Kulturelle Aneignung

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Stefanie
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Do 13. Feb 2020, 20:25

Im Karneval als Indianer verkleidet, Dreadlocks tragen, als weiße Amerikanerin über das Schicksal mexikanischer Einwanderer schreiben, das indische holy Ritual als Musikevent, oder das Bild "open casket" von Dana Schutz...all dies wird als Beispiel für kulturelle Aneignung genannt.

"Der Begriff, auch gerne im Englischen Original „Cultural Appropriation“ verwendet, entstammt einer Bewegung, die eine konkrete Bereicherung an den Errungenschaften von Minderheiten durch die Bemächtigung kultureller Objekte aus anderen, dominanten Kulturen kritisiert.Dominante Gesellschaftsgruppen, vorwiegend Weiße, eignen sich Symbole fremder Kulturen an– auch und weil sie keine Diskriminierung fürchten müssen
Laut der US-Juraprofessorin Susan Scafidi ist kulturelle Aneignung demnach eine „unerlaubte Wegnahme geistigen Eigentums, traditionellen Wissens oder kultureller Artefakte“.
Heißt: Man bedient sich an allem, übernimmt, imitiert, kopiert – ohne die Bürde (der Diskriminierung) tragen zu müssen."
Definition entnommen von https://enorm-magazin.de/gesellschaft/g ... erkleidung

Nach einem kurzen Überblick ist das Thema durchaus umstritten.



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Stefanie
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Do 13. Feb 2020, 20:31

Auf das Thema bin ich durch folgenden Artikel gekommen:
Zeit online:
Kulturelle Aneignung
Es geht um den Universalismus
Warum die Exzesse im kulturellen Kampf um Anerkennung den Rechten in die Hände spielen
Aus dem Artikel:
Nur mexikanische Migranten, hieße dies, dürfen über Mexikaner schreiben, mehr noch: Nur sie können das überhaupt.
Warum das ein fatales Argument ist? Weil es, pathetisch gesagt, die humane Substanz des Universalismus angreift, also die einzigartige menschliche Gabe, sich, wie unzulänglich auch immer, in fremde Schicksale einfühlen zu können – in Unrecht, das man nicht selbst erleben, in Grausamkeit, die man nicht am eigenen Leib erfahren musste. Wenn es nur den Mitgliedern einer ethnischen Opfergruppe gestattet sein soll, von ihrem Schmerz zu sprechen, dann ist das nicht bloß ein Empathieverbot für "Kulturfremde", sondern schlimmer: Es ist die Absage an jede Form sprachlicher Verständigung. Es gibt dann keine Solidarität unter Fremden, nicht einmal eine in der Erinnerung – alles wäre spätkoloniale "Aneignung". Quentin Tarantino dürfte keinen Film über Verbrechen an den Schwarzen drehen, und weiße amerikanische Upperclass-Eltern wären als Mitglieder der "Dominanzkultur" unfähig, sich vorzustellen, was mexikanische Eltern empfinden, wenn US-Grenzschützer ihnen die Kinder entreißen und sie in Lager sperren.

Warum Antworten dieser Art dennoch ein Irrweg sind, hat der Philosoph Richard Rorty hellsichtig schon Ende der Neunzigerjahre beschrieben: "Der Stolz darauf, schwarz zu sein, ist eine völlig vernünftige Reaktion auf sadistische Erniedrigung." Doch wenn es das Opfer daran hindere, zusammen mit Weißen soziale Reformen in Angriff zu nehmen, sei es ein "politisches Unglück". Und warum? Weil den herrschenden Eliten nichts Besseres passieren könne als die Kulturalisierung sozialer Konflikte. Sie blieben unbehelligt, wenn sich die Gesellschaft im Streit um "kulturelle Stigmata" und "Pseudoereignisse" zerfleische und dabei den Kampf für soziale Rechte links liegen lasse. Oder wie man heute sagen würde: wenn die mexikanische Uber-Fahrerin und der weiße Rust-Belt-Arbeiter vergessen, dass sie beim Kampf gegen ökonomische Ungleichheit Verbündete sind.
https://www.zeit.de/2020/07/kulturelle- ... rt-debatte



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Do 12. Aug 2021, 21:35

Man muss "Identitätspolitik" und "Universalismus" ja nicht unbedingt gegeneinander ausspielen. "Betroffene" könnten doch eine Art Vorrecht oder Vetorecht auf "ihr" Thema haben. Ansonsten aber könne so "universalistisch" wie es beliebt über was auch immer gesprochen werden.



