Der gezeichnete Kreis ist ein physischer Gegenstand — ein abhängiges Objekt, das aus Tinte auf Papier besteht und eine Abstraktion physischer Welterfahrung darstellt. So wie dieser Text.@Pommesbude
Ist denn für dich dieser Vergleich eines Territoriums bzw. eines gezeichneten Kreises (physischen Gegenstand) mit einer Landkarte, wohlgemerkt des Territoriums bzw. mit der Idee eines Kreises, wohlgemerkt des gezeichneten Kreises (abstraktes Objekt) auch ein Kategorienfehler?
Für den Fall, dass es so wäre, so würde ich dich damit übrigens zu jenen zählen, die da in diesem Video angekettet sind. Das Gleiche träfe allerdings mit der von ihm, bei Platon unterstellten Verwechselung von einer Landkarte mit dem Territorium, auch auf Joker zu. Irrwitzig komisch eigentlich – die großen Realisten Pommesbude und Joker, als solches gefangen in einer Fiktion, von Schatten an einer Höhlenwand.
Die Idee eines vollkommenen Kreises ist ein abstraktes Objekt, das als Idealkonzept in der Kognition existiert, aber an sich keine physische Existenz besitzt. So wie die Ideenwelt.
Die beiden zu vergleichen, ist ein ontologischer Kategorienfehler.
Die wahre Welt liegt außerhalb der Höhle.
Also: Abstrakte Objekte wie Zahlen existieren – aber nicht wie physikalische Dinge, denn sie haben weder Ort noch Kausalität.Consul hat geschrieben : ↑Mi 17. Sep 2025, 01:45Ja, strenggenommen muss man es so ausdrücken: Abstrakte Objekte befinden sich nicht innerhalb von Raum und Zeit. Sie befinden sich nicht in dem Sinn außerhalb davon, dass sich in einem anderen Raum oder einer anderen Zeit befinden. Abstrakte Zahlen haben keinen Ort in einem höherdimensionalen Hyperraum, weil sie in keinerlei Art von Raum lokalisiert sind.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Di 16. Sep 2025, 09:23"2. Was jenseits von Raum und Zeit existiert, kann in Raum und Zeit nichts bewirken." – Zahlen existieren nicht „jenseits“ von Raum und Zeit; der Begriff „jenseits“ ist räumlich zu verstehen und trifft auf Zahlen nicht zu. …
Dann müssten sie für uns aber prinzipiell unzugänglich sein.
Denn wie kann ein nicht-kausales, nicht-räumliches Objekt überhaupt erkannt werden von einem kausal-räumlichen Subjekt?