Kulturelle Aneignung

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NaWennDuMeinst
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So 15. Aug 2021, 17:57

Stefanie hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 17:43
Ich muss jetzt bügeln, da es kein Hausfrauengen gibt, und daher das Talent zählt, heißt es bei mir: Mut zu Falten in Blusen.
Genau, das Talent zählt und nicht das Geschlecht. Die Aufgaben werden von dem erledigt, der am besten geeignet ist und die Aufgaben am besten meistert. Man lässt ja auch keinen Barkeeper das Auto reparieren obwohl der davon keine Ahnung hat. nur weil man es für gerecht hält wenn jeder alles macht.
Also nicht wenn man mit dem Auto dann auch fahren will.



But I, being poor, have only my dreams; I have spread my dreams under your feet;
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So 15. Aug 2021, 18:08

Im Umkehrschluss gibt es deswegen nicht so viele Frauen in "Männerberufen" etc., weil ihnen das Talent fehlt. Die einschlägigen Statistiken "belegen" das ja auch. Z.B. Hausfrauenarbeit "liegt" ihnen viel mehr...



...vorher nicht feststehende Wahrheiten... (frei nach D. Diederichsen)

„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden.“ (K. Adenauer)

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NaWennDuMeinst
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So 15. Aug 2021, 18:16

1+1=3 hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 18:08
Im Umkehrschluss gibt es deswegen nicht so viele Frauen in "Männerberufen" etc., weil ihnen das Talent fehlt.
So würde ich das nicht formulieren. Ich würde eher sagen es fehlt das Interesse.
Die einschlägigen Statistiken "belegen" das ja auch. Z.B. Hausfrauenarbeit "liegt" ihnen viel mehr...
Ich sage dir mal wie wir das zuhause regeln. Etwa 80% der Hausarbeiten erledigt meine Freundin.
Meine Freundin hat eine sehr eingeschränkte Vorstellung davon wie und wann bestimmte Hausarbeiten zu erledigen sind. Sie hat mir schon sehr früh bescheinigt, dass ich dafür keinerlei Talent habe (einfach weil ich es anders mache als sie will). Nur wenige Aufgaben überlässt sie mir (offenbar bin ich da "talentiert" genug).
Alles Technische hingegen ist meine Aufgabe. Meine Freundin hat von Technik ungefähr so viel Ahnung wie ein Bäcker von Quantencomputern. Also macht es auch keinen Sinn, dass sie sich darum kümmert, auch wenn sie als Frau deiner Meinung nach "alles kann". Als Mensch kann sie aber eben nicht alles. Und das ist auch ok so. Wir beide sind damit zufrieden und Niemand fühlt sich benachteiligt. Ich nicht, weil ich mir nicht jedes Mal anhören muss ich würde die Handtücher "falsch" zusammenlegen und sie, weil immer gewährleistet ist, dass Netflix läuft wenn sie mal wieder ihre Serien oder die neuesten Blockbuster schauen will.
Das ist keine Arbeitsteilung nach Geschlecht, sondern nach Begabung und Befähigung..
Jeder macht das was er kann und lässt das sein wo er sich anstellt wie der erste Mensch.
Welchen Grund sollte es geben dieses gut funktionierende System aus ideologischen Gründen zu untergraben?
Wieso sollten wir auf einem 50:50 System für jeden Aufgabenbereich bestehen, wenn das dazu führt, dass Arbeiten nicht richtig erledigt werden?
Das ergibt ja keinen Sinn. .Ich glaube auch nicht, dass irgendein Pärchen das so macht. "Wir teilen uns alle Aufgaben", ist entweder eine Lüge, oder total verrückt, weil das bedeutet, dass man ungeachtet der Begabung einfach Aufgaben übernimmt denen man nicht gewachsen ist (meine Freundin kann nun mal keine Rechentechnik warten. Sie kann es einfach nicht und sie will es auch nicht. Also warum soll ich das von ihr verlangen, nur weil irgendwer glaubt als Frau müsse sie das auch können?). Und das hat dann für beide keinerlei Vorteile, sondern nur Nachteile..
Zuletzt geändert von NaWennDuMeinst am So 15. Aug 2021, 19:02, insgesamt 1-mal geändert.