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Burkart
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Sa 14. Aug 2021, 08:41

Wieder mal ein neuer Begriff... "Kulturelle Aneignung"... ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass irgendwelche Leute uns immer mehr verbieten wollen... wie z.B. die vertraute Sprache, die man in den öffentliche Medien ja meist schon verhunzt hat dank der Genderitis, aber das ist ein anderes Thema...

Was geht es fern entfernt lebende Indianer an, wie wir uns verkleiden, welche Frisur wir tragen (außer dass ich einige auch hässlich finde, egal), was A über B schreibt...
Ok, die Nähe des Internets u.ä. scheint hier Probleme hervorgebracht zu haben, die wir früher in unseren lokaleren Lebensräumen nicht hatten.
Wenn es hier ein echtes Problem gibt, dann das, dass jemand seine Meinung gegenüber anderen durchsetzen will.



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Jörn Budesheim
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Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 08:41
irgendwelche Leute
Wer soll das denn sein?



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Burkart
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Sa 14. Aug 2021, 11:34

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 11:27
Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 08:41
irgendwelche Leute
Wer soll das denn sein?
Na die, die ihre Meinung vertreten, z.B. wenn sie was gegen Kostumierung als Indianer haben.



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Sa 14. Aug 2021, 12:13

Macht alles keinen Unterschied? Kann alles so bleiben? Na dann auf dem nächsten Karneval die SS-Uniform anhaben... Wieso sollte irgendjemand etwas dagegen haben? (Außer "humorlosen" etc. notorischen "Meinungsunterdrückern", ist ja klar.)



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Jörn Budesheim
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Sa 14. Aug 2021, 12:14

Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 11:34
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 11:27
Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 08:41
irgendwelche Leute
Wer soll das denn sein?
Na die, die ihre Meinung vertreten, z.B. wenn sie was gegen Kostumierung als Indianer haben.
Mit anderen Worten, allein schon weil jemand der Ansicht ist, dass kulturelle Aneignung fragwürdig ist, versucht er dir das auch schon zu verbieten? Das ist cool.



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Burkart
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Sa 14. Aug 2021, 12:18

1+1=3 hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 12:13
Macht alles keinen Unterschied? Kann alles so bleiben? Na dann auf dem nächsten Karneval die SS-Uniform anhaben... Wieso sollte irgendjemand etwas dagegen haben? (Außer "humorlosen" etc. notorischen "Meinungsunterdrückern", ist ja klar.)
Die SS-Uniform ist ja ein deutsches (europäisches) Problem. Mich würde es wundern, wenn es in den USA o.ä. verboten ist!?



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Burkart
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Sa 14. Aug 2021, 12:20

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 12:14
Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 11:34
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 11:27


Wer soll das denn sein?
Na die, die ihre Meinung vertreten, z.B. wenn sie was gegen Kostumierung als Indianer haben.
Mit anderen Worten, allein schon weil jemand der Ansicht ist, dass kulturelle Aneignung fragwürdig ist, versucht er dir das auch schon zu verbieten? Das ist cool.
Oben im ersten Beitrag steht: „unerlaubte Wegnahme geistigen Eigentums, traditionellen Wissens oder kultureller Artefakte“. Auf das "unerlaubt" hatte ich mich bezogen.

Ich habe auch etwas weiter drumherum gedacht, weil man ja nicht mal mehr N-eger sagen darf... und wie war das noch mit "Zigeuner"? Oder dass man Homosexualität nun als normal bezeichnen muss und nicht dagegen sein darf usw.



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Jörn Budesheim
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Sa 14. Aug 2021, 12:34

1+1=3 hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 12:13
Kann alles so bleiben?
Ganz genau, das ist der Antrieb oder vielleicht präziser noch: Es soll alles so bleiben. Rassismus, Ausbeutung, Ungerechtigkeit... Gerade egal, alles soll bleiben, wie es ist und schon immer war.



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Sa 14. Aug 2021, 12:53

Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 12:20
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 12:14
Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 11:34

Na die, die ihre Meinung vertreten, z.B. wenn sie was gegen Kostumierung als Indianer haben.
Mit anderen Worten, allein schon weil jemand der Ansicht ist, dass kulturelle Aneignung fragwürdig ist, versucht er dir das auch schon zu verbieten? Das ist cool.
Oben im ersten Beitrag steht: „unerlaubte Wegnahme geistigen Eigentums, traditionellen Wissens oder kultureller Artefakte“. Auf das "unerlaubt" hatte ich mich bezogen.

Ich habe auch etwas weiter drumherum gedacht, weil man ja nicht mal mehr N-eger sagen darf... und wie war das noch mit "Zigeuner"? Oder dass man Homosexualität nun als normal bezeichnen muss und nicht dagegen sein darf usw.
Rücksichtnahme und Respekt bedeuten nun einmal gewisse "Zumutungen", sodass die "Freiheit wilde Sau zu spielen" vielleicht gewissen Einschränkungen unterliegt... Ansonsten gäbe es ja auch noch andere Bezeichnungen... Etwa das andere "N-Wort" (vulgo "N-azi")...



