Schein und Sein

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Jörn Budesheim
Beiträge: 11244
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
Wohnort: Kassel
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Mi 12. Jun 2019, 08:22

Es ist nachgerade ein metaphysisches Grundbedürfnis, die Welt, in der man lebt, als scheinhaft auszuweisen. Obskur wird es, wenn man sich und anderen diese Entlastungs-Fantasy, diese Angst vor der Freiheit als Aufklärung zu verkaufen versucht.



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Stefanie
Beiträge: 3708
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 20:09

Mi 12. Jun 2019, 18:42

Ähm, da stehe ich auf dem Schlauch. ???



Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
(Unbekannt)


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Alethos
Beiträge: 2367
Registriert: Do 17. Aug 2017, 15:35
Wohnort: Schweiz

Do 1. Aug 2019, 10:22

Ich denke, Jörn will darauf hinaus zu sagen, dass man es für einen ausgeklügelten Schluss zu halten pflegt, die Wahrheit als unerkennbar, weil hinter einem Schleier des subjektiven Fürwahrhaltens befindlich zu taxieren. Und für ausgeklügelt (und aufgeklärt) hält man es, weil man sich zu immuniseren glaubt gegen Irrtümer. Denn, wenn man bloss skeptizistisch genug leugnet, dass sich überhaupt etwas mit Gewissheit über Wahrheit sagen lässt, so könne man auch nie wirklich falsch liegen. Wenn man die Subjektivität des eigenen Fürwahrhaltens so vor die Wahrheit setzt, dass sie gar nicht eindringen kann, dann kann mit ihr auch nie der Irrtum stattfinden.

Und diese Verschleiern der Wahrheit bildet eine Mauer, die man vielleicht nur mit Mut zur Wahrheit durchbrechen kann, indem man der Sache zwischendurch auch einmal das Recht lässt, uns richtigerweise und unzweifelhaft darüber aufzuklären, dass wir falsch liegen können. Mut zur Wahrheit ist auch Mut zum Irrtum.



Jeder Stein, jeder Baum: Alles erzählt eine Geschichte.

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Jörn Budesheim
Beiträge: 11244
Registriert: Mi 19. Jul 2017, 09:24
Wohnort: Kassel
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Fr 2. Aug 2019, 06:14

NN hat geschrieben : ...ich finde die Frage, ob etwas wirklich in der Realität existiert, nicht zeitgemäss.
Ich denke, dass deine Interpretation ganz richtig ist, Alethos :) es kommt aber noch etwas hinzu. Was mich nachgerade nervt ist, dass die Vertreter dieser bestimmten Form des Skeptizismus in der Regel einen ziemlichen missionarischen Eifer an den Tag legen. Und zweitens das Gefühl haben, besonders "zeitgemäß" zu sein - womit sie in der Regel auch ausdrücken wollen, dass die anderen etwas hinterherhinken...



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