Nietzsche im Allgemeinen und Speziellen

Philosoph
Dynamis
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Do 25. Jun 2026, 19:52

Timberlake hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 19:48
wer davon, wie du, davon ausgeht ...
Da steht aber nicht: Eitelkeit ist: Wenn jemand davon ausgeht, dass eine einseitige Bevorzugung eines auf Profitmaximierung basierenden Wirtschaftssystems nicht notwendig der Fall sein muss.

Da steht: Eitelkeit ist, wenn jemand davon ausgeht, "der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei."




Timberlake
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Do 25. Jun 2026, 20:40

Falsch !

"Wir haben umgelernt. Wir sind in allen Stücken bescheidner geworden. Wir leiten den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt. Er gilt uns als das stärkste Tier, weil er das listigste ist: eine Folge davon ist seine Geistigkeit. Wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit, die auch hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei. Er ist durchaus keine Krone der Schöpfung: jedes Wesen ist, neben ihm, auf einer gleichen Stufe der Vollkommenheit... Und indem wir das behaupten, behaupten wir noch zuviel: der Mensch ist, relativ genommen, das mißratenste Tier, das krankhafteste, das von seinen Instinkten am gefährlichsten abgeirrte – freilich, mit alledem, auch das interessanteste!"
Nietzsche ... Der Antichrist


Hier steht nicht ...

"Das Eitelkeit ist, wenn jemand davon ausgeht, "der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei."
Dynamis

"Was Eitelkeit ist" , sondern das man sich gegen eine Eitelkeit wehrt, die hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei.
Dynamis hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 19:52
Da steht aber nicht: Eitelkeit ist: Wenn jemand davon ausgeht, dass eine einseitige Bevorzugung eines auf Profitmaximierung basierenden Wirtschaftssystems nicht notwendig der Fall sein muss.
Wenn jemand davon ausgeht, dass eine einseitige Bevorzugung eines auf Profitmaximierung basierenden Wirtschaftssystems nicht notwendig der Fall sein muss, so wird eben deshalb nach Ansicht von Nietzsche diese Eitelkeit laut. Weil derjenige damit ein, auf Profitmaximierung basierenden Wirtschaftssystems, mit dem gleichsetzt, was ihn, den Menschen, unter die Tiere zurückgestellt.

So einfach ist das!

"Aber die Stunde drängt sie: so drängen sie dich: und auch von dir wollen sie Ja oder Nein. Wehe, du willst zwischen Für und Wider deinen Stuhl setzen?
Dieser Unbedingten und Drängenden halber sei ohne Eifersucht, du Liebhaber der Wahrheit! Niemals noch hängte sich die Wahrheit an den Arm eines Unbedingten.[316]
Dieser Plötzlichen halber gehe zurück in deine Sicherheit: nur auf dem Markt wird man mit Ja? oder Nein? überfallen.
Langsam ist das Erleben allen tiefen Brunnen: lange müssen sie warten, bis sie wissen, was in ihre Tiefe fiel.
Abseits vom Markte und Ruhme begibt sich alles Große: abseits vom Markte und Ruhme wohnten von je die Erfinder neuer Werte"
Nietzsche .. Also sprach Zarathustra



.. und wen würde es nicht drängen, sich einer solchen, hoch am Arm eines Unbedingten, angehängten Wahrheit zu entziehen? Wehe dir, der du dich auf deinen Stuhl zwischen dem Für und Wider eines auf Profitmaximierung basierenden Wirtschaftssystems setzem willst.Dieser Unbedingten und Drängenden halber sei deshalb ohne Eifersucht, du Liebhaber der Wahrheit! ....




Dynamis
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Fr 26. Jun 2026, 11:10

Timberlake hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 20:40
Hier steht nicht ...

"Das Eitelkeit ist, wenn jemand davon ausgeht, "der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei."
Dynamis

"Was Eitelkeit ist" , sondern das man sich gegen eine Eitelkeit wehrt, die hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei.
Da hast du allerdings recht. Nietzsche sagt einfach nur, dass er sich gegen diese Eitelkeit "wehrt", gibt aber kein Argument, um diese Eitelkeit zu widerlegen. Damit ist das, was er sagt, irrelevant. Aber vielleicht gelingt es dir noch eine Kritik zu formulieren, nachdem es dem Herrn Nietzsche schon nicht gelungen ist.




Timberlake
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Fr 26. Jun 2026, 11:32

Dynamis hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 11:10
Timberlake hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 20:40
Hier steht nicht ...

"Das Eitelkeit ist, wenn jemand davon ausgeht, "der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei."
Dynamis

"Was Eitelkeit ist" , sondern das man sich gegen eine Eitelkeit wehrt, die hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei.
Da hast du allerdings recht. Nietzsche sagt einfach nur, dass er sich gegen diese Eitelkeit "wehrt", gibt aber kein Argument, um diese Eitelkeit zu widerlegen. Damit ist das, was er sagt, irrelevant. Aber vielleicht gelingt es dir noch eine Kritik zu formulieren, nachdem es dem Herrn Nietzsche schon nicht gelungen ist.
Das man sich gegen diese Eitelkeit "wehrt". Somit aber man kein Argument angibt, um diese Eitelkeit zu widerlegen. Damit ist das, was man sagt, irrelevant. Ich denke, dass Nietzsche dieses man deshalb gewählt hat, weil er sich selbst davon ausnimmt. Bei ihm also demzufolge eben nicht diese Eitelkeit laut werden möchte, wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei. Übrigens auch nicht bei mir.

Um diesbezüglich dazu deine Position abzuklären.

Frage

Wie steht es denn bei dir um diese Eitelkeit?
Zuletzt geändert von Timberlake am Fr 26. Jun 2026, 11:45, insgesamt 2-mal geändert.




Dynamis
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Fr 26. Jun 2026, 11:41

Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 11:32
Dynamis hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 11:10
Timberlake hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 20:40
Hier steht nicht ...

"Das Eitelkeit ist, wenn jemand davon ausgeht, "der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei."
Dynamis

"Was Eitelkeit ist" , sondern das man sich gegen eine Eitelkeit wehrt, die hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei.
Da hast du allerdings recht. Nietzsche sagt einfach nur, dass er sich gegen diese Eitelkeit "wehrt", gibt aber kein Argument, um diese Eitelkeit zu widerlegen. Damit ist das, was er sagt, irrelevant. Aber vielleicht gelingt es dir noch eine Kritik zu formulieren, nachdem es dem Herrn Nietzsche schon nicht gelungen ist.
Das man sich gegen diese Eitelkeit "wehrt". Somit aber man kein Argument angibt, um diese Eitelkeit zu widerlegen. Damit ist das, was man sagt, irrelevant. Ich denke, dass Nietzsche dieses man deshalb gewählt hat, weil er sich selbst davon ausnimmt.
Das steht aber nicht da. Da steht:

"Wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit, die auch hier wieder laut werden möchte:"

Da sagt Nietzsche nicht "man", sondern "wir".