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Nauplios
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So 15. Aug 2021, 18:53

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 18:16

Etwa 80% der Hausarbeiten erledigt meine Freundin.
Meine Freundin hat eine sehr eingeschränkte Vorstellung davon wie und wann bestimmte Hausarbeiten zu erledigen sind. Sie hat mir schon sehr früh bescheinigt, dass ich dafür keinerlei Talent habe (einfach weil ich es anders mache als sie will).
Ich hingegen habe schon, ebenfalls sehr früh, eine Bescheinigung von meiner Freundin ausgestellt bekommen, daß meine kulturelle Aneignung der Hausarbeit ausreicht, um davon ebenfalls 80 % zu erledigen - so wie sie will.

Sie hingegen verfügt über das handwerkliche Geschick, das uns Männern eigen ist - mit unbekanntem Prozentsatz.

Ich schreibe das nur als reziproken Beleg, daß beide Modelle sowohl lebensnah als auch lebenstauglich sind. ;)

Ansonsten gilt nach wie vor:

"Und da ich mir als alter weißer Mann nicht einen alten weißen Mann als nächsten Kanzler wünsche, spricht einiges für eine junge Frau."




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NaWennDuMeinst
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So 15. Aug 2021, 18:57

Nauplios hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 18:53
NaWennDuMeinst hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 18:16

Etwa 80% der Hausarbeiten erledigt meine Freundin.
Meine Freundin hat eine sehr eingeschränkte Vorstellung davon wie und wann bestimmte Hausarbeiten zu erledigen sind. Sie hat mir schon sehr früh bescheinigt, dass ich dafür keinerlei Talent habe (einfach weil ich es anders mache als sie will).
Ich hingegen habe schon, ebenfalls sehr früh, eine Bescheinigung von meiner Freundin ausgestellt bekommen, daß meine kulturelle Aneignung der Hausarbeit ausreicht, um davon ebenfalls 80 % zu erledigen - so wie sie will.

Sie hingegen verfügt über das handwerkliche Geschick, das uns Männern eigen ist - mit unbekanntem Prozentsatz.

Ich schreibe das nur als reziproken Beleg, daß beide Modelle sowohl lebensnah als auch lebenstauglich sind. ;)
Natürlich. Ich sagte ja: Das ist keine Arbeitsteilung nach Geschlecht, sondern nach Fähigkeiten und Begabung.
Bei Euch sind die Begabungen genau umgedreht.
(Wobei es auch so sein kann - noch ein zusätzliches Modell - dass beide Partner in allen Bereichen die gleichen Fähigkeiten und Begabungen mitbringen. Das ist aber glaube ich selten der Fall. In der Regel ist einer in einer Sache besser als der andere und umgekehrt).
Zuletzt geändert von NaWennDuMeinst am So 15. Aug 2021, 19:32, insgesamt 2-mal geändert.



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Jörn Budesheim
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So 15. Aug 2021, 19:04

Die beste Möglichkeit, Probleme ungelöst zulassen, ist zu leugnen, dass es sie gibt.



"Nichts ist menschlicher als der Wunsch, kein Mensch zu sein!" (Stanley Cavell)

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So 15. Aug 2021, 19:08

Jörn Budesheim hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 19:04
Die beste Möglichkeit, Probleme ungelöst zulassen, ist zu leugnen, dass es sie gibt.
Ich leugne das Problem nicht. Ich kritisiere die Ursachenforschung und damit zusammenhängend auch die Lösungsvorschläge.
Das ist aber etwas was die Chefideologen noch nie kapiert haben. Wenn man z.B. "Neusprech" für Schwachsinn hält ist man nach denen automatisch gegen Gleichberechtigung.
Dass man sich beim Ziel einig ist, aber den Weg dahin anders gehen will, auf die Idee kommen die Herren und Damen nicht.

P.s: Man kann auch künstlich (ideologisch geleitet) Probleme konstruieren und damit von den eigentlichen Problemen ablenken.



