Corona

Philosophie Chat: Hier wird geplaudert über Gott und die Welt.
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Jörn Budesheim
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Do 30. Apr 2020, 10:58

herbert clemens hat geschrieben :
Mi 29. Apr 2020, 11:21
Warum müssen die so gut wie ungefährdeten Kinder (und Eltern) leiden?"
Aus "so gut wie ungefährdeten Kinder" können jedoch gefährdende Kinder werden. Und gerade Kinder haben natürlich große Probleme die nötigen Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen, wenn sie noch klein sind, können sie es in der Regel gar nicht.



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Friederike
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Do 30. Apr 2020, 11:49

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Do 30. Apr 2020, 10:58
herbert clemens hat geschrieben :
Mi 29. Apr 2020, 11:21
Warum müssen die so gut wie ungefährdeten Kinder (und Eltern) leiden?"
Aus "so gut wie ungefährdeten Kinder" können jedoch gefährdende Kinder werden. Und gerade Kinder haben natürlich große Probleme die nötigen Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen, wenn sie noch klein sind, können sie es in der Regel gar nicht.
Daran habe ich auch eben gedacht. Ich spreche jetzt Dich @Herbert an. Wenn Du Maskierung und Abstände halten nicht für völlig unsinnige Maßnahmen hältst, dann ist Beides für die Kleinen nicht machbar. Wie willst Du das Problem lösen? Sie können andere Menschen anstecken und zur Verbreitung des Virus beitragen und ... ah, da fällt mir noch als Ergänzung zu meinem voranstehenden Beitrag ein, daß der grundlegende Ansatz aus meiner Sicht der richtige ist. Kein Mensch soll aufgrund seines Alters aussortiert (Triagen) werden müssen. Die Einwände (Patientenverfügung oder auch nicht, jedenfalls palliative Fürsorge) sind gewichtig, sie ändern aber nichts an dem Grundsatz der Gleichheit in Bezug auf die Lebensrettungschance.




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Friederike
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Do 30. Apr 2020, 12:23

herbert clemens hat geschrieben :
Mi 29. Apr 2020, 11:21
Völlig undurchsichtig, welche Maßnahmen adäquat sind: das strengere Bayern hat die meisten Infektionen. Warum?
Viel mehr, als daß die Vermeidung von persönlichen Kontakten der Verbreitung des Virus entgegenwirkt, wissen wir wohl nicht. :lol: (wer weiß, vielleicht stellt sich sogar das irgendwann rückblickend als Irrtum heraus). Graduelle Abstufungen der Maßnahmen in Beziehung zu Reproduktionsziffern zu stellen ... ich glaube, solche Feinarbeit ist im laufenden Betrieb nicht möglich (Geschichtsforscher können dies später vielleicht schon).




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Jörn Budesheim
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Do 30. Apr 2020, 13:33

Dass mehr Infektionen ggf. strengere Regeln bedeuten, ist seltsam? Wieso?



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Stefanie
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Do 30. Apr 2020, 13:44

Das" strenge" Bayern hat aus folgenden Gründen sehr hohe Infektionszahlen:
Nähe zu Italien und Tirol, und ein heftiger, regionaler Ausbruch, Grund: Ein Starkbierfest in der Oberpflalz (Tirschenreuth).
Deshalb hat Bayern die Schutzmaßnahmen so streng eingeführt, weil sie besonders betroffen waren und sind.

Und nicht umgekehrt, dass hohe Schutzmaßnahmen zu mehr Infektionen führen. Das ist unlogisch.



Nur Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
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Jörn Budesheim
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Do 30. Apr 2020, 14:04

Es ist sicher eine Plattitüde, dass Geist und Körper zusammen hängen. Ich für meinen Teil habe daran keinen Zweifel. Ein gesunder Körper und ein gesunder Geist sind sicher besser gerüstet gegen "Virenangriffe". Ratschläge gibt es dementsprechend viele: zur Ernährung, zu Sport und Bewegung, zu Spiel, zu sozialen Kontakten. Anders als Herbert es darstellt, sehe ich solche Tipps andauernd. Und das, obwohl ich mich tendenziell gegen Corona-News abschirme.

