Freiheit
Jörn, wie beschreibst Du denn politische Freiheit?
Quk, Dein Verständnis von Freiheit ist mir immer noch nicht ganz klar. Was ist universale Freiheit? Immer tun und lassen was man will, auch ohne Rücksicht auf andere?
Quk, Dein Verständnis von Freiheit ist mir immer noch nicht ganz klar. Was ist universale Freiheit? Immer tun und lassen was man will, auch ohne Rücksicht auf andere?
Prinzessinnen richten ihr Krönchen.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
Königinnen ziehen ihr Schwert.
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Jörn Budesheim
Politische Freiheit besteht da, wo der Staat diese Rechte (zumindest im Großen und Ganzen) garantiert. Wenn der genius benignus, also der gute Geist das weltweit durchsetzen würde, würde von politischer Freiheit niemand mehr sprechen. Das ist meine Vermutung. Politische Freiheit hängt meines Erachtens begrifflich an Freiheit, ebenso wie Freiheit zu und Freiheit von.Menschenrechte hat geschrieben : Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
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Jörn Budesheim
Meine Sicht ist die - ich hatte das oben schon angedeutet: wir sind freie, geistige Wesen. Alle anderen Freiheitsbegriffe hängen an diesen Umstand. Die Freiheit zu reisen, die Freiheit die eigene Meinung zu äußern, die Freiheit auf die Straße zu gehen, die Freiheit der Berufswahl, die Freiheit der Partnerwahl, die Freiheit, sich in politischen Parteien zu organisieren, die Freiheit der sexuellen Selbstbestimmung, die Freiheit der Religionsausübung etc pp, das hängt alles an diesem ursprünglichen Begriff.
Logisch/begrifflich ist politische Freiheit dem Freiheitsbegriff untergeordnet. In unfreien Gesellschaften, werden diese Freiheiten alle oder teilweise eingeschränkt. In freien Gesellschaften werden sie garantiert. Dafür habe ich weiter oben auch das Gedankenexperiment entworfen.
Das ist natürlich noch nicht alles, was sich aus unserer Freiheit ergibt, da niemand hervorgehoben ist, zählt die Freiheit einer jeden gleich viel, meine Freiheit endet da wo deine anfängt.
Logisch/begrifflich ist politische Freiheit dem Freiheitsbegriff untergeordnet. In unfreien Gesellschaften, werden diese Freiheiten alle oder teilweise eingeschränkt. In freien Gesellschaften werden sie garantiert. Dafür habe ich weiter oben auch das Gedankenexperiment entworfen.
Das ist natürlich noch nicht alles, was sich aus unserer Freiheit ergibt, da niemand hervorgehoben ist, zählt die Freiheit einer jeden gleich viel, meine Freiheit endet da wo deine anfängt.
Das z.B. "Das ist natürlich noch nicht alles, was sich aus unserer Freiheit ergibt, da niemand hervorgehoben ist, zählt die Freiheit einer jeden gleich viel, meine Freiheit endet da wo deine anfängt." sehe ich genauso. Andere Sachen auch.
Bei dieser Begründung sind wir uns nicht einig.
Unsere Selbstbestimmung kann eine Rolle in der Bestimmung/Determinierung des Moments spielen, wir können das. Jede kann das. Können heißt hier, dass es möglich ist und dass man die Fähigkeit dazu hat. Dazu gehört auch unsere Rationalität, also unsere Fähigkeit, uns an Gründen zu orientieren. Weiter oben habe ich dazu geschrieben: "Ein wesentlicher Aspekt unserer Freiheit sind Gründe. Wir können unser Handeln und Denken an Gründen ausrichten, also rational handeln und denken. Zwar täuschen wir uns manchmal über die Gründe unseres Handelns (z.B. aus Gewohnheit, Neid, Gier, Verblendung...), doch dies bedeutet nicht, dass wir systematisch nichtrational denken und handeln."
Was ist mit den Menschen, die diese Fähigkeiten nicht haben, aber sehr wohl mit anderen kommunizieren können, auf unterschiedliche Art und Weise, aber nicht rational handeln und denken, die nicht die Fähigkeit haben, sich an Gründen zu orientieren.
Sind diese Menschen unfrei?
Bei dieser Begründung sind wir uns nicht einig.
