Corona

Philosophie Chat: Hier wird geplaudert über Gott und die Welt.
sokrates_is_alive
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Fr 13. Nov 2020, 14:47

Friederike hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 10:27
Ja, tricky Idee von der Regierung - ob die Entscheidung so durchgeht und nicht wieder beklagt wird, wird man sehen. 8-)
"Tricky" bedeutet ja eigentlich "schwierig/ knifflig", aber meintest Du nicht eher so etwas in Richtung "schlitzohrig" - dann wäre es eher "rogue/ crafty idea". Ich bin mir aber gar nicht so sicher, ob die Regierung nicht tatsächlich davon überzeugt ist, das Richtige zu tun. Jetzt bleibt eigentlich nur noch Bayerisches Landesverfassungsgericht und wenn ich mir dessen bisherige Rechtsprechung anschaue, bin ich eher skeptisch. Aber das Motto der Schauspielerin und Theaterintendantin "Nicht nur jammern, sondern klagen" finde ich auch nicht verwerflich. Bei der Neufassung §28a Infektionsschutzgesetz des Bundes hingegen kann man in der Tat nur wenig Charmantes sagen, wenn man sich nicht mit dem alten lateinischen Spruch "Bei großen Dingen genügt es auch, sie gewollt zu haben" begnügen will.



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Friederike
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Fr 13. Nov 2020, 15:02

sokrates_is_alive hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 14:47
"Tricky" bedeutet ja eigentlich "schwierig/ knifflig", aber meintest Du nicht eher so etwas in Richtung "schlitzohrig" - dann wäre es eher "rogue/ crafty idea". Ich bin mir aber gar nicht so sicher, ob die Regierung nicht tatsächlich davon überzeugt ist, das Richtige zu tun. [...]
Ah ja, Danke für die Korrektur. "Schlitzohriges" schwebte mir vor. Ich denk' schon, daß die Regierung das Richtige zu tun meint, daß sie allerdings nach Art des Schachspielens vorgeht, vermute ich eher nicht (hm, obwohl sie sich sicher juristisch beraten läßt ... insofern vielleicht doch).




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Nauplios
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"Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche."

(Wiilhelm II. am 4. August 1914 vor dem Deutschen Reichstag)

:o




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NaWennDuMeinst
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Fr 13. Nov 2020, 15:09

sokrates_is_alive hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 14:47
Bei der Neufassung §28a Infektionsschutzgesetz des Bundes hingegen kann man in der Tat nur wenig Charmantes sagen, wenn man sich nicht mit dem alten lateinischen Spruch "Bei großen Dingen genügt es auch, sie gewollt zu haben" begnügen will.
Ist das denn schon die Endfassung die Du bewertest?
Ich dachte es ginge um einen ersten Entwurf zur Diskussion?



But I, being poor, have only my dreams; I have spread my dreams under your feet;
Tread softly because you tread on my dreams.
(William Butler Yeats)

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Fr 13. Nov 2020, 16:02

Nauplios hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 15:05
"Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche."

(Wiilhelm II. am 4. August 1914 vor dem Deutschen Reichstag)

:o
„I don't see blue or red states, but United States“
(Joe Biden, am 8 November 2020 in Wilmington)

An das Gemeinschaftsgefühl zu appellieren ist wohl nicht immer ein schlechtes Zeichen, oder?
Oder steht zu vermuten, dass mit Biden's Worten der nächste Weltkrieg vor der Tür steht?



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Stefanie
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Fr 13. Nov 2020, 16:56