Keine Panik - das liest man sogar als Haupttipp auf den Plakaten der Apotheker. Ich hab keine Ahnung, ob es Untersuchungen dazu gibt, aber panische Menschen haben gewiss ein schwächeres Immunsystem. Auch wenn das Vertrauen darauf, dass die Krise bewältigt werden kann, unterminiert wird, stärkt man damit wohl kaum das Immunsystem, oder? Ob eine Dauerbestrahlung mit Informationen, dass die da oben, es nicht richtig machen, das Immunsystem stärkt? Ich kann's mir nicht vorstellen.

Aber am besten ist wohl ein starkes Immunsystem - das gar nichts zu tun bekommt mit dem Corona-Virus :-)



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Friederike
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Do 30. Apr 2020, 15:21

Stefanie hat geschrieben :
Do 30. Apr 2020, 13:44
Und nicht umgekehrt, dass hohe Schutzmaßnahmen zu mehr Infektionen führen. Das ist unlogisch.
Hohe Schutzvorkehrungen könnten zum Beispiel auch dazu führen, daß die Bevölkerung die Regelungen häufiger umgeht, weil die Regelungen keine breite Zustimmung finden. Das Ergebnis wären mehr Infektionen, weil die Umschiffung der Regeln am Ende weniger an Verhaltensveränderungen erbringt als gemäßigtere Maßnahmen. Ich will damit sagen, daß man mit der Logik so oder so nur teilweise vorankommt, wenn man nach Erklärungen sucht.




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Jörn Budesheim
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Do 30. Apr 2020, 17:02

Ich halte die Erklärung von Stefanie für etwas schlüssiger. Wie auch immer: Mit solchen Fragen, wie der von Herbert, kann man immer sehr schön alles mögliche andeuten, ohne sich "offiziell" festgelegt zu haben.

Ich sehe es so: Es gibt eine Pandemie, etwas, was ich in meinem Leben so noch nicht mitgemacht habe. Soweit ich es mitbekommen habe, sind die Einschränkungen, die wir auf uns nehmen müssen, im weltweiten Vergleich noch moderat. Und dennoch sind wir "the place to be" wie es heißt. Wenn das so stimmt, dann haben es unsere Krisenmanager geschafft mit vergleichsweise geringen Einschränkungen, eine der vergleichsweise besten Ergebnisse weltweit erreicht. Das spricht meines Erachtens keineswegs dafür, dass die Einschränkungen unverhältnismäßig waren und sind!



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Friederike
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Fr 1. Mai 2020, 17:27

Wenn ich in dieser Situation was zu bemeckern habe an den politischen Maßnahmen, dann überlege ich mir jedesmal, welche Maßnahmen ich denn treffen würde, könnte ich alleine -ganz herrschaftlich :lol: - darüber befinden. Das ist immer ein gute Vorgehensweise, um Klarheit im Kopf zu schaffen ... die ich sonst aber eher selten wähle. :mrgreen:

Oft realisiere ich die neue Wirklichkeit noch gar nicht richtig. Es ist etwas Unglaubwürdiges in dieser Realität. Ich merke es daran, daß ich mir selber die Geschichte des Einbrechens der Pandemie (in meine kleine Welt) erzähle. Damals am Do. X und dann kam der Sonntag Y, an dem und dann wurde offiziell der Ausnahmezustand erklärt und wie es auf einmal gespenstisch leer auf der Straße wurde usw.usf.




herbert clemens
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Mi 6. Mai 2020, 10:20

Leider habe ich keine Zeit eure Beitäge genauer zu beantworten, und behelfe mir wieder mit einem Ausschnitt aus einer Mail.(irgendwie fühle ich mich auch mit euch persönlich verbunden)

"morgens bin ich gesprächsbereiter.
In Ergänzung unseres Mailwechsel meine heutigen Überlegungen.

