Künstliche Intelligenz

Es gibt heute kaum Bereiche des alltäglichen Lebens, die nicht in irgendeiner Weise mit dem World-Wide-Web zusammenhängen. Das Gleiche gilt für "künstliche Intelligenz". Was hat die Philosophie dazu zu sagen?
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Burkart
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Di 9. Aug 2022, 19:09

[Aus dem Kaffeestübchen verschoben]
Nauplios hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 18:50
Steinmetz hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 10:37

Ich habe erst vor 2 Jahren überhaupt an Philosophie gedacht und kann mich nicht erinnern was vorher in meinem Kopf los war.
Das klingt nach einem Erlebnis vom Schlage einer Erweckung. - Gab es denn ein solches Initialerlebnis?
Gute Frage.
Wie kommt man heute zur Philosophie?
Bei mir ist es die Künstliche Intelligenz vor allem gewesen, die mich vieles hat hinterfragen lassen.



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.

[Allgemeine, starke KI wird kommen - die Frage ist nur, wann... und was man darunter genau versteht...]

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Nauplios
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Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:09

Bei mir ist es die Künstliche Intelligenz vor allem gewesen, die mich vieles hat hinterfragen lassen.
Ich glaube, die Frage der Künstlichen Intelligenz wird eine der bedeutendsten sein, von der die Philosophie in Kürze immer mehr betroffen sein wird. Ich will gerne zugeben, daß damit viel Spekulation verbunden ist. Im Moment verläuft die Diskussion um die Künstliche Intelligenz ja oft in die Richtung, ob eine künftige Intelligenz den Charakter einer biologischen Intelligenz annehmen kann. Mal abgesehen von der Frage ob Intelligenz das Wesentliche des Menschlichen überhaupt ausmacht, wenn man die Fragerichtung einmal ändert, ergibt sich eine andere Perspektive: ist es möglich, daß sich der Mensch einer Künstlichen Intelligenz anverwandelt? - Oder kann es zu hybriden Formen beider kommen? - Damit ist nicht nur das rein technische Potential gemeint, sondern auch ein Paradigma der Selbstwahrnehmung und des Selbstverständnisses menschlicher Beschreibung. Ich verstehe dabei unter Technik kein Instrument der Selbstentfremdung, sondern den Ausgriff eines Wesens, daß auf die Gestaltung seiner Welt angewiesen ist.




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Jörn Budesheim
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Di 9. Aug 2022, 20:24

Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:09
Bei mir ist es die Künstliche Intelligenz vor allem gewesen, die mich vieles hat hinterfragen lassen.
Lustig :)))




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Burkart
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Di 9. Aug 2022, 20:50

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 20:24
Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:09
Bei mir ist es die Künstliche Intelligenz vor allem gewesen, die mich vieles hat hinterfragen lassen.
Lustig :)))
Wie kömmt's? :)
Je tiefer man in eine Materie einsteigt, desto mehr Fragen stellen sich auch, jedenfalls in einem Gebiet, in dem noch viel zu ergründen gibt.



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Burkart
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Di 9. Aug 2022, 21:07

Nauplios hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:43
Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:09

Bei mir ist es die Künstliche Intelligenz vor allem gewesen, die mich vieles hat hinterfragen lassen.
Ich glaube, die Frage der Künstlichen Intelligenz wird eine der bedeutendsten sein, von der die Philosophie in Kürze immer mehr betroffen sein wird.
Das kann gut sein.
Ich will gerne zugeben, daß damit viel Spekulation verbunden ist. Im Moment verläuft die Diskussion um die Künstliche Intelligenz ja oft in die Richtung, ob eine künftige Intelligenz den Charakter einer biologischen Intelligenz annehmen kann.
Hm, was meinst du mit damit? Nur in dem Sinne, dass sie sich an unserer Intelligenz als Vorbild orientiert?
Mal abgesehen von der Frage ob Intelligenz das Wesentliche des Menschlichen überhaupt ausmacht, wenn man die Fragerichtung einmal ändert, ergibt sich eine andere Perspektive: ist es möglich, daß sich der Mensch einer Künstlichen Intelligenz anverwandelt? - Oder kann es zu hybriden Formen beider kommen? -
Die Fragen mögen sich stellen (gerade für Philosophen, die ich alle Richtungen denken), sind aber nicht das Kernthema der KI, die "nur" Technik/Maschine(n)/Roboter irgendwie intelligent machen möchte.
Damit ist nicht nur das rein technische Potential gemeint, sondern auch ein Paradigma der Selbstwahrnehmung und des Selbstverständnisses menschlicher Beschreibung. Ich verstehe dabei unter Technik kein Instrument der Selbstentfremdung, sondern den Ausgriff eines Wesens, daß auf die Gestaltung seiner Welt angewiesen ist.
Tja, schauen wir mal, wie sich das alles entwickeln wird...