Unsere Selbstbestimmung kann eine Rolle in der Bestimmung/Determinierung des Moments spielen, wir können das. Jede kann das. Können heißt hier, dass es möglich ist und dass man die Fähigkeit dazu hat. Dazu gehört auch unsere Rationalität, also unsere Fähigkeit, uns an Gründen zu orientieren. Weiter oben habe ich dazu geschrieben: "Ein wesentlicher Aspekt unserer Freiheit sind Gründe. Wir können unser Handeln und Denken an Gründen ausrichten, also rational handeln und denken. Zwar täuschen wir uns manchmal über die Gründe unseres Handelns (z.B. aus Gewohnheit, Neid, Gier, Verblendung...), doch dies bedeutet nicht, dass wir systematisch nichtrational denken und handeln."
Was ist mit den Menschen, die diese Fähigkeiten nicht haben, aber sehr wohl mit anderen kommunizieren können, auf unterschiedliche Art und Weise, aber nicht rational handeln und denken, die nicht die Fähigkeit haben, sich an Gründen zu orientieren.
Sind diese Menschen unfrei?
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Quk
Ich sage, universale Freiheit ist gar nicht möglich. Daher kann ich sie auch nicht beschreiben. Selbst ein allmächtiges Wesen ist nicht universal frei, da es nicht frei ist von Allmacht. Wenn man Allmacht besitzt, sind gewisse Freiheiten, wie zum Beispiel die Freiheit, eine Hingabe zu genießen, nicht möglich.
Den Begriff "universale Freiheit" nenne ich nur, um zu sagen, dass es diese nicht geben kann, nicht einmal in Märchen.
- Jörn P Budesheim
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Bei Facebook fragt jemand, was den anderen einfällt, wenn sie den Ausdruck Freiheit hören. Hier die ersten Antworten:
Beim Hören des Wortes „Freiheit“, was fällt Ihnen als Erstes ein?
Dass es viele falsch verstehen. Freiheit wird darauf reduziert, machen zu können was man will, was faktisch gar nicht geht, und sehen nicht das wirkliche Freiheit darin besteht, etwas nicht zu machen was man nicht machen will.
Verantwortung.
Verantwortung! Keine Freiheit ohne Verantwortung zu übernehmen!
… Gleichheit, Brüderlichkeit“!
Uneingeschränkte Freiheit gibt es nur, wenn man außerhalb der Gesellschaft lebt, am besten auf einer Insel ohne Menschen als Einsiedler.
Freiheit erlangen wir erst nach dem Wiederauferstehen aus dem Totenreich. Sobald unser erstes Leben vorbei ist und wir Gottes Gericht bestehen, beginnt in diesem zweiten Leben die wahre Freiheit. Dann werden wir sie nicht nur verspüren, sondern auch leben können. Es ist nicht nur ein ewiges Leben, das uns erwartet, sondern eine ewige Freiheit, Zufriedenheit und die Abwesenheit jeglichen Leids
Sollte man wollen !! Dafür arbeiten!
Aber 100% ist nicht möglich
Freiheit wird mir nicht geschenkt,
Freiheit muss ich mir nehmen.
Eigenständiges Denken, eigene Meinung, Wahrheit, Liebe, Barmherzigkeit
Liebe
Kenne ich nicht.
Freiheit der Rede
Frei sein bedeutet ohne Zwang zu sein.
Das ist man jedoch bestenfalls in seinen Gedanken.
Schon die natürlichen Zwänge, die man heute gerne ignoriert, wie Essen, Wärme oder schlicht das Atmen, engen uns stets ein.
Und dieser stets unumgängliche Zwang beeinflusst unser gesamtes Handeln.
Solche kaum, oder nur teilweise, vermeidbaren Zwänge gibt es überall.
Die Menschen entwickeln täglich neue Regeln die wichtig scheinen, ob Mode oder Einstellung, Moral oder Glauben, überall lauert der Zwang.
Hinzu kommen eigene Zwänge, die man sich auferlegt.
Beschließt ein Mensch sich niemals zwingen zu lassen, zwingt er sich selbst ein Handeln auf.
Lediglich im Denken herrscht Freiheit, sofern es uns gelingt unser Denken nicht manipulieren zu lassen.
Aber auch das gelingt eher schlecht.
Erlebnis und Erziehung prägen unser Denken, und zwingen es in bestimmte Richtungen.
Bleibt Freiheit innerhalb enger Grenzen.
Aber ist das noch Freiheit?
