Was schreibt ihr gerade? Gedichte und Prosa unserer Mitglieder
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Jörn Budesheim
Ich kann es nicht sagen. Mich hat dieses Bild mit dem Schnee im Flussbett fasziniert.
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Timberlake
- Beiträge: 2908
- Registriert: Mo 16. Mai 2022, 01:29
- Wohnort: Shangrila 2.0
Einmal in der Falle Polemik gefangen
geht man durch die Welt ganz unbefangen
Rügt und tadelt macht die Leute nieder
und das mit Genuss immer wieder.
geht man durch die Welt ganz unbefangen
Rügt und tadelt macht die Leute nieder
und das mit Genuss immer wieder.
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Quk
Vor vielen Jahrhunderten, oben in Norwegen in einem dunklen Fjord, lebten einmal tausend kleine Elfen. Ihr Land hieß Ohrläppchenland. Und ihre Einwohner, die Elfen, nannten sich Ohrläppchen. Sie konnten gut hören, aber nicht sehen. Es war dort immer Nacht.
Im Lauf der Jahre hellte das Land auf. Die Wesen begannen zu gucken und wurden größer. Sie emanzipierten sich von der Verniedlichung und nannten sich fortan Ohrlappen. Heutzutage nutzen sie ihre ganze Sehkraft; jetzt schauen sie nicht bloß, nun sehen sie auch. Deshalb nennen sie sich nur noch Lappen. Der aktuelle, politisch korrekte Name ihres Wohnorts lautet Lappland. Der Gebrauch des Namens Ohrläppchenland wird nicht mehr empfohlen.
geschrieben im Mai 2020, editiert 2024
Im Lauf der Jahre hellte das Land auf. Die Wesen begannen zu gucken und wurden größer. Sie emanzipierten sich von der Verniedlichung und nannten sich fortan Ohrlappen. Heutzutage nutzen sie ihre ganze Sehkraft; jetzt schauen sie nicht bloß, nun sehen sie auch. Deshalb nennen sie sich nur noch Lappen. Der aktuelle, politisch korrekte Name ihres Wohnorts lautet Lappland. Der Gebrauch des Namens Ohrläppchenland wird nicht mehr empfohlen.
geschrieben im Mai 2020, editiert 2024
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Jörn Budesheim
Es ist nicht leicht, die Wahrheit falsch auszusprechen
Lass das "r" weg, der Unterschied ist nicht hörbar: Wahheit. Ein "h" verschwindet: Waheit. "T" wird zum "d": Waheid. Es macht keinen Unterschied, wenn wir das "e" gegen ein "a" ausgetauschen: Wahaid. Und das "i" gegen ein "y": Wahayd.
Ganz egal, vom Hörensagen ist es gleich: Wahayd oder Wahrheit.
Lass das "r" weg, der Unterschied ist nicht hörbar: Wahheit. Ein "h" verschwindet: Waheit. "T" wird zum "d": Waheid. Es macht keinen Unterschied, wenn wir das "e" gegen ein "a" ausgetauschen: Wahaid. Und das "i" gegen ein "y": Wahayd.
Ganz egal, vom Hörensagen ist es gleich: Wahayd oder Wahrheit.
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Jörn Budesheim
Tipps
Nimm den Finger aus der Nase, wenn die Sonne brennt.
Nimm die Hand vom Arsch, wenn das Eis friert.
Nimm die Arme hoch, wenn am Hals das Wasser steht.
Nimm die Beine in die Hand, wenn der Nebel steigt.
Nimm die Hacken zusammen, wenn die Nacht kommt.
Nimm die Zehen aus dem Mund, wenn der Hunger nagt.
Nimm dein Herz in die Hand und mach dich auf den Weg.
Nimm den Finger aus der Nase, wenn die Sonne brennt.
Nimm die Hand vom Arsch, wenn das Eis friert.
Nimm die Arme hoch, wenn am Hals das Wasser steht.
Nimm die Beine in die Hand, wenn der Nebel steigt.
Nimm die Hacken zusammen, wenn die Nacht kommt.
Nimm die Zehen aus dem Mund, wenn der Hunger nagt.
Nimm dein Herz in die Hand und mach dich auf den Weg.