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Lucian Wing
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Di 9. Aug 2022, 22:46

Nauplios hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:43
Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:09

Bei mir ist es die Künstliche Intelligenz vor allem gewesen, die mich vieles hat hinterfragen lassen.
Ich glaube, die Frage der Künstlichen Intelligenz wird eine der bedeutendsten sein, von der die Philosophie in Kürze immer mehr betroffen sein wird. Ich will gerne zugeben, daß damit viel Spekulation verbunden ist. Im Moment verläuft die Diskussion um die Künstliche Intelligenz ja oft in die Richtung, ob eine künftige Intelligenz den Charakter einer biologischen Intelligenz annehmen kann. Mal abgesehen von der Frage ob Intelligenz das Wesentliche des Menschlichen überhaupt ausmacht, wenn man die Fragerichtung einmal ändert, ergibt sich eine andere Perspektive: ist es möglich, daß sich der Mensch einer Künstlichen Intelligenz anverwandelt? - Oder kann es zu hybriden Formen beider kommen? - Damit ist nicht nur das rein technische Potential gemeint, sondern auch ein Paradigma der Selbstwahrnehmung und des Selbstverständnisses menschlicher Beschreibung. Ich verstehe dabei unter Technik kein Instrument der Selbstentfremdung, sondern den Ausgriff eines Wesens, daß auf die Gestaltung seiner Welt angewiesen ist.
Letztendlich läuft die KI-Frage doch nur darauf hinaus, welchen Status wir einer (starken) KI zugestehen wollen. Was sie WÄRE, ist dabei völlig nebensächlich. Das ist, polemisch gesprochen, wie beim juristischen Geschlecht. Es kommt nicht darauf an, was irgendwer oder irgendwas ist, sondern als was er/sie/es gilt. Geltung schlägt Sein.



Als ich vierzehn war, war mein Vater so unwissend. Ich konnte den alten Mann kaum in meiner Nähe ertragen. Aber mit einundzwanzig war ich verblüfft, wieviel er in sieben Jahren dazu gelernt hatte. (Mark Twain)

Steinmetz
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Di 9. Aug 2022, 23:14

Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 21:07
Nauplios hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:43
Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:09

Bei mir ist es die Künstliche Intelligenz vor allem gewesen, die mich vieles hat hinterfragen lassen.
Ich glaube, die Frage der Künstlichen Intelligenz wird eine der bedeutendsten sein, von der die Philosophie in Kürze immer mehr betroffen sein wird.
Das kann gut sein.
Ich will gerne zugeben, daß damit viel Spekulation verbunden ist. Im Moment verläuft die Diskussion um die Künstliche Intelligenz ja oft in die Richtung, ob eine künftige Intelligenz den Charakter einer biologischen Intelligenz annehmen kann.
Hm, was meinst du mit damit? Nur in dem Sinne, dass sie sich an unserer Intelligenz als Vorbild orientiert?
Mal abgesehen von der Frage ob Intelligenz das Wesentliche des Menschlichen überhaupt ausmacht, wenn man die Fragerichtung einmal ändert, ergibt sich eine andere Perspektive: ist es möglich, daß sich der Mensch einer Künstlichen Intelligenz anverwandelt? - Oder kann es zu hybriden Formen beider kommen? -
Die Fragen mögen sich stellen (gerade für Philosophen, die ich alle Richtungen denken), sind aber nicht das Kernthema der KI, die "nur" Technik/Maschine(n)/Roboter irgendwie intelligent machen möchte.
Damit ist nicht nur das rein technische Potential gemeint, sondern auch ein Paradigma der Selbstwahrnehmung und des Selbstverständnisses menschlicher Beschreibung. Ich verstehe dabei unter Technik kein Instrument der Selbstentfremdung, sondern den Ausgriff eines Wesens, daß auf die Gestaltung seiner Welt angewiesen ist.
Tja, schauen wir mal, wie sich das alles entwickeln wird...
Das Thema künstliche Intelligenz ist extrem spannend, auch da weiß ich nicht wo ich anfangen soll.
Yuval Noah Harari hat in seinem Buch "Homo Deus" vieles faszinierendes dazu geschrieben. Ich müsste aber nochmal nachschlagen. Weiteres unterhaltsames (Insofern Dystopien Unterhaltsam sind) fand ich in den Büchern "QualityLand 1.0" und "QualityLand 2.0" von Marc - Uwe Kling. Auch spannend ist es wenn man sich mit dem Genre Cyberpunk beschäftigt. William Gibsons "Neuromancer Trilogie" hat auch das Thema einer sich stetig entwickelnden künstlichen Intelligenz.