Darin ist lediglich eine Antipathie gegen eine bestimmte Position ausgedrückt. Warum diese Position verkehrt ist, das wird von ihm nicht begründet. Später schreibt er: "unsre ganze Physiologie bemüht sich um den Beweis dieses Satzes." Aber woher kommt der Gedanke, dass die Physiologie alles Relevante über das Wesen des Menschen zu sagen hätte?

Das ist also unbegründet und somit irrelevant, was Nietzsche hier schreibt.




Timberlake
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Fr 26. Jun 2026, 11:46

Danke für die Korrektur ,da hast du natürlich recht ...


  • "Wir haben umgelernt. Wir sind in allen Stücken bescheidner geworden. Wir leiten den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt. Er gilt uns als das stärkste Tier, weil er das listigste ist: eine Folge davon ist seine Geistigkeit. Wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit, die auch hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei.
    Nietzsche ... Der Antichrist
.. hier steht tatsächlich, wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit.

Nur würde ich meinen, dass Nietzsche auch dieses uns aus einer Perspektive gewählt hat, die ihn selbst davon ausnimmt. Bei ihm also demzufolge eben nicht diese Eitelkeit laut werden möchte, wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei. Übrigens auch nicht bei mir. Somit ich die Frage an dich wiederhole ..

Wie steht es denn bei dir um diese Eitelkeit?

  • "Viele Länder sah Zarathustra und viele Völker: keine größere Macht fand Zarathustra auf Erden, als die Werke der Liebenden: »gut« und »böse« ist ihr Name.
    Wahrlich, ein Ungetüm ist die Macht dieses Lobens und Tadelns. Sagt, wer bezwingt es mir, ihr Brüder? Sagt, wer wirft diesem Tier die Fessel über die tausend Nacken?
    Tausend Ziele gab es bisher, denn tausend Völker gab es. Nur die Fessel der tausend Nacken fehlt noch, es fehlt das eine Ziel. Noch hat die Menschheit kein Ziel.[323]
    Aber sagt mir doch, meine Brüder: wenn der Menschheit das Ziel noch fehlt, fehlt da nicht auch – sie selber noch?"
    Nietzsche ... Also sprach Zarathustra

Ich frage das auch deshalb, weil ich eben das für dieses Ziel halte, was der Menschheit noch fehlt.

"Wir leiten den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt.
Nietzsche ... Der Antichrist


Weil wir, Nietzsche, ich und möglicherweise auch du, den Menschen unter die Tiere zurückgestellt haben, sollte das Ziel der Menschheit sein, den Menschen über das Tier zu stellen.
Timberlake hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 20:40

Dynamis hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 19:52
Da steht aber nicht: Eitelkeit ist: Wenn jemand davon ausgeht, dass eine einseitige Bevorzugung eines auf Profitmaximierung basierenden Wirtschaftssystems nicht notwendig der Fall sein muss.
Wenn jemand davon ausgeht, dass eine einseitige Bevorzugung eines auf Profitmaximierung basierenden Wirtschaftssystems nicht notwendig der Fall sein muss, so wird eben deshalb nach Ansicht von Nietzsche diese Eitelkeit laut. Weil derjenige damit ein, auf Profitmaximierung basierendes Wirtschaftssystems, mit dem gleichsetzt, was ihn, den Menschen, unter die Tiere zurückgestellt.

Für den Fall, dass ein auf Profitmaximierung basierendes Wirtschaftssystems den Menschen tatsächlich unter die Tiere zurückstellt, so sollte danach übrigens anschließend das Wirtschaftssystem auf etwas jenseits dessen basieren.




Dynamis
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Fr 26. Jun 2026, 13:17

Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 11:46
.. hier steht tatsächlich, wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit.

Nur würde ich meinen, dass Nietzsche auch dieses uns aus einer Perspektive gewählt hat, die ihn selbst davon ausnimmt.
Da steht das aber nicht, das ist nur deine Interpretation. Nietzsche schreibt "Wir leiten den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt." Und das klingt so, als ob er sich davon gerade nicht ausnimmt. Vgl. auch den vorherigen Paragraphen:
Friedrich Nietzsche hat geschrieben : Unterschätzen wir dies nicht: wir selbst, wir freien Geister, sind bereits eine „Umwerthung aller Werthe“, eine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung an alle alten Begriffe von „wahr“ und „unwahr“. Die werthvollsten Einsichten werden am spätesten gefunden; aber die werthvollsten Einsichten sind die Methoden. (§13, Antichrist, http://www.nietzschesource.org/#eKGWB/AC-13)
Da wird beschrieben, um wen es sich bei diesem "wir" handelt: Um die "freien Geister". Und nichts lässt darauf schließen, dass Nietzsche sich selbst nicht zu diesem "wir" zählt.

Ich möchte außerdem darauf aufmerksam machen, was Nietzsche für wertvoll hält: "die werthvollsten Einsichten sind die Methoden."
Timberlake hat geschrieben : Weil wir, Nietzsche, ich und möglicherweise auch du, den Menschen unter die Tiere zurückgestellt haben, sollte das Ziel der Menschheit sein, den Menschen über das Tier zu stellen.
Nun nehmen wir mal zur Kenntnis, was Nietzsche gesagt hat: "die werthvollsten Einsichten sind die Methoden."

Ein aufmerksamer Leser könnte auf den Gedanken geht, dass er die Methoden für wichtig hält. Und nicht dies, "den Menschen über das Tier zu stellen."

Wenn man Nietzsche an dieser Stelle ernst nimmt, könnte man also folgende Frage stellen: Welche Methoden verwendest du, um dich in deinem Erkenntnisprozess weiterzukommen?




Timberlake
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Fr 26. Jun 2026, 13:20

Dynamis hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 13:17
Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 11:46
.. hier steht tatsächlich, wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit.

Nur würde ich meinen, dass Nietzsche auch dieses uns aus einer Perspektive gewählt hat, die ihn selbst davon ausnimmt.
Da steht das aber nicht, das ist nur deine Interpretation. Nietzsche schreibt "Wir leiten den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt." Und das klingt so, als ob er sich davon gerade nicht ausnimmt.
Ich denke da bringst du was durcheinander.
  • "Wir haben umgelernt. Wir sind in allen Stücken bescheidner geworden. Wir leiten den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt. Er gilt uns als das stärkste Tier, weil er das listigste ist: eine Folge davon ist seine Geistigkeit. Wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit, die auch hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei.
    Nietzsche ... Der Antichrist
Wenn es hier heißt
  • "Wir haben umgelernt. Wir sind in allen Stücken bescheidner geworden. Wir leiten den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt"
.. so bezieht sich Nietzsche mit diesem wir auf sich selbst und seinesgleichen.
  • "Wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit, die auch hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei"
.. und wenn wir uns andrerseits gegen eine Eitelkeit wehren, so bezieht sich damit Nietzsche tatsächlich auch auf sich und seinesgleichen.
Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 11:46

Nur würde ich meinen, dass Nietzsche auch dieses uns aus einer Perspektive gewählt hat, die ihn selbst davon ausnimmt. Bei ihm also demzufolge eben nicht diese Eitelkeit laut werden möchte, wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei. Übrigens auch nicht bei mir.
.. nur wie gesagt, aus einer Perspektive, die ihn und seines gleichen von dieser Eitelkeit ausnimmt. Schließlich wehrt man sich gegen diese Eitelkeit.

