Rechtspopulismus: Eine Bewegung von Narzissten

Dieser Teil des Forums befaßt sich mit politischen, sozialen und historischen Aspekten der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten.
Timberlake
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Mo 22. Jun 2026, 13:57

Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 10:25
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 08:15
Ich sehe hier keinen Widerspruch, sondern eher das Gegenteil. Das Recht des Stärkeren gilt, weil menschliche Beziehungen durch Verfügen ersetzt werden. Gewalt ist die Methode der Selbstjustiz gegen vermeintliche „Diebe“, die diesen Besitz bedrohen, also zum Beispiel: „unser Land, unser Blut, unsere Sprache, unsere Frauen, unsere Vormachtstellung (als Weiße), unsere Schnitzel, unsere Autos, unsere Sichtweisen …“ Wer etwas davon angreift oder „stehlen“ will, muss nach faschistischer Logik mit Gewalt daran gehindert werden – gewissermaßen in Notwehr. Es zählt allein das Recht des Stärkeren. Die Härte, von der von Redecker spricht, ist die Reaktion des Faschisten auf den eingebildeten Verlust dieser (Phantom-)Besitztümer.
Es geht hier ja nicht um tatsächlichen Besitz. Frau von Redecker spricht davon, dass im Faschismus "Regieren und auch menschliche Beziehungen durch Verfügen ersetzt werden sollen." Da wird also ein normativer Sollens-Anspruch formuliert. Es ist ein Unterschied, ob ich tatsächlich über etwas verfüge oder ob ich mir ein ideelles Eigentum vorstelle und mir einbilde, dass ich über diese Sache verfügen sollte, obwohl ich faktisch nicht darüber verfüge.
In dem ich darauf aufmerksam machen wollte , dass mir Jörn darin zuvorgekommen ist, wollte ich dich zunächst auch darauf aufmerksam machen, dass auch ich deshalb darin keinen Widerspruch sehe. Nur fiel mir aufgrund deines Beitrages, dann doch auf, dass wenn bei Jörn von „unser Land, unser Blut, unsere Sprache, unsere Frauen, unsere Vormachtstellung (als Weiße), unsere Schnitzel, unsere Autos, unsere Sichtweisen …“ die Rede ist, sich dies nur als ein ideelles Eigentum vorstellen lässt. So ,wie wenn man von Unterschied dazu von „meinen Land, meinem Blut, meiner Sprache, meiner Frauen, meiner Vormachtstellung (als Weißer), meinem Schnitzel, meinem Auto, meiner Sichtweise …“ spricht, tatsächlich über eine Sache verfügt.
RosiG2 hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 14:48
Rechtspopulismus: Eine Bewegung von Narzissten
von Andreas Püttmann


Kurze Zusammenfassung des Artikels

Der Politikwissenschaftler Andreas Püttmann vertritt die These, dass der Erfolg des Rechtspopulismus nicht allein durch politische Fehler der etablierten Parteien erklärt werden kann. Stattdessen sieht er eine tiefere kulturelle Entwicklung: einen zunehmenden gesellschaftlichen Narzissmus, bei dem individuelle Ansprüche, Selbstbezogenheit und das Gefühl, zu kurz zu kommen, stärker werden als Gemeinsinn, Verantwortung und demokratische Solidarität.
...
Da gibt es nur ein Problem!
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 11:55
Man denke an das berühmte Bild von Sigmar Polke aus dem Jahr 1969: „Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!“ Polke mag das vielleicht ironisch gemeint haben; ich neige dazu, es eher „wörtlich“ zu verstehen, wenn auch ohne höhere Wesen, Götter, Wahn oder Tollheit. Ich würde es eher unter dem Titel der Autonomie der Kunst verhandeln. Und wer weiß, vielleicht ist das keine Anrufung der Götter, sondern eine Anrufung der ästhetischen Vernunft.
Wenn man das berühmte Bild von Sigmar Polke aus dem Jahr 1969 eher darunter handelt. Also als ein Bid, bei dem die weiße Fläche des Bildes z.B. unser Land darsellt , und mein Land als die rechte obere Ecke schwarz gemalt, frage ich mich allerdings schon, ob sich zumindest diesbezüglich zwischen tatsächliches und ideelles Eigentum eine klare Trennlinie ziehen lässt.
Timberlake hat geschrieben :
Sa 20. Jun 2026, 14:21
Mich befahlen übrigens höhere Wesen "grau" zu malen, und zwar ausgehend von der rechte oberen Ecke "schwarz", hin zu der unteren Ecke "weiß", die Fläche dazwischen, in Abstufung dessen.
So das "mein" höheres Wesen, dass mir anstatt dessen befahl, die Fläche dazwischen, in Abstufung dessen grau zu malen, möglicherweise sehr viel mehr der Realität entspricht.
Warum Fuzzy-Logik? Eine kurze Geschichte

Die Ursprünge der Fuzzy-Logik reichen zurück bis in die 1960er Jahre. Entwickelt wurde sie von Lotfi Zadeh, einem Informatikprofessor an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Zadeh erkannte, dass die Welt nicht ausschließlich in Schwarz und Weiß, in wahr und falsch unterteilt ist. Es gibt eine riesige Grauzone dazwischen, die mit der traditionellen binären Logik nicht effektiv behandelt werden konnte.