Ich habe zu dem Thema der Annäherung von menschlicher und künstlicher Intelligenz nur eine schwache Meinung. Ich kann sie also nicht genügend Belegen. Ich denke aber, dass der Mensch in seinen Denkmustern der künstlichen Intelligenz entweder ähnlicher wird oder komplett anders (ähnlich Apollinisch oder Dionysisch). Das glaube ich, da unser Denken von unserer Umgebung im hohem Maße beeinflusst wird. Wir erleben täglich immer mehr Maschinen, die uns sehr gut simulieren. Maschinen werden uns aber nicht nur simulieren, sie werden uns in vielen Bereichen abhängen. Es gibt jedoch wahrscheinlich eine unüberwindbare Grenze zwischen beiden Intelligenzen. Der Mensch funktioniert nicht nur mit seiner Vernunft. Er wird von Emotionen von einer Situation in die Nächste geschoben. Wer schonmal seinen Computer angebrüllt hat wird mir zustimmen, dass Maschinen nicht auf Gefühle eingehen. Also gleicht sich der Mensch der Maschine an in dem er immer effizienter wird und letzten Endes mit ihr verschmitzt (Transhumanismus?) oder er gibt den Maschinen Arbeit und konzentriert sich darauf schöne Dinge zu erleben und überhaupt nicht effizient zu sein.




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Nauplios
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Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 21:07
Nauplios hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:43
Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:09

Bei mir ist es die Künstliche Intelligenz vor allem gewesen, die mich vieles hat hinterfragen lassen.
Ich glaube, die Frage der Künstlichen Intelligenz wird eine der bedeutendsten sein, von der die Philosophie in Kürze immer mehr betroffen sein wird.
Das kann gut sein.
Ich will gerne zugeben, daß damit viel Spekulation verbunden ist. Im Moment verläuft die Diskussion um die Künstliche Intelligenz ja oft in die Richtung, ob eine künftige Intelligenz den Charakter einer biologischen Intelligenz annehmen kann.
Hm, was meinst du mit damit? Nur in dem Sinne, dass sie sich an unserer Intelligenz als Vorbild orientiert?
Mal abgesehen von der Frage ob Intelligenz das Wesentliche des Menschlichen überhaupt ausmacht, wenn man die Fragerichtung einmal ändert, ergibt sich eine andere Perspektive: ist es möglich, daß sich der Mensch einer Künstlichen Intelligenz anverwandelt? - Oder kann es zu hybriden Formen beider kommen? -
Die Fragen mögen sich stellen (gerade für Philosophen, die ich alle Richtungen denken), sind aber nicht das Kernthema der KI, die "nur" Technik/Maschine(n)/Roboter irgendwie intelligent machen möchte.
Mit dem "damit" aus dem Satz "Ich will gerne zugeben, daß damit viel Spekulation verbunden ist" waren Spekulationen meinerseits gemeint. Ob das Thema der Künstlichen Intelligenz tatsächlich das philosophische Denken in den nächsten Jahrzehnten beschäftigen wird, das weiß ich natürlich nicht. Prognostische Fähigkeiten werden ja auch der Philosophie eigentlich nicht abverlangt, vielleicht, weil sie ihr auch nicht zugetraut werden. Umso trefflicher läßt sich spekulieren. ;)

