kʊnst und kʊlˈtuːɐ̯

Architektur, Malerei, Graphik, Design ...
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Jörn Budesheim
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Sa 19. Mär 2022, 08:06

... mein Hauptpunkt bei diesem kurzen Zitat liegt auf folgendem: der Naturwissenschaftler und Nobelpreisträger macht deutlich, dass man bei der Erforschung des Gehirns, wie er sich ausdrückt, kaum über die ersten Schritte hinausgekommen ist. Er schätzt, dass es mindestens das ganze 21 Jahrhundert brauchen wird, um befriedigende Antworten zu finden. Und zudem setzt er auf Teamwork: Geisteswissenschaften, Informatik, Kunst und Philosophie stehen dabei nicht außen vor.




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Burkart
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Sa 19. Mär 2022, 09:46

Das Teamwork gab es in Form von Graduierenkollegs auch schon vor gut 30 Jahren in der Uni, als ich mich beim Informatikstudium mit Künstlicher Intelligenz (KI) beschäfttigt habe.
Solche Zusammenarbeit ist sicherlich sinnvoll, auch damit die einzelnen Bereiche ihre Scheuklappen besser ablegen können.

Ja, das Gehirn wird vermutlich noch lange im Detail in Rätsel bleiben, weshalb der Zugang, die KI aufzubauen durch Nachbau vom Gehirn auch sehr schwierig ist.
Wie beim Flug, bei dem man nicht den Vogel [Gehirn], sondern nur das Fliegen [Intelligenz] nachmachen sollte, ist für mich deshalb auch der (zumindest erste, einfache) Weg der über Logik/symbolische Programme im Gegensatz zum neuronalen Ansatz. Leider scheint nur der letztere Ansatz modern zu sein und die KI deshalb nur so zäh voranzukommen...

So, nun bin ich erstmal gleich eine Woche weg in Urlaub und vermutlich offline, bis nächstes Wochenende!



Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.

[Allgemeine, starke KI wird kommen - die Frage ist nur, wann... und was man darunter genau versteht...]

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Jörn Budesheim
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Studie über den höheren, den tieferen und den mittleren Sinn.
(Frei nach Albrecht Dürer)

Study of the higher, the deeper and the middle sense.
(Freely adapted from Albrecht Dürer)




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Jörn Budesheim
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me

(Ceci n'est pas un autoportrait)

Als ich noch ein Schüler war, hatte ich einen Kunstlehrer namens Oswald Hiery. Der hatte einen roten Bart und rote Haare - und überhaupt sah er aus wie ein echter Künstler. Im Unterricht hat er uns beigebracht, wie man mit Hilfe eines Gitternetz' Dürer Zeichnungen kopiert.

Viel später habe ich von ihm in der modernen Galerie in Saarbrücken, wahrscheinlich in einer Präsentation saarländischer Künstler, eine große Arbeit von jedem gesehen, die mich sehr beeindruckt hat. Obwohl er eigentlich im Wesentlichen Bildhauer war, handelt es sich dabei um ein Gemälde. Dargestellt war einem Mann neben einem Stuhl. Ungefähr in lebensgröße, vielleicht etwas überlebensgroß.

Der Mann war einfach nur in roten Linien gezeichnet. Ziemlich reduziert. Ich weiß noch, dass es sehr klare und entschlossene Linien waren. Ich war zutiefst beeindruckt.

Als ich diese rote Zeichnung heute gemacht habe, musste ich noch mal daran denken. Die Zeichnung ist keineswegs ähnlich, aber ich glaube dennoch, dass dieser Eindruck damals auf mich so stark war, dass er immer mal wieder durchschlägt. Ich habe schon versucht, das Bild online zu finden, aber von Hiery findet man nur Skulpturen.




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Jörn Budesheim
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Das Märchen vom Hasen, der die Welt retten wollte
The fairy tale of the hare who wanted to save the world




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Jörn Budesheim
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"Der Maler und Bildhauer Ernst Alt schuf überwiegend Werke mit antik-mythischen, jüdisch-christlichen und religiös-sakralen Motiven, die ihm schon zu Lebzeiten bundesweite Beachtung eingebracht haben."

Der Einleitungstext stammt von diesem Video aus dem Jahr 1961 über ihn. Hier kann man es sich anschauen:

https://www.ardmediathek.de/video/sr-re ... 185OTIxMA/

Ernst Alt ist für mich eine Jugenderinnerung, da er sich als arrivierter Künstler sehr um mich "gekümmert" hat. Ich bin mir gar nicht sicher, ob sich nicht manches der Arbeit von Ernst Alt bei mir wieder findet - so weit auseinander die Bilder auch zu sein scheinen. In dem Film arbeitet er gerade an einem Ikarus, eine Figur, die ich auch wiederholt gezeichnet habe.

Für die Zeichnungen habe ich ein Standbild des Videos zum Vorbild genommen. Was mir dabei aufgefallen ist: ich habe mir Ernst Alt, als ich selbst noch jung war, niemals als jungen Mann vorgestellt. Und jetzt, wo ich selbst alt bin, sehe ich das erste mal Bilder von ihm als jungen, aufstrebenden Künstler.


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Ich weiß nicht, ob dieses Porträt ihm ähnelt. Ungefähr seit ich 16 oder 17 war, habe ich ihn eigentlich regelmäßig in seiner Wohnung/seinem Atelier in der Petersbergstraße in Saarbrücken besucht. Ich habe ihm auch gelegentlich Arbeiten von mir selbst gezeigt. Er hat viel erzählt insbesondere von seiner Liebe zu Rom, oft auch von den Künstlern der Renaissance. Das war für mich damals sehr aufregend und ich glaube auch etwas "exotisch". Aber der Raum, wo wir uns begegnet sind, war einer der Orte, wo klar war, dass Kunst etwas wichtiges ist.

Als ich Anfang der 80er Jahre Saarbrücken verlassen habe, um in Kassel Kunst zu studieren, hat er mir bei unserem Abschied gesagt, dass ich mich, wenn ich Kunst studiere, nicht so sehr von den Menschen entfernen solle. Ich habe in dem Moment überhaupt nicht begriffen, was er mir damit sagen wollte, aber ich habe es mir, wie man sieht, bis heute gemerkt :)




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