Burkart hat geschrieben : ↑ So 22. Feb 2026, 13:38
Philoxander hat geschrieben : ↑ So 22. Feb 2026, 10:21
Die Menschen akzeptieren keine "Intellektuelle Mission", die über ihre eigene Existenz hinausführt.
Was ist eine "Intellektuelle Mission"? Was ist "eigene Existenz"?
Magst du
dies mit eigenen Worten beschreiben?
Um einmal
dieseFragen anhand einer Intellektuelle Mission zu beantworten, wie sie sich vor meinem geistigen Auge, damals in der in DDR angespielt hat ..
3. Indoktrination und „sozialistische Umwälzung“
Im Alltagsleben der DDR-Bürger geriet die geistige Adaption der Ideologie des Marxismus-Leninismus, trotz intensiver Bemühungen in Bildungseinrichtungen, Medien und Massenorganisationen, vielfach nur zu gelangweilter, notgedrungener Pflichtübung, wenn sich auch noch nicht absehen läßt, ob die ständige Indoktrination nachhaltiger, als zunächst offensichtlich, das Denken beeinflußt und unbewußte Vorurteile gezüchtet hat. Gläubige Anhänger des Marxismus-Leninismus fanden sich nach gegenwärtigem Erkenntnisstandaußer bei den SED-Funktionären vor allem unter den Schriftstellern. Gemäß einem Bericht in der „Welt“ (vom 28. 5. 1994) stellte jüngst Joachim Walther fest, daß der hohe Prozentsatz von Stasi-Mitarbeitern unter Schriftstellern und Germanistik-Professoren in der DDR auf den „Glauben an die kommunistische Utopie“ zurückzuführen sei.
Roswitha Wisniewski .. Marxismus als Voraussetzung des politischen Systems der DDR
Was ist eine "Intellektuelle Mission"?
Eine "Intellektuelle Mission" wäre demnach die geistige Adaption einer Ideologie. In diesem Fall die Ideologie des Marxismus-Leninismus.
Was ist "eigene Existenz"?
Unter der Prämisse, dass die Menschen keine "Intellektuelle Mission" akzeptieren, die über ihre eigene Existenz hinausführt, wäre meiner Meinung die "eigene Existenz" die, wie man selbst mit einer "Intellektuelle Mission" umgeht. In diesem Fall, ob man die Ideologie des Marxismus-Leninismus nur gelangweilt als eine notgedrungene Pflichtübung ansieht oder als gläubige Anhänger des Marxismus-Leninismus an die kommunistische Utopie glaubt.
Was diesbezüglich mich selbst betrifft, so war ich
einerseits von dieser permaneten Rotbeleuchtung, wie es damals unter vorgehaltener Hand hieß , nicht nur bloß gelangweilt, ich war diesem dogmatischen , einfachen Wiederholen von ‚Formeln‘, mittlerweile aber auch sowas von überdrüssig ...
„‚Unsere Lehre ist kein Dogma, sondern eine Anleitung zum Handeln‘ – das betonen Marx und Engels ständig, wobei sie sich mit vollem Recht über das Einochsen und einfache Wiederholen von ‚Formeln‘ lustig machten, die bestenfalls nur geeignet sind, die allgemeinen Aufgaben vorzuzeichnen, die durch die konkrete ökonomische".Die Betrachtung des Dinges in seiner Geschichte ist notwendige Voraussetzung, um das Ding, wie es ist, wirklich zu erkennen, aber auch, um zu erkennen, wohin es sich entwickelt. Die Objektivität der Betrachtung ist ein Mittel gegen Illusionen, wie z. B. die der utopischen Sozialisten, über die Lenin sich lustig macht: „Die alten utopischen Sozialisten hatten die Vorstellung, man könnte den Sozialismus mit anderen Menschen aufbauen, sie könnten zuerst nette, blitzsaubere und vortrefflich geschulte Menschen erziehen und dann mit ihnen den Sozialismus aufbauen ... Wir wollen den Sozialismus mit den Menschen errichten, die der Kapitalismus erzogen, die er verdorben und demoralisiert, dafür aber auch zum Kampf gestählt hat.
Wolfgang Segeth: Materialistische Dialektik als Methode und Methodologie –
Was allerdings die materialistische Dialektik
andereseits als Methode und Methodologie betrifft, von dieser "Intellektuelle Mission" bin ich, bis auf den heutigen Tag, aber auch sowas von überzeugt. Dazu nur mal zur Info ..
Dialektischer Materialismus ...
https://ocw.mit.edu/courses/21g-412-adv ... 9_dial.pdf
Auf dem Begräbnis von Karl Marx sagte sein Freund Friedrich Engels
(Rede veröffentlicht in "Der Sozialdemokrat" Nr. 13 vom 22. März
1883):
"Wie Darwin das Gesetz der Entwicklung der organischen Natur, so
entdeckte Marx das Entwicklungsgesetz der menschlichen Geschichte:
Die bisher unter ideologischen Überwucherungen verdeckte einfache
Tatsache, dass die Menschen vor allen Dingen zuerst essen, trinken,
wohnen und sich kleiden müssen, ehe sie Politik, Wissenschaft, Kunst,
Religion usw. treiben können; dass also die Produktion der
unmittelbaren materiellen Lebensmittel und damit die jedesmalige
ökonomische Entwicklungsstufe eines Volkes oder eines Zeitabschnitts
die Grundlage bildet, aus der sich die Staatseinrichtungen, die
Rechtsanschauungen, die Kunst und selbst die religiösen Vorstellungen
der betreffenden Menschen entwickelt haben, und aus der sie daher auch
erklärt werden müssen - nicht, wie bisher geschehen, umgekehrt."
(MEW 19, S. 335 f.)
Der dialektische Materialismus bedient sich der hegelschen Dialektik, des geistigen Lehrers von Karl Marx. Diese geht davon aus, dass die Realität aus Widersprüchen besteht, welche zwangsläufig ihre eigene Veränderung sowie die Zukunft erzeugen und bestimmen. Nach dieser Theorie gerät der Geist mit sich selbst in Widerspruch und generiert so das Werden der objektiven Wirklichkeit. ...
Nach Marx ist der Mensch ein „Opfer“ seiner Bedürfnisse, und die Gesellschaft befindet sich in einer permanenten Auseinandersetzung mit der Natur, mit dem Ziel, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Dieser Kampf ist nur mit Hilfe einer bestimmten materiellen und wirtschaftlichen Basis möglich: der so genannten Infrastruktur oder dem Unterbau. Dieser von den materiellen Verhältnissen bestimmte „Unterbau“ bestimmt seinerseits den so genannten „Überbau“. Das ist das gesellschaftliche Bewusstsein der zu einem bestimmten Zeitpunkt dominierenden Klassen. Zum Überbau gehören das politische System, das Bildungswesen, die Sprache, das Rechtssystem, die Religion (Theologie), dieWissenschaften, die Künste."