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NaWennDuMeinst
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So 15. Aug 2021, 19:47

Ach, dazu noch.
Nauplios hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 18:53
"Und da ich mir als alter weißer Mann nicht einen alten weißen Mann als nächsten Kanzler wünsche, spricht einiges für eine junge Frau."
Wählst Du deinen Kanzlerkandidaten tatsächlich nach Geschlecht und Alter?
Also ich schaue wen ich gerne an der Spitze sehen würde, also wem ich zutraue das Land im Sinne seiner Bürger zu führen. Dabei habe ich diesmal zwar auch eine Frau im Sinn, aber nicht weil sie eine Frau ist.
Das ist doch dieser umgedrehte Quatsch der immer mehr zur "Normalität" wird: Wählen wir bald nur noch danach aus, ob Menschen zu einer Minderheit gehören, oder "benachteiligt" sind? Es sollte doch zählen was sie zu leisten im Stande sind. Und warum sollte ein "alter, weißer Mann" nicht ein Herz für Minderheiten haben können? Ja, eben, weil die Chefideologen ihnen das jetzt pauschal absprechen. Denn "alte, weiße Männer" sind nun mal Unterdrücker.
Das ist doch krank.
:-(



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Stefanie
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So 15. Aug 2021, 20:07

Wir können auch gerne den Begriff "toxische Männlichkeit" verwenden.

Als Frau in einem Baumarkt zu gehen und sich beraten lassen wollen kann etwas unschön werden. Es ist nicht jeder, der da arbeitet so gut und neutral, wie der Schraubenkönig aus dem letzten Jahr. Gerade die jüngeren Herrschaften neigen zu chronischer Unterschätzung der weiblichen Kundschaft, und der Neigung zu gönnerhaften, bevormundeten Verhalten und zeigen Möchtegernwissen. Der letzte, der dass versuchte, war nach dem Gespräch mit meiner Schwester klein mit Hut.



Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
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So 15. Aug 2021, 20:16

Stefanie hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 20:07
Wir können auch gerne den Begriff "toxische Männlichkeit" verwenden.

Als Frau in einem Baumarkt zu gehen und sich beraten lassen wollen kann etwas unschön werden. Es ist nicht jeder, der da arbeitet so gut und neutral, wie der Schraubenkönig aus dem letzten Jahr. Gerade die jüngeren Herrschaften neigen zu chronischer Unterschätzung der weiblichen Kundschaft, und der Neigung zu gönnerhaften, bevormundeten Verhalten und zeigen Möchtegernwissen. Der letzte, der dass versuchte, war nach dem Gespräch mit meiner Schwester klein mit Hut.
Natürlich ist das nicht richtig einfach davon auszugehen, dass eine Frau keine Ahnung von Technik hat, nur weil sie eine Frau ist.
Auf der anderen Seite ist das aber einfach "Gewöhnung". Wenn von 100 Frauen die in den Baumarkt kommen 90 einfach keine Ahnung haben (und das ist nun mal so), dann wird das irgendwann zur "Normalität" und die Verwunderung ist dann groß, wenn Jemand von dieser Normalität abweicht.
Das ist in den meisten Fällen gar keine böse Absicht glaube ich. Ich glaube übrigens, dass dir dieses Verhalten auch mit einer Frau hätte passieren können (also eine Frau als Beraterin, die erstmal davon ausgeht, dass der Kunde oder die Kundin keine Ahnung hat, eben weil das in Baumärkten - wo sich ja nicht nur gelernte Handwerker aufhalten - auch oft der Fall ist).
Wenn Du die selbe Situation in einem Handwerksbetrieb hast, ist das ganz anders. Von Frauen, denen man(n) in so einem Betrieb begegnet geht man(n) viel eher aus, dass sie Ahnung haben (sonst würden sie sich ja nicht im Betrieb aufhalten) und wundert sich dann eher wenn es nicht so ist.



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So 15. Aug 2021, 21:08

Und schon wird der alte Mist aktiv aurechterhalten... Denn der alte Mist läuft ja so gut, hat sich bewährt etc.



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So 15. Aug 2021, 21:26

1+1=3 hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 21:08
Und schon wird der alte Mist
Werd' mal präziser. Von was für einem alten Mist redest Du?
Man (und Frau) muss doch nicht aus jedem Fehltritt ein Drama von globaler Dimension machen. Mein Gott.

Man kann auch überempfindlich sein. Fragt eigentlich mal Jemand die Frauen selber? Meine Freundin zum Beispiel lacht sich jedes Mal tot, wenn sie hört, dass wir unsere gesamte Sprache auf links drehen um ihr und ihren Geschlechtsgenossinnen zu mehr "Gerechtigkeit" zu verhelfen. Sie hält das für völlig übertrieben und auch nicht zielführend, ja sogar störend. Und ich gebe ihr da Recht. Es gibt wirklich Dringenderes zu erledigen, wenn es ums Thema geht.
Zuletzt geändert von NaWennDuMeinst am So 15. Aug 2021, 22:01, insgesamt 4-mal geändert.



