Verstehen - versus - Missverstehen

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TsukiHana
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Fr 5. Apr 2019, 16:23

Seit Tagen schon beschäftigt mich das Thema "Verstehen" und so dachte ich, es könnte sich vielleicht ein interessantes Gespräch darüber hier ergeben.
Da ich nicht so genau wusste, wohin ich das Thema packen soll, setze ich es vorerst hier in den Zettelkasten.


Wir sind dialogische Wesen und Sprache ist unser primäres Kommunikationsmittel...
Hans-Georg Gadamer hat geschrieben : „Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache.“
Hier ist Gadamer sehr nahe an Heidegger, der schrieb:
Martin Heidegger hat geschrieben : Die Sprache ist das Haus des Seins. In ihrer Behausung wohnt der Mensch. Die Denkenden und Dichtenden sind die Wächter dieser Behausung. Ihr Wachen ist das Vollbringen der Offenbarkeit des Seins, insofern sie diese durch ihr Sagen zur Sprache bringen und in der Sprache aufbewahren.”
Wir bewegen uns also dauernd in einem gemeinsamen Haus der Sprache und dennoch müssen wir auch oft genug feststellen: "Sprache ist eine große Quelle für Missverständnisse." - wie Antoine de Saint-Exupéry es so treffend in Der kleine Prinz formulierte.

Woran liegt das?

Meine bisherigen Überlegungen dazu:

- Wir assozieren das Gehörte/Gelesene
- Wir verstehen mehr, als gesagt/geschrieben wurde und ergänzen dann oft sehr "frei" diese Aussagen.
- Wir stellen Vermutungen an, was der Andere gemeint haben kann, ohne gezielte Nachfragen.
- Wir hören/lesen selektiv und wählen das aus, was uns gerade passt.
- Wir überhören/überlesen das, was wir nicht hören wollen.
- Wir reden vage oder mehrdeutig, wo wir selbst unsicher sind...

Was meint Ihr dazu?



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szimmer
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Sa 6. Apr 2019, 00:04

Dir Frage des Missverständnisses beschäftigt die Menschheit schon länger: Thema "Sündenfall von Babylon"
1. Mose 11,9. Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.

Wobei das meiner Meinung nach weniger eine Erklärung im Sinne von Nachweis ist warum es Missverständnisse sprich kommunikative Verwirrung gibt, sondern eine bildliche Verdeutlichung... Darstellung.

Wir hatten ja an anderer Stelle schon den Begriff "Kultur"...bis zur Hochkultur... Für mich ist zumindest die verbale Sprache ein Kulturprodukt welches sich im Laufe der Zeit ent- und weitergewickelt hat. Es ist ein geschichtlich aufgesetztes Werkzeug, Medium...als Hilfsmittel..d.h. bewusst gemachte Gedanken...im Gegensatz zum unbewussten "Denken und Fühlen". Da verwundert es mich auch nicht dass durch dieses "Objekt" Freiheit zur Interpretation und Missverständnisse im Umgang mit ihr entstehen "können"...sie wird quasi evtl. zum Streitobjekt bis hin zur Waffe...sozusagen einer Quelle...mit der möglichen Spannweite von klarem Wasser der Erklärung bis hin zu vergiftetem...

Wenn ich das jetzt mit Musik, Bildern oder Körpersprache oder...sonst noch Medien weiterdenke werde ich wohl nie fertig...zumindest nicht Nachts um Mitternacht... 😏



P.S. Wer den Fehler findet darf ihn behalten ;)

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Jörn Budesheim
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Sa 6. Apr 2019, 06:08

Ein bekanntes Bonmot von Niklas Luhmann dazu: "Verstehen ist immer Missverstehen ohne Verstehen des Miss."



“… und alles, was man weiss, nicht bloss rauschen und brausen gehört hat, lässt sich in drei Worten sagen.” (Kürnberger)

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Jörn Budesheim
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Sa 6. Apr 2019, 06:46

szimmer hat geschrieben :
Sa 6. Apr 2019, 00:04
Dir Frage des Missverständnisses beschäftigt die Menschheit schon länger: Thema "Sündenfall von Babylon"
1. Mose 11,9. Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.