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Jörn Budesheim
Philosophie
Im Forum liest claudebot mit
Er kennt meine Antwort
Auf die Frage nach dem Sinn
Wenn ich sie vergesse
Frage ich claudebot
Er wird sich erinnern
Im Forum liest claudebot mit
Er kennt meine Antwort
Auf die Frage nach dem Sinn
Wenn ich sie vergesse
Frage ich claudebot
Er wird sich erinnern
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Salutitutti
- Beiträge: 46
- Registriert: Mi 13. Mär 2024, 19:23
Nach dem Aas zu Gas werden
Befreit von Zweiheit auf Erden
ist Natur
Das ewige Nichts, es verspricht's
ist Einheit im Werden
Pur.
Weine nicht aus Trauer,
wenn ihr Körper grauer
kalt und anders wird
Wir bleiben mit den Sternen
glaube es und nicht
ein Geflecht von Immerlicht.
Als Atom oder Molekül, nie kühl
unsere Liebe sich erstreckt
auch wenn einer nach dem anderen
verreckt.
Mensch werde, wer zu Erde wird.
Befreit von Zweiheit auf Erden
ist Natur
Das ewige Nichts, es verspricht's
ist Einheit im Werden
Pur.
Weine nicht aus Trauer,
wenn ihr Körper grauer
kalt und anders wird
Wir bleiben mit den Sternen
glaube es und nicht
ein Geflecht von Immerlicht.
Als Atom oder Molekül, nie kühl
unsere Liebe sich erstreckt
auch wenn einer nach dem anderen
verreckt.
Mensch werde, wer zu Erde wird.
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Jörn Budesheim

Nicht weil
die Erde sich dreht und
die Sonne umkreist
kommt der Morgen
sondern weil
der Hahn ruft
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Jörn Budesheim
News: Ich nehme zwei weichgekaute Kaugummis, rolle sie zwischen den Fingern, spitze sie an und stecke sie mir tief in beide Ohren. Dann fülle ich die Nasenlöcher mit feuchter Erde aus dem Blumentopf. Ich mache den Mund weit auf und stecke eine Apfelsine hinein. Mit dem Zeigefinger drücke ich das untere Augenlid nach unten und träufle mit einer Pipette schwarze Tinte in die Augen, erst links, dann rechts. Jetzt bin ich bereit.
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Jörn Budesheim
Mit dem Text habe ich bei der Schule für Dichtung Wien mitgemacht zum Thema "das glückliche leben – eine groteske". Stefanie Sargnagel ist die Kursleiterin.review von: stefanie sargnagel hat geschrieben :
lustig. die selbstbearbeitung könnte man meiner meinung auch noch verlängern, bevor der knappe satz "jetzt bin ich bereit" einem am ende ein absurdes rätsel aufgibt. das news: am anfang finde ich ein bisschen überflüssig.
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Jörn Budesheim
Die Kritik habe ich mir zu Herzen genommen und den Text wie folgt überarbeitet:
Morgenhygiene
Ich kaue zwei Kaugummis, rolle sie zwischen den Fingern zu einer Kugel, spitze sie an und stecke sie mir tief in beide Ohren. Dann fülle ich die Nasenlöcher mit feuchter Erde aus dem Blumentopf. Ich mache den Mund weit auf und stecke eine Apfelsine hinein. Mit dem Zeigefinger ziehe ich das untere Augenlid herunter und träufle mit einer Pipette schwarze Tinte in die Augen; erst links, dann rechts. Danach gebe ich auf jede Brustwarze einen Tropfen Sekundenkleber und die Poren der Haut versiegele ich mit Haarspray. Auf den Nabel tropfe ich Kerzenwachs und zum Schluss schließe ich den Anus mit einer Kirsche.
Jetzt bin ich bereit.
Morgenhygiene
Ich kaue zwei Kaugummis, rolle sie zwischen den Fingern zu einer Kugel, spitze sie an und stecke sie mir tief in beide Ohren. Dann fülle ich die Nasenlöcher mit feuchter Erde aus dem Blumentopf. Ich mache den Mund weit auf und stecke eine Apfelsine hinein. Mit dem Zeigefinger ziehe ich das untere Augenlid herunter und träufle mit einer Pipette schwarze Tinte in die Augen; erst links, dann rechts. Danach gebe ich auf jede Brustwarze einen Tropfen Sekundenkleber und die Poren der Haut versiegele ich mit Haarspray. Auf den Nabel tropfe ich Kerzenwachs und zum Schluss schließe ich den Anus mit einer Kirsche.
Jetzt bin ich bereit.