Womit ich dich deshalb nun mehr zu dritten mal Frage ...
Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 11:32


Um diesbezüglich dazu deine Position abzuklären.

Frage

Wie steht es denn bei dir um diese Eitelkeit?
Übrigens
Dynamis hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 13:17
Wenn man Nietzsche an dieser Stelle ernst nimmt, könnte man also folgende Frage stellen: Welche Methoden verwendest du, um dich in deinem Erkenntnisprozess weiterzukommen?
Indem ich mir solche Fragen selbst stelle, so ist das meine Methode, um in meinem Erkenntnisprozess weiterzukommen und nicht zu vergessen, im Hinblick, der von mir dazu selbst gelieferten Antworten, Nietzsche an dieser Stelle tatsächlich ernst zu nehmen.


Was ich allerdings bei dir bezweifeln würde, so wie du dich anscheinend davor zierst, eben diese Frage zu beantworten. Vermutlich wohl wissend, dass du dich damit zu "Nietzsches Seinesgleichen" machst. Natürlich eine wahrhaftige Antwort vorausgesetzt.

Dazu vielleicht passend ..

"Das intellektuale Gewissen.
Ich fand bei gewissen Frommen einen Haß gegen die Vernunft vor und war ihnen gut dafür: so verriet sich doch wenigstens noch das böse intellektuale Gewissen! Aber inmitten dieser rerum concordia discors und der ganzen wundervollen Ungewißheit und Vieldeutigkeit des Daseins stehen und nicht fragen, nicht zittern vor Begierde und Lust des Fragens, nicht einmal den Fragenden hassen, vielleicht gar noch an ihm sich matt ergötzen – das ist es, was ich als verächtlich empfinde, und diese Empfindung ist es, nach der ich zuerst bei jedermann suche – irgendeine Narrheit überredet mich immer wieder, jeder Mensch habe diese Empfindung, als Mensch. Es ist meine Art von Ungerechtigkeit.

Nietzsche .. Die fröhliche Wissenschaft




Timberlake
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Fr 26. Jun 2026, 14:36

Nur das wir uns da nicht missverstehen.

Auch wenn du diese Frage nicht beantwortest und so ganz anderer Meinung bist, so bin ich dir dennoch überaus dankbar für diesen Dialog.

Bild

Hat er mich doch, in diesem Sinne, zu Einsichten verholfen, auf die ich sonst nicht gekommen wäre. Um mich zugleich daran zu erinnern, wiedermal auf meinen Weg, hin zum Arendsee, bei der Bockwindmühle in Zierau vorbeizuschauen, wo sich diese Tafel befindet.




Dynamis
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Fr 26. Jun 2026, 15:21

Halten wir das mal fest:

Vorhin schreibst du:
Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 11:46
.. hier steht tatsächlich, wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit.

Nur würde ich meinen, dass Nietzsche auch dieses uns aus einer Perspektive gewählt hat, die ihn selbst davon ausnimmt.
Und nun schreibst du:
Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 13:20

.. und wenn wir uns andrerseits gegen eine Eitelkeit wehren, so bezieht sich damit Nietzsche tatsächlich auch auf sich und seinesgleichen.
Da ist schon ein Widerspruch in deiner Argumentation. Erst unterstellst du dem Nietzsche, dass er sich "selbst davon ausnimmt", und dann unterstellst du dem Nietzsche, dass er sich "tatsächlich auch auf sich und seinesgleichen" bezieht.

Auch deine diesbezügliche Erklärung vermag nicht den Widerspruch aufzulösen:
Timberlake hat geschrieben : .. nur wie gesagt, aus einer Perspektive, die ihn und seines gleichen von dieser Eitelkeit ausnimmt. Schließlich wehrt man sich gegen diese Eitelkeit.
Richtig, Nietzsche nimmt sich und seinesgleichen von dieser Eitelkeit aus. Vorhin hast du etwas anderes behauptet: Nämlich, "dass Nietzsche auch dieses uns aus einer Perspektive gewählt hat, die ihn selbst davon ausnimmt." In deiner vorherigen Behauptung ging es also nicht darum, dass Nietzsche sich selbst und seinesgleichen von dieser Eitelkeit ausnimmt. In deiner Behauptung ging es darum, dass Nietzsche dieses uns aus einer Perspektive gewählt hat, die ihn selbst davon ausnimmt. Deswegen ist deine Feststellung, die du jetzt machst, nicht dazu geeignet, um den Widerspruch verschwinden zu lassen.
Timberlake hat geschrieben : Womit ich dich deshalb nun mehr zu dritten mal Frage ...
Diese Frage habe ich bereits beantwortet:
Dynamis hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 19:44
Timberlake hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 19:09
In dem deiner Meinung nach, eine solche "einseitige Bevorzugung" nicht notwendig der Fall sein muss, würde ich allerdings davon ausgehen, dass bei dir damit eben jene Eitelkeit laut wird.
Guck noch mal genauer hin, was der Nietzsche so schreibt:

Er spricht von einer "Eitelkeit, die auch hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei."

Nun vertrete ich aber nicht die Position, dass der "Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei". Zur Erinnerung: Ich habe mich gerade in dieser Diskussion vorher von solchen naturalistischen Ansätzen distanziert:
Dynamis hat geschrieben :
Mi 24. Jun 2026, 09:38
Der Witz an der Kapitalismuskritik ist ja eben die Ersetzung einer naturalistischen oder moralinsauren Sichtweise durch die systemische Sichtweise.
Ich bin Systemkritiker und keiner, der behauptet, dass "der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei". Also trifft der Vorwurf der "Eitelkeit", den Nietzsche da formuliert, nicht auf mich zu.
Bei deiner Methode gibt es ein Problem:
Timberlake hat geschrieben : Indem ich mir solche Fragen selbst stelle, so ist das meine Methode, um in meinem Erkenntnisprozess weiterzukommen und nicht zu vergessen, im Hinblick, der von mir dazu selbst gelieferten Antworten, Nietzsche an dieser Stelle tatsächlich ernst zu nehmen.
Das Problem bei dieser Methode ist dabei, dass sie keine Methode hinsichtlich der Beantwortung dieser Fragen impliziert. Das heißt, man kann sich dann irgendwelche Antworten zu den selbst gestellten Fragen aus der Nase ziehen. Aber ob diese Antworten zu einer Einsicht führen, ist dann fraglich.
Timberlake hat geschrieben : Was ich allerdings bei dir bezweifeln würde, so wie du dich anscheinend davor zierst, eben diese Frage zu beantworten. Vermutlich wohl wissend, dass du dich damit zu "Nietzsches Seinesgleichen" machst. Natürlich eine wahrhaftige Antwort vorausgesetzt.
Ich habe die Frage doch bereits beantwortet.




