Um auf das Thema dieses Threads zurück zu kommen. Wobei allerdings Gefahr besteht , als solches , wiederum vom diesem Nachbarn , als Missstand wahrgenommen zu werden. ;)

  • "Wenn das verpflichtende Ich mit dem verpflichteten in einerlei Sinn genommen wird, so ist Pflicht gegen sich selbst ein sich widersprechender Begriff. Denn in dem Begriffe der Pflicht ist der einer passiven Nötigung enthalten (ich werde verbunden). Darin aber, daß es eine Pflicht gegen mich selbst ist, stelle ich mich als verbindend, mithin in einer aktiven Nötigung vor."
    Kant .. Metaphysik der Sitten
Kant spricht in diesem Zusammenhang von einer Nötigung . Ich , als Nachbar , werde dazu verbunden, die Nachtruhe einzuhalten

  • "Denn setzet: es gebe keine solche Pflichten ( gegen sich selbst ) , so würde es überall gar keine, auch keine äußere Pflichten geben. – Denn ich kann mich gegen andere nicht für verbunden erkennen, als nur so fern ich zugleich mich selbst verbinde; weil das Gesetz, kraft dessen ich mich für verbunden achte, in allen Fällen aus meiner eigenen praktischen Vernunft hervorgeht, durch welche ich genötigt werde, indem ich zugleich der Nötigende in Ansehung meiner selbst bin."
    Kant .. Metaphysik der Sitten


Wie wollte ich mich auch mit den Nachbarn, mit seinem Schlafbedürfnis, als verbunden erkennen, wenn ich mich mit der Einhaltung der Nachtruhe nicht selbst binde? Eine Selbstbindung , die aus meiner eigenen praktischen Vernunft hervorgeht, durch welche ich genötigt werde , indem ich zugleich der Nötigende , der gegen die Nachtruhe verstößt, in Ansehung meiner selbst bin.
AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 16. Aug 2023, 17:57
Wer hat das Buch, von der Pflicht, schon gelesen? Wer hätte Interesse daran, es zu diskutieren?
Es ist von Richard David Precht. Es ist gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen, trotz der schwierigen Gedanken, die behandelt werden.
Nur um an dieser Stelle mal die "schwierigen Gedanken" Kants zu Thema "Von der Pflicht" , an Hand deines Beispiels mit den Nachbarn zu erläutern.




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Quk
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So 20. Aug 2023, 00:10

Hier ein kleines Bildchen, das ich letztes Jahr auf ein gewisses Stichwort hin malte. -- "Jeder sein Süppchen", "Pflichtverbundenheit", "soziale Bindung" metaphorisiere ich genau so, wie das Bild es zeigt; das Stichwort lautete: "Menscheln".


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Timberlake
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So 20. Aug 2023, 13:22

Quk hat geschrieben :
So 20. Aug 2023, 00:10
Hier ein kleines Bildchen, das ich letztes Jahr auf ein gewisses Stichwort hin malte. -- "Jeder sein Süppchen", "Pflichtverbundenheit", "soziale Bindung" metaphorisiere ich genau so, wie das Bild es zeigt; das Stichwort lautete: "Menscheln".
Was mir doch bei diesem Süppchen fehlt ist , dass sie sich doch in dessen Zutaten mitunter doch schon sehr gleichen. Zumal wenn das Stichwort Mensch lautete. Denn so unterschiedlich gestrickt , so wie es das Bild suggeriert, ist der Mensch ganz sicher nicht. Ich finde schon , dass sich dazu , insbesondere bezüglich "Pflichtverbundenheit", "soziale Bindung" .. vordefinierte Strickmuster vorfinden. Strickmuster , dessen sich insbesondere Demagogen und Populisten zu bedienen zu wissen. Wenn auch als solches mit "heißer Nadel" gestrickt und deshalb gelegentlich pathologisch ..



  • Anthropologie in pragmatischer Hinsicht ... Kant
    Kants Buch wurde von seinen Zeitgenossen mit vorsichtiger Kritik aufgenommen, erntete zum Teil aber auch heftige Ablehnung. Am 19. Dezember 1798 äußerte Goethe gegenüber Schiller:
    • „Kants Anthropologie ist mir ein sehr wertes Buch und wird es künftig noch mehr sein, wenn ich es in geringen Dosen wiederholt genieße, denn im ganzen, wie es dasteht, ist es nicht erquicklich. Von diesem Gesichtspunkte aus sieht sich der Mensch immer im pathologischen Zustande, und da man, wie der alte Herr selbst versichert, vor dem sechzigsten Jahr nicht vernünftig werden kann, so ist es ein schlechter Spaß, sich die übrige Zeit seines Lebens für einen Narren zu erklären.“
AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 16. Aug 2023, 17:57
Wer hat das Buch, von der Pflicht, schon gelesen? Wer hätte Interesse daran, es zu diskutieren?
Es ist von Richard David Precht. Es ist gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen, trotz der schwierigen Gedanken, die behandelt werden.