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Quk
Eine Rezension
Die lapidare Drehung am Ende gefällt mir gut. Allein die Poesie des Hauptteils erschließt sich mir nicht. Wäre es Prosa, so wäre die Pointe gegeben allein durch die vorausgehende hohe Anzahl der Verschließungstätigkeiten. Dies will aber ein Gedicht sein; Poesie statt Prosa. Meiner Ansicht nach muss ein Gedicht wenigstens eine gewisse Form oder Musikalität aufweisen, oder originelle Metaphern enthalten. Ja, Metaphern kann ich sehen, also lese ich es durchaus als Gedicht und schaue besonders intensiv auf die Metaphern. Tinte in die Augen zu träufeln, empfinde ich als schauderhaft. Ich frage mich, wofür diese Metapher stehen könnte. Vielleicht ist es nur ein spontaner Einfall mit der einzigen Bedeutung, die Augen zu verschließen. (Handwerkliche Kritik: Ich würde jenes nicht "das" untere Augenlid nennen als hätte man nur ein Auge, sondern das vom linken oder rechten Auge.) Für mich muss in einem Gedicht aber jedes Wort wesentlich sein; Füllsel ohne wesentliche Bedeutung sollten vermieden werden. Gute Poesie ist für mich wie reiner Wein; ohne Korkbrösel, ohne Zutaten. Wenn die Tinte-in-Auge-Metapher austauschbar sein sollte, weil es vielleicht nur ums Augenschließen geht, ist mir dieses Bild für meinen Geschmack unnötig schauderlich, allerdings würde ich es akzeptieren, wenn alle Verschließungstätigkeiten schauderlich wären, weil der Schauder dann konsistent durch das Thema führte. Aber Obst im Anus und im Mund sind wiederum süß und lustig. So stolpere ich von einer Metapher zur nächsten, mit inkonsistenten Gefühlen, und ahne dabei, ich sollte das nicht überinterpretieren. Aber wenn es nur ums Verschließen geht, ohne weiteren Sinn, ohne weitere poetische Sinnlichkeit, wozu dann dieser poetische Anspruch? Also stelle ich doch den Anspruch -- und überlege noch drei Mal, ob ich die Rezension abschicken soll -- ja, klick.
Wie auch immer. Eine gute Dichtung sehe ich in diesem Gedicht auf jeden Fall. -- Die Dichtung des Körpers.
Eine alternative Version
In die Ohren die Knete
In die Nase den Lehm
In den Mund die Orange
In die Augen die Tinte
In die Poren das Haarspray
In den Nabel das Wachs
In den Arsch die Kirsch'
Jetzt bin ich bereit.
Die lapidare Drehung am Ende gefällt mir gut. Allein die Poesie des Hauptteils erschließt sich mir nicht. Wäre es Prosa, so wäre die Pointe gegeben allein durch die vorausgehende hohe Anzahl der Verschließungstätigkeiten. Dies will aber ein Gedicht sein; Poesie statt Prosa. Meiner Ansicht nach muss ein Gedicht wenigstens eine gewisse Form oder Musikalität aufweisen, oder originelle Metaphern enthalten. Ja, Metaphern kann ich sehen, also lese ich es durchaus als Gedicht und schaue besonders intensiv auf die Metaphern. Tinte in die Augen zu träufeln, empfinde ich als schauderhaft. Ich frage mich, wofür diese Metapher stehen könnte. Vielleicht ist es nur ein spontaner Einfall mit der einzigen Bedeutung, die Augen zu verschließen. (Handwerkliche Kritik: Ich würde jenes nicht "das" untere Augenlid nennen als hätte man nur ein Auge, sondern das vom linken oder rechten Auge.) Für mich muss in einem Gedicht aber jedes Wort wesentlich sein; Füllsel ohne wesentliche Bedeutung sollten vermieden werden. Gute Poesie ist für mich wie reiner Wein; ohne Korkbrösel, ohne Zutaten. Wenn die Tinte-in-Auge-Metapher austauschbar sein sollte, weil es vielleicht nur ums Augenschließen geht, ist mir dieses Bild für meinen Geschmack unnötig schauderlich, allerdings würde ich es akzeptieren, wenn alle Verschließungstätigkeiten schauderlich wären, weil der Schauder dann konsistent durch das Thema führte. Aber Obst im Anus und im Mund sind wiederum süß und lustig. So stolpere ich von einer Metapher zur nächsten, mit inkonsistenten Gefühlen, und ahne dabei, ich sollte das nicht überinterpretieren. Aber wenn es nur ums Verschließen geht, ohne weiteren Sinn, ohne weitere poetische Sinnlichkeit, wozu dann dieser poetische Anspruch? Also stelle ich doch den Anspruch -- und überlege noch drei Mal, ob ich die Rezension abschicken soll -- ja, klick.
