Was schreibt ihr gerade? Gedichte und Prosa unserer Mitglieder

Das ist die Rubrik für die ewige Wiederkunft des Gleichen: Ohrwürmer, Humor und Anekdoten, Buchempfehlungen etc. Einfach für alles, was gut ist und immer wieder kommt.
Jörn Budesheim

Fr 23. Aug 2024, 13:57

Bei Instagram hat jemand geschrieben, er dachte zuerst, es handele sich um einen Song von Tom Waits oder Nick Cave sein, aber schließlich "wusste" er dank KI, dass es von Charles Bukowski ist. Jetzt habe ich zur Sicherheit sowohl bei FB als auch bei Insta drangeschrieben, dass ich selbst es geschrieben habe :-)




Quk

Fr 23. Aug 2024, 14:05

Ja, die eigene Urheberschaft anzugeben, finde ich wichtig. Ich überlege, ob ich zukünftig noch angebe, dass keine KI im Spiel war. Vielleicht sollte es dazu ein neues Zeichen geben, ähnlich wie das © für Copyright.




Jörn Budesheim

Fr 23. Aug 2024, 14:09

Naja, es war in meinen Kanälen. Und wäre es nicht von mir gewesen, hätte ich die Autor:in sicher genannt. Aber bei FB hatte auch jemand gefragt. Das nächste mal schreib’ ich es dazu :-)




Jörn Budesheim

Fr 23. Aug 2024, 14:17

Quk hat geschrieben :
Fr 23. Aug 2024, 14:05
keine KI im Spiel
Bei FB und Insta ist es umgekehrt: Man kann/soll einen Haken setzen, wenn es sich um einen KI Beitrag handelt.




Jörn Budesheim

Mi 27. Nov 2024, 18:40

In der dritten Reihe hupt einer lautstark und schreit: „Hat wieder keiner den Knopf gedrückt, ihr Idioten?“ Weiter vorne kurbelt jemand die Scheibe herunter und kläfft zurück: [Die Antwort verstößt gegen die Gemeinschaftsrichtlinien von Facebook]. Endlich rafft sich einer auf, steigt aus dem Wagen, schlurft zur Ampel und drückt auf „Freigeben für Fahrzeuge“. Langsam geht er zurück, setzt sich wieder rein, verschränkt die Arme hinter dem Steuer und wartet. Es dauert, wie immer, ewig, bis die Ampel grün wird. Derweil flanieren die Fußgänger lässig über die Straße. Einige werfen den Autofahrern ein mitleidiges Lächeln zu. Die Älteren unter ihnen erinnern sich noch: Früher mussten die Fußgänger darum betteln, über die Straße zu dürfen, und „Für Signal drücken“ drücken.

Aber das ist lange her.




Quk

Mi 27. Nov 2024, 19:58

Originell! :-)




Jörn Budesheim

Di 21. Jan 2025, 10:38

Nach unten
treten
auf den
Schultern
von Riesen




Jörn Budesheim

Fr 14. Feb 2025, 14:10



Zeichnung und Text sind von mir, die Animation habe ich eine KI machen lassen.




Quk

Fr 14. Feb 2025, 15:17

Ich glaube, es würde besser klingen, wenn das ein Mensch sprechen würde; am besten Du selbst :-)




Jörn Budesheim

Fr 14. Feb 2025, 16:12

Ja, sicher, da ist noch Spiel nach oben.

Aber ich finde es schon erstaunlich, was mit wenig Aufwand heute machbar ist, die ganze Aktion hat (natürlich abzüglich der Zeit für die Zeichnung und der Zeit die für das Gedicht) vielleicht mal 5 - 10 Minuten gedauert.




Jörn Budesheim

So 16. Mär 2025, 12:01

Du bist kein Gehirn

Du bist der Tau auf dem Blatt in der Frühe
Du bist der Atem der Erde, der steigt
Du bist der Blick, der dich findet
Das Wort, das dich trifft
Die Frage, die du bist




Grooty
Beiträge: 18
Registriert: Di 21. Nov 2023, 01:19

So 16. Mär 2025, 14:48

Das Subjekt, das Gehirn, das Objekt und die Welt 08.02.16

Die Welt in ihrer klarsten Form,
erregt sich gern gemäß der Norm.
Man sollte als Subjekt jedoch,
ja wahrlich als Gehirn mehr noch,
sich eher auf das Objekt beziehn,
da gibts nämlich einzig auch reales Geld zu verdien'
- nur von hier lässts sich durch die Sätze hindurch entfliehn'.

Denn das Objekt, zumeist Welt oder Gehirn,
führt das Subjekt nicht direkt hin zum Gestirn.
Unsere Sterne sind zwar Welt,
aber eben nicht die, die die Wissenschaft beschreibend durchs Gehirn erhält.