War heute in verschiedenen Zeitungen....
Ich nehme mal den Tagesspiegel, die taz dürfte wohl nicht so gut ankommen.
https://www.tagesspiegel.de/wissen/rest ... 13738.html
Stanford-Forscher zeigen anhand von Mobiliätsdaten, wo in den USA die größten Infektionsherde sind. Demnach ist es durchaus sinnvoll, Restaurants zu schließen.
Ein Großteil der Coronavirus-Infektionen passiert einer US-Studie zufolge aller Wahrscheinlichkeit nach an sogenannten „Superspreader“-Orten wie Restaurants, Fitnessstudios und Cafés. Das zeigen Wissenschaftler von der Universität Stanford in Kalifornien anhand eines Computermodells, unter anderem auf Basis demografischer Daten, epidemiologischer Schätzungen und anonymer Handydaten, im Fachjournal „Nature“.
Ach doch ein Zitat aus der TAZ zu der Studio.
Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), bescheinigt der Studie, dass der „Ansatz wissenschaftlich gut, richtig und wichtig“ sei. Er betont: Überall dort, wo man unvorsichtiger wird, da hat dieses Risiko einfach eine größere Chance“, und das sei eben besonders dort der Fall, wo Menschen intensiv und ausgelassen beisammen seien. Er verweist auch auf eine britische Studie, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen Restaurants und ansteigenden Infektionszahlen herstellt.
https://taz.de/Studie-zu-Corona-in-der- ... /!5728258/
Ein Gericht hat eine Teil der bayerischen Verordnung wegen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz verworfen. Nun hatte der Verordnungsgeber zwei Möglichkeiten, entweder für alle zu öffnen oder für alle zu schließen. Er hat letzteres gemacht.

Vor Jahren hatte des Bundesverfassungsgericht die damals geltende Regelung zur Pendlerpauschale für verfassungswidrig erklärt. Der Gesetzgeber hatte nun zwei Möglichkeiten, entweder die Pendlerpauschale ganz abzuschaffen, was möglich ist, da es darauf keinen Anspruch gibt, oder die Regelung anzupassen im Sinne des Urteils. Er hat letzteres gemacht, zu viele potentielle Wähler zu vergraulen, wollte man doch nicht.



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Stefanie
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Fr 13. Nov 2020, 17:02

Seit dem die Infektionen wieder angefangen haben zu steigen, bin ich nicht im fittnesstudio gewesen, den Beitrag zahle ich weiter. Wer regelmässig dort hingeht kann sich den Beitrag leisten, und kann es sich auch leisten, weiterhin trotz Schließung den Beitrag zu zahlen. Die Mehrheit derjenigen, die jetzt kündigen, sind wahrscheinlich die karteileichen.



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Stefanie
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Fr 13. Nov 2020, 17:34

Jörn Budesheim hat geschrieben :
Do 12. Nov 2020, 05:21
Dabei sollten Sie doch alle Masken tragen :)
Ähm, ich lasse das mal einem nicht Rheinländer durchgehen, so gerade.
Köln selber ist in vielen Teilen keine schöne Stadt, typische Fehler des Wiederaufbaus. Es gibt den Satz, und ein schönes Lied dazu, der lautet "Köln ist ein Gefühl". Da ist was dran. Zu dem Gefühl und der Seele gehört auch mit einem großen Anteil, aber nicht nur, der Karneval. Trotz allem, was man als negativ ansehen muss. Dieses Kölner Gefühl des Karnevals erstreckt sich auf die ganze Region, bis kurz vor Düsseldorf und Aachen. Diejenigen, die außerhalb der großen Gesellschaften im Karneval aktiv sind, sind mit viel Herz dabei und stecken viel Geld da rein und Zeit.
Die Absage des Straßenkarnevals, es kann keinen geben, im kommenden Februar ist vor allem nicht gut fürs Gefühl und die Seele. Es wird etwas fehlen, was zusammenbringt. Das geht mittlerweile auch bei vielen ohne Alkohol.



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Nauplios
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Fr 13. Nov 2020, 18:17

NaWennDuMeinst hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 16:02
Nauplios hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 15:05
"Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche."

(Wiilhelm II. am 4. August 1914 vor dem Deutschen Reichstag)

:o
„I don't see blue or red states, but United States“
(Joe Biden, am 8 November 2020 in Wilmington)

An das Gemeinschaftsgefühl zu appellieren ist wohl nicht immer ein schlechtes Zeichen, oder?
Oder steht zu vermuten, dass mit Biden's Worten der nächste Weltkrieg vor der Tür steht?
Vereinigte Staaten sind etwas anderes als vereinigte Meinungen. - Es heißt ja nicht "I don't see republicans or democrats, but Americans."