Die Debatte hier im Forum hat sich in der Regel an dem Begriff Intelligenz entzündet, auch daran, ob und wieweit Maschinen "lernen" können und um welche Form des Lernens es sich dabei handeln könnte. Eine Vorzugsstellung menschlicher Intelligenz und menschlichen Lernens wurde geltend gemacht, sozusagen eine humane Selbstbehauptung, aber nicht gegenüber einem unberechenbaren mittelalterlichen Gott, sondern gegenüber einem maschinellen Emporkömmling der Moderne, der sich anschickt, Prozesse schneller durchlaufen zu können, ein besseres Gedächtnis zu haben und am Ende auch noch den kühleren Kopf. Wie weiland Eva im Paradies gibt es die Künstliche Intelligenz nur im Modus der Abkünftigkeit, zwar nicht aus einer Rippe entstanden, aber dennoch nur als Ergebnis menschlichen Erfindungsreichtums.

Vielleicht muß der Anfang dieser Schöpfungsgeschichte vom Beharren auf Rangunterschiede geprägt sein und kann doch zu einem späteren Zeitpunkt sich darstellen als Symbiose - aus dem Weltraum betrachtet. ;)




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Nauplios
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Erasmus hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 22:46

Letztendlich läuft die KI-Frage doch nur darauf hinaus, welchen Status wir einer (starken) KI zugestehen wollen. Was sie WÄRE, ist dabei völlig nebensächlich. Das ist, polemisch gesprochen, wie beim juristischen Geschlecht. Es kommt nicht darauf an, was irgendwer oder irgendwas ist, sondern als was er/sie/es gilt. Geltung schlägt Sein.
Darin stimme ich Dir insoweit zu, sofern diese Geltung und ihre Verleihung vor dem Hintergrund einer stabilen Schöpfungshierarchie erfolgt. Störfaktoren einer solchen Hierarchie könnten ausgerechnet jene Eigenschaften sein, die uns "menschlich" machen: Emotionen. Schon in der Beziehung von Herr und Hund lassen sich Veränderungen am Seinsgefälle beobachten, wenn der Hund als besonders treu und anhänglich "gilt". - In der Schlußszene von Ich bin dein Mensch erinnert sich die Protagonistin Alma daran, wie sie als Jugendliche in einen Jungen verliebt war. Immer wenn sie die Augen schloss, spürte sie seine Nähe; öffnete sie die Augen, löste sich die Illusion auf. - Wir können nicht davon ausgehen, daß Geltungsfragen immer nur mit geöffneten Augen ausgehandelt werden. Eine lernende Olimpia wird als erstes lernen, wie sie sich zur Geltung bringen kann. ;)




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Jörn Budesheim
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Nauplios hat geschrieben :
Mi 10. Aug 2022, 00:50
Die Debatte hier im Forum hat sich in der Regel an dem Begriff Intelligenz entzündet ...
Die Debatte hat sich sehr stark darum gedreht, ob es Intelligenz ohne Körper, ohne Fantasie und ohne Gefühle geben kann.




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Ich hab die Beiträge aus dem Kaffeestübchen mal hierher verlegt.




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Mi 10. Aug 2022, 19:00

Erasmus hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 22:46
Geltung schlägt Sein.
Unbegründete Geltung ist hier gar keine Geltung. Die Computer sollten genau dann als intelligent gelten, wenn sie intelligent sind und dafür muss man Begründung herbeischaffen. Alles andere Augenwischerei.




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Mi 10. Aug 2022, 19:43

Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 20:50
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 20:24
Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:09
Bei mir ist es die Künstliche Intelligenz vor allem gewesen, die mich vieles hat hinterfragen lassen.
Lustig :)))
Wie kömmt's? :)
Je tiefer man in eine Materie einsteigt, desto mehr Fragen stellen sich auch, jedenfalls in einem Gebiet, in dem noch viel zu ergründen gibt.
Lustig ist das, weil du de facto noch nie - seit du hier bist - irgendeine deiner Ansichten hinsichtlich KI hinterfragt hast.