Seine Idee war es, eine Art von Logik zu entwickeln, die diese Grauzonen akzeptiert und in der Lage ist, mit ihnen zu arbeiten. Das Ergebnis war die Fuzzy-Logik, die heute in vielen technischen Systemen wie Waschmaschinen, Kameras und sogar in der Finanzwelt Anwendung findet, um nur einige zu nennen. Die Fuzzy-Logik hilft, Entscheidungsfindungen unter Unsicherheit zu verbessern und komplexere Probleme zu lösen, als es mit traditioneller Logik möglich wäre.
Ein höheres Wesen, dass somit der Meinung war, auch im Hinblick des "Rechtspopulismus: Eine Bewegung von Narzissten" die Fuzzy-Logik anzuwenden. Demzufolge, wenn wir von einer Bewegung von Narzissten reden, wir es mir einer grauen Gemengelage zwischen mein und unser Land und somit einer grauen Gemengelage zwischen tatsächlichen und ideellen Eigentum zu tun haben. Wie dem auch sei, das Eine ist ohne das Andere wohl kaum vorstellbar. Zumindest für mich, dem von diesen höheren Wesen anscheinend auch die Hinwendung zum dialektischen Materialismus befohlen wurde ..
Gabler Wirtschaftslexikon

dialektischer Materialismus

Aus der Spannung der Gegensätze und ihrer gegenseitigen Durchdringung wird die Entwicklung zu Neuem und Höherem abgeleitet („Einheit und Kampf der Gegensätze”). Sie wachsen so lange sukzessive an, bis sich die materielle Realität an einem bestimmten Punkt abrupt und radikal verändert („Übergang der Quantität in Qualität”). Die neue Qualität ruft jedoch entsprechend der dialektischen Grundthese ihren eigenen Widerspruch hervor („Negation der Negation”).
Zuletzt geändert von Timberlake am Mo 22. Jun 2026, 14:52, insgesamt 10-mal geändert.




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Jörn P Budesheim
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Mo 22. Jun 2026, 14:27

Timberlake hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 13:57
ob sich zumindest diesbezüglich zwischen tatsächliches und ideelles Eigentum eine klare Trennlinie ziehen lässt.
Es gibt bei den fraglichen "Dingen" überhaupt kein Eigentum, weder ideell noch tatsächlich, sondern nur wahnhafte Eigentumsanmaßungen der Faschisten.



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Timberlake
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Mo 22. Jun 2026, 15:02

Wo wir schon mal dabei sind , also dem wahnhaften .

"Bedeutung des Wahnsinns in der Geschichte der Moralität. Wenn trotz jenem furchtbaren Druck der »Sittlichkeit der Sitte«, unter dem alle Gemeinwesen der Menschheit lebten, viele Jahrtausende lang vor unserer Zeitrechnung und in derselben im ganzen und großen fort bis auf den heutigen Tag (wir selber wohnen in der kleinen Welt der Ausnahmen und gleichsam in der bösen Zone): – wenn, sage ich, trotzdem neue und abweichende Gedanken, Wertschätzungen, Triebe immer wieder herausbrachen, so geschah dies unter einer schauderhaften Geleitschaft: fast überall ist es der Wahnsinn, welcher dem neuen Gedanken den Weg bahnt, welcher den Bann eines verehrten Brauches und Aberglaubens bricht. Begreift ihr es, weshalb es der Wahnsinn sein mußte?"
Nietzsche ... Morgenröte



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Die Nationalsozialisten missbrauchten traditionelle deutsche und preußische Tugenden wie Gehorsam, Pflichterfüllung, Disziplin und Treue, um die Gesellschaft zu militarisieren und in den Völkermord zu treiben. Die propagandistische Umdeutung dieser Werte forderte bedingungslose Unterordnung unter die totalitäre Ideologie des Regimes

Übersicht mit KI
Die Begriffe Ratten, Juden und Goebbels stehen in direktem Zusammenhang mit der systematischen und menschenverachtenden Propaganda des Nationalsozialismus. Joseph Goebbels, der als Minister für Volksaufklärung und Propaganda fungierte, nutzte Tiermetaphern, um Juden zu entmenschlichen und als Bedrohung darzustellen.

Historische Hintergründe und Zusammenhänge

  • Entmenschlichung durch Sprache: Goebbels und das NS-Regime diffamierten Juden in der NS-Presse und in Filmen gezielt als Schädlinge, Parasiten, Bazillen oder Ratten. Dies diente dazu, die Bevölkerung psychologisch auf die Entrechtung und den späteren Holocaust vorzubereiten.
  • "Der ewige Jude": Ein trauriger Höhepunkt dieser Propaganda ist der antisemitische Propagandafilm „Der ewige Jude“ aus dem Jahr 1940, der unter maßgeblichem Einfluss von Goebbels entstand. Darin wurden Aufnahmen von in der Kanalisation wuselnden Ratten direkt mit Bildern jüdischer Menschen (im Film als „Ostjuden“ bezeichnet) zusammengeschnitten
  • Das Ziel der Gleichsetzung: Durch solche Darstellungen wurde das antisemitische Narrativ konstruiert, Juden seien eine zerstörerische Kraft und würden das deutsche Volk wie Ungeziefer unterwandern




Übersicht mit KI
Die Unterstützung von US-Präsident Donald Trump durch evangelikale Christen ist einer der größten Widersprüche in der modernen US-Politik. Trotz Trumps oft öffentlich zur Schau gestelltem, ausschweifendem Lebenswandel, Affären und juristischer Skandale sehen viele Traditionalisten in ihm ein „auserwähltes Werkzeug“ Gottes zur Durchsetzung ihrer moralischen und gesellschaftlichen Ziele
tagesschau.de hat geschrieben :
US-Wahlkampf Trump spricht von "schlechten Genen" bei Migranten

Donald Trump stellt Einwanderer immer wieder pauschal als gefährlich dar und beleidigt sie. Seine neueste Aussage, kriminelle Migranten brächten schlechtes Erbgut in die USA, nennt das Weiße Haus "ekelhaft".

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat schwere Straftaten von Migranten mit deren Erbgut in Verbindung gebracht. Migranten, die in den USA einen Mord begangen hätten, hätten dies getan, weil es in ihren Genen liege, sagte der Ex-Präsident. Derzeit gebe es im Land "eine Menge schlechter Gene".
»Wie macht man sich wahnsinnig, wenn man es nicht ist und nicht wagt, es zu scheinen?«
Nietzsche ... Morgenröte






Weil meiner Meinung für sich selbst sprechend, lasse ich das mal unkommentiert so stehen. Diejenigen, die das das bezweifeln, mögen sich dazu folgende Frage beantworten ..


RosiG2 hat geschrieben :
Fr 5. Jun 2026, 14:50

**Kernsatz im TSM-Stil:**
Rechtspopulismus ist eine **Rückholspannung im gesellschaftlichen Tunnel**: Er zeigt an, dass Bindung, Sinn, Gemeinsinn und Rückkopplung gestört sind.
Würde danach der Rechtspopulismus tatsächlich anzeigen, dass Bindung, Sinn, Gemeinsinn und Rückkopplung gestört sind oder wäre demnach nicht das ganze Gegenteil der Fall?