In Amerika wird auch nicht der nächste Weltkrieg ideologisch vorbereitet, doch politische Beobachter scheuen vor Formulierungen wie "bürgerkriegsähnliche Zustände" seit geraumer Zeit nicht mehr zurück. Ich will mir diese Formel nicht zu eigen machen, dennoch bleibt der Befund eines zutiefst gespaltenen Landes. - In einer solchen Situation den Gedanken des Gemeinsinns hervorzuheben - die lateinische Rhetorik nannte das den sensus communis (die Übersetzung des aristotelischen koinè aísthesis) - ,daran tut Joe Biden gut. -

Wilhelm II hingegen bereitet mit seinen Balkonreden keiner Versöhnung einer gespaltenen Nation den Weg. Neunzehn Jahre später ist aus aus "Ich kenne keine Parteien mehr" geworden: "Ein Volk, ein Reich, ein Führer".

Der Gedanke des sensus communis ist in das hier schon erwähnte Böckenförde-Diktum eingegangen. Der säkulare Staat kann seine Voraussetzungen nicht selber herstellen. Dieser Gedanke des Gemeinsinns ist allerdings nicht beliebig belastbar. - Die Schließung von Fitness-studios, von Restaurants, von Bars ... mag wohl für die Bekämpfung der Pandemie gut sein; das will ich gar nicht in Abrede stellen. Mein Unbehagen setzt dort ein, wo man "das Gute" mit völliger Evidenz und unumstößlicher Gewißheit zu wissen meint, unabhängig von Geschichte und Kultur. Zu dem Guten und dem Bösen gesellen sich dann sehr schnell die Guten und die Bösen. Kleine Kinder sollte man nicht quälen, aber ein Lockdown ist nicht grundsätzlich gut in Zeiten der Pandemie. Darauf hat gestern Abend Julian Nida-Rümelin bei Markus Lanz hingewiesen. -

Im Interview mit der österreichischen Furche spricht Nida-Rümelin von "Irrationalitäten" und von "Politikversagen", in der Oldenburger Onlinezeitung ist im Hinblick auf das Verhältnis von Grundrechtseinschränkungen und Datenschutz davon die Rede, "daß wir in der ethischen Abwägung versagen. Das kann doch nicht sein." -

https://www.furche.at/politik/nida-ruem ... en-2730105

https://www.google.com/amp/s/www.oldenb ... 4.html/amp




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Nauplios
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Stefanie hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 17:34
Jörn Budesheim hat geschrieben :
Do 12. Nov 2020, 05:21
Dabei sollten Sie doch alle Masken tragen :)
"Köln ist ein Gefühl"

... Kölner Gefühl des Karnevals ...

Es wird etwas fehlen, was zusammenbringt.
Ausgerechnet ein Westfale wie ich, allerdings erfahrungsgesättigt mit dem Kölner Gefühl, kann das bestätigen. Es handelt sich dabei um die rheinländische Spezifikation des Gemeinsinns, ein sensus communis Coloniensis, der sich sogar in der Verschränkung des Kölschen mit dem Lateinischen zeigt. Exemplarisch:

Datis nepis potus Colonia

Wie gesagt:

Et situs vilate inisse tabernit

;)




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Nauplios
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Noch eine Prise Zuversicht:

Mein Heimatkreis, der Kreis Coesfeld, ist mit einer 7-Tage-Inzidenz von 53,5 der Klassenprimus in NRW.

Das liegt daran, daß es im gesamten Kreis keine Bars gibt. ;)




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Fr 13. Nov 2020, 19:32

Nauplios hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 18:17
Die Schließung von Fitness-studios, von Restaurants, von Bars ... mag wohl für die Bekämpfung der Pandemie gut sein; das will ich gar nicht in Abrede stellen. Mein Unbehagen setzt dort ein, wo man "das Gute" mit völliger Evidenz und unumstößlicher Gewißheit zu wissen meint, unabhängig von Geschichte und Kultur. Zu dem Guten und dem Bösen gesellen sich dann sehr schnell die Guten und die Bösen. Kleine Kinder sollte man nicht quälen, aber ein Lockdown ist nicht grundsätzlich gut in Zeiten der Pandemie. Darauf hat gestern Abend Julian Nida-Rümelin bei Markus Lanz hingewiesen. -
Ich kann Dir nicht so richtig folgen. Vor allem nicht dabei, wo bei dir die Begriffe "gut" und "böse" auf einmal herkommen.
Ich habe sie nie verwendet und auch nie so argumentiert.
Für mich stellt sich das Ganze so dar, dass man sich überlegen muss, was einem etwas wert ist und wie viel.
Will man diese Pandemie bekämpfen, weil sie Menschenleben kostet, oder will man das nicht?
Das ist die Frage. Und alles Andere ist für mich dann nur konsequente Anwendung.