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Mi 10. Aug 2022, 20:23

Erasmus hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 22:46
Nauplios hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:43
Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:09

Bei mir ist es die Künstliche Intelligenz vor allem gewesen, die mich vieles hat hinterfragen lassen.
Ich glaube, die Frage der Künstlichen Intelligenz wird eine der bedeutendsten sein, von der die Philosophie in Kürze immer mehr betroffen sein wird. Ich will gerne zugeben, daß damit viel Spekulation verbunden ist. Im Moment verläuft die Diskussion um die Künstliche Intelligenz ja oft in die Richtung, ob eine künftige Intelligenz den Charakter einer biologischen Intelligenz annehmen kann. Mal abgesehen von der Frage ob Intelligenz das Wesentliche des Menschlichen überhaupt ausmacht, wenn man die Fragerichtung einmal ändert, ergibt sich eine andere Perspektive: ist es möglich, daß sich der Mensch einer Künstlichen Intelligenz anverwandelt? - Oder kann es zu hybriden Formen beider kommen? - Damit ist nicht nur das rein technische Potential gemeint, sondern auch ein Paradigma der Selbstwahrnehmung und des Selbstverständnisses menschlicher Beschreibung. Ich verstehe dabei unter Technik kein Instrument der Selbstentfremdung, sondern den Ausgriff eines Wesens, daß auf die Gestaltung seiner Welt angewiesen ist.
Letztendlich läuft die KI-Frage doch nur darauf hinaus, welchen Status wir einer (starken) KI zugestehen wollen. Was sie WÄRE, ist dabei völlig nebensächlich. Das ist, polemisch gesprochen, wie beim juristischen Geschlecht. Es kommt nicht darauf an, was irgendwer oder irgendwas ist, sondern als was er/sie/es gilt. Geltung schlägt Sein.
Für mich (mögliche starke) KI erstmal nur Software... + ggf. Hardware als Roboter. Als solche hat sie erstmal nur genau diesen Status.
Oder als was soll sie sonst gelten?



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Mi 10. Aug 2022, 20:32

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Mi 10. Aug 2022, 19:43
Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 20:50
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 20:24


Lustig :)))
Wie kömmt's? :)
Je tiefer man in eine Materie einsteigt, desto mehr Fragen stellen sich auch, jedenfalls in einem Gebiet, in dem noch viel zu ergründen gibt.
Lustig ist das, weil du de facto noch nie - seit du hier bist - irgendeine deiner Ansichten hinsichtlich KI hinterfragt hast.
Dir ist doch auch klar, dass ich starke KI nicht als einfach zu lösendes Problem ansehe (auch wenn ich es als hinreichend lösbar ansehe). Insofern stellen sich schon einmal viele Fragen.
Mir ging es allerdings auch um philosophische Ansätze, naheliegenderweise Richtung "Intelligenz" und vieles, was damit mehr oder weniger zusammenhängt wie "Lernen" / "Wissen", "freien Willen", "(Selbst-)Bewusstsein" (weil andere gerne diesen Begriff nutzen) usw.
(Und natürlich hinterfrage bzw. grübele ich sehr (über) vieles auch hinsichtllich von KI.)



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Mi 10. Aug 2022, 20:34

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Mi 10. Aug 2022, 19:00
Erasmus hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 22:46
Geltung schlägt Sein.
Unbegründete Geltung ist hier gar keine Geltung. Die Computer sollten genau dann als intelligent gelten, wenn sie intelligent sind und dafür muss man Begründung herbeischaffen. Alles andere Augenwischerei.
Für "intelligent sind" fehlt nur leider eine klare Definition; ein "offensichtlich ist es so oder so" zählt da nicht (viel).



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Mi 10. Aug 2022, 20:35

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Mi 10. Aug 2022, 08:07
Ich hab die Beiträge aus dem Kaffeestübchen mal hierher verlegt.
Gute Idee.