Wobei das meiner Meinung nach weniger eine Erklärung im Sinne von Nachweis ist warum es Missverständnisse sprich kommunikative Verwirrung gibt, sondern eine bildliche Verdeutlichung... Darstellung.
Wenn man das "vollständige" Bild haben will, darf man vielleicht die Umkehrung des Turmbaus zu Babel nicht vergessen, also das Pfingstwunder > https://www.erzdioezese-wien.at/site/na ... 50464.html



“… und alles, was man weiss, nicht bloss rauschen und brausen gehört hat, lässt sich in drei Worten sagen.” (Kürnberger)

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Jörn Budesheim
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Sa 6. Apr 2019, 07:00

Hans-Georg Gadamer hat geschrieben : „Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache.“ (Hervorhebung von mir)
Das folgende ist etwas off-topic. (Ich bringe es trotzdem, weil es vielleicht der Aufklärung eines Missverständnisses dient.)

Eine sehr gängige Unterscheidung in der Philosophie ist diejenige zwischen Verstehen und Erklären. Ganz einfach gesagt, geht es (beispielsweise) in den Geisteswissenschaften und das Verstehen und in den Naturwissenschaften und das Erklären. Beim Erklären geht es sozusagen um kausale oder naturgesetzliche Zusammenhänge, beim Verstehen um Geist und Sinn.
TsukiHana hat geschrieben :
So 31. Mär 2019, 13:52
Eigentlich ist es ja ganz einfach mit der Wirkung der Musik auf das Gehirn zu erklären. (Hervorhebung von mir)
Um diese Unterscheidung von Verstehen und Erklärung ging es mir auch in meiner Antwort auf diesen Beitrag :) die Gehirn - Forschung mag hier einiges erklären, aber zum Verstehen muss man eine ganz andere Perspektive einnehmen.

Damit Ende des off-topic :)



“… und alles, was man weiss, nicht bloss rauschen und brausen gehört hat, lässt sich in drei Worten sagen.” (Kürnberger)

szimmer
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Sa 6. Apr 2019, 08:40

Finde ich gar nicht so "abwegig". Differenzierung ist da genau das Thema...beim Umgang mit Sprache...auch wenn das Gefahren...der Freiheit birgt.
Der alte Begriffsstreit zwischen Vernunft, Verstand, Ratio, Beweis....Bewusstsein....Wissen...Weisheit...Philosophie...
Darauf hat Kant ja "immanent" im Ausdruck "Kritik der reinen Vernunft" "hingewiesen"...am Ende der Aufklärung 😏

Damit "müssen" wir wohl leben...mit der Freiheit...der Möglichkeiten...
😎



P.S. Wer den Fehler findet darf ihn behalten ;)

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Friederike
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Sa 6. Apr 2019, 18:18

TsukiHana hat geschrieben :
Fr 5. Apr 2019, 16:23
Martin Heidegger hat geschrieben : Die Sprache ist das Haus des Seins. In ihrer Behausung wohnt der Mensch. Die Denkenden und Dichtenden sind die Wächter dieser Behausung. Ihr Wachen ist das Vollbringen der Offenbarkeit des Seins, insofern sie diese durch ihr Sagen zur Sprache bringen und in der Sprache aufbewahren.”
Meine bisherigen Überlegungen dazu: [zum Mißverstehen, m.A.]

- Wir assozieren das Gehörte/Gelesene
- Wir verstehen mehr, als gesagt/geschrieben wurde und ergänzen dann oft sehr "frei" diese Aussagen.
- Wir stellen Vermutungen an, was der Andere gemeint haben kann, ohne gezielte Nachfragen.
- Wir hören/lesen selektiv und wählen das aus, was uns gerade passt.
- Wir überhören/überlesen das, was wir nicht hören wollen.
- Wir reden vage oder mehrdeutig, wo wir selbst unsicher sind ...

Was meint Ihr dazu?
In Bezug zu unserer Situation hier im Forum meine ich, weil das Bild des Hauses oder auch der Wohnung mir ausnehmend gefällt, daß das Gespräch mit Menschen, die man neu kennenlernt, vergleichbar dem Zurechtfinden in einer frisch eingerichteten ... besser, dem Zurechtfinden in einer fremden Wohnung ist, in der man zu Gast ist. Für mich seid Ihr es @TsukiHana, @Stefan und @Günter. Ich schwirre schon öfter ein bißchen orientierungslos durch die Räumlichkeiten.

Menschen, mit denen man sich bereits länger oder lange Zeit unterhalten hat, sind vergleichbar der eigenen vertrauten Wohnung - in der man sich fast blind auskennt.