In der Empirie, so ists der Fall,
ist diese leider doch noch sehr entstellt.
Hier ist sie nur gemessener Schall,
es fehlt des Subjekts gehirnliche Denkwelt.

Die Sternenwelt gilts erst zu finden,
wenn wir Hirn und Raum umwinden
in Teilchen und ideale Wellen.
"Nicht eher Qualia und Allgemeinbegriff?"
"Dafür sitzen Hirne leider noch zuoft im materiellen Schiff..."
Darum sind die Wellen,
erstmal mathematisch zu bestellen
- später dann dualistisch und begrifflich zu erhellen.

Das Gehirn ist unabänderlich,
denn hier tobt sich aus das allzu real vorgestellte Weltgericht.
Es erkennt manch Gutes, zuviel Leid,
bleibt bedeckt durchs Subjektkleid./bleibt geerdet im Subjektleib.

Das Subjekt, welch ein Paradox,
erkennt sich doppelt, als Mensch als Ochs'.
Als Mensch erkennt man die Begriffe,
Als Ochs' bekämpft man sie durch fiese kleine kniffe,
durch Kniffe die zwar meinen,
sie würden gegen Dualismen scheinen,
doch treffen sie den Kern nicht allzuoft,
man sieht als Ochs' die Emotion leider nur in Stufe "Supersoft".

Das Subjekt ist nun mal immer leiblich,
als Objekt denkt es sich nur doch eher geistig,
doch ist dies beides einmal reinlich,
vereint sich beides im Gehirn
- und das dann wirklich sehr, sehr kleinlich!

Gehirn und Welt,
Hier ist der Dualismus!
- Gefangen, ungefiltert, beid in Eins,
fast wie Holismus.
Vielleicht ists gedanklich doch mehr als Monismus?

Die Welt sie west als Weltbegriff,
vernichtet alle zuversicht.
Muss sich ernüchtern, böse zeigen;
versucht das Hirn nicht tunlichst Sie als Gedanke zu vermeiden.

Will das Hirn sie Denken,
muss es sich verrenken,
muss die Welt im Gelde schwenken,
und die politischen Karten auch mal wenden.
Gerne kann es auch entsenden,
dass es all die Wörter blenden.
Doch im Ende muss es sich behänden,
wills sich mit Magie erneut selbst zur Wahrheit hinlenken.




Jörn Budesheim

Fr 21. Mär 2025, 16:27

schule für dichtung, sophia süßmilch hat geschrieben : kaum eine redewendung ist derart abgeschmackt wie diese: ein bild sagt mehr als tausend worte. aber sagt es auch mehr als tausend zeichen? in dieser onlineübung wird der kampf eröffnet: in den ring steigen bilder von sophia süßmilch und texte der teilnehmer:innen.
einzige vorgabe: der entstandene text muss exakt 1000 zeichen haben, sich auf das vorgegebene bild beziehen und stärker als dieses sein!
schiedsrichterin ist die künstlerin selbst.

form: alle textsorten
gesucht: literarische kurztexte (à genau 1000 zeichen inkl. leerzeichen)

die übung:
wähle ein bild, finde einen titel und schreibe einen text, der das bild in den schatten stellt.

[Hier kann man sich das Bild anschauen] https://sfd.at/programm/2025/tausend-ze ... itraege/59
Die Bellende

Man schickte einen Hundefänger nach ihr. Es müsste eine Hündin sein, hatte man ihm gesagt. Nikolai Popow holte sie mit einer Schlinge am frühen Abend des 19. Juni in der Gorkistraße 57. Das war nur wenige Wochen vor dem Start. Hündinnen seien härter im Nehmen, hieß es. Im Labor wartete eine Zentrifuge mit hoher Drehzahl auf Laika. Alles war in Eile. Die Ingenieure entwickelten künstlichen Raketenlärm für sie. Man müsste sie eingewöhnen, denn die Bedingungen seien ungewöhnlich. Sie notierten ihren Pulsschlag, er hatte sich verdoppelt.

An der Schwelle zum Phallozän hatte man Laika aus einem Wolf geformt; lautlos spürte sie das Wild auf und bellte, bis die Beute erlegt war – Laika ist die Bellende. Es ist nicht überliefert, ob Laika beim Start des Sputniks bellte. Den Orbit erreichte sie tot, zehn Tage vor der Zeit. Das Gift, das im Futter auf sie wartete, es blieb unberührt. Ihr Kadaver umrundete den blauen Planeten zweitausendsiebzehn Mal, bevor die Kapsel in der Atmosphäre verglühte.