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So 15. Aug 2021, 21:49

Übrigens wollte ich noch was zu Frauen im Handwerksbetrieb sagen. Meine Erfahrung - und ich habe jahrelang als Handwerker gearbeitet - ist da ganz anders als die Chefideologen behaupten.
Frauen als Handwerkerinnen wurden stets mit Respekt behandelt. Ich habe niemals sexistische Äußerungen gehört und es gab gegenüber den Frauen auch keine Anzüglichkeiten. Im Gegenteil: Es trat schnell sowas wie eine gegenseitige Kontrollfunktion ein. Wer die Frau dumm anmacht wird sofort von den Kollegen zurechtgewiesen. Überhaupt verhielten sich die Kerle anders in Gegenwart der Frauen. Gesitteter. Für einen äußeren Beobachter muss das ziemlich komisch gewirkt haben. Fast putzig.

In der Regel wurden die Frauen dafür gelobt und bewundert sich für diese Laufbahn entschieden zu haben.
Teilweise ging das so weit, dass ich es übertrieben fand die Frauen nur dafür zu loben, dass sie Frauen sind.
Vom Sachverstand und der Begabung her habe ich keine Unterschiede festgestellt. Allerdings wurde, was die körperliche Leistung betrifft, von den Kerlen oft mehr verlangt als von den Frauen.
Warum das so war kann ich mir nicht so richtig erklären. Ich finde wenn eine Frau sich für einen handwerklichen Beruf entscheidet muss sie auch die körperliche Fitness mitbringen die dafür nötig ist.
Das muss eben jeder der in diesen Berufen arbeiten will. Und damit ist nicht gemeint, dass da Alle aussehen wie der Hulk, sondern einfach nur, dass man nicht gleich zusammenbricht, wenn mal schwer getragen werden muss, oder wenn mal ein kräftigerer Schlag mit dem Schlegel nötig ist.
Zuletzt geändert von NaWennDuMeinst am So 15. Aug 2021, 22:02, insgesamt 2-mal geändert.



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So 15. Aug 2021, 21:57

Stefanie hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 14:31
Das ist jetzt nicht Dein ernst Burkhard. Der Grund, dass jemand diskriminiert wird liegt also darin, dass er nicht aus Kleinkleckersdorf kommt, sondern aus Globalcity?
Wie kommst du denn darauf?



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So 15. Aug 2021, 22:02

Stefanie hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 20:07
Wir können auch gerne den Begriff "toxische Männlichkeit" verwenden.

Als Frau in einem Baumarkt zu gehen und sich beraten lassen wollen kann etwas unschön werden. Es ist nicht jeder, der da arbeitet so gut und neutral, wie der Schraubenkönig aus dem letzten Jahr. Gerade die jüngeren Herrschaften neigen zu chronischer Unterschätzung der weiblichen Kundschaft, und der Neigung zu gönnerhaften, bevormundeten Verhalten und zeigen Möchtegernwissen. Der letzte, der dass versuchte, war nach dem Gespräch mit meiner Schwester klein mit Hut.
Interessant, dass es gerade die jüngeren Herrschaften sein sollen, also zumindest hier nichts mit "alter, weißer Mann"...



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So 15. Aug 2021, 22:03

Burkart hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 22:02
Stefanie hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 20:07
Wir können auch gerne den Begriff "toxische Männlichkeit" verwenden.

Als Frau in einem Baumarkt zu gehen und sich beraten lassen wollen kann etwas unschön werden. Es ist nicht jeder, der da arbeitet so gut und neutral, wie der Schraubenkönig aus dem letzten Jahr. Gerade die jüngeren Herrschaften neigen zu chronischer Unterschätzung der weiblichen Kundschaft, und der Neigung zu gönnerhaften, bevormundeten Verhalten und zeigen Möchtegernwissen. Der letzte, der dass versuchte, war nach dem Gespräch mit meiner Schwester klein mit Hut.
Interessant, dass es gerade die jüngeren Herrschaften sein sollen, also zumindest hier nichts mit "alter, weißer Mann"...
Das ist mir gar nicht aufgefallen. Ja, im Prinzip sind alle weißen Männer Frauenunterdrücker (aus Leidenschaft).