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RosiG2
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Mo 22. Jun 2026, 17:09

Timberlake hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 15:02
...

Würde danach der Rechtspopulismus tatsächlich anzeigen, dass Bindung, Sinn, Gemeinsinn und Rückkopplung gestört sind oder wäre demnach nicht das ganze Gegenteil der Fall?
Wenn es um gedeihliche Betrachtungen für alle Menschen geht, ist nicht das Gegenteil der Fall.



Ich bin zwar weich, aber darin bin ich knallhart!

Dynamis
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Mo 22. Jun 2026, 18:08

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 11:23
Wofür argumentierst du? Ich kann es leider nicht wirklich erkennen. Ich habe argumentiert, dass die Behauptung von von Redeckers, dass die Faschisten „das Recht des Stärkeren“ durchsetzen wollen, in keinem Widerspruch zu ihren anderen Positionen zu den Faschisten steht. Im Gegenteil, es fügt sich perfekt ein. Argumentierst du dagegen? Oder machst du einfach weitere Einwände gegen von Redeckers Position? Ich seh's nicht. Ich verstehe nicht die Stoßrichtung deines Textes.
Ich gehe erst mal die von dir herausgegriffenen Textstellen durch und dann mache ich noch einmal klarer, was die Stoßrichtung meines Textes ist.
Jörn hat geschrieben : Du schreibst zum Beispiel: „Wenn einfach nur das Recht des Stärkeren gelten würde, dann gäbe es keine Diebe.“ Und? Von Redecker behauptet ja nicht, dass die Position der Faschisten in sich schlüssig ist. Es könnte sein, dass die Sicht der Faschisten logisch die Möglichkeit von „Dieben“ ausschließt. Und? Mag sein, mag nicht sein. Vielleicht ist die Position der Faschisten inkohärent. Aber warum sollte das ein Einwand gegen von Redecker sein?
Die Faschisten sind nicht die hellsten Leuchten. Deswegen vermute ich einmal sehr stark, dass die Position der Faschisten tatsächlich Widersprüche enthält. Aber ohne Nachweis ist das nur eine Spekulation. Kannst du auf die Stelle verweisen, wo von Redecker einen Widerspruch der Faschisten aufgedeckt hat? Wenn nein, dann ist es nicht weiterführend darüber zu spekulieren, wo der Widerspruch in der Position der Faschisten liegt.
Jörn hat geschrieben : Du schreibst zum Beispiel: „Es geht hier ja nicht um tatsächlichen Besitz.“ Natürlich nicht. Wie oft hat sie das betont? Deswegen spricht sie auch von Phantombesitz. Worauf zielst du?
"Phantombesitz" ist eine contradictio in adiecto. Bereits hier zeigt sich ein Widerspruch in der Position, die Frau von Redecker vertritt. In § 854 BGB heißt es "Der Besitz einer Sache wird durch die Erlangung der tatsächlichen Gewalt über die Sache erworben." Wenn man die tatsächliche Gewalt noch nicht erlangt hat, ist es halt kein Besitz. Man kann sich als Faschist natürlich wünschen, dass man Gewalt über die Sache erlangen möge, aber das ist dann erst einmal kein tatsächlicher Besitz, sondern ein ideelles Wunschdenken.
Jörn hat geschrieben : Du schreibst zum Beispiel: „Ein Eigentumsrecht, egal ob es sich um das imaginierte der Faschisten oder das staatlich etablierte handelt, wird nun einmal mit Gewalt durchgesetzt.“ Worum geht es dir hier? Es ist mir nicht klar. Es macht einen „gewissen“ Unterschied, ob der Staat das Menschenrecht auf Eigentum ggf. auch mit Gewalt sichert oder ob Faschisten menschenverachtenden Phantom-Besitz wie den angeblichen Besitz von „unserem Land, unserem Blut, unserer Sprache, unseren Frauen, unserer Vormachtstellung (als Weiße), unseren Schnitzeln, unseren Autos, unseren Sichtweisen …“ mit Gewalt durchsetzen wollen und damit viele Menschenrechte verletzen. Das Recht auf Eigentum ist auch nicht dasselbe wie eine völlig entfesselte, wahnhafte Eigentumslogik wie bei den Faschisten, die zum Beispiel Frauen im Prinzip zu Dingen und Eigentum macht.
Es gibt keinen Unterschied zwischen "sichern" und "durchsetzen". Wo gibt es dann die Unterschiede? a) Es gibt Unterschiede in der Machtposition. Die kapitalistische Eigentumslogik hat sich weltweit durchgesetzt, die faschistische Eigentumslogik gilt im Moment jedenfalls noch als verpönt. b) Die kapitalistische Eigentumslogik erkennt formale Gleichheit an, für die faschistische Eigentumslogik sind identitäre Merkmale (Zugehörigkeit zu Rasse, Volk und ähnlichen Konstrukten) ausschlaggebend. Da steht also ein unterschiedliches Menschenbild im Hintergrund. c) Die kapitalistische Eigentumslogik verstößt zumindest vordergründig nicht gegen die Menschenrechte. (Dass die Auswirkungen der kapitalistischen Eigentumslogik in einem kausalen Zusammenhang zum Ökozid stehen, soll aber auch nicht verschwiegen werden). Die faschistische Eigentumslogik gibt hingegen gibt sich keinerlei Mühe zumindest ein Lippenbekenntnis zu den Menschenrechten abzulegen.