Timberlake
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Fr 26. Jun 2026, 15:41

Mit Verlaub mir schwirrt bei all dem der Kopf. Vielleicht hast du ja recht. Um da Ordnung hereinzubringen, zumindest aus meiner, möglicherweise tatsächlich falschen Warte, versuche es mal mit Fragen, die auf Ja /Nein Antworten hinauslaufen.

Um mich bei dieser Gelegenheit tatsächlich bei dir zu entschuldigen.
Dynamis hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 15:21
Timberlake hat geschrieben : Womit ich dich deshalb nun mehr zu dritten mal Frage ...
Diese Frage habe ich bereits beantwortet:
Dynamis hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 19:44

Nun vertrete ich aber nicht die Position, dass der "Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei".
Bei dem, was du mir hier die ganze Zeit an Widersprüchen zu verdeutlichen versuchst, ist anscheinend bei mir tatsächlich diese Antwort in Vergessenheit geraten. Womit ich aber nun mehr mit diesen Fragen beginne ..


Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 13:20

  • "Wir haben umgelernt. Wir sind in allen Stücken bescheidner geworden. Wir leiten den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt. Er gilt uns als das stärkste Tier, weil er das listigste ist: eine Folge davon ist seine Geistigkeit. Wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit, die auch hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei.
    Nietzsche ... Der Antichrist
Wenn es hier heißt
  • "Wir haben umgelernt. Wir sind in allen Stücken bescheidner geworden. Wir leiten den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt"
.. so bezieht sich Nietzsche mit diesem wir auf sich selbst und seinesgleichen.

Bezieht sich Nietzsche mit diesem wir auf sich selbst und seinesgleichen?

Ja oder Nein




Timberlake
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Fr 26. Jun 2026, 16:12

Dynamis hat geschrieben :
Do 25. Jun 2026, 19:44

Nun vertrete ich aber nicht die Position, dass der "Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei".
Wo nun mehr feststeht, dass du nicht die Position vertrittst , dass der "Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei ..
  • "Wir haben umgelernt. Wir sind in allen Stücken bescheidner geworden. Wir leiten den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ab, wir haben ihn unter die Tiere zurückgestellt. Er gilt uns als das stärkste Tier, weil er das listigste ist: eine Folge davon ist seine Geistigkeit. Wir wehren uns andrerseits gegen eine Eitelkeit, die auch hier wieder laut werden möchte: wie als ob der Mensch die große Hinterabsicht der tierischen Entwicklung gewesen sei.
    Nietzsche ... Der Antichrist
Würdest du dich demzufolge auch zu jenen zählen, die umgelernt haben? Die in allen Stücken bescheidener geworden sind? Weil sie den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ableiten, sondern ihn unter die Tiere zurückgestellt haben? Wie es hier bei Nietzsche heißt!

Ja oder Nein


Dynamis hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 15:21

Timberlake hat geschrieben : Indem ich mir solche Fragen selbst stelle, so ist das meine Methode, um in meinem Erkenntnisprozess weiterzukommen und nicht zu vergessen, im Hinblick, der von mir dazu selbst gelieferten Antworten, Nietzsche an dieser Stelle tatsächlich ernst zu nehmen.
Das Problem bei dieser Methode ist dabei, dass sie keine Methode hinsichtlich der Beantwortung dieser Fragen impliziert. Das heißt, man kann sich dann irgendwelche Antworten zu den selbst gestellten Fragen aus der Nase ziehen. Aber ob diese Antworten zu einer Einsicht führen, ist dann fraglich.
Bei Fragen, die auf Ja oder Nein Antworten hinauslaufen, würde ich diese Möglichkeit , dass man sich irgendwelche Antworten zu den selbst gestellten Fragen aus der Nase zieht, doch als sehr eingeschränkt erachten .

Unter Bezugnahme dessen, was Newton angeblich zu seiner "Einsicht" einer "universellen Gravitation" geführt hat, dazu nur mal zum Vergleich ..

"Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?"

Ja oder Nein!




Dynamis
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Sa 27. Jun 2026, 13:07

Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 16:12

Würdest du dich demzufolge auch zu jenen zählen, die umgelernt haben? Die in allen Stücken bescheidener geworden sind? Weil sie den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ableiten, sondern ihn unter die Tiere zurückgestellt haben? Wie es hier bei Nietzsche heißt!

Ja oder Nein
Diese Frage hatte ich dir schon früher einmal beantwortet. Und zwar so, dass die Antwort Ja ist. Das hatte ich dir hier erklärt:
Dynamis hat geschrieben :
Sa 23. Mai 2026, 09:52
Timberlake hat geschrieben :
Sa 23. Mai 2026, 05:42
Dynamis hat geschrieben :
Di 28. Apr 2026, 16:50


Erste Kleinigkeit: Obwohl deine Formulierung nicht falsch ist, würde ich nicht von einem "Ziel des Raubtiers" sprechen. Der Mensch kann sich Ziele setzen, das Raubtier hat Instinkte.
.. und der Mensch hat, weil er sich Ziele setzen kann ..


