Du vielleicht nicht, ich schon.
Denken ohne Symbole?
- Jörn P Budesheim
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Bei den Forschungen zum unsymbolisierten Denken geht es um die phänomenale Ebene – also darum, wie sich Denken im Moment seines Vollzugs tatsächlich zeigt. Ich denke, dass unsymbolisiertes Denken eine Voraussetzung des Denkens ist. Oder technischer: Prä-symbolische Kognition ist eine Voraussetzung für symbolisches Denken. Und zwar in verschiedenen Hinsichten. Hier ein paar Beispiele:
- Wie sollen Säuglinge, die noch nicht sprechen können, überhaupt ins Denken und Sprechen kommen, wenn dieses nur über Symbole verfügbar wäre?
- Wir verstehen sehr oft, was jemand sagen will – oft lange, bevor er es vollständig ausgesprochen hat. Das Verstehen des Gehalts geschieht nämlich häufig „auf einmal“ und nicht sequentiell wie das innere oder äußere Sprechen.
- Sprache ist, wie es heißt, „parasitär“ gegenüber einem leiblich tief verankerten Sinnverstehen. „Ohne Greifen kein Begreifen“, sagt man – und ich denke, da ist etwas dran.
- Selbst wenn ich symbolisch denke, schwingen immer Dinge mit, die nicht gesagt oder symbolisiert sind, aber das Bedeutungsfeld des Symbols ausmachen. Wenn ich „Hammer“ denke, gehören „Werkzeug“, „hammern“, „Nägel“ etc. zu diesem Feld, ohne eigens benannt zu werden – also unsymbolisiert. Ohne dieses Feld wären die Zeichen leer, denn Bedeutung konstituiert sich (nicht nur, aber auch) über den Ort der Zeichen im Netz der Zeichen.
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Das ist so formuliert sicher falsch. Was auch immer Peirce selbst damit gemeint haben mag. Denn Zeichen genügen nicht, sonst könnte auch schon mein Handy denken. Man denke hier an Searles chinesisches Zimmer: Syntax ist nicht Semantik. Komplexe Gedanken dürften ohne eine komplexe Syntax zwar nicht oder nur schwer möglich sein. Aber ich sehe keinen Grund, warum wir vergleichsweise einfach strukturierte Tatsachen nicht in reinem Bedeutungsvollzug erfassen können sollten. Die Empirie stützt diese Sicht offensichtlich.Consul hat geschrieben : "We think only in signs."
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@Consul: Ich halte deine Position für methodologisch fragwürdig, um das Mindeste zu sagen. Du startest mit einer Definition, die du nicht voraussetzen kannst, weil genau das schließlich strittig ist. Und statt die Definition zu begründen, schottest du dich gegen alle empirischen Einwände ab:
Definition: Denken ist das Verwenden geistiger Zeichen – zeichenloses Denken ist begrifflich unmöglich
Probanden berichten UT → Konfabulation
Hurlburt & Heavey forschen dazu → "auf den Leim gegangen"
DES-Codebuch dokumentiert es → "Ding der Unmöglichkeit"
Dein phänomenologisches Beispiel (Herd, Tür) → "Wohl kaum!"
Definition: Denken ist das Verwenden geistiger Zeichen – zeichenloses Denken ist begrifflich unmöglich
Probanden berichten UT → Konfabulation
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@Dynamis – wenn ich dich richtig verstehe, sagst du: Das Verwenden geistiger Zeichen ist nicht immer selbst im Bewusstsein präsent. Bewusstsein des Denkens ist nicht Reflexion auf das Denken. Stützt das nicht genau die These, dass auf der phänomenalen Ebene etwas vorgeht, was nicht als Zeichenverwendung erlebt wird – also UT?Dynamis hat geschrieben : ↑Mi 22. Apr 2026, 19:11Ja, auch das Verwenden ist eine Operation des Geistes. Wenn man denkt, ist dabei nicht immer die Verwendung der (sei es sprachlichen, sei es nicht-sprachlichen) Bilder eigens thematisiert. Deswegen ist das Bewusstsein von seinem eigenen Denken etwas anderes als die Reflexion. Seines Denkens ist man sich immer bewusst, aber die Verwendungsweise ist dabei nicht immer thematisiert.Consul hat geschrieben : ↑Di 21. Apr 2026, 21:49
Im weiteren Sinn kann man auch das Verwenden nichtsprachlicher geistiger (bewegter oder unbewegter) Bilder oder Karten als Denken bezeichnen. Im allgemeinen Sinn besteht Denken also im Gebrauch geistiger Zeichen (Repräsentationen) unterschiedlicher Art.