So einfach ist das auf den ersten Blick.
Die Komplexität kommt da ins Spiel wo es um die Frage geht, was denn eigentlich der beste Weg ist, um das gesteckte Ziel zu erreichen.
Und dabei ist dann auch die Frage, wer hier der beste Ratgeber ist.
Du kannst Dich ja gerne von Barbesitzern beraten lassen, die haben bestimmt fundierte Fachkenntnisse beim Thema Pandemiebekämpfung, aber ich für meinen Teil bin da - unterwürfig und hörig wie ich nun mal bin - eher geneigt den Wissenschaftlern zuzuhören.
Aber auch unabhängig davon, also jenseits aller tiefgehenden Fachkenntnisse, kann glaube ich jeder mit einem Funken Verstand erkennen, dass ein Erreger, der sich durch zwischenmenschlichen Kontakt verbreitet am besten durch Kontaktvermeidung einzudämmen ist. Ob man dazu -um das zu verstehen - studiert haben muss, weiß ich jetzt nicht, aber ich glaube das kann man auch ohne das einsehen.
Und da kannst Du mich dann für einen arroganten Schnösel und Moralapostel halten der meint die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.... das ist mir egal.
Mir machst Du jedenfalls nicht vor, dass wir jetzt am dringendsten Leute brauchen, die ihr Recht auf freie Verbreitung des Virus einfordern.
Jedenfalls nicht, wenn die o.g. Prämisse, in Bezug auf das was uns von Wert ist, gilt.
Und da hilft es auch nicht weiter das Schreckgespenst vom totalitären Staat heraufzubeschwören. Der Staat muss die Möglichkeit haben Menschen, die andere Menschen vorsätzlich gefährden, in ihre Schranken zu weisen.
Ansonsten wäre der Staat in so einer Situation nämlich handlungsunfähig. Wer sich hier in seiner Freiheit beschränkt sieht, der soll ruhig klagen. Ich finde aber man darf auch hinterfragen, ob und wann das Sinn macht.


Achja:
Nauplios hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 18:17
Vereinigte Staaten sind etwas anderes als vereinigte Meinungen. - Es heißt ja nicht "I don't see republicans or democrats, but Americans."
Das ist richtig, aber nebensächlich. Denn der Grundgedanke (wir sind letztlich eine Gemeinschaft, egal wo wir politisch stehen oder welche Meinungen wir haben) ist der selbe.
Man könnte auch sagen: Wir sitzen im selben Corona-Boot.
Zuletzt geändert von NaWennDuMeinst am Fr 13. Nov 2020, 19:48, insgesamt 6-mal geändert.



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Nauplios
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Fr 13. Nov 2020, 19:36

Jawohl! ;)




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NaWennDuMeinst
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Fr 13. Nov 2020, 19:40

Nauplios hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 19:36
Jawohl! ;)
Da bist Du bei mir einfach an der falschen Adresse. Am besten Du triffst Dich in einer - von mir aus virtuellen Bar - und lässt dir dort von den vom totalitären Staat unterdrückten Barbesitzern nochmal genau erzählen wie sich das alles verhält mit so einer Pandemie. Die haben bestimmt interessante Theorien. Deshalb sind sie ja auch Barbesitzer und keine Wissenschaftler. Es geht ja schliesslich nichts über die Weisheit eines Kneipenwirts.
(das ist ja einfach nur lächerlich)



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Stefanie
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Fr 13. Nov 2020, 19:46

Eltern und Kindern ging es in der Zeit der, in der Schulen und Kindergärten zu waren, nicht gut, es geht ihnen jetzt aber auch nicht gut. Hinzukommt jetzt die Ungewissheit, fängt sich mein Kind das Virus ein, wann wird die Klasse in Quarantäne geschickt, wird die Schulde oder der Kindergarten geschlossen usw., rotierender Unterricht, oder doch nicht.
Beide Varianten waren und sind nicht gut.
Gibt es eine andere, bessere Lösung als eine der beiden Varianten?