»Die Welt ist meine Vorstellung:« – dies ist die Wahrheit, welche in Beziehung auf jedes lebende und erkennende Wesen gilt; wiewohl der Mensch allein sie in das reflektirte abstrakte Bewußtseyn bringen kann: und thut er dies wirklich; so ist die philosophische Besonnenheit bei ihm eingetreten.Es wird ihm dann deutlich und gewiß, daß er keine Sonne kennt und keine Erde; sondern immer nur ein Auge, das eine Sonne sieht, eine Hand, die eine Erde fühlt; daß die Welt, welche ihn umgiebt, nur als Vorstellung daist, d.h. durchweg nur in Beziehung auf ein Anderes, das Vorstellende, welches er selbst ist.
Schopenhauer .. Die Welt als Wille und Vorstellung
Der Unterschied zwischen menschlichen Tieren und nicht-menschlichen Tieren ist der, dass menschliche Tiere i.R. über eine Sprache verfügen. Mit philosophischer Besonnenheit im Sinne Schopenhauers hat das wenig zu tun. Eher damit, dass uns Handlungsbeschreibungen zur Verfügung stehen. Handlungsbeschreibungen helfen dabei das eigene Handeln zu reflektieren und über Auswirkungen sowie Alternativen nachzudenken.
Timberlake hat geschrieben : .. oder auch, wenn bei ihm, wie hier von Schopenhauer beschrieben, philosophische Besonnenheit eingetreten ist, etwa keine Instinkte?
Menschen haben keine Instinkte, weil sie einen Willen haben. Sie können Sprache benutzen, um über Entscheidungen zu reflektieren, die folglich nicht mehr vom Willen bestimmt sind. Es ist aber durchaus möglich, dass der Wille in manchen Fällen instinktähnliche Formen annimmt, etwa wenn jemand in einer Panikreaktion vor dem Raubtier flieht. Deswegen gibt es zwischen menschlichen Willensäußerungen und instinktgesteuertem Verhalten ein Kontinuum. Es gibt also unzählige Zwischenstufen zwischen menschlichem Willen und triebhaft gesteuertem Verhalten. Auch Tiere sind zu zielgerichtetem Verhalten in der Lage, nur dass sie sich ihre Ziele nicht selber setzen. Du hast ja schon selbst gemerkt, dass nicht-menschliche Tiere von Natur aus nicht dazu neigen ihr Verhalten im Lichte von Handlungsbeschreibungen zu reflektieren:
Timberlake hat geschrieben : So wie sich das Raubtier , von Hause aus, damit ganz sicher nicht aufhält.
Ja, eben.
Die entscheidenden Stelle habe ich zu deiner Kenntnisnahme rot markiert. Bitte nehme zur Kenntnis, dass ich von "menschlichen Tieren und nicht-menschlichen Tieren" gesprochen habe. Ich habe damit Menschen als Tiere bezeichnet und insbesondere den Menschen "unter die Tiere zurückgestellt". Bitte nimm auch zur Kenntnis, dass ich den Unterschied zwischen Mensch und anderen Tieren nicht vom "Geist" oder von der "Gottheit", sondern von der Sprache ableite. Das steht da ganz explizit, daher auch rot markiert.
Timberlake hat geschrieben : Bei Fragen, die auf Ja oder Nein Antworten hinauslaufen, würde ich diese Möglichkeit , dass man sich irgendwelche Antworten zu den selbst gestellten Fragen aus der Nase zieht, doch als sehr eingeschränkt erachten .

Unter Bezugnahme dessen, was Newton angeblich zu seiner "Einsicht" einer "universellen Gravitation" geführt hat, dazu nur mal zum Vergleich ..

"Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?"

Ja oder Nein!
Der Film "Passenger" endet damit, dass ein Baum auf dem Raumschiff gepflanzt wird. Der Apfel, der von diesem Baum fällt, fällt dann nicht in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt. Dementsprechend ist die Frage "Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?" mit nein zu beantworten.
Bildschirmfoto vom 2026-06-27 12-56-25.png
Bildschirmfoto vom 2026-06-27 12-56-25.png (645.85 KiB) 347 mal betrachtet
Viel wichtiger ist jedoch, dass in deiner Methode noch die Suche nach einer Begründung fehlt. Wenn man simple Ja-Nein-Fragen stellt und sie dann beantwortet, heißt das ja noch nicht, dass die Antworten dann begründet sind.

Warum braucht man überhaupt eine Begründung? Weil es sich sonst bei der Antwort nicht um eine Einsicht, sondern nur um eine bloße Meinung handelt.




Timberlake
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Sa 27. Jun 2026, 13:17

Dynamis hat geschrieben :
Sa 27. Jun 2026, 13:07
Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 16:12

Würdest du dich demzufolge auch zu jenen zählen, die umgelernt haben? Die in allen Stücken bescheidener geworden sind? Weil sie den Menschen nicht mehr vom »Geist«, von der »Gottheit« ableiten, sondern ihn unter die Tiere zurückgestellt haben? Wie es hier bei Nietzsche heißt!

Ja oder Nein
Diese Frage hatte ich dir schon früher einmal beantwortet. Und zwar so, dass die Antwort Ja ist. Das hatte ich dir hier erklärt:
Dynamis hat geschrieben :
Sa 23. Mai 2026, 09:52

[ ...]

Der Unterschied zwischen menschlichen Tieren und nicht-menschlichen Tieren ist der, dass menschliche Tiere i.R. über eine Sprache verfügen. Mit philosophischer Besonnenheit im Sinne Schopenhauers hat das wenig zu tun. Eher damit, dass uns Handlungsbeschreibungen zur Verfügung stehen. Handlungsbeschreibungen helfen dabei das eigene Handeln zu reflektieren und über Auswirkungen sowie Alternativen nachzudenken.

[ ...]
Die entscheidenden Stelle habe ich zu deiner Kenntnisnahme rot markiert. Bitte nehme zur Kenntnis, dass ich von "menschlichen Tieren und nicht-menschlichen Tieren" gesprochen habe. Ich habe damit Menschen als Tiere bezeichnet und insbesondere den Menschen "unter die Tiere zurückgestellt". Bitte nimm auch zur Kenntnis, dass ich den Unterschied zwischen Mensch und anderen Tieren nicht vom "Geist" oder von der "Gottheit", sondern von der Sprache ableite. Das steht da ganz explizit, daher auch rot markiert.
Wie dem auch sei, zumindest nehme ich nun mehr demzufolge diesbezüglich von dir ein klares "Ja" zur Kenntnis.




Timberlake
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Sa 27. Jun 2026, 13:45

Dynamis hat geschrieben :
Sa 27. Jun 2026, 13:07
Timberlake hat geschrieben : Bei Fragen, die auf Ja oder Nein Antworten hinauslaufen, würde ich diese Möglichkeit , dass man sich irgendwelche Antworten zu den selbst gestellten Fragen aus der Nase zieht, doch als sehr eingeschränkt erachten .

Unter Bezugnahme dessen, was Newton angeblich zu seiner "Einsicht" einer "universellen Gravitation" geführt hat, dazu nur mal zum Vergleich ..

"Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?"

Ja oder Nein!
Der Film "Passenger" endet damit, dass ein Baum auf dem Raumschiff gepflanzt wird. Der Apfel, der von diesem Baum fällt, fällt dann nicht in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt. Dementsprechend ist die Frage "Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?" mit nein zu beantworten.

Bildschirmfoto vom 2026-06-27 12-56-25.png

Was die Frage betrifft ..

"Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?"

.. so bitte allerdings ich dich zur Kenntnis zu nehmen, dass wenn ein Apfel von dem Baum in einem Raumschiff fällt, dieser dann ja wohl kaum, exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt fallen kann. Wie ich mich übrigens überhaupt frage, wie das gehen soll, in einem Raumschiff im Weltall. Wo doch dort Schwerelosigkeit herrscht. Es sei denn, es wird , in dem man das Raumschiff in Rotationen versetzt, eine künstliche Schwerkraft erzeugt. Danach sah es mir allerdings im Film "Passenger" meines Wissens nicht aus. Das mal nur so nebenbei.