Wie auch immer. Eine gute Dichtung sehe ich in diesem Gedicht auf jeden Fall. -- Die Dichtung des Körpers.
Eine alternative Version
In die Ohren die Knete
In die Nase den Lehm
In den Mund die Orange
In die Augen die Tinte
In die Poren das Haarspray
In den Nabel das Wachs
In den Arsch die Kirsch'
Jetzt bin ich bereit.
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Jörn Budesheim
Als ich vielleicht 17 Jahre alt war, gehörte ich zwei Dichterinitiativen an, die auch kleine Zeitschriften herausgaben, die eine hieß "WellenKüsser", die andere "Versuche". Einer der damaligen Kollegen, ja, es waren wirklich nur Männer, hatte ein paar Zeilen zu einem Werbespruch eines Installateurs gemacht: "Dichtung ist Vertrauenssache". Seitdem ist mir dieser Zusammenhang zwischen Dichtung und Dichtung immer präsent. Deshalb habe ich gegen die Schlussbemerkung nichts einzuwenden.
Es ist für mich immer wieder interessant und spannend zu erfahren, wie meine Zeichnungen oder Gedichte aufgenommen werden. Ich hätte zum Beispiel nicht erwartet, dass dem Umstand, dass diese Zeilen in der Rubrik Poesie erscheinen, so viel Bedeutung beim Lesen beibemessen würde. Ich hatte zwar beim Posten kurz überlegt, ob das wirklich in diese Rubrik gehört, weil der Text ja schließlich kein Gedicht ist, aber ich fand diese kleine Abweichung und Irritation vielleicht sogar ganz gut für den Text: Diese Hoffnung ist offensichtlich nicht aufgegangen. :)
"Tinte in die Augen zu träufeln, empfinde ich als schauderhaft. Ich frage mich, wofür diese Metapher stehen könnte."
Ich hätte auch nicht erwartet, dass jemand die einzelnen Handlungselemente als Metapher betrachtet, obwohl es gerade in diesem Beispiel eine naheliegende Deutung gäbe, nämlich das Schwarzsehen, obwohl es dabei "umgekehrt" ist, es ist eher das Wörtlichnehmen einer Metapher … ich finde übrigens alle Elemente der Morgenhygiene ziemlich "schauderhaft".
Es ist für mich immer wieder interessant und spannend zu erfahren, wie meine Zeichnungen oder Gedichte aufgenommen werden. Ich hätte zum Beispiel nicht erwartet, dass dem Umstand, dass diese Zeilen in der Rubrik Poesie erscheinen, so viel Bedeutung beim Lesen beibemessen würde. Ich hatte zwar beim Posten kurz überlegt, ob das wirklich in diese Rubrik gehört, weil der Text ja schließlich kein Gedicht ist, aber ich fand diese kleine Abweichung und Irritation vielleicht sogar ganz gut für den Text: Diese Hoffnung ist offensichtlich nicht aufgegangen. :)
"Tinte in die Augen zu träufeln, empfinde ich als schauderhaft. Ich frage mich, wofür diese Metapher stehen könnte."
Ich hätte auch nicht erwartet, dass jemand die einzelnen Handlungselemente als Metapher betrachtet, obwohl es gerade in diesem Beispiel eine naheliegende Deutung gäbe, nämlich das Schwarzsehen, obwohl es dabei "umgekehrt" ist, es ist eher das Wörtlichnehmen einer Metapher … ich finde übrigens alle Elemente der Morgenhygiene ziemlich "schauderhaft".
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Jörn Budesheim

In einem alten, verwunschenen Wald weit hinter den Bergen lebte ein Philosoph namens Klaus. Dieser Wald war kein gewöhnlicher Wald, sondern ein Kirschwald, in dem die Bäume das ganze Jahr über saftige Kirschen trugen.
Klaus verbrachte seine Tage damit, nachdenklich von Baum zu Baum zu wandeln und die süßen Früchte zu pflücken und zu essen. Im Schatten der Kirschbäume saß er oft auf moosbewachsenen Steinen und las in dicken Büchern, die er selbst mit Kirschtinte geschrieben hatte.