Die zentrale Frage des Buchs ist: Wie können wir unser Pflichtbewusstsein und unser Verantwortungsgefühl stärken?

wenn man dem "alten Herr" glauben schenken darf , dann stellt sich allerdings nicht die Frage . WIE? .. , sondern vielmehr ab .. WANN? .. können wir unser Pflichtbewusstsein und unser Verantwortungsgefühl stärken?




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Quk
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So 20. Aug 2023, 13:59

Timberlake hat geschrieben :
So 20. Aug 2023, 13:22
Zumal wenn das Stichwort Mensch lautete.
Nicht Mensch.

Menscheln.

https://de.wiktionary.org/wiki/menscheln




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Stefanie
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So 20. Aug 2023, 17:04

Ich kapiere es einfach nicht. Das Bild.



Der, die, das.
Wer, wie, was?
Wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt bleibt dumm!
(Sesamstraße)

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Quk
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So 20. Aug 2023, 18:14

Es ist die Verwurschtelung von Gegeneinander und Miteinander. Gegeneinander, miteinander, gegeneinander, miteinander ...

Die Nadeln verbinden die Fäden, verknoten, vernetzen, und manchmal pieksen sie, fechten sie, streicheln sie ...

Die Gesellschaft menschelt.




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Stefanie
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So 20. Aug 2023, 19:12

Danke.

Soweit zum Thema metaphorisch, wenn ich mit Nähnadeln und menscheln was etwas anderes verbinde. Ich habe mich gefragt, wofür stehen denn jetzt die Nadeln genau und was hat das mit menscheln zu tun. Ich war wegen der bunten Farben der Fäden bei Vielfalt und kam nicht weiter.



Der, die, das.
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Wieso, weshalb, warum?
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Timberlake
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Di 22. Aug 2023, 01:57

Quk hat geschrieben :
So 20. Aug 2023, 13:59
Timberlake hat geschrieben :
So 20. Aug 2023, 13:22
Zumal wenn das Stichwort Mensch lautete.
Nicht Mensch.

Menscheln.


Ok .. ich korrigiere ..
Timberlake hat geschrieben :
So 20. Aug 2023, 13:22
Quk hat geschrieben :
So 20. Aug 2023, 00:10
Hier ein kleines Bildchen, das ich letztes Jahr auf ein gewisses Stichwort hin malte. -- "Jeder sein Süppchen", "Pflichtverbundenheit", "soziale Bindung" metaphorisiere ich genau so, wie das Bild es zeigt; das Stichwort lautete: "Menscheln".
Was mir doch bei diesem Süppchen fehlt ist , dass sie sich doch in dessen Zutaten mitunter doch schon sehr gleichen. Zumal wenn das Stichwort Menscheln lautete. Denn so unterschiedlich gestrickt , so wie es das Bild suggeriert, menschelt es sich ganz sicher nicht. Ich finde schon , dass sich dazu , insbesondere bezüglich "Pflichtverbundenheit", "soziale Bindung" ., vordefinierte Strickmuster vorfinden. Strickmuster , dessen sich insbesondere Demagogen und Populisten zu bedienen zu wissen. Wenn auch als solches mit "heißer Nadel" gestrickt und deshalb gelegentlich pathologisch ..



  • Anthropologie in pragmatischer Hinsicht ... Kant
    Kants Buch wurde von seinen Zeitgenossen mit vorsichtiger Kritik aufgenommen, erntete zum Teil aber auch heftige Ablehnung. Am 19. Dezember 1798 äußerte Goethe gegenüber Schiller:
    • „Kants Anthropologie ist mir ein sehr wertes Buch und wird es künftig noch mehr sein, wenn ich es in geringen Dosen wiederholt genieße, denn im ganzen, wie es dasteht, ist es nicht erquicklich. Von diesem Gesichtspunkte aus sieht sich der Mensch immer im pathologischen Zustande, und da man, wie der alte Herr selbst versichert, vor dem sechzigsten Jahr nicht vernünftig werden kann, so ist es ein schlechter Spaß, sich die übrige Zeit seines Lebens für einen Narren zu erklären.“
AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 16. Aug 2023, 17:57
Wer hat das Buch, von der Pflicht, schon gelesen? Wer hätte Interesse daran, es zu diskutieren?
Es ist von Richard David Precht. Es ist gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen, trotz der schwierigen Gedanken, die behandelt werden.

