Philosophischer Humor und Anekdoten

Das ist die Rubrik für die ewige Wiederkunft des Gleichen: Ohrwürmer, Humor und Anekdoten, Buchempfehlungen etc. Einfach für alles, was gut ist und immer wieder kommt.
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Jörn Budesheim
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So 11. Mär 2018, 07:36

Wittgenstein liebte es einfach. Die Wohnung war spartanisch eingerichtet und die Wände waren kahl. Und auch beim Essen soll er sehr anspruchslos gewesen sein. Zu den Mahlzeiten gab es allein Brot und Käse: "Mir ist es egal was ich esse, wenn es nur immer das gleiche ist."



"Nichts ist menschlicher als der Wunsch, kein Mensch zu sein!" (Stanley Cavell)

"Die meisten Menschen würden leichter dahin zu bringen seyn, sich für ein Stück Lava im Monde, als für ein Ich zu halten." (Fichte)

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Jörn Budesheim
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So 11. Mär 2018, 14:19

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Deswegen hatte Bertrand Russell in einer Ecke des Raumes einen Papierkorb stehen, während die andere Ecke des Raumes leer blieb.



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Mi 14. Mär 2018, 06:03

Fania Pascal berichtet von einer Begebenheit mit Ludwig Wittgenstein: Eines Tages ließ ich mir die Mandeln herausnehmen, lag im Evelyn Nursing Home und bedauerte mich selbst. Da kam Wittgenstein zu Besuch. Ich krächzte: »Ich fühle mich wie ein Hund, den man überfahren hat.« Wittgenstein war entrüstet: »Sie haben doch gar keine Ahnung, wie sich ein überfahrener Hund fühlt.«

(zitiert nach Harry Frankfurt "Bullshit", der jedoch selbst anwendet dass sich der Vorfall womöglich gar nicht in der beschriebenen Art und Weise zugetragen hat: Vielleicht geschahen die Dinge gar nicht so, wie Fania Pascal sie uns berichtet. Vielleicht wollte Wittgenstein nur einen Scherz machen, der jedoch mißlang. Vielleicht wollte er sie mit einer kleinen Übertreibung nur ein wenig aus der Reserve locken, sie aber verstand Ton und Absicht nicht richtig. Sie meinte, er sei über ihre Bemerkung entrüstet, während er sie nur mit einer spielerisch übertriebenen Pseudokritik aufmuntern wollte. In diesem Fall wäre die Szene keineswegs unglaublich oder abstrus. Doch da Pascal nicht erkannte, daß Wittgenstein nur scherzte, lag vielleicht die Möglichkeit, daß er es ernst meinte, zumindest nicht ganz fern. Sie kannte ihn, und sie wußte, was sie von ihm erwarten konnte; sie wußte, wie er auf sie wirkte ...)



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Do 15. Mär 2018, 19:02

Es gibt Leute, die glauben, alles wäre vernünftig, was man mit einem ernsthaften Gesicht tut. (Lichtenberg)



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Do 29. Mär 2018, 08:59

Sich über die Philosophie lustig machen, das heißt in Wahrheit philosophieren. (Blaise Pascal zugeschrieben)



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Di 17. Apr 2018, 15:21

Jemand der Witz hat, muss nicht jemand sein, der witzig ist. Und auch der Witz einer Sache braucht nicht zum Lachen sein. Erst spät, nämlich im 19. Jahrhundert wurde es üblich, das Wort „Witz“ auf Witze im heutigen Verständnis oder ähnliches zu beziehen. Lange war der Witz einfach eine raffinierte Gebrauchsform des Verstandes, etwa die Gewitztheit, wie zum Beispiel die Fähigkeit, zu überraschenden Einsichten über den Clou, den Kern, die Pointe einer Sache zu kommen.

Witz und Geist gehören also zusammen, auch etymologisch: Das Wort „Witz“ stammt - wie Google bereitwillig erläutert - vom englischen "wit" und ist wie gesehen eine Echo auf "Gewitztheit und Esprit“. Und auch die althochdeutschen "wizzi" was "Wissen“ bzw. scharfe Beobachtung“ heißt und auch "wissan" was "gesehen haben" heißt, gehören zu seinen Vorfahren. Bei der Nähe von Witz und Geist, bietet sich ein philosophisches Buch über Humor eigentlich an, oder? Denn schließlich sagte schon Aristoteles, der Mensch* ist das einzige Wesen, das lacht.

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Voila: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/ ... 13791.html

*ich glaub ja nicht, dass das stimmt, ich kenne ein oder zwei glaubhafte Geschichten von Affen, die schadenfroh sind, einen Streich spielen und dabei lachen.



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Di 24. Apr 2018, 06:13

Betrand Russell und seine Großmutter im Gespräch:

er: What is mind?
sie: No matter!
er: What is matter?
sie: Never mind!



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Di 15. Mai 2018, 09:56

Einen Studenten, der spät aus einer Schelling-Vorlesung kam, fragt ein Kommilitone: ‚Der Magister Dunkelhut hat wohl wieder überzogen?’ ‚Ja, er sprach mehr als zwei Stunden.’ ‚Und worüber hat er gesprochen?’ ‚Das hat er nicht gesagt.’



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Di 15. Mai 2018, 19:32

Ich vermute, er hat entweder viel geredet, aber nichts gesagt oder der Student hat nichts verstanden :)



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Stefanie
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Di 15. Mai 2018, 19:57

Der Student hat nichts verstanden, weil Schelling wahrscheinlich so geredet hat, wie es Philosophen unterstellt wird: Komplizierter Satzbau, endloses Sätze, und überhaupt, was für eine Sprache ist das nur ; - )



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Stefanie
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Di 15. Mai 2018, 20:20

Tommy, das ist nur meine Auslegung, sonst würde ich das auch nicht verstehen: - )



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Mo 11. Jun 2018, 13:23

Thales von Milet gilt vielen der erste griechische Philosoph. Als man ihn fragte, warum er keine Kinder habe, soll er geantwortet haben: "Aus Liebe zu den Kindern!"



