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Alethos
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Sa 13. Feb 2021, 14:20

Der Berg ruft nicht


Der kalte Berg schweigt
sein eisernes Schweigen
aus totem Stein

Kein Schatten wirft er
keinen Reim gibt er
nur Haufen-Sein.

Der helle Nebel dichtet
keine Wahrheit über
ihn zum Schein

Kein Vogel fliegt
herbei sein Leben
auf ihm nur Nein.

Kein kühler Bach,
sanft sich nennt,
sein treues Mein.

Keinem Menschen
zeigt er seinen Weg
hinein.

Er ist und bleibt
der tote Berg.
Allein.



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NaWennDuMeinst
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Sa 13. Feb 2021, 15:53

Alethos hat geschrieben :
Sa 13. Feb 2021, 14:20
Der Berg ruft nicht
Es ist schön zu sehen wie der Berg Deinen Geist beflügelt hat.



But I, being poor, have only my dreams; I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams.
(William Butler Yeats)

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Alethos
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Sa 13. Feb 2021, 15:59

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Sa 13. Feb 2021, 15:53
Alethos hat geschrieben :
Sa 13. Feb 2021, 14:20
Der Berg ruft nicht
Es ist schön zu sehen wie der Berg Deinen Geist beflügelt hat.
Du könntest es ja mit einem Gegengedicht versuchen... „Antithese zum schweigenden Berg - oder warum die Erde bebt“ .. sowas, weisste? :)..



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NaWennDuMeinst
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Sa 13. Feb 2021, 16:03

Alethos hat geschrieben :
Sa 13. Feb 2021, 15:59
NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Sa 13. Feb 2021, 15:53
Alethos hat geschrieben :
Sa 13. Feb 2021, 14:20
Der Berg ruft nicht
Es ist schön zu sehen wie der Berg Deinen Geist beflügelt hat.
Du könntest es ja mit einem Gegengedicht versuchen...
Was ist denn ein Gegengedicht?
Nein, ich will es genau so stehen lassen wie es da steht.



But I, being poor, have only my dreams; I have spread my dreams under your feet;
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(William Butler Yeats)

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transfinitum
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So 14. Feb 2021, 10:41

Alethos hat geschrieben :
Sa 13. Feb 2021, 15:59
Gegengedicht
Nur im Aussen

Ruhig und allein
So ists nur der äußere Schein
Im Inneren brodelnd-
steigt der Druck
Und mit einem Ruck-

Risse durchsetzend
Inneres freisetzend
Dampf, Druck entweichend
Verwandelt sich
Dampf zu Wasser
-zisch!

Fließt den Berg hinab
Belebt ihn
Und das nicht zu knapp!

Blumen und Moos
Verwandeln zweifellos
Grauen Einton
in eine bunte Kombination.
Tiere gesellen sich hinzu.
Juhu!

Risse öffnen sich mehr
Und mehr.
Weg entsteht
Hinein.

Er ist nun
ein lebendiger Berg
nicht mehr allein.



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Alethos
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So 14. Feb 2021, 10:49

Grossartig! :)



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NaWennDuMeinst
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So 14. Feb 2021, 14:23

Ja. Sehr schön.



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AndreaH
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Mo 15. Feb 2021, 21:17

Alethos hat geschrieben :
Sa 13. Feb 2021, 14:20
Der Berg ruft nicht


Alethos,.... ich hab mir gestern gedacht, ich überprüfe es mal ob ein Berg zu mir spricht?!  Bei einem Spaziergang hatte ich die passende Gelegenheit! Ganz ehrlich, ....also zu mir hat er ganz sicher nicht gesprochen. Zuhause gegen Abend ein neuer Versuch... Hätte  ja sein können, dass der Berg am Nachmittag einfach wortkarg war. Aber selbst der Bergkette am Abend, konnte ich kein Wörtchen entlocken. Ich ließ mich dann in meinen Sessel fallen. Tauchte eine Weile ein, in das Farbenspiel der letzten Sonnenstrahlen die von der Sonne auf die Bergrückenseite gezaubert wurden.....

Dann schrieb ich darauf diese Zeilen:



Es sind Begegnungen mit Menschen die das Leben lebenswert machen!