Denken ist das Verwenden geistiger Zeichen (zu bestimmten Zwecken oder nur "zum Spaß"), sodass es kein zeichenfreies/-loses Denken geben kann.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Di 21. Apr 2026, 07:18Außerdem gibt es auch bei uns Fälle von "unsymbolized thinking". Wenn ich plötzlich weiß, dass ich für morgen noch Milch kaufen muss, ohne dass das von "inneren Bildern" oder "innerem Sprechen" begleitet/realisiert ist, dann habe ich es mit einem Fall von "unsymbolized thinking" zu tun.
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Einfaches Tun (Just Doing): In eine Aktivität vertieft sein, ohne dabei zu denken oder andere innere Erlebnisse zu haben.
Consul: Ein äußeres Tun ohne irgendwelche inneren (Begleit-)Erlebnisse ist die Aktivität eines bewusstlosen Zombies.
Bei der Theorie des UT (Unsymbolized Thinking) geht es um Phänomenologie, also gerade nicht um Zombies. Ich denke, gerade dieses "Einfaches Tun / Just Doing", also nichts als in eine einzelne Aktivität vertieft zu sein, dürfte besonders verbreitet sein. Man widmet sich völlig gedankenverloren nur diesem Tun, alles andere verschwindet. Man ist völlig von diesem Tun "aufgesogen". Das Bewusstsein ist quasi „leer“ in Bezug auf alles andere, was über den reinen Vollzug dieser gerade präsenten Handlung hinausgeht. Anders als ein Flow, der auch über längere Zeiträume anhalten kann, ist das "einfache Tun" eher "momenthaft".
JD (Just Doing) wird gemäß meiner Quellen definiert als das Vertieftsein in eine Aktivität ohne das Bewusstsein, darüber nachzudenken, und ohne dass irgendein anderer Aspekt innerer Erfahrung (Bilder, Worte, Gefühle) präsent ist.
Consul: Ein äußeres Tun ohne irgendwelche inneren (Begleit-)Erlebnisse ist die Aktivität eines bewusstlosen Zombies.
Bei der Theorie des UT (Unsymbolized Thinking) geht es um Phänomenologie, also gerade nicht um Zombies. Ich denke, gerade dieses "Einfaches Tun / Just Doing", also nichts als in eine einzelne Aktivität vertieft zu sein, dürfte besonders verbreitet sein. Man widmet sich völlig gedankenverloren nur diesem Tun, alles andere verschwindet. Man ist völlig von diesem Tun "aufgesogen". Das Bewusstsein ist quasi „leer“ in Bezug auf alles andere, was über den reinen Vollzug dieser gerade präsenten Handlung hinausgeht. Anders als ein Flow, der auch über längere Zeiträume anhalten kann, ist das "einfache Tun" eher "momenthaft".
JD (Just Doing) wird gemäß meiner Quellen definiert als das Vertieftsein in eine Aktivität ohne das Bewusstsein, darüber nachzudenken, und ohne dass irgendein anderer Aspekt innerer Erfahrung (Bilder, Worte, Gefühle) präsent ist.
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Wie soll denn das bitteschön gehen?
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
Peirce meint damit nicht: "Wherever there are signs, there is thought." ("Wo immer Zeichen sind, dort ist Denken.")Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 29. Apr 2026, 07:37Das ist so formuliert sicher falsch. Was auch immer Peirce selbst damit gemeint haben mag. Denn Zeichen genügen nicht, sonst könnte auch schon mein Handy denken.Consul hat geschrieben : "We think only in signs."
Das Verwenden geistiger Zeichen (signs) oder Bilder (images, "ideas") als mentalen Repräsentationen (mental representations) ist sowohl notwendig als auch hinreichend für das Denken (und Vorstellen allgemein), da dieses in nichts anderem als einer solchen Zeichenverwendung besteht.
Fußnote:"Ich möchte auf die Tendenz von Philosophen hinweisen, Denken und die dabei verwendeten Materialien zu vermischen. Manchmal denken wir „in Sprache“, führen innere Monologe. In anderen Fällen reflektieren wir nichtsprachlich. Einige Philosophen unterscheiden diese beiden Denkarten und bezeichnen die erste als „propositional“ oder „satzartig“, die zweite als „bildhaft“. Doch beide sind bildhaft: Wir nutzen visuelle, auditive, olfaktorische, taktile und kinästhetische Bilder [images]. Ein Teil dieser Bilder [imagery] ist sprachlich, verbal. Verbale Bilder können auditiv sein (wie wenn man Äußerungen im Kopf „hört“), kinästhetisch (man „fühlt“, wie man Sätze ausspricht) oder eine Kombination aus beidem. Manche Menschen können sich Inschriften vorstellen, mental „gebärden“ und geprägte Buchstaben oder Blindenschrift fühlen. Wichtig ist zu verstehen, dass verbale Bilder nicht weniger „bildhaft“ sind als andere Arten von Bildern." [übersetzt von Google]
(Heil, John. The Universe As We Find It. Oxford: Oxford University Press, 2012. pp. 251-2)
Das Englische Substantiv "imagery" bedeutet "images collectively" und ist somit eine Sammelbezeichnung, die meistens nur im Singular verwendet wird—also nicht "imageries". Es lässt sich nicht so einfach ins Deutsche übersetzen wie "image", das "Bild" bedeutet, wobei unter geistigen Bildern nicht nur visuelle Bilder verstanden werden. Man kann "imagery" je nach Kontext mit "Bilder", "Bildlichkeit", "Bildmaterial" oder "Bilderwelt" übersetzen.