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Burkart
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So 15. Aug 2021, 22:36

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 22:03
Burkart hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 22:02
Stefanie hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 20:07
Wir können auch gerne den Begriff "toxische Männlichkeit" verwenden.

Als Frau in einem Baumarkt zu gehen und sich beraten lassen wollen kann etwas unschön werden. Es ist nicht jeder, der da arbeitet so gut und neutral, wie der Schraubenkönig aus dem letzten Jahr. Gerade die jüngeren Herrschaften neigen zu chronischer Unterschätzung der weiblichen Kundschaft, und der Neigung zu gönnerhaften, bevormundeten Verhalten und zeigen Möchtegernwissen. Der letzte, der dass versuchte, war nach dem Gespräch mit meiner Schwester klein mit Hut.
Interessant, dass es gerade die jüngeren Herrschaften sein sollen, also zumindest hier nichts mit "alter, weißer Mann"...
Das ist mir gar nicht aufgefallen. Ja, im Prinzip sind alle weißen Männer Frauenunterdrücker (aus Leidenschaft).
So muss es wohl sein :D



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Alethos
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So 15. Aug 2021, 23:06

Der „alte weisse Mann“ ist ein Begriff, der für die patriarchale Struktur steht, die noch immer existiert, wenn sie auch bröckelt (zum Glück). Das Frauenstimmrecht wurde in der Schweiz erst 1971 eingeführt. In der nationalen Politik gibt es erst seit einigen Jahrzehnten Frauen. Erst seit zwei Jahrzehnten füllen sich die Kongresskammern allmählich mit jungen und auch weiblichen Personen. Davor zeigten Bilder von Kongressversammlungen einfach genau das: alte weisse Männer, die gemeinsam Politik machten (dasselbe galt für Verwaltungs- resp. Aufsichtsräte).

Diesen Typus des „alten weissen Mannes“ gab es auch in der Philosophie. Sokrates war, sofern es ihn gab, ein weisser alter Mann. Gegen alte weise Männer hat ja niemand etwas, nur gegen das, wofür der Begriff „alt und weiss“ steht: Für ein machtkonzentriendes patriarchales Denken arrivierter Männer, die mit Vorliebe in Hinterzimmern bei Zigarren und Cognac das Wohl der Welt nach ihrem Maß vermessen und eben nicht nach dem Maß der Weisheit: Diese „alten weissen Männer“ gibt es noch, und es ist richtig zu kritisieren, wenn es auch Fortschritte gab, dass es dieses Denken auch noch heute bei vielen jungen weissen Männer gibt. Es ist ein Denken aus der Perspektive des Privilegs, nicht zu einer diskriminierten Gruppe zu gehören.

Der „Weisse“ ist geschichtlich der Unterdrücker. Das ist kolonialhistorisch belegt. Und es waren allesamt Männer. Gegen diese Realität richter sich der Begriff - ja, mitunter mit idealistischem Nachdruck.



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Alle lächeln in derselben Sprache.

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So 15. Aug 2021, 23:39

Alethos hat geschrieben :
So 15. Aug 2021, 23:06
Der „alte weisse Mann“ ist ein Begriff, der für die patriarchale Struktur steht, die noch immer existiert, wenn sie auch bröckelt (zum Glück). Das Frauenstimmrecht wurde in der Schweiz erst 1971 eingeführt. In der nationalen Politik gibt es erst seit einigen Jahrzehnten Frauen. Erst seit zwei Jahrzehnten füllen sich die Kongresskammern allmählich mit jungen und auch weiblichen Personen. Davor zeigten Bilder von Kongressversammlungen einfach genau das: alte weisse Männer, die gemeinsam Politik machten (dasselbe galt für Verwaltungs- resp. Aufsichtsräte).