Ich nehme auch zur Kenntnis, dass du geschrieben hast, dass der Staat "das Menschenrecht auf Eigentum" durchsetzen würde. Nun ist es aber so, dass die kapitalistische Eigentumslogik sich weltweit durchgesetzt hat. Mit Friedrich Merz ist hier in Deutschland ein ehemaliger Mitarbeiter von Black Rock deutscher Bundeskanzler. Und der zieht die fortgesetzte Implementierung der kapitalistischen Eigentumslogik kompromisslos und erbarmungslos durch. Genauso wie Leo XIV. die katholische Kirche verkörpert, verkörpert Friedrich Merz die kapitalistische Eigentumslogik. Und deswegen schreibe ich, dass unser Staat hier, der deutsche Staat, die kapitalistische Gewaltlogik mit Gewalt durchsetzt oder meinetwegen auch sichert. Und nein, damit ist auch keine fehlerhafte Gleichsetzung verbunden, wie sie der frisch gewählte Parteivorsitzende der Partei "Die Linke" Luigi Pantisano gemacht hat. Die kapitalistische Eigentumslogik funktioniert schon anders als die faschistische Eigentumslogik. Wenn ich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede hervorhebe, ist das ein Vergleich und keine Gleichsetzung.

Nun zur Stoßrichtung meines Textes: Frau von Redecker hat die Aussage gemacht "Der Faschismus definiert sich dadurch zu sagen: "Es soll das Recht des Stärkeren herrschen."" Meine Position, für die ich argumentiere, ist die, dass diese Aussage falsch ist. Frau von Redecker hat selbst bereits begründet, dass die Aussage "Der Faschismus definiert sich dadurch zu sagen: "Es soll das Recht des Stärkeren herrschen."" falsch ist. Dies hat sie getan, indem sie die Position vertritt, dass der Faschismus eine "entfesselte Eigentumslogik" vertritt. Also hat der Faschismus diese Eigentumslogik zum Inhalt und folglich eben nicht das Recht des Stärkeren.

Ich bin nicht dogmatisch auf diese Position fixiert. Wenn du gute Argumente dagegen nennst, ändere ich meine Ansicht.

Welche Argumente hast du bisher dagegen genannt und inwiefern sind diese Argumente überzeugend?
a) "Das Recht des Stärkeren gilt, weil menschliche Beziehungen durch Verfügen ersetzt werden."

Da geht es tatsächlich um Gewalt, aber eben um Verfügungsgewalt. Genau das ist die Funktion des Eigentums, sei es vom Staat etabliert, sei es bloß in den Wahnvorstellungen der Faschisten eingebildet, dass es diese Verfügungsgewalt durch einen Rechtsanspruch rechtfertigt. Da gibt es keinen Widerspruch zu dem, was ich gesagt habe.

b) "Gewalt ist die Methode der Selbstjustiz gegen vermeintliche „Diebe“, die diesen Besitz bedrohen, also zum Beispiel: „unser Land, unser Blut, unsere Sprache, unsere Frauen, unsere Vormachtstellung (als Weiße), unsere Schnitzel, unsere Autos, unsere Sichtweisen …“"

Über "Diebe" kann nur da sinnvoll gesprochen werden, wo es eine - sei es kapitalistische - sei es faschistische - Eigentumsordnung gibt. Wo nur das Recht des Stärkeren gilt, gibt es keine Diebe, da gibt es nur die Stärkeren, die eine Sache erfolgreich an sich reißen, und die Schwächeren, die darunter leiden müssen. Also bestätigt dein Argument hier eher meine Position.

Welche Argumente würden mich denn tatsächlich überzeugen, dass es keinen Unterschied zwischen der faschistischen Eigentumslogik und dem Recht des Stärkeren gibt?
Nun, eine philosophische Sichtweise, welche anerkannt, dass sowohl faschistische als auch kapitalistische Eigentumslogik mit Gewalt durchgesetzt werden, würde mich hier tatsächlich umstimmen. Eine solche Sichtweise würde offen anerkennen, dass Eigentumslogik und das Recht des Stärkeren gleichzusetzen sind. Das wäre aber eine andere Position als die, die meistens vertreten wird. Üblicherweise werden ja Rechtsansprüche auf Eigentum - obwohl sie mit Gewalt gesichert bzw. durchgesetzt werden - eben nicht auf das Recht des Stärkeren reduziert. Diese Abgrenzung zwischen dem Eigentumsrecht und dem Recht des Stärkeren wird im gängigen Sprachgebrauch ja gemacht. Und auf diese Konvention beziehe ich mich, wenn ich der Frau von Redecker einen Widerspruch vorwerfe.




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Jörn P Budesheim
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Mo 22. Jun 2026, 18:12

Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:08
Die Faschisten sind nicht die hellsten Leuchten. Deswegen vermute ich einmal sehr stark, dass die Position der Faschisten tatsächlich Widersprüche enthält. Aber ohne Nachweis ist das nur eine Spekulation. Kannst du auf die Stelle verweisen, wo von Redecker einen Widerspruch der Faschisten aufgedeckt hat? Wenn nein, dann ist es nicht weiterführend darüber zu spekulieren, wo der Widerspruch in der Position der Faschisten liegt.
Das hat überhaupt nichts (!) mit dem Absatz zu tun, den du zitiert hast!
Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:08
Ich nehme auch zur Kenntnis, dass du geschrieben hast, dass der Staat "das Menschenrecht auf Eigentum" durchsetzen würde.
Das kannst du gar nicht zur Kenntnis nehmen, weil ich es schlicht nicht geschrieben habe.
Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:08
Frau von Redecker hat die Aussage gemacht "Der Faschismus definiert sich dadurch zu sagen: "Es soll das Recht des Stärkeren herrschen."
Das sagt sie aber gar nicht.
Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:08
"Phantombesitz" ist eine contradictio in adiecto. Bereits hier zeigt sich ein Widerspruch in der Position, die Frau von Redecker vertritt. In § 854 BGB heißt es "Der Besitz einer Sache wird durch die Erlangung der tatsächlichen Gewalt über die Sache erworben."
Hä?? Soll das ein Scherz sein?