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Stefanie
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Mo 11. Jun 2018, 17:12

:- )

Das nenne ich Selbstreflexion.



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Di 26. Jun 2018, 20:21

"Zenon von Elea lehrte, dass alles Sein ruhe, und leugnete, dass es Bewegung gebe. Als Beweis führt er den Wettlauf des Achill mit der Schildkröte an: "Achilles können sie nie einholen. Bis der Wettläufer ihren Vorsprung eingeholt hat brauche eine bestimmte Zeit, in die zwischen ist die Schildkröte ebenfalls weitergekommen, bis er diesen Vorsprung einholt, ist die Schildkröte neuerdings weiter. Und so weiter immer zu."

Eines Tages brachte einer von Zenons Schülern eine Schildkröte mit, gab ihr einen riesigen Vorsprung und spurtete dennoch knapp vor dem Ziel an ihr vorbei. Zenon: "Ja mit Gewalt!"" (Aus: Philosophische Anekdoten)



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Di 7. Aug 2018, 06:06

Martin Lampe
Martin Lampe (* 1734 in Würzburg; † 1806) war ein langjähriger Diener Immanuel Kants.

Lampe trat nach dem Ausscheiden aus dem preußischen Heer in die Dienste Kants. Da er anfangs noch nicht in Kants Haus wohnte, war seinem Herrn unbekannt, dass er verheiratet war. Auch die zweite Heirat Lampes erfolgte ohne Kants Einwilligung. Lampes Frau Anna Charlotte geb. Kogelin und ihre gemeinsame Tochter halfen später im Haushalt mit. Nach vierzigjährigem Dienst sah sich Kant veranlasst, ihn Ende Januar 1802 zu entlassen, weil Lampe angefangen hatte zu trinken. Kant hatte sich so an seinen alten Diener gewöhnt, dass er auch dessen Nachfolger Johann Kaufmann „Lampe“ nannte, weshalb er in ein kleines Buch vermerkte: „Der Name Lampe muß nun völlig vergessen werden.“ Mit der Entlassung änderte Kant auch seinen Letzten Willen: Hatte er Lampe in seinem Testament von 1798 noch 400 Gulden jährlich zugesprochen, erhielt er nach der Entlassung nur 40 Taler Jahrespension. (Wiki)

Ich kannte die Geschichte ein klein wenig anders. In "meiner" Version hatte Kant, nach dem er Lampe aus Geldnot kündigen müsste, im Haus überall Zettel aufgehängt, auf denen zu lesen war: "Lampe muss vergessen werden" diese Version klingt witziger, aber nicht wahrer :-)



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Di 19. Feb 2019, 07:28

"Demokrit, der erste uns bekannte Atomist, und damit wohl folgenreichste Philosoph der Menschheitsgeschichte, lebte Ende des fünften, Anfang des vierten Jahrhunderts vor Christus in Abdera. Er hatte seltsame Forschungs- und Lebensgewohnheiten angenommen, und die Bürger Abderas, die ansich stolz auf ihren gelehrten Mitbürger waren, meinten, er sei verrückt geworden. So schickten sie eine Delegation zu Hippokrates, dem berühmten Arzt, und dieser kam extra nach Abdera. Er unterhielt sich mit Demokrit und gelangte rasch zu der Auffassung, dass sicher nicht Demokrit, sondern höchstens die Leute von Abdera verrückt geworden seien." (Reinhard Brandt)



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Do 23. Jul 2020, 09:44

Wie das Loch in den Eimer kommt.

Der Mathematiker Alan Turing war der Ansicht, dass ein Computer als intelligent zu betrachten ist, wenn man seine Antworten nicht mehr von den Antworten eines Menschen unterscheiden kann.

Doch die Systeme versagen bis heute bei Fragen, die gesunden Menschenverstand voraussetzen. Zum Beispiel: "Wo ist Peters Nase, wenn Peter in New York ist?" Wie lautet hier eigentlich die richtige Antwort? "In Peters Gesicht" oder "In New York". Wie auch immer: Ein Programmierer versucht das Problem zu lösen, er schreibt ein kleines Programm und stellt den Rechner danach wieder auf die Probe.

Frage: "Der Strumpf hat ein Loch, der Strumpf ist im Eimer. Wo ist das Loch?"

Computer: "Ein Loch ist im Eimer."



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Sa 12. Sep 2020, 20:41

Wenn der Computer noch "liebe Liese, liebe Liese" angefügt hätte, hätte ich die Antwort gelten lassen. Humor ist das letzte. was ich von einer Maschine erwarten würde.



But I, being poor, have only my dreams; I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams.
(William Butler Yeats)

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Jörn Budesheim
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Fr 9. Apr 2021, 09:43

Große Worte fallen einem viel leichter, wenn man sich nichts dabei denkt.



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Mo 3. Mai 2021, 22:13

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Fr 9. Apr 2021, 09:43
Große Worte fallen einem viel leichter, wenn man sich nichts dabei denkt.
Dabei fällt mir ein Spruch ein, den ich neulich zum ersten Mal gehört habe und dabei herzlich lachen musste.

"Mit dem Glücklichsein ist es so ein bißchen wie mit dem Furzen. Wenn man es krampfhaft versucht kommt Scheiße dabei raus."

Manchmal muss man einfach auch loslassen und die Dinge von selbst geschehen lassen. Man kann nicht alles erzwingen.
;-)



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