"Denken – bewusstes Denken – ist nicht bloß das Haben oder Unterhalten [entertaining] von Bildern, verbalen oder anderen. Denken ist vielmehr die Verwendung solcher Bilder durch einen Akteur, ihr Gebrauch. Und was auch immer der Gerbauch von Bildern bedeutet, es geht nicht nur darum, weitere Bilder zu unterhalten. Auch ist bewusstes Denken nichts, was im Verborgenen geschieht, wenn man Repräsentationen einsetzt: Es ist die Verwendung jener Repräsentationen – im Kopf oder auf andere Weise." [übersetzt von Google & Consul]
(Heil, John. The Universe As We Find It. Oxford: Oxford University Press, 2012. p. 252)
"Innere Äußerungen…sind eine Art mentaler Bilder, wobei die Bilder Bilder dessen sind, wie ihre hörbaren, visuellen oder taktilen Entsprechungen klingen, aussehen oder sich anfühlen. Es gibt keine logische oder begriffliche Kluft zwischen sprachlichen („propositionalen“) Bildern und anderen Arten von Bildern, den „piktoralen“ ["pictorial"] Bildern. Bewusstes Denken ist im Allgemeinen bildhaft.
Nicht alle Gedanken beinhalten jedoch sprachliche Bilder. Ein Großteil unseres Denkens umfasst nichtsprachliche visuelle, auditive, taktile oder olfaktorische Bilder. So kann beispielsweise Ihr Gedanke an eine bestimmte Person verbale Bilder (zum Beispiel die innere Äußerung eines Namens) beinhalten, begleitet von einem visuellen Bild der Person und möglicherweise weiteren Bildern. Die Verbindung von Bildern mit Gedanken bedeutet nicht, dass Gedanken mit Bildern gleichgesetzt werden. Denken ist vielmehr die Verwendung von Bildern. …Ohne Gebrauch sind Bilder oder Zeichen leer; ohne Gebrauch können Repräsentationen nichts repräsentieren." [übersetzt von Google & Consul]
(Heil, John. The Universe As We Find It. Oxford: Oxford University Press, 2012. p. 266)
"Bewusstes Denken ist unweigerlich bildhaft; einen Gedanken bewusst zu fassen bedeutet, Bilder der einen oder anderen Art zu verwenden. Bilder können „piktoral“ ["pictorial"] oder „sentenzial“ ["sentential"] sein. Man kann sich vorstellen, wie etwas aussieht (aussah, aussehen wird oder könnte), sich anfühlt (sich anfühlte, sich anfühlen wird oder könnte), schmeckt (schmeckte, schmecken wird oder könnte), klingt (klang, klingen wird oder könnte) oder riecht (roch, riechen wird oder könnte). Eine Form dieser Vorstellungskraft ist die verbale: In der Vorstellung äußert oder hört man Wörter, oder man fühlt, wie man sie äußert." [übersetzt von Google & Consul]
(Heil, John. The Universe As We Find It. Oxford: Oxford University Press, 2012. pp. 267-8)
"Der Schlüssel zum Verständnis des Wesens des Denkens liegt in der Erkenntnis, dass Denken etwas ist, das Akteure mit Bildmaterial [imagery] tun. Denken ist nicht das Haben oder Unterhalten von Bildern, das bloße Auftreten von Bildern, ob satzartig oder nicht. Denken ist etwas, das auf bildliche Weise vollzogen wird [done imagistically]." [übersetzt von Google & Consul]
(Heil, John. The Universe As We Find It. Oxford: Oxford University Press, 2012. p. 269)
"Das gewöhnliche bewusste Denken lässt sich am besten als die Handhabung [manipulation] von Bildern für verschiedene Zwecke verstehen." [übersetzt von Google & Consul]
(Heil, John. The Universe As We Find It. Oxford: Oxford University Press, 2012. p. 271)
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
Denken oder Vorstellen mit nichtsprachlichen Bildern ist vor dem Erlernen einer Sprache möglich – sprachliches Denken natürlich nicht.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 29. Apr 2026, 07:28Bei den Forschungen zum unsymbolisierten Denken geht es um die phänomenale Ebene – also darum, wie sich Denken im Moment seines Vollzugs tatsächlich zeigt. Ich denke, dass unsymbolisiertes Denken eine Voraussetzung des Denkens ist. Oder technischer: Prä-symbolische Kognition ist eine Voraussetzung für symbolisches Denken. Und zwar in verschiedenen Hinsichten. Hier ein paar Beispiele:
- Wie sollen Säuglinge, die noch nicht sprechen können, überhaupt ins Denken und Sprechen kommen, wenn dieses nur über Symbole verfügbar wäre?