Bei den Hausarbeiten und beim Einkaufen, was ich zwischendurch achtsam erledigte, kamen doch immer wieder Gedanken hoch:
Dass ich das Glück habe, auf die Liebe (ein wenig zu pathetisch formuliert, auf den göttlichen Weltengrund) zu vertrauen und diese Liebe in meinen Gedanken, Gefühlen, Handlungsimpulsen und zu meinem natürlichen und sozialen Lebensraum lebendig zu machen.
Natürlich schiebt sich immer wieder mein kleines Alltags-Ich dazwischen
und ich handele egoistisch
und ich schäme mich
und ich schäme mich meiner Scham
...
Aber jetzt ist es so.
Ich bin voller Freude
und habe das Fenster geöffnet
die frische Luft
die Clematis, die roten Blüten der Rosskastanie,
das Zwitschern der Vögel,
...

Und ich freue mich auch darüber, mit meinen Gedanken im reinen zu sein
und sie (schrift-) sprachlich zum Ausdruck bringen zu können.

Wenn die Zeit reicht, beginne ich meine PC-Arbeit mit solchem “Inne-Sein”.

Dankbar bin ich, dass ich durch die Corona-Empfehlung “Kontakt nur zu einer Person” mehr zu persönlichen Gesprächen meist bei Spaziergängen gekommen bin.
Meine persönliche Regel am PC ist dementsprechend, dass ich zuerst auf den persönlichen Mailkontakt eingehe
und Facebook und ein philosophisches Forum manchmal gar nicht wahrgenommen werden.
Obwohl es da durchaus interessante Anregungen gibt.
Videos zu verfolgen, fällt mir schwer.
Wenn du Hinweise hast, versuche doch die Hauptaussage in einem Satz zusammenzufassen.
Meine Hauptinformationsquelle bleiben gedruckte Erzeugnisse, meine Zeitschriften
und die taz: allerdings ist bei der Mehrheit der Redakteure die unverarbeitete Angst vor der Sterblichkeit deutlich zu spüren
und die Diskussion geht um locker oder streng, statt um angemessen oder nicht adäquat.

Heute morgen habe ich vor dem Morgen-Kaffee ein wenig in der taz gestöbert.
(Ich weiß nicht, ob du die taz online aufrufen kannst?)
Titel: Länder machen sich mal locker
Z.B. Bayern: Kabinett beschließt die Öffnung der Hotels ab Ende Mai.
Ausgangspunkt der Virusausbreitung in Bayern waren gastronomische Veranstaltungen, Schwerpunkte in bestimmten Regionen, ...
Man reagiert mit allgemeinen Grenzschließungen und z.B. auch Schließungen von Kitas, Schulen, ...
Es ist nicht belegt, dass diese Schließungen irgendeinen Nutzen hatten.
Von Schweden ist bekannt, dass die geöffneten Kindergärten und Schulen nicht zur Verbreitung des Virus führten.
Dass viele Migranten und Alte dort starben, lag an anderen Fehlern.

Dann hatte ich noch einen Blick auf die Leserbriefseite. Sie sind manchmal ein interessantes Korrektiv der Artikel und Kommentare.
(Mein Brief wurde leider verschmäht)
Nur kurze Zitate: “Aber ist es nicht bedeutsamer, wie wir leben, nicht wie lange?...”
“Ist es empathisch, todgeweihte Schwerstkranke völlig zu isolieren, keinen Kontakt zu Angehörigen zuzulassen und an Maschinen einsam sterben zu lassen.?”

Bin schon PC-müde
und meine Seniorenarbeit ...
und Kochen
und ....
warten.."


Für Euch Philosophen noch einen Ausschnitt meines PC-Tagebuches:
3.5.20
tief durchatmend an den PC
Aus Fichte“Die Bestimmung des Menschen“
(A Tempo“ 5/20 S.47)
„Das,was sie Himmel nennen, liegt nicht jenseits des Grabes; es ist schon hier um unsere Natur verbreitet, und sein Licht geht in jedem reinen Herzen auf.“
Am Wochenende Begegnung mit den Enkelkindern nach 3 Monaten das erste Mal
besonders mit Jonah (jetzt 1;8?) nach kurzem
inniges Umarmen
strahlende Augen
der Himmel auf Erden




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Stefanie
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Mi 6. Mai 2020, 19:18

Laschet, NRW, übertreibt es meiner Meinung nach. Was jetzt alles wieder in NRW öffnen darf ist mir zu viel. Ja, ich will wieder ins Sportstudio, Theater und Oper auch toll, Gastronomie auch schön. Nur NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland, oft eng besiedelt, das ist ein erhöhtes Risiko. Nee, etwas langsamer wäre besser.