Diese Bücher waren voller philosophischer Abhandlungen, in denen Klaus wieder und wieder bewies, dass Kirschen nur eine Illusion sind. So schrieb er unermüdlich, Tag für Tag, Jahr für Jahr. Die Kirschtinte färbte seine Finger tiefrot.
Als Klaus eines Tages spürte, dass seine Zeit gekommen war, legte er sich unter seinen Lieblingskirschbaum und starb. So wurde Klaus, der Philosoph, der in einem Kirschwald lebte, von Kirschen träumte und darüber schrieb, dass es keine Kirschen gibt, von diesem Kirschwald begraben und schließlich selbst zu einer Kirsche.
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Jörn Budesheim
Gerade hab ich eine Mail bekommen, dass mein Text "news" zur Veröffentlichung in der Zeitschrift sfd&groteske ausgewählt wurde! Freu :-)
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Jörn Budesheim
Nudeln
Aus der chinesischen Tütensuppe, du weißt schon, die für 99 Cent, nimmst du die beiden Gewürzpäckchen heraus, öffnest sie mit einer Rasierklinge, mischst das Pulver und das Öl sorgfältig mit der Klinge, bringst sie in die richtige Position und saugst sie dann beherzt durch das rechte Nasenloch ein, während du das linke mit dem Zeigefinger verschließt. Spicy.
Aus der chinesischen Tütensuppe, du weißt schon, die für 99 Cent, nimmst du die beiden Gewürzpäckchen heraus, öffnest sie mit einer Rasierklinge, mischst das Pulver und das Öl sorgfältig mit der Klinge, bringst sie in die richtige Position und saugst sie dann beherzt durch das rechte Nasenloch ein, während du das linke mit dem Zeigefinger verschließt. Spicy.
- HeinrichUnverzagt
- Beiträge: 36
- Registriert: Sa 13. Jul 2024, 01:51
- Wohnort: Baunatal und Berlin
- Kontaktdaten:
Hat sich jemand von Euch schon mal mit der Veröffentlichung seiner Gedichte in Form von NFT´s beschäftigt oder es schon praktiziert? Hatte doch seit langem den Wunsch meine gesammelten Gedichte als Gedichtband herauszubringen, doch ahne ich mittlerweile um die hohe Wahrscheinlichkeit wirtschaftlichen Scheiterns. Egal, was ich nun über Buchmarketing und seine Gesetzmäßigkeiten weiß, es soll ein Traum bleiben. Trotzdem möchte ich das Eine oder Andere gern veröffentlichen. Sehe jedoch, nach intensiver Beschäftigung mit KI (mit der meine Lebensgefährtin und seltener auch ich, journalistisch arbeiten), die Gefahr, dass die Algorithmensammler in ihrer Gier den menschlichen Genius ad absurdum zu führen, meine/unsere Gedichte und Texte missbrauchen. Um Programme und Routinen zu kreieren die Gefühle oder Phantasien immer besser zu imitieren.
Habe im Frühjahr ein Gedicht über meine Sicht zur KI geschrieben und ChatGPT mit gleicher Aufgabenstellung parallel eines schreiben lassen. Beruhigend, noch.
Die Frage die mich seit langem umtreibt: Wen interessiert überhaupt was ein Dichter, ein Autor niederbringt? Für mich ist die Antwort eindeutig. Ein Gedicht muss unterhalten, muss bei den Zuhörern Neugier und (Wieder-?) Erkennen wecken. Leider kollidieren meine Texte oft mit fehlendem Wortschatz der Zuhörer, das lässt mich fast verzweifeln.
In meinem KI-Gedicht (Deus ex Machina aka KI) habe ich gemerkt, dass beispielsweise heutzutage nur noch wenige Menschen wissen was ein Dschinn ist. Der Geist in der Flasche halt. Meine Lieblingsstrophe verläuft beim Rezitieren quasi im Sande, oder ich erkläre schon vorneweg was der Dschinn bedeutet. Hier mal die Strophe:
In großem Vertrauen, sich selbst überschätzend
Goethes Zauberlehrling spottend, ihn ignorierend
spielt` der Gelehrte elektronischer Zunft - Zweifel gegen Gier versetzend
mit Geistern die bislang gefangen - in Flaschen aus Vernunft!