Du kannst dein Denken als inneres Sprechen nicht verstehen, bevor du begonnen hast zu denken = innerlich zu sprechen, d.h. bevor etwas auf der sprachlichen Ausdrucksebene stattfindet. Wir verstehen sprachliche Ausdrücke (Wörter, Wortgruppen, Sätze), wenn wir ihre Bedeutung, ihren Sinn kennen. Unser semantisches Wissen, unsere Kenntnis von Bedeutungen und "Bedeutungsfeldern" ist irgendwo im Gehirn abgespeichert, und es gibt darin (unbewusste) kognitive Mechanismen des Sprachverstehens. Das (bewusste) sprachliche Denken selbst kann nicht ohne konkret realisierte Sprachzeichen vollzogen werden.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Mi 29. Apr 2026, 07:28[*]Wir verstehen sehr oft, was jemand sagen will – oft lange, bevor er es vollständig ausgesprochen hat. Das Verstehen des Gehalts geschieht nämlich häufig „auf einmal“ und nicht sequentiell wie das innere oder äußere Sprechen.
[*]Sprache ist, wie es heißt, „parasitär“ gegenüber einem leiblich tief verankerten Sinnverstehen. „Ohne Greifen kein Begreifen“, sagt man – und ich denke, da ist etwas dran.
[*]Selbst wenn ich symbolisch denke, schwingen immer Dinge mit, die nicht gesagt oder symbolisiert sind, aber das Bedeutungsfeld des Symbols ausmachen. Wenn ich „Hammer“ denke, gehören „Werkzeug“, „hammern“, „Nägel“ etc. zu diesem Feld, ohne eigens benannt zu werden – also unsymbolisiert. Ohne dieses Feld wären die Zeichen leer, denn Bedeutung konstituiert sich (nicht nur, aber auch) über den Ort der Zeichen im Netz der Zeichen.[/list]
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Heil verfolgt womöglich eine andere Fragestellung als Hurlburt. Woraus besteht Denken? Hurlburt fragt hingegen: Wie zeigt sich Denken im Erleben? Das sind verschiedene Fragen – und man kann die erste nicht dazu benutzen, die zweite einfach wegzudefinieren. Dass Denken (möglicherweise) auch aus unbewussten Bildern und Zeichen besteht, schließt nicht aus, dass es sich phänomenal als zeichenfrei zeigt. Die empirischen Daten zum UT sind methodisch sorgfältig erhoben – sie a priori für unmöglich zu erklären, ist keine Widerlegung, sondern witzlos.
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Heil spricht von bewusstem Denken, das nicht mittels unbewusster Zeichen stattfinden kann. (Unbewusste Vorgänge im Gehirn nenne ich gar nicht Denken.)Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Do 30. Apr 2026, 08:21Heil verfolgt womöglich eine andere Fragestellung als Hurlburt. Woraus besteht Denken? Hurlburt fragt hingegen: Wie zeigt sich Denken im Erleben? Das sind verschiedene Fragen – und man kann die erste nicht dazu benutzen, die zweite einfach wegzudefinieren. Dass Denken (möglicherweise) auch aus unbewussten Bildern und Zeichen besteht, schließt nicht aus, dass es sich phänomenal als zeichenfrei zeigt. Die empirischen Daten zum UT sind methodisch sorgfältig erhoben – sie a priori für unmöglich zu erklären, ist keine Widerlegung, sondern witzlos.
Wer von einem zeichenfreien Denkerlebnis berichtet, der muss sich introspektiv/retrospektiv geirrt haben. Die ganze methodologische Sorgfalt aufseiten Hurlburts ändert nichts an der Zweifelhaftigkeit der Berichte von Probanden, die behaupten, unsymbolisierte Gedanken gehabt zu haben.
Denkungen sind eine Art von Vorstellungen, und Imagination ohne imagines (Bilder) ist unmöglich. Geistige Bilder sind das notwendige Medium der Vorstellung.