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Friederike
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Do 7. Mai 2020, 16:37

Stefanie hat geschrieben :
Mi 6. Mai 2020, 19:18
Laschet, NRW, übertreibt es meiner Meinung nach. Was jetzt alles wieder in NRW öffnen darf ist mir zu viel. Ja, ich will wieder ins Sportstudio, Theater und Oper auch toll, Gastronomie auch schön. Nur NRW ist das bevölkerungsreichste Bundesland, oft eng besiedelt, das ist ein erhöhtes Risiko. Nee, etwas langsamer wäre besser.
Mir wäre ein vorsichtigeres Vorgehen ebenfalls angenehmer. Auch was die Hamburger Entscheidungen angeht. Man wird doch erst in einer Woche feststellen können, was die vor einer Woche begonnenen sogenannten Lockerungen in Hinsicht auf die Erkrankungszahlen ergeben. Wenn man ungefähr 2 Wochen als Inkubationszeit ansetzt, dann muß man diese zeitliche Verzögerung meiner Meinung nach bei allen neuen Maßnahmen bzw. der Rückkehr zum vorhergehenden Leben berücksichtigen. Das tut man aber, so wie ich es sehe, nicht.




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Jörn Budesheim
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Do 7. Mai 2020, 16:58

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder fassen folgenden Beschluss:

Die exponentielle Anstieg der Infektionszahlen Anfang März in Deutschland hat deutlich gemacht, was für ein hohes Ansteckungspotenzial das SARS-Cov2-Virus hat.

Trotzdem ist es Deutschland in der Folge gelungen, durch einschneidende Beschränkungen die Zahl der täglichen Neuinfektionen wieder deutlich zu reduzieren.

Auch nachdem seit dem 20. April schrittweise erste Öffnungsmaßnahmen durchgeführt wurden, ist die Zahl der Neuinfektionen niedrig geblieben. Stand heute ist keine erneut einsetzende Infektionsdynamik erkennbar. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die Bürgerinnen und Bürger mit einem Höchstmaß an Eigenverantwortung das Kontaktverbot sowie die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten haben.

Deshalb gehen Bund und Länder heute einen erheblichen weiteren Öffnungsschritt, insbesondere um die Bildungschancen von jungen Menschen zu wahren, um den wirtschaftlichen Schaden, den das Eindämmen des Virus verursacht, weiter zu begrenzen und die freiheitseinschränkenden Maßnahmen für die Bürgerinnen und Bürger auf das unbedingt Notwendige zu begrenzen.

https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/ ... 20-1750988



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Friederike
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Do 7. Mai 2020, 17:02

Der Tierpark "Hagenbeck" hat wieder geöffnet und dazu habe ich mir gedacht, daß man Tierparks/Zoos wirklich nicht braucht. Diese Einrichtung könnte eine Erfindung aus der Kolonialzeit sein -allerdings spekuliere ich es nur- so wie man Menschen aus Afrika versklavt und vorgeführt hat, genau so hat man die Tiere von dort hierher gebracht.

Nur die Alten- bzw. besonders die Pflegeheimbewohner*innen leben nach wie vor isoliert. Ein Pflegeheim in einem Vorort erlaubt jetzt Angehörigenbesuche, nach Absprache, 20 Minuten !!!, unter Aufsicht einer Pflegekraft ... wenn das Risiko sooo stark reduziert ist, dann müßte sich das doch auch in den Regelungen der Pflegeheime zeigen.




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Friederike
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Do 7. Mai 2020, 17:45

Danke für den Redeabschnitt @Jörn. Ja, die Angemessenheit - was vor einer Woche war, das habe ich schon vergessen, aber am 20. April durften die kleinen Geschäfte wieder öffnen ... achso, vor einer Woche wurde die Mundschutzpflicht eingeführt.