Die zentrale Frage des Buchs ist: Wie können wir unser Pflichtbewusstsein und unser Verantwortungsgefühl stärken?

wenn man dem "alten Herr" glauben schenken darf , dann stellt sich allerdings nicht die Frage . WIE? .. , sondern vielmehr ab .. WANN? .. können wir unser Pflichtbewusstsein und unser Verantwortungsgefühl stärken?




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Di 22. Aug 2023, 02:35

Quk hat geschrieben :
Fr 18. Aug 2023, 22:30
Auch ich habe von Precht noch kein Buch gelesen, aber sein Vorschlag mit den Pflichtjahren ist mir bekannt; den bringt er in den Medien seit Jahren. Zwei Gedanken dazu:


1. Wieviel Pflicht generiert wieviel Selbstwirksamkeits-Erfahrung?

Ich muss schon sagen, dass ich während meines 16-monatigen Zivildienstes tatsächlich vieles gelernt und erfahren habe hinsichtlich hilfsbedürftigen Senioren, Kindern mit Behinderung, oder auch sogenannten "schwer erziehbaren" aller Art.

.. wo wir schon mal dabei sind ...
AufDerSonne hat geschrieben :
Mi 16. Aug 2023, 17:57
Wer hat das Buch, von der Pflicht, schon gelesen? Wer hätte Interesse daran, es zu diskutieren?
Es ist von Richard David Precht. Es ist gut geschrieben und lässt sich flüssig lesen, trotz der schwierigen Gedanken, die behandelt werden.

Die zentrale Frage des Buchs ist: Wie können wir unser Pflichtbewusstsein und unser Verantwortungsgefühl stärken?

Hat sich denn Precht in seinem Buch auch zur Wehrpflicht geäußert? Eine Pflicht , die man seiner Zeit durch die Pflicht , zu einen 16-monatigen Zivildienst ersetzen konnte. In der DDR bot sich übrigens zur gleichen Zeit die Möglichkeit, als Bausoldat den Wehrdienst mit der Waffe zu verweigern.
Quk hat geschrieben :
Fr 18. Aug 2023, 22:30



2. Schulpflicht und vielleicht Kriegs- und Zivildienstpflicht für junge Menschen, warum dann nicht auch Sozialdienstpflicht für Alte?

Als Precht vor Jahren in den Talkshows mit der Werbung für jene Sozialdienstpflicht begann, blies auch gleich der Gegenwind. Daraufhin schwächte Precht die Sache mit der Pflicht etwas ab. Er schlug vor, dass man jenen Sozialdienst auch verweigern könne; kinderhassende Onkels wolle man schließlich eh nicht in den Schulen sehen. Mit dieser Pseudo-Pflicht wuchs die Zustimmung jedoch auch nicht. Im Lauf der Jahre schwächte Precht den Vorschlag noch weiter ab. Man müsse nicht ganztags und nicht täglich arbeiten, sondern nur wenige Stunden im Monat. -- Ich denke, nach all dieser Abschwächung stellt Precht jetzt nichts neues mehr auf den Tisch, denn das gibt es schon lange: Ehrenamtliche Tätigkeiten, ausgeführt von Alten. Einst wollte Precht die Dienst-Pflicht vorschlagen, jetzt will er den Dienst-Vorschlag vorschlagen. -- Nun, da wir dies schon haben, und wenn wir diese soziale Idee beliebter machen wollen, sollten wir, so meine ich, die noch zu sehr versteckten Angebote sichtbarer machen, die "selbstwirksamen" Möglichkeiten öffentlich zeigen, anstatt den Leuten per Pflichtbegriff etwas Abstraktes aufzwingen.


Zu dieser , von Precht vorgeschlagenen Dienst-Pflicht , nur mal zur Info ...
  • Pistorius hatte allgemeine Dienstpflicht ins Gespräch gebracht

    "Pistorius hatte die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht ins Gespräch gebracht. "Ich habe mich ausdrücklich nicht für die Reaktivierung der Wehrpflicht ausgesprochen", betonte er vor wenigen Wochen. Vielmehr halte er die Diskussion um eine allgemeine Dienstpflicht "für wertvoll".

    Er führte dabei an, dass er gute Argumente für eine allgemeine Dienstpflicht in Deutschland zur Stärkung von Katastrophenschutz, Bundeswehr und Rettungsdiensten sehe. Für eine politische Meinungsbildung in dieser Frage müsse aber die Stimme der jüngeren Menschen gehört werden, hatte er erklärt."

Eine allgemeine Dienstpflicht , die man möglicherweise wiederum umgekehrt durch eine Wehrpflicht ersetzen könnte. Wenngleich Gewissensgründe , wie seiner Zeit beim Zivildienst , dafür wohl eher nicht in Frage kommen.




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