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Aber warum genau ist es jetzt keine simple selbstimmunisierende Vorgehensweise? Du definierst Denken und alles, was der Definition widerspricht wird als Irrtum abgetan (weil es der Definition nicht entspricht). Auf diese Weise kann die Definition niemals auf die Probe gestellt werden.
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Wenn du vermutest, dass die Selbstbeobachtung unseres Denkens so oft scheitert, woher genau weißt du dann, dass Denken stets an Symbolen hängt? Warum ist gerade diese Sichtweise nicht einer falschen Selbstbeobachtung geschuldet?
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Wie lautet deine Definition von Denken (oder Vorstellen), die das Vorhandensein geistiger Zeichen als linguistisches oder (allgemeiner) semiotisches Material & Medium des Denkens/Vorstellens nicht zu einer notwendigen Bedingung macht?Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Fr 1. Mai 2026, 11:30Aber warum genau ist es jetzt keine simple selbstimmunisierende Vorgehensweise? Du definierst Denken und alles, was der Definition widerspricht wird als Irrtum abgetan (weil es der Definition nicht entspricht). Auf diese Weise kann die Definition niemals auf die Probe gestellt werden.
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Auch ohne (m)eine explizite Definition von Denken lassen sich diese Fragen, ich dir stelle, stellen.
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Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Fr 1. Mai 2026, 13:18Wenn du vermutest, dass die Selbstbeobachtung unseres Denkens so oft scheitert, woher genau weißt du dann, dass Denken stets an Symbolen hängt? Warum ist gerade diese Sichtweise nicht einer falschen Selbstbeobachtung geschuldet?
Unsymbolisiertes Denken müsste "ein zeichenloses Erfahren und Erfassen 'reiner propositionaler Inhalte'" (Selbstzitat) sein; doch wie es das sein könnte, ist mir völlig unbegreiflich. Deshalb verstehe ich auch nicht, worauf sich Leute beziehen und was sie meinen, wenn sie von angeblich introspektiv wahrgenommenen Episoden unsymbolisierten Denkens berichten."…der Befund, dass Versuchspersonen sich manchmal sogenannte „unsymbolisierte“ oder „rein propositionale“ Gedanken zuschreiben…“ [übersetzt von Google]
(Carruthers, Peter. The Opacity of Mind: An Integrative Theory of Self-Knowledge. Oxford: Oxford University Press, 2013. p. 4)
Anmerkung:"Eine Proposition ist dasjenige, was ein Satz bedeutet." [übersetzt von Consul]
(Swinburne, Richard. Are We Bodies or Souls? Oxford: Oxford University Press, 2019. p. 15)
Für Swinburne ist eine Satzbedeutung nicht dasjenige, was sie für Frege ist—ein Wahrheitswert (entweder "das Wahre" oder "das Falsche")—, sondern dasjenige, was Frege den Sinn eines (Aussage-)Satzes nennt.
Wenn es ein wort- und satzloses Denken in "reinen", sprachlich unausgedrückten Propositionen als "nackten" Satzbedeutungen gäbe, dann müssten sie von abstrakten, nichtmentalen, fregeschen Propositionen verschieden sein, da diese kein möglicher Gegenstand introspektiven/retrospektiven Bewusstseins sind. Es müsste sich also um konkrete, mentale Propositionen handeln, die als Bewusstseinsinhalte vorkommen könnten."Wo die äußere Rede die Verkörperung des Gedankens im Wort beinhaltet, stirbt in der inneren Rede das Wort und gebiert den Gedanken. In erheblichem Maße ist die innere Rede Denken in reinen Bedeutungen." [übersetzt von Google]
(Vygotsky, L. S. Thinking and Speech. [1934.] In The Collected Works of L. S. Vogotsky, Vol. 1: Problems of General Psychology; ed. by Robert W. Rieber & Aaron S. Carton, transl. by Norris Minick, 38-285. New York: Plenum Press, 1987. p. 280)
Ich halte jedoch die ontologische Postulierung von Propositionen als verdinglichten Satzbedeutungen generell für verfehlt; und selbst wenn es sie gäbe, könnten sie in "reiner", "nackter" Gestalt, d.h. ohne sprachliche Ausdrucksform keine Inhalte des Denkens sein. "Propositionales" Denken bedarf notwendigerweise des sprachlichen Materials & Mediums von Sätzen.
Wenn ich recht habe, dann haben alle unrecht, die behaupten, ein Denken in reinen, nackten Wort-/Satzbedeutungen sei möglich und sogar Teil unserer geistigen Wirklichkeit. – Wie lässt sich ihr (vermeintlicher) Irrtum erklären?