Leider nicht.
Na doch, der Virus ist weg. Schöner Traum.

Hat Rümelin einen praktisch umsetzbaren Vorschlag, nach einer ethischen Abwägung?

Aus dem Zeitungsartikel oldenburger zeitung:
"Er kritisierte, dass auch acht Monate nach dem Ausbruch der Pandemie die Alten- und Pflegeheime sowie Krankenstationen nicht zuverlässig geschützt würden, obwohl die allein für „mehr als die Hälfte aller Todesfälle in Europa“ verantwortlich seien"

Diesen Satz, in allen Varianten von verschiedenen Fachleuten fast aller Disziplinen geäußert, kann ich mittlerweile nicht mehr hören und nicht mehr lesen.
Noch ein Satz aus dem Zeitungsartikel
"Wir haben mit Schnelltests, Sicherheitsschleusen und Masken unterdessen alle Voraussetzungen dafür, das präzise zu tun.“

Es präzise zu tun.... Sorry, aber das geht an der Realität vorbei. Als ob Schnelltests Die Lösung sind. Sicherheitsschleusen, .. wir reden von Wohnstätten, die das zu Hause von Menschen sind. Wer mitbekommen hat, wie Demenz Erkrankte oder Menschen mit geistiger Behinderung auf sowas reagieren, oder auf Menschen, die nur noch mit Masken um einen herrum sind, erkennt ja, es ist ein Schutz, aber sozial teuer erkauft.
Noch schlimmer ist das schließen, keiner rein, keiner raus.
Es ist wie die Wahl zwischen Pest oder Cholera.

Die corona warn App ist ausbaufähig, ohne Frage. Ich bin jedesmal froh, wenn sie mal wieder läuft. Einer meine Standardsprüche ist seit März, Datenschutz ist gerade nicht in, oder Corona schlägt Datenschutz. Das ist schon manchmal echt krass. Allein schon was manchmal abgefragt werden muss, um eine Situation beurteilen zu können. Manches will ich eigentlich nicht wissen.

Wir wollen aber auch nicht chinesische Verhältnisse, oder?



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Stefanie hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 19:46
Wir wollen aber auch nicht chinesische Verhältnisse, oder?
Wir haben auch keine "chinesischen Verhältnisse".. Ich verstehe gar nicht was dieser Vergleich immer soll.
Wer sich angesehen hat, was die Chinesen bei sich im Land mit ihren infizierten und nicht-infizierten Mitbürgern ab- und durchgezogen haben, der kann nicht ernsthaft behaupten, dass wir hier auf "chinesische Verhältnisse" zusteuern.
Ich vermute mal klagende Barbesitzer wären dort in irgend einem dunklen Loch verschwunden und die Bar hätte den Besitzer gewechselt.
So siehts aus.
Im Vergleich dazu läuft hier alles extrem freiheitlich ab. Mit freundlichen Appellen und rührseligen Bittgesuchen an das verehrte Volk..



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Stefanie hat geschrieben :
Fr 13. Nov 2020, 19:46

Wir wollen aber auch nicht chinesische Verhältnisse, oder?
Solange uns die Steine nicht ausgehen natürlich nicht. :o ;)




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Stefanie
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Fr 13. Nov 2020, 20:03

Na dann bleibt die warn App im wesentlichen so, wie sie jetzt ist. Sonst hätten wir chinesische Verhältnisse.



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Fr 13. Nov 2020, 20:05

Daß der Barbesitzer zu einem philosophisch adressierbaren Sozialtypus wird, daran erkennt man allemal, daß die Richtung stimmt. :lol:




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Fr 13. Nov 2020, 20:20

Ich verstehe gar nicht wieso die Leute mehr medizinisches Personal fordern.
Mehr Leichensäcke sollten sie fordern. Das stünde wenigsten im Einklang mit ihren sonstigen Forderungen.
Macht schon mal die LKW's klar, Freunde.

(Mit Barbesitzern zeigt man sich solidarisch. Mit dem medizinischen Personal, das die Suppe dann auslöffeln muss, nicht. Da wird dann ein bißchen geklatscht und dann hat sich das. Kann man ja auch verstehen. Wer verbringt schon jeden Abend auf der Intensivstation? Da ist die Kiezkneipe und ihr Besitzer einfach näher. )



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