Wenn man eine fremde Wohnung betritt, dann sind die von Dir angeführten Quellen möglichen Mißverstehens, wie ich finde, die entscheidenden* Fehltritte, die einen über Treppenabsätze, Schuhe oder Fußmatte stolpern lassen.

*Mir fällt nichts ein, was ich ergänzend hinzufügen möchte.




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TsukiHana
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Sa 6. Apr 2019, 19:22

Oh, das sind ja einige interessante Beiträge, die sich hier schon angesammelt haben... schön.
Wo fange ich an... ?
Zumal die Halbzeit nur sehr kurz ist, ich gleich wieder zurück zum Nachbarn muss... und für den BVB sieht es gar nicht so gut aus! :(



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TsukiHana
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Sa 6. Apr 2019, 19:29

@ Jörn, gegen off-topic-Einlagen hab ich eigentlich nie etwas einzuwenden, wenn sie informativ sind.
Das ist manchmal so ähnlich, wie Sloterdijk lesen, bei dem die Fußnoten oft spannender sind, als sein ganzes Werk. :D

Bezüglich "Verstehen und Erklären" lese ich gerade einen interessanten Artikel, ausgerechnet in einer Zeitschrift für Psychiatrie. Naja, Jaspers war ja nicht nur Philosoph.... später gehe ich noch darauf ein.



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TsukiHana
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Sa 6. Apr 2019, 19:37

Friederike hat geschrieben :
Sa 6. Apr 2019, 18:18
... vergleichbar dem Zurechtfinden in einer frisch eingerichteten ... besser, dem Zurechtfinden in einer fremden Wohnung ist, in der man zu Gast ist. Für mich seid Ihr es @TsukiHana, @Stefan und @Günter. Ich schwirre schon öfter ein bißchen orientierungslos durch die Räumlichkeiten.
@ Friederike, bevor ich Dich eventuell hier miss(t)verstehe, frage ich vorsorglich nach: wie meinst Du das?
Ohne weitere Erklärung klingt es ja fast so, als würdest Du Dich in Deinem "privaten Wohnzimmer" durch unsere Anwesenheit gestört fühlen?

Du, da genügt ein Wort! 8-)



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Sa 6. Apr 2019, 19:43

szimmer hat geschrieben :
Sa 6. Apr 2019, 00:04
Dir Frage des Missverständnisses beschäftigt die Menschheit schon länger: Thema "Sündenfall von Babylon"
1. Mose 11,9. Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Länder Sprache und sie von dort zerstreut hat in alle Länder.
Bei dem Stichwort ist mir ein Bild in den Sinn gekommen, welches hier wunderbar passt.

Wer erkennt die Künstlerin?

später mehr... muss jetzt mit dem BvB weiter zittern...
.
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Stefanie
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So 7. Apr 2019, 00:00

Das ist war das "Original" in Buenos Aires. Den Vornamen habe ich behalten, martha oder marta? Den Nachnamen habe ich vergessen.
Könnte ich googlen... aber interessanter finde ich den Aspekt, dass diese Bauweise dazu führt, dass nur schwindelfreie Menschen diese Kunstwerk erklimmen konnten. Man konnte man doch raufgehen?



Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
(Unbekannt)


Bild

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TsukiHana
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So 7. Apr 2019, 02:24

@ Stefanie, richtig! :D Es ist die Bücherskulptur der Künstlerin Marta Minujin, die auch auf der letzten documenta14 The Parthenon of Books auf dem Friedrichsplatz gestaltet hat, mit ca. 100.000 einst oder gegenwärtig verbotenen Büchern aus der ganzen Welt.
Torre de Babel ist eine begehbare Skulptur (25 Meter hoch) aus 30.000 Büchern in diversen Sprachen der Welt, gestaltet am 11. Mai 2011, als Buenos Aires von der UNESCO mit dem Titel "Welthauptstadt des Buchs" geehrt wurde.