Oder auch nicht ...
  • Wofür wir dankbar sein sollen. – Erst die Künstler, und namentlich die des Theaters, haben den Menschen Augen und Ohren eingesetzt, um das mit einigem Vergnügen zu hören und zu sehen, was jeder selber ist, selber erlebt, selber will; erst sie haben uns die Schätzung des Helden, der in jedem von allen diesen Alltagsmenschen verborgen ist, und die Kunst gelehrt, wie man sich selber als Held, aus der Ferne und gleichsam vereinfacht und verklärt ansehen könne – die Kunst, sich vor sich selber »in Szene zu setzen«. So allein kommen wir über einige niedrige Details an uns hinweg!
    Nietzsche ... Die fröhliche Wissenschaft

Wenn man denn im weitesten Sinne auch das, und zwar eine solche Fiktion, zu jenen " niedrigen Details an uns" zählt. Um die Helden , in dem Film "Passenger" , aus der Ferne und gleichsam vereinfacht und verklärt ansehen können, wie es hier bei Nietzsche heißt, braucht es diese Schwerelosigkeit in einem Raumschiff, in der Realität, jedenfalls tatsächlich nicht.




Dynamis
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Mo 29. Jun 2026, 18:20

Timberlake hat geschrieben :
Sa 27. Jun 2026, 13:45
Dynamis hat geschrieben :
Sa 27. Jun 2026, 13:07
Timberlake hat geschrieben : Bei Fragen, die auf Ja oder Nein Antworten hinauslaufen, würde ich diese Möglichkeit , dass man sich irgendwelche Antworten zu den selbst gestellten Fragen aus der Nase zieht, doch als sehr eingeschränkt erachten .

Unter Bezugnahme dessen, was Newton angeblich zu seiner "Einsicht" einer "universellen Gravitation" geführt hat, dazu nur mal zum Vergleich ..

"Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?"

Ja oder Nein!
Der Film "Passenger" endet damit, dass ein Baum auf dem Raumschiff gepflanzt wird. Der Apfel, der von diesem Baum fällt, fällt dann nicht in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt. Dementsprechend ist die Frage "Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?" mit nein zu beantworten.

Bildschirmfoto vom 2026-06-27 12-56-25.png

Was die Frage betrifft ..

"Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?"

.. so bitte allerdings ich dich zur Kenntnis zu nehmen, dass wenn ein Apfel von dem Baum in einem Raumschiff fällt, dieser dann ja wohl kaum, exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt fallen kann.
Eben, deswegen hatte ich deine Frage "Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?" auch mit nein beantwortet. Ich habe eine Begründung gegeben: Theoretisch wäre es vorstellbar, dass auch auf einem Raumschiff wie in dem Film "Passengers" ein Apfelbaum gepflanzt wird. Wenn dort ein Apfel fällt, dann fällt dieser Baum klarerweise nicht "in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt", sondern eben in irgendeiner Linie, die durch die Kräfte des Raumschiffs bestimmt ist. Damit ist begründet, dass die Antwort auf deine Frage "nein" ist. Die Begründung erfolgte dadurch, dass ich ein Gegenbeispiel gebracht habe.

Nun hast du folgende Kritik geübt:
Timberlake hat geschrieben : Wie ich mich übrigens überhaupt frage, wie das gehen soll, in einem Raumschiff im Weltall. Wo doch dort Schwerelosigkeit herrscht.
Du hast also meine Begründung angezweifelt. Vielleicht sind die Bedingungen in einem Raumschiff ja gar nicht so, dass da ein Baum gepflanzt werden kann. Und wenn es technisch unmöglich ist in einem Raumschiff einen Baum zu pflanzen, dann ist mein vermeintliches Gegenbeispiel gar keines. Meine vermeintliche Begründung ist widerlegt. Genau dafür sind eben Begründungen da. Wir können sie nutzen, um zu überprüfen, ob die Antwort etwas taugt.

Nun wird in dem Science-Fiction-Film Passengers klar thematisiert, dass das Raumschiff einen Mechanismus zur Schwerkrafterzeugung hat. Da es sich bei diesem Film um eine pure Fiktion handelt, kann ich mich bei der Begründung freilich nicht alleine auf die Darstellung dieses Films verlassen. Um tiefer in die Diskussion einzusteigen, müsste ich mich mit den physikalischen Grundlagen der Schwerkrafterzeugung durch Zentrifugalkräfte o.ä. beschäftigen. An dieser Stelle erkläre ich diese Diskussion zu einem Nebenschauplatz, weil es mir um einen anderen Punkt geht:

Wenn du einfach nur simple-Ja-Nein-Fragen stellst und dir dazu irgendwelche Antworten aus der Nase ziehst, dann wirst du damit deinem Anspruch, ein treu ergebener Nietzsche-Jünger zu sein, nicht gerecht. Denn bei Nietzsche heißt es:
Friedrich Nietzsche hat geschrieben : Unterschätzen wir dies nicht: wir selbst, wir freien Geister, sind bereits eine „Umwerthung aller Werthe“, eine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung an alle alten Begriffe von „wahr“ und „unwahr“. Die werthvollsten Einsichten werden am spätesten gefunden; aber die werthvollsten Einsichten sind die Methoden. (§13, Antichrist, http://www.nietzschesource.org/#eKGWB/AC-13)
Was unterscheidet also die "werthvollsten Einsichten" von einer bloßen Meinung? Die Methoden!

Wenn du dir also eine Ja-Nein-Frage stellst, reicht es nicht aus, dass du dir willkürlich eine Antwort aus der Nase ziehst. Du brauchst eine Methode und musst die Gültigkeit dieser Antwort eben durch diese Methode begründen.

Du hast deine Methode nun folgendermaßen beschrieben:
Timberlake hat geschrieben :
Fr 26. Jun 2026, 13:20
Indem ich mir solche Fragen selbst stelle, so ist das meine Methode, um in meinem Erkenntnisprozess weiterzukommen und nicht zu vergessen, im Hinblick, der von mir dazu selbst gelieferten Antworten, Nietzsche an dieser Stelle tatsächlich ernst zu nehmen.
Von einem nietzscheanischen Standpunkt aus gesehen ist diese Methode jedoch noch mangelhaft, weil die methodische Begründung der von dir "selbst gelieferten Antworten" fehlt.




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Jörn P Budesheim
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Mo 29. Jun 2026, 19:06

Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?"

Ja oder Nein!
Ich würde vermuten, dass es nahezu nie der Fall ist. Ich schätze, in fast allen Fällen, kommt "irgendetwas dazwischen". Ein leichter Wind; der Apfel erhält beim Fallen eine leichte Seitenbewegung durch den Ast von dem er fiel; die Erde ist auch nicht perfekt geometrisch,; die Bewegung der Erde spielt wahrscheinlich auch eine Rolle und vieles andere mehr.

Ich schätze, man kann das auch verallgemeinern: Die Reinheit, in der uns Naturgesetze ("der Apfel fällt senkrecht zum Erdmittelpunkt") oft präsentiert werden, findet sich in unserer Lebenswelt nur selten.



Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“

Timberlake
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Mo 29. Jun 2026, 23:33

Dynamis hat geschrieben :
Mo 29. Jun 2026, 18:20

Wenn du einfach nur simple-Ja-Nein-Fragen stellst und dir dazu irgendwelche Antworten aus der Nase ziehst, dann wirst du damit deinem Anspruch, ein treu ergebener Nietzsche-Jünger zu sein, nicht gerecht. Denn bei Nietzsche heißt es:
Friedrich Nietzsche hat geschrieben : Unterschätzen wir dies nicht: wir selbst, wir freien Geister, sind bereits eine „Umwerthung aller Werthe“, eine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung an alle alten Begriffe von „wahr“ und „unwahr“. Die werthvollsten Einsichten werden am spätesten gefunden; aber die werthvollsten Einsichten sind die Methoden. (§13, Antichrist, http://www.nietzschesource.org/#eKGWB/AC-13)
Wir wollen doch bitteschön nicht vergessen, wem, im Zusammenhang mit den alten Begriffen von „wahr“ und „unwahr“, seine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung gilt ..
Friedrich Nietzsche hat geschrieben : Ich nehme ein Paar Skeptiker bei Seite, den anständigen Typus in der Geschichte der Philosophie: aber der Rest kennt die ersten Forderungen der intellektuellen Rechtschaffenheit nicht. Sie machen es allesammt wie die Weiblein, alle diese grossen Schwärmer und Wunderthiere, — sie halten die „schönen Gefühle“ bereits für Argumente, den „gehobenen Busen“ für einen Blasebalg der Gottheit, die Überzeugung für ein Kriterium der Wahrheit. Zuletzt hat noch Kant, in „deutscher“ Unschuld, diese Form der Corruption, diesen Mangel an intellektuellem Gewissen unter dem Begriff „praktische Vernunft“ zu verwissenschaftlichen versucht: er erfand eigens eine Vernunft dafür, in welchem Falle man sich nicht um die Vernunft zu kümmern habe, nämlich wenn die Moral, wenn die erhabne Forderung „du sollst“ laut wird. Erwägt man, dass fast bei allen Völkern der Philosoph nur die Weiterentwicklung des priesterlichen Typus ist, so überrascht dieses Erbstück des Priesters, die Falschmünzerei vor sich selbst, nicht mehr. Wenn man heilige Aufgaben hat, zum Beispiel die Menschen zu bessern, zu retten, zu erlösen, wenn man die Gottheit im Busen trägt, Mundstück jenseitiger Imperative ist, so steht man mit einer solchen Mission bereits ausserhalb aller bloss verstandesmässigen Werthungen, — selbst schon geheiligt durch eine solche Aufgabe, selbst schon der Typus einer höheren Ordnung!… Was geht einen Priester die Wissenschaft an! Er steht zu hoch dafür! — Und der Priester hat bisher geherrscht! Er bestimmte den Begriff „wahr“ und „unwahr“! (§ 12, Antichrist, http://www.nietzschesource.org/#eKGWB/AC-12 )

Wenn es dagegen bei mir heißt ..
Timberlake hat geschrieben : Bei Fragen, die auf Ja oder Nein Antworten hinauslaufen, würde ich diese Möglichkeit , dass man sich irgendwelche Antworten zu den selbst gestellten Fragen aus der Nase zieht, doch als sehr eingeschränkt erachten .

Unter Bezugnahme dessen, was Newton angeblich zu seiner "Einsicht" einer "universellen Gravitation" geführt hat, dazu nur mal zum Vergleich ..

"Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?"

Ja oder Nein!
.. so beziehe ich mich mit der Wissenschaft auf eben das, wofür der Priester zu hoch steht. Gleich wohl wir auch im Hinblick der Wissenschaft gelegentlich mit einer Falschmünzerei vor sich selbst, zu tun bekommen.



" nun nehmen wir mal an, lange vor unserer zeit, 500 millionen Jahre oder vor 160 millionen. Die Dinosaurier die hatten ja damals noch keine Physik. Aber die hatten auch schon zu leiden. Nämlich darunter zu leiden, dass es eine Schwerkraft gib. Gerade die großen pronto saurier und so weiter haben gemerkt, je schwerer sie werden, was sie für eine Arbeit sie verrichten müssen, um sich da wirklich lange vorwärtszubewegen. Die haben gemerkt, dass ihre Trägheitein ein Problem ist. Also die newtonsche Mechanik. Also das damit eine Kraft da ist, wenn einer Masse da ist . Die scheint also schon immer da gewesen zu sein sonst hätten sich die Dinge nicht so entwickelt. Schon der Lauf der Planeten ist ein Zeichen dafür , dass die Schwerkraft, diese ganz einfache fundamentale Kraft immer am Werk ist."

z.b, wenn man meint, das Star Trek oder auch, um auf dein Beispiel zurückzukommen ...
Dynamis hat geschrieben :
Sa 27. Jun 2026, 13:07
Der Film "Passenger" endet damit, dass ein Baum auf dem Raumschiff gepflanzt wird. Der Apfel, der von diesem Baum fällt, fällt dann nicht in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt. Dementsprechend ist die Frage "Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?" mit nein zu beantworten.
.. "Passenger" Wirklichkeit werden kann. Weil, es könnte ja sein, dass man irgwann etwas entdeckt, was solche Schwerkraftgeneratoren, die dazu notwendig sind, möglich macht.




Dynamis
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Di 30. Jun 2026, 11:59

Timberlake hat geschrieben :
Mo 29. Jun 2026, 23:33
Wir wollen doch bitteschön nicht vergessen, wem, im Zusammenhang mit den alten Begriffen von „wahr“ und „unwahr“, seine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung gilt ..
Bitte nimm dabei zur Kenntnis, was genau Nietzsche an den Priestern auszusetzen: "Er bestimmte den Begriff „wahr“ und „unwahr“!"

Nietzsche möchte also den Wahrheitsbegriff vernichten, den die Priester da in die Welt gesetzt haben. Dem setzt er seinen eigenen Wahrheitsbegriff entgegen. Das wird in §13 AC besonders deutlich: "eine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung an alle alten Begriffe von „wahr“ und „unwahr“." Und worin besteht diese "Kriegs- und Siegs-Erklärung"? Eben in seinem eigenen Wahrheitsbegriff: "Die werthvollsten Einsichten werden am spätesten gefunden; aber die werthvollsten Einsichten sind die Methoden."

Damit lehnt Nietzsche auch jegliche Wissenschaftsgläubigkeit ab. Wer sich einfach nur auf die Wissenschaft bezieht, aber keine Methode hat, der hat auch keine Einsichten.
Timberlake hat geschrieben : .. so beziehe ich mich mit der Wissenschaft auf eben das, wofür der Priester zu hoch steht. Gleich wohl wir auch im Hinblick der Wissenschaft gelegentlich mit einer Falschmünzerei vor sich selbst, zu tun bekommen.
Es gibt viele verschiedene Formen, wie man sich auf die Wissenschaft beziehen kann. Wenn du dich also einfach nur auf die Wissenschaft beziehst, ist das halt genau das, was Nietzsche ablehnt. Denn für ihn sind die werthvollsten Einsichten die Methoden. Folglich hätte er es nicht gerne gesehen, dass du dich ohne jede Methode auf die Wissenschaft beziehst. Nehmen wir nun an, du möchtest Nietzsche nachfolgen. Was könntest du nun tun, um dich in methodischer Weise auf die Wissenschaft zu beziehen?