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Sa 14. Aug 2021, 12:56

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 12:34
1+1=3 hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 12:13
Kann alles so bleiben?
Ganz genau, das ist der Antrieb oder vielleicht präziser noch: Es soll alles so bleiben. Rassismus, Ausbeutung, Ungerechtigkeit... Gerade egal, alles soll bleiben, wie es ist und schon immer war.
Gegenfrage: Soll sich alles ändern, möglichst sofort, ohne Rücksicht auf (z.B. ältere) Menschen?
Wer bestimmt, was sich wo wann ändern darf/soll?



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Sa 14. Aug 2021, 13:14

Rassismus, Ausbeutung, Ungerechtigkeit... gibt es mE schon etwas länger. Wieviele Generationen Rücksicht auf Konservatismus (im weitestem, auch übertragenem Sinne) soll denn noch genommen werden? Außerdem ist doch immer alles "in der Mache", also weder das Alte völlig "überwunden" usf., noch das Neue "vollständig da". All dies sind doch stets (etwa gesellschaftliche) Prozesse. Insgesamt geht's doch sehr plural und "gemischt" zu... Und bestimmen sollten im Idealfall gleichberechtigt Alle. Aber das dürfte 'ne Binse sein.



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Sa 14. Aug 2021, 15:43

Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 12:56
Wer bestimmt, was sich wo wann ändern darf/soll?
Wer bestimmt, dass alles gleich bleiben soll?
Wer bestimmt, das niemand hungern sollte?
Wer bestimmt, dass niemand aufgrund seiner Hautfarben benachteiligt werden sollte?
Wer bestimmt, dass man Mädchen nicht die Schulbildung vorenthalten sollte?
Wer bestimmt eigentlich, dass Gerechtigkeit besser ist als Ungerechtigkeit?



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Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 12:56
Rücksicht auf (z.B. ältere) Menschen?
Welches Alter schwebt dir denn vor, ist man ab 60 plus schon einer der älteren Menschen? Dann würde ich gerne die entsprechende Rücksicht für mich reklamieren und auch einen kleinen Nachschlag in puncto Gerechtigkeit verlangen.

Und sollte man auf weiße ältere Menschen mehr Rücksicht nehmen als auf Schwarze? Und sollte man auf männliche ältere Menschen mehr Rücksicht nehmen als auf weibliche? (To be continued)



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Sa 14. Aug 2021, 17:11

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Sa 14. Aug 2021, 17:15

Ging es hier nicht primär um Konstumierung als Indianer u.ä. und das zu verbieten?
Dagegen hatte ich mich vor allem ausgesprochen.

Klar wäre mehr Gerechtigkeit u.ä. schön, nur dass darum halt schon lange gerungen wird, die Arm-Reich-Schere geht trotzdem weiter auf...



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Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 17:15
Arm-Reich-Schere
Ja, sicher das ist eine große Ungerechtigkeit. Aber das ist nicht die einzige Ungerechtigkeit mit der wir zu kämpfen haben.

Aus dem Artikel: "Noch immer werden marginalisierte Gruppen, wie zum Beispiel Schwarze, aufgrund ihres Aussehens oder kultureller Bräuche ungerecht behandelt. Gleichzeitig bereichern sich dominante Gesellschaftsgruppen, vorwiegend Weiße, an eben diesen Symbolen fremder Kulturen – auch und weil sie keine Diskriminierung fürchten müssen." ... "Nichts spricht dagegen, sich respektvoll und ernsthaft mit anderen Kulturen auseinanderzusetzen. Aber das passiert nicht, indem man Stereotype und Klischees anhand von Kinderfaschingskostümen bedient und reproduziert." Worum geht es stattdessen? "Darum, die eigenen Privilegien zu kennen. Darum, andere Kulturen als Kulturen wahrzunehmen und nicht nur als Trend."

Es geht also keineswegs einfach um Verbote, wie du es darstellst, sondern um Sensibilität, Respekt und Achtung.



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Sa 14. Aug 2021, 20:19

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 11:27
Burkart hat geschrieben :
Sa 14. Aug 2021, 08:41
irgendwelche Leute
Wer soll das denn sein?
Genau. Und wer sind eigentlich diese "weißen Männer"?
Das ist ja jetzt so ein Wort in jeder Munde. Ich weiß aber gar nicht wer damit gemeint ist.
Kann mir das mal jemand erklären?



But I, being poor, have only my dreams; I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams.
(William Butler Yeats)

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