Man kann ihn auf introspektive Fehlwahrnehmungen oder retrospektive Fehlerinnerungen (Erinnerungstäuschungen) zurückführen:
Die Probanden haben zu den fraglichen Zeitpunkten entweder tatsächlich Denkvorgänge erlebt, aber die sprachliche Gestalt ihrer angeblich sprachlosen Denkvorgänge ist ihnen irgendwie entgangen bzw. von ihnen unmittelbar danach vergessen worden; oder sie haben gar keine (sprachlichen oder nichsprachlichen) Denkvorgänge erlebt, sondern vermeintlich nichtsprachliche Gedanken im Nachhinein unabsichtlicherweise frei erfunden und gegenüber den (die Experimente durchführenden) Wissenschaftlern mit Sätzen beschrieben.
Der letzte Abschnitt bringt indirekt die folgende mögliche Erklärung angeblich unsymbolisierten Denkens ins Spiel – nämlich, dass es sich in Wirklichkeit um eine besondere Form symbolisierten Denkens handelt, die von den Probanden nicht als solche erkannt wurde."Unsymbolisiertes Denken scheint ohne Worte und Bilder stattzufinden. Falls es tatsächlich so ist, spricht man von „bildlosem Denken“, einem Begriff, der aus der gleichnamigen Kontroverse in der Psychologie des frühen 20. Jahrhunderts bekannt ist. Und falls Probanden ihre bildlosen Gedanken kennen können, bleibt diese Tatsache unerklärt.
Eine Erklärung könnte sein, dass die Probanden eine schnelle Selbstinterpretation vornehmen: Angesichts meines Verhaltens, meiner Umstände und/oder anderer Gedanken ist zu erwarten, dass ich über o nachdenke. … Es gibt eine weitere Möglichkeit: Vielleicht bildeten innere Sprache und visuelle Vorstellungen die Grundlage für eine THINK-artige Schlussfolgerung, aber die Probanden berichten den Inhalt, ohne die Sprache oder die Vorstellungen selbst zu erwähnen.
Warum sollten Probanden von der der inneren Sprache nicht berichten? Vielleicht haben sie sie vergessen, sogar in der kurzen Zeit nach dem Signalton und vor Beginn ihrer Notizen. (Es bleibt genügend Zeit, um die Details zu vergessen, die nicht explizit notiert werden und die das spätere DES-Interview [DES = Descriptive Experience Sampling] erfassen soll.) Sich an die Botschaft, aber nicht an das Medium zu erinnern – ein Versagen der „Quellenüberwachung“ ["source-monitoring"] – ist ein bekanntes Phänomen. Man erinnert sich vielleicht daran, dass die Wasserknappheit bald vorbei sein wird, weil man Kylie das sagen hörte; aber weil man gleichzeitig mit Bruce stritt, verblasst die Erinnerung an die Quelle schnell. Die Flüchtigkeit von Träumen ist ein weiteres Beispiel: Beim Aufwachen scheinen Traumbilder manchmal rasch aus dem Gedächtnis zu verschwinden und hinterlassen nur einen Rest des Traumthemas.
Alternativ könnte die innere Sprache der Versuchsperson in diesen Situationen des „unsymbolisierten Denkens“ deutlich stärker beeinträchtigt und verändert sein als üblich, was die Versuchsperson dazu veranlassen könnte, jegliche stille Selbstgespräche zu leugnen. (Dies kann sich auch darauf auswirken, wie gut sich die Versuchspersonen an ihre innere Sprache erinnern können.) Hier bietet sich ein hilfreicher Vergleich mit Blindsehen [blindsight] an: Die Angaben von Probanden, nichts zu sehen, dürfen nicht für bare Münze genommen werden; denn die Leugnung des Sehens kann eine nachvollziehbare – wenn auch irrtümliche – Reaktion auf etwas sein, das tatsächlich „beeinträchtigtes … abnormales Sehvermögen“ aufweist. … Es kann natürlich sein, dass sich nicht alle Fälle von nicht-symbolisiertem Denken auf dieselbe Weise erklären lassen." [übersetzt von Google]
(Byrne, Alex. Transparency and Self-Knowledge. New York: Oxford University Press, 2018. pp. 207-8)
Ich bin erst gestern auf Folgendes gestoßen, sodass ich mich damit bisher nur oberflächlich befassen konnte. Ob es die beste Erklärung für die Berichte über angeblich unsymbolisiertes Denken ist, kann ich nicht beurteilen. Hurlburt bestreitet dies allerdings entschieden; denn er hält unsymbolisiertes Denken und kondensiertes inneres Sprechen für zwei verschiedene Sachen. Nicht alle Experten teilen seine Ansicht.