Jörn Budesheim

So 6. Apr 2025, 10:13

Ich mache wieder mit bei der "schule für dichtung / vienna poetry school ". Diesmal geht es um "all that jazz – die große stadt schläft nie" > sfd.at - hier ein Beitrag von mir:

Summer in the City

Mit LUCA (Last Universal Common Ancestor) begann die Linie des Lebens vor 4,3 Milliarden Jahren. Niemand weiß, wie. In Herto stand der erste Mensch auf; er schnitt eine Flöte aus einem Ast und drückte seine Hand in den Sand von Afar. Das ist 287.000 Jahre her. 113 Milliarden kurze Menschenleben folgten. Bis 1597 waren in Hörne an der Sohre – 7.445 Kilometer nördlich von Herto – bereits elftausend Lebende über den Marktplatz gegangen. Dann kam der Schwarze Tod. 2893 Leichen – die Zahl ist nicht verbürgt – stapelte man dort auf Karren und verscharrte sie hinter der Stadtmauer. 1973 wurden die Reste der alten Stadtmauer geborgen. Bis zum alten Markt ist es nicht weit. Heute sieht man dort nur noch selten Ratten. Den Gästen serviert man Margaritas, Piña Coladas oder Mojitos.




Timberlake
Beiträge: 2908
Registriert: Mo 16. Mai 2022, 01:29
Wohnort: Shangrila 2.0

Mo 7. Apr 2025, 02:22

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Mo 17. Jun 2024, 20:00
Bild

In einem alten, verwunschenen Wald weit hinter den Bergen lebte ein Philosoph namens Klaus. Dieser Wald war kein gewöhnlicher Wald, sondern ein Kirschwald, in dem die Bäume das ganze Jahr über saftige Kirschen trugen.

wildhueter-st-hubertus.de hat geschrieben :

Friedrich der Große und die Spatzen

Von Ernst-Otto Pieper

Friedrich der Große liebte zum Nachtisch schönes Obst, besonders Kirschen. Da nun die Sperlinge bekanntlich denselben Appetit theilen, so erließ der König den Befehl, diese Thiere überall wegzufangen, todtzuschießen oder auf jegliche Weise zu vertilgen.Auf den Kopf eines getödteten Sperlings setzte er den Preis von 6 Pfennigen. Der Preis war annehmbar, und somit begann die allgemeine Jagd auf die Kirschenräuber. Sie kostete dem Staat in zwei Jahren viele Tausend Thaler, und die Kirschen des Königs hatten – Ruhe? Mitnichten. Bald gab es zwar keine Sperlinge mehr, aber auch ebensowenig Kirschen wie anderes Obst. Ja, die Bäume trugen nicht einmal mehr Laub, jedoch um so mehr Raupen. Da erst sah der König ein, dass der Spatz seinen süßen Nachtisch nicht umsonst gehabt, dass er mit ihm vielmehr seine Insektenspeise gewürzt hatte.




Jörn Budesheim

Mi 16. Apr 2025, 16:29

https://www.openai.fm/#0efd5bf6-2ab3-4a ... 59d27b2c2b

Noch lange nicht perfekt, aber es wird zunehmend besser.




Quk

Do 17. Apr 2025, 00:48

Ich heiße unser neues Mitglied "OpenAI" herzlich willkommen im Forum!




Jörn Budesheim

Sa 10. Mai 2025, 15:39

Vor ein paar Tagen hat das Museum für Sepulkralkultur in Kassel nach der Farbe der Seele gefragt. Hier mein Versuch einer Antwort:

Die Farbe der Seele

Deine Seele ist grün wie das Moos
im Schatten deiner Ferse

Sie ist leicht wie der Kiesel
den deine Hand wiegt

Sie ist hoch wie der Himmel
der dich vom Mond trennt

Ihr Name öffnet deine Lippen
und weitet meine Brust




Jörn Budesheim

Di 17. Jun 2025, 15:09

Abzählreim

Ich darf leben
Du musst sterben
Sie darf leben
Er muss sterben
Wir dürfen leben
Ihr müsst sterben
Sie dürfen leben

Ich muss sterben




Jörn Budesheim

Do 19. Jun 2025, 17:57

Vier Meldungen

Teheran, 16. September 2022 – Die 22-jährige Mahsa Amini verstarb an den Folgen von Verletzungen, die sie während ihrer Inhaftierung durch die iranische Sittenpolizei erlitten hatte. Sie hatte geplant, im selben Monat ein Studium zu beginnen.

Teheran, 13. Juni 2025 – Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Wohnhaus in Teheran kam die 23-jährige Parnia Abbassi ums Leben. Abbassi verfasste Gedichte; eine Literaturzeitschrift hatte kürzlich eines ihrer Werke veröffentlicht.

Washington, 14. Juni 2025 – Der frühere US-Präsident Donald Trump bezeichnete den israelischen Militärschlag gegen den Iran als „excellent“.

Montreal, 17. Juni 2025 – Bundeskanzler Friedrich Merz lobte das Vorgehen Israels und sprach von „Drecksarbeit“, die sie für uns erledigten.




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