Diesen Typus des „alten weissen Mannes“ gab es auch in der Philosophie. Sokrates war, sofern es ihn gab, ein weisser alter Mann. Gegen alte weise Männer hat ja niemand etwas, nur gegen das, wofür der Begriff „alt und weiss“ steht: Für ein machtkonzentriendes patriarchales Denken arrivierter Männer, die mit Vorliebe in Hinterzimmern bei Zigarren und Cognac das Wohl der Welt nach ihrem Maß vermessen und eben nicht nach dem Maß der Weisheit: Diese „alten weissen Männer“ gibt es noch, und es ist richtig zu kritisieren, wenn es auch Fortschritte gab, dass es dieses Denken auch noch heute bei vielen jungen weissen Männer gibt. Es ist ein Denken aus der Perspektive des Privilegs, nicht zu einer diskriminierten Gruppe zu gehören.

Der „Weisse“ ist geschichtlich der Unterdrücker. Das ist kolonialhistorisch belegt. Und es waren allesamt Männer. Gegen diese Realität richter sich der Begriff - ja, mitunter mit idealistischem Nachdruck.
Ich frage mich manchmal, ob das nicht alles etwas zu einfach ist.
Ich nehme mal das Beispiel, wo der "alte weiße Mann" Frauen in "unteren Rängen" fördert, aber "mit aller Macht seiner Privilegien" zu verhindern versucht, dass eine (vielleicht sogar besser qualifizierte) Frau ihm seinen eigenen Posten streitig macht.
Erklärt wird ein solches Verhalten dann eben genau mit diesem patriarchalem Denken. Ich Mann, Du Frau. Du nix. Klar, die Frau jammert dann rum: "Der alte, weiße Sack lässt mich nicht zum Zuge kommen".
Aber ich stelle mir an der Stelle die Frage wieso das was mit patriarchalem Denken zu tun haben soll. Ist das nicht auch anders erklärbar?
Ich verstehe, dass der Mann seinen Posten behalten will und ihn gegen die weibliche Konkurrenz erbittert verteidigt.
Aber das würde er ja auch bei einem männlichen Konkurrenten genauso machen. Also wie zum Geier kommen die Sozialforscher darauf, dass wir es in dem Fall mit einem Beispiel von Sexismus und patriarchalem Denken zu tun haben? Es mag sein, dass der "alte, weiße Mann" seine Konkurrentin vielleicht unter Zuhilfenahme von sexistischem "Argumenten" wegmobbt (Du bist ne Frau, Du bist schwach, Frauen können nix, deshalb bist du ungeeignet, blablabla) aber eigentlich geht es ihm doch gar nicht um männliche Vorherrschaft, sondern einfach darum seinen Posten zu behalten.
Und wie wäre das denn nun, wenn eine Frau einen Mann auf diese Weise wegmobbt? Oder eine andere Frau? Ist das unvorstellbar? Ich denke nicht. Auch Frauen setzen sich gegen Konkurrenten zur Wehr und versuchen sie zu diskreditieren, weil eben niemand gerne seinen Job verliert, besonders dann nicht, wenn er an dem Job hängt. Da wird unter Frauen genauso hart an den Haaren gezogen und gekratzt. Vielleicht liegt das einfach an einem anderen Systemfehler, nämlich unserem Leistungs- und Erfolgszwang.
Also, verstehst Du was ich meine? Jegliches Verhalten wird immer sofort in diese feministische Schiene gedrückt und auch nur noch so interpretiert. Wieso? Teilweise habe ich das Gefühl das gewisse Leute da in einem extremen Tunnelblick festhängen und eben nur noch das sehen was sie wollen.... nämlich ausnahmslos überall alte, weiße Mäuse... äh Männer.
Damit leugne ich nicht, dass es diese Strukturen noch irgendwo gibt. ICH LEUGNE DAS AUSDRÜCKLICH NICHT!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Aber Herrgott, manchmal scheint mir das alles übertrieben und auch zu eindimensional in der Betrachtung zu sein. Die wahren gesellschaftlichen Probleme, und auch die Gründe für die Ungerechtigkeiten in ihr sind doch viel komplexer und vielschichtiger.
Zuletzt geändert von NaWennDuMeinst am Mo 16. Aug 2021, 00:21, insgesamt 1-mal geändert.



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Burkart
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Mo 16. Aug 2021, 00:10

Für mich sind die "weißen alten Männer" solche wie Trump und andere machtbesessene Leute (Putin, sein belarussischer Freund, Erdogan usw.)
Im gewissen Sinne zählen aber auch alle Multimilliardäre dazu, mit ihr Geld und Macht zu noch mehr davon nutzen und dann sich Lobbys zulegen, die ihre Macht auch in der Politik sichern...



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