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Dynamis
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Mo 22. Jun 2026, 21:28

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:12
Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:08
Die Faschisten sind nicht die hellsten Leuchten. Deswegen vermute ich einmal sehr stark, dass die Position der Faschisten tatsächlich Widersprüche enthält. Aber ohne Nachweis ist das nur eine Spekulation. Kannst du auf die Stelle verweisen, wo von Redecker einen Widerspruch der Faschisten aufgedeckt hat? Wenn nein, dann ist es nicht weiterführend darüber zu spekulieren, wo der Widerspruch in der Position der Faschisten liegt.
Das hat überhaupt nichts (!) mit dem Absatz zu tun, den du zitiert hast!
Das ist falsch:

In deinem Absatz steht "Vielleicht ist die Position der Faschisten inkohärent." Dass die Position der Faschisten inkohärent sei, das ist eine Spekulation und die habe ich als solche benannt. Man kann mir höchstens vorwerfen, dass ich das Wort "inkohärent" zu weit ausgelegt habe. Tatsächlich aber ist "widersprüchlich" ein Teil der Bedeutung des Wortes "inkohärent". Andere Bedeutungen wären "uneinheitlich, planlos und unkoordiniert" (Quelle: DWDS) Ich wäre aber ebenfalls vorsichtig damit dem Faschismus Planlosigkeit und mangelnde Koordination zu unterstellen. In jedem Falle kann man mir gar nicht vorwerfen, dass das, was ich geschrieben habe, "überhaupt nichts" mit dem zitierten Absatz zu tun hat, höchstens dass ich das Wort "inkohärent" falsch ausgelegt habe.

Es kann nun natürlich sein, dass ich und der DWDS das Wort "inkohärent" völlig falsch verstehen. In diesem Falle würde ich dich um eine Erläuterung bitten, wie du das Wort "inkohärent" denn verwendest. Im Moment jedenfalls ist nicht erkennbar, wo der Widerspruch zwischen meiner Darstellung und dem, was du sagst, bestehen soll.
Jörn hat geschrieben :
Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:08
Ich nehme auch zur Kenntnis, dass du geschrieben hast, dass der Staat "das Menschenrecht auf Eigentum" durchsetzen würde.
Das kannst du gar nicht zur Kenntnis nehmen, weil ich es schlicht nicht geschrieben habe.
Du hast geschrieben: "ob der Staat das Menschenrecht auf Eigentum ggf. auch mit Gewalt sichert". Es kann schon sein, dass du einen Unterschied machst zwischen "sichern" und "durchsetzen", aber diesen Unterschied gibt es nun einmal nicht. Und das "ggf." habe ich noch gar nicht angesprochen. Natürlich ist die Gewaltanwendung des Staates zur Sicherung/Durchsetzung des Eigentumsrechts nicht optional, sondern notwendig, da sonst Sachen gestohlen werden. Man kann höchstens die gesellschaftlichen Ursachen beheben, die dazu führen, dass manche Menschen stehlen, aber im Moment jedenfalls passiert das nicht.
Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:08
Frau von Redecker hat die Aussage gemacht "Der Faschismus definiert sich dadurch zu sagen: "Es soll das Recht des Stärkeren herrschen."
Das sagt sie aber gar nicht.
Das ist schlicht falsch. Das sagt sie sehr wohl. Ich hänge ein Screenshot vom Transkript bei, da kannst du sehen, dass ich das wortwörtlich zitiert habe. Außerdem habe ich extra noch einmal nachgehört, für den Fall, dass das Transkript das Gespräch irgendwie falsch wiedergibt. Tut es aber an dieser Stelle nicht.
Bildschirmfoto vom 2026-06-22 20-58-50.png
Bildschirmfoto vom 2026-06-22 20-58-50.png (1.29 MiB) 489 mal betrachtet
Jörn hat geschrieben :
Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:08
"Phantombesitz" ist eine contradictio in adiecto. Bereits hier zeigt sich ein Widerspruch in der Position, die Frau von Redecker vertritt. In § 854 BGB heißt es "Der Besitz einer Sache wird durch die Erlangung der tatsächlichen Gewalt über die Sache erworben."
Hä?? Soll das ein Scherz sein?
Natürlich nicht. Frau von Redecker hat sich hier ungeschickt ausgedrückt. Die von dir gewählte Formulierung "Eigentumsanmaßungen" wäre hier präziser gewesen. Aber auch dann gilt: Wenn man etwas mit Eigentumsanmaßungen begründet, begründet man es eben nicht mit dem Recht des Stärkeren, sondern mit einer - imaginierten, wahnhaften, was auch immer - Eigentumslogik.




Timberlake
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Mo 22. Jun 2026, 21:38

RosiG2 hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 17:09
Timberlake hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 15:02
...

Würde danach der Rechtspopulismus tatsächlich anzeigen, dass Bindung, Sinn, Gemeinsinn und Rückkopplung gestört sind oder wäre demnach nicht das ganze Gegenteil der Fall?
Wenn es um gedeihliche Betrachtungen für alle Menschen geht, ist nicht das Gegenteil der Fall.



.. und eben deshalb stand damals in DDR auch für mich dieses Lied auf dem Lehrplan des Musikunterrichts. Nur um an dieser Stelle einmal darauf aufmerksam, wo das tatsächlich der Fall war. Zumindest für mich damals, auf Grundlage dessen, als Jungpionier. Nur bewirkt hat das herzlich wenig. Ganz im Gegenteil ..

Zuletzt geändert von Timberlake am Mo 22. Jun 2026, 22:04, insgesamt 5-mal geändert.




Dynamis
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Mo 22. Jun 2026, 21:40

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:12
Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 18:08
"Phantombesitz" ist eine contradictio in adiecto. Bereits hier zeigt sich ein Widerspruch in der Position, die Frau von Redecker vertritt. In § 854 BGB heißt es "Der Besitz einer Sache wird durch die Erlangung der tatsächlichen Gewalt über die Sache erworben."
Hä?? Soll das ein Scherz sein?
Ach so, jetzt fällt mir ein, warum du das für einen Scherz halten könntest. Natürlich ist es nicht so, dass ich leugne, dass von den Faschisten echte Brutalität ausgeht. Aber auch in diesem Falle halte ich die Bezeichnung "Phantom" für unangemessen. Die Brutalität der Faschisten ist leider kein Phantom, sondern real.




Dynamis
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Mo 22. Jun 2026, 21:42

Timberlake hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 13:57
Nur fiel mir aufgrund deines Beitrages, dann doch auf, dass wenn bei Jörn von „unser Land, unser Blut, unsere Sprache, unsere Frauen, unsere Vormachtstellung (als Weiße), unsere Schnitzel, unsere Autos, unsere Sichtweisen …“ die Rede ist, sich dies nur als ein ideelles Eigentum vorstellen lässt. So ,wie wenn man von Unterschied dazu von „meinen Land, meinem Blut, meiner Sprache, meiner Frauen, meiner Vormachtstellung (als Weißer), meinem Schnitzel, meinem Auto, meiner Sichtweise …“ spricht, tatsächlich über eine Sache verfügt.
Das hast du sehr gut erkannt!