nie dazu gedacht, in Freiheit zu gelangen
Naiv den virtuellen Dschinn gebärend (Anscheinend wissen nur noch "Bezaubernde Jeanny" Kenner den Dschinn)
Ist es unser Los, nur Beifall heischend dem Feuilleton zu huldigen? Deshalb liebe ich es, aus der Situation heraus, oft in Gesellschaft, meine banalen, alltäglichen Beobachtungen niederzubringen. Hier mal "Die Versuchung":
Zweimal am Tag,
oft gar nicht
manchmal mehr,
geht sie vorbei
kreuzt meinen Weg
und quält mich sehr
Welch Glück,
welch wundersame Fügung-
begleitet sie ein Liebestöter,
ein, meinen Hund nicht leiden könnend-
jegliche Zuneigung verbellend,
Sittenwächterköter
Da kollidiert,
wer könnt´ es ahnen-das triebgesteuerte Begehren
mit Ratio, reinster Vernunft
dem Drang zu widerstehn
mich zu vermehren
wo wird er enden, dieser Flirt-im Bett?
ich mag es nicht ersinnen,
denn andrer Liebe Kreis zu stören
bedarf es mehr-
als Mannes Libido betören ...
Gern würde ich mehr zu den NTF´s wissen, bitte um Erfahrungen damit, danke.
Habe im Frühjahr ein Gedicht über meine Sicht zur KI geschrieben und ChatGPT mit gleicher Aufgabenstellung parallel eines schreiben lassen. Beruhigend, noch.
Die Frage die mich seit langem umtreibt: Wen interessiert überhaupt was ein Dichter, ein Autor niederbringt? Für mich ist die Antwort eindeutig. Ein Gedicht muss unterhalten, muss bei den Zuhörern Neugier und (Wieder-?) Erkennen wecken. Leider kollidieren meine Texte oft mit fehlendem Wortschatz der Zuhörer, das lässt mich fast verzweifeln.
In meinem KI-Gedicht (Deus ex Machina aka KI) habe ich gemerkt, dass beispielsweise heutzutage nur noch wenige Menschen wissen was ein Dschinn ist. Der Geist in der Flasche halt. Meine Lieblingsstrophe verläuft beim Rezitieren quasi im Sande, oder ich erkläre schon vorneweg was der Dschinn bedeutet. Hier mal die Strophe:
In großem Vertrauen, sich selbst überschätzend
Goethes Zauberlehrling spottend, ihn ignorierend
spielt` der Gelehrte elektronischer Zunft - Zweifel gegen Gier versetzend
mit Geistern die bislang gefangen - in Flaschen aus Vernunft!
nie dazu gedacht, in Freiheit zu gelangen
Naiv den virtuellen Dschinn gebärend (Anscheinend wissen nur noch "Bezaubernde Jeanny" Kenner den Dschinn)
Ist es unser Los, nur Beifall heischend dem Feuilleton zu huldigen? Deshalb liebe ich es, aus der Situation heraus, oft in Gesellschaft, meine banalen, alltäglichen Beobachtungen niederzubringen. Hier mal "Die Versuchung":
Zweimal am Tag,
oft gar nicht
manchmal mehr,
geht sie vorbei
kreuzt meinen Weg
und quält mich sehr
Welch Glück,
welch wundersame Fügung-
begleitet sie ein Liebestöter,
ein, meinen Hund nicht leiden könnend-
jegliche Zuneigung verbellend,
Sittenwächterköter
Da kollidiert,
wer könnt´ es ahnen-das triebgesteuerte Begehren
mit Ratio, reinster Vernunft
dem Drang zu widerstehn
mich zu vermehren
wo wird er enden, dieser Flirt-im Bett?
ich mag es nicht ersinnen,
denn andrer Liebe Kreis zu stören
bedarf es mehr-
als Mannes Libido betören ...
Gern würde ich mehr zu den NTF´s wissen, bitte um Erfahrungen damit, danke.
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Jörn Budesheim
wenn ich sterbe
nimm du mein gebiss
nimm die hüfte
das toupet und
die brillen sowieso
komm ans grab
hol diese kiste
bevor sie modert
aber lass deinen
schatten bei mir
nimm du mein gebiss
nimm die hüfte
das toupet und
die brillen sowieso
komm ans grab
hol diese kiste
bevor sie modert
aber lass deinen
schatten bei mir