überstrapazierter Begriff des Idealismus
Nichts besitzen. Dann muss man auch nirgendwo hin um sich drum zu kümmern. Wahrer Reichtum ist, die Freiheit zu haben hinzugehen wo und wann mn möchte mit Sonne im Herzen und nur das zeug, was man tragen kann ohne eingeschränkt zu sein.
Leichtigkeit
Der Begriff Freiheit liegt individuell im Auge des Betrachters.
Wiese Blume atmen alleine sein
Reisen
Die Aufgabe der modernen Demokratie besteht darin, dem Individuum ein Höchstmaß an Freiheit einzuräumen, und mit ihm persönlich, direkt ins Gespräch zu gehen, wenn es die Grenzen von Organisation und den anderen Individuen übertritt und missachtet. Wir sollten noch erhebliche Arbeit dafür leisten, dass unsere Demokratie stark und zeitgerecht ist und unsere Politiker nicht ständig den Übergriffen von Wirtschaft und Privatinteressen erliegen.
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Dass es viele falsch verstehen. Freiheit wird darauf reduziert, machen zu können was man will, was faktisch gar nicht geht, und sehen nicht das wirkliche Freiheit darin besteht, etwas nicht zu machen was man nicht machen will.
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Freiheit erlangen wir erst nach dem Wiederauferstehen aus dem Totenreich. Sobald unser erstes Leben vorbei ist und wir Gottes Gericht bestehen, beginnt in diesem zweiten Leben die wahre Freiheit. Dann werden wir sie nicht nur verspüren, sondern auch leben können. Es ist nicht nur ein ewiges Leben, das uns erwartet, sondern eine ewige Freiheit, Zufriedenheit und die Abwesenheit jeglichen Leids
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Aber 100% ist nicht möglich
Freiheit wird mir nicht geschenkt,
Freiheit muss ich mir nehmen.
Eigenständiges Denken, eigene Meinung, Wahrheit, Liebe, Barmherzigkeit
Liebe
Kenne ich nicht.
Freiheit der Rede
Frei sein bedeutet ohne Zwang zu sein.
Das ist man jedoch bestenfalls in seinen Gedanken.
Schon die natürlichen Zwänge, die man heute gerne ignoriert, wie Essen, Wärme oder schlicht das Atmen, engen uns stets ein.
Und dieser stets unumgängliche Zwang beeinflusst unser gesamtes Handeln.
Solche kaum, oder nur teilweise, vermeidbaren Zwänge gibt es überall.
Die Menschen entwickeln täglich neue Regeln die wichtig scheinen, ob Mode oder Einstellung, Moral oder Glauben, überall lauert der Zwang.
Hinzu kommen eigene Zwänge, die man sich auferlegt.
Beschließt ein Mensch sich niemals zwingen zu lassen, zwingt er sich selbst ein Handeln auf.
Lediglich im Denken herrscht Freiheit, sofern es uns gelingt unser Denken nicht manipulieren zu lassen.
Aber auch das gelingt eher schlecht.
Erlebnis und Erziehung prägen unser Denken, und zwingen es in bestimmte Richtungen.
Bleibt Freiheit innerhalb enger Grenzen.
Aber ist das noch Freiheit?
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Nichts besitzen. Dann muss man auch nirgendwo hin um sich drum zu kümmern. Wahrer Reichtum ist, die Freiheit zu haben hinzugehen wo und wann mn möchte mit Sonne im Herzen und nur das zeug, was man tragen kann ohne eingeschränkt zu sein.
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Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
- Jörn P Budesheim
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Fast zwei Drittel der Philosophen und Philosophinnen haben in einer Umfrage für den Kompatibilismus votiert, also die Idee, dass Freiheit und Determinismus kompatibel sind.
Aber sind auch Freiheit und Materialismus kompatibel?
Aber sind auch Freiheit und Materialismus kompatibel?
Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
Freiheit beziehen wir meist auf (zwischen-)menschliche Dinge, Materialismus ist für mich vor allem Auffassung über die Physik der Welt.
Insofern sind es für mich eher zwei unterschiedliche Dinge.
(Dem Kompatibilismus kann ich hinreichend zustimmen.)
Insofern sind es für mich eher zwei unterschiedliche Dinge.
(Dem Kompatibilismus kann ich hinreichend zustimmen.)
Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.
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- Jörn P Budesheim
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Ein Inkompatibelist würde vielleicht antworten: wie können wir frei sein, wenn unsere Handlungen doch vorher bestimmt sind?
Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
Siehe: viewtopic.php?p=81934#p81934
"Frei zu sein bedeutet, nicht der Ausübung willkürlicher Macht unterworfen zu sein und folglich nach eigenem Willen handeln und leben zu können, wie man möchte. Freiheit wurde als Unabhängigkeit verstanden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde diese Sichtweise als hegemoniale Ideologie durch die konkurrierende Behauptung ersetzt, Freiheit bestehe lediglich darin, nicht eingeschränkt zu werden. Der strengsten Version dieses Arguments zufolge ist man nur dann unfrei, wenn die Einschränkung, der man ausgesetzt ist, die Form eines äußeren Hindernisses annimmt, das einen physisch daran hindert, zu tun, was man möchte. Der Version zufolge, die sich jedoch allgemein durchsetzte, ist man auch dann unfrei, wenn die eigenen Entscheidungen durch Drohungen eingeschränkt werden. Freiheit wurde nun als Abwesenheit von physischer oder zwangsweiser Einschränkung verstanden." [Google Translate]
(Skinner, Quentin. Liberty as Independence: The Making and Unmaking of a Political Ideal. Cambridge: Cambridge University Press, 2025. p. 1)
Skinner & Pettit gehören zu einer Richtung innerhalb der zeitgenössischen politischen Philosophie, die Republikanismus genannt wird, und der zufolge wahre Freiheit nicht nur in Nichteinmischung (non-interference) besteht, sondern in Nichtbeherrschung (non-domination) im Sinne eines Nichtbeherrschtwerdens von anderen. Darunter wird jedoch nicht absolute, anarchistische Freiheit verstanden, sondern Nichtunterwerfung unter Willkürherrschaft, welche etwas anderes ist als demokratisch legitimierte und kontrollierte Herrschaft."…Beherrschung (Domination) – der Macht eines anderen zur unkontrollierten Einmischung ausgesetzt zu sein…" [Google Translate mit Änderungen meinerseits]
(Pettit, Philip. On the People's Terms: A Republican Theory and Model of Democracy. Cambridge: Cambridge University Press, 2012. p. 28)
"…ein Freiheitskonzept – ein charakteristisch republikanisches Konzept, wie ich glaube –, das auf keine Seite der mittlerweile etablierten Negativ-Positiv-Dichotomie passt. Dieses Konzept ist insofern negativ, als es die Abwesenheit von Fremdherrschaft voraussetzt, nicht unbedingt das Vorhandensein von Selbstbeherrschung, was auch immer man sich darunter vorstellen mag. Das Konzept ist insofern positiv, als es zumindest in einer Hinsicht mehr erfordert als die Abwesenheit von Einmischung; es erfordert Sicherheit vor Einmischung, insbesondere vor Einmischung auf willkürlicher Basis." [Google Translate mit einer Änderung meinerseits]
(Pettit, Philip. Republicanism: A Theory of Freedom and Government. Oxford: Oxford University Press, 1997. p. 51)
"Ein Akteur dominiert einen anderen genau dann, wenn er eine gewisse Macht über den anderen hat, insbesondere die Macht, willkürlich einzugreifen. Er hat beherrschenden Einfluss auf den anderen, um es mit der alten Redewendung auszudrücken ["to have sway over sb"], und dieser Einfluss ist willkürlich." [Google Translate mit einer Änderung meinerseits]
(Pettit, Philip. Republicanism: A Theory of Freedom and Government. Oxford: Oxford University Press, 1997. p. 52)
"Jede Herrschaftsbeziehung hat drei Aspekte. Um diese Aspekte deutlich zu machen und ohne weitere Erläuterungen hinzuzufügen: Jemand hat dominierende Macht über einen anderen, jemand dominiert oder unterwirft einen anderen, insofern
1. er die Möglichkeit hat, sich einzumischen
2. willkürlich
3. in bestimmte Entscheidungen, die der andere treffen kann.