Genau auf diesen Unterschied wollte ich hinaus. Und ob man das jetzt als "ideelles Eigentum" bezeichnet oder als "Eigentumsanmaßungen" ist mir für meinen Punkt gleichgültig.




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Jörn P Budesheim
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Mo 22. Jun 2026, 21:54

Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 21:28
Vielleicht ist die Position der Faschisten inkohärent."
Nein, das steht da nicht. Der Text-Ausschnitt kommt zwar in dem Absatz vor, aber ohne den Zusammenhang transportiert der Satz nicht, was dort steht.
Dynamis hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 21:28
Das ist schlicht falsch. Das sagt sie sehr wohl. Ich hänge ein Screenshot vom Transkript bei, da kannst du sehen, dass ich das wortwörtlich zitiert habe.
Dasselbe gilt hier ebenfalls. Du gibst sie einfach falsch wieder. Es ist witzlos, einen einzelnen Satz rauszupicken und ihn ohne seine Rolle im Zusammenhang der Theorie zu diskutieren.



Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“

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Jörn P Budesheim
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Di 23. Jun 2026, 08:42

Der Grundgedanke von Eva von Redecker aus meinem Verständnis in einer natürlich verkürzten und pointierten Darstellung:

Die „Zielgruppe“ hat reale Sorgen, etwa Einkommensrückgänge, Zukunftsängste und Ähnliches. Die faschistischen Akteure bieten ihr eine Narration an, die Identität stiftet: ein „Wir“ gegenüber einem „Ihr“, dem Abjekt. Diese Narration besteht, sehr verkürzt gesagt, darin, dass das „Ihr“ dem „Wir“ das „rechtmäßige“ „Eigentum“ wegnimmt: „unser Land, unser Blut, unsere Sprache, unsere Frauen, unsere Vormachtstellung (als Weiße), unsere Schnitzel, unsere Autos, unsere Sichtweisen …“ Woher kommt dieses „Recht“? Es ist das „Recht des Stärkeren“. Gewalt ist in diesem Narrativ die „letzte Instanz“. Es kann keine Berufung vor etwas anderem geben, sei es die Wahrheit, die Moral, das Menschliche. Der Zusammenhang zwischen Gewalt und „Phantombesitz“ ist unauflöslich.

In den Sternstunden wird das am Beispiel eines Plakats mit dem Slogan „We’ll have our home again“ erläutert. „Unser“ suggeriert dabei einen exklusiven Besitzanspruch der weißen, nicht-migrantischen Bevölkerung, der de facto jedoch nie bestand (so, wie es auch die weiße, nicht-migrantische Bevölkerung in der suggerierten „reinen Form“ nie gab). Diesen Scheinbesitz, der nur im Wahn existiert, nennt von Redecker Phantombesitz.

Das „Wir“ „verfügt“ über diesen Besitz und hat gemäß dem Narrativ auch das Recht, ihn mit Gewalt gegen die angeblichen Plünderer beziehungsweise Diebe zu verteidigen. Doch dabei bleibt es nicht. Das Abjekt (das Phantasma eines Gegners) muss vernichtet werden. Gewalt ist hier nicht mehr bloß Mittel zum Zweck, sondern wird gewissermaßen zum Selbstzweck, weil sie das Narrativ innerhalb seiner eigenen Logik bestätigt und beglaubigt: Sie „beweist“, dass das „Wir“ handlungsfähig und berechtigt ist.

Man setzt auf Gewalt, statt zum Beispiel auf Begründung. Gewalt ersetzt Geltung: Wer sich mit Gewalt durchsetzt, setzt zugleich die „Geltung“ seiner Ordnung. Wer sich durchsetzt, hat recht. Dieses Verfügen über etwas – über Dinge – tritt an die Stelle menschlicher Beziehungen: „Menschliche Beziehungen sollen durch Verfügen ersetzt werden“ (von Redecker in der Sternstunde).

Deshalb gibt es in der Analyse von Eva von Redecker einen intrinsischen Zusammenhang zwischen Gewalt und dem Besitznarrativ; beide Aspekte lassen sich nur zusammen verstehen. Die Analyse auf einen dieser Aspekte zu reduzieren, verfehlt sie.



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Jörn P Budesheim
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Ein Mann glaubt, ein rundes Quadrat zu sein. Eine Psychiaterin diagnostiziert: "Der Patient glaubt, ein rundes Quadrat zu sein." Ein Kritiker hält die Diagnose für falsch, weil der Ausdruck "rundes Quadrat" in sich widersprüchlich ist.



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Timberlake
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Di 23. Jun 2026, 14:41

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 11:48
Ein Mann glaubt, ein rundes Quadrat zu sein. Eine Psychiaterin diagnostiziert: "Der Patient glaubt, ein rundes Quadrat zu sein." Ein Kritiker hält die Diagnose für falsch, weil der Ausdruck "rundes Quadrat" in sich widersprüchlich ist.
Unter Bezugnahme auf auf den Rechtspopulismus und ...
RosiG2 hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 17:09
Timberlake hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 15:02
...

Würde danach der Rechtspopulismus tatsächlich anzeigen, dass Bindung, Sinn, Gemeinsinn und Rückkopplung gestört sind oder wäre demnach nicht das ganze Gegenteil der Fall?
Wenn es um gedeihliche Betrachtungen für alle Menschen geht, ist nicht das Gegenteil der Fall.
.. wenn es nachRosiG2 , um gedeihliche Betrachtungen für alle geht, setze ich für ..
  • "Ein Mann glaubt, ein rundes Quadrat zu sein. Eine Psychiaterin diagnostiziert: "Der Patient glaubt, ein rundes Quadrat zu sein." Ein Kritiker hält die Diagnose für falsch, weil der Ausdruck "rundes Quadrat" in sich widersprüchlich ist"
... einmal ein ...
  • Ein Rechtspopulist glaubt, dass es ihm um gedeihliche Betrachtungen für alle geht. Eine Psychiaterin diagnostiziert: "Der Patient glaubt, dass es ihm um gedeihliche Betrachtungen für alle geht." Ein Kritiker hält die Diagnose für falsch, weil der Ausdruck "ein Rechtspopulist geht es um gedeihliche Betrachtungen für alle " in sich widersprüchlich ist
Dazu unter Bezugnahme auf ..
Timberlake hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 21:38





.. und eben deshalb stand damals in DDR auch für mich dieses Lied auf dem Lehrplan des Musikunterrichts.


