Platon, Kant, Foucault: Kennt man. Und Philosophinnen? Auch die gab es, nur wurden sie systematisch aus der Geschichte verdrängt, sagt die Professorin Ruth Hagengruber. „Wenn Newton nur jeden zweiten Planeten vermessen hätte, um deren Dynamik zu erklären, dann hätten wir heute ein falsches Verständnis vom Sonnensystem. Nicht anders ist es in der Philosophie: Wir lehren eine falsche Beschreibung der Wirklichkeit und der Geschichte.“
Zum Interview > https://fluter.de/wissenschaft-geschich ... osophinnen
Ruth Hagengruber im Gespräch Johanna Warda | Frauen in der Philosophie
- Jörn P Budesheim
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Also ob Menschen und ihre Gesellschaft ein physikalisches System mit sehr klaren Naturgesetzen wäre...Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Do 30. Okt 2025, 11:13Platon, Kant, Foucault: Kennt man. Und Philosophinnen? Auch die gab es, nur wurden sie systematisch aus der Geschichte verdrängt, sagt die Professorin Ruth Hagengruber. „Wenn Newton nur jeden zweiten Planeten vermessen hätte, um deren Dynamik zu erklären, dann hätten wir heute ein falsches Verständnis vom Sonnensystem. Nicht anders ist es in der Philosophie: Wir lehren eine falsche Beschreibung der Wirklichkeit und der Geschichte.“
Zum Interview > https://fluter.de/wissenschaft-geschich ... osophinnen
Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.
- Jörn P Budesheim
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Ist es für einen Forschungsbereich wirklich belanglos, die Hälfte seiner Gegenstände zu ignorieren – sei es beim Forschungsbereich Astrophysik die Planeten oder bei der Erforschung der Philosophiegeschichte die Philosophinnen?
Warum viele Philosophinnen heute kaum noch bekannt sind
Professorin Ruth Hagengruber erklärt im fluter.de-Interview, wie Philosophinnen systematisch aus der Geschichte verdrängt wurden. Émilie du Châtelet etwa war im 18. Jahrhundert berühmt – sogar Kant musste sich mit ihr auseinandersetzen. Im 19./20. Jahrhundert wurden Frauen jedoch aktiv ausgeschlossen.
Der Wendepunkt begann mit der Hinrichtung von Olympe de Gouges 1793, die Frauenrechte forderte. Danach schlossen Universitäten und Institutionen Frauen systematisch aus. Der Deutsche Idealismus (Kant, Hegel, Fichte) trug zur Unterwerfung bei.
Die Folgen: Hildegard von Bingens Erkenntnisse über geschlechtsspezifische Medizin gingen verloren – ein Problem, das bis heute besteht. Sophie von La Roches Briefroman wurde Vorlage für Goethes "Werther", doch nur er erlangte Weltruhm.
Hagengruber fordert: Antike Philosophinnen wie Diotima (Lehrerin von Sokrates) müssen in Lehrpläne. Die Wiederentdeckung dieser Denkerinnen könnte eine "zweite Renaissance" auslösen – so wie die Rückkehr Platons einst die erste Renaissance ermöglichte.
Quelle: fluter.de - Bundeszentrale für politische Bildung
Professorin Ruth Hagengruber erklärt im fluter.de-Interview, wie Philosophinnen systematisch aus der Geschichte verdrängt wurden. Émilie du Châtelet etwa war im 18. Jahrhundert berühmt – sogar Kant musste sich mit ihr auseinandersetzen. Im 19./20. Jahrhundert wurden Frauen jedoch aktiv ausgeschlossen.
Der Wendepunkt begann mit der Hinrichtung von Olympe de Gouges 1793, die Frauenrechte forderte. Danach schlossen Universitäten und Institutionen Frauen systematisch aus. Der Deutsche Idealismus (Kant, Hegel, Fichte) trug zur Unterwerfung bei.
Die Folgen: Hildegard von Bingens Erkenntnisse über geschlechtsspezifische Medizin gingen verloren – ein Problem, das bis heute besteht. Sophie von La Roches Briefroman wurde Vorlage für Goethes "Werther", doch nur er erlangte Weltruhm.
Hagengruber fordert: Antike Philosophinnen wie Diotima (Lehrerin von Sokrates) müssen in Lehrpläne. Die Wiederentdeckung dieser Denkerinnen könnte eine "zweite Renaissance" auslösen – so wie die Rückkehr Platons einst die erste Renaissance ermöglichte.
Quelle: fluter.de - Bundeszentrale für politische Bildung
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