Anmerkung:"Eine pluralistische Sichtweise der inneren Sprache, die verschiedene Spezifikationsebenen zulässt, findet Unterstützung in der These, die beispielsweise im ConDialInt-Modell der inneren Sprache (Grandchamp et al. 2019) formuliert wird, dass einige Formen der inneren Sprache kondensiert sind.4 Dies bedeutet, dass „die innere Sprache im Vergleich zur ausgesprochenen öffentlichen Sprache skizzenhaft ist und auf syntaktischer, lexikalischer und sogar phonologischer Ebene als abgekürzt oder kondensiert betrachtet werden kann“ und dass „Formulierungs- und Artikulationsphasen in der inneren Sprache unterdrückt oder eingeschränkt sein können“ (Grandchamp et al. 2019, 3).
Dieser Ansatz wird durch ein bestimmtes Verständnis des Phänomens des unsymbolisierten Denkens gestützt. Unsymbolisiertes Denken „ist die Erfahrung eines expliziten, differenzierten Denkens, das keine Wörter, Bilder oder andere Symbole beinhaltet“ (Hurlburt et al.). Hurlburt und Kollegen argumentieren, dass innere Sprache und unsymbolisiertes Denken nicht verwechselt werden sollten. Sie lehnen die Gleichsetzung von verdichteter (oder, wie sie auch schreiben: „unausgesprochener“ ["unworded"]) innerer Sprache mit unsymbolisiertem Denken ausdrücklich ab. Ein Grund für die Unterscheidung der beiden Phänomene liegt darin, dass Berichte über innere Sprache konsistent sind (d.h. es wird berichtet, dass das Denken immer die gleichen Wörter beinhaltet), während Berichte über unsymbolisiertes Denken nicht konsistent sind (Hurlburt & Akhter). Gleichzeitig sind die Variationen in Berichten über unsymbolisiertes Denken mit der Annahme vereinbar, dass es sich um kondensierte Episoden innerer Sprache handelt. Kondensierten Episoden innerer Sprache fehlen einige Details, die bei einer vollständig artikulierten Äußerung vorhanden sind. Daher besteht ein gewisser Spielraum bei der weiteren Spezifizierung einer kondensierten Episode innerer Sprache, was die terminologischen Unterschiede bezüglich der Berichte von unsymbolisiertem Denken erklären kann.
Aus diesem Grund haben mehrere Autoren vorgeschlagen, dass unsymbolisiertes Denken ein Beispiel für kondensierte innere Sprache sein könnte (Gauker 2018; Vicente & Martinez-Manrique 2016). Wenn sie Recht haben und Hurlburt und Kollegen falsch liegen, ist unsymbolisiertes Denken innere Sprache ohne phonologisch-auditive Komponente.
[Fußnote 4:] "Kondensiert" kann in diesem Kontext zwei Bedeutungen haben, die wir horizontale und vertikale Kondensation nennen könnten. Horizontale Kondensation bedeutet, dass einige Satzelemente (z.B. das Subjekt) nicht ausgedrückt werden. Ich könnte beispielsweise „der Käse“ denken, um mich daran zu erinnern, ihn im Supermarkt zu kaufen. Die Beobachtung, dass innere Sprache in diesem Sinne kondensiert werden kann, wurde von Vygotsky (2012) vorgeschlagen. Vertikale Kondensation bedeutet hingegen, dass die innere Sprache nur bis zu einem gewissen Grad im Sprachproduktionsprozess kodiert wird und nicht vollständig, beispielsweise wenn ihr eine phonologisch-auditive Komponente fehlt. Horizontale und vertikale Kondensation können nebeneinander bestehen, bedingen sich aber nicht gegenseitig. Hier beziehe ich mich auf die vertikale Kondensation." [übersetzt von Google & Consul]
(Rovetta, Francesco Fanti. Voicing Identities: The Uses of Inner Speech for Self-Understanding. Berlin/Boston: de Gruyter, 2025. p. 5)
Ein sogenanntes inneres Sprechen, bei dem die imaginative "phonologisch-auditive Komponente" nicht nur phänomenologisch abgeschwächt oder verblasst, sondern gänzlich verschwunden ist, ist überhaupt kein inneres Sprechen mehr.