…
Was bedeutet es dann, sich in der in der ersten Bedingung postulierten Weise einzumischen? Einmischung kann nicht die Form von Bestechung oder Belohnung annehmen; wenn ich mich einmische, mache ich die Dinge für dich schlimmer, nicht besser. Und die Verschlechterung, die eine Einmischung mit sich bringt, muss immer mehr oder weniger absichtlicher Natur sein: Sie kann nicht zufällig geschehen, etwa wenn ich dir in die Quere komme oder zufällig mit dir um knappe Güter konkurriere; es muss
zumindest eine Handlung sein, bei der wir vernünftigerweise Fahrlässigkeit vorwerfen können." [Google Translate]
(Pettit, Philip. Republicanism: A Theory of Freedom and Government. Oxford: Oxford University Press, 1997. p. 52)
SEP: Beherrschung/Domination [Google Translate]"Das republikanische Freiheitsverständnis ist, zumindest im weitesten Sinne, eine negative Auffassung politischer Freiheit. Man muss nichts Bestimmtes tun oder werden, um politische Freiheit im republikanischen Sinne zu genießen; man muss weder Selbstbeherrschung üben, wie auch immer man das betrachtet, noch seinen sekundären Wünschen nachkommen. Republikanische Freiheit erfordert lediglich die Abwesenheit von etwas, nämlich die Abwesenheit jeglicher struktureller Abhängigkeit von willkürlicher Macht oder Herrschaft. (Wie Nichteinmischung gibt es auch Nichtherrschaft in Abstufungen: Nach bürgerlich-republikanischer Auffassung ist man nicht entweder frei oder unfrei, sondern mehr oder weniger frei, je nachdem, wie viel Nichtherrschaft man sicher genießt.)
Trotz dieser Ähnlichkeiten ist republikanische Freiheit jedoch nicht gleichbedeutend mit der gängigen Auffassung negativer Freiheit als Nichteinmischung. Im Gegensatz zur Nichteinmischungstheorie erklärt diese unsere Intuitionen in den beiden oben beschriebenen Szenarien. Dem Sklaven fehlt die Freiheit, weil er der Willkür seines Herrn ausgeliefert ist; ob dieser diese Macht ausübt, ist dabei unerheblich. Ebenso ist im Hinblick auf die politische Freiheit im republikanischen Ansatz nicht entscheidend, wie stark die imperiale Macht ihre Kolonie regiert, sondern dass sie die Kolonie nach Belieben regieren kann." [Google Translate]
SEP: Republikanismus
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
Es gibt die von Isaiah Berlin (im Jahr 1958) eingeführte und bekannt gemachte Unterscheidung von negativer Freiheit (als Freiheit von etwas) und positiver Freiheit (als Freiheit zu etwas), wobei er nicht der Erste war, der erkannte, dass Freiheit sich nicht in der Abwesenheit von Einmischung erschöpft. So hat beispielsweise Thomas Green (1836–82), einer der Vordenker des Sozialliberalismus, Freiheit in einem 1883 erschienenen Buch (1 im positiven Sinn als "wirkliche Gelegenheit zur Selbstentwicklung" ("real opportunity of self-development") definiert. Und der Anthropologe & Ethnologe Bronislaw Malinowski (1884–1942) definiert positive Freiheit in einem 1947 erschienenen Buch (2 als "die Möglichkeit zur 'Selbstverwirklichung'" ("the possibility of 'self-realization'").
(1 Green, T. H. Prolegomena to Ethics. 1883. Ed. by David O. Brink. Oxford: Oxford University Press, 2003. p. 288 [§245])
(2 Malinowski, Bronislaw. Freedom and Civilization. 1947. Repr., Abingdon: Routledge, 2015. pp. 242-3)
(1 Green, T. H. Prolegomena to Ethics. 1883. Ed. by David O. Brink. Oxford: Oxford University Press, 2003. p. 288 [§245])
(2 Malinowski, Bronislaw. Freedom and Civilization. 1947. Repr., Abingdon: Routledge, 2015. pp. 242-3)
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
Freiheit ist stark ein subjektives Gefühl, da denkt man nicht an "vorher bestimmt", wir bestimmen durch unser Denken und Handeln ja mit. Was interessiert denn da der Mikrokosmos u.ä.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Fr 3. Okt 2025, 14:02Ein Inkompatibelist würde vielleicht antworten: wie können wir frei sein, wenn unsere Handlungen doch vorher bestimmt sind?
Der Mensch als Philosophierender ist Ausgangspunkt aller Philosophie.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.
Die Philosophie eines Menschen kann durch Andere fahrlässig missverstanden oder gezielt diskreditiert oder gar ganz ignoriert werden, u.a. um eine eigene Meinung durchsetzen zu wollen.