Eine Methode könnte zum Beispiel sein, dass man sich eine Quellensammlung zulegt und systematisch die Informationen auswertet. Beispielsweise könnte man sich auf Leute wie Harald Lesch, Mai Thi Nguyen-Kim beziehen. Die nächste Frage wäre dann, welcher Methode man bei der Auswahl dieser Quellen folgt. Aus meiner Sicht gibt es da ein Problem, welches zu berücksichtigen ist: Viele Naturwissenschaftler haben das Problem, dass sie lediglich die rein naturwissenschaftliche Seite der Wirklichkeit in den Blick nehmen und dabei die gesellschaftliche und systemische Seite aus den Augen verlieren. Diese Problematik ist sehr schön in der Dokumentation "Das Gewicht der Welt" reflektiert, auch Wissenschaftler von "Scientist Rebellion" kritisieren diese Einseitigkeit und bemängeln:
Scientist Rebellion hat geschrieben : Fehlinformationskampagnen, vor allem seitens der Industrie für fossile Brennstoffe, und ein übertriebener Konservatismus in der Wissenschaftskommunikation haben es den Menschen jedoch viel zu lange schwer gemacht, das schiere Ausmaß des Problems zu erkennen.
Da ist also eine echte Herausforderung für eine methodische Reflexion: Wie stellt man bei der Auswahl der Quellen sicher, dass man a) Zugriff auf seriöse Informationen gewinnt, b) trotzdem skeptisch bleibt und sich von "Fehlinformationskampagnen" einerseits, "Konservatismus in der Wissenschaftskommunikation" andererseits distanziert?




Timberlake
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Di 30. Jun 2026, 14:35

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 29. Jun 2026, 19:06
Fällt der Apfel immer vom Baum, und zwar exakt in einer Linie senkrecht zum Erdmittelpunkt?"

Ja oder Nein!
Ich würde vermuten, dass es nahezu nie der Fall ist. Ich schätze, in fast allen Fällen, kommt "irgendetwas dazwischen". Ein leichter Wind; der Apfel erhält beim Fallen eine leichte Seitenbewegung durch den Ast von dem er fiel; die Erde ist auch nicht perfekt geometrisch,; die Bewegung der Erde spielt wahrscheinlich auch eine Rolle und vieles andere mehr.

Ich schätze, man kann das auch verallgemeinern: Die Reinheit, in der uns Naturgesetze ("der Apfel fällt senkrecht zum Erdmittelpunkt") oft präsentiert werden, findet sich in unserer Lebenswelt nur selten.
... und warum findet in unsere Lebenswelt diese Reinheit nicht statt?
Friedrich Nietzsche hat geschrieben : Unterschätzen wir dies nicht: wir selbst, wir freien Geister, sind bereits eine „Umwerthung aller Werthe“, eine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung an alle alten Begriffe von „wahr“ und „unwahr“. Die werthvollsten Einsichten werden am spätesten gefunden; aber die werthvollsten Einsichten sind die Methoden. (§13, Antichrist, http://www.nietzschesource.org/#eKGWB/AC-13)
.. weil diese Methoden sich in offenen Systemen abspielen.

Um dazu auf Nietzsches „Umwerthung aller Werthe“ zurückzukommen...
  • "Bei allem Werte, der dem Wahren, dem Wahrhaftigen, dem Selbstlosen zukommen mag: es wäre möglich, daß dem Scheine, dem Willen zur Täuschung, dem Eigennutz und der Begierde ein für alles Leben höherer und grundsätzlicherer Wert zugeschrieben werden müßte. Es wäre sogar noch möglich, daß was den Wert jener guten und verehrten Dinge ausmacht, gerade darin bestünde, mit jenen schlimmen, scheinbar entgegengesetzten Dingen auf verfängliche Weise verwandt, verknüpft, verhäkelt, vielleicht gar wesensgleich zu sein. Vielleicht! – Aber wer ist willens, sich um solche gefährliche Vielleichts zu kümmern! Man muß dazu schon die Ankunft einer neuen Gattung von Philosophen abwarten, solcher, die irgendwelchen andern, umgekehrten Geschmack und Hang haben als die bisherigen – Philosophen des gefährlichen Vielleicht in jedem Verstande. – Und allen Ernstes gesprochen: ich sehe solche neue Philosophen heraufkommen."
    Nietzsche ... Jenseits von Gut und Böse
So spielt sich auch das Selbstlose in offenen Systemen ab. Wir es also in unserer Lebenswelt auch im Hinblick dessen, mit etwas zu tun haben, was nicht rein vorkommt.
Dynamis hat geschrieben :
Di 30. Jun 2026, 11:59
Timberlake hat geschrieben :
Mo 29. Jun 2026, 23:33
Wir wollen doch bitteschön nicht vergessen, wem, im Zusammenhang mit den alten Begriffen von „wahr“ und „unwahr“, seine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung gilt ..
Bitte nimm dabei zur Kenntnis, was genau Nietzsche an den Priestern auszusetzen: "Er bestimmte den Begriff „wahr“ und „unwahr“!"

Nietzsche möchte also den Wahrheitsbegriff vernichten, den die Priester da in die Welt gesetzt haben. Dem setzt er seinen eigenen Wahrheitsbegriff entgegen. Das wird in §13 AC besonders deutlich: "eine leibhafte Kriegs- und Siegs-Erklärung an alle alten Begriffe von „wahr“ und „unwahr“." Und worin besteht diese "Kriegs- und Siegs-Erklärung"? Eben in seinem eigenen Wahrheitsbegriff: "Die werthvollsten Einsichten werden am spätesten gefunden; aber die werthvollsten Einsichten sind die Methoden."

Nietzsche also diesen Wahrheitsbegriff vernichten möchte -- die Reinheit des Selbstlosen. Dem hat er mit der „Umwerthung aller Werthe" seinen eigenen Wahrheitsbegriff entgegengesetzt. So wie Jörn sein Wahrheitsbegriff gegenüber diejenigen, die meinen, dass ein Apfel stets senkrecht zum Erdmittelpunkt fällt.

Ich schätze, man kann das auch verallgemeinern: Die Reinheit, wovon auch immer, findet in unsere Lebenswelt nicht statt.

Auch nicht das Böse ..

"[Ich bin] ein Teil von jener Kraft,
Die stets das Böse will und stets das Gute schafft. ..."
Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Studierzimmer, Mephistopheles zu Faust
Zuletzt geändert von Timberlake am Di 30. Jun 2026, 15:26, insgesamt 6-mal geändert.




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