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Mi 10. Aug 2022, 21:57

Steinmetz hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 23:14
Burkart hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 21:07
Nauplios hat geschrieben :
Di 9. Aug 2022, 19:43


Ich glaube, die Frage der Künstlichen Intelligenz wird eine der bedeutendsten sein, von der die Philosophie in Kürze immer mehr betroffen sein wird.
Das kann gut sein.
Ich will gerne zugeben, daß damit viel Spekulation verbunden ist. Im Moment verläuft die Diskussion um die Künstliche Intelligenz ja oft in die Richtung, ob eine künftige Intelligenz den Charakter einer biologischen Intelligenz annehmen kann.
Hm, was meinst du mit damit? Nur in dem Sinne, dass sie sich an unserer Intelligenz als Vorbild orientiert?
Mal abgesehen von der Frage ob Intelligenz das Wesentliche des Menschlichen überhaupt ausmacht, wenn man die Fragerichtung einmal ändert, ergibt sich eine andere Perspektive: ist es möglich, daß sich der Mensch einer Künstlichen Intelligenz anverwandelt? - Oder kann es zu hybriden Formen beider kommen? -
Die Fragen mögen sich stellen (gerade für Philosophen, die ich alle Richtungen denken), sind aber nicht das Kernthema der KI, die "nur" Technik/Maschine(n)/Roboter irgendwie intelligent machen möchte.
Damit ist nicht nur das rein technische Potential gemeint, sondern auch ein Paradigma der Selbstwahrnehmung und des Selbstverständnisses menschlicher Beschreibung. Ich verstehe dabei unter Technik kein Instrument der Selbstentfremdung, sondern den Ausgriff eines Wesens, daß auf die Gestaltung seiner Welt angewiesen ist.
Tja, schauen wir mal, wie sich das alles entwickeln wird...
Das Thema künstliche Intelligenz ist extrem spannend, auch da weiß ich nicht wo ich anfangen soll.
Yuval Noah Harari hat in seinem Buch "Homo Deus" vieles faszinierendes dazu geschrieben. Ich müsste aber nochmal nachschlagen. Weiteres unterhaltsames (Insofern Dystopien Unterhaltsam sind) fand ich in den Büchern "QualityLand 1.0" und "QualityLand 2.0" von Marc - Uwe Kling.
Leider gibt es so viele Dystopien und aus meiner Sicht zu weniger Utopien hinsichtlich Künstlicher Intelligenz. Jedenfalls bin ich froh, dass Isaac Asimov viel Positives geschrieben hat, auch ohne Probleme dabei zu verschweigen.
Auch spannend ist es wenn man sich mit dem Genre Cyberpunk beschäftigt. William Gibsons "Neuromancer Trilogie" hat auch das Thema einer sich stetig entwickelnden künstlichen Intelligenz.
Letztere klingt interessant. In unserer Bücherei gibt es leider nur etwas zum Anhören, aber immerhin:
Quelle
Ich habe zu dem Thema der Annäherung von menschlicher und künstlicher Intelligenz nur eine schwache Meinung. Ich kann sie also nicht genügend Belegen. Ich denke aber, dass der Mensch in seinen Denkmustern der künstlichen Intelligenz entweder ähnlicher wird oder komplett anders (ähnlich Apollinisch oder Dionysisch). Das glaube ich, da unser Denken von unserer Umgebung im hohem Maße beeinflusst wird. Wir erleben täglich immer mehr Maschinen, die uns sehr gut simulieren. Maschinen werden uns aber nicht nur simulieren, sie werden uns in vielen Bereichen abhängen. Es gibt jedoch wahrscheinlich eine unüberwindbare Grenze zwischen beiden Intelligenzen. Der Mensch funktioniert nicht nur mit seiner Vernunft. Er wird von Emotionen von einer Situation in die Nächste geschoben. Wer schonmal seinen Computer angebrüllt hat wird mir zustimmen, dass Maschinen nicht auf Gefühle eingehen. Also gleicht sich der Mensch der Maschine an in dem er immer effizienter wird und letzten Endes mit ihr verschmitzt (Transhumanismus?) oder er gibt den Maschinen Arbeit und konzentriert sich darauf schöne Dinge zu erleben und überhaupt nicht effizient zu sein.
Ja, Menschen und KI wird aus meiner Sicht auch immer verschieden sein und bleiben; eine Fusion kann ich mir nicht recht vorstellen, wäre ja aber sowieso in weiter Ferne.