Dass da nur Menschen raufklettern können, die schwindelfrei sind, daran habe ich gar nicht gedacht... bei mir was sofort der Impuls da: "boah ey, da möchte ich rauf!"
.
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TsukiHana
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So 7. Apr 2019, 02:50

Hier noch ein Video zum Torre de Babel Projekt:




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Jörn Budesheim
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So 7. Apr 2019, 06:31

Ludwig Wittgenstein im Vorwort des tractatus hat geschrieben : "Dieses Buch wird vielleicht nur der verstehen, der die Gedanken, die darin ausgedrückt sind – oder doch ähnliche Gedanken – schon selbst einmal gedacht hat."
Wenn man sich in einen Themenbereich eingearbeitet hat und die eigenen Beiträge dazu etwas "stenografisch" geraten, ist dies natürlich oftmals auch eine Hürde :)



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So 7. Apr 2019, 06:58

Keine zwei Menschen sprechen dieselbe Sprache. Jede/r Einzelne dürfte sein eigenes Vokabular und sein eigenes Verständnis der Grammatik haben. Außerdem gibt es natürlich keine einfachen, verallgemeinerbaren Methoden des Verstehens. Gäbe es ein Set von Regeln, könnten Computer längst genau verstehen, was wir denken und sagen. Aber sie verstehen kein Wort. Das heißt, wir Menschen leben in einem permanenten Pfingstwunder, aus dem diese Maschinen ausgeschlossen sind :)

Das Wunder ist also, dass wir uns überhaupt verstehen. Oder? Vielleicht nicht, wenn wir die Perspektive umdrehen. Vielleicht leben wir ja primär im Verstehen. Der Bonner Philosoph Wolfgang Hogrebe sagt: "Geist ist außen, bricht aber innen durch." Hegel spricht vom "objektiven Geist". Warum haben selbst die heutigen High-End-Maschinen keinen Eintritt in diese Sphäre, während wir in ihr wohnen?

Der Umstand, dass wir nicht nur im Zentrum der "eigenen Welt" leben (und irgendwie in unserer Subjektivität verklebt sind), sondern auch wissen, dass wir im Zentrum der "eigenen Welt" leben, macht uns alle zu Bewohnern derselben geistigen Welt. Eine Welt die unabhängig von jedem einzelnen Individuum besteht. Eine Ordnung eigenen Rechts. Die Gesetze des Wahrseins zum Beispiel gelten unabhängig von jedem einzelnen. Daher ist es überhaupt möglich, dass wir uns in den andere hineinversetzen. Jeder ist der andere. Vielleicht sind Geist, Horizontverschmelzung und Selbstbewusstsein gleichursprünglich: keins davon gibt es ohne das andere.



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Friederike
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So 7. Apr 2019, 09:00

TsukiHana hat geschrieben :
Sa 6. Apr 2019, 19:37
Du, da genügt ein Wort! 8-)
Nein.




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Friederike
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So 7. Apr 2019, 09:07

TsukiHana hat geschrieben :
Sa 6. Apr 2019, 19:37
@ Friederike, bevor ich Dich eventuell hier miss(t)verstehe, frage ich vorsorglich nach: wie meinst Du das? Ohne weitere Erklärung klingt es ja fast so, als würdest Du Dich in Deinem "privaten Wohnzimmer" durch unsere Anwesenheit gestört fühlen?
Mit zwei Worten, weil ein alleinestehendes "Nein" ein bißchen was Abweisendes haben könnte ... ganz im Gegenteil, ich finde Eure Anwesenheit sehr sehr bereichernd. So viele neue Ideen und eben auch neue unvertraute Sprach- und Denkterrains.




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Friederike
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So 7. Apr 2019, 09:17

offtopic:
TsukiHana hat geschrieben :
Sa 6. Apr 2019, 19:43
später mehr... muss jetzt mit dem BvB weiter zittern...
Das tratsche ich sofort im Kaffeestübchen weiter ...




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Friederike
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So 7. Apr 2019, 13:48

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 7. Apr 2019, 06:58
Das Wunder ist also, dass wir uns überhaupt verstehen. Oder? Vielleicht nicht, wenn wir die Perspektive umdrehen. Vielleicht leben wir ja primär im Verstehen. Der Bonner Philosoph Wolfgang Hogrebe sagt: "Geist ist außen, bricht aber innen durch." Hegel spricht vom "objektiven Geist". Warum haben selbst die heutigen High-End-Maschinen keinen Eintritt in diese Sphäre, während wir in ihr wohnen?
Das Verstehen als grundlegend für die Fähigkeit des Miverstehens anzusehen, entspräche auch unserer alltäglichen Wahrnehmung. Der Normalfall ist das (einander) Verstehen. Wir nehmen es als Selbstverständlichkeit, insofern also für Normalität. Erst die Störung tritt in unser Bewußtsein, das Mißverstehen ist wie der Sonderfall, die Ausnahme von der Regel.




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