.. nur mal zum Vergleich ..
  • "Ein Linkspopulist glaubt, dass es ihm um gedeihliche Betrachtungen für alle geht. Eine Psychiaterin diagnostiziert: Der Patient glaubt, dass es ihm um gedeihliche Betrachtungen für alle geht. Ein Kritiker hält die Diagnose für falsch, weil der Ausdruck "ein Linkspopulist geht es um gedeihliche Betrachtungen für alle" in sich widersprüchlich ist.
Übersicht mit KI
Im Kommunistischen Manifest von 1848 bezeichnen Karl Marx und Friedrich Engels das Proletariat (die Arbeiterklasse) als den „Totengräber“ der Bourgeoisie
Die berühmte Textpassage lautet:
„Sie produziert vor allem ihren eigenen Totengräber. Ihr Untergang und der Sieg des Proletariats sind gleich unvermeidlich.“


Von daher würde der Ausdruck "ein Linkspopulist geht es um gedeihliche Betrachtungen für ALLE!" , übrigens tatsächlich in sich widersprüchlich sein. Allerdings für den Rechtspopulisten wiederum nicht. Wo hätte sich denn auch jemals ein Rechtspopulist als „Totengräber der Bourgeoisie" begriffen ? ....
zeit.de hat geschrieben : Rechtspopulismus: Wieso die politische Rechte gewinnt
Die politische Linke strebt dagegen eine stärkere Umverteilung von Reich zu Arm an. Sie führt keinen kulturellen, sondern einen sozioökonomischen Verteilungskampf, der auf einen stärkeren Sozialstaat abzielt. Sie betont die Befriedigung von Grundbedürfnissen als Grundlage von Gerechtigkeit, dabei geht es vielen primär um die Gleichheit gesellschaftlicher Gruppen. Die politische Rechte dagegen gibt vor, Leistung als Grundlage von Gerechtigkeit zu betonen, tatsächlich aber Besitzstandswahrung betreibt.
[...]
Donald Trump wäre in den USA ohne die Unterstützung vieler hochvermögender und einflussreicher Personen und Medien nicht so stark geworden. Und auch der AfD gelingt es in Deutschland immer mehr Unterstützung von Hochvermögenden und Unternehmern zu erhalten. All dies ist der politischen Linken nie gelungen, auch weil sie genau diese zu ihren politischen Gegnern erklärt hat.




Dynamis
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Di 23. Jun 2026, 16:01

Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Mo 22. Jun 2026, 21:54
Dasselbe gilt hier ebenfalls. Du gibst sie einfach falsch wieder. Es ist witzlos, einen einzelnen Satz rauszupicken und ihn ohne seine Rolle im Zusammenhang der Theorie zu diskutieren.
Wir können uns gerne noch den Zusammenhang angucken.

Der nächste Satz lautet (laut dem Transkript): "Dass Nick Fuentes einfach Witze über Hitler macht, zeigt, dass nichts etwas bedeutet, ausser der stumpfen Macht."

Da wird also dem Faschismus ein Nihilismus unterstellt. Und diese Unterstellung ist unbegründet. Dem Faschisten geht es schon um etwas, um komische Konstrukte wie "Rasse" oder "Volk", mit denen ich auch nichts anfangen kann, aber die für Faschisten nun einmal wichtig sind.
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 11:48
Ein Mann glaubt, ein rundes Quadrat zu sein. Eine Psychiaterin diagnostiziert: "Der Patient glaubt, ein rundes Quadrat zu sein." Ein Kritiker hält die Diagnose für falsch, weil der Ausdruck "rundes Quadrat" in sich widersprüchlich ist.
Solche Psychiater-Vergleiche sind methodisch fehlerhaft, weil sie von der Sache ablenken. Gucken wir uns lieber mal die Sache an. Der Ausdruck "Phantom-Besitz" ist auch deswegen fehlerhaft, weil die Gewalttätigkeit der ICE-Agenten ja keineswegs ein Phantom ist, sondern reale Gewalt.

Du schreibst:
Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 08:42
In den Sternstunden wird das am Beispiel eines Plakats mit dem Slogan „We’ll have our home again“ erläutert. „Unser“ suggeriert dabei einen exklusiven Besitzanspruch der weißen, nicht-migrantischen Bevölkerung, der de facto jedoch nie bestand (so, wie es auch die weiße, nicht-migrantische Bevölkerung in der suggerierten „reinen Form“ nie gab). Diesen Scheinbesitz, der nur im Wahn existiert, nennt von Redecker Phantombesitz.
Es ist halt nur solange "Scheinbesitz, der nur im Wahn existiert", bis es zu einer Besitzergreifung durch die Faschisten kommt. Das ist ja eine reale Bedrohung, die von Faschisten ausgeht, dass es zu einer Besitzergreifung des Staates durch eine faschistische Bewegung kommen kann. Dann ist es leider kein Wahn mehr, sondern Realität.

Wenn man die Sache verstehen will, kommt man nicht drum herum sich genau anzuschauen, was gesagt und getan wird.
Jörn hat geschrieben : Deshalb gibt es in der Analyse von Eva von Redecker einen intrinsischen Zusammenhang zwischen Gewalt und dem Besitznarrativ; beide Aspekte lassen sich nur zusammen verstehen. Die Analyse auf einen dieser Aspekte zu reduzieren, verfehlt sie.
Richtig und gerade deswegen kritisiere ich, dass Frau von Redecker an einer Stelle Faschismus auf das "Recht des Stärkeren" reduziert. Meine Kritik ist dadurch begründet, dass das Besitznarrativ bei den Faschisten in identitäre Konstruktionen wie der rassischen oder der völkischen Gemeinschaft eingebettet ist, also eben nicht nur in einem Narrativ wie "der Mensch ist dem Menschen ein Wolf" begründet ist. Gerade deswegen verfehlt die Analyse von Frau von Redecker an der von mir genannten Stelle den Zusammenhang, indem sie an dieser Stelle die Analyse auf den Gewaltaspekt reduziert.