Die natürliche und künstliche/maschinelle/Computer- bzw. Roboter-Intelligenz ist natürlich sehr verschieden, aber genau: Maschinen hängen uns sozusagen immer mehr ab und das wird auch mehr gewisse Bereiche von Intelligenz betreffen, außer wir defiinieren "Intelligenz" immer so (um), dass diese Bereiche mit Intelligenz nichts (mehr) zu tun haben.

Richtig, Menschen haben natürliche, angeborene Gefühle, die sie u.a. in ihrem Denken beeinflussen. Inwieweit das auch ihre Intelligenz betrifft, dürfte zweischneidig sein, da sie sich u.a. auch falsch von ihnen lenken lassen, z.B. durch Rachegelüste.

Meine Hoffnung mit KI ist eine alternative, sachlichere Intelligenz eben ohne die Emotionen.



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Do 11. Aug 2022, 07:05

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Mi 10. Aug 2022, 06:22
Nauplios hat geschrieben :
Mi 10. Aug 2022, 00:50
Die Debatte hier im Forum hat sich in der Regel an dem Begriff Intelligenz entzündet ...
Die Debatte hat sich sehr stark darum gedreht, ob es Intelligenz ohne Körper, ohne Fantasie und ohne Gefühle geben kann.
Ich würde diesen Punkt insofern ergänzen/modifizieren, als dass zumindest für mich die Frage ist, nicht ob und sondern wie man Ansätze von Intelligenz in KI "gießen" kann.
Schwache KI z.B. in Form von Expertensystemen gibt es ja schon. Insofern geht es mehr um weiter gehende Punkte Richtung starker KI, z.B. Richtung "Verstehen", also wann/inwiefern eine KI (ein wenig) etwas verstanden hat. Ob man so etwas nun extra "künstlich verstehen" o.ä. nennt, halte ich für irrelevant, solange man weiß, in welchem Kontext man sich befindet.

Der Körper ist hinsichtlich einer KI in der echten Welt ein wichtiger Aspekt; man kann ihn erst einmal simulieren, um Aspekte von Intelligenz rein im Computer zu modellieren.
Historisch galt Schachprogrammierung lange als das Beispiel für KI; heute ist es mehr etwas Roboterfußball mit putzigen Roboterchen, die mehr oder weniger vor sich hinstolpernd ihren Ball ins Tor befördern sollen.

Fantasie ist ein schwieriges Thema, weil gar nicht so klar ist, was das eigentlich ist. Aus meiner Sicht stellt es "unbewusste" Gedankengänge auf Basis von vielen Gelerntem da, in irgendeiner Hinsicht "neu" zusammengestellt.

Gefühle: Diese sind biologisch gesehen ein klarer Unterschied zwischen natürlicher und künstlicher Intelligenz. Aus Sicht der KI gehen wir deshalb erst einmal ohne sie vor und/oder um sie später in gewisser Form zu ersetzen. Gefühle hängen z.T. mit Bedürfnissen zusammen wie Hunger, die wiederum oft zur Befriedigung des (Hunger-)Gefühls führen. Diese Befriedigung könnte man als Erfüllung eines Ziels ansehen, was wiederum ein Ansatz für KI ist.



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Do 11. Aug 2022, 08:41

Burkart hat geschrieben :
Do 11. Aug 2022, 07:05
Schwache KI z.B. in Form von Expertensystemen gibt es ja schon.
Nö, es gibt keine schwache, keine mittlere und keine starke KI. Intelligenz heißt, Probleme in beschränkter Zeit zu lösen. Maschinen haben keine Probleme, also sind sie auch nicht intelligent. Für Maschinen geht es um nichts, das ist einer der entscheidenden Punkte, da ist keiner zu Hause, wie es so schön heißt.

Was ist sog. KI stattdessen? KI sind unsere Werkzeuge. Das Problem ist meines Erachtens nicht die Frage, ob Maschinen intelligent sind, sondern zum Beispiel, wie tief wir in das Zauberlehrling-Szenario reinrutschen werden.




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