Ein anderer Vordenker des Sozialliberalismus, Leonard Hobhouse (1864–1929), weist auf etwas grundlegend Wichtiges hin:Consul hat geschrieben : ↑Fr 3. Okt 2025, 14:43"Frei zu sein bedeutet, nicht der Ausübung willkürlicher Macht unterworfen zu sein und folglich nach eigenem Willen handeln und leben zu können, wie man möchte. Freiheit wurde als Unabhängigkeit verstanden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde diese Sichtweise als hegemoniale Ideologie durch die konkurrierende Behauptung ersetzt, Freiheit bestehe lediglich darin, nicht eingeschränkt zu werden.…" [Google Translate]
(Skinner, Quentin. Liberty as Independence: The Making and Unmaking of a Political Ideal. Cambridge: Cambridge University Press, 2025. p. 1)
"Die erste Voraussetzung für allgemeine Freiheit ist also ein Maß an allgemeiner Einschränkung. Ohne diese Einschränkung wären einige Menschen frei, andere jedoch unfrei. Ein Mensch mag zwar seinen Willen uneingeschränkt ausleben können, aber die anderen haben keinen Willen außer dem, den er ihnen zuzugestehen bereit ist. Um denselben Punkt aus einer anderen Perspektive zu betrachten: Die erste Voraussetzung für eine freie Regierung ist, dass nicht durch willkürliche Entscheidungen des Herrschers, sondern durch feste Rechtsvorschriften regiert wird, denen auch der Herrscher selbst unterworfen ist. Daraus ziehen wir die wichtige Schlussfolgerung, dass es keinen wesentlichen Widerspruch zwischen Freiheit und Recht gibt. Im Gegenteil, das Gesetz ist für die Freiheit unerlässlich. Natürlich schränkt das Gesetz den Einzelnen ein; es steht daher seiner Freiheit in einem bestimmten Moment und in einer bestimmten Richtung entgegen. Aber ebenso hindert das Gesetz andere daran, mit ihm zu tun, was sie wollen. Es befreit ihn von der Angst vor willkürlicher Aggression oder Zwang, und dies ist der einzige Weg, ja sogar der einzige Sinn, in dem Freiheit für eine ganze Gemeinschaft erreichbar ist." [DeepL mit Änderungen meinerseits]
(Hobhouse, L. T. Liberalism. 1911. Repr. in Liberalism and Other Writings, ed. by James Meadowcroft, 1-120. Cambridge: Cambridge University Press, 1994. p. 11)
"Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst." – Juliane Werding
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Ein Inkompatibelist würde womöglich antworten, dass man das Gefühl von Freiheit haben kann, ohne tatsächlich frei zu sein. Und dass man glauben kann, durch das eigene Handeln und Denken „mitzubestimmen”, obwohl es nicht der Fall ist. Denn wenn unsere Handlungen und unser Denken festgelegt sind, wie können sie dann frei sein, egal, wie frei wir uns fühlen?
Ich selbst hätte folgende Frage: Was ist ein „subjektives Gefühl”? Ich habe keine Vorstellung, was das bedeuten könnte.
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Früher hatten wir zwei Katzen, erst Freddy und viel später Rudi. Wenn ich mir diese „Definition/Beschreibung” aus dem Zitat anschaue, dann waren diese beiden Katzen weitgehend frei.Consul hat geschrieben : ↑Fr 3. Okt 2025, 14:43"Frei zu sein bedeutet, nicht der Ausübung willkürlicher Macht unterworfen zu sein und folglich nach eigenem Willen handeln und leben zu können, wie man möchte. Freiheit wurde als Unabhängigkeit verstanden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde diese Sichtweise als hegemoniale Ideologie durch die konkurrierende Behauptung ersetzt, Freiheit bestehe lediglich darin, nicht eingeschränkt zu werden. Der strengsten Version dieses Arguments zufolge ist man nur dann unfrei, wenn die Einschränkung, der man ausgesetzt ist, die Form eines äußeren Hindernisses annimmt, das einen physisch daran hindert, zu tun, was man möchte. Der Version zufolge, die sich jedoch allgemein durchsetzte, ist man auch dann unfrei, wenn die eigenen Entscheidungen durch Drohungen eingeschränkt werden. Freiheit wurde nun als Abwesenheit von physischer oder zwangsweiser Einschränkung verstanden." [Google Translate]
(Skinner, Quentin. Liberty as Independence: The Making and Unmaking of a Political Ideal. Cambridge: Cambridge University Press, 2025. p. 1)
Sie waren nicht der Ausübung willkürlicher Macht unterworfen, konnten nach eigenem Willen handeln und leben und waren im Großen und Ganzen unabhängig – wenn man davon absieht, dass sie bei uns Kost und Logis frei hatten. Das war auch die einzige Einschränkung, die sie hatten – wenn man das überhaupt als Einschränkung betrachten möchte. Unsere Tür war zwar ein äußeres Hindernis, aber wir haben sie eigentlich immer geöffnet, wann immer sie wollten. Manche Katzen können das selbst oder sie haben Katzenklappen. Sicherlich mussten unsere Katzen manchmal mit Bedrohungen zurechtkommen, wenn schon nicht von uns, dann vielleicht vom Nachbarshund. Aber auch das dürfte sich einigermaßen in Grenzen gehalten haben.