"[Charles] Fernyhough schlug vor, dass die innere Sprache zwei unterschiedliche Formen annehmen sollte: die erweiterte innere Sprache [expanded inner speech], in der der innere Dialog viele der phonologischen Eigenschaften und der Eigenschaften des Gesprächswechsels beim äußeren Dialog beibehält, und die verdichtete innere Sprache [condensed inner speech], in der die semantischen und syntaktischen Transformationen, die mit der Internalisierung einhergehen, zu ihrem Abschluss gebracht werden und sich die innere Sprache dem von [Lev] Vygotsky beschriebenen Zustand des „Denkens in reinen Bedeutungen“ annähert. In dieser letzteren Form der inneren Sprache sind die phonologischen Eigenschaften der internalisierten Sprache abgeschwächt, und die verschiedenen Perspektiven, die den Dialog konstituieren, manifestieren sich gleichzeitig. Nach Fernyhoughs Modell ist die Standardmodus für die innere Sprache die verdichtete Form, wobei der Übergang zu einer erweiterten inneren Sprache die Folge von Stress und kognitiver Herausforderung ist." [übersetzt von Google & Consul]
"…verdichtete innere Sprache, die Erfahrung inneren Sprechens in einer abgekürzten oder fragmentarischen Form…" [übersetzt von Google & Consul]
"Die Hypothese der flexiblen Abstraktion von Oppenheim und Dell ist ein Beispiel für einen Ansatz, bei dem ein einzelner zugrundeliegender Prozess an unterschiedliche Aufgabenanforderungen angepasst werden kann. In ihrem Modell ist die innere Sprache primär eine abstrakte verbale Repräsentation auf der Ebene der phonemischen Selektion, deren Detaillierungsgrad je nach Artikulationsgrad angepasst werden kann.
Der Kontrast zwischen verdichteter und erweiterter innerer Sprache in Fernyhoughs Modell lässt sich ähnlich betrachten, wobei sich in diesem Fall die semantische und syntaktische Komplexität der inneren Sprachrepräsentation sowie deren phonologische Details zwischen kondensierten und erweiterten Formen unterscheiden." [übersetzt von Google & Consul]
(Alderson-Day, Ben, & Charles Fernyhough. "Inner Speech: Development, Cognitive Functions, Phenomenology, and Neurobiology." Psychological Bulletin 141/5 (2015): 931–965.)
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
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Wie sieht es eigentlich mit folgendem Beispiel aus? Ich sitze am Tisch, mein Tischnachbar reicht seiner Tischnachbarin den Kaffee. Ich sehe, dass er dies tut. Damit erfasse ich den Gedanken, dass der Tischnachbar seiner Tischnachbarin den Kaffee gereicht hat. Auch dies tue ich, ohne es leise vor mich hin zu sprechen, sondern allein dadurch, dass ich es sehe. Warum sollte das nicht ebenfalls zum unsymbolisierten Denken gehören? Aber jetzt kommt noch eine Kleinigkeit hinzu. Meine Tischnachbarin spreizt in vergleichbaren Situationen oft den kleinen Finger ab, und ich bin gespannt, ob sie es diesmal wieder tut. Auch dies geschieht natürlich ohne leises „inneres Vor-mich-hin-Sprechen“, „wird sie es wieder tun?“ Auch das ist ein unsymbolisiertes Denken.
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Weil Sehen nicht dasselbe ist wie Denken.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Do 7. Mai 2026, 21:43Wie sieht es eigentlich mit folgendem Beispiel aus? Ich sitze am Tisch, mein Tischnachbar reicht seiner Tischnachbarin den Kaffee. Ich sehe, dass er dies tut. Damit erfasse ich den Gedanken, dass der Tischnachbar seiner Tischnachbarin den Kaffee gereicht hat. Auch dies tue ich, ohne es leise vor mich hin zu sprechen, sondern allein dadurch, dass ich es sehe. Warum sollte das nicht ebenfalls zum unsymbolisierten Denken gehören?
Dein "Gespanntsein" ist eine Verhaltensdiposition und kein Denkprozess; und wenn du den Satz "Ich bin gespannt, ob sie es diesmal wieder tut" denkst, dann tust du es mit Worten.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Do 7. Mai 2026, 21:43Aber jetzt kommt noch eine Kleinigkeit hinzu. Meine Tischnachbarin spreizt in vergleichbaren Situationen oft den kleinen Finger ab, und ich bin gespannt, ob sie es diesmal wieder tut. Auch dies geschieht natürlich ohne leises „inneres Vor-mich-hin-Sprechen“, „wird sie es wieder tun?“ Auch das ist ein unsymbolisiertes Denken.
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Aber im Sehen erfasse ich den Gedanken.
Ein Gespanntsein hat immer einen Gegenstand, sein Worauf. Wenn ich einfach nur darauf gespannt bin, ob sie auch diesmal den Finger abspreizt, dann hab ich zeichenlos gedacht.
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…oder gar nicht. Vielleicht hast du keinen Satz gedacht, sondern dir erwartungsvoll bildlich vorgestellt, wie sie den Finger abspreizt.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Fr 8. Mai 2026, 06:56Ein Gespanntsein hat immer einen Gegenstand, sein Worauf. Wenn ich einfach nur darauf gespannt bin, ob sie auch diesmal den Finger abspreizt, dann hab ich zeichenlos gedacht.
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