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AndreaH
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Mo 15. Feb 2021, 21:23

S...chweigend blick ich zu dir auf.
P...rachtvoll, majestätisch wirkt der     
              Weg zu dir hinauf.
R...astlosigkeit und Neugier, spornen an
             meinen Weg zu dir ins Licht.
E...infach machst du es mir nicht!
C...haotisch, ungestüm wirfst du mir  
            Hölzer und Steine entgegen.
            Doch mein Stolz wächst
            und ich halte dagegen.
            Laut kann ich singen,
            ich kann dich bezwingen.
            Wer weiß,...?!
            Gibst du mir dein Geheimnis  
            preis?!
H...ab so viele Fragen,
            kann dies kaum ertragen!
E...ine Antwort von dir?!
N...ein, du sprichst nicht mit mir!
D...eine Antworten auf meine Fragen      
            behütest du stillschweigend
            wie ein Schatz.
            Tief in dir verborgen ist
            dafür der Platz.
E...in Wetter zieht auf,
           die Witterung schlägt um.
           Plötzlich werde ich ganz stumm.
R...egen und Wind peitschen mir ins  
           Gesicht.
           Nun erwarte ich nicht mehr,
           dass du mit mir sprichst!


B...angend, verletzlich such ich bei dir   
           Schutz.
           In einem Felsspalt gewährst du
           mir Unterschlupf.
E...rschöpft und demütig fällt mein Blick  
           ins Tal.
           Sonnenstrahlen brechen
           durch auf ein erneuertes Mal.
R...egen und Wind berühren sanft        
           mein Gesicht.
           Schlicht und unerheblich ist nun    
           meine Sicht.
G...edanken sind klar und rein:
           Ich bin ganz klein.
           Doch wenn ich's mir recht überleg,
           ist dieses Gefühl sehr fein.
           Die Antworten auf meine Fragen
           kann ich jetzt selbst zu mir sagen.
           Der Weg zu dir,
           führte direkt zu mir!
          



Es sind Begegnungen mit Menschen die das Leben lebenswert machen!

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AndreaH
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So 4. Apr 2021, 19:40

Hoffnung

H....üpfend, frisch springt die Hoffnung   
                                                         umher.
O....ffensiv geht sogleich die Sorge
                                             mit ihr einher.
F....ort mit der Angst, ruft die Hoffnung   
                                                          scharf.
F....ort mit dem Vertrauen erwidert die   
                                             Sorge barsch.
N....un, meldet sich die Zukunft zu
                                                           Wort
U....nd fragt, habt ihr nicht beide in mir    
                                euren künftigen Ort?
N....ebeneinander schreiten die beiden  
                               beständig ihren Weg.
G....etreu verbunden, denn der Wetteifer
                                                        besteht.



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Alethos
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So 25. Apr 2021, 16:56

Das Unwesentliche hat keine Heimat bei uns.
Denn, was nicht wichtig ist, kann für immer warten draussen bei den Dingen an sich, wo wir nicht sind.

Und doch sagt es im kleinsten und im grössten Ding laut oder leise immer: Sein, wie es ist, hat kein Un ausser Uns.



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Friederike
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Mo 26. Apr 2021, 09:22

Alethos hat geschrieben :
So 25. Apr 2021, 16:56
Das Unwesentliche hat keine Heimat bei uns.
Denn, was nicht wichtig ist,
kann für immer warten draussen
bei den Dingen an sich,
wo wir nicht sind.
Und doch sagt es im kleinsten und im grössten Ding
laut oder leise immer:
Sein, wie es ist, hat kein Un ausser Uns.
Sehr mutig, lieber Alethos.
Wie Du siehst, habe ich das Ganze ein wenig gedichtförmiger 8-) angeordnet -
ich weiß immer nicht so ganz genau, wie ich Deine Gedichte lesen soll ...
sie sind von einem Augenzwinkern begleitet?
Ich darf also -auch- lachen?