Ich denke sogar, dass es stimmt, dass Katzen frei sind. Vielleicht trifft es sogar auf alles etwas komplexere Leben zu. Aber ich denke auch, dass die menschliche Freiheit noch andere Dimensionen hat.
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Es besteht ein Unterschied zwischen der wirklichen Ausübung willkürlicher Macht und der Möglichkeit dazu. Auch wenn ihr es nicht getan habt, so hättet ihr jederzeit in das Leben eurer Katzen willkürlich eingreifen und es beeinträchtigen können. Dem republikanistischen Verständnis von Freiheit als non-domination zufolge waren eure Katzen deswegen nicht frei.Jörn P Budesheim hat geschrieben : ↑Sa 4. Okt 2025, 11:22Früher hatten wir zwei Katzen, erst Freddy und viel später Rudi. Wenn ich mir diese „Definition/Beschreibung” aus dem Zitat anschaue, dann waren diese beiden Katzen weitgehend frei.
Sie waren nicht der Ausübung willkürlicher Macht unterworfen, konnten nach eigenem Willen handeln und leben und waren im Großen und Ganzen unabhängig – wenn man davon absieht, dass sie bei uns Kost und Logis frei hatten. Das war auch die einzige Einschränkung, die sie hatten – wenn man das überhaupt als Einschränkung betrachten möchte. Unsere Tür war zwar ein äußeres Hindernis, aber wir haben sie eigentlich immer geöffnet, wann immer sie wollten. Manche Katzen können das selbst oder sie haben Katzenklappen. Sicherlich mussten unsere Katzen manchmal mit Bedrohungen zurechtkommen, wenn schon nicht von uns, dann vielleicht vom Nachbarshund. Aber auch das dürfte sich einigermaßen in Grenzen gehalten haben.
Ein Sklave, dessen Herr sich nicht in seine Angelegenheiten einmischt, bleibt insofern ein Sklave, also unfrei und abhängig, als sein Herr sich zu seinem Nachteil jederzeit willkürlich in seine Angelegenheiten einmischen könnte.
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Dann nehmen wir statt Hauskatzen Jaguare; warum sollten diese Einzelgänger – gemäß der obigen Erläuterung – nicht frei sein?
Das Thema interessiert dich? Was meinst du dazu? Wir freuen uns auf deine Meinung – melde dich an und diskutiere mit uns.“
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Damit (insbesondere Punkt 2) kann ich schon etwas mehr anfangen als in den Skizzen/Textauszügen weiter oben. Allerdings müsste man dazu den Begriffen "Selbstverwirklichung, Selbstentfaltung, Selbstentwicklung, Selbstbestimmung" noch etwas mehr Leben einhauchen.Consul hat geschrieben : ↑Do 15. Aug 2024, 19:13Hauptaspekte persönlicher Freiheit (nach Skinner):
1. negative Freiheit als Freiheit von…
1.1 Abhängigkeit
1.2 Einmischung
1.2.1 Anwendung körperlicher Gewalt
1.2.2 äußerem Zwang durch (direkte, glaubhafte, ernsthafte) Drohung
1.2.3 innerem Zwang (z.B. Sucht, lasterhafte Gewohnheiten, "falsches Bewusstsein")
2. positive Freiheit als Freiheit zur Selbstverwirklichung, Selbstentfaltung, Selbstentwicklung, Selbstbestimmung.
Bei den Textauszügen weiter oben sehe ich nich nicht, dass der Freiheitsbegriff irgendwie ausgeführt würde, er wird dort eher vorausgesetzt, und es wird die Frage gestellt, wie es eine Gesellschaft von Freien geben kann. Oder?
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