Wolken gucken

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NaWennDuMeinst
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So 30. Aug 2020, 20:32

Norwegenurlaub. Ich wusste doch, dass ich irgendwo auch noch so ein Spiegelbild habe.
Beim zweiten Bild hängen die Wolken sehr tief. Ist wohl eher morgendlicher Bodennebel.
Interessant ist auf dem zweiten Bild aber die Wolke oben rechts, die ein sehr eigentümliches Streifenmuster zeigt.
Norwegen2002-22.jpg
Norwegen2002-22.jpg (671.12 KiB) 1022 mal betrachtet
IM000250.jpg
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But I, being poor, have only my dreams; I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams.
(William Butler Yeats)

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NaWennDuMeinst
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So 30. Aug 2020, 20:40

Jovis hat geschrieben :
So 30. Aug 2020, 19:31
Ich finde die "Wolken-über-der-Stadt"-Bilder besonders interessant. Meine Fotos haben ja oft einen leichten Hang zum Kitsch :lol: , während ich bei den Stadtbildern gerade die Diskrepanz zwischen menschengemachter, eher hässlicher Welt und der unbeabsichtigten Schönheit des Himmels darüber sehr anziehend finde.
Es gibt bei den Stadtbildern meistens einen harten Schnitt am Horizont. Dadurch entsteht eine klare Teilung in oben und unten.
Obwohl - als ich mir eben NaWennDuMeinsts Bilder noch einmal angeguckt habe, fand ich das Regenbild ja doch am schönsten! Einmal, weil ich Regen halt sehr mag, aber auch, weil die graue Welt auf dem Bild nicht ganz so aggressiv präsent ist.
Ja, bei dem Regenbild (genau genommen sind es zwei. Einmal mitten im Regen und bei dem anderen Bild ist der Regen am Horizont), bilden Boden und Himmel fast eine Einheit, weil sie in das selbe Grau getönt sind. Dadurch ist der Schnitt nicht so hart. Ich finde bei den Nachtbildern ist das auch so. Durch die farbliche Annäherung von oben und unten verschwimmen die sonst harten Grenzen ober- und unterhalb des Horizonts.



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Jovis
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Mo 31. Aug 2020, 09:28

Deine Spiegelwolken: Verblüffend, wie ähnlich die beiden Bilder sind, wenn man nur die Hell-Dunkel-Verteilung anguckt. Ich hatte in Mölln auch oft das Gefühl, in Skandinavien zu sein.

Ich dachte, ich hätte auch Streifenwolken, aber da hat die Erinnerung mich getäuscht, sie sind nicht ganz so streifig wie bei dir, mehr Streifentüpfel :D
KIF_0921.JPG
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Jörn Budesheim
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So 6. Sep 2020, 10:47

Eng mit dem Wolkengucken verwandt ist das Sternegucken.

Bild

Entwurf für ein Kinderbuch, das noch zu schreiben ist. Die kleine Erika Else entdeckt die Sterne auf der anderen Seite!



Ohne Wahrheit keine Freiheit

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NaWennDuMeinst
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So 6. Sep 2020, 11:54

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 6. Sep 2020, 10:47
Eng mit dem Wolkengucken verwandt ist das Sternegucken.
Ja, wobei sich Sternegucker in der Regel einen wolkenfreien Himmel wünschen, zumindest bei Beobachtungen mit dem bloße Auge von der Erde aus.
65611040_s.jpg
65611040_s.jpg (138.96 KiB) 374 mal betrachtet
Das Bild ist wohl eine Fotomontage, ich finde es aber sehr symbolträchtig. Aufrecht stehen wir (nicht wie die Tiere auf allen Vieren). Mit dem Kopf näher zum Himmel und dem Blick den Sternen zugewandt.
Entwurf für ein Kinderbuch, das noch zu schreiben ist. Die kleine Erika Else entdeckt die Sterne auf der anderen Seite!
Erinnert mich ein kleines Bißchen an den "kleinen Prinzen".



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Jörn Budesheim
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So 6. Sep 2020, 12:10

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
So 6. Sep 2020, 11:54
Erinnert mich ein kleines Bißchen an den "kleinen Prinzen".
Mich auch :)



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Burkart
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So 6. Sep 2020, 13:28

Hier sind Wolken, die nur halb reflektiert sind - weil die Reflektionen durch die Wellen nur halb erkennbar sind.

P1100285.JPG
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Friederike
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So 6. Sep 2020, 16:15

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
So 6. Sep 2020, 11:54
[...] einen wolkenfreien Himmel [...]
ich meine, man sagt eher

wolkenlos

bewölkt
wolkenverhangen
Wolkendecke
die Wolkendecke reißt auf oder auch
der Himmel reißt auf
kein Wölkchen am Himmel
dunkle Wolken ziehen auf
tief hängende Wolken

(ich sehe/"gucke" Wolken sprechend).
*@NWDM, keine Besserwisserei, Du hast mich nur auf die Idee gebracht




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Friederike
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So 6. Sep 2020, 16:21

@Burkart, Abend- oder Morgenrot? Es muß Abendrot sein, ich komme nur nicht drauf, warum ... sicher natürlich, weil ich Morgenrot-Bilder "im Kopfe" :lol: habe, die ich jetzt allerdings nicht sehen, nicht vergegenwärtigend sehen kann. Nachgucken will ich nicht, das wäre langweilig.




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NaWennDuMeinst
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So 6. Sep 2020, 16:47

Friederike hat geschrieben :
So 6. Sep 2020, 16:15
NaWennDuMeinst hat geschrieben :
So 6. Sep 2020, 11:54
[...] einen wolkenfreien Himmel [...]
ich meine, man sagt eher

wolkenlos
Der Himmel ist frei von Wolken. Er ist wolkenfrei.
Wolkenfreie Zone.
Hm. Ich denke das ist synonym zu wolkenlos.

(Aber kann schon sein, dass der Begriff "wolkenlos" verbreiteter ist.)



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Burkart
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So 6. Sep 2020, 17:20

Friederike hat geschrieben :
So 6. Sep 2020, 16:21
@Burkart, Abend- oder Morgenrot? Es muß Abendrot sein, ich komme nur nicht drauf, warum ... sicher natürlich, weil ich Morgenrot-Bilder "im Kopfe" :lol: habe, die ich jetzt allerdings nicht sehen, nicht vergegenwärtigend sehen kann. Nachgucken will ich nicht, das wäre langweilig.
Friederike, das ist Abendrot; morgens um diese Zeit schlafe ich praktisch immer :D



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Friederike
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So 6. Sep 2020, 17:38

Burkart hat geschrieben :
So 6. Sep 2020, 17:20
Friederike hat geschrieben :
So 6. Sep 2020, 16:21
@Burkart, Abend- oder Morgenrot? Es muß Abendrot sein, ich komme nur nicht drauf, warum ... sicher natürlich, weil ich Morgenrot-Bilder "im Kopfe" :lol: habe, die ich jetzt allerdings nicht sehen, nicht vergegenwärtigend sehen kann. Nachgucken will ich nicht, das wäre langweilig.
Friederike, das ist Abendrot; morgens um diese Zeit schlafe ich praktisch immer :D
Sagte ich doch, es muß Abendrot sein, :lol: aber warum ??? Nur, weil Du die Morgenröte nicht kennst, da Du sooo früh fast nie auf den Beinen bzw. am Knipsapparat bist ...? :lol:




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Friederike
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So 6. Sep 2020, 17:54

Nun habe ich doch gegoogelt. Das Morgenrot-Licht ist eindeutig diffuser.

(wie man Bilder hierher stellt, darum kümmere ich mich später).




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Jovis
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Mo 7. Sep 2020, 09:55

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Jovis
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Sa 12. Sep 2020, 16:06

The banality of blue-sky thinking

Ein strahlendblauer, wolkenloser Himmel – für viele der Inbegriff schönen Wetters. Die Analogie liegt nahe, dies auf das ganze Leben zu übertragen: Demnach wäre ein glückliches Leben eines ohne Widrigkeiten, ohne Schmerz, ohne Enttäuschungen.

Was genau ist daran banal?

Banal bedeutet laut Duden gewöhnlich, alltäglich, unbedeutend, nichts Besonderes – heute in der Regel in abwertendem Sinne gemeint. – Ist es banal, sich ein glückliches Leben zu wünschen?

Die gemeinte Banalität liegt vermutlich darin, alle „Verdunkelungen“ als Hindernis zu sehen, als Fehler, als Mangel. Mal abgesehen davon, dass ständige Wolkenlosigkeit zur Verödung führt (keine Wolken -> kein Regen -> kein Wachstum -> Wüste), blendet dieses Wunschdenken auch die wechselseitige Bedingtheit von allem aus. Ohne Tiefdruck kein Hochdruck, und ohne Unglück kein Glück, um es mal ganz banal ;) zu sagen.

Ist ein Leben wirklich als glücklich zu bezeichnen, das sich in einem beständigen Gleichmaß befindet, sei es auch auf hohem Niveau? Irgendwie kommt mir das jetzt tatsächlich banal vor. Langweilig. Ohne Potential.
Zuletzt geändert von Jovis am Sa 12. Sep 2020, 16:14, insgesamt 1-mal geändert.




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Jovis
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Sa 12. Sep 2020, 16:13

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Burkart
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Sa 12. Sep 2020, 16:27

Ja, blauer Himmel ist schön und passt zu gutem Wetter.
Leider ist 2020 aber nicht nur schön und blau, so dass der beigefügte rote Himmel das Jahr irgendwie schon gut beschreibt, sei es allgemein wegen Corona als die größte Krise bei uns seit dem zweiten Weltkrieg oder wegen Verlust von vielen Arbeitsplätzen usw.
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Nauplios
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Sa 12. Sep 2020, 16:30

Die stoische Tradition hat die Meeresstille des Gemüts seit Cicero und Seneca als tranquilitatis animi gefaßt. Der Frage nach dem Glück und seiner Bedingtheit von dieser Meeresstille, der "Bewegtheit" des Lebens durch "frischen Wind", nach seiner Bedrohtheit durch "Stürme" u.ä. ist Hans Blumenberg in Schiffbruch mit Zuschauer nachgegangen. Wenn Dein Interesse darauf gerichtet ist, zu wissen, worin das Glück besteht, Jovis, wird Dich dieses Buch enttäuschen. ;) Für den Entwurf des Lebens in der Daseinsmetapher der gewagten Seefahrt ist es eine Fundgrube.

Inhalt

"In den großen Metaphern und Gleichnissen schlägt sich nieder, wird abgewandelt und ausgebaut, was an imaginativer Orientierung gewonnen wurde. Eine der immer präsenten Prägungen ist die vom Leben als Seefahrt. Sie umspannt Ausfahrt und Heimkehr, Hafen und fremde Küste, Ankergrund und Navigation, Sturm und Windstille, Seenot und Schiffbruch, nacktes Überleben und bloßes Zuschauen. Die Metapher gibt sowohl den Umriß eines Ganzen von vielen Bedingungen und Möglichkeiten als auch die Grenzwerte des nahezu Unmöglichen, das allen anderen im besten Falle als Seemannsgarn angeboten wird." (aus der Beschreibung des Verlags) -
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Jörn Budesheim
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Sa 12. Sep 2020, 17:01

Jovis hat geschrieben :
Sa 12. Sep 2020, 16:06
ohne Unglück kein Glück
Das scheinen mir aber nur begriffliche Abhängigkeiten zu sein? Oder?



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Jovis
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Sa 12. Sep 2020, 17:06

Nauplios hat geschrieben :
Sa 12. Sep 2020, 16:30
[...] die Meeresstille des Gemüts [...]
Ich hatte in meinem Beitrag äußere Lebensumstände gemeint, Nauplios. Wie man auf diese reagiert, ist noch mal ein anderes Thema.

Wobei mir jetzt gerade die "Meeresstille des Gemüts" auch als etwas schiefe Metapher vorkommen will. Denn das Meer ist nicht dauerhaft still, das ist ja nur eine Momentaufnahme. Alles befindet sich in Veränderung. Insofern wäre dieses stoische Ideal (das schon immer eine große Anziehungskraft für mich hatte) nur zu erreichen, wenn man den Grundcharakter der Wirklichkeit leugnet? Kann man unveränderlich sein in einer veränderlichen Welt?




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