Du musst mir ja in meiner Analyse nicht zustimmen. Dann würde ich mich freuen, wenn du mir meine Fehler nachweist. Wenn du bloß falsche Aussagen machst wie "du gibst das falsch wieder", dann hast du mir keine Fehler in meiner Analyse nachgewiesen.




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Timberlake hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 14:41
Ein Rechtspopulist glaubt, dass es ihm um gedeihliche Betrachtungen für alle geht. Eine Psychiaterin diagnostiziert: "Der Patient glaubt, dass es ihm um gedeihliche Betrachtungen für alle geht." Ein Kritiker hält die Diagnose für falsch, weil der Ausdruck "ein Rechtspopulist geht es um gedeihliche Betrachtungen für alle " in sich widersprüchlich ist
Wenn der Rechtspopulist nicht sagt, dass es ihm um gedeihliche Betrachtungen für alle geht, sondern lediglich an gedeihliche Betrachtungen für die eigene Nation interessiert ist, dann geht dein Beispiel an der Sache vorbei. Gerade deswegen kritisiere ich diesen Psychiatervergleich als methodisch fehlerhaft. Er lenkt von der Sache ab. Man muss schon an dem Rechtspopulisten selbst nachweisen, was sein Widerspruch ist.




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Jörn P Budesheim
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Dynamis hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 16:01
Solche Psychiater-Vergleiche sind methodisch fehlerhaft, weil sie von der Sache ablenken.
Das ist gar kein Psychiater-Vergleich.
Dynamis hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 16:01
Richtig und gerade deswegen kritisiere ich, dass Frau von Redecker an einer Stelle Faschismus auf das "Recht des Stärkeren" reduziert.
Das tut sie nicht. Nicht, wenn man ihre Äußerungen im Zusammenhang betrachtet. Solange du das nicht tust, ist deine Kritik an der Sache vorbei.
Dynamis hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 16:01
Wenn man die Sache verstehen will, kommt man nicht drum herum sich genau anzuschauen, was gesagt und getan wird.
Ich schlage vor, dass du das tust. Wenn du anfängst, wirklich über ihre Sicht zu sprechen, bin ich wieder dabei. Ansonsten habe ich kein Interesse.



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Timberlake
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Di 23. Jun 2026, 17:13

Dynamis hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 16:07
Timberlake hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 14:41
Ein Rechtspopulist glaubt, dass es ihm um gedeihliche Betrachtungen für alle geht. Eine Psychiaterin diagnostiziert: "Der Patient glaubt, dass es ihm um gedeihliche Betrachtungen für alle geht." Ein Kritiker hält die Diagnose für falsch, weil der Ausdruck "ein Rechtspopulist geht es um gedeihliche Betrachtungen für alle " in sich widersprüchlich ist
Wenn der Rechtspopulist nicht sagt, dass es ihm um gedeihliche Betrachtungen für alle geht, sondern lediglich an gedeihliche Betrachtungen für die eigene Nation interessiert ist, dann geht dein Beispiel an der Sache vorbei. Gerade deswegen kritisiere ich diesen Psychiatervergleich als methodisch fehlerhaft. Er lenkt von der Sache ab. Man muss schon an dem Rechtspopulisten selbst nachweisen, was sein Widerspruch ist.
Ich denke, wenn von Hause aus, ein solcher Widerspruch vorliegt, muss man das genauso wenig bzw. viel, wie das man erst bei einem Raubtier selbst nachweisen muss, was sein Widerspruch zur Beute ist.




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Jörn P Budesheim hat geschrieben :
Di 23. Jun 2026, 16:25
Das tut sie nicht. Nicht, wenn man ihre Äußerungen im Zusammenhang betrachtet. Solange du das nicht tust, ist deine Kritik an der Sache vorbei.
Ich betrachte ihre Äußerungen im Zusammenhang. Ich mache jetzt einfach mal damit weiter:

Kurz vor der Stelle, die ich von mir zitiert habe, sagt Frau von Redecker bezugnehmend auf totalitäre Phänomene wie Stalinismus:
von Redecker hat geschrieben : Den kann man überhaupt nur richtig betrauern und aufarbeiten vor dem Hintergrund der linken universalistischen Werte von Gleichheit und Freiheit und Brüderlichkeit. (Quelle: Transkript)
Der Zusammenhang zeigt also, dass es da um einen Links-Rechts-Vergleich geht. Dabei gelangt sie verkürzt zu folgender Feststellung, Die Linke haben Werte, die Faschisten nicht, bei denen zählt nur das Recht des Stärkeren. Warum ich diese Entgegensetzung für verkürzt halte, möchte ich noch an einem Beispiel verdeutlichen:
Thomas Wagner hat geschrieben : »Mir hingegen«, fährt Sellner fort, »geht es nicht um die Identität im Rahmen einer großen Ideologie, wie sie der darwinistische Nationalismus darstellt. Mir geht es um die konkrete Identität in ihrer ganzen Fehlerhaftigkeit und Zerbrechlichkeit.« (Quelle: Thomas Wagner, "Die Angstmacher - 1968 und die Neuen Rechten")
Wie es aussieht, hat also Martin Sellner von der rechtsextremen Identitären Bewegung schon Werte, nämlich "konkrete Identität" (ich habe keine Ahnung, was er damit meint). Aber das sind keine universalistischen Werte. Davon distanziert sich Sellner klar. Wenn man das auf einen Nihilismus reduziert, wie es Frau von Redecker an dieser Stelle fälschlicherweise tut, versteht man das Phänomen halt nicht.

Wie gesagt, wenn du mir nachweist, wo der Fehler bei meiner Analyse liegt, freue ich mich. Bisher hast du das nicht getan.




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Di 23. Jun 2026, 18:50

Den Nachweis habe ich heute morgen geführt.



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