Ingeborg Bachmann / 100. Geburtstag

Raum für Besprechung von Romanen, Gedichten und Geschichten
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Dia_Logos
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Dia_Logos
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Jörn P Budesheim
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Sa 20. Jun 2026, 10:25



In einer spontanen eigenen Interpretation/Assoziation würde ich meinen, dass es hier um den Tod geht – und zwar um den eigenen Tod. Die gestundete Zeit ist die Lebenszeit, die man hat. Ihr Ende am Horizont ist immer da; wir wissen, dass wir sterben, nur nicht wann – daher der Nebel.

Die Geliebte im Sand ist der eigene Körper.

Auf diese Weise erkläre ich mir auch die Metapher mit den Fischen. Es ist einfach eine absurde Handlung: Die Fische sind tot, sie liegen rücklings auf dem Tisch, man sieht die Eingeweide, sie sind kalt, das Ende ist bereits da. Sie zurück ins Meer zu werfen, ist eine absurde Handlung, die sie nicht wieder lebendig macht. Man kann die Metapher nicht erklären, aber es hat etwas Trotziges, ein „Dennoch“ im Angesicht des sicheren Todes, etwas Absurdes zu versuchen. Und auch in einem anderen Sinn hat es einen Sinn, weil man sie zurück gibt in den Kreislauf. So ist es ja auch mit dem eigenen Tod, der uns zurück in den großen Kreislauf bringt, welcher hier durch das Meer symbolisiert wird.

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Marschland ist ein Name für ein Gebiet irgendwo in Deutschland. Aber warum nicht offen interpretieren, warum nicht das Land, in dem marschiert wurde? Dann könnten die Marsch-höfe so etwas sein wie die Kasernenhöfe, dort wo das Salutieren und Marschieren geprobt wurde. Zu weit hergeholt? Vielleicht. Wie dem auch sei: Dann wären die Hunde, die man zurückjagd, nämlich die Hunde von Celan aus der schwarzen Milch ...



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Jörn P Budesheim
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So 21. Jun 2026, 09:20

Hier gibt es zehn Gedichte der Bachmann: https://www.lyrikline.org/de/gedichte/d ... effnet-261



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Consul
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Filmtipp: "MALINA ist ein deutsch-österreichischer Spielfilm aus dem Jahre 1991 nach dem gleichnamigen Roman von Ingeborg Bachmann. Er lief im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1991. Regie führte Werner Schroeter, das Drehbuch stammt von Elfriede Jelinek."

Ich habe diesen Film (mit Isabelle Huppert und Mathieu Carrière in den Hauptrollen) damals im Kino gesehen und besitze auch eine DVD-Version. Hier ist die unvergessliche Schlussszene:




"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding

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Jörn P Budesheim
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Jörn P Budesheim
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Jörn P Budesheim
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Jörn P Budesheim
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Timberlake
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Fr 17. Jul 2026, 22:40



53:33
" Die Fragen, die sie stellte, sind nicht veraltet. Sie sind aktueller denn je. Wie lebt man in einer Gesellschaft, die einen nicht akzeptiert? Wie schreibt man in einer Sprache, die von Tätern gesprochen wurde? Wie liebt man ohne sich zu verlieren? Wie bewahrt man seine Identität, wenn alle Kräfte darauf gerichtet sind, sie auszulöschen? Die Fragen stellen Frauen noch heute. Nicht nur Frauen, alle, die am Rand stehen, alle, die anders sind, alle, die nicht in die Schablonen passen, die die Gesellschaft für sie vorgesehen hat. Sie hat keine Antworten gegeben, aber sie hat die richtigen Fragen gestellt. Vielleicht ist das genug. Vielleicht ist das alles, was Literatur tun kann. Die Fragen stellen, die Wunden offenlegen, die Wahrheit sagen, auch wenn niemand sie hören will. Die Schuld ist verteilt auf viele Schultern. Keine einzelne Person trägt sie allein."


Irgendwie kommt mir insbesondere ..

"Die Fragen stellen, die Wunden offenlegen, die Wahrheit sagen, auch wenn niemand sie hören will"

.. . allzu bekannt vor ...
Timberlake hat geschrieben :
Fr 17. Jul 2026, 13:49
treffpunkteuropa.de hat geschrieben :
Die Janusköpfigkeit der EU-Menschenrechtspolitik

Bürgerrechte und Menschenrechte werden in Europa als Grundpfeiler vorausgesetzt. Vor allem Nicht-Mitgliedstaaten werden aufgefordert, diesem Beispiel zu folgen. Im Umgang mit Flüchtlingen und Minderheiten ist die EU aber selbst immer wieder Kritik ausgesetzt. Wie glaubwürdig ist die EU-Menschenrechtspolitik?

Posthum wird den toten Flüchtlingen die Staatsbürgerschaft verliehen, wenn sie überleben, sind sie den Repressionen der EU-Mitgliedsstaaten ausgesetzt. Zur politischen Strategie der EU gehört der Menschenrechtsschutz, aber auch die menschenunwürdige Asylpolitik, welche sich insbesondere in den Dublin-Verordnungen manifestiert.
Wenn es bei Rudolf Pirnbacher heißt ..
Rudolf Pirnbacher hat geschrieben :
Mo 13. Jul 2026, 18:20

Dennoch glaube ich, wenn bereits im frühen Bildungsweg hin zu einem selbstbestimmten Leben geführt wird, der den Wert jedes einzelnen Menschen betont, und die gegenseite Abhängigkeit aller Menschen vermittelt, dass Vernunft und Einsicht die Oberhand gewinnen können.
. so frage ich mich schon, was denn ein solcher ... "früher Bildungsweg, hin zu einem selbstbestimmten Leben" .. , diesbezüglich bewirken kann. Weil die ... "gegenseitige Abhängigkeit aller Menschen vermittelnd" ... dass wenn die EU für alle Migranten die Grenzen öffnet, ... "die Vernunft und Einsicht die Oberhand gewonnen hat" .. , doch wohl sicherlich nicht.




Timberlake
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Fr 17. Jul 2026, 23:43

Zu diesen Fragen vielleicht "wahrlich" passend ...


planetlyrik.de hat geschrieben :
Ingeborg Bachmanns Gedicht „Wahrlich“


Konnotation
[...]
Das Gedicht selbst bezeichnet die Schwierigkeit des „wahren“, authentischen Sprechen in einem Umfeld formelhaft erstarrter Rede und der manipulativen Sprache der Macht. Die Verzweiflung über die schiere Unmöglichkeit, „einen einzigen Satz haltbar zu machen“, ist ein Zentralmotiv in Bachmanns späten Gedichten.

Michael Braun, Deutschlandfunk-Lyrikkalender 2010, Verlag Das Wunderhorn, 2009
„Ich werde Ihnen ein furchtbares Geheimnis verraten: die Sprache ist die Strafe. In sie müssen alle Dinge eingehen und in ihr müssen sie wieder vergehen nach ihrer Schuld und dem Ausmaß ihrer Schuld.“
So beschrieb Ingeborg Bachmnann einmal ihr sprachphilosophisches Credo




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