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Stefanie
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Do 7. Mai 2020, 18:25

Friederike hat geschrieben :
Do 7. Mai 2020, 17:02


Nur die Alten- bzw. besonders die Pflegeheimbewohner*innen leben nach wie vor isoliert. Ein Pflegeheim in einem Vorort erlaubt jetzt Angehörigenbesuche, nach Absprache, 20 Minuten !!!, unter Aufsicht einer Pflegekraft ... wenn das Risiko sooo stark reduziert ist, dann müßte sich das doch auch in den Regelungen der Pflegeheime zeigen.
Die Gefahr bleibt bestehen, und jeder der von Außen kommt ist eine Gefahr. Es müssen die allgemeinen Regeln eingehalten werden, wie das Abstandsgebot. Was will man erstes tun bei einem Besuch...umarmen, Hand geben etc. Das geht eben nicht. Dafür gibt es die Aufsicht. Klingt hart, ist hart. Wenn es ein großes Heim ist, ist das ganze personell schwer zu stemmen, deshalb wahrscheinlich die 20 Minuten. Gut möglich, dass man jetzt erstmal schaut, wie läuft es, und dann nachsteuern.



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Friederike
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Fr 8. Mai 2020, 09:51

Stefanie hat geschrieben :
Do 7. Mai 2020, 18:25
Die Gefahr bleibt bestehen, und jeder der von Außen kommt ist eine Gefahr. Es müssen die allgemeinen Regeln eingehalten werden, wie das Abstandsgebot. Was will man erstes tun bei einem Besuch ... umarmen, Hand geben etc. Das geht eben nicht. Dafür gibt es die Aufsicht. Klingt hart, ist hart. Wenn es ein großes Heim ist, ist das ganze personell schwer zu stemmen, deshalb wahrscheinlich die 20 Minuten. Gut möglich, dass man jetzt erstmal schaut, wie läuft es, und dann nachsteuern.
Ja, das Zeitlimit wurde mit der Größe des Heimes erklärt. Trotzdem würde ich jetzt, im Unterschied zu den Wochen vorher, anders entscheiden. Das Risiko der Ansteckung durch "Auswärtige" ist deutlich geringer geworden. Wenn alle Beteiligten Handschuhe und Maske tragen, dann finde ich, daß man die Familien auch alleine lassen kann. Draußen oder drinnen. Frau Merkel hat mehrfach auf das hohe Verantwortungsbewußtsein, das die Bevölkerung gezeigt hat, hingewiesen (hat mir gefallen) und darauf, meine ich, könnte man sich auch in den Heimen verlassen bzw. darauf könnte man vertrauen. Das Setting mit Aufsicht, Zeitbegrenzung, langen Sitzabständen ... das ist Gefängnisszenario. Und wenn sich dann doch ein Bewohner/eine Bewohnerin trotz der Schutzvorkehrungen ansteckt, dann ist das eben so.




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Stefanie
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Fr 8. Mai 2020, 10:12

Die Entscheidung, "dann ist das so, dann habe ich mich angesteckt", ist eine Entscheidung, die Du für dich selber treffen kannst, aber nicht für andere Menschen.



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Fr 8. Mai 2020, 11:02

Stefanie hat geschrieben :
Fr 8. Mai 2020, 10:12
Die Entscheidung, "dann ist das so, dann habe ich mich angesteckt", ist eine Entscheidung, die Du für dich selber treffen kannst, aber nicht für andere Menschen.
Gut, dann lautet der Grundsatz: Wir müssen alles dafür tun, daß niemand von den Bewohnerinnen sich ansteckt. Und zugleich muß die Angemessenheit der Maßnahmen berücksichtigt werden, damit die Grundrechte der Menschen (Selbstbestimmung und Freiheit) nicht in unzulässiger Weise ausgehebelt werden.




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Jörn Budesheim
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Fr 8. Mai 2020, 11:20

Folgender Grundsatz gilt doch immer: Meine Freiheit endet da, wo deine anfängt.



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