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Alethos
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Mo 26. Apr 2021, 12:13

Klar, lachen geht inmer (solange du nicht über mich lachst)



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Friederike
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Mo 26. Apr 2021, 18:35

Alethos hat geschrieben :
Mo 26. Apr 2021, 12:13
Klar, lachen geht inmer (solange du nicht über mich lachst)
Schwierig, wenn ein Gedicht mit Herzblut geschrieben worden ist und vom Autor für würdig befunden, veröffentlicht zu werden, lacht man dann, wenn man über das Gedicht lacht, zugleich über den Autor oder nicht?




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Alethos
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Mo 26. Apr 2021, 19:31

Friederike hat geschrieben :
Mo 26. Apr 2021, 18:35
Alethos hat geschrieben :
Mo 26. Apr 2021, 12:13
Klar, lachen geht inmer (solange du nicht über mich lachst)
Schwierig, wenn ein Gedicht mit Herzblut geschrieben worden ist und vom Autor für würdig befunden, veröffentlicht zu werden, lacht man dann, wenn man über das Gedicht lacht, zugleich über den Autor oder nicht?
Du brauchst auch nicht über wen oder was auch zu lachen, deine würdigenden Worte sagen schon alles.

Zur Kenntnis genommen. Weiter.



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Friederike
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Di 27. Apr 2021, 09:07

Alethos hat geschrieben :
Mo 26. Apr 2021, 19:31
Du brauchst auch nicht über wen oder was auch zu lachen, deine würdigenden Worte sagen schon alles. Zur Kenntnis genommen. Weiter.
O Schreck, irgendwas ist schiefgelaufen.




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Alethos
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Di 27. Apr 2021, 12:40

Ne, doch.. alles gut :)



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Groot
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Mi 28. Apr 2021, 03:52

Alethos hat geschrieben :
Sa 13. Feb 2021, 14:20
Der Berg ruft nicht


Der kalte Berg schweigt
sein eisernes Schweigen
aus totem Stein

Kein Schatten wirft er
keinen Reim gibt er
nur Haufen-Sein.

Der helle Nebel dichtet
keine Wahrheit über
ihn zum Schein

Kein Vogel fliegt
herbei sein Leben
auf ihm nur Nein.

Kein kühler Bach,
sanft sich nennt,
sein treues Mein.

Keinem Menschen
zeigt er seinen Weg
hinein.

Er ist und bleibt
der tote Berg.
Allein.
Steht der Mensch einmal am Berge,
ist der wahrlich treue Scherge.
Läuft die Serpentinen dann hinunter,
und arbeitet sich den Buckel redlich munter.

Ist er oben angekommen,
hat die Bürokratiehierarchie erklommen.
Wird er sich Gedanken machen,
doch dieses wird dann zynisch lachen.

Ein Lachen, welches hohl und schwer
...hallt
dem Berge das Echo, leer
Doch, die Tradition; stets galt:

Wissen in den Bergen,
wird gemacht von Zwergen,
Menschen die nicht schleichen,
vielerlei Begriffe greifen.
Diese werden präsentiert,
als Abbild, der Berggeist sich dann gern geniert.




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Jörn Budesheim
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Fr 7. Mai 2021, 09:04

Über ein ungenanntes Kunstwerk

Ich weiß wohl, was soll es bedeuten
ich kenne die ganze Geschicht,
die Glocken hör' ich laut läuten
und dennoch erreicht es mich nicht ...



"Nichts ist menschlicher als der Wunsch, kein Mensch zu sein!" (Stanley Cavell)

"Die meisten Menschen würden leichter dahin zu bringen seyn, sich für ein Stück Lava im Monde, als für ein Ich zu halten." (Fichte)

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Alethos
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So 16. Mai 2021, 17:07

Das ens
macht Sense
wenn er hat
den Begriff

Doch In senso unico
Amico
gibt es nicht
das Schiff

Es fährt
in alle Richtungen
und in Dichtungen
auch zum Himmel

Darum sage ich nicht
das dort
sei Schimmel
wenn er
wesentlich
ist Pferd

Noch sage ich
er sei
Pferdewesen,
denn gewesen
war er
Freiheit

Schön war er
und gut.
Er flog,
wie das Schiff
wohin
er wollte

Und nicht etwa
dorthin
wo nach Begriff
er sollte

Aber nicht,
dass er log
der Dichter
der es sagte

er war nur dichter
an